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Immer noch betrügerische Scam-Mails an Models im Umlauf

Ich hatte schon vor vier Jahren an dieser und dieser Stelle vor Scam-Mails gewarnt, welche Models und Fotografen betrügen wollen.

Da gerade wieder die nächste Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ anläuft und Models immer noch berichten, dass sie sehr fragwürdige Jobangebote bekommen, die einfach zu gut klingen, um wahr zu sein, möchte ich wieder kurz ein Beispiel vorstellen, was ich hier im Forum der Model-Kartei gefunden habe.

Die Masche des Tricks funktioniert im Prinzip immer gleich, nur die Details ändern sich. Der Ablauf sieht meist so aus:

  1. Ein angeblicher Fotograf, fast immer aus dem Ausland, fragt ein Hobby-Model, welches sich bei der Model-Kartei, Stylished, Facebook oder einer anderen Plattform angemeldet hat, kurz per Privatnachricht o.ä., ob es Interesse an einem Shooting habe.
  2. Wenn das Model Interesse bekundet und nach Details fragt, kommt eine sehr ausführliche Mail, in denen viele tolle Sachen und ein hohes Honorar versprochen werden. Diese lautet z.B.

„Hello [Name des Models],
Thank for your interest and Nice reading from you,here is more information about the assignment is a £1600 pay Fashion job (Assignment) for you, My client wants to update her Catalog with her new year release Fashion outfits and to host one of the 2013 model event with her new fashion from Italy this assignment is to encourage the upcoming models in the industry she is affiliated with the Academy Art, you don’t have to be worried about your experience or present look because we have specialist stylist and make artist who will bring the real beauty out of you, I’m a professional photographer/Manager with 7years experienced :). Find all details for the job below..

Job Location
The shooting will hold at a rented photographers studio in your location, so you don’t have to worry about traveling ,the name and address of the studio will be forwarded to you before the date of the shooting, all make up will be taken care of in the studio. You can come along with any body of your choice on the day of the shooting, your mum, dad, friend, body-guard anybody you wish to come with just for you to feel more comfortable.

Job details
You have 12 different Fashion outfits to cover,which would be provided by our client on the day of the shooting.

Types of cloths
Jeans and Jackets

Name of client
[Name einer seriösen US-Designerin inklusive deren Webseite]

Company Name/Designer
[Name einer seriösen Designerin inklusive deren Webseite]

Job percentage
The total pay for the jobs is £1600 as your part payment before the shoot to assure you that the job is yours and for you to get the necessary thing you needed for the shoot . Shooting Date the date for the shooting is not fix,i will have to make arrangement for that ahead from now,I will email you the exact date for the shooting a week before as soon as the arrangement is completed with our client.

Requirements
Very Attractive, Classy, In Great Shape, Extremely Outgoing & Personable, out spoken, Must be Reliable.

Payment Policy
As part of my working policy and ethics,i receive part payment from any client before I proceed with any job and balance immediately after the shooting,this is to identify a serious client and ascertain the job,I hope you comprehend this fact.

I will keep you updated as to when our client wants to make upfront payments

Expectation
you need to have good and attractive poses .(start practicing) Basically this is all required of you,for your make up my client will be taken care of it,you don’t have to be bother for any make up,please get in touch with me if you will take the job and we can go from there,just let me know if you will take the job to commence with next arrangement.

Do send your recent picture to me .

My homepage
[erwähne ich mal nicht, sieht aber schick aus]

Please I’d like you to check your email on a regular bases, I might have updates for you..

Thank And God Bless You …“

3. Es ist jetzt egal, was das Model antwortet. WENN es antwortet, bekommt es auf jeden Fall die Zusage für den „Job“, welche ungefähr so aussieht:

„Hello [Name des Models],

I’m glad to inform you have read back from my client and she was pleased by working to work with you for the catalog shoot and assured me that part payment will be mailed to you, until you receive
and confirm payment we will not shoot, your total pay for the job is £1,600 and part payment will be mailed to you first and the balance after the shooting, i hope you understand ? Send me your payment
details as to which our client is to mail out your part payment to you in the form below

Your Full Name ( As it will be written on Cheque) :………………..
Full Address :……….
Home Phone #……………………
Cell Phone……………………..
Age :………….
Height:………..
Weight…………
Waist………….
Shoe Size………
Waist size……..
Clothing Size:
Burst size………
Outseam…………
Inseam:…………
Suit/Jacket:……..
Shirt/Nec………..
Shoe Size……….
Any Exscort (If Yes Who?)

All Your information will be well kept,Also she said after we confirm the part payment, we will all have a fixed date and location for the shooting that best fits. Make-up, hair etc would be taken cared of at
the Studio as we are presently deliberating with some studio agents over location, remember you can come along with anyone of your choice.You have 12 different fashion outfits to cover as i already
mentioned which would be provided by our client on the day of the shooting.most type of clothing will be Jeans and Jackets Regards your poses just be practice the one you know for now as time goes on before
the shooting date there will be someone to practice with you and teach you more pose and styles that will suit the shoot as i know you are professional too.,as you know this catalog will publish world wide this may be your open way opportunity. I hope all is well stated, make sure you get back with required payment details at once thank you.

Regards,
Peter“

Wie funktioniert der Betrug?

Ganz einfach: Der Täter schickt wirklich vorab einen Scheck, sogar mit einer höheren Summe als in der Email vereinbart. Kurz darauf kommt eine Nachricht, dass man versehentlich zuviel Geld geschickt habe und das Model die Differenz auf ein Konto (oder via Moneybookers oder Western Union o.ä.) überweisen solle. Das Model macht das brav, weil es ja den gutbezahlten Modeljob haben will. Kurz darauf teilt die Bank dem Model mit, dass der erste Schick nicht gedeckt sei und das Model deshalb kein Geld bekomme. Das überwiesene Geld ist aber weg!

Was sollte das Model stutzig machen?

Ein angeblich Fotograf will für ein Shooting in den USA ein deutsches Model buchen und in britischen Pfund? Das klingt schon mal komisch. Und seltsam, dass der angeblich englische Muttersprachler so viele Schreibfehler in seinen Nachrichten hat. Außerdem sind £1.600 ca. 1.850 Euro, das ist eine Tagesgage, welche selbst Topmodels neidisch werden ließe. Bei solchen Summen werden Models auch nicht mehr nur „nach Fotos“ gebucht, sondern es finden immer Castings statt. Generell kann der Betrüger in seiner Mail so viele, tolle, schöne Sachen (Flug, Unterkunft, Verpflegung umsonst, Modeltraining etc.) versprechen wie er will, weil es sowieso nur um den falschen Scheck geht und danach kein Shooting stattfinden wird.

Die im Text erwähnten realen Firmen und Designer habe ich übrigens kontaktiert und diese bestätigten mir, dass sie mit diesen Mails nichts zu tun haben.

Welche Varianten des Betrugs gibt es?

Da die Art des Auftrags vollkommen egal ist und das Ziel des Betrügers nur ist, dem Empfänger einen glaubhaften Grund zu geben, ihm einen ungedeckten Scheck zu schicken und um eine Rücküberweisung des zuviel gezahlten Geldes zu bitten, kann er viel erzählen. Fotografen werden mit fürstlichen bezahlten Bikini-Shootings auf einer Karibik-Insel gelockt, Visagisten wird eine Zusammenarbeit mit Top-Models versprochen, Tänzern wird erzählt, dass sie einen großen Auftritt in einem renommierten Haus bekämen und so weiter.

Wie soll mit solchen Mails umgegangen werden?

Löschen und vergessen. Ganz einfach.

Habt ihr auch schon solche Mails bekommen? Wie habt ihr reagiert?

Mein drittes Apotheken-Shooting für Bildagenturen

Langsam bekomme ich Routine. Vor drei Jahren hatte ich ein einer orangenen Apotheke ein Model fotografiert und ein ein Jahr später in einer anderen Apotheke mit vier Models. Weil beide Shootings gut liefen und medizinische Themen weiterhin gefragt sind, wollte ich das wiederholen. Die Apthekerin der ersten Apotheke erklärte sich bereit und sprach wieder mit ihrer Chefin, um uns die Erlaubnis für die Nutzung der Apotheke zu geben.

Wie beim letzten Mal galt: Das ist eine der größten Apotheken, in denen ich je war, was den Vorteil hat, sich räumlich sehr gut bewegen zu können und ich viel Platz hatte, um Blitz, Reflektor etc. aufzustellen. Einer der beiden Kritikpunkte beim letzten Shooting in der Apotheke war, dass mit einem Model nur eine begrenzte Anzahl von Motiven möglich ist. Deswegen fragte ich ein anderes Model, welches ich schon fotografiert hatte. Er schlug auch seine neue Freundin als drittes Model vor und da diese sich vom Typ von der Apothekerin unterschied, passte das sehr gut.

Der zweite schwierige Punkt war die Farbtemperatur wegen der ganzen orangenen Regale. Deshalb nahm ich sowohl eine größere Softbox und nutzte mehr Aufhellicht von vorne, um den Farbstich besser aus den Gesichtern der Models zu bekommen. Die Kittel hatte ich von vom letzten Apotheker-Shooting. Merke: Sinnvoll eingekaufte Requisiten können gut wiederverwendet werden.

Meine Bestseller der letzten beiden Shootings zeigten mir deutlich, was für Motive gut laufen und so konzentrierte ich mich darauf.

Selbst wenn der Fokus bei einem Bild auf einem Model lag, konnte ich die anderen beiden zum „Füllen“ des Hintergrunds einsetzen. Wie schon bei beiden Apotheken-Shootings zuvor war es wieder eine Qual, die Logos und Markennamen von den Medikamenten im Hintergrund zu entfernen. Einige Bilder wurden deswegen auch trotz intensiver Retusche abgelehnt. Das untere Bild habe ich mit Blende 2,8 fotografiert. Zwar hatte ich auch das 85mm-Objektiv mit Blende 1.2 in der Tasche, aber das nützte selten was, denn bei mehreren Personen im Bild hätte die Blende 1,2 schnell dafür gesorgt, dass mindestens eins der Models zu unscharf gewesen wäre. Der Tresen ließ sich auch nicht nach vorne verschieben und so musste ich einen Kompromiss schließen.

Damit ich trotz gleicher Location und Models etwas Neues hinzufüge, habe ich diesmal am Ende der Fotosession kurzerhand die Kamera aufs Stativ gestellt, eine sehr offene Blende gewählt und die Models gebeten, kurze Beratungssituationen zu mimen:

So bekam ich ca. 15 nutzbare kurze Videoclips. Da nur ein Reflektor und das vorhandene Licht genutzt wurde, sind die Videoaufnahmen garantiert verbesserungsfähig, aber für die zusätzliche halbe Stunde hat sich der Aufwand finanziell gelohnt.

Was sagt ihr zu den Fotos? Wie hättet ihr die Videos verbessert?

Das Alter der Models in der Stockfotografie

Jedes Mal, wenn ich beim Zahnarzt auf dem Stuhl sitze und mich die Zahnärztin lächelnd begrüßt, bin ich kurz irritiert. Wenn ich sie beschreiben müsste, würde ich sagen, dass sie eine attraktive, junge Frau mit langen, schwarzen Haaren ist, schätzungsweise Mitte 20, in einem engen weißen Top und mit einem Pferdeschwanz.

Erkennt ihr den Fehler?  Die Wahrscheinlichkeit, dass eine junge Frau Mitte 20 noch in der Lernphase für ihre Abschlussprüfung steckt, ist sehr hoch. Normalerweise fangen die jüngsten Zahnärzte mit ca. 25-27 Jahren ihre Arbeit an.

Es kann natürlich sein, dass meine Zahnärztin schon älter ist, aber immer noch jung aussieht, doch in der Stockfotografie geht es eben um den „Schein“ nicht das „Sein“. Niemand interessiert sich dafür, was meine Models außerhalb eines Fotoshootings machen (wenn sie nicht gerade Erotikstars sind), wenn sie die Rolle, die sie auf den Stockfotos verkörpern sollen, glaubwürdig darstellen können.

Diese Glaubwürdigkeit eines Models entsteht hauptsächlich durch drei Faktoren: Geschlecht, Alter und Requisiten. Die Requisiten sind ein eigenes Thema und wer Interesse daran hat, dem empfehle ich das Kapitel 10 in meinem „Stockfotografie“-Buch*. Auch beim Geschlecht gibt es meist nur zwei Möglichkeiten. Beim Alter gibt es deutlich mehr Variationen.

Es ist aber nicht schwer, das richtige Alter eines Models für ein bestimmtes Fotomotiv festzulegen, wenn ihr in Wahrscheinlichkeiten denkt. Wie häufig kommt die geplante Konstellation von Alter/Geschlecht vor und welche anderen Konstellationen sind wahrscheinlicher? In diesem Blogartikel hatte ich beschrieben, wie mich die Chefin eines Fitnesscenters darauf hinwies, was die typische Zielgruppe ihres Sportstudios sei. Daran habe ich mich bei der Modellauswahl gehalten.

Jemanden zu fragen, der Ahnung von der zu fotografierenden Branche hat, ist eine einfache und unfehlbare Methode, die richtige Altersspanne der Models herauszufinden.

Trotzdem sehe ich ständig Stockfotos, die unfreiwillig komisch wirken, weil das Model nicht passt.  Ein typisches Beispiel ist die junge, gertenschlanke Blondine im Blaumann und Schutzhelm, die Anfang 20 ist. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine attraktive junge Frau, die aussieht, als könne sie keine fünfzehn Kilo stemmen, einen Beruf ergreift, der es erfordert, einen Blaumann anzuziehen? Sehr gering. Viel realistischer ist ein unrasierter, muskulöser, braungebrannter Mann ab Ende 20.

Ebenfalls berüchtigt in den Microstock-Portfolios sind die halbnackten jungen Frauen mit großer Oberweite im Nikolauskostüm, die mehr Haut als Stoff zeigen. Das mag oft die Fantasien der älteren, männlichen Fotografen bedienen. Aber wenn ihr Kinder – immerhin die größte Zielgruppe für Fotos mit Weihnachtsmännern – bittet, ein Bild vom Nikolaus oder Weihnachtsmann zu malen, werden die Bilder kaum wie die der beschriebenen Weihnachtsbunnies aussehen. Und vergesst Klebebart und Kopfkissen: Nehmt gleich einen dickeren älteren Herren mit ergrautem Vollbart.

Ich gebe zu, dass ich in meiner Anfangszeit auch oft den Fehler gemacht habe, das Alter der Modelle zu ignorieren. Jetzt im Nachhinein frage ich mich, was ich mir dabei gedacht habe, eine Siebzehnjährige im Anzug zu fotografieren? Das würde höchstens zu einer Konfirmation passen und auch nur, wenn die Requisiten und das Umfeld stimmen. Ein Mann Anfang 40 im Anzug hingegen kann alles sein: Rechtsanwalt, Manager, Lehrer, Berater, Chef, Politiker, Beamter und so weiter. Das heißt für den Fotografen: Deutlich höhere Chancen, mit diesen Fotos Geld zu verdienen.

Für das Motiv nicht ganz geeignet vom Alter.

Meine Erfahrung zeigt, dass es im Zweifel sinnvoller ist, eher Models zu wählen, die etwas älter als etwas zu jung sind. In diesem Blogartikel hatte ich über ein Shooting von mir in einer Universität geschrieben. Als Models hatte ich Leute Anfang bis Mitte 20 gewählt. Es kam der Kommentar, dass im Zuge der Bologna-Reform und der Bachelor-Studiengänge die Studierenden heute immer jünger würden und ich jüngere Models hätte wählen sollen. Dem kann ich zustimmen. Kürzlich habe ich aber festgestellt, dass die Motive meines Uni-Shootings auch gerne  in der Werbung für Erwachsenenbildung oder für Weiterbildungsmaßnahmen benutzt werden.  Wären die Models alle einige Jahre jünger gewesen, hätte es besser zum Thema Studium gepasst, aber die zusätzliche Zielgruppe der Erwachsenenbildung hätte ich dann mit meinen Bildern vielleicht nicht erreicht.

Übrigens: Ich habe gestern meine Zahnärztin nach ihrem Alter gefragt. Sie meinte, sie sei 32, fühle sich aber geschmeichelt, dass ich sie auf Mitte 20 schätze.

Nach welchen Kriterien entscheidet ihr euch beim Alter eurer Models?

* Affiliate-Link

Darf man Stockfotos für Erotikseiten oder Sexshops benutzen?

Vor paar Tagen habe ich wieder eine interessante Frage per Email bekommen, die ich gerne öffentlich beantworten will, weil ich manchmal ähnliche Probleme in der Praxis hatte.

„Hallo Herr Kneschke,

ab und zu sehe ich auf Ihrem Blog mal vorbei. Fand es bisher immer sehr lehrreich.

Jetzt habe ich eine Frage. Für einen Erotikshop, Kleidung bis Sexspielzeug, werden neue Bilder benötigt. Ist es erlaubt, dafür z. B. ein Microstock-Bild zu kaufen? Es geht einfach um eine lächelnde, attraktive Frau, weder in erotischer Pose noch ähnlichem. Ist eine solche Verwendung problematisch?

Viele Grüße,
[Name entfernt]“

Die kurze Antwort: Ja, eine solche Verwendung ist problematisch, denn es ist meist nicht erlaubt.

Ich habe hier in meinem Blog einen Überblick über die erlaubten und verbotenen Verwendungen veröffentlicht. Vor allem die amerikanischen Agenturen sind da sehr streng.

Fotos für einen Erotikshop zu nutzen, ist von den Agenturen meist untersagt, weil die Nutzung entweder als „pornografisch„, „diffamierend“ oder als „unmoralisch“ ausgelegt werden könnte. Ob die Fotos in neutraler Pose oder eher sexy und lasziv sind, spielt da eine untergeordnete Rolle. Die „Compliance and Enforcement“-Abteilung von iStockphoto argumentierte in der Vergangenheit zwar manchmal bei erotischen Fotos, dass den Models klar sein müsse, in welchem Umfeld solche Fotos benutzt werden, aber eins der betroffenen Models hatte die Sache selbst juristisch verfolgt und sowohl eine Entfernung als auch Entschädigung erwirkt.

Ein weiterer Punkt, an den selten gedacht wird, ist, dass Geschäftsbetreiber zur Einhaltung geltender Gesetze verpflichtet sind und da der Bildkäufer beispielsweise nicht weiß, ob ein abgebildetes Model möglicherweise minderjährig ist, könnte es neben den oben genannten Punkten auch zu Problemen wegen des Alters (Stichwort Jugendschutzgesetz) kommen.

Ich hatte beispielsweise ein Foto von einer feiernden Mädchengruppe gemacht, von denen mindestens eins der Models unter 18 Jahren war. Das lizenzierte Foto wurde von einem der abgebildeten Models auf einer Webseite gefunden,  die für „Dildo-Partys“ geworben hatte. Das Model war nicht erfreut und der Shop-Betreiber hat das Foto auch schleunigst entfernt.

Ich kenne auch weitere Fälle, in denen Models und/oder Fotografen allergisch auf solche Nutzungen reagieren und diese meist erfolgreich kostenpflichtig abgemahnt haben.

Ich empfehle daher, entweder vor einer Nutzung über die Bildagentur den Fotografen und die Models mit einer Skizze oder einem Webseiten-Layout zu fragen, ob alle mit einer Nutzung einverstanden sind oder direkt einen Fotografen zu beauftragen, der das gewünschte Foto umsetzt. Auch da sollten sowohl Fotograf als auch die Models im Vorfeld auf die geplante Verwendung hingewiesen werden. Eine weitere Möglichkeit wäre, Material von Bildagenturen zu nutzen, welche sich auf den „Adult-Bereich“ spezialisiert haben.

Welche Erfahrung habt ihr mit der Nutzung von Stockfotos im erotischen Kontext gemacht?

Making-Of: Supermarkt-Stockfoto-Shooting aus der Sicht eines Fotoassistenten

Meine Erfahrungsberichte von Shootings scheinen recht beliebt zu sein. Heute gibt es aber mal einen Erfahrungsbericht der anderen Art, da ich den Fotoassistent meines letzten Shootings gefragt habe, ob er nicht mal ein Shooting aus seiner Schild schildern will. Los geht’s:

Mein Name ist Markus Mainka und ich wohne in der Nähe von Stuttgart. Ich bin gelernter Verkehrsplaner und eines meiner Hobbys ist schon seit vielen Jahren Planespotting bzw. die Flugzeugfotografie. Meine Bilder kann man unter anderem hier betrachten. In den letzten Monaten habe ich auch vermehrt Fotos bei Microstock-Agenturen (vor allem Reise- und Food-Bilder) hochgeladen. Da die Anforderungen dort sich jedoch erheblich von der Flugzeugfotografie unterscheiden und ich mich auch an die People-Fotografie wagen will, habe ich Robert gefragt, ob ich ihm bei einem seiner Shootings assistieren darf, um einen Einblick in seine Arbeitsweise zu erhalten. Vor einigen Wochen war seine Assistentin verhindert und so sprang ich kurzfristig ein.

Die Location

Thema des Shootings war „Supermarkt“ und der Treffpunkt war um 6:30 Uhr vor einer bekannten Kölner Supermarktkette und zwar an einem Wochentag, so dass normaler Kundenverkehr herrschen würde und wir den Supermarkt somit nicht für uns alleine hatten, was aber erstaunlicherweise nur wenige Probleme mit sich brachte. Der frühe Beginn war wichtig, da unter der Woche morgens noch kein großer Andrang herrschte. Vor allem am späten Vormittag wurde es jedoch spürbar lebhafter.

Obwohl der Supermarkt sehr zentral liegt, ist er recht großzügig angelegt, mit Treppen, die ins untere Geschoss führen, so dass sich die Kunden einigermaßen verteilt haben. Vor allem der Eingangsbereich mit der Obst- und Gemüseabteilung bot sehr viel Platz zwischen den Regalen. So konnte man die Ausrüstung aufstellen und die Kunden konnten dennoch problemlos an uns vorbeikommen. Zudem gab es eine Drogerieabteilung, die auch in anderen Märkten normalerweise eher weniger frequentiert wird. Hier konnte man Bilder vor hohen Regalen schießen.

Die Teilnehmer

Am Shooting nahmen insgesamt vier Models teil, wobei Robert mit zwei von ihnen bereits zusammengearbeitet hat und ich sie von seinen früheren Bildern kannte. Mehr waren nicht nötig und bei den meisten Einstellungen kamen ohnehin nur jeweils zwei Models zum Einsatz. Lediglich bei den Bildern an der Kasse (Warteschlange) sind alle vier gleichzeitig zu sehen. Zudem war ein Art Director anwesend. Die Filialleitung erlaubte uns, den Mitarbeiterraum mitzubenutzen, so dass wir das nicht benötigte Equipment dort lassen konnten. Außerdem konnten sich die Models dort umziehen. Bevor es losging, wurde die von den Models mitgebrachte Kleidung für das Shooting ausgewählt und der Körperschmuck abgelegt.

Was mir sofort auffiel, war die Professionalität der Models, obwohl für alle das Modeln nur ein Hobby ist und sie hauptberuflich einer anderen Beschäftigung nachgehen bzw. studieren. So war es für sie kein Problem, auf Ansage zu lächeln oder eine andere Anweisung von Robert zu befolgen. Dadurch verlief das Shooting recht zügig und der Spaß kam dennoch nicht zu kurz.

Der Ablauf

Nach dem Aufbau der Ausrüstung und dem Umziehen der Models ging es direkt in den Verkaufsraum, wo wir nach dem Einstellen des Lichts und des Weißabgleichs sofort loslegten. Da – wie erwähnt – die Räumlichkeiten recht großzügig waren, gab es kaum Probleme mit dem normalen Kundenbetrieb. Und wenn ein Kunde doch mal genau dahin musste, wo wir gerade standen, war es auch kein Problem, das Shooting für ein paar Sekunden zu unterbrechen: der Supermarktkunde hat natürlich immer Vorrang vor unserem Shooting!

Ich hätte erwartet, dass uns mehr Einkäufer ansprechen würden, was wir da tun würden oder uns von weitem beobachten würden. Doch die meisten haben uns kaum beachtet, was sicherlich daran lag, dass sie lediglich schnell ihre Einkäufe erledigen wollten oder weil in der Medienstadt Köln Film- und Fotoaufnahmen keine Seltenheit sind. Ich bin mir sicher, dass dies in Stuttgart anders sein würde.

Als der Kundenstrom es zuließ, haben wir einige Szenen an der Kasse geschossen. Auch wenn es bei Stockbildern immer sehr schwierig ist, es vorher einzuschätzen, so meine ich, dass diese Fotos sich am besten vom ganzen Shooting verkaufen werden (zusammen mit dem Foto, das einen Marktleiter symbolisieren soll). Lustigerweise dachten einige Kunden, dass diese Kasse tatsächlich geöffnet war und stellten sich hinten an, obwohl eigentlich offensichtlich war, dass wir dort unsere Fotos schießen. Manche ließen sich selbst nach einem Hinweis nicht davon abbringen, weiter in der künstlichen Schlange zu stehen.

Ohne Pause haben wir eine Szene nach der anderen bis kurz vor 13 Uhr umgesetzt. Anschließend wurde der Papierkram (Model- und Property-Releases) erledigt und die Models bekamen ihr Honorar.

Die Requisiten

Es gab nur wenige Requisiten, die speziell für dieses Shooting besorgt wurden. Im Prinzip waren es lediglich die roten Kittel, die zum Einsatz kamen und eine Schiefertafel. Alle anderen hatten wir sowieso zur Hand, wie zum Beispiel Smartphones oder Geldscheine und EC-Karten.

Die Ausrüstung

Es kam wieder die bewährte mobile Ausrüstung von Robert zum Einsatz, die er zum Beispiel im Beitrag zum Universität-Shooting beschrieb. Abweichend davon wurden die Fotos jedoch mit der neuen Canon 5D Mark III* geschossen. Zudem wurde für manche Bilder das 50mm f1.8 Festbrennweiten-Objektiv* benutzt.

Der Einsatz des Canon Speedlite 580 EX II-Blitzes* an der großen Lastolite Ezybox* sorgte für einen minimalen Platzbedarf und ersparte uns die Suche nach einer Steckdose bei einem Locationwechsel. Hätten wir Studioblitze mit Netzanschluss benutzt, so bestünde zudem die Gefahr, dass Kunden über die Kabel stolpern. Von der anderen Seite wurden die Models mit dem Mini-Reflektor* von California Sunbounce aufgehellt. Zudem war selbstverständlich die Deckenbeleuchtung des Supermarktes eingeschaltet.

Die gerade geschossenen Bilder wurden an ein iPad* gesendet. So konnte man in Sekundenschnelle das Foto in großer Auflösung betrachten, die Schärfe kontrollieren und mögliche Fehler erkennen bzw. Verbesserungspotentiale sofort umsetzen.

Die Nachbereitung

Den größten Zeitaufwand wird wohl die Retusche der Markennamen und geschützten Logos in Anspruch nehmen – weniger in der Gemüseabteilung, dafür mehr bei den Drogeriefotos, auch wenn sich Robert durch die stark geöffnete Blende viel Retuschearbeit erspart hat. Im Bereich der Kasse gab es viel großformatige Werbung mit dem Logo des Marktes.

Das Fazit

Insgesamt hat Robert 800 bis 900 Fotos geschossen, von denen wohl so um die 100 in die verschiedenen Agenturen hochgeladen werden. Ich war erstaunt, wie man mit letztendlich einfachen Mitteln erstaunliche Ergebnisse abliefern kann. Doch in meinen Augen ist eigentlich nicht nur das Technische oder das Shooting-Thema hauptsächlich für den Erfolg verantwortlich, sondern es sind auch die Models. Wenn man Roberts Fotos von vor ein paar Jahren mit den heutigen vergleicht, so kann man – meine ich – auch eine deutliche Entwicklung bei der Auswahl der Models feststellen und dieser Eindruck hat sich vor Ort bestätigt. Bei der großen Auswahl an ähnlichen Motiven in den Datenbanken der Agenturen entscheidet wohl oft die Ausstrahlung eines Models darüber, warum sich ein Kunde für ein bestimmtes Foto entscheidet.

[Kleine Ergänzung von Robert: Die fertigen Bilder gibt es entweder einzeln über Westend61 zu kaufen oder gebündelt auf der VCD „At The Supermarket„.]

* Affiliate

Wie bereitet ihr euch auf große Shooting vor?