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Stockfotografie-Quick-Tipp 1: Geldscheine stehen lassen

Ein erfolgreiches neues Jahr wünsche ich euch allen!

Das neue Jahr möchte ich mit einer neuen Rubrik beginnen, welche hauptsächlich aus kurzen „Making-Ofs“ oder schnellen Tipps besteht, die für mich im Alltag ganz praktisch sind und euch vielleicht auch helfen, aber die nicht immer einen langen Blog-Artikel füllen würden: Den „Stockfotografie-Quick-Tipps„.

Beginnen wir mit einem der beliebtesten Stockfoto-Themen, dem Geld. Wie schaffe ich es eigentlich, dass die Geldscheine so schön aufrecht stehen wie auf diesem Foto?

Frau als Makler mit Haus und Dollar
Nun, zuerst werden die Geldscheine natürlich „gewaschen“, in unserem Fall eingesprüht und glatt gebügelt:

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Damit die Geldscheine im Fächer auch aufrecht stehen, halten wir einfach einen Stift dahinter. Der Euroschein auf dem Making-Of-Foto hingegen ist eher eine symbolische Stütze… 🙂

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Viel Spaß beim Nachmachen!

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 33

Schnapszahl! Nie hätte ich gedacht, dass wir auf so viele Folgen kommen würden, als ich vor sechs Jahren die erste „Pimp My Stock!“-Folge geschrieben habe.

Dieses Mal ist Michaela an der Reihe und sie hat sogar – vielleicht zur Feier des Tages – einige sehr schöne Fotos mitgebracht. Sie schreibt:

„Hallo Robert,

mein Name ist Michaela Brandl. Ich fotografiere seit 8 Jahren und seid geraumer Zeit stelle ich meine Bilder bei diversen Microstockagenturen ein (iStock, Fotolia, Shutterstock, usw.). Ich verwende eine Canon EOS 60D. Ich würde gerne einmal eine Fachmeinung zu meinen Bildern hören und würde mich freuen, wenn du sie in deine Pimp my Stock Serie aufnehmen würdest.

Vielen Dank schonmal vorab und mit freundlichen Grüßen,
Michaela Brandl“

Fangen wir mit dem ersten Bild an:

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Einige Tulpen mit gezacktem Rand: Generell sind Blümchenbilder ein schwieriges Stockmotiv, weil das Angebot die Nachfrage deutlich überwiegt, aber durch den Kniff mit der kleinen Tafel im Bild erleichtert das Foto den Designern das Einfügen von Text und somit räume ich dem Foto trotzdem einige Verkaufschancen ein.

Die Tafel hätte im Bild sogar noch größer sein können und andere Fotografen haben auch finanziellen Erfolg damit, den Designern auf den Tafeln gleich Textvorschläge mitzuliefern wie „Am 11. Mai ist Muttertag“, „Frohe Ostern“ oder „Alles Liebe!“. Damit vergrößert man das Portfolio und erreicht auch Kunden, welche den Text nicht selbst einfügen können oder aus Zeitgründen nicht wollen.

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Die leuchtende Straßenlaterne ist ein schwierigeres Motiv. Der Bildaufbau passt und links ist genug Textfreiraum. Irgendwie werde ich aber den Eindruck nicht los, dass das Foto leicht nach rechts kippt. Der Hintergrund ist mir auch schon etwas zu dunkel und durch den starken Kontrast zwischen der strahlenden Lampe und dem dunklen Hintergrund kann es leicht zu Bildfehlern kommen, welche die Bildredakteure gerne als Vorwand nehmen, um so ein Foto abzulehnen.

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Dieser Waldbeeren-Joghurt ergibt ein sehr schönes Stockfoto. In meinen Augen ist er fast perfekt: Spannender Bildaufbau, dezentes Licht und moderne Food-Bildsprache. Spontan sehe ich nur zwei kleine Details, die verbessert werden könnten. Die Gabel links unten in der Ecke ist als solche nicht zu erkennen und lenkt dadurch etwas ab und das Metall ist sowieso überstrahlt. Auch bei der Auswahl des Minzblattes hätte Manuela etwas mehr Vorsicht walten lassen können, weil sich das linke Blatt unschön rollt.

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Der Flammkuchen mit Lachs hat ebenfalls gute Verkaufschancen. Auch hier sind Licht, Bildkomposition und Dekoration so, wie es in den aktuellen Food-Zeitschriften der Trend ist. Links stört mich wieder das überstrahlte Licht im Wasserglas, da hätte das Licht bzw. der Aufbau vielleicht etwas verrückt werden können.

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Die beiden Weingläser auf der Küchenzeile fallen wieder etwas ab. Das Bild ist – bis auf einen leichten Rotstich – technisch okay, was vor allem bei dem spiegelnden Glas nicht so einfach ist. Aber es fehlt die eindeutige Bildaussage, weil es weder für Catering, den gemütlichen Abend zu zweit, Alkoholismus oder den Abwasch richtig passt.

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Für den Erdbeer-Himbeer-Joghurt gilt das gleiche wie oben: Sehr zeitgenössisch fotografiert und damit sehr verkäuflich.

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Bei der Forelle mit Zitrone und Zwiebeln bin ich nicht ganz so enthusiastisch. Vom Bildaufbau gefällt es mir und sieht nach einem ansprechenden Food-Foto aus, aber irgendwie will mir das Licht nicht zusagen. Es ist weder dieses helle, sonnendurchflutete Bild, noch das dunkle, rustikale Licht, was bei diesen klassischen Gerichten gut passen würde.

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Die beiden Freundinnen im Café überzeugen mich nicht, aber da bin ich auch besonders kritisch durch meine eigenen Erfahrungen in der People-Fotografie. Zuerst fällt auch, dass das Lächeln der beiden Frauen gekünstelt wirkt, wie dieses „Schaut mal her, ich will ein Foto machen“. Hier ist es Aufgabe der Fotografin, Witze zu erzählen, sich selbst zum Affen zu machen oder einfach eine so heitere Stimmung zu erzeugen, dass das Lachen echt wirkt.

Bei der Kleidung lenken die Schals zu sehr vom Gesicht ab und die Verteilung passt nicht: Die blonde Person hätte das dunklere Oberteil und andersrum anhaben sollen, damit es nicht so ein starkes Hell-Dunkel-Gefälle im Bild gibt. Bei der blonden Frau lenkt auch der Schmuck im Haar, Ohr und am Hals ab. Die Haare sind ebenfalls nicht optimal: Bei der Brünetten fallen sie ungünstig auf die Schulter, bei der Blondine sind unschöne dunkle Ansätze am Ende zu erkennen. Hier ein Beispiel* von einer meiner Fotoshootings.

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Bei diesem Glamour-Foto einer Brünetten wirkt das Lachen auf jeden Fall besser. Aber weil es eben Glamour sein soll, stimmt dann doch einiges nicht: Der Hintergrund wirkt zu platt und unprätentiös, ist aber auch nicht hell genug für einen Freisteller mit den sichtbaren Schatten Für ein Lifestyle-Foto hingegen stört der gezackte Schmuck zu sehr und schwarz passt das nicht so gut, weil das zu viel Licht und Konturen schluckt. Also weder Fisch noch Fleisch.

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Das letzte Mädchen hat ebenfalls ein leicht gezwungenes Lächeln auf dem Gesicht. Hände und Haare gefallen mir ganz gut, aber ich hätte die Kamera 1-2 Zentimeter nach unten bewegt, um die Ellenbogen komplett aufs Bild zu bekommen. Auch fehlt mir etwas die Aussage. Im Hintergrund scheint ein Küche zu sein, aber weder das Thema „Essen“ noch „Essen zubereiten“, „Einkauf auspacken“ oder ähnliches werden angeschnitten.

An dieser Stelle kurz Werbung in eigener Sache: Viele Tipps zur Arbeit mit Models, damit die Fotos authentischer und überzeugender wirken, finden sich in meinem gleichnamigen Buch „Die Arbeit mit Models„*.

Vor allem die Food-Bilder gefallen mir schon ausgesprochen gut und kann mir diese auch gut in einer spezialisierten Macrostock-Agentur wie Stockfood vorstellen.

Was sagt ihr zu den Fotos?

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10 Tipps für ein gelungenes Shooting (Gastbeitrag)

Die Macrostock-Bildagentur Westend61 bietet ihren Fotografen unter anderem die Westend61-E-Learning Academy, wo de Fotografen hilfreiche Tipps für bessere Shootings und Briefings zu besonders gefragten Themen erhalten.

Aus dieser Reihe stellt heute – mit freundlicher Genehmigung von Westend61 – Michael, Art Director bei Westend61 zehn Tipps für ein gelungenes Shooting vor. Michael hat mich auch bei meinem Supermarkt-Shooting tatkräftig unterstützt, ich weiß also, dass er weiß, wovon er redet. Los geht’s:

10 Tipps für ein gelungenes Shooting

1. Das Briefing

“Make a difference”! Die kreative Idee eines Shootings und die Einzigartigkeit des Themas oder Details der Umsetzung machen den Großteil des Erfolges aus. Daher sollte vor jedem Shooting ein detailliertes Briefing erstellt werden, welches das Shooting beschreibt und die Ziele für den Tag festhält. Das Briefing (oder auch Shootingplan) kann entweder nur dem Fotografen und seinen Mitarbeitern am Set helfen sich zu fokussieren oder auch als Hilfestellung für die Models genutzt werden. Das Briefing sollte mindestens 5-10 “Must Have – Motive” beinhalten, also die Topmotive, die man auf jeden Fall beim Shooting realisieren möchte. Neben der Motivauflistung ist es auch ratsam, eine konzeptuelle Keywordliste einzubauen, mit der man am Set spontan improvisieren kann. Diese Keywords sind genau die Suchbegriffe, unter denen die Endkunden später die Bilder in den Suchmaschinen finden sollen.

2. Gutes Styling

Grundsätzlich raten wir bei professionellen People-Shootings immer dazu, auch einen Stylisten zu buchen. Oft genug ist es das Styling der Models, das den Erfolg der Bilder zu großen Teilen ausmacht. Unbedingt vor dem Shooting mit den Maßen der Models und den Größen der Garderobe auseinandersetzen. Zu große oder zu kleine, nicht perfekt passende Kleidung wirkt schnell billig und mindert den vielleicht sonst guten Eindruck eines Fotos. Lassen Sie die Models ruhig auch ihre Lieblingsoutfits zum Shooting mitbringen. Zudem ist eine mobile Bügelmöglichkeit ist am Set äußerst ratsam. Das Styling sollte je Shootingthema geschmackvoll, passend und zeitgemäß sein. Weniger ist oft mehr, daher sind “Basics” oft eine gute Wahl für die Ausstattung der Models. Diese ansprechend zu kombinieren und mit Accessoires zu garnieren will gekonnt sein! Grundsätzlich muss man sich gerade beim Styling vor Augen halten, dass Westend61 Stockbilder fast ein Jahrzehnt auf die weltweite Reise schickt und die Bilder auch noch in ein paar Jahren als Aushängeschild für Fotograf und Agentur dienen.

3. Haare und Make-Up

Ohne Make-Up (in welcher Form und Variante auch immer) funktioniert eigentlich kaum ein People-Shooting. Ausser, man möchte ein Model in der Situation “der morgendliche Blick in den Spiegel” fotografieren. Und auch das Styling der Haare darf nicht unterschätzt werden. Die Frage nach aktueller Haarlänge und -farbe der Models sollte also nie vergessen werden. Während der Aufnahmen muss immer wieder ein kritischer Blick auf Haare (auch Strähnen!) und Make-Up geworfen werden. Das nachträgliche Retuschieren von Haaren kann sehr zeitaufwendig sein. Das Make-Up erfüllt in den meisten Fällen unter anderem die Funktion, die Haut der Models matt und nicht zu glänzend erscheinen zu lassen, Vorsicht also vor zu starkem Make-Up, das nicht zur Situation und Stimmung passt.

4. Die Technik

Hierzu gäbe es viel zu schreiben, aber aufgrund der fast unüberschaubaren Fülle an professioneller Kamera-, Licht und Objektivtechnik würde dies den Rahmen an dieser Stelle sprengen. So banal es auch klingt: Bitte vor jedem Shooting die Technik von A bis Z prüfen, säubern, Akkus laden, Ersatzgeräte und -akkus bereithalten und wenn möglich verschiedenen Optiken zum Set mitbringen. Natürlich ist es oft praktisch mit Zoomobjektiven zu arbeiten, aber manchmal lassen ein paar Aufnahmen mit Festbrennweiten hunderte anderer Bilder im Schatten stehen. “Make a difference” gilt auch beim Einsatz der Technik!

5. Gutes Auge

Ein gutes fotografisches Auge ist unheimlich wichtig für das Bildergebnis. Der Bildaufbau sollte eine eigene Dynamik haben, einen “Drive”, den Blick des Betrachters führen. Auch ein passendes, unterstützendes Schärfe/Unschärfe-Verhältnis und möglicherweise Textfreiraum (Copyspace) sind wichtig für Stockbilder. Hier hilft es, immer wieder Magazine und Zeitschriften zu wälzen und sich ganzseitige und doppelseitige Bildnutzungen anzuschauen. Wie werden Bilder eingesetzt, wann wirkt das Verhältnis von Text und Bild ausgewogen? Was genau macht ein gutes Bild aus, das einem sofort ins Auge springt und einen begeistert?

6. Assistenz und Unterstützung

Ein (kräftiger?), fleissiger Assistent ist eine wesentliche Erleichterung und Unterstützung beim Shooting. Es gibt am Set ständig so viele Dinge zu beachten und zu prüfen (Licht, Schärfe, Details, Überblick über die Dateien selbst, etc.) dass sich ansonsten schnell Fehler einschleichen oder die Kreativität augrund dieser Arbeiten leidet. Verlässt man das Shooting, sollte schon an dieser Stelle ein Backup der fertigen Aufnahmen gemacht werden.

7. Stay cool!

Locker und cool zu bleiben ist für das Endergebnis äußerst wichtig. Man sieht Bildern einfach an, ob sie mit Spaß und Freude entstanden sind oder unter Zeitdruck und Stress. Sollte einmal nicht alles wie ursprünglich geplant ablaufen, ist Mut zum kreativen Improvisieren gefragt! Oft entstehen die schönsten und auch brauchbarsten Bilder zwischen den eigentlichen geplanten Motiven. Die moderne Bildsprache lebt von Echtheit, Authentizität und “unbeobachtetem” Fotografieren. So komisch es auch klingen mag: Anspruchsvolle Stockbilder dürfen nicht zu “stockig” aussehen. Natürlich gibt es Ausnahmen und gerade sehr konzeptionelle Shootings sind und bleiben Stock-Shootings.

8. Technische Prüfung und Überblick

Am besten direkt mit Funk- oder Kabelverbindung mit dem Laptop/Tablet verbinden. Nur so kann man alles genau beurteilen und bekommt ein Gefühl fürs Format, die Technik und Details. Ein Shooting nur auf dem Kameradisplay zu beurteilen ist sehr riskant und man verliert schnell den Überblick.

9. Die Models

Das A und O eines jeden People-Shootings. Wirklich. Es sind die Gesichter und Körper der Models, die Endkunden zur Lizenzierung eines Fotos bewegen.

10. Wetter

Gerade in unseren Breitengraden immer ein Risiko, daher am besten eine “Schlechtwetteroption” einplanen bzw. 1-2 Tage Puffer für das Shootingdatum ermöglichen. Nichts ist frustrierender, als im Regen zu stehen wenn man für ein Shooting Sonne pur gebraucht hätte. Hier gilt also: Wetterberichte beobachten, genau vorplanen und notfalls ein Shooting lieber verschieben als es unter ungünstigen Bedingungen “durchzuziehen”. Übrigens: Auch bei vielen Indoor-Shootings ist tolles Wetter draußen wichtig für das Endergebnis. Zusätzlich aber immer genug Licht dabei haben!

Fazit

Ein gutes Shooting erfordert sehr viel Vorbereitung, eine gute Portion Selbstvertrauen, eine gewisse technische Sicherheit, einen Spritzer Mut und gute Stimmung im Team den ganzen Tag lang. Et voilà!

Viel mehr Tipps gibt es für Westend61-Fotografen hier in der Westend61 Academy.

Das Alter der Models in der Stockfotografie

Jedes Mal, wenn ich beim Zahnarzt auf dem Stuhl sitze und mich die Zahnärztin lächelnd begrüßt, bin ich kurz irritiert. Wenn ich sie beschreiben müsste, würde ich sagen, dass sie eine attraktive, junge Frau mit langen, schwarzen Haaren ist, schätzungsweise Mitte 20, in einem engen weißen Top und mit einem Pferdeschwanz.

Erkennt ihr den Fehler?  Die Wahrscheinlichkeit, dass eine junge Frau Mitte 20 noch in der Lernphase für ihre Abschlussprüfung steckt, ist sehr hoch. Normalerweise fangen die jüngsten Zahnärzte mit ca. 25-27 Jahren ihre Arbeit an.

Es kann natürlich sein, dass meine Zahnärztin schon älter ist, aber immer noch jung aussieht, doch in der Stockfotografie geht es eben um den „Schein“ nicht das „Sein“. Niemand interessiert sich dafür, was meine Models außerhalb eines Fotoshootings machen (wenn sie nicht gerade Erotikstars sind), wenn sie die Rolle, die sie auf den Stockfotos verkörpern sollen, glaubwürdig darstellen können.

Diese Glaubwürdigkeit eines Models entsteht hauptsächlich durch drei Faktoren: Geschlecht, Alter und Requisiten. Die Requisiten sind ein eigenes Thema und wer Interesse daran hat, dem empfehle ich das Kapitel 10 in meinem „Stockfotografie“-Buch*. Auch beim Geschlecht gibt es meist nur zwei Möglichkeiten. Beim Alter gibt es deutlich mehr Variationen.

Es ist aber nicht schwer, das richtige Alter eines Models für ein bestimmtes Fotomotiv festzulegen, wenn ihr in Wahrscheinlichkeiten denkt. Wie häufig kommt die geplante Konstellation von Alter/Geschlecht vor und welche anderen Konstellationen sind wahrscheinlicher? In diesem Blogartikel hatte ich beschrieben, wie mich die Chefin eines Fitnesscenters darauf hinwies, was die typische Zielgruppe ihres Sportstudios sei. Daran habe ich mich bei der Modellauswahl gehalten.

Jemanden zu fragen, der Ahnung von der zu fotografierenden Branche hat, ist eine einfache und unfehlbare Methode, die richtige Altersspanne der Models herauszufinden.

Trotzdem sehe ich ständig Stockfotos, die unfreiwillig komisch wirken, weil das Model nicht passt.  Ein typisches Beispiel ist die junge, gertenschlanke Blondine im Blaumann und Schutzhelm, die Anfang 20 ist. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine attraktive junge Frau, die aussieht, als könne sie keine fünfzehn Kilo stemmen, einen Beruf ergreift, der es erfordert, einen Blaumann anzuziehen? Sehr gering. Viel realistischer ist ein unrasierter, muskulöser, braungebrannter Mann ab Ende 20.

Ebenfalls berüchtigt in den Microstock-Portfolios sind die halbnackten jungen Frauen mit großer Oberweite im Nikolauskostüm, die mehr Haut als Stoff zeigen. Das mag oft die Fantasien der älteren, männlichen Fotografen bedienen. Aber wenn ihr Kinder – immerhin die größte Zielgruppe für Fotos mit Weihnachtsmännern – bittet, ein Bild vom Nikolaus oder Weihnachtsmann zu malen, werden die Bilder kaum wie die der beschriebenen Weihnachtsbunnies aussehen. Und vergesst Klebebart und Kopfkissen: Nehmt gleich einen dickeren älteren Herren mit ergrautem Vollbart.

Ich gebe zu, dass ich in meiner Anfangszeit auch oft den Fehler gemacht habe, das Alter der Modelle zu ignorieren. Jetzt im Nachhinein frage ich mich, was ich mir dabei gedacht habe, eine Siebzehnjährige im Anzug zu fotografieren? Das würde höchstens zu einer Konfirmation passen und auch nur, wenn die Requisiten und das Umfeld stimmen. Ein Mann Anfang 40 im Anzug hingegen kann alles sein: Rechtsanwalt, Manager, Lehrer, Berater, Chef, Politiker, Beamter und so weiter. Das heißt für den Fotografen: Deutlich höhere Chancen, mit diesen Fotos Geld zu verdienen.

Für das Motiv nicht ganz geeignet vom Alter.

Meine Erfahrung zeigt, dass es im Zweifel sinnvoller ist, eher Models zu wählen, die etwas älter als etwas zu jung sind. In diesem Blogartikel hatte ich über ein Shooting von mir in einer Universität geschrieben. Als Models hatte ich Leute Anfang bis Mitte 20 gewählt. Es kam der Kommentar, dass im Zuge der Bologna-Reform und der Bachelor-Studiengänge die Studierenden heute immer jünger würden und ich jüngere Models hätte wählen sollen. Dem kann ich zustimmen. Kürzlich habe ich aber festgestellt, dass die Motive meines Uni-Shootings auch gerne  in der Werbung für Erwachsenenbildung oder für Weiterbildungsmaßnahmen benutzt werden.  Wären die Models alle einige Jahre jünger gewesen, hätte es besser zum Thema Studium gepasst, aber die zusätzliche Zielgruppe der Erwachsenenbildung hätte ich dann mit meinen Bildern vielleicht nicht erreicht.

Übrigens: Ich habe gestern meine Zahnärztin nach ihrem Alter gefragt. Sie meinte, sie sei 32, fühle sich aber geschmeichelt, dass ich sie auf Mitte 20 schätze.

Nach welchen Kriterien entscheidet ihr euch beim Alter eurer Models?

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Die 11 hilfreichsten (Weihnachts-)Geschenke für Fotografen

Jedes Jahr wieder: Was schenke ich zu Weihnachten? Was würde ich als Fotograf gerne geschenkt bekommen?

Im Internet gibt es unzählige Listen mit Geschenkideen für Fotografen und auch ich hatte letztes Jahr „20 Geschenkideen von und für Fotografen“ veröffentlicht.

Wirklich hilfreiche Geschenke sind da jedoch nur selten dabei. Deshalb habe ich dieses Jahr Geschenke rausgesucht, über die sich die meisten Fotografen freuen, aber auch etwas damit anfangen können. Als Preislimit habe ich mir knapp 100 Euro gesetzt.

1. Colorchecker Passport* von X-Rite (ca. 90 Euro)

Der Colorchecker ist eine ca. DinA6 große Plastikschachtel, die aufgeklappt doppelt so groß ist. Darauf finden sich verschiedene Farben und Grautöne, die bei einem Fotoshooting 1x mit fotografiert werden und dann am Rechner den Farbabgleich im RAW-Konverter deutlich erleichtern. Wem 90 Euro zu teuer sind, der kann auch den „ColorChecker Graustufen Mini„* für ca. 28 Euro schenken, der nur einen Weiß-Schwarz und 18%-Grau-Punkt anzeigt.

2. FlashBender* von Rogue (ca. 35 Euro)

Der FlashBender ist ein kleiner, biegsamer Reflektor, der an einem Aufsteckblitz befestigt wird, um das Blitzlicht besser kontrollieren zu können. Ideal für Strobisten-Fans, da er an verschiedene Blitz-Modelle passt und leicht und gut transportal ist.

3. GorillaPod* von Joby (ca. 20-40 Euro)

Seien wir ehrlich: Ein richtiges Stativ mitzuschleppen, wenn man nur mal mit der Kamera spazieren gehen will, ist lästig. Die biegsamen, flexiblen GorillaPod-Stative sind da eine hilfreiche Alternative, da sie ihre Beine um fast alles schlingen können, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Beim Kauf gilt es, darauf zu achten, wie groß die Kamera des zu Beschenkenden ist, da es verschiedene Stativ-Größen gibt. Neulich erst habe ich jemanden gesehen, der sein GorillaPod über die Schulter geschlungen hat, um es als Schulter-Rig für Videoaufnahmen zu nutzen.

4. Mini-Stativ* von Manfrotto (ca. 70 Euro)

Das GorillaPod ist ja eher für Kameras gedacht. Wer unterwegs noch ein Stativ für Blitz-Setups braucht, dem empfehle ich das Manfrotto-Stativ „Mini Compact AC“, weil es wirklich unschlagbar transportabel ist und trotzdem ausgeklappt stabil und hoch genug ist. Ideal zum Beispiel in Kombination mit einer Ezybox* und einem Schirmneiger*. Auch wenn das Stativ für Licht gedacht ist, habe ich es auch schon des öfteren als Notbehelf mit Kugelkopf genutzt, um Videoaufnahmen zu machen.

5. Reinigungsset* für Displays von iKlear (ca. 30 Euro)

Für Kamerasensor und Objektiv haben die meisten Fotografen ihre Reinigungspinsel, Tücher oder Blasebalge. Aber auch Monitore, iPhone-Displays etc. müssen mal gereinigt werden. dafür eignet sich dieses Reinigungsset, was sich explizit auch für iPod, iPad, iMac etc. eignet.

6. Handreflektor* von Delamax (ca. 10 Euro)

Die besten Reflektoren kommen immer noch von California Sunbounce, aber ohne Assistenten oder Stativ sind diese nur umständlich einzusetzen. Wer gerne Makrofotos macht, aber keinen Ringblitz hat, dem hilft der kleiner Handreflektor  mit Griff. Auf der einen Seite silberfarben, auf der anderen goldfarben, kann gewählt werden, ob eine kalte oder warme Farbstimmung erzielt werden soll.

7. Aufsteck-Blitz YN560* von Yongnuo (ca. 70 Euro)

Was nützen einem die tollen Stative und Lichtformer oben, wenn man noch keinen Blitz hat? Jeder Fotograf freut sich über einen zusätzlichen Blitz und für den Anfang sind die sehr günstigen, aber leistungsfähigen Blitze von Yongnuo eine gute Wahl. Meine Kollegen Krolop & Gerst haben darüber lange Lobeshymnen geschrieben, deswegen spare ich mir das an dieser Stelle.

8. Funkauslöser RF-602 C3* von Yongnuo (ca. 40 Euro)

Wenn ihr wisst, dass der zu Beschenkende schon Aufsteckblitze hat oder Euch die 70 Euro zuviel sind, könnt ihr ihm auch ein Set Funkauslöser der gleichen Firma schenken. Da ich selbst mit anderen Geräten arbeite, verweise ich wieder auf die Erfahrungsberichte der Kollegen.

9. Eneloop-Akkus* von Sanyo (ca. 15-20 Euro)

Zugegeben, Batterien zu schenken, ist nicht sonderlich sexy. Aber Fotografen brauchen Unmengen an Batterien für Blitze, Funkauslöser und andere Geräte, weshalb man davon nie genug haben kann. Ich schöre auf die Eneloop-Akkuserie. Die gibt es auch in bunt, was beim Auspacken immerhin etwas schöner aussieht. Tipp: Bei Amazon gibt es auch einige Anbieter, welche die Akkus gleich mit 4er-Plastikboxen* verkaufen, was ich sehr praktisch finde, da man leichter den Überblick über verbrauchte und neue Akkus behält.

10. Abo für FotoTV* (ab 45 Euro je nach Laufzeit)

Auf der Webseite fototv.de gibt es regelmäßig viele neue Videos rund um das Thema Fotografie: Von Interviews mit berühmten Fotografen, über Praxisworkshops bis hin zu Digitaler Bildbearbeitung und Nachrichten gibt es genug zu sehen. Ihr könntet ein Abo für die Webseite verschenken, die je nach Laufzeit des Abos unterschiedlich viel kostet. Die Pakete beginnen bei drei Monaten Mitgliedschaft für knapp 45 Euro gesamt.

11. Kameragurt Sniper-Strap Pro* von California Sunbounce (ca. 60 Euro)

Wer regelmäßig schwere Kameras mit noch schwereren Objektiven schleppen muss, wird diesen Kameragurt zu schätzen wissen, der das Gewicht besser ausgleicht als die mitgelieferten Kameragurte. Wer jedoch oft mit Stativen arbeitet, wird damit nicht glücklich werden, weil dann jedesmal der Gurt abgeschraubt werden muss vor dem Stativeinsatz.

Bonustipps:
Wem aus der obigen Liste nicht gefällt kann immer noch Gutscheine schenken für Fotoentwicklungen oder Fotoleinwände etc. Außerdem werde ich hier in paar Tagen tolle Passpartout-Rahmen zum Verschicken vorstellen, die ich selbst gerne nutze und die immer gut ankommen.

Über welche Geschenke (bis 100 Euro) würdet ihr euch als Fotograf am meisten freuen?

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