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Wie läuft ein Foto-Shooting ab? Mein Business-Team-Shooting als Beispiel

Wow, es ist schon ein dreiviertel Jahr her.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist vor allem eins in Erinnerung geblieben bei meinem letzten großen Shooting: Die brütende Hitze in Köln, bei der ich die Models genötigt hatte, trotzdem langärmelige Hemden zu tragen und in einem unklimatisierten Büro herumzusitzen.

Diskussion in einem dynamischen Business Team mit Tablet Computer im Freien

„Großes Shooting“ heißt für mich: Ein Shooting mit mehr als 6 Models, in diesem 7 Models, mit dabei im Hintergrund meine Kollegin Jasmin, welche vor allem Videos gemacht hat sowie ein Assistent.

Die Idee

Uns standen einige Schulungsräume in Köln zur Verfügung, welche leer relativ unspektakulär wirken. Gefüllt mit vielen Models jedoch ergibt das einige glaubwürdige Business-Situationen, die wir darstellen wollten. Die Räume hatten den weiteren Vorteil, dass sie ebenerdig waren, wir konnten also nicht nur innen, sondern auch draußen vor der Tür fotografieren und somit die spiegelnden Glasfassaden nutzen.

Junge Business Frau surft mit ihrem Tablet PC im Internet und nutzt Apps

Die Models

Geplant waren acht Models, es gab leider eine kurzfristige Absage, was wir bei der Anzahl der gebuchten Models jedoch berücksichtigt hatten. Mit fast allen Models hatte ich schon – oft mehrmals – zusammengearbeitet, ich wusste also, dass ich mich auf sie verlassen konnte.

Business Team bei Planung der Finanzen mit Tablet PC am Tisch

Die Gruppe sollte bunt gemischt sein, sowohl vom Alter, den Haarfarben und Geschlechtern. Das ist uns ganz gut gelungen, leider ist uns der multikulturelle Touch durch die Absage des afrikanischstämmigen Models verloren gegangen.

Den Models habe ich einige Kleidungsvorschläge mitgegeben, damit deren Kleidung während des Shootings gut zusammenpassen wird.

Das Thema

Das Thema des Shootings war „Business-Team“ und wegen der Hitze haben wir auf die Jackets, Anzüge und Krawatten verzichtet. Das war eine gute Entscheidung, finde ich, weil die Bilder dadurch trotz der Business-Atmosphäre locker und weniger formal wirken.

Die Requisiten

Zur Vorbereitung hat meine fleißige Assistentin unzählige generische Balkendiagramme, Tortendiagramme, Tabellen, Kursverläufe und andere statistische Spielereien erstellt, die jedoch auf echten Daten basieren, damit sie auch realistisch aussehen. Wer genau hinschaut, sieht sogar meine Modelverträge, welche die Models gleich vor laufender Kamera ausfüllen konnten.

Tisch im Büro mit Händen und vielen Dokumenten von oben

Die Models wurden gebeten, wenn vorhanden, ihre Tablet Computer, Aktenmappen etc. mitzubringen und wir haben selbst alle unsere Tablets, Laptops und einen großen Packen neutralisierter Kugelschreiber eingepackt. Neutralisiert heißt, dass wir vorher alle Logos, Markennamen etc. von den Geräten entfernt haben, damit die Bilder später leichter zu retuschieren sind.

Die Technik

Zum Einsatz kam meine bewährte Kombination aus Canon 5D Mark III*, als Objektiv das Arbeitstier 24-70 mm f2.8 II von Canon*, zwei externe Speedlites* mit passender Lastolite-Softbox* und diversem Zubehör. Die genaue Zusammenstellung für das entfesselte Blitzen könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

Foto: Tim E. Klein
Foto: Tim E. Klein

Um das Licht noch besser lenken zu können, war mein treuer California Sunbounce in der Größe Mini* in der Silber/Weiß-Bespannung dabei und auch hilfreich. Vor Ort konnten wir auch eine Leiter nutzen für einige Bilder:

Geschäftsleute stehen als dynamisches Team in einer Formation

Die Aufnahme-Daten

Am häufigsten kam die Brennweite im Bereich 40-50mm zum Einsatz, gefolgt von den beiden Extremen 24mm und 70mm. ISO-Wert war fast immer ISO 200, Belichtungszeit war meist 1/125 Sekunde. Als Blende habe ich meist Blende f/5.0 bis f/7.1 gewählt.

Entgegen meiner Predigt, dass sich Hoch- und Querformat-Bilder die Waage halten sollten, habe ich diesmal fast nur horizontal gearbeitet, was sicher auch daran liegt, dass sich dieses Format bei Gruppen einfach anbietet, wenn ich die Leute nicht übereinander stapeln will.

Voller Einsatz, hier mit einem Ringflash-Adapter (Foto: Tim E. Klein)
Voller Einsatz, hier mit einem Ringflash-Adapter (Foto: Tim E. Klein)

Vor dem Shooting

Einen Tag vor dem Shooting haben Jasmin und ich alle Bilder von den Wänden gehängt und die Tische und Stühle so angeordnet, wie wir sie brauchen. Außerdem haben wir literweise Getränke im hauseigenen Kühlschrank gelagert, damit unsere Models am nächsten Tag bei der Hitze nicht dehydrieren.

Am Shootingtag habe ich die Models begrüßt, sie untereinander vorgestellt, falls sie sich noch nicht kannten und mir deren Kleidung zeigen lassen.

Jedes Model bekam eine Anweisung, welche Kleidung er oder sie anziehen solle sowie eine „Wechselkleidung“, welche sie ca. nach der Hälfte des Shootings auf mein Kommando wechseln sollten.

Gruppe Geschäftsleute im Kreis stapelt die Hände zur Motivation

In der Zwischenzeit haben wir mit dem Assistenten das Licht eingerichtet und die erste Szene mit Requisiten eingerichtet.

Das Shooting beginnt

Zuerst sollten die Models sich an den Tisch setzen und die Verträge unterschreiben. Dabei habe ich das Licht mit den Models getestet und gleich einige verkäufliche Fotos gemacht.

Danach habe ich vor allem Szenen vorgegeben (Vertragsverhandlung, etc.) und die Models untereinander agieren lassen. Zwischendurch habe ich aber manchmal auch ganz konkrete Aufstellungen vorgeben.

Wichtig ist es, immer die Augen offen zu halten. So durfte zum Beispiel ein Teil der Models zwischendurch Pause machen und als diese vor der Tür Smalltalk machten, sah das so gut aus, dass wir das danach gleich als nächste Szene übernommen haben.

Drei Geschäftsleute stehen im Gespräch miteinander in der Pause vor dem Büro

Zwischendurch habe ich auch einige Videos probiert, aber das habe ich schnell wieder Jasmin überlassen.

Mittags gab es eine halbe Stunde Pause, in der wir Pizza für alle geordert haben (merke: hungrige Models haben grimmige Gesichter). Danach kam der Kleidungswechsel und weiter ging’s.

An dieser Stelle noch mal einen herzlichen Dank an alle Models und die anderen Beteiligten, die trotz über 35°C standhaft bei der Sache waren und sich die Anstrengung nicht haben anmerken lassen.

Nach dem Shooting

Jetzt beginnt der langweiligere Teil. Die Räume werden wieder hergerichtet, die leeren Flaschen abgegeben und die Daten doppelt gesichert.

Am nächsten Tag mit einer Nacht Schlaf dazwischen werden die Bilder gesichtet, sortiert und für die ausgewählten Bilder entwickelt und von RAW ins TIFF-Format umgewandelt. Meinen Capture-One Workflow dazu findet ihr hier.

Dann folgt die übliche Bildretusche, die Verschlagwortung und das Hochladen. Die Models erhalten alle eine DVD mit den fertigen Bildern sowie einige Abzüge (wie hier beschrieben).

Mittlerweile finden sich die Bilder vom Shooting auf Webseiten und in Werbematerial von Anwälten, Versicherungen, Medien, Unternehmungsberatungen, Weiterbildungsinstituten und so weiter.

Die fertigen Bilder

Die Bilder könnt ihr zum Beispiel bei Fotolia* oder Shutterstock* kaufen, die Videos auch. Zusätzlich habe ich ein einminütiges Showreel mit den besten Ergebnissen erstellt:

Was sagt ihr zu den Bildern?

* Affiliate-Link

10 Tipps für ein gelungenes Shooting (Gastbeitrag)

Die Macrostock-Bildagentur Westend61 bietet ihren Fotografen unter anderem die Westend61-E-Learning Academy, wo de Fotografen hilfreiche Tipps für bessere Shootings und Briefings zu besonders gefragten Themen erhalten.

Aus dieser Reihe stellt heute – mit freundlicher Genehmigung von Westend61 – Michael, Art Director bei Westend61 zehn Tipps für ein gelungenes Shooting vor. Michael hat mich auch bei meinem Supermarkt-Shooting tatkräftig unterstützt, ich weiß also, dass er weiß, wovon er redet. Los geht’s:

10 Tipps für ein gelungenes Shooting

1. Das Briefing

“Make a difference”! Die kreative Idee eines Shootings und die Einzigartigkeit des Themas oder Details der Umsetzung machen den Großteil des Erfolges aus. Daher sollte vor jedem Shooting ein detailliertes Briefing erstellt werden, welches das Shooting beschreibt und die Ziele für den Tag festhält. Das Briefing (oder auch Shootingplan) kann entweder nur dem Fotografen und seinen Mitarbeitern am Set helfen sich zu fokussieren oder auch als Hilfestellung für die Models genutzt werden. Das Briefing sollte mindestens 5-10 “Must Have – Motive” beinhalten, also die Topmotive, die man auf jeden Fall beim Shooting realisieren möchte. Neben der Motivauflistung ist es auch ratsam, eine konzeptuelle Keywordliste einzubauen, mit der man am Set spontan improvisieren kann. Diese Keywords sind genau die Suchbegriffe, unter denen die Endkunden später die Bilder in den Suchmaschinen finden sollen.

2. Gutes Styling

Grundsätzlich raten wir bei professionellen People-Shootings immer dazu, auch einen Stylisten zu buchen. Oft genug ist es das Styling der Models, das den Erfolg der Bilder zu großen Teilen ausmacht. Unbedingt vor dem Shooting mit den Maßen der Models und den Größen der Garderobe auseinandersetzen. Zu große oder zu kleine, nicht perfekt passende Kleidung wirkt schnell billig und mindert den vielleicht sonst guten Eindruck eines Fotos. Lassen Sie die Models ruhig auch ihre Lieblingsoutfits zum Shooting mitbringen. Zudem ist eine mobile Bügelmöglichkeit ist am Set äußerst ratsam. Das Styling sollte je Shootingthema geschmackvoll, passend und zeitgemäß sein. Weniger ist oft mehr, daher sind “Basics” oft eine gute Wahl für die Ausstattung der Models. Diese ansprechend zu kombinieren und mit Accessoires zu garnieren will gekonnt sein! Grundsätzlich muss man sich gerade beim Styling vor Augen halten, dass Westend61 Stockbilder fast ein Jahrzehnt auf die weltweite Reise schickt und die Bilder auch noch in ein paar Jahren als Aushängeschild für Fotograf und Agentur dienen.

3. Haare und Make-Up

Ohne Make-Up (in welcher Form und Variante auch immer) funktioniert eigentlich kaum ein People-Shooting. Ausser, man möchte ein Model in der Situation “der morgendliche Blick in den Spiegel” fotografieren. Und auch das Styling der Haare darf nicht unterschätzt werden. Die Frage nach aktueller Haarlänge und -farbe der Models sollte also nie vergessen werden. Während der Aufnahmen muss immer wieder ein kritischer Blick auf Haare (auch Strähnen!) und Make-Up geworfen werden. Das nachträgliche Retuschieren von Haaren kann sehr zeitaufwendig sein. Das Make-Up erfüllt in den meisten Fällen unter anderem die Funktion, die Haut der Models matt und nicht zu glänzend erscheinen zu lassen, Vorsicht also vor zu starkem Make-Up, das nicht zur Situation und Stimmung passt.

4. Die Technik

Hierzu gäbe es viel zu schreiben, aber aufgrund der fast unüberschaubaren Fülle an professioneller Kamera-, Licht und Objektivtechnik würde dies den Rahmen an dieser Stelle sprengen. So banal es auch klingt: Bitte vor jedem Shooting die Technik von A bis Z prüfen, säubern, Akkus laden, Ersatzgeräte und -akkus bereithalten und wenn möglich verschiedenen Optiken zum Set mitbringen. Natürlich ist es oft praktisch mit Zoomobjektiven zu arbeiten, aber manchmal lassen ein paar Aufnahmen mit Festbrennweiten hunderte anderer Bilder im Schatten stehen. “Make a difference” gilt auch beim Einsatz der Technik!

5. Gutes Auge

Ein gutes fotografisches Auge ist unheimlich wichtig für das Bildergebnis. Der Bildaufbau sollte eine eigene Dynamik haben, einen “Drive”, den Blick des Betrachters führen. Auch ein passendes, unterstützendes Schärfe/Unschärfe-Verhältnis und möglicherweise Textfreiraum (Copyspace) sind wichtig für Stockbilder. Hier hilft es, immer wieder Magazine und Zeitschriften zu wälzen und sich ganzseitige und doppelseitige Bildnutzungen anzuschauen. Wie werden Bilder eingesetzt, wann wirkt das Verhältnis von Text und Bild ausgewogen? Was genau macht ein gutes Bild aus, das einem sofort ins Auge springt und einen begeistert?

6. Assistenz und Unterstützung

Ein (kräftiger?), fleissiger Assistent ist eine wesentliche Erleichterung und Unterstützung beim Shooting. Es gibt am Set ständig so viele Dinge zu beachten und zu prüfen (Licht, Schärfe, Details, Überblick über die Dateien selbst, etc.) dass sich ansonsten schnell Fehler einschleichen oder die Kreativität augrund dieser Arbeiten leidet. Verlässt man das Shooting, sollte schon an dieser Stelle ein Backup der fertigen Aufnahmen gemacht werden.

7. Stay cool!

Locker und cool zu bleiben ist für das Endergebnis äußerst wichtig. Man sieht Bildern einfach an, ob sie mit Spaß und Freude entstanden sind oder unter Zeitdruck und Stress. Sollte einmal nicht alles wie ursprünglich geplant ablaufen, ist Mut zum kreativen Improvisieren gefragt! Oft entstehen die schönsten und auch brauchbarsten Bilder zwischen den eigentlichen geplanten Motiven. Die moderne Bildsprache lebt von Echtheit, Authentizität und “unbeobachtetem” Fotografieren. So komisch es auch klingen mag: Anspruchsvolle Stockbilder dürfen nicht zu “stockig” aussehen. Natürlich gibt es Ausnahmen und gerade sehr konzeptionelle Shootings sind und bleiben Stock-Shootings.

8. Technische Prüfung und Überblick

Am besten direkt mit Funk- oder Kabelverbindung mit dem Laptop/Tablet verbinden. Nur so kann man alles genau beurteilen und bekommt ein Gefühl fürs Format, die Technik und Details. Ein Shooting nur auf dem Kameradisplay zu beurteilen ist sehr riskant und man verliert schnell den Überblick.

9. Die Models

Das A und O eines jeden People-Shootings. Wirklich. Es sind die Gesichter und Körper der Models, die Endkunden zur Lizenzierung eines Fotos bewegen.

10. Wetter

Gerade in unseren Breitengraden immer ein Risiko, daher am besten eine “Schlechtwetteroption” einplanen bzw. 1-2 Tage Puffer für das Shootingdatum ermöglichen. Nichts ist frustrierender, als im Regen zu stehen wenn man für ein Shooting Sonne pur gebraucht hätte. Hier gilt also: Wetterberichte beobachten, genau vorplanen und notfalls ein Shooting lieber verschieben als es unter ungünstigen Bedingungen “durchzuziehen”. Übrigens: Auch bei vielen Indoor-Shootings ist tolles Wetter draußen wichtig für das Endergebnis. Zusätzlich aber immer genug Licht dabei haben!

Fazit

Ein gutes Shooting erfordert sehr viel Vorbereitung, eine gute Portion Selbstvertrauen, eine gewisse technische Sicherheit, einen Spritzer Mut und gute Stimmung im Team den ganzen Tag lang. Et voilà!

Viel mehr Tipps gibt es für Westend61-Fotografen hier in der Westend61 Academy.

Jung, aber zeitlos: Shooting einer Business-Frau

Vor einer Weile hatte ich wieder eine junge Frau im Studio, die sich direkt per Email bei mir beworben hatte. Bei jungen Frauen lege ich sehr hohe Kriterien an, weil viele Mädchen Models werden wollen und daher die „Auswahl“ sehr groß ist und zweitens die Themenbereiche etwas beschränkt sind, die glaubhaft mit dieser Altersgruppe abgedeckt werden können.

Friederike war zum Zeitpunkt der Fotos erst 20 Jahre alt, aber hat ein sehr zeitloses Gesicht, mit dem sie eine sehr breite Alterspanne abdecken kann, von der Schülerin bis zu Chefin. Das können nicht viele, deswegen war es ein sehr schönes, produktives Shooting.

Ich mochte auch ihren Vorschlag, eine weiße Bluse mit einem roten Pullunder zu kombinieren, weil das Rot schon aus dem Foto leuchtet und optisch eine schöne Verbindung zwischen Business und Freizeit herstellt. Eine sehr elegante Balance. Das Geldschein-Foto oben erinnert übrigens daran, dass es immer wieder Anlässe gibt, auch zeitlos scheinende Motive neu aufzusetzen, weil sich doch Details ändern können. In diesem Fall wäre das der neue Fünf-Euro-Schein, den ich natürlich gleich in meine Requisiten-Sammlung aufgenommen habe.

Interessant war auch, dass Friederike etwas eher Unscheinbares konnte, was nur wenigen Models gelingt: Sie kann auf Zuruf viele verschiedene, authentisch wirkende Handhaltungen aufs Bild zaubern. Hier ist eine davon.

Hier eine – wenn auch ähnliche – andere Handhaltung.

Das Bild war wieder einem der Zufälle geschuldet, die ich mittlerweile aufmerksam einzufangen versuche, auch wenn sie logischerweise nicht vorhersehbar sind. Ich hatte Friederike gefragt, ob sie etwas trinken wolle und sie bat um einen Tee. Kein Problem, habe ich ihr kurz einen Tee gemacht und ins Regal nach einer Tasse gegriffen. Als ich ihr die Tasse an den Shooting-Schreibtisch brachte und sie trank, fiel mir auf, dass das knallige Gelb super zum roten Pullunder passte und – schwupp – habe ich paar Fotos von der Geschäftsfrau beim Kaffeetrinken gemacht.

Abgerundet haben wir das Shooting durch einige lockere Portrait-Aufnahmen und einige Bauarbeiter-Fotos, bei denen sie ebenfalls sehr überzeugend wirkt.

Beim Fotoshooting neue Dinge ausprobieren und aus Fehlern lernen

Okay, langsam habt ihr von diesem Model sicher genug gesehen. Er befindet sich auf dem Cover meines Buchs, wirbt für das Stockfotografie-Forum und wird auch gerne in Zeitungen und Werbeanzeigen abgedruckt.

Hheute gibt es aber noch mal die Geschichte hinter dem Shooting. Das Model Daniel habe ich über die Model-Kartei.de kennengelernt und weil er nicht der einzige ist, mit dem ich über diese Plattform gewinnbringend zusammenarbeiten konnte, verstehe ich nicht, wieso sich regelmäßig Models und Fotografen über die Unzuverlässigkeit und Unprofessionalität der dortigen Mitglieder aufregen. Für mich gibt es kaum eine gute Alternative.

Zum Einsatz kam Daniel das erste Mal einige Monate vorher bei diesem Universität-Shooting von mir. Sein Aussehen und Lächeln hat mich überzeugt, weshalb ich ihn ein zweites Mal gebucht habe, als der Verlag ein neues Cover für die dritte Auflage meines Stockfotografie-Buchs haben wollte. Nach zwei Frauen auf dem Titel war mal ein Mann dran. Und weil ich Shootingzeit effektiv nutzen möchte, haben wir neben den Entwürfen für das Cover auch einige andere Fotos umgesetzt.

Wie es oft so ist, sind die Bestseller des Shootings ganz andere Motive, unter anderem diese eher klassische Motiv eines Geschäftsmanns.

Das Shooting war übrigens auch eine andere Premiere. Erinnert ihr euch an den Gastartikel von Jörg Hempelmann, wie man eine Küche für 99 Euro als Requisite nutzen kann? Das motivierte mich dazu, endlich selbst zu einem Einrichtungshaus zu fahren und ebenfalls einen Tisch, einige Schränke und Deko-Artikel als Hintergrund zu kaufen. Witzigerweise kam ich trotz einiger anderer Artikel auch auf ca. 100 Euro Einkaufskosten. Was ihr oben in den Bildern hinten seht, sind die Regale und Aktenordner etc., die ich nicht nur für das Shooting eingekauft habe. Aber allein das Business-Bild hat die Kosten für den Einkauf um ein Mehrfaches wieder eingespielt.

Einen Fehler habe ich jedoch auch gemacht. Obwohl schnell nach dem Shooting klar war, welches Bild das Titelbild meines Buches werden würde, habe ich in meiner Routine auch das Titelbild zum Verkauf bei Bildagenturen angeboten. Das führte dazu, dass kürzlich ein windiger Geschäftsmann das gleiche Bild für ein Ebook mit fast dem gleichen Titel verwendet hatte. Das Ebook hat aber einen höheren Preis, deutlich weniger Seiten und – ich lehne mich da sicher nicht zu weit aus dem Fenster – ist auch inhaltlich weniger gehaltvoll. Trotzdem könnte es zu Verwechslungen führen, die meinem Ruf sicher nicht nützlich sind. Deshalb: Wenn ich beim nächsten Buch schon ein extra Shooting für das Cover mache, wird das Siegerbild auch exklusiv dafür verwendet werden.

So liebe ich meine Shootings: Einige neue Dinge ausprobiert, lukrative Motive festgehalten und aus Fehlern lernen können.

Was war euer größter Fehler in der Stockfotografie?
Kommentiert, damit wir gegenseitig davon lernen können.

Immer noch betrügerische Scam-Mails an Models im Umlauf

Ich hatte schon vor vier Jahren an dieser und dieser Stelle vor Scam-Mails gewarnt, welche Models und Fotografen betrügen wollen.

Da gerade wieder die nächste Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ anläuft und Models immer noch berichten, dass sie sehr fragwürdige Jobangebote bekommen, die einfach zu gut klingen, um wahr zu sein, möchte ich wieder kurz ein Beispiel vorstellen, was ich hier im Forum der Model-Kartei gefunden habe.

Die Masche des Tricks funktioniert im Prinzip immer gleich, nur die Details ändern sich. Der Ablauf sieht meist so aus:

  1. Ein angeblicher Fotograf, fast immer aus dem Ausland, fragt ein Hobby-Model, welches sich bei der Model-Kartei, Stylished, Facebook oder einer anderen Plattform angemeldet hat, kurz per Privatnachricht o.ä., ob es Interesse an einem Shooting habe.
  2. Wenn das Model Interesse bekundet und nach Details fragt, kommt eine sehr ausführliche Mail, in denen viele tolle Sachen und ein hohes Honorar versprochen werden. Diese lautet z.B.

„Hello [Name des Models],
Thank for your interest and Nice reading from you,here is more information about the assignment is a £1600 pay Fashion job (Assignment) for you, My client wants to update her Catalog with her new year release Fashion outfits and to host one of the 2013 model event with her new fashion from Italy this assignment is to encourage the upcoming models in the industry she is affiliated with the Academy Art, you don’t have to be worried about your experience or present look because we have specialist stylist and make artist who will bring the real beauty out of you, I’m a professional photographer/Manager with 7years experienced :). Find all details for the job below..

Job Location
The shooting will hold at a rented photographers studio in your location, so you don’t have to worry about traveling ,the name and address of the studio will be forwarded to you before the date of the shooting, all make up will be taken care of in the studio. You can come along with any body of your choice on the day of the shooting, your mum, dad, friend, body-guard anybody you wish to come with just for you to feel more comfortable.

Job details
You have 12 different Fashion outfits to cover,which would be provided by our client on the day of the shooting.

Types of cloths
Jeans and Jackets

Name of client
[Name einer seriösen US-Designerin inklusive deren Webseite]

Company Name/Designer
[Name einer seriösen Designerin inklusive deren Webseite]

Job percentage
The total pay for the jobs is £1600 as your part payment before the shoot to assure you that the job is yours and for you to get the necessary thing you needed for the shoot . Shooting Date the date for the shooting is not fix,i will have to make arrangement for that ahead from now,I will email you the exact date for the shooting a week before as soon as the arrangement is completed with our client.

Requirements
Very Attractive, Classy, In Great Shape, Extremely Outgoing & Personable, out spoken, Must be Reliable.

Payment Policy
As part of my working policy and ethics,i receive part payment from any client before I proceed with any job and balance immediately after the shooting,this is to identify a serious client and ascertain the job,I hope you comprehend this fact.

I will keep you updated as to when our client wants to make upfront payments

Expectation
you need to have good and attractive poses .(start practicing) Basically this is all required of you,for your make up my client will be taken care of it,you don’t have to be bother for any make up,please get in touch with me if you will take the job and we can go from there,just let me know if you will take the job to commence with next arrangement.

Do send your recent picture to me .

My homepage
[erwähne ich mal nicht, sieht aber schick aus]

Please I’d like you to check your email on a regular bases, I might have updates for you..

Thank And God Bless You …“

3. Es ist jetzt egal, was das Model antwortet. WENN es antwortet, bekommt es auf jeden Fall die Zusage für den „Job“, welche ungefähr so aussieht:

„Hello [Name des Models],

I’m glad to inform you have read back from my client and she was pleased by working to work with you for the catalog shoot and assured me that part payment will be mailed to you, until you receive
and confirm payment we will not shoot, your total pay for the job is £1,600 and part payment will be mailed to you first and the balance after the shooting, i hope you understand ? Send me your payment
details as to which our client is to mail out your part payment to you in the form below

Your Full Name ( As it will be written on Cheque) :………………..
Full Address :……….
Home Phone #……………………
Cell Phone……………………..
Age :………….
Height:………..
Weight…………
Waist………….
Shoe Size………
Waist size……..
Clothing Size:
Burst size………
Outseam…………
Inseam:…………
Suit/Jacket:……..
Shirt/Nec………..
Shoe Size……….
Any Exscort (If Yes Who?)

All Your information will be well kept,Also she said after we confirm the part payment, we will all have a fixed date and location for the shooting that best fits. Make-up, hair etc would be taken cared of at
the Studio as we are presently deliberating with some studio agents over location, remember you can come along with anyone of your choice.You have 12 different fashion outfits to cover as i already
mentioned which would be provided by our client on the day of the shooting.most type of clothing will be Jeans and Jackets Regards your poses just be practice the one you know for now as time goes on before
the shooting date there will be someone to practice with you and teach you more pose and styles that will suit the shoot as i know you are professional too.,as you know this catalog will publish world wide this may be your open way opportunity. I hope all is well stated, make sure you get back with required payment details at once thank you.

Regards,
Peter“

Wie funktioniert der Betrug?

Ganz einfach: Der Täter schickt wirklich vorab einen Scheck, sogar mit einer höheren Summe als in der Email vereinbart. Kurz darauf kommt eine Nachricht, dass man versehentlich zuviel Geld geschickt habe und das Model die Differenz auf ein Konto (oder via Moneybookers oder Western Union o.ä.) überweisen solle. Das Model macht das brav, weil es ja den gutbezahlten Modeljob haben will. Kurz darauf teilt die Bank dem Model mit, dass der erste Schick nicht gedeckt sei und das Model deshalb kein Geld bekomme. Das überwiesene Geld ist aber weg!

Was sollte das Model stutzig machen?

Ein angeblich Fotograf will für ein Shooting in den USA ein deutsches Model buchen und in britischen Pfund? Das klingt schon mal komisch. Und seltsam, dass der angeblich englische Muttersprachler so viele Schreibfehler in seinen Nachrichten hat. Außerdem sind £1.600 ca. 1.850 Euro, das ist eine Tagesgage, welche selbst Topmodels neidisch werden ließe. Bei solchen Summen werden Models auch nicht mehr nur „nach Fotos“ gebucht, sondern es finden immer Castings statt. Generell kann der Betrüger in seiner Mail so viele, tolle, schöne Sachen (Flug, Unterkunft, Verpflegung umsonst, Modeltraining etc.) versprechen wie er will, weil es sowieso nur um den falschen Scheck geht und danach kein Shooting stattfinden wird.

Die im Text erwähnten realen Firmen und Designer habe ich übrigens kontaktiert und diese bestätigten mir, dass sie mit diesen Mails nichts zu tun haben.

Welche Varianten des Betrugs gibt es?

Da die Art des Auftrags vollkommen egal ist und das Ziel des Betrügers nur ist, dem Empfänger einen glaubhaften Grund zu geben, ihm einen ungedeckten Scheck zu schicken und um eine Rücküberweisung des zuviel gezahlten Geldes zu bitten, kann er viel erzählen. Fotografen werden mit fürstlichen bezahlten Bikini-Shootings auf einer Karibik-Insel gelockt, Visagisten wird eine Zusammenarbeit mit Top-Models versprochen, Tänzern wird erzählt, dass sie einen großen Auftritt in einem renommierten Haus bekämen und so weiter.

Wie soll mit solchen Mails umgegangen werden?

Löschen und vergessen. Ganz einfach.

Habt ihr auch schon solche Mails bekommen? Wie habt ihr reagiert?