Schlagwort-Archive: Jupiter Images

Stockfotografie-News 2010-02-05

Oh Mann, wer Stockfotografie betreibt, dem wird nie langweilig. Letzte Woche gab es vor allem zwei Meldungen, welche die Branche erschütterten. Beide Male hatte der Marktführer Getty Images seine Hände im Spiel.

  • Die Microstock-Agentur StockXpert, die über den Umweg Jupiter Images von Getty aufgekauft wurde, wird nun endgültig geschlossen. Den genauen Wortlaut der Meldungen gibt es hier. Es gibt hier eine ausführliche Erklärung, was wie wann mit welchen Bildern passiert und auch im StockXpert-Forum gibt es nähere Infos.
  • Nur einen Tag vorher kündigte Getty Images den Start der Marke „ThinkStock“ an. Unter dieser Marke sollen jetzt Bilder von Getty Images, Jupiter Images und iStockphoto (sowohl „Reste“ des Portfolios von StockXpert) gebündelt als Abonnement verkauft werden. Die Grenzen zwischen RF und Microstock sind damit endgültig aufgehoben worden und Microstock ist in der Mitte des Bildermarktes angekommen.
  • Über das Microstock-Wordpress-Plugin hatte ich schon berichtet, jetzt gibt es das Ganze auf einer eigenen Webseite. Mit dem Plugin können Blogger direkt von WordPress aus Fotos der Bildagentur Fotolia kaufen und mit eventueller Kundenwerbung unter Umständen auch etwas verdienen. Übrigens: Alle Fotolia-Neukunden, die sich über den Link im Plugin anmelden, erhalten bis 30. April 2010 5 Credits gratis.
  • Canon stellt die neue Firmware 1.0.6 für die Canon EOS 1-D Mark IV vor, die unter anderem den Autofokus verbessern soll.
  • iSyndica bietet mittlerweile neben der Distribution von Fotos, Videos und Vektoren jetzt auch Audio an.


Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch.

Stockfotografie-News 2009-08-17

Guten Morgen. Na, habt ihr gedacht, ich vergesse die News? Nö, sie kommen diesmal nur etwas später, da ich mir an der holländischen Nordsee den Sand auf die Kamera habe rieseln lassen. Als Beweis hier ein erstes Strandfoto.

Sandstrand

Und nun, packen wir es an:

  • Getty Images zieht ihre RF-Fotos aus dem Bildbestand von Alamy. Darunter fallen zum Beispiel die Kollektionen Stockbyte, Photodisc, Digital Vision und Jupiterimages. Ob die Käufer nun einfach aus den über 4 Millionen anderen RF-Bildern bei Alamy ihre Motive aussuchen werden oder – wie von Getty Images erhofft – zur Seite von Getty wechseln werden, bleibt abzuwarten.
  • Die Zeitschrift Stern stellt ihre Webseite augenzeuge.de ein, mit der sie bisher Amateur-Fotografen aufgefordert hatte, journalistische Fotos einzusenden, damit diese im Heft erscheinen können. Es scheint doch nicht sinnvoll (oder lukrativ?) zu sein, das Amateuren zu überlassen? Meine Vermutung: Die Bildredaktion war zu sehr damit beschäftigt, die vielen Haustier- und Urlaubsfotos aus den Massen der Einsendungen zu filtern, um die relevanten Nachrichtenfotos zu finden.
  • Der Stockfotograf Jonathan Ross, mit dem ich letzte Woche ein sehr aufschlussreiches Interview geführt habe, veröffentlicht auf seiner Webseite ein ca. 30minütiges Video, wie er eine Shooting-Liste vorbereitet. Ebenfalls sehenswert!
  • Die Microstock-Agentur Dreamstime kürzt die Fotografen-Honorare. Dabei gehen sie wie die anderen Bildagenturen so vor, dass sie erst die Preisstruktur kräftig durchschütteln und so viele Parameter ändern, dass nachher nur Mathe-Profis erkennen können, für wen es sich lohnt oder nicht. Zuerst ändern sie einige Wochen vorher die Preise für Bildcredits, dann senken sie die Basisverteilung von 50/50 zwischen Fotografen und Agenturen auf 30/70 zugunsten der Agentur, dafür belohnen sie aber Bilder, die besonders häufig verkauft werden.  Deshalb meinte Dreamtime in Erwiderung auf meine Twitter-Meldung, dass sie die Honorare nicht senken, sondern ändern würden.
  • Vor einigen Monaten hatte ich hier im Blog eine Diskussion über die Rolle von Stockfotos in Blogs. Daraus entwickelte sich die Idee, ein WordPress-Plugin zu entwickeln, mit dem die Einbindung von Stockfotos in Blogs leichter gehen soll. Amos von fotoskaufen.de nahm sich der Sache an und herausgekommen ist das „Microstock Photo Plugin“ für WordPress. Eine coole Sache finde ich, auch wenn ich es wegen restriktiver Servereinstellungen in meinem Blog noch nicht richtig testen konnte. Bisher funktioniert das Plugin nur für Fotolia, mal sehen, ob noch mehr kommt. Amos, ist die Teilnahme von mehr Agenturen geplant?

Stockfotografie-News 2009-07-31

Es ist der letzte Tag um Juli, es ist Freitag und damit Zeit für einen Rückblick auf die Woche in der Bilderbranche.

  • istockphoto sorgt mal wieder für Aufregung. In einer E-Mail erklärte der Erfinder des Microstock-Modells, dass Stock.xchng (SXC) nun von istockphoto statt wie bisher von StockXpert betrieben werde. Getty Images, denen istockphoto gehört, hatte vor einer Weile Jupiterimages aufgekauft, denen wiederum die Microstock-Bildagentur StockXpert gehörte. SXC ist eine Webseite, die momentan über 400.000 Gratis-Bilder anbietet. Bildnutzer, die an mehr oder besseren Fotos interessiert sind, wurden bisher auf die StockXpert-Seite weitergeleitet. Es wird gemunkelt, dieser Traffic sei für 30-40% der Umsätze verantwortlich gewesen. Diesen Traffic möchte nun istockphoto auf seine Seite ziehen.
  • In ähnlicher Sache: Ab dem 1. August 2009 werden über Jupiterimages keine RM-Bilder mehr angeboten. Was mit den Bildern danach geschieht, ist noch unklar, die Vermutung liegt jedoch nahe, dass diese Verkäufe zukünftig direkt über die Getty Images-Seite getätigt werden sollen.
  • Die neue Microstock-Agentur Polylooks hat jetzt auch ein Forum.
  • SnapVillage, der Microstock-Ableger der Bildagentur Corbis, schließt ebenfalls am 1. August 2009.
  • Statt auf SnapVillage setzt Corbis jetzt im Microstock-Bereich auf den Veer Marketplace und hat dort einige Neuerungen angekündigt: Die Marketplace-Bilder sollen künftig sichtbarer auf der Veer-Seite angezeigt werden, eine Suche nach Preis soll jetzt möglich sein, Credit-basierte Abrechnung wurde eingeführt und für Fotografen gibt es verbesserte Statistikfunktionen und mehr.

Dann auf Wiedersehen im August.

Stockfotografie-News 2009-03-02

Auch diesmal eine kurze Übersicht über die Bewegungen im Bildermarkt.

  • Die Microstock-Bildagentur Shutterstock hat jetzt über 6 Millionen Bilder online. Erst vor wenigen Tagen wurde der Bruch durch die 6-Millionen-Marke gemeldet, jetzt hat die Agentur schon knapp 6.100.000 Fotos online. Gegen die 15,05 Millionen von Alamy wirkt das schon wieder relativ wenig.
  • Der Kauf von Jupiterimages durch Getty Images ist nun endgültig abgeschlossen. Jupiterimages soll nun in WebMediaBrands umbenannt werden. Parallel dazu kündigte Jupiterimages an, alle 400 weltweit Angestellten bis spästestens September 2009 entlassen werden.
  • Corbis schließt seine Microstock-Schwester SnapVillage und verkauft deren Fotos nun auf dem „Veer Marketplace„. Dort werden nun Fotos in ganz verschiedenen Preisklassen angeboten, von Micro- bis Macrostock. Mal sehen, ob das Konzept funktioniert.
  • Es scheint sich zu lohnen, der Bildagentur 123rf per Twitter zu folgen. Dort kündigte die Microstock-Agentur an, dass ihre Fotos bald auch über Inmagine erhältlich sein werden. Außerdem arbeiten sie an einer deutschen Version ihrer Webseite.
  • Das Online-Fotografie-Magazin Bildwerk3 startet im März ihren ersten Themenmonat und beginnt mit dem Thema „Bildagenturen“. Es wird unter anderem Interviews mit Bildagenturen und auch ein Interview mit mir geben.

Wer bietet weniger? Viele Bildagenturen kürzen Honorare der Fotografen

Die Zeiten sind hart, die Finanzkrise sickert durch alle Bereiche der Wirtschaft und jeder muss leiden. Warum sollten Fotografen davon ausgenommen sein, dachten sich einige der größten Bildagenturen der Welt und beschlossen, die Fotografenhonorare zu kürzen.Das Sparschwein schlachten

Meist geschieht das nebenbei und dass viele Agenturen es fast zur gleichen Zeit machen, ist vielleicht Zufall. Aber um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hier eine Übersicht der aktuellen Kürzungen:

Corbis:
Die zweitgrößte Agentur der Welt gehört dem Milliardär Bill Gates und hat seit der Gründung noch nie einen Gewinn erwirtschaftet. Vielleicht auch deshalb verkündete der Corbis-Geschäftsführer Gary Shenk auf der „Photo Expo“ Ende Oktober 2008 in New York, den Fotografenanteil auf 40% zu senken. Das gelte aber nur für RM-Bilder, nicht für RF-Bilder und andere Ausnahmen wie Celebrity-Fotos gelten ebenfalls.

Mauritius:
Die größte deutsche Bildagentur Mauritius Images dachte sich ca. einen Monat später das Gleiche und schickte ihren Fotografen neue Verträge, in denen statt der bisherigen 50:50-Verteilung eine 60:40-Verteilung der Einnahmen zugunsten der Agentur gefordert wird.

Jupiter Images:
Die drittgrößte Bildagentur der Welt wurde vor kurzem von der größten, Getty Images, aufgekauft. Jupiter hatte die Idee, die Honorarkürzung nicht als solche zu bezeichnen, sondern einfach eine „technische Gebühr“ zu berechnen. Von der bisherigen 50:50-Aufteilung ergibt sich so nun ebenfalls eine 60:40-Verteilung zugunsten von Jupiter. (Quelle: VISUELL 06/2008, S. 50-51)

Alamy:
Mit über 14 Millionen Bildern im Archiv gehört Alamy mittlerweile auch zu den ganz Großen im Bildermarkt. Deren Fotografen erhielten Ende September 2008 per Mail und Blog-Eintrag den Hinweis, dass die Verteilung von 65:35 (zugunsten der Fotografen) um fünf Prozentpunkte auf 60:40 (zugunsten der Fotografen) ab Januar 2009 gesenkt werde. Damit hat Alamy zwar immer noch einen der höchsten Prozentsätze für Fotografen im Business, aber sie nähern sich langsam nach unten an.

Getty Images:
Die dominierende Bildagentur machte es etwas anders. Sie senkte Anfang 2008 einfach die Preise für die Webnutzung ihrer Fotos auf 49$ (und damit um bis zu 96% des vorigen Preises). Proteste halfen nicht. Dadurch bekamen einige Fotografen so wenig Geld pro verkauftem Foto ausgezahlt, dass vor einigen Tagen 84 Fotografen gegen Getty Images eine Klage eingereicht haben.

Gibt es Honorarkürzungen von Bildagenturen, die ich vergessen habe? Gab es vielleicht auch Bildagenturen, die eine Erhöhung des Fotografenanteils angekündigt haben?