Kategorie-Archiv: Stock-Videos

Die Top 11 der meistverkauften Videos 2014 bei Pond5

Bei unserem Rückblick auf die verschiedenen Bestseller des letzten Jahres nähern wir uns langsam dem Ende. Nach den Fotos, Smartphone-Bildern, Vektor-Grafiken und Editorial-Fotos kommen heute die Topseller-Videos an die Reihe, bevor wie die Serie das nächste Mal mit den gefragtesten Audio-Tracks des letzten Jahres abschließen werden.

Die Bild- und Videoagentur Pond5* war so freundlich, in ihrem Archiv zu schauen, welche Videos sich 2014 besonders gut verkauft haben.

Hier die Liste der Video-Bestseller 2014, absteigend nach Verkäufen sortiert:

  1. Financial And Growing Charts. Black-White. Loopable.*

    Auf dem ersten Platz liegt kein „echtes“ Video, sondern eine Animation zum Thema Business und Finanzen. Im Grunde ist das sowas wie die bewegte Umsetzung des drittplatzierten Bestseller-Fotos von 2014.
  2. Young Business People With Tablet Computer In Cafe, Steadicam Shot Hd*

    Letztes Jahr noch auf Platz 5, stieg das Video der dynamischen Geschäftsleute in einer Besprechung mit Tablet PC auf den zweiten Platz.
  3. Diverse Team Of Business People In A Light And Modern Office Building*

    Dem zweiten Platz inhaltlich sehr ähnlich, aber von der Kamerabewegung sowie dem Licht etwas anspruchsvoller ist der dritte Platz mit einigen Geschäftsleuten in einem moderen Büro.
  4. Beautiful Sunrise Over The Earth. Cities At Night. Hd 1080.*

    Auch im letzten Jahr gab es einen Sonnenaufgang aus dem Weltraum gesehen, wieder eine 3D-Animation.
  5. Futuristic Developer With Code Hologram*

    Eine Mischung aus Video und Animation ist das Video der Programmiererin mit ihren blinkenden Codezeilen, auch immer sehr beliebt zur Visualisierung des Themas „Hacker“.
  6. Beautiful Flight Through Space To The Earth. Hd 1080.*

    Einen Platz hochgekämpft im Vergleich zum Vorjahr hat sich die 3D-Animation des Weltraumflugs.
  7. Space Galaxy*

    Ich bin nicht sicher, ob das auch eine 3D-Animation ist oder die Szene zum Beispiel komplett in Adobe After Effects erstellt wurde. Jedenfalls zeigen diese Weltraum-Szenen, dass eine Videokamera nicht mehr ausreicht, um im Videobereich richtig erfolgreich zu sein.
  8. Stage Lights. Amber-Blue.*
    Auch bei diesen Bühnenlichtern tippe ich eher auf After Effects als auf eine Videoaufnahme.
    (Da dies das einzige Video mit Sound ist und es technisch anscheinend nicht lösbar ist, das Video so einzubinden, dass es nicht automatisch abgespielt wird, verzichte ich auf eine Einbindung, um die Leute in Büros nicht übermäßig zu erschrecken und zu nerven. Wer das Video sehen will, kann auf den Link klicken.)
  9. Growing Global Network Realistic*

    Vom ersten auf den neunten Platz abgestürzt ist die 3d-Animation von blauen Linien, die sich über die Erde bewegen.
  10. Montage Images Touch Screen Technology*

    Ein weiteres Video, welches nicht ohne nachträgliche digitale Elemente auskommt: Der Geschäftsmann mit seinen vielen Touchscreen-Elementen.
  11. Fly In Clouds*

    Ein Flug durch die Wolken landet auf dem elften Platz in diesem Jahr.

Die dominierenden Video-Themen des letzten Jahres sind somit klar: Business, Technologie und Weltraum, idealerweise eine Kombination aus diesen Themen. Waren es 2013 noch ca. die Hälfte, so sind 2014 schon die deutliche Mehrheit der Videos vollständig oder teilweise 3D-Animationen.

Pond5 ist eine der wenigen Agenturen, bei denen die Anbieter die Preise für ihre Werke selbst bestimmen können. Der Durchschnittspreis der 11 obigen Clips für die höchste Auflösung beträgt knapp 55 US-Dollar und liegt damit deutlich höher als bei den 33 USD vom letzten Jahr.

Welche Themen liefen bei euch 2014 besonders gut?

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Fünf Jahre Footage für Video-Agenturen – Meine Einnahmen und Erfahrungen

Nach fünf Jahren ist es wieder Zeit für einen Rückblick: Wie lief der Verkauf meiner Videos und welche Umsätze habe ich damit erzielt?

Ich lade meine Videos momentan aktiv bei sieben Agenturen hoch: Pond5*, Fotolia*, Shutterstock*, Revostock*, ClipCanvas*, Clipdealer* und 123rf*. Bei iStock habe ich noch einige „Altlasten“, aber da trotzdem ab und zu Verkäufe kommen, lasse ich die Agentur in der Statistik.

Für meine Auswertung berücksichtige ich die 12 Monate vom Juni 2013 bis einschließlich Mai 2014. Hier könnt ihr auch meine Zahlen für das vierte, das dritte und die ersten beiden Jahre nachlesen.

Portfolio-Größe

Bei den meisten Agenturen habe ich aktuell rund 795 Videos online. Letztes Jahr waren es ca. 530 Videos, das bedeutet einen Zuwachs von 265 Videos oder anders formuliert: Ziemlich genau 50% mehr!

Motive

Wie bisher waren die meisten Videos als Outtakes nach oder zwischen einem Fotoshooting entstanden, nur zwei Video-Sessions habe ich extra als solche geplant und aufwändiger aufgezogen. Von den Ergebnissen, was Menge, Qualität und Umsatz angeht, bin ich im Vergleich zu reinen Fotoshootings jedoch noch nicht überzeugt, aber dazu später mehr. Mein aufwändigstes Shooting war dieses hier, was auch ungefähr den jetzigen Stand meiner Fähigkeiten zeigt:

Technik

Wie das oft so ist: Einige der „coolen Zubehörteile“, die ich letztes Jahr vollmundig angekündigt habe, sind angekommen, aber ich bin bisher noch kein einziges Mal dazu gekommen, sie auszuprobieren. Dazu gehört eine Steadycam, ein Timelapse-Tool und andere kleine Spielereien. Doch auch dazu gleich mehr.

Verkäufe und Umsätze

Während meine Uploads um 50% gestiegen sind, kann ich das von den Einnahmen leider nicht behaupten. Mit Videos habe ich in dem gezählten Jahr 9624 US-Dollar eingenommen, das sind ca. 28% mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Revenue per Download (RPD) ist um einen knappen Dollar gestiegen, was angesichts der neu aufkommenden „Full-HD-Videos für 5 Dollar“-Agenturen ein beruhigendes Zeichen ist. Leider ist dafür der Return per Image (RPI) etwas gesunken.

Die genauen Werte könnt ihr in der Tabelle unten sehen. Grün markiert die Agentur mit dem besten Wert in der Spalte, rot die mit dem schlechtesten. Änderungen gibt es wenige, neu 123rf, die erst seit letzten Jahr dabei sind, haben trotz weniger Videos in meinem Portfolio vom Umsatz schnell aufgeholt und sich an den vierten Platz gesetzt. Ich sollte da endlich den Rest meiner Videos hochladen.

Pro Monat habe ich mit den Videos demnach knapp über 800 US-Dollar, also ca. 593 Euro Umsatz gemacht. Meine Faustregel von einem Dollar pro Video und Monat bleibt damit weiterhin gültig.

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Wie sich meine Umsätze mit den Videos im monatlichen Durchschnitt pro Jahr entwickelt haben, seht ihr in dieser Grafik. Ein erfreulicher Trend, eigentlich…

Umsätze mit meinen Videos im monatlichen Durchschnitt
Umsätze mit meinen Videos im monatlichen Durchschnitt

Ziele

Mein selbstgesetztes Ziel, 1000 Dollar pro Monat mit Videos zu verdienen, habe ich leider klar verfehlt. Auch die 350 neuen Videos pro Jahr habe ich nicht erreichen können, auch wenn ich deutlich mehr produziert hatte als im Jahr davor. Deshalb bleiben die Vorjahresziele gültig und ich werde versuchen, diese Marken im nächsten Jahr zu knacken.

Die Zukunft

Die Zukunft sehe ich – zumindest für mich – im Videobereich leider nicht so rosig.

Meine Überlegung bei dem oben gezeigten Uni-Shooting war: Ich nehme ein gut verkäufliches Thema, was ich schon mal als reines Foto-Shooting konzipiert hatte und mache es als Video-Shooting. Weil ich ein Angsthase bin, konnte ich es aber nicht lassen, und habe am Ende der Video-Session noch einige Fotos zur Sicherheit gemacht, unter schlechteren Bedingungen, weil die Beleuchtung auf Dauerlicht ausgelegt war.  Am Ende hatte ich 50 Video-Clips und 18 Fotos. Sowohl bei Shutterstock als auch bei Fotolia ist der Bestseller dieser Session jedoch ein Foto und selbst unter den Top 10 der Dateien mit den meisten Einnahmen befinden sich jeweils 7 Fotos bei beiden Agenturen. Mit anderen Worten: Ich hätte deutlich mehr verdient, wenn ich mich nur auf die Fotos konzentriert hätte.

Diesen Effekt konnte ich nicht nur bei dieser Video-Session, sondern auch bei zwei anderen Sessions beobachten, wo ich eher nebenbei einige Fotos gemacht hatte. Kombiniert mit dem Fakt, dass ich für Videos deutlich teurere Ausrüstung benötige und die Arbeitszeiten bei der Aufnahme, der Bearbeitung und dem Hochladen deutlich länger sind, stimmt mich das Ergebnis sehr nachdenklich.

Dazu kommt, dass die technische Entwicklung im Video-Markt deutlich schneller voranschreitet, als meine Ausrüstung mithalten kann. Sowohl 123rf als auch Pond5 bieten seit diesem Jahr schon 4K-Videos an und die Kameras dafür werden zum Beispiel mit der Blackmagic Production 4K* für unter 3000 Euro erschwinglich. Pond5 bietet zusätzlich schon Videos im Redcode RAW Format (R3D) an, welches das Raw-Format der RED Videokameras ist und 3D-Videos halten in Kinos Einzug. Angesichts dessen, dass sich Videos bei mir deutlich weniger gut amortisieren als Fotos, scheue ich mich dafür, diese Kosten in vierstelliger Höhe zusätzlich auszugeben. Der Kompromiss, FullHD-Videos mit meiner Foto-Kamera Canon 5D Mark III* zu machen, erscheint mir das noch als passable Notlösung.

Der dritte Punkt zeigt die Abhängigkeit von Google auch im Videomarkt. Zwei meiner sieben Agenturen, namentlich Revostock und Clipcanvas haben durch Änderungen der Such-Algorithmen bei Google im Jahr 2012 viel Traffic verloren, was sich in deutlich weniger Verkäufen niederschlug. Das geht soweit, dass die Zukunft der beiden Agenturen am seidenen Faden hing und wahrscheinlich immer noch hängt.

Wie seht ihr die Zukunft im Videomarkt und wie entwickeln sich eure Video-Verkäufe?

* Affiliate

Stock-Videos: Metadaten, Keywords und die Suche

Auf der CEPIC-Konferenz in Berlin habe ich viele nette Leute (wieder-)getroffen und einige Seminare angehört.

Neben dem spannenden Workshop zum Thema „Google Images“ mit geballter Rechtsanwalt-Power fand ich vor allem  den Vortrag von Mary Forster lehrreich, welche den klangvollen Jobtitel „Senior Director of Search Strategy for Getty Images“ trägt.

Basierend auf ihren Informationen möchte ich meine neuen Erkenntnisse zusammenfassen:

Welche Arten von Video-Käufern gibt es?

Mary unterscheidet zwischen „Dokumentation, „Fernsehen, Film und Werbung“. Dokumentationen sollen eine Geschichte erzählen, benutzen auch gerne Archiv-Material und kaufen sowohl Videos als auch Fotos.

Im Fernsehen müssen die Videos auf jeden Fall mit Model- und Property Release sein, wenn notwendig. Außerdem kauft das Fernsehen sehr gerne Videos von „Locations“ und Hintergründen, um eine neue Szene vorzustellen. Im Filmjargon heißen die „Einspieler“ und bestehen meist aus Totalen der Umgebung. Die Videos selbst müssen immer 1080p bei 23,98 Bildern pro Sekunde (fps) sein.

Bei Filmen hängt die benötigte Auflösung und Bildrate vom Regisseur ab. Grundsätzlich ist da die höchste Auflösung gewünscht, gerne bis 4K. Dazu müssen die Videodauer, die Auflösung und auch das Masterformat, in dem das Video aufgenommen wurde, bekannt sein.

In der Werbung kommen sie mit sehr speziellen Motivwünschen. Stockvideos werden hier vor allem gekauft für Aufnahmen, die selbst gedreht zu teuer wären und um Szenen mit kurzen Sequenzen auszufüllen.

Startseite der Videosuche auf der Webseite von Getty Images
Startseite der Videosuche auf der Webseite von Getty Images

Wie suchen Video-Käufer?

Sie fangen meist mit der Eingabe eines generischen Suchbegriffs an, weil sie gelernt haben, dass zu spezielle Suchanfrage oft zu wenig oder keine Ergebnisse bringen. Dann benutzen sie Filter, um die Ergebnisse nach gewünschter Auflösung, Komposition, Anzahl der Personen u.ä. einzuschränken. Danach schauen sie sich einige Ergebnisse genauer an. Ist das Gesuchte nicht dabei gibt es vier Möglichkeiten: Sie klicken auf ein Video, um mehr Details sehen, sie kontaktieren einen Kundenberater für Hilfe, sie verfeinern ihren ursprünglichen Suchbegriff oder sie suchen bei einer anderen Agentur weiter.

Welche Video-Metadaten sind wichtig?

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Metadaten unterscheiden: Informationen über die Datei (Auflösung, Cliplänge, …) und Infos über die gezeigten Motive (Leute, Orte, Kameratechnik, etc.).

Es gibt etliche Metadaten wie Urheber, Titel, Datum etc., die Videos mit Fotos gemeinsam haben. Zusätzlich gibt es aber noch andere. Die Länge des Videos, die Geschwindigkeit (Echtzeit, Zeitraffer, Zeitlupe), ob mit oder ohne Ton, in welchem Format mit welcher Bildrate und in welcher Auflösung das Video aufgenommen wurde und ob es Interlaced oder Progressive ist.

Neben den Aufnahme-Infos ist auch noch relevant, in welchem Format das fertige Video abgeliefert wurde, weil sich Medienformat, Auflösung, Bildrate und so weiter dabei ändern können.

Welche Video-Metadaten interessieren Käufer am meisten?

Basierend auf Interviews mit Video-Käufern ist die wichtigste Information die Auflösung, also ob das Video HD oder nur SD ist. Noch besser wäre eine noch feinere Aufteilung, z.B. in 480p, 720p, 1080p usw. Gleich danach folgen die Bildrate und die Videolänge.

Mary plädiert hier für vielfältige Filtermöglichkeiten von Agenturseite aus, weil die Käufer diese Informationen so schnell wie möglich verfügbar haben wollen. Für uns Videografen ist diese Information wichtig, damit wir mindestens die Auflösung (z.B. 1920×1080) mit als Keyword in die Metadaten aufnehmen, wenn wir mehr Videos verkaufen wollen.

Danach folgen im Interesse der Bildkäufer Informationen zur Kamerabewegung und zum Betrachterstandpunkt (POV), zur Aufnahmegeschwindigkeit, dem Seitenverhältnis und dem Originalformat.

Tipps zur Verschlagwortung

Generell gelten bei Video die gleichen Hinweise für gute Suchbegriffe wie für Fotos. Darüber hinaus ist bei Video neben der Auflösung eine genaue Angabe der benutzten Filmtechnik (loopable, Zoom, Schwenk, …) und Komposition nützlich (Vogelperspektive, Halbtotale, …). Auch eine grobe Angabe der Videolänge (kürzer als 10 Sekunden, länger als 10 Sekunden) wird gerne gesehen, ist aber sicher auch eine Eigenheit für Gettys Kontrolliertes Vokabular.

Probleme bereiten derzeit noch längere Videos mit vielen verschiedenen Themenbereichen. Es ist zwar technisch möglich, Suchbegriffe auf einen bestimmten Zeitraum im Video einzugrenzen, aber diesen Aufwand will Getty Images momentan nicht leisten.

Die Top 10 der Video-Suchbegriffe 2013

Im Bereich „Creative und kombiniert“ waren die beliebtesten Suchbegriffe letztes Jahr:

  1. Sonnenaufgang
  2. New York City
  3. Wolken
  4. Feuerwerk
  5. Konzert
  6. Fußball
  7. Strand
  8. Familie
  9. Mode
  10. Hund

Damit gleicht die Liste sehr einer ähnlichen Analyse von mir. Die beliebtesten Keywords für Fotos waren laut Mary übrigens ähnlich.

Nur im Bereich „Editorial“ sahen die Top-Suchen so aus:

  1. Jennifer Lawrence
  2. Tom Hiddleston
  3. Cannes
  4. One Direction
  5. Selena Gomez
  6. Kate Middleton
  7. Justin Bieber
  8. Tylor Swift
  9. Justin Bieber (fragt mich nicht, warum der Typ doppelt auftaucht…)
  10. Rihanna

So, ich geh mal kurz Prominente googlen…

Bei den Suchbegriffen, sortiert nach video-spezifischen Begriffen lag „Zeitraffer“ mit Abstand vorne und belegte den 33. Platz aller Suchbegriffe des letzten Jahres. „Zeitlupe“ lag auf Platz 170. Begriffe wie „Lockdown“ (5059), „Rack Focus“ (9564) und „loopable“ (12.145) folgen weit abgeschlagen.

Es gab auch noch eine Aufschlüsselung nach den beliebtesten Kategorien zu sehen und wie sich diese im Bereich Foto und Video unterschieden. Das würde hier jetzt zu weit führen, deshalb nur kurz: Landschaften und Orte verkaufen sich als Videos im Creative-Bereich etwas besser, im redaktionellen Bereich fällt ca. die Hälfte der Suchanfragen in die „Prominente“-Kategorie.

Falls ihr Videos kauft: Wie sucht ihr und was ist euch dabei besonders wichtig?

Einnahmen und Erfahrungen nach vier Jahren Footage für Video-Agenturen

Was, vier Jahre schon? Ja, seit vier Jahren liefere ich kurze Videos (auch Footage genannt) an Videoagenturen, um damit genauso wie mit Fotos Geld zu verdienen.

Es lief sehr schleppend an. In den ersten beiden Jahren erzielte ich nur ca. 411 Dollar Umsatz mit meinen Videos, im dritten Jahr kam ich immerhin schon auf durchschnittlich ca. 338 Dollar im Monat mit den Videoverkäufen.

Jetzt wird es wieder Zeit für einen Rückblick: Was habe ich im vierten Jahr Videoproduktion geschafft?

Ich betrachte den Zeitraum Juni 2012 bis inklusive Mai 2013 und knüpfe damit nahtlos an den Artikel vom letzten Jahr an. Zur Zeit beliefere ich aktiv sieben Video-Agenturen: Pond5*, Fotolia*, Shutterstock*, Revostock*, ClipCanvas*, Clipdealer* und – seit letztem Jahr dazugekommen – 123rf*. Bei iStockphoto habe ich die meisten Videos gelöscht, aber da ich noch einige Umsätze mit ihnen hatte, ist die Agentur unten in der Liste mit aufgeführt.

Portfolio-Größe

Mein Portfolio ist im letzten Jahr nur um ca. 100 Videos gewachsen. Das lag hauptsächlich daran, dass ich die gesamten Wintermonate so gut wie keine Videos gedreht habe, obwohl sich einige Gelegenheiten geboten hätten. Mein Ziel vom letzten Jahr, mindestens 350 neue Clips zu drehen, habe ich damit deutlich verfehlt. Sechs, setzen! Die genaue Aufschlüsselung meiner Video-Portfolios findet ihr in der Tabelle unten. Wer sich einige meiner Videos anschauen will, kann das z.B. hier bei Pond5* tun.

Motive

Bei den Motiven bin ich der Linie treu geblieben, die ich vor zwei Jahren begonnen habe. Kurze People-Videos am Ende einer Fotosession mit den Models, meist im Business-Look. Dazu kommen paar Videos von Tulpenfeldern und Footage von Medikamenten, weil das in den ersten beiden Jahren zu den bestverkaufendsten Themen gehörte.

Verkäufe und Umsätze

Hier jetzt endlich die komplette Übersicht über meine Video-Umsätze der letzten zwölf Monate. Wer das mit dem vorangegangenen Jahr vergleichen will, findet die Tabelle dafür hier. Grün markiert die Agentur mit dem besten Wert in der Spalte, rot die mit dem schlechtesten Wert.

Fast alle Werte sind zu meiner Zufriedenheit gestiegen, besonders schön ist der stark gestiegene „Revenue per Download“ (RPD) von Shutterstock, der im Vergleich zum Vorjahr über 5 $ angewachsen ist. Und das trotz starker Konkurrenz von Pond5. Beide Agenturen lieferten sich im letzten Jahr einen Kampf um Umsätze und gute Videografen und es ist noch nicht entschieden, wer hier gewinnen wird. Etwas enttäuschend ist aktuell noch 123rf, die den geringsten Verkaufspreis erzielten. Aber da ich dort erst seit kurzem Videos liefere, will ich das noch mindestens ein Jahr weiter beobachten.

Selbst Fotolia liegt beim RPD trotz starker Abo-Kampfpreise fast doppelt so hoch beim durchschnittlichen Verkaufserlös. Aber da dieser immer noch sehr stark unter dem Durchschnitt liegt, habe ich mich vor einigen Wochen entschlossen, die Abo-Funktion für meine Videos bei Fotolia zu deaktivieren. Welche Auswirkungen das haben wird, werden wir im nächsten Jahr sehen.

Besonders freut mich, dass ich mein selbst gesetztes Ziel von mindestens 600 Dollar Umsatz im Monat übertreffen konnte. Im Schnitt erzielte ich in den letzten zwölf Monaten 627 Dollar pro Monat nur mit meinen Videos. Das sind nach aktuellem Wechselkurs ca. 465 Euro und damit mehr, als ich bei vielen kleinen Bildagenturen im Monat bekomme. Als Faustregel könnte ich sagen: Ich bekomme ca. 1 Dollar pro Video und Monat.

Technik

Ein Punkt, den ich immer noch nicht zufriedenstellend gelöst habe, sind ruckelfreie Kamerafahrten. Trotz kleinem Movie-Slider und einigen Gimmicks ruckelt es doch hier und da. Dank einiger Kickstarter-Projekte bin ich aber im Besitz eines coolen Teils, welches zumindest ruckelfreie Kameraschwenks für mich erledigt und theoretisch auch Kamerafahrten machen können sollte. Brauche ich nur etwas Zeit, mich da reinzufummeln. Einige andere Projekte für nützliches Videozubehör sind in der Realisierungsphase und ich kann es kaum erwarten, damit rumzuspielen.

Die Zukunft

Es gibt immer viele andere Baustellen, aber diesmal will ich endlich die 350 Videos im Jahr schaffen. Sind ja nur knapp 30 Videos im Monat. Außerdem wäre es super, wenn ich einen Umsatz von mindestens 1.000 Dollar pro Monat erzielen könnte. Das wiederum sollte mich genug motivieren, mein Portfolio zu diversifizieren und neben Fotos auch mehr 3D-Sachen und eben Videos zu produzieren.

Wie haben sich eure Umsätze bei Video-Agenturen entwickelt? Wie schätzt ihr die Marktentwicklung ein?

* Affiliate

Clipcanvas: Die ehrlichste Honorarkürzung der Welt

Am 22. April 2013 verschickte die Video-Agentur Clipcanvas eine lange Email mit dem Titel „Some unwelcome changes we’re not so happy about“.

Bei so einem Betreff war klar, dass das, was folgen würde, keine guten Nachrichten sein würden.

Ich greife kurz vorweg: Weil diese Email die ehrlichste Ankündigung einer Honorarkürzung ist, die ich je gelesen habe, ohne den üblichen „wir wollen neue Vertriebskanäle aufbauen“ oder „wir müssen stärker Marketing betreiben“-Quatsch, möchte ich sie in voller Länge wiedergeben:

„Hello [Vorname des Anbieters],

For us, the past year may be characterised by nice growth during last autumn, with increasing sales and an influx of more great content, while the past months have not been so great. For those of you who have been relying on us for a long time, and given us your support, we are grateful.

We find ourselves in a position where we either have to pack it up or dig in and walk on to our final battles. The main reason for this relates to i) a difficult European market with falling sales, ii) continued but unsuccessful efforts in securing sufficient funding for new development initiatives and growth, and iii) increased costs relating to a growing content base. Video is not inexpensive to handle and this has now drained our resources to the point where we are unable to solve our predicament unless we take some drastic measures. For this, we are sorry. We have been working to get our heads above water for a long time now, and it is quite horrible for us to find ourselves in this position.

Given the current circumstances, we are suggesting to do the following to increase our revenues and reduce our costs:
– reduce the royalty rate paid out to all producers from 50% to 40% for the next 12 months, starting on April 30th;
– allow certain producers with a good track record to publish and manage their own content directly;
– close certain producer accounts that either do not represent content we think makes much sense, or those accounts that contain a lot of very similar/spammy/crowding out type of content, and subsequently delete those clips and portfolios entirely;
– update our main design, user interface and SEO profile to better represent a modern look to attract more general interest and to increase our conversion rates and sales; AND
– integrate automation for payouts so you no longer need to request your payments in order to get paid.

Other and more positive changes will be considered as soon as we feel confident the current and suggested changes are having a positive effect. We still believe we’re in it for the long haul, so we’re not happy about some of the changes we need to make at this point either.

We do understand that we’re completely dependent on your continued support. If we don’t have your support, then please walk away now. We have fought for a long time to generate more sales for all of us, and made our processes both leaner and more efficient, but competition is becoming increasingly intense and we’re afraid we might topple over if we don’t make these unpopular decisions now. We think it would be really sad to see either you or us go, and we hope you feel the same.

The effect of the current and proposed changes will secure our future existence and hopefully establish a platform from where we can build a better and more sustainable marketplace. The alternative is closing down shop or selling out to someone who would probably decide to make those changes anyway…we prefer the first alternative.

We are not pertaining to be idiots and we are not trying to screw you over. We have just ran out of other viable options. While we realise this is most unwelcome just now, or at any time ever probably, but we would still like to suggest that things may look entirely different in 12 months time from now, and hope that you will give us your support one final time. For those of you familiar with running a business, we hope you see the logic in the measures we are taking, understand the position we are in and what we are trying to achieve.

Finally, we believe there is a good space for Clipcanvas in this industry. It makes sense to keep a mix of players around and for them to develop alongside each other. Some perform exceptionally, while others need to work harder to catch up. We hope you believe we should be one of those that perform and deserve to be part of your main outlets, and that you’ll consider the real alternative looming, before you decide if life is better without us hanging around. We will work harder, if possible.

Sorry to bring you this news.

Kind regards,
Cato
CEO
Clipcanvas.com
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P.S. If anyone would like to chat with me or talk on the phone, please contact support directly and we will arrange for this. I am not trying to hide the fact that part of the changes suggested are really unwelcome, and would welcome your input if you want. Hopefully some good will come of this in the end.

Our mailing address is:
Clipcanvas
Martin Linges vei 15-25
Fornebu, Oslo 1364″

Ich war beeindruckt. Da redet jemand mit uns wie mit Menschen, nicht wie mit kleinen Kindern, den man vorgaukeln könne, dass weniger Geld in der Tasche auch etwas Gutes sein könne. Leider ändert das nichts an der Tatsache, dass die Honorare der Videografen um zehn Prozentpunkte gesenkt wurden.

Der Kernsatz der Email ist – übersetzt von mir – folgender:

„Die Alternative [zur Honorarkürzung] ist, den Laden dicht zu machen oder ihn an jemanden zu verkaufen, der sich wahrscheinlich zu den gleichen Änderungen entschließen würde.“

Je länger ich darüber nachdenke, desto unfairer scheint mir dieses Spiel.

Wenn Clipcanvas schließen würde, würden sich die Verkäufe auf andere Video-Agenturen verteilen. Das wäre kurzfristig positiv für die Fotografen, weil sie dort oft ihre 50% statt der dann 40$ bei Clipcanvas bekämen. Langfristig würde es jedoch zu einer weiteren Konzentration bei den Agenturen führen, die wie bei einem Oligopol üblich, zu einem Preisdruck nach unten führen kann. Das wäre ebenfalls nicht im Interesse der Videografen. Aber immerhin würde das erst vielleicht und auch erst später statt sofort geschehen.

Wenn Clipcanvas jedoch an eine konkurrierende Videoagentur verkaufen würde, ist die Gefahr tatsächlich groß, dass die Honorare tatsächlich gekürzt werden müssen, um den Kaufpreis wieder reinzuholen und hoffentlich profitabel zu wirtschaften, denn mit der bestehenden Honorarverteilung scheint es Clipcanvas selbst ja nicht zu schaffen.

Momentan redet Clipcanvas von einer Reduzierung der Honoraranteile auf 12 Monate. Was kommt danach? Entweder geht die Firma dann erst pleite. Dann hätte ich es bevorzugt, wenn sich die Verkäufe in dem Jahr auf die anderen Videoagenturen aufgeteilt hätten, die 50% Honoraranteil zahlen. Oder Clipcanvas läuft stabil genug, um weiter zu existieren. Perfekt und ehrlich wäre eine Anhebung der gekürzten Honorare. Es wäre jedoch das erste Mal in der Branche und: Ich glaube nicht daran.

Was denkt ihr darüber?