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Podcast eines Fotoproduzenten Folge 04 – Interview mit Stockfotografin Julie Francoeur

In der vier­ten Folge mei­nes „Podcast eines Fotoproduzenten“ wird es inter­na­tio­nal. Ich habe die Stockfotografin Julie Francoeur von „AYA Images“ (As You Are Images) aus Montréal zu Gast, wel­che ihr Handwerk im süd­afri­ka­ni­schen Fotografie‐Bootcamp von Yuri Arcurs gelernt hat, den sie als eine der bes­ten des Jahrgangs abge­schlos­sen hat.

Making Of by „Everything Beta

Wir reden (dies­mal auf eng­lisch) über Reisen mit Models, ethi­sche Bildretusche und natür­lich ihre Art der Fotografie.

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Hier sind eini­ge Bilder, die einen Eindruck von Julies Arbeit ver­mit­teln:

SHOWNOTES:
Webseite von As You Are Images
Portfolio bei iStock
Portfolio bei People Images
Portfolio bei Adobe Stock

Euer Feedback

Ich freue mich auf euer Feedback, was Länge, Soundqualität usw. angeht. Falls ihr Vorschläge für wei­te­re Interviewpartner, Interviewfragen oder ähn­li­ches habt, könnt ihr mir die­se ger­ne per Mail schi­cken oder in die Kommentare schrei­ben.

Ich freue mich auch über eure Abonnements des Podcasts und Bewertungen.

 

Frankreich schreibt Kennzeichnung für Körper‐Retusche bei kommerziellen Fotos vor

Im Mai 2017 hat­te Frankreich das Dekret Nummer „2017–738“ erlas­sen, nach­dem dar­über ca. acht Jahre lang dis­ku­tiert wur­de. Das Dekret tritt ab dem 1. Oktober 2017 in Kraft. Es beruft sich auf die­sen Gesetzestext im „Code of Public Health“, dar­in steht (laut Google Translate und von mir sinn­ge­mäß gekürzt):

Artikel L2133‐2
Die Fotografien für die kom­mer­zi­el­le Verwendung von Models […], deren Körperaussehen durch Bildverarbeitungssoftware modi­fi­ziert wur­de, um die Silhouette zu ver­fei­nern oder zu ver­di­cken, müs­sen von den Worten beglei­tet wer­den: „Foto retu­schiert“.

Im Dekret 738 steht:

Art. R. 2133–4
Die Verpflichtung nach Artikel L. 2133–2 gilt für Fotografien für die kom­mer­zi­el­le Verwendung von Models, die in Werbebotschaften ein­ge­fügt wer­den, die durch Plakate ver­teilt wer­den oder online […], in Presseveröffentlichungen […], Werbe‐Korrespondenz für Einzelpersonen und Werbe‐Drucksachen.“

[…]

Art. R. 2133–6
Der Werbetreibende stellt die Einhaltung der Verpflichtungen die­ses Kodex sicher.
[…]

Weiterhin heißt es, dass der ergän­zen­de Text „zugäng­lich, gut les­bar und klar dif­fe­ren­ziert in der Werbebotschaft“ ange­bracht wer­den muss.

Übrigens gibt es seit kur­zem eben­falls ein Gesetz in Frankreich, wel­ches Models einen unge­sun­den BMI ver­bie­tet.

Was heißt das auf gut deutsch?

Das bedeu­tet im Klartext, dass Bilder mit Personen, wel­che in Frankreich für Werbezwecke ver­wen­det wer­den, egal ob auf Plakaten, Flyern oder im Internet, mit dem Zusatz „Foto retu­schiert“ ver­se­hen wer­den müs­sen.

Was bedeutet das für Stockfotografen?

Gestern gab es einen Rundbrief der welt­weit größ­ten Bildagentur Getty Images, dass sie auf­grund die­ses fran­zö­si­schen Gesetzes ihre Annahme‐Bedingungen geän­dert haben.

Ab dem 1. Oktober 2017 dür­fen kei­ne Bilder mehr bei Getty Images oder iStock ein­ge­reicht wer­den, auf denen Models so retu­schiert wur­den, dass sie dün­ner oder dicker wir­ken.

Ausdrücklich erlaubt laut Getty Images sind wei­ter­hin Veränderungen an den Personen wie
– ande­re Haarfarbe
– Nasenkorrektur
– Retusche der Haut und von „Schönheitsfehlern“ (Leberflecke, Pickel, Sommersprossen).

Sehr ver­mut­lich wird die­se Regel auch alle Partneragenturen tref­fen, wel­che Getty Images belie­fern, zum Beispiel Westend61, EyeEm, F1 Online oder Imagebroker.

Ebenfalls zu ver­mu­ten ist, dass ande­re Bildagenturen nach­zie­hen wer­den. Möglich wäre es jedoch, dass nicht alle Agenturen pau­schal die­se Art von Fotos ver­bie­ten, son­dern zum Beispiel eine Checkbox ein­füh­ren, bei der der Fotograf ange­ben kann, ob die Kontur eines Models ver­än­dert wur­de.

Für mich selbst ändert sich nichts, da ich bis­her noch nie die Silhouette eines Models ver­grö­ßert oder ver­klei­nert habe.

Wie sieht es bei euch aus?
Wer ist betrof­fen?

Stockfotografie‐Quick‐Tipp 2: Logos entfernen leicht gemacht

Für die einen ist es ein alter Hut, ande­re wer­den sich nach dem Lesen des Tipps even­tu­ell die Haare rau­fen und fra­gen, war­um sie jah­re­lang ihre Zeit ver­schwen­det haben.

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Zum Vergrößern kli­cken…

Wie lan­ge, glaubt ihr, habe ich zum Entfernen die­ses Logos auf dem Turnschuh in Adobe Photoshop gebraucht?

Wer mehr als zwei Sekunden schätzt, liegt schwer dane­ben.

Einfach mit das Logo mit dem Lasso‐Werkzeug (Tastaturkürzel „L“) selek­tie­ren, das geht noch schnel­ler mit einem guten Grafiktablett*.

Nun die rech­te Maustaste kli­cken (bzw. die ent­spre­chend kon­fi­gu­rier­te Taste am Tablett‐Stift) und „Fläche fül­len…“ wäh­len.flaeche-fuellenDort bei dem Feld „Inhalt:“ die Option „Inhaltsbasiert“ wäh­len.
„OK“ drü­cken. Fertig!

Beim wie­der­hol­ten Wählen des „Fläche füllen…“-Befehls ist die letz­te Option stan­dard­mä­ßig akti­viert, es geht also noch schnel­ler.

Alles in allem habe ich ca. zwei Sekunden dafür gebraucht, um das Logo kom­plett von dem Schuh zu ent­fer­nen. Bei die­sem kom­pli­zier­ten Muster hät­te es mit den ande­ren übli­chen Retusche‐Werkzeugen wie „stem­peln“, „pin­seln“ oder „radie­ren“ deut­lich län­ger gedau­ert. Die Funktion „Inhaltsbasiert Füllen“ ist seit Photoshop CS6 dabei.

Wer noch etwas tie­fer in die Möglichkeiten des „Inhaltsbasierten Modifizierens“ tau­chen will, fin­det hier eini­ge offi­zi­el­le Tutorials von Adobe dazu.

Viel Spaß mit die­sem „Stockfotografie‐Quick‐Tipp“.

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Stockfotografie‐News 2012‐08‐03

Nach einem ruhi­gen Juli mit Urlaub und sogar ein paar war­men Sonnentagen kom­men heu­te wie­der eini­ge Nachrichten aus der bun­ten Welt der Bilder.

  • Lee Torrens ver­öf­fent­lich­te in sei­nem Blog einen inter­es­san­ten „Microstock Royalty Calculator“, der die tat­säch­li­chen Fotografenkommissionen berech­net. Einige lie­gen unter den ver­spro­chen Prozenten, ande­re dar­über, die bewor­be­nen Werte sind also meist nur eine Art Mischkalkulation.
  • Die Bildagentur Clipdealer führt jetzt auch Abo‐Modelle ein. Löblich ist hin­ge­gen, dass die­se Funktion stan­dard­mä­ßig deak­ti­viert ist und erst auf Wunsch des Fotografen akti­viert wird.
  • Der Kampf mit­tels Abos wird auch an ande­ren Stellen aus­ge­foch­ten: Dreamstime erlaubt deut­lich mehr Downloads für das glei­che Geld wie vor­her, was logi­scher­wei­se dazu führt, dass die Fotografen weni­ger Geld pro Download bekom­men. In der Praxis betrifft das die Bilder der Rankingstufen 3–5, die frü­her mit 0,70 bis 1,05 Dollar ver­gü­tet wur­den. Jetzt gibt es dafür nur noch 0,35 Dollar pro Abo‐Download.
  • Picworkflow hat jetzt nach dem Bildervertrieb und der Verschlagwortung einen wei­te­ren Service im Angebot auf dem Weg zum „One‐Stop‐Service“ für Stockfotografen: Die Bildbearbeitung. Ab 90 US‐Cent soll es stock­taug­li­che Retuschen geben mit Geld‐zurück‐Garantie. Bisher wer­den lei­der kei­ne RAW‐ oder TIFF‐Dateien unter­stützt, aber die Vorher‐Nachher‐Beispielbilder* sehen sehr über­zeu­gend aus. Für einen Aufpreis von eini­gen Cent sol­len sogar die bes­ten Bilder aus einer Serie raus­ge­sucht wer­den. Ich woll­te den Service jedoch gleich tes­ten und habe fest­ge­stellt, dass eine bei mir übli­che Retusche inklu­si­ve Hintergrundaufhellung, Zähne und Augen wei­ßen, Hautkorrektur und einer klei­nen Logoentfernung auch schnell über 8 Euro kos­tet.
  • Fotolia hat jetzt auch loka­li­sier­te Webseiten für Argentinien, Chile, Mexiko, Kolumbien und Australien und ver­stärkt damit die Präsenz in Lateinamerika und Australien. Insgesamt deckt Fotolia jetzt 20 Länder mit 12 Sprachen ab.
  • Die Seite istockcharts.de geht ja lei­der seit eini­gen Monaten nicht mehr. Nun gibt es hier bei Microstocktime.com einen voll­wer­ti­gen Ersatz, nicht ganz so schön aber mit mehr Infos als zuletzt bei istock­charts, vor allem, weil jetzt wie­der alle Fotografen erkenn­bar sind.
  • Die Video‐Agentur Pond5 ver­kauft seit einer Weile auch Fotos. Bisher kamen die Bilder von 123rf, wenn die Fotografen dort ihre Fotos für Partnerprogramme frei­ge­ge­ben hat­ten. Jetzt sind auch direk­te Uploads zu Pond5 erlaubt.
  • iStockphoto akzep­tiert jetzt end­lich auch digi­ta­le Modelverträge, wel­che mit der „Easy Release“-App erstellt wur­den. Außerdem will iStockphoto mehr Bilder in die „1‐Dollar‐Ramschkiste“ packen und die­se stär­ker bewer­ben.
  • Außerdem hat Pond5 ein Plugin für Adobe Première Pro CS6 (und höher) vor­ge­stellt, mit dem Videos direkt aus dem Schnittprogramm gesucht und ein­ge­bun­den wer­den kön­nen, ohne das Programm zu ver­las­sen.
  • Was Getty mit Flickr gemacht hat, hat nun auch die Bildagentur Westend61 mit der Fotocommunity gemacht. Eine hand­ver­le­se­ne Kollektion mit bis­her ca. 130 Bildern von Fotografen aus der Fotocommunity, die über das Vertriebsnetzwerk von Westend61 zum Verkauf ange­bo­ten wer­den.
  • Nachdem Shutterstock sei­ne iphone‐App für Fotografen vor­ge­stellt hat­te, gibt es jetzt mit PHOTOanalytics auch eine kos­ten­lo­se iPad‐App für Fotolia-Fotografen. Interessant ist vor allem die Anzeige, wie viel Prozent der Bildbetrachter ein Foto auch gekauft haben und es gibt einen net­ten Präsentationsmodus.
  • Die Bildagentur Snapixel wird zum 31. August 2012 ihren Dienst ein­stel­len, damit sie vor­her erfolg­los ver­sucht hat­ten, die Agentur via Online‐Auktion zu ver­kau­fen.
  • Von der Bildagentur Alamy gibt es jetzt ein lesens­wer­tes White Paper über die aktu­el­le Lage und die Zukunft von ver­schie­de­nen Lizenzmodellen in der Bilderbranche.

Habe ich was ver­passt? Dann rein in die Kommentare damit.

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Indische Retusche‐Firmen für Stockfotos im Praxistest

In mei­nem Artikel über mei­ne Microstock Expo‐Erfahrungen habt ihr mich in den Kommentaren mehr­fach um mehr Informationen über die indi­schen Firmen gebe­ten, wel­che Photoshop‐Retusche‐Arbeiten oder Verschlagwortung‐Dienste anbie­ten. Deshalb habe ich mal die vier bekann­tes­ten indi­schen Firmen auf die­sem Gebiet ange­schrie­ben und einen Praxistest gemacht, um her­aus­zu­fin­den, wie deren Ergebnisse aus­se­hen. Doch einen Schritt zurück.

Nach wel­chen Kriterien habe ich die Firmen aus­ge­wählt?

Die Bildagentur Alamy hat schon lan­ge eine Liste mit emp­feh­lens­wer­ten Firmen ver­öf­fent­licht, wel­che Scandienste oder Keywording anbie­ten. Die dort gelis­te­ten Firmen aus Indien, wel­che auch Fotos retu­schie­ren, wur­den aus­ge­wählt, das sind JaincoTech, Reality Information Systems (im Folgenden nur Reality genannt) und KeyIndia Graphics. Außerdem habe ich Differential aus­ge­wählt, da ich mit denen schon mal zusam­men­ge­ar­bei­tet hat­te.

Wie lief der Test ab?

Die vier teil­neh­men­den Firmen beka­men jeweils drei Fotos von mir, wel­che ich schon vom RAW‐Format in unkom­pri­mier­te JPG‐Dateien ent­wi­ckelt hat­te. Zusätzlich beka­men die Firmen alle die glei­chen Anweisungen zur Bildbearbeitung in einer Textdatei. Die aus­ge­wähl­ten Fotos sind Bilder, wel­che ich selbst als Stockfotos bei Bildagenturen anbie­te und die ich alle eben­falls bear­bei­tet hat­te. Die Firmen beka­men natür­lich die unbe­ar­bei­te­te Version, aber durch mei­ne eige­ne Bearbeitung konn­te ich für mich gut ver­glei­chen, ob die exter­nen Dienstleister gleich gut oder viel­leicht sogar bes­ser als ich retu­schie­ren.

Ich habe lan­ge über­legt, wie ich die Testbilder und die Ergebnisse am bes­ten im Blog zei­ge, da die Originalgrößen bei 21 Megapixel die Ladezeiten der Webseite ins Unerträgliche stei­gern wür­den. Ich habe mich ent­schie­den, hier klei­ne Vorschau‐Größen zu zei­gen. Beim Klick auf ein Bild erscheint eine grö­ße­re Version in Bildschirmgröße. Die Wasserzeichen habe ich nach­träg­lich ein­ge­fügt, die waren beim Test nicht im Bild.

Service: Ich habe von jedem Bild alle Versionen als ein­zel­ne Ebene in eine TIFF‐Datei gepackt. Wer will, kann sich dann detail­liert die Unterschiede der jewei­li­gen Varianten genau anschau­en. Die drei TIFF‐Dateien könnt ihr hier als Zip‐Datei run­ter­la­den (Achtung, ca. 25 MB!). Damit ihr die Ebenen sehen und ein­zeln aus­wäh­len könnt, muss das Grafikprogramm Ebenen unter­stüt­zen, also z.B. Photoshop oder GIMP. Es ver­steht sich von selbst, aber sicher­heits­hal­ber noch mal der Hinweis: Die Bilder dür­fen nur pri­vat genutzt wer­den und nicht ohne mei­ne Zustimmung ver­öf­fent­licht wer­den.

Hier sind die drei Ausgangsbilder (Klicken zum Vergrößern):

Meine Retusche‐Vorgaben für die Bilder waren:

_MG_1586_2_be_done.jpg
– iso­la­ting per­son (back­ground com­ple­te­ly white)
– basic retou­ch­ing (skin and imper­fec­tions)
– whiten eyes
– whiten teeth
– ligh­ten rims under eyes (not com­ple­te­ly remo­ving)
– logo remo­val
– remo­ve yel­low color cast on hair
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– basic retou­ch­ing (skin and imper­fec­tions)
– whiten eyes
– whiten teeth
– ligh­ten rims under eyes (not com­ple­te­ly remo­ving)
– logo remo­val
_MG_5054_2_be_done.jpg
– basic retou­ch­ing (skin and imper­fec­tions)
– whiten eyes
– whiten teeth
– ligh­ten rims under eyes (not com­ple­te­ly remo­ving)
– remo­ve dust and par­ti­cles from jackets

 Was haben die vier teil­neh­men­den Firmen dar­aus gemacht?

Erst mal mei­ne Retusche‐Version, wie ich sie auch zu den Bildagenturen hoch­ge­la­den hat­te (Klicken zum Vergrößern):

Nun die Ergebebnisse von Reality (Klicken zum Vergrößern):

Die bear­bei­te­ten Bilder von KeyIndia Graphics sehen so aus (Klicken zum Vergrößern):

Differential hat die Fotos so retu­schiert (Klicken zum Vergrößern):

Als Ergebnis lie­fer­te JaincoTech die­se Varianten (Klicken zum Vergrößern):

Details und Preise der Firmen‐Retusche:

JaincoTech und KeyIndia Graphics lie­fer­ten TIFF-Dateien ohne Ebenen zurück, Reality schick­te eine unkom­pri­mier­te JPG-Datei und Differential schick­te eine Photoshop‐Datei ohne Ebenen. KeyIndia Graphics lie­fer­te zu jedem Bild auch eine zwei­te Variante, bei der die Schattentöne leicht auf­ge­hellt waren. Differential lie­fer­te zusätz­lich auch eine zwei­te Version bei einem Bild mit einer sehr star­ken Beauty‐Hautretusche, die für Stockfotos jedoch zu künst­lich wirk­te.

Wie teu­er wäre die Bearbeitung ähn­li­cher Bilder bei den Firmen? Differential ver­langt ca. 3,50 US‐Dollar für ähn­li­che Motive, Reality berech­net ca. 8 Dollar pro Stunde und hat ca. 30–45 Minuten an einem der Testbilder geses­sen. Bei nor­ma­len Jobs wür­den für sol­che Retusche‐Arbeiten ca. 4 Dollar pro Bild anfal­len. KeyIndia Graphics berech­net für die Retusche 3,75 Dollar (bzw. ein Dollar weni­ger bei Vorkasse), dazu kom­men 7,5% Bearbeitungsgebühr bei PayPal‐Zahlung, bei mehr als 2500 Bildern Auftragsvolumen gibt es Rabatt. Als Durchschnittspreis für die Bearbeitung ähn­li­cher Bilder hat JaincoTech 10 Dollar pro Bild ver­an­schlagt, was vor allem an dem auf­wän­di­gen Apothekenbild lag.

Ein Hinweis am Rande: In die­ser Branche kommt es manch­mal vor, dass die Bildbearbeitung an ein Subunternehmen wei­ter­ge­reicht wird. Ob das bei den teil­neh­men­den Firmen der Fall war, kann ich nicht kon­trol­lie­ren, aber ich fin­de, es spielt auch kei­ne Rolle, da es dar­auf ankommt, wie die Ergebnisse zu wel­chem Preis aus­se­hen.

Subjektive Bewertung der Ergebnisse:

Eine Bildbearbeitung ist immer Geschmackssache. Trotzdem haben Bildagenturen und Bildkäufer bestimm­te Vorlieben, wie ein gutes Stockfoto aus­se­hen soll­te. Das betrifft zum Beispiel das Aufhellen von Zähnen, die Hautretusche, die Eleminierung stö­ren­der Elemente und – ganz wich­tig – die voll­stän­di­ge und gute Entfernung von Logos und Markennamen aus dem Bild. Deshalb habe ich auch das Apothekenbild aus­ge­sucht, was sehr vie­le Logos und geschüt­ze Marken ent­hält und das Bild der Maklerin vor wei­ßem Hintergrund, um beur­tei­len zu kön­nen, wie gut die Firmen frei­stel­len kön­nen.

In der klei­nen Vorschauansicht sind die Unterschiede schwer zu erken­nen, des­we­gen ver­wei­se ich noch mal auf die gezipp­ten TIFF‐Ebenen als Download zum „sel­ber Vergleichen“ und möch­te auf eini­ge Punkte ein­ge­hen.

Das ein­fachs­te Bild war das Paarfoto im Herbst. Dort haben sich alle Firmen wacker geschla­gen. Die meis­ten Firmen bis auf Differential haben sogar die hel­len Flecken an den Bäumen im Hintergrund ent­fernt, ohne dass ich sie extra dar­auf hin­wei­sen muss­te. Dafür hat Differential als ein­zi­ge Firma das Muster auf dem Jackenknopf ent­fernt. Beim Zähne auf­hel­len war Reality etwas zu über­mü­tig, da sehen die zu künst­lich aus. JaincoTech war die ein­zi­ge Firma, die auch eine Farbkorrektur vor­ge­nom­men hat, die das Bild noch fri­scher und far­ben­fro­her aus­se­hen lässt.

Beim Foto der Frau mit Haus und Schlüssel wei­chen die Ergebnisse schon wei­ter von­ein­an­der ab. Das Freistellen haben alle Firmen gemeis­tert, aber bei Reality und Differential sind har­te Kanten an den unschar­fen Händen zu erken­nen. Das sieht etwas unna­tür­lich aus. Auch der Umgang mit den fei­nen Haaren zeigt deut­li­che Differenzen. Während JaincoTech gleich vie­le stö­ren­de Haarfransen (vor allem links am Kinn) ent­fernt hat, igno­rier­ten das die ande­ren Firmen, Differential lich­te­te die Haare rechts unten sogar etwas. Die Hautretusche sieht bei Reality wie­der etwas zu über­mü­tig aus. Die gewünsch­te Korrektur des Gelbstichs beka­men alle Firmen bis auf Differential gut hin.Das Logo links auf dem Schlüssel wur­de von drei Firmen ent­fernt, nur Differential hat es über­se­hen. JaincoTech hat außer­dem zusätz­lich die Einkerbungen links im Schlüssel ent­fernt, den abste­hen­den Daumen rechts und den umge­schla­ge­nen Hemdärmel rechts kor­ri­giert. Das zeugt von einem guten Verständnis, was Bildagenturen wol­len.

Kommen wir zur Königsklasse: Die Apothekerinnen in der Apotheke. Neben dem star­ken Orangeton bestand die Schwierigkeit vor allem in den unzäh­li­gen Verpackungen im Hintergrund, die Logos und Text auf­wie­sen. Das Orange wur­de von KeyIndia Graphics und Reality gefühlt fast noch ver­stärkt, wäh­rend JaincoTech es behut­sam abmil­der­te. An den Logos haben sich die meis­ten Firmen die Zähne aus­ge­bis­sen und ich muss zuge­ben, dass ich auch lan­ge dafür gebraucht habe, um alle Logos halb­wegs zu ent­fer­nen und selbst jetzt bin ich mit mei­nem Ergebnis noch nicht rich­tig zufrie­den. Differential hat es sich ein­fach gemacht und den kom­plet­ten Hintergrund weich­ge­zeich­net. Das führt lei­der zu einem unschö­nen Übergang an den Haaren der Models, vor allem bei den Locken der Frau links. Reality ging nach dem Zufallsprinzip vor und retu­schier­te anschei­nend nur die Häfte der Logos. KeyIndia Graphics igno­rier­te mei­nen Wunsch nach Logo‐Entfernung kom­plett. Auf Nachfrage hieß es, dass das bei einem kos­ten­lo­sen Test zu auf­wän­dig sei. Was mich ehr­lich beein­druckt hat, war die Variante von JaincoTech. Hier wur­den wirk­lich alle Logos und Markennamen ent­fernt und trotz­dem der Farbcharakter der ein­zel­nen Packungen bei­be­hal­ten. Dadurch sieht der Hintergrund zwar auch etwas unrea­lis­tisch aus, aber ich bin sicher, dass ich bei einer genaue­ren Anweisung („ver­schwim­men las­sen statt ent­fer­nen“) eben­so gute Ergebnisse bekom­men hät­te. Ich den­ke, die Logo‐Entfernung kann hier als „Machbarkeitsstudie“ gese­hen wer­den.

Fazit:

Mir per­sön­lich haben die Resultate von JaincoTech mit Abstand am bes­ten gefal­len. Reality und Differential haben sich lei­der eini­ge gro­be Schnitzer erlaubt, die eine Korrektur der Bilder erfor­der­lich machen wür­den, bevor sie an Bildagenturen geschickt wer­den. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass die ver­an­schlag­ten Preise bei JaincoTech auch mehr als dop­pelt so hoch waren wie bei den ande­ren Firmen. Bei den Preisen wur­de die Lieferzeit nicht berück­sich­tigt, das heißt, je schnel­ler ein Kunde die Ergebnisse braucht, des­to teu­rer wird es.

Nicht berück­sich­tigt bei dem Preisen sind auch Mengenrabatte und die Tatsache, dass es bei ähn­li­chen Bildern einer Serie meist güns­ti­ger wird. Außerdem ler­nen die meis­ten Retusche‐Firmen die Kundenwünsche im Laufe einer Zusammenarbeit immer bes­ser ken­nen, sodaß nach eini­ger Zeit kaum noch kon­kre­te Anweisungen des Fotografen an die Bildbearbeiter gege­ben wer­den müs­sen. Nachdem ich die Testergebnisse gese­hen habe, habe ich mich ent­schlos­sen, zwei gan­ze Bildserien von JaincoTech gegen Bezahlung retu­schie­ren zu las­sen. Da hat sich auch gezeigt, dass die FTP‐Transferrate ein klei­nes Nadelöhr sein kann. Ich hat­te ca. 4 GB Daten zu ver­schi­cken, was mit mei­ner 50‐Mbit‐Leitung fast einen Tag gedau­ert hat­te.

Im nächs­ten Teil des Tests wer­de ich dann die Verschlagwortung ver­glei­chen.

Wie sind Eure Eindrücke der Retusche? Habt ihr schon mal Bildbearbeitung aus­ge­la­gert? Wie teu­er war das und wie zufrie­den wart ihr mit den Ergebnissen?