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Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 60

Wow, schon sech­zig Folgen mei­ner seit über neun Jahren belieb­ten Serie „Pimp My Stock!“ Falls jemand trotz­dem noch nicht wis­sen soll­te, wor­um es in die­ser Serie geht: Bei „Pimp My Stock!“ kön­nen mir Leserinnen und Leser ihre Fotos schi­cken, wel­che ich dann auf ihre Verkäuflichkeit hin bespre­che. Es geht also nicht (nur) um Schönheit, son­dern um die ehr­li­che Antwort auf die Frage, wie gut sich die­se Motive bei Bildagenturen ver­kau­fen wür­den.

In die­ser Folge bat mich Petra, einen Blick auf ihre Bilder zu wer­fen:

Hallo Herr Kneschke, ich hat­te Sie im Oktober ange­schrie­ben zu PIMP MY STOCK. Hier nun eine Auswahl mei­ner Fotos zur Durchsicht für Sie. Mir ist völ­lig klar, Sie kön­nen nicht zu jedem etwas sagen. Suchen Sie sich etwas aus. Ich bin für jeden Input dank­bar. Ich freu mich, ich könn­te sol­che Fotos an eine Stockagentur geben, um neben­bei etwas Taschengeld zu gene­rie­ren. Vielen Dank für Ihre Hilfe, Petra aus HH“

Hier sind die zehn Fotos, die Petra geschickt hat:

Das ers­te Bild zei­gen ver­mut­lich Blüten (?) an einem Baum. Rein vom Motiv her wird sich das garan­tiert nicht ver­kau­fen, weil die­se Bilder abseits ganz spe­zi­el­ler Botanik-​Bücher sich kaum eig­nen, wei­ter gefass­te Konzepte zu illus­trie­ren. Bei der Komposition hät­te ich dar­auf geach­tet, dass oben links und in den bei­den unte­ren Ecken kei­ne stö­ren­den Elemente zu sehen sind, das kann man aber not­falls auch nach­träg­lich per Bildbearbeitung ent­fer­nen.

Solche Wolkenbilder bie­ten sich schon eher zum Verkauf an: Neben den all­ge­mei­nen Themen Wetter und Natur kann man mit ihnen auch „Freiheit, sau­be­re Luft, Unendlichkeit, Religion“ und vie­les wei­te­re asso­zi­ie­ren.

Störend ist mei­ner Ansicht nach lei­der der Strand als dunk­ler Streifen im unte­ren Bildrand. Ich hät­te mich hier bei der Aufnahme mehr auf den Himmel kon­zen­triert, also das Bild knapp ober­halb des Strands abge­schnit­ten oder das Bild nach­träg­lich dort beschnit­ten. Letzteres hät­te zusätz­lich den Vorteil, dass ich zudem ein brei­te­res Format erhal­te, dazu jedoch spä­ter mehr.

Ich ver­mu­te, die­ses Foto zeigt die Spiegelung einer Treppe im Glasgeländer der­sel­ben. Langjährige Leser die­ser Serie wis­sen, dass ich gebets­müh­len­ar­tig dar­auf hin­wei­se, dass es in der Regel ein schlech­tes Zeichen ist, wenn ich den Bildinhalt erra­ten muss.

So auch hier: Solche abs­trak­ten Motiven wer­den sich lei­der kaum bei Bildagenturen ver­kau­fen, weil sie wie­der kon­kret noch kon­zep­tio­nell genug Bedeutungsebenen ent­hal­ten.

Ich mag die­sen Blickwinkel sehr: Bäume im Wald von unten nach oben foto­gra­fiert. Abseits mei­ner per­sön­li­chen Vorliebe ist es auch ein gutes Stockfotografie-​Motiv, weil es hier zum einen die Bäume und den Wald als Thema hat und als Konzeptbild für Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Wachstum und so wei­ter ste­hen kann.

Ich hät­te sicher auch noch an der hells­ten Stelle im Bild ein künst­li­ches „Lens Flare“ ein­ge­fügt, um die Sonne stär­ker zu beto­nen.
Die schon bestehen­de Konkurrenz bei die­sen leicht nach­zu­ah­men­den Motiven ist jedoch sehr groß, sodaß für die­ses Bild die Verkaufschancen trotz­dem gering sind.

Hier sehen wir abge­platz­te blaue Farbe. Wenn wir die­ses Motiv stell­ver­tre­tend für Grunge-​Texturen all­ge­mein neh­men, sage ich, dass es sich ganz gut ver­kau­fen kann.

Im Detail müss­te dafür jedoch eini­ges opti­miert wer­den. Der lin­ke Teil ist lei­der unpas­send. Er hät­te so aus­ge­rich­tet wer­den müs­sen, dass er min­des­tens par­al­lel zum Bildrand ver­läuft oder noch bes­ser gar nicht zu sehen ist, die abge­platz­te Farbe also for­mat­fül­lend ist. Außerdem wäre etwas mehr Weitwinkel sinn­voll gewe­sen, um mehr Motiv zu haben, aus dem sich Designer im Zweifelsfall selbst den pas­sen­den Ausschnitt wäh­len kön­nen.

Für die­se Blüten gilt ähn­li­ches wie für das ers­te Foto: Zu spe­zi­ell, um damit Geld zu ver­die­nen. Davon abge­se­hen ist es kopf­über und lei­der auch ein typi­sches „Mache ich neben­bei bei einem Spaziergang“-Motiv von Hobby-​Fotografen, also schon mas­sen­haft vor­han­den.

Auch die­ses Bild ist etwas schwer zu erken­nen, ich ver­mu­te, es ist ein Baum im Regen. Trotzdem trans­por­tiert das Bild eine Stimmung, die sich gut zur Illustration eini­ger Themen eig­net. Es wird sicher kein Bestseller, aber mit sorg­fäl­ti­ger kon­zep­tio­nel­ler Verschlagwortung könn­ten eini­ge Verkäufe abfal­len.

Diese Seile mit Knoten sind gra­fisch ganz inter­es­sant und auch the­ma­tisch sicher ab und zu ein­setz­bar. Die bei­den Dellen oben in der Mitte wür­de ich noch weg­re­tu­schie­ren und dann ist es ein ganz pas­sa­bles Stockfoto.

Bei die­ser impo­san­ten Baumwurzel ist offen­sicht­lich der Weißabgleich ziem­lich kühl gera­ten, da wür­de ich zu einem deut­lich wär­me­ren Ton raten. Wie schon beim obi­gen Wald-​Bild ist hier die Konkurrenz aber auch sehr groß, wes­halb ich wenig Verkäufe erwar­ten wür­de.

Zum Schluss sehen wir alte Bahnschienen. Hier hat die Komposition lei­der weder Hand noch Fuß, wes­halb ich das Bild als untaug­lich erach­ten wür­de.

Insgesamt ist auf­fäl­lig, dass alle Bilder das Format 4:3 haben, wahr­schein­lich ist das an der Kompaktkamera vor­ein­ge­stellt gewe­sen. Dieses Seitenverhältnis ist jedoch sehr ungüns­tig, weil es qua­si stan­dard­mä­ßig „bil­lig“ wirkt, da die teu­re­ren Kameras alle im 3:2‑Format auf­neh­men. Auch die Bildagenturen benach­tei­li­gen sol­che Formate in der Suchanzeige, sie­he mein aus­führ­li­cher Artikel hier. Noch belieb­ter sind aktu­ell sogar noch wei­te­re Formate wie 16:9 oder Panoramen.

Auch die Motivwahl scheint sehr „Spaziergang“-lastig zu sein. Wenn das Ziel sein soll, mit Stockfotos ein Taschengeld zu ver­die­nen, müs­sen die Motive für Designer nütz­li­cher und schwe­rer zugäng­lich sein. Diese Motive wie oben gibt es lei­der auf Gratis-​Plattformen schon zuhauf.

Wer eben­falls kos­ten­los mit­ma­chen und mir sei­ne Bilder zur Besprechung schi­cken will, fin­det hier alle not­wen­di­gen Informationen.

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 59

In der aktu­el­len Folge von „Pimp My Stock!“ wer­den wir vie­le Tierbilder sehen. Nicolas schrieb mir vor eini­gen Wochen fol­gen­des:

Hallo Robert,

ich hei­ße Nicolas und habe vor etwa einem hal­ben Jahr das Angebot bekom­men, mei­ne Bilder in einem Gebäude der VHS aus­zu­stel­len. In die­sem Rahmen wur­de mir frei­ge­stellt mit Preis aus­zu­stel­len und die Bilder zum Verkauf frei­zu­ge­ben. Seitdem beschäf­ti­ge ich mich mit der Vermarktung von Fotografien und habe erst kürz­lich eine Webseite erstellt (https://goldbach-wildlife.de).

Natürlich habe ich mich auch mit dem Verkauf der Bilder als Stockfotos beschäf­tigt und bin bei mei­nen Recherchen schnell über dei­ne Webseite gestol­pert und habe hier vie­le Informationen und Denkanreize gefun­den. Ich bin mir aller­dings unsi­cher, ob sich mei­ne Bilder für den Verkauf als Stockfotos eig­nen, da ich mich sehr auf die Tierfotografie fokus­sie­re. Daher wür­de ich mich sehr freu­en, wenn du mei­ne Bilder hin­sicht­lich der Vermarktung bewer­test.

Eigentlich kom­me ich aus dem Bereich der beweg­ten Bilder und habe mit dem Filmen von Tieren begon­nen. Im Frühjahr 2018 habe ich mir dann eine Fujifilm X‑T2 mit einem Teleobjektiv zuge­legt und mit der Fotografie begon­nen. Da mir die Wildtierfotografie sehr viel Spaß macht, habe ich das auch immer wei­ter aus­ge­baut und lan­ge Zeit lagen die Bilder nur auf der Festplatte, was ich nun lang­sam ändern möch­te. Neben der Tierfotografie ver­su­che ich mich auch immer wie­der an Landschaften, aber das wird wohl nie mein Hauptgebiet wer­den. Erst kürz­lich habe ich mir ein Makroobjektiv zuge­legt und expe­ri­men­tie­re mit die­sem nun immer mehr her­um.

Mich wür­de für die Zukunft inter­es­sie­ren wie ver­mark­tungs­fä­hig mei­ne Bilder sind und dazu dei­ne pro­fes­sio­nel­le Einschätzung hören. Bislang bie­te ich mei­ne Bilder nur über mei­ne noch sehr jun­ge Webseite an. Am meis­ten freue ich mich aller­dings wei­ter in die Natur zu gehen, um Tiere beob­ach­ten und foto­gra­fie­ren zu kön­nen – man lernt bei nahe­zu jedeBegegnung was Neues.

Ich wür­de mich sehr freu­en, wenn du dir mei­ne Bilder mal anschaust.

Beste Grüße
Nicolas Goldbach

Noch eini­ge Hintergrundinformationen zu den Bildern, die ich im Anhang mit­schi­cke [Diese habe ich hier ent­fernt und als Bildbeschreibung direkt unter die jewei­li­gen Bilder ver­scho­ben; Anmerkung R.K.]“

Bevor wir einen Blick auf sei­ne Tier- und Naturbilder wer­fen, eini­ge Worte zu belieb­ten Tiermotiven vor­ab.

Weltweit gibt es ca. 50 Mio. Tierarten, davon über 6.000 ver­schie­de­ne Säugetier-​Arten. Von die­ser gro­ßen Auswahl machen jedoch zwei Arten mit sehr gro­ßem Abstand das Rennen: Hund und Katze. Das liegt dar­an, dass Hunde und Katzen die welt­weit belieb­tes­ten Haustiere sind, sich vie­le Menschen also damit iden­ti­fi­zie­ren kön­nen oder bereit sind, für Produkte, die mit die­sen Tieren wer­ben oder für die­se Tiere ver­kauft wer­den, Geld aus­zu­ge­ben.

Alle ande­ren Tiere haben es deut­lich schwe­rer, bei den gene­ri­schen Microstock-​Agenturen auf anstän­di­ge Verkaufszahlen zu kom­men. Der (Oster)Hase hat noch ganz gute Chancen oder nied­li­che Kücken (eben­falls wegen Ostern), davon abge­se­hen nur noch Pferde und Kühe wegen der Verbreitung als Nutztiere und dann noch eini­ge sehr foto­ge­ne und eher sel­te­ne Tiere wie der Buckelwal, Elefanten, Eisvögel oder Löwen.

Unter die­sem Gesichtspunkt betrach­tet emp­fiehlt sich für die Tierbilder von Nicolas eher eine Spezialagentur für Tierfotos, wel­che die­se auch wis­sen­schaft­lich kor­rekt benen­nen kann und nicht für weni­ge Cent im Abo anbie­tet. Aber nun zu sei­nen Bildern:

Basstölpel: foto­gra­fiert in Helgoland; die Tiere nis­ten direkt am Wegrand

An die­ser Basstölpel-Aufnahme ist nichts aus­zu­set­zen, beson­ders gefällt mir der Beinahe-​Komplementärkontrast zwi­schen den oran­ge­far­be­nen Köpfen und dem dun­kel­blau­en Hintergrund. Auch die sicht­ba­re Federnpflege, die stock­kon­zept­taug­lich auch als „Zuneigung“ inter­pre­tiert wer­den könn­te, mag der Verkäuflichkeit för­der­lich sein. Für Bildagenturen wäre etwas mehr Textfreiraum hilf­reich gewe­sen.

Dovrefjell: ver­schnei­te Berglandschaft im Dovrefjell Nationalpark in Norwegen. Mein Highlight hier war eine Herde wil­der Rentiere. Diese Fotos ver­öf­fent­li­che im Januar bei mei­ner Ausstellung

Diese nor­we­gi­sche Schneelandschaft erfüllt vie­le Kriterien eines guten Stockfotos: Universell nutz­bar, Textfreiraum, kla­rer Aufbau. Ich könn­te mir eine noch kon­trast­rei­che­re und stär­ker gesät­tig­te Version im Panoramaformat eben­falls vor­stel­len.

Junge Gämse: Auch wenn Mutter Gams wohl nicht begeis­tert war, war das Jungtier wohl etwas zu neu­gie­rig, um nicht nach­zu­se­hen, was ich da tue.

Der neu­gie­ri­ge Blick der jun­gen Gams ist die Zutat, wel­che die­ses Foto gelun­gen macht. Auch hier könn­te mehr Mut bei der Sättigung nicht scha­den und die bei­den Gräser rechts vom Tier wür­de ich retu­schie­ren, um mehr Textfreiraum zu bekom­men.

Eidechse: Leider ist mir die genaue Art unbe­kannt. Die Eidechse habe ich in Südafrika foto­gra­fie­ren kön­nen.

Erkennt ihr das Problem auf dem Bild der Eidechse? Wer auf den abge­schnit­te­nen Schwanz oben getippt hat, liegt rich­tig. Sowas soll­te ver­mie­den wer­den, aber da die Eidechse weder iko­nisch ist noch kor­rekt benannt wer­den kann, sind die Verkaufschancen eher gering, auch wenn das Bild bis auf den Schwanz gut gelun­gen ist.

Flusspferd: Das gäh­nen­de Flusspferd im Licht des Sonnenuntergangs konn­te ich im St. Lucia Lake in Südafrika foto­gra­fie­ren.

Das gäh­nen­de Flusspferd mit dem beein­dru­cken­den Maul gefällt mir sehr gut. Etwas mehr Raum um das Hauptmotiv könn­te auch hier nicht scha­den, weni­ger Tiefenschärfe wür­de das unru­hi­ge Wasser bes­ser weich­zeich­nen und dadurch weni­ger Ablenkung ver­ur­sa­chen. Im Kontext von Microstock-​Agenturen wür­de ich die­sem Motiv zusam­men mit der Winterlandschaft am meis­ten Chancen ein­räu­men.

Grasfrosch: Der Grasfrosch hat im Flachwasser eines Moortümpels die Sonnenstrahlen im Frühling genos­sen. Aufgrund des tie­fen Kamerastandpunkts, ist die­se auch etwas nass gewor­den, hat es aber glück­li­cher­wei­se ver­kraf­tet.

Gegen den bei Microstock-​Agenturen all­ge­gen­wär­ti­gen grü­nen Laubfrosch mit den roten Augen ist die­ser Grasfrosch schon etwas öde, zumal die lin­ke Bildhäfte das Bild sehr unru­hig macht. Wenn es die Bildauflösung her­gibt, wür­de die­ser muti­ge und star­ke Beschnitt das Foto deut­lich stock-​tauglicher machen:

Mein Beschnitt-​Vorschlag
Schilf: Die gol­de­nen Farben sind durch eine tief ste­hen­de Wintersonne, die das Schilf von der Seite ange­strahlt hat, ent­stan­den. Die hel­len Flecken im Hintergrund sind Eisflächen auf dem See.

Äh, ja. Schilf in Retro-​Farben. Ich kann mir gut vor­stel­len, dass Boutique-​Agenturen wie Stocksy oder Photocase ihre Freude an dem Bild hät­ten, aber vie­le Verkaufschancen sehe ich lei­der trotz­dem nicht, dazu ist die Nachfrage nach Schilf zu gering.

Steppenzebra: Dieses Steppenzebra war für mein Teleobjektiv so nah, dass not­ge­drun­gen ein Portrait ent­stan­den ist.

Bei die­sem Bild erkennt man schnell, dass es ein Zebra sein soll. Den art­ty­pi­schen Schwarz-​Weiß-​Kontrast hät­te ich bei der Bildbearbeitung stär­ker raus­ge­ar­bei­tet, hier hat das Weiß eine deut­lich gelb-​orangene Färbung.

Generell sind die Fotos tech­nisch gut, aber es ist eine gewis­se Beliebigkeit zu spü­ren. Wenn die Fotos nur das Nebenprodukt einer schö­nen Zeit drau­ßen in Nähe der Tiere sind, ist das voll­kom­men okay.

Wenn es aber ums Geld ver­die­nen geht, eini­ge mög­li­che Vorschläge: Konkret Tiere so foto­gra­fie­ren, dass sie als Ausgangsmaterial für Foto-​Montagen die­nen kön­nen, wie die­se Beispiele hier*.
Oder sich gleich auf Hunde, Katzen und Osterhasen spe­zia­li­sie­ren. Kein Scherz.

Wer eben­falls an einer kos­ten­lo­sen Rezension sei­ner Bilder inter­es­siert ist, fin­det hier alle Informationen zur Teilnahme.

Wer von den Leserinnen und Lesern nun eben­falls Lust auf Tierfotos bekom­men hat, fin­det in die­sen Bestsellern zur Tierfotografie etli­che nütz­li­che Tipps und Anregungen:

Bestseller Nr. 1
Hunde-​Shooting – Fotografieren mit „Wau-​Effekt“: Das Buch vol­ler Profitipps für per­fek­te Fotos Ihres Hundes*
  • Regine, Heuser (Autor)
  • 320 Seiten – 17.04.2019 (Veröffentlichungsdatum) – BILDNER Verlag (Herausgeber)
Bestseller Nr. 2
Die Fotoschule in Bildern. Tierfotografie*
  • Heil, Lambert (Autor)
  • 318 Seiten – 27.03.2017 (Veröffentlichungsdatum) – Rheinwerk Fotografie (Herausgeber)
Bestseller Nr. 3
Praxisbuch Tierfotografie: Wildschwein, Eichhörnchen, Robbe & Co. – Säugetiere an Land und am Wasser foto­gra­fie­ren*
  • 206 Seiten – 28.02.2019 (Veröffentlichungsdatum) – dpunkt.verlag GmbH (Herausgeber)
Bestseller Nr. 4
Naturfotografie: Die gro­ße Fotoschule – Natur, Landschaft, Makro und Tiere spek­ta­ku­lär in Szene set­zen*
  • Schaub, Hans-​Peter (Autor)
  • 415 Seiten – 27.11.2017 (Veröffentlichungsdatum) – Rheinwerk Fotografie (Herausgeber)
Bestseller Nr. 5
Workshop Naturfotografie vor der eige­nen Haustür: Die gehei­men Profi-​Tricks. Tier‑, Makro- und Landschaftsfotografie in Deutschland & drum­her­um*
  • Radomir Jakubowski (Autor)
  • 256 Seiten – 21.02.2020 (Veröffentlichungsdatum) – hum­boldt (Herausgeber)
Bestseller Nr. 6
Fotoschule extra – Tierfotografie | Draußen und drin­nen: Hunde, Pferde, Katzen u. a. rich­tig foto­gra­fie­ren*
  • Wiebke Haas (Autor)
  • 192 Seiten – 30.03.2018 (Veröffentlichungsdatum) – FRANZIS Verlag GmbH (Herausgeber)

* Affiliate

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 58

Willkommen zur aktu­el­len Folge von „Pimp My Stock!“, der Serie, wo ich Stockfotos auf ihre Verkäuflichkeit hin bewer­te. Diesmal mel­det sich Herbert bei mir, der sei­ne Fotos bei EyeEm anbie­tet. Er schreibt mir:

Hallo Robert,

Mein Name ist Herbert. Vor zwei Jahren hab ich zum ers­ten Mal Fotos bei Shutterstock, Fotolia, iStock und Alamy hoch­ge­la­den. Die Gnade der frü­hen Geburt und der siche­ren Rente hat aber den Nachteil, dass mein Schulenglisch nur ein Wahl- bzw. Nebenfach war. Die letz­ten 40 Jahre habe ich das sel­ten benö­tigt und es völ­lig ist ver­küm­mert. Da aber bei allen Agenturen eng­lisch Voraussetzung ist, ist mein Stockfotobetrieb aus Zeitgründen wie­der in den Hintergrund getre­ten.

Zurzeit bie­te ich mei­ne Fotografien unter dem Namen Herbb nur auf EeEym an. Dort sind ca. 1200 Fotos hin­ge­legt. 820 haben es in den Markt geschafft, 350 sind bei Partneragenturen unter­ge­kom­men. Damit hab ich einen sagen­haf­ten Gewinn von 9.50 Dollar erwirt­schaf­tet.

Die Ablehnung der ca. 400 Fotos ent­zieht sich aller­dings oft­mals mei­nem Verständnis. Der intel­li­gen­te Algorithmus, der die Bilder scannt, bringt immer wie­der son­der­ba­ren Ausschuss, bzw. for­dert Genehmigungen, die ein­fach nicht erfor­der­lich oder nicht zu bekom­men sind.

Zurzeit bear­bei­te ich die Fotos mit ACDsee10Pro. Hier schär­fe ich nach und ände­re meis­tens den Kontrast, die Sättigung und die Helligkeit. Ich hab mit dem Programm vor ca. 20 Jahren ange­fan­gen und bin immer noch zufrie­den. Natürlich kann es dem Platzhirsch Adobe nicht das Wasser rei­chen. Mein Ziel mit dem Stockfotoverkauf wären die jähr­li­chen Abo-​Kosten von Adobe zu ver­die­nen.

Die aus­ge­wähl­ten Bilder wur­den von EyeEm abge­lehnt, weil sie nicht ihren Anforderungen ent­spre­chen. Mich wür­de inter­es­sie­ren, wie das der Experte sieht.

Foto Nr 1 – 7 wur­den wegen Qualitätsmängel abge­lehnt. Die Bilder 8- 10 wegen feh­len­der Eigentümerbescheinigung.

Ein klei­ner foto­gra­fi­scher Lebenslauf:

Nach 45 Jahr ein­zah­len in die Rentenkasse, bin ich jetzt in der Phase, in der ein Bruchteil wie­der zurück­kommt. Ich bin Rentner, der Garten ist inzwi­schen poliert, in mei­ner Hobby- Werkstatt sind alle Schrauben gezählt. Nur zum Fenster raus­schau­en ist zu lang­wei­lig. Nach den Schrauben wur­den die Fotos sor­tiert und bei EeEym hoch­ge­la­den.

Ich foto­gra­fie­re seit den 70er Jahren. Meine ers­te Knipse, Kamera wäre zu ver­we­gen, war eine Agfa Pocket. Danach hab ich eine Gedächtnislücke bis zur Minolta X700. Um die zu erwer­ben muss­te ich meh­re­re Wochen zusätz­lich nach Feierabend und am Wochenende einen Nebenjob anneh­men. Leider wur­de sie mir nach ein paar Jahren im Urlaub in Italien aus dem Auto geklaut Die fol­gen­de Kindererziehung und der Hausbau erfor­der­ten eine klei­ne schöp­fe­ri­sche Pause. Geknipst wur­de da mit einer klei­nen Canon. Typ unbe­kannt.

Als dann die ers­ten digi­ta­le Kameras in den Medien auf­tauch­ten war ich wie­der Feuer und Flamme. Für unse­ren ers­ten Südafrika-​Urlaub im Jahr 2002 erwarb ich nach lan­gem abwä­gen eine Nikon Coolpix 775 mit dem dama­li­gen Spitzenwert 2,1 Megapix für 700DM. Damals eine stol­ze Summe. Die Einschaltzeit betrug so um die 7 Sekunden. Ein Dilemma, wenn man im Nationalpark Tiere foto­gra­fie­ren woll­te. Bis Kamera betriebs­be­reit war, war im schlimms­ten Fall das Zebra vom Löwen nicht nur erlegt, son­dern mit Haut und Haaren gefres­sen. 😊. Ein zwei­ter Akku war damals ein­fach zu teu­er. Es gab nur zwei Möglichkeiten. Die Kamera ein­ge­schal­tet zu las­sen, dann war am Nachmitag Schicht im Schacht. Die zwei­te Variante war zu hof­fen, dass besag­ter Löwe fotogeil war und war­te­te, bis ich mei­ne Kamera schuss­be­reit hat­te. Auch dies Kamera hat­te eine kur­ze Halbwertszeit. Kurz vor Ende der Reise rutsch­te ich bei einem Spaziergang am Meer auf einem glit­schi­gen Felsen aus und fiel ins Wasser. Obwohl die Kamera nur für max. eine Sekunde mit dem Wasser in Berührung gekom­men war, bedeu­te­te das das Todesurteil für sie.

Jetzt folg­te eine Sanyo AZ3. Damals eine unbe­kann­te und völ­lig unter­schätz­te Kamera. Alle höher­prei­si­ge Canons und Sonys von Bekannten waren ihr unter­le­gen. Leider hat­te Sanyo gegen die aggres­si­ve Werbepolitik der bei­den ers­te­ren kei­ne Chance und ver­schwand nach ein paar Jahren wie­der vom Markt.

Nachdem ich viel auf Reisen war, soll­te auch der Nachfolger bei guter Qualität in die Hosentasche pas­sen. Es war Zeit für eine Panasonic Lumix TZ 3. Diesem Typ blieb ich dann, hoch bis zur Tz 10 treu. Einmal in den Einstellungen und den Menüs eines Herstellers gewohnt, woll­te ich die Marke nicht wech­seln und foto­gra­fie­re bis jetzt mit der Lumix FZ1000. Der Abschied von der Hosentaschengröße fiel mir nicht leicht. Inzwischen bin ich das aber so gewohnt, dass ich mir nicht mehr anders vor­stel­len kann. Ob der nächs­te Schritt noch­mals eine Brigdekamera wird oder ich dann doch mal zum Vollformat wechs­le, weiß ich noch nicht.

Danke und schö­nen Gruß, Herbert“

Bevor wir uns nach die­ser aus­führ­li­chen Einleitung sei­nen Fotos wid­men, vor­weg zwei Hinweise zu sei­ner Mail.

Erstens sind Ablehnungen, vor allem bei EyeEm ger­ne will­kür­lich begrün­det und soll­ten nicht als Maßstab für das eige­ne Fotografieren genom­men wer­den. Andere Agenturen mögen die Bilder ganz anders beur­tei­len. Viel wich­ti­ger ist mei­nes Erachtens, dass man selbst rea­lis­tisch ein­schät­zen kann, ob die ein­ge­reich­ten Motive kom­mer­zi­ell genug sind, um Käufer zu fin­den.

Zweitens gibt es eine wei­te­re gute Möglichkeit, in den Genuss von Adobe Photoshop zu kom­men: In den letz­ten zwei Jahren bekom­men alle Fotografen, die bei Adobe Stock mehr als 300 Bilder online gestellt haben und dabei weni­ger als 50% Ablehnungen erziel­ten, das Adobe Foto-​Abo (Photoshop + Lightroom) kos­ten­los für ein Jahr. Die Chance ist hoch, dass Adobe auch 2020 die­ses Angebot wie­der ankün­di­gen wird, erfah­rungs­ge­mäß eher in der zwei­ten Jahreshälfe. Wer mit­ma­chen will, ein­fach hier kli­cken* und oben rechts auf „Verkaufen“ gehen.

Nun aber zu den Fotos:

Bei die­sen bei­den Oldtimern ist zwar schon ein Teil des Nummernschildes retu­schiert wor­den, ich emp­feh­le jedoch, auch den rest­li­chen Teil zu ent­fer­nen. Außerdem wür­de ich das Bild oben enger beschnei­den bis kurz über die rot-​weiß gestreif­te Markise, damit die­ser Bereich weni­ger ablenkt. Ansonsten hal­te ich das Bild für stock-​geeignet, wenn es mit den rich­ti­gen Begriffen wie „Vintage, Retro, etc.“ ver­schlag­wor­tet ist.

Dieses Bild zeigt ein Heiligenhäuschen an einem Feld. Diese Häuschen sind an sich schon nicht der Renner bei Bildkäufern und hier hel­fen die ange­schnit­te­nen Bäume an den Rändern und die wil­den Gräser im Vordergrund nicht, die Verkäuflichkeit zu ver­bes­sern. Ich sehe da wenig Verkaufschancen.

Das nächs­te Bild zeigt ein ähn­li­ches Motiv, ein Wegkreuz an einer Bank. Auch wenn das Motiv gene­rell ähn­lich gerin­ge Verkaufschancen hat, ist hier die Komposition zumin­dest deut­lich anspre­chen­der mit Textfreiraum, wel­che das Bild zumin­dest für reli­giö­se Kunden attrak­ti­ver macht.

Das Foto zeigt einen ver­schnei­ten Weg im Winter. Hier stört mich, dass der Weg links etwas abge­schnit­ten ist und ins­ge­samt wirkt es, als wäre bei der Bildbearbeitung zuviel HDR ange­wen­det wor­den. Diese Jahreszeitenmotive sind prin­zi­pi­ell belieb­te Kalendermotive, die­ses ist hier aber nicht pla­ka­tiv genug, um in die enge­re Auswahl zu kom­men.

Weiter mit den Jahreszeiten geht es bei die­sem Herbstbild mit Herbstlaub. Auch hier gilt lei­der, dass das Laub nicht pla­ka­tiv genug in Szene gesetzt wur­de, um genü­gend Anklang bei Käufern zu fin­den.

Weingläser vor einem Ozean: Dieses Urlaubsmotiv ist von der Aussage sicher gefragt bei Käufern, in der Umsetzung hier jedoch ver­bes­se­rungs­wür­dig. Der Fokus muss mehr auf den Gläsern lie­gen, die sau­be­rer aus­se­hen müss­ten und der Hintergrund hät­te mehr in der Unschärfe ver­schwin­den müs­sen. Hier zum Vergleich ein Bestseller bei Adobe Stock*, der genau die erwähn­ten Unterschiede auf­weist.

Ein altes ver­wit­ter­tes Fenster: Solche Motive gehö­ren zu den Lieblingsmotiven von Hobby-​Fotografen, inso­fern ist das Angebot ent­spre­chend hoch. Um da über­haupt Chancen zu haben, wür­de ich bei die­sem Motiv den Anschnitt rechts bes­ser retu­schie­ren und die per­spek­ti­vi­sche Verzerrung ent­fer­nen.

Bei die­sem Bild einer Kuh im Stall fehlt die Eigentumsfreigabe, da die­se anhand der Marke links im Ohr iden­ti­fi­zier­bar ist. Aber selbst wenn die Marke retu­schiert wür­de, blie­be die Frage offen, ob ein Landwirt mit so einem Foto für sei­nen Betrieb wer­ben wür­de? Ich bezweif­le es.

Bei die­sem Vogelfoto, ver­mut­lich mit einer Alpendohle, kann ich nicht genau sagen, war­um ein Property Release ver­langt wird. Vermutlich wegen der teils les­ba­ren Schautafel. Diese lenkt auch etwas vom eigent­li­chen Motiv, dem Vogelfüttern ab.

Kleiderverkauf am Strand: Die Farben sind har­mo­nisch im Bild und Einzelhandel-​Themen sind gene­rell gute Stockmotive. In der 100%-Ansicht ist viel­leicht noch irgend­wo ein Logo oder Label an der Kleidung erkenn­bar, was dazu geführt hat, dass die Agentur einen Property Release ver­langt. Oder sie ist ein­fach nur streng und will einen wegen der even­tu­ell geschütz­ten Stoffmuster.

Allgemein kann ich die Entscheidungen von EyeEm in den vor­lie­gen­den Fällen schon nach­voll­zie­hen. Bei eini­gen Motiven lässt sich mit etwas mehr Bildbearbeitung viel­leicht das Foto durch die Bildredaktion schum­meln, aber wirk­li­che Bestseller-​Chancen haben die Motive lei­der alle nicht.

Falls ihr wis­sen wollt, wie sich eure Fotos schla­gen, könnt ihr ger­ne eben­falls kos­ten­los in einer „Pimp My Stock“-Folge mit­ma­chen. Alle Details fin­det ihr hier.

* Affiliate-​Link

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 56

Heute gibt es eine span­nen­de Folge von „Pimp My Stock“, weil der Einsender Holger ein gutes Händchen für Fotomontagen hat und von mir eini­ge Tipps haben möch­te.

Wer neu hier ist: In der Serie „Pimp My Stock“ beur­tei­le ich ein­ge­sand­te Bilder kos­ten­los auf ihre Verkäuflichkeit und gebe Tipps, wie man die­se even­tu­ell ver­bes­sern könn­te. Wer selbst mit­ma­chen will, fin­det hier alle not­wen­di­gen Informationen.

Holger schrieb mir die­se län­ge­re Email:

Hallo Robert,
 
ich habe vor ein paar Tagen in dei­ner Rubrik „Pimp My Stock“ gele­sen und bewer­be mich hier­mit für eine Teilnahme dazu.
 
Ich stel­le mich erst mal vor: Ich bin Holger aus Bremen. Ich mache seit den 80er Jahren Fotos. Meine ers­te Kamera war eine Rollei Cord, die qua­dra­ti­sche 6x6 Fotos gemacht hat. 12 Fotos waren auf so einer Spule. Die Belichtungszeit wur­de noch mit einem exter­nen Handbelichtungsmesser bestimmt. Bald kauf­te ich mir die ers­te Spiegelreflexkamera, die Minolta X‑300. Weitere Minoltas folg­ten: X‑GM und X‑700. Mit letz­te­rer foto­gra­fie­re noch heu­te ab und zu.

Ich mach­te vie­le Fotos auf mei­nen Reisen in die gan­ze Welt und expe­ri­men­tier­te auch viel. Schwarz-​Weiß-​Fotos habe ich zu Hause im eige­nen Fotolabor ent­wi­ckelt.
Eine Ausbildung mach­te ich als „Druckvorlagenhersteller“, wel­che heu­te als „Mediengestalter“ bezeich­net wird. Damals wur­den die Fotos über Masken, Pinsel und unter­schied­li­che Belichtungszeiten bear­bei­tet. Die Repros wur­den als Film her­ge­stellt (sepa­riert in die Druckfarben CMYK ). Entweder mit der Reprokamera oder dem Trommelscanner. Heute ist Photoshop mein Werkzeug.
 
In der Firma, in der ich heu­te arbei­te, ist die Bildbearbeitung mein Schwerpunkt. Wir bear­bei­ten aber haupt­säch­lich Bilder, wel­che uns gelie­fert wer­den. Ich gebe den Daten sozu­sa­gen den letz­ten Schliff. Ich pas­se Farben an gelie­fer­te Muster (Textilien, Kunststoffe, Metalle…) an und mache auch diver­se Bildmontagen. Mit den Stockagenturen hat­te ich eher sel­ten zu tun und wuß­te nicht viel dar­über.

Im Frühjahr 2017 habe ich an einem Photoshop Kurs von Lasse Behnke teil­ge­nom­men. Unter ande­rem erzähl­te er auch eini­ges zum Thema Stockfotografie. Dieser Tag war für mich der Auslöser mit der Stockfotografie zu begin­nen. Ich wuss­te nun, dass ich mein fun­dier­tes Wissen auch außer­halb mei­ner Arbeitsstelle, für mich selbst ein­set­zen kann. An die­ser Stelle geht auch ein gro­ßer Dank an Lasse! Dieser Abend war mei­ne Initialzündung!

Aber ich war immer noch ana­log unter­wegs. Also muss­te eine Digitalkamera her. Zunächst habe ich mir die Kamera mei­ner Freundin aus­ge­lie­hen. Eine Canon EOS500 mit dem 18–55 Standard-​Objektiv (schät­zungs­wei­se 10 Jahre alt). Ich fing an in mei­ner schö­nen Heimatstadt zu foto­gra­fie­ren: Bremen. Das ers­te Ergebnis waren schö­ne tou­ris­ti­sche Fotos. Die ver­kau­fen sich auch ganz gut.

Ich habe ähn­lich gute Fotos in London und Porto gemacht. Diese ver­kau­fen sich aber nur sel­ten. Wahrscheinlich hat man doch einen „Heimvorteil“, da man sei­ne eige­ne Stadt noch am bes­ten kennt und auch weiß, zu wel­cher Tageszeit das Licht geeig­net ist.
Gerne erstel­le ich auch „wil­de“ Montagen. Wenn ich aus dem Flugzeug die Tragfläche foto­gra­fie­re, fällt mir in die­sem Moment bereits ein, dass ich mich selbst als „Superheld“ durch die Wolken im Hintergrund flie­gen las­sen kann. Den Vollmond, den ein Freund Fotografiert hat und mir net­ter­wei­se über­las­sen hat, nutz­te ich für für eine Bildmontage über dem nächt­li­chen Meer (wel­ches bei Tageslicht foto­gra­fiert wur­de).

In Cinema 4D erstel­le ich Objekte, wel­che ich in der Realität schwer vor die Linse bekom­men könn­te. Ein U‑Boot unter Wasser, oder eine Rakete.
Diese baue ich dann auch wie­der­um in Montagen ein. Zum Beispiel rei­te ich selbst auf der Rakete wie Münchhausen durch die Lüfte. Manchmal arbei­te ich auch mit Spielzeugmodellen, wie im Fall des Passagierflugzeuges. Teilweise drif­ten mei­ne Montagen auch etwas in eine „Comicrichtung“ ab. Vielleicht hebt es sie des­halb aber wie­der­um von den vie­len, sehr rea­lis­ti­schen Darstellungen ab. Mein Portfolio ist also bunt gemischt und nicht spe­zia­li­siert.

Letztes Jahr habe ich mir dann einen eige­ne Kamera zuge­legt. Eine Fuji X‑T3, mit einem 18–55 Objektiv. Weitere Objektive gibt es, sobald ich mehr ver­kau­fe ;-). Die Sony Alpha gefiel mir auch sehr gut. Das ist eine Vollformat-​Kamera, aber die Fuji lag bes­ser in der Hand – jeden­falls in mei­ner.

Die neue Kamera war auf jeden Fall ein Qualitätssprung. Zum Beispiel gibt es bei die­sem Objektiv nicht das Problem der sphä­ri­schen Aberration, wel­ches bei der Canon Kamera des öfte­ren zu mehr Nachbearbeitung geführt hat.

Ich lade seit knapp zwei Jahren Fotos bei Adobe Stock hoch und nicht ganz so lan­ge bei Shutterstock und 123rf.
Mein Portfolio umfaßt bei Adobe 400 Bilder und bei Shutterstock 300. Bei 123rf könn­ten es auch schon 350 sein, aber lei­der mode­riert 123rf momen­tan nur ca. eine Abbildung im Monat.

Da ich meis­tens Bilder anfer­ti­ge, die viel Retusche und Montage erfor­dern, wächst mein Bestand nur lang­sam, dafür kon­ti­nu­ier­lich. Ablehnungen habe ich eher sel­ten. Wenn, dann geht es meis­tens um den Urheberschutz, weni­ger um die Qualität.
Bei Adobe ver­die­ne ich, im Monat (in 2019) ca. 50 Euro. Bei Shutterstock sind es bis­her ca. 100 Dollar in die­sem Jahr. 123rf kann man ver­nach­läs­si­gen. Im Sommer gin­gen die Verkaufszahlen etwas run­ter, aber momen­tan geht es wie­der berg­auf. Bei Shutterstock sind es mitt­ler­wei­le 1–3 Verkäufe pro Tag. Leider meis­tens nur für 25cent/​Bild.

Da mir die gan­ze Sache sehr viel Spaß macht hof­fe ich, dass sich der Verdienst wei­ter stei­gert. Momentan freue ich mich über ein klei­nes Nebeneinkommen. Langfristig wün­sche ich mir, dass die Fotografie so viel abwirft, dass ich mei­ne regu­lä­re Stelle von 40 auf 30 Stunden redu­zie­ren kann, um noch inten­si­ver an mei­nem Portfolio zu arbei­ten. Die Frage ist, ob so etwas heu­te noch mög­lich ist. Ich bin auch gespannt, wie du mein Portfolio bewer­test. Ich freue mich über jede Art von Kritik!

Ich wüss­te ger­ne was ich noch ver­bes­sern könn­te und wie ich recht­zei­tig aktu­el­le Themen erken­nen kann. Vielleicht gibt es auch eine ganz ande­re Agentur, für die mei­ne Fotos sehr geeig­net wären?

Und eine Frage habe ich noch. Ich habe ein Archiv mit Dias, wel­ches tau­sen­de von Fotos beinhal­tet. Fotos aus Neuseeland und den USA, Ägypten, … Lohnt es sich die­se zu digi­ta­li­sie­ren und zum Verkauf anzu­bie­ten? Oder soll­te man dar­auf von vorn­her­ein ver­zich­ten?

Mein Name bei Adobe Stock ist „pixel­schoen“. Du kannst an die­ser Stelle ger­ne zu Adobe ver­lin­ken. Vielen Dank fürs Lesen! Vielleicht kannst du mei­ne Infos ja für dei­nen Blog ver­wen­den. Ich wür­de mich sehr freu­en!

Viele Grüße aus Bremen, Holger“

Schauen wir uns mal sei­ne ein­ge­sand­ten Bilder an:

Das ers­te Bild zeigt einen Mann auf einer Rakete flie­gend. Das lässt sich bestimmt irgend­wo gewinn­brin­gend ein­set­zen. Ich fin­de, der Rakete und dem Feuerstrahl sieht man ihre digi­ta­le Herkunft noch etwas zu deut­lich an, aber da ich es nicht bes­ser machen könn­te, will ich mich an die­ser Stelle nicht zu weit aus dem Fenster hän­gen. Insgesamt ein geeig­ne­tes Stockfoto.

Das zwei­te Bild zeigt einen lila Oldtimer bei Nacht auf einer Straße. Hier rei­chen mei­ne Autokenntnisse lei­der nicht, um beur­tei­len zu kön­nen, von wel­cher Marke das Auto ist und ob das Design des­halb geschützt sein könn­te oder ob es ein fik­ti­ves Design ist.
Abgesehen davon ist das Auto etwas zu weit rechts, da es so mehr aus dem Bild „raus­fährt“ als „rein­fährt“, was ver­mie­den wer­den soll­te. Ansonsten ist das Bild aber stim­mig und auch als Stockfoto nütz­lich.

Hier sehen wir zwei abs­trak­te Köpfe, die durch einen Laserstrahl zwi­schen den Augen ver­bun­den sind. Laut Bildtitel soll die Aussage „Zwillinge“ und „Verbundenheit“ sein, für mich wirkt es eher wie der Versuch einer futu­ris­ti­schen Vision. Ich glau­be, wenn der Laserstrahl blau gewe­sen wäre und der Hintergrund statt schwarz auch einen bläu­li­chen Hintergrund bekom­men hät­te, wäre das die bes­se­re Wahl gewe­sen. So wirkt es etwas düs­ter und bedroh­lich.

Hier sehen wir eine Boje auf dem Meer. Dieses Bild ist super, der Himmel ist per­fekt, das Wasser mit den Wellen auch und die Boje ist gut plat­ziert. Ein super Stockfoto zum Thema „Seereise“ oder „Sicherheit“. Ohne die Boje wäre das Bild eben­falls uni­ver­sell ein­setz­bar.

Hier sehen wir die Weser in Bremen. Nüchtern betrach­tet ist es ein gutes, gelun­ge­nes Foto, aber in Zeiten der Hochglanz-​HDR-​Reisefotos wird so ein „nor­ma­le­res“ Bild eher unter­ge­hen bei den Bildagenturen. Ich emp­feh­le, den HDR-​Regler etwas mehr aus­zu­rei­zen und die Sättigung hoch­zu­dre­hen.

Ein Flugzeug mit bren­nen­den Triebwerken im Gewitter: Als Thema sicher gut geeig­net als Stockfotos, weil es davon kaum Bilder gibt. Die Umsetzung der Fotomontage könn­te beim Feuer sicher ver­bes­sert wer­den, das ist mir etwas zu gelb und der Rauch müss­te deut­lich dunk­ler sein.

Ein abend­li­cher Blick auf die Stadt Kassel: Im Gegensatz zum Bremen-​Foto oben fin­de ich hier die Farben deut­lich anspre­chen­der und hal­te es für ein sehr gutes Stockfoto. Gut, Kassel wird von Kunden sicher weni­ger nach­ge­fragt wer­den als ande­re euro­päi­sche Großstädte, aber dafür gibt es von Kassel auch weni­ger Bilder.

Das Foto zeigt Kräne am Hafen von Bremerhaven. Eine schö­ne Abendstimmung mit (ver­mut­lich) künst­li­chem Lens Flare, was dem Bild aber zuträg­lich ist. Eine gelun­ge­ne Hafenaufnahme, die auch als Stockfoto ihre Zwecke erfüllt.

Ein rie­si­ger Mond über dem Meer: Die Größenverhältnisse stim­men natür­lich nicht, aber das soll ver­mut­lich Absicht sein und passt hier auch, um die Wirkung zu unter­strei­chen. Vielleicht leh­ne ich mich phy­si­ka­lisch etwas aus dem Fenster, aber da der Mond selbst nicht leuch­tet, soll­te er kei­ne Reflexion auf dem Wasser erzeu­gen, neh­me ich an. Um die mär­chen­haf­te Stimmung des Bildes zu unter­strei­chen, hät­te ich einen Holsteg unten statt des Betons pas­sen­der gefun­den, aber ins­ge­samt trotz­dem ein Bild, was sich gut ver­kau­fen las­sen soll­te.

Als letz­tes Bild Plastikmüll im Meer: Definitv ein aktu­el­les Konzept, hier tech­nisch gut und pla­ka­tiv umge­setzt. Kann man nix gegen sagen, auf jeden Fall ein gelun­ge­nes Stockfoto!

Insgesamt zeich­nen sich die Bilder von Holger durch gut erkenn­ba­re Konzepte und brauch­ba­re Motive aus, die in der Ausführung ggf. etwas opti­miert wer­den könn­ten. Ich bin aber zuver­sicht­lich, dass das nur eine Frage der Übung und even­tu­ell eini­gen Tutorials ist, dann passt das. Insofern: Weiter so!

Wer eben­falls eini­ge sei­ner Fotos für eine kos­ten­lo­se Bildbesprechung ein­rei­chen will, fin­det auf die­ser Seite alle Informationen zur Teilnahme.

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 55

Nach lan­ger Pause gibt es heu­te eine neue Folge von „Pimp My Stock“. Sascha möch­te ein fun­dier­tes Feedback zur Verkäuflichkeit sei­ner Motive erhal­ten. Er schreibt über sich und sei­ne Fotografie in sei­ner Mail:

Moin Robert, mit den bei­gefüg­ten Bildern stel­le ich mich Deiner ein­ge­hen­den Bildanalyse in der Kategorie „Pimp my Stock“. Gerne kannst Du wenn Du magst dar­aus auch einen ent­spre­chen­den Blog-​Beitrag ent­wer­fen. 🙂

Folgendes vor­ab: Als lei­den­schaft­li­cher Amateurfotograf habe ich mich im Dezember 2017 unter dem Pseudonym EMOZION bei Shutterstock ange­mel­det und stel­le mich seit­dem mei­ner eige­nen Challenge zur Bildkritik.
Seitdem habe ich vie­les über die Anforderungen von Bildsuchenden und Marketing von Stockfotos gelernt: Konkret sind dies vie­le Erkenntnisse über alter­na­ti­ve Blickwinkel und Perspektiven und vor allem the­ma­ti­sche Fotografie.
Parallel zu der von mir initi­ier­ten Foto-​Community „Fotowalk – Discovery Hamburg“ gene­rie­re ich das über­wie­gen­de Bildmaterial mit dem Smartphone, wobei sich aktu­ell aber wei­ter­hin fest­stel­len lässt, dass das Bildmaterial im Vollformat deut­lich gefrag­ter ist. Warum eigent­lich?

Ein klei­nes Favorit mei­ner eige­nen Bilder-​Challenge sind die zahl­rei­chen Hintergrundmotive in den zwei Sets Textures & Backgrounds und Simple Pattern.

Beim Verschlagworten der Bilder gebe ich mir ent­spre­chend Mühe, die mobi­le App und die algo­rith­men­ba­sier­te Intelligenz der Bilderkennungssoftware von Shutterstock ist hier­bei lau­fend bes­ser gewor­den.
Insgesamt muss ich fest­hal­ten: Es ist ein abso­lut anspruchs­vol­les Métier um mit Stockfotos wirk­lich Geld zu ver­die­nen, aber dar­um geht es mir auch gar nicht. Wenn ich den Aufwand und den Kostenanteil sowie den steu­er­li­chen Anteil abrech­ne, dann brau­chen wir über die Wirtschaftlichkeit die­ser Challenge kei­ne ein­zi­ge Sekunde nach­zu­den­ken… Es macht mir aber ein­fach Spaß den Erfolg der eige­nen Bilder zu ver­fol­gen und dabei für mich zu ent­de­cken wel­che Art von Bildmaterial und Motiven ver­mark­tungs­ge­recht sind. Dementsprechend ent­wick­le ich mich foto­gra­fisch wei­ter und stel­le mir mei­ne eige­nen Foto-​Aufgaben. Trotzdem ist es ein­fach unver­schämt wie Shutterstock und alle ande­ren Stock-​Agenturen Fotografen ent­loh­nen und sich selbst berei­chern. Hier wächst die Kluft zwi­schen Bildanbietern und Plattformbetreibern wei­ter aus­ein­an­der.

Worüber ich mich immer wie­der wun­de­re ist auf­grund wel­cher absur­den Kriterien Bilder von den Algorithmen und ver­mut­lich zahl­reichs­ten „Off-Shore“-Mitarbeiten im Upload-​Prozess abge­lehnt wer­den. Das Interview mit Alex Lauer bestä­tigt mei­ne Erfahrungen. Sehr viel von dem, was er sagt, kann ich bestä­ti­gen, aller­dings gehe ich anders mit der Situation um… Wer etwas tut, macht das immer im eige­nen Interesse. Allerdings – und das ist unum­strit­ten – fin­det im Stockbereich ein immer weit­rei­chen­der Machtmissbrauch durch Quasi-​Monopolisten statt.

Aktuell sind es rund 1500 Bilder in 66 ver­öf­fent­li­chen Sets. Nachdem ich – ana­log zu Deinen Empfehlungen die Top3 der Stockagenturen ange­tas­tet habe – begren­ze ich mich inzwi­schen aus­schließ­lich auf Shutterstock.
Das Bildmaterial gene­rie­re ich inzwi­schen sowohl mit einem iPhone X und einer Canon EOS 5D Mark III.

Mit bes­ten Grüßen aus Hamburg
Sascha“

Schauen wir uns sei­ne Bilder an:

Das ers­te Bild zeigt ein Mädchen auf einem Segelboot. Der wei­ße Rahmen ist etwas, was bei jeder Bildagenturen uner­wünscht ist und so gut wie immer zu einer Ablehnung führt, denn der Kunde soll nicht für unnö­ti­ge wei­ße Flächen bezah­len, die er leicht selbst hin­zu­fü­gen könn­te. Abgesehen davon ist das Bild durch­aus brauch­bar. Der Horizont ist gera­de, der Himmel fast wol­ken­los blau. Einzig die gro­ße dunk­le Fläche rechts unten im Bild wirkt etwas stö­rend, aber nicht so sehr, dass das Foto nicht trotz­dem zum Thema „Reisen“ und „Urlaub“ ver­wen­det wer­den könn­te. Noch bes­ser als die anony­me Rückenansicht wäre sicher eine seit­li­che Ansicht der Person gewe­sen, wo sie ver­träumt in die Weite schaut, aber ich ver­ste­he, wenn das aus per­sön­li­chen Gründen even­tu­ell uner­wünscht ist.

Beim Foto des brau­nen Labradors wird es schwie­ri­ger. Haustiere sind auf­grund der leich­ten Verfügbarkeit ein sehr oft umge­setz­tes Motiv und ent­spre­chend hoch ist die qua­li­ta­tiv star­ke Konkurrenz auf die­sem Gebiet. Ich mag das Licht in die­sem Bild, befürch­te aber, dass die Haltung der Pfoten und vom Schwanz ungüns­tig ist, weil der Hund so auf klei­ne­ren Formaten weni­ger gut erkenn­bar ist. Außerdem wirkt der Hintergrund mit sei­nem har­ten Schatten unru­hig und trägt wenig zur Bildstimmung bei. Insofern sehe ich hier lei­der nur gerin­ge Verkaufschancen.

Dieses Herz aus Laub bedient sich eines Konzepts, was immer sehr gefragt ist: Liebe. Die Umsetzung lässt aller­dings noch eini­ge Verbesserungen zu. Am auf­fäl­ligs­ten ist der Baumstamm in der obe­ren lin­ken Ecke, der pro­blem­los hät­te retu­schiert wer­den kön­nen. Ähnliches gilt für das Laub und Gras unten links. Etwas ungüns­tig ist auch, dass das Herz links sehr eng beschnit­ten ist und Designern so kei­nen Spielraum für eige­ne Formate lie­fert. Insgesamt hät­te ich mir auch eine Perspektive direk­ter von oben gewünscht, was je nach Begebenheiten vor Ort viel­leicht schwie­rig war. Deshalb: Idee gut, Ausführung ver­bes­se­rungs­wür­dig.

Das nächs­te Foto zeigt Sarnico Paratico in Italien. Für ein Tourismusfoto hat es alles, was es braucht: Blauer Himmel mit wei­ßen Wolkentupfern, schö­ne Farben und Reflexionen im Wasser und mit dem roten Gebäude rechts einen pas­sen­den Farbtupfer. Ich wür­de das Bild etwas wei­ter nach links kip­pen, um die Strandpromenade hori­zon­ta­ler aus­zu­rich­ten, aber ansons­ten ist es ein gutes Stockfoto. Ob die Gegend selbst häu­fig genug nach­ge­fragt wird, um das Bild lukra­tiv zu machen, kann ich spon­tan lei­der nicht beur­tei­len.

Diese grü­nen Wände einer Hamburger U‑Bahn-​Station eig­nen sich gut als Hintergrund. Ich hät­te viel­leicht ver­sucht, zumin­dest eine der Linien am Bildrand aus­zu­rich­ten, ver­mut­lich am ehes­ten die unte­re, aber trotz­dem hat das Bild eine Dynamik, die gefragt sein könn­te. Ich wür­de das Bild noch blau ein­fär­ben, um es moder­ner und tech­ni­scher wir­ken zu las­sen.

Dieses Hollandrad in Hamburg sorgt für eine gute Tiefenwirkung im Bild, was es sehr gut für Reiseführer oder Webseiten geeig­net macht. Mit der rich­ti­gen Verschlagwortung funk­tio­niert das Foto auf jeden Fall.

Das Gleiche kann ich bei die­sen Spaziergängern am Strand lei­der nicht sagen. Der Mann im Vordergrund ist zu sehr im Schatten, die Frau rechts wirkt durch den Wind in der Jacke zu unför­mig und die Frau hin­ter dem vor­de­ren Mann sorgt dafür, dass die Konturen von bei­den qua­si inein­an­der­lau­fen und nicht gut erkenn­bar sind. Dazu kommt, dass der Mann nicht bar­fuß läuft, was für das Sommer-​Sonne-​Strand-​Feeling deut­lich hilf­rei­cher wäre. Im Kontrast zu die­sem Strand-​Bestseller* wird deut­lich, was ich mei­ne.

Ein wei­te­rer Hintergrund aus Linien in ver­schie­de­nen Grüntönen. Schlicht, aber wir­kungs­voll. Einzig die win­zi­ge hel­le Ecke rechts unten hät­te noch retu­schiert wer­den kön­nen. Außerdem hät­te das Motiv ver­mut­lich sehr leicht auf die dop­pel­te Breite gestreckt wer­den kön­nen, um es als Panorama anbie­ten zu kön­nen. Kann als Stockfoto funk­tio­nie­ren, aber das Angebot ist hier eben­falls schon sehr groß.

An die­sem Nachtpanorama der Porta Westfalica bei Minden habe ich nichts aus­zu­set­zen. Das Licht wirkt fan­tas­tisch und das Kaiser-​Wilhelm-​Denkmal fällt durch die Beleuchtung gut auf, was ange­sichts sei­ner tou­ris­ti­schen Bedeutung sehr hilf­reich für das Stockfoto ist. Die Bäume links und rechts unten sor­gen für Tiefenwirkung. Ein sehr gutes Foto, was sicher sei­ne Abnehmer fin­den wird.

Als letz­tes Foto haben wir eini­ge Häuser im Hamburger Stadtteil Eppendorf. Aus archi­tek­tur­fo­to­gra­fi­scher Sicht lei­der eher ein Schnappschuss, obwohl der blaue Himmel und das seit­li­che Licht den wei­ßen Häusern sehr schmei­cheln. Ungünstig sind aber die Verzerrungen durch die seit­li­che und nied­ri­ge Perspektive. Auch der Baum oben rechts wirkt zu dun­kel. Trotzdem mag es eini­ge Käufer geben, die mit dem Bild Immobilienthemen, stei­gen­de Mieten oder Eigentumswohnungen illus­trie­ren wür­den, ich wür­de es also nicht ganz abschrei­ben.

Insgesamt haben mir die Landschaft- und Städtaufnahmen am meis­ten zuge­sagt und ich wür­de in die­ser Richtung wei­ter­ma­chen.

Falls ihr eben­falls an einer kos­ten­lo­sen Bewertung eurer Fotos inter­es­siert seid, fin­det ihr auf die­ser Seite alle not­wen­di­gen Informationen.

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