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Indische Retusche-Firmen für Stockfotos im Praxistest

In meinem Artikel über meine Microstock Expo-Erfahrungen habt ihr mich in den Kommentaren mehrfach um mehr Informationen über die indischen Firmen gebeten, welche Photoshop-Retusche-Arbeiten oder Verschlagwortung-Dienste anbieten. Deshalb habe ich mal die vier bekanntesten indischen Firmen auf diesem Gebiet angeschrieben und einen Praxistest gemacht, um herauszufinden, wie deren Ergebnisse aussehen. Doch einen Schritt zurück.

Nach welchen Kriterien habe ich die Firmen ausgewählt?

Die Bildagentur Alamy hat schon lange eine Liste mit empfehlenswerten Firmen veröffentlicht, welche Scandienste oder Keywording anbieten. Die dort gelisteten Firmen aus Indien, welche auch Fotos retuschieren, wurden ausgewählt, das sind JaincoTech, Reality Information Systems (im Folgenden nur Reality genannt) und KeyIndia Graphics. Außerdem habe ich Differential ausgewählt, da ich mit denen schon mal zusammengearbeitet hatte.

Wie lief der Test ab?

Die vier teilnehmenden Firmen bekamen jeweils drei Fotos von mir, welche ich schon vom RAW-Format in unkomprimierte JPG-Dateien entwickelt hatte. Zusätzlich bekamen die Firmen alle die gleichen Anweisungen zur Bildbearbeitung in einer Textdatei. Die ausgewählten Fotos sind Bilder, welche ich selbst als Stockfotos bei Bildagenturen anbiete und die ich alle ebenfalls bearbeitet hatte. Die Firmen bekamen natürlich die unbearbeitete Version, aber durch meine eigene Bearbeitung konnte ich für mich gut vergleichen, ob die externen Dienstleister gleich gut oder vielleicht sogar besser als ich retuschieren.

Ich habe lange überlegt, wie ich die Testbilder und die Ergebnisse am besten im Blog zeige, da die Originalgrößen bei 21 Megapixel die Ladezeiten der Webseite ins Unerträgliche steigern würden. Ich habe mich entschieden, hier kleine Vorschau-Größen zu zeigen. Beim Klick auf ein Bild erscheint eine größere Version in Bildschirmgröße. Die Wasserzeichen habe ich nachträglich eingefügt, die waren beim Test nicht im Bild.

Service: Ich habe von jedem Bild alle Versionen als einzelne Ebene in eine TIFF-Datei gepackt. Wer will, kann sich dann detailliert die Unterschiede der jeweiligen Varianten genau anschauen. Die drei TIFF-Dateien könnt ihr hier als Zip-Datei runterladen (Achtung, ca. 25 MB!). Damit ihr die Ebenen sehen und einzeln auswählen könnt, muss das Grafikprogramm Ebenen unterstützen, also z.B. Photoshop oder GIMP. Es versteht sich von selbst, aber sicherheitshalber noch mal der Hinweis: Die Bilder dürfen nur privat genutzt werden und nicht ohne meine Zustimmung veröffentlicht werden.

Hier sind die drei Ausgangsbilder (Klicken zum Vergrößern):

Meine Retusche-Vorgaben für die Bilder waren:

_MG_1586_2_be_done.jpg
– isolating person (background completely white)
– basic retouching (skin and imperfections)
– whiten eyes
– whiten teeth
– lighten rims under eyes (not completely removing)
– logo removal
– remove yellow color cast on hair
_MG_4307_2_be_done.jpg
– basic retouching (skin and imperfections)
– whiten eyes
– whiten teeth
– lighten rims under eyes (not completely removing)
– logo removal
_MG_5054_2_be_done.jpg
– basic retouching (skin and imperfections)
– whiten eyes
– whiten teeth
– lighten rims under eyes (not completely removing)
– remove dust and particles from jackets

 Was haben die vier teilnehmenden Firmen daraus gemacht?

Erst mal meine Retusche-Version, wie ich sie auch zu den Bildagenturen hochgeladen hatte (Klicken zum Vergrößern):

Nun die Ergebebnisse von Reality (Klicken zum Vergrößern):

Die bearbeiteten Bilder von KeyIndia Graphics sehen so aus (Klicken zum Vergrößern):

Differential hat die Fotos so retuschiert (Klicken zum Vergrößern):

Als Ergebnis lieferte JaincoTech diese Varianten (Klicken zum Vergrößern):

Details und Preise der Firmen-Retusche:

JaincoTech und KeyIndia Graphics lieferten TIFF-Dateien ohne Ebenen zurück, Reality schickte eine unkomprimierte JPG-Datei und Differential schickte eine Photoshop-Datei ohne Ebenen. KeyIndia Graphics lieferte zu jedem Bild auch eine zweite Variante, bei der die Schattentöne leicht aufgehellt waren. Differential lieferte zusätzlich auch eine zweite Version bei einem Bild mit einer sehr starken Beauty-Hautretusche, die für Stockfotos jedoch zu künstlich wirkte.

Wie teuer wäre die Bearbeitung ähnlicher Bilder bei den Firmen? Differential verlangt ca. 3,50 US-Dollar für ähnliche Motive, Reality berechnet ca. 8 Dollar pro Stunde und hat ca. 30-45 Minuten an einem der Testbilder gesessen. Bei normalen Jobs würden für solche Retusche-Arbeiten ca. 4 Dollar pro Bild anfallen. KeyIndia Graphics berechnet für die Retusche 3,75 Dollar (bzw. ein Dollar weniger bei Vorkasse), dazu kommen 7,5% Bearbeitungsgebühr bei PayPal-Zahlung, bei mehr als 2500 Bildern Auftragsvolumen gibt es Rabatt. Als Durchschnittspreis für die Bearbeitung ähnlicher Bilder hat JaincoTech 10 Dollar pro Bild veranschlagt, was vor allem an dem aufwändigen Apothekenbild lag.

Ein Hinweis am Rande: In dieser Branche kommt es manchmal vor, dass die Bildbearbeitung an ein Subunternehmen weitergereicht wird. Ob das bei den teilnehmenden Firmen der Fall war, kann ich nicht kontrollieren, aber ich finde, es spielt auch keine Rolle, da es darauf ankommt, wie die Ergebnisse zu welchem Preis aussehen.

Subjektive Bewertung der Ergebnisse:

Eine Bildbearbeitung ist immer Geschmackssache. Trotzdem haben Bildagenturen und Bildkäufer bestimmte Vorlieben, wie ein gutes Stockfoto aussehen sollte. Das betrifft zum Beispiel das Aufhellen von Zähnen, die Hautretusche, die Eleminierung störender Elemente und – ganz wichtig – die vollständige und gute Entfernung von Logos und Markennamen aus dem Bild. Deshalb habe ich auch das Apothekenbild ausgesucht, was sehr viele Logos und geschütze Marken enthält und das Bild der Maklerin vor weißem Hintergrund, um beurteilen zu können, wie gut die Firmen freistellen können.

In der kleinen Vorschauansicht sind die Unterschiede schwer zu erkennen, deswegen verweise ich noch mal auf die gezippten TIFF-Ebenen als Download zum „selber Vergleichen“ und möchte auf einige Punkte eingehen.

Das einfachste Bild war das Paarfoto im Herbst. Dort haben sich alle Firmen wacker geschlagen. Die meisten Firmen bis auf Differential haben sogar die hellen Flecken an den Bäumen im Hintergrund entfernt, ohne dass ich sie extra darauf hinweisen musste. Dafür hat Differential als einzige Firma das Muster auf dem Jackenknopf entfernt. Beim Zähne aufhellen war Reality etwas zu übermütig, da sehen die zu künstlich aus. JaincoTech war die einzige Firma, die auch eine Farbkorrektur vorgenommen hat, die das Bild noch frischer und farbenfroher aussehen lässt.

Beim Foto der Frau mit Haus und Schlüssel weichen die Ergebnisse schon weiter voneinander ab. Das Freistellen haben alle Firmen gemeistert, aber bei Reality und Differential sind harte Kanten an den unscharfen Händen zu erkennen. Das sieht etwas unnatürlich aus. Auch der Umgang mit den feinen Haaren zeigt deutliche Differenzen. Während JaincoTech gleich viele störende Haarfransen (vor allem links am Kinn) entfernt hat, ignorierten das die anderen Firmen, Differential lichtete die Haare rechts unten sogar etwas. Die Hautretusche sieht bei Reality wieder etwas zu übermütig aus. Die gewünschte Korrektur des Gelbstichs bekamen alle Firmen bis auf Differential gut hin.Das Logo links auf dem Schlüssel wurde von drei Firmen entfernt, nur Differential hat es übersehen. JaincoTech hat außerdem zusätzlich die Einkerbungen links im Schlüssel entfernt, den abstehenden Daumen rechts und den umgeschlagenen Hemdärmel rechts korrigiert. Das zeugt von einem guten Verständnis, was Bildagenturen wollen.

Kommen wir zur Königsklasse: Die Apothekerinnen in der Apotheke. Neben dem starken Orangeton bestand die Schwierigkeit vor allem in den unzähligen Verpackungen im Hintergrund, die Logos und Text aufwiesen. Das Orange wurde von KeyIndia Graphics und Reality gefühlt fast noch verstärkt, während JaincoTech es behutsam abmilderte. An den Logos haben sich die meisten Firmen die Zähne ausgebissen und ich muss zugeben, dass ich auch lange dafür gebraucht habe, um alle Logos halbwegs zu entfernen und selbst jetzt bin ich mit meinem Ergebnis noch nicht richtig zufrieden. Differential hat es sich einfach gemacht und den kompletten Hintergrund weichgezeichnet. Das führt leider zu einem unschönen Übergang an den Haaren der Models, vor allem bei den Locken der Frau links. Reality ging nach dem Zufallsprinzip vor und retuschierte anscheinend nur die Häfte der Logos. KeyIndia Graphics ignorierte meinen Wunsch nach Logo-Entfernung komplett. Auf Nachfrage hieß es, dass das bei einem kostenlosen Test zu aufwändig sei. Was mich ehrlich beeindruckt hat, war die Variante von JaincoTech. Hier wurden wirklich alle Logos und Markennamen entfernt und trotzdem der Farbcharakter der einzelnen Packungen beibehalten. Dadurch sieht der Hintergrund zwar auch etwas unrealistisch aus, aber ich bin sicher, dass ich bei einer genaueren Anweisung („verschwimmen lassen statt entfernen“) ebenso gute Ergebnisse bekommen hätte. Ich denke, die Logo-Entfernung kann hier als „Machbarkeitsstudie“ gesehen werden.

Fazit:

Mir persönlich haben die Resultate von JaincoTech mit Abstand am besten gefallen. Reality und Differential haben sich leider einige grobe Schnitzer erlaubt, die eine Korrektur der Bilder erforderlich machen würden, bevor sie an Bildagenturen geschickt werden. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass die veranschlagten Preise bei JaincoTech auch mehr als doppelt so hoch waren wie bei den anderen Firmen. Bei den Preisen wurde die Lieferzeit nicht berücksichtigt, das heißt, je schneller ein Kunde die Ergebnisse braucht, desto teurer wird es.

Nicht berücksichtigt bei dem Preisen sind auch Mengenrabatte und die Tatsache, dass es bei ähnlichen Bildern einer Serie meist günstiger wird. Außerdem lernen die meisten Retusche-Firmen die Kundenwünsche im Laufe einer Zusammenarbeit immer besser kennen, sodaß nach einiger Zeit kaum noch konkrete Anweisungen des Fotografen an die Bildbearbeiter gegeben werden müssen. Nachdem ich die Testergebnisse gesehen habe, habe ich mich entschlossen, zwei ganze Bildserien von JaincoTech gegen Bezahlung retuschieren zu lassen. Da hat sich auch gezeigt, dass die FTP-Transferrate ein kleines Nadelöhr sein kann. Ich hatte ca. 4 GB Daten zu verschicken, was mit meiner 50-Mbit-Leitung fast einen Tag gedauert hatte.

Im nächsten Teil des Tests werde ich dann die Verschlagwortung vergleichen.

Wie sind Eure Eindrücke der Retusche? Habt ihr schon mal Bildbearbeitung ausgelagert? Wie teuer war das und wie zufrieden wart ihr mit den Ergebnissen?

Kreative Stockfoto-Nutzung mittels Lentikular-Verfahren

Am Wochenende ging ich fröhlich durch Köln spazieren, als mir im Schaufenster einer Apotheke ein Poster ins Auge stach.

Die Frau auf dem Foto kenne ich doch? Na klar, das ist ein Foto von mir!

Aber irgendwas stimmt da nicht. Das Foto bewegt sich doch?

Tatsächlich. Das Foto ist eine Art „Wackelbild„, bei dem je nach Betrachtungswinkel verschiedene Motive angezeigt werden. Im Fachjargon heißt dieses Verfahren Lentikulardruck. Ihr kennt das vielleicht aus der Kindheit: Diese Lineale oder Lesezeichen, die man bewegen konnte, um kurze Animationen zu erzeugen, basieren auf dem gleichen Prinzip.

Da das Prinzip fotografisch schwer festzuhalten ist, habe ich den Hersteller recherchiert, die Firma ANZAG, die unter anderem Apotheken beliefert. Diese schickte mir freundlicherweise die Layoutdaten, damit ich das Motiv hier zeigen kann. Die Bewegung habe ich als animiertes GIF nachgestellt. Stellt euch das in DinA2-Größe im Apothekenschaufenster vor.


Flankiert wurde die Aktion von einem Plakataufsteller, der aktuelle Medikamente anpreist und auch einem fast identischen Flyer.


Warum ich das hier so ausführlich erkläre? Neben dem Stolz auf meine Arbeit zeigt dieses Anwendungsbeispiel, dass sich auch mit „typischen Stockfotos“ kreative Werbung machen lässt, die garantiert ein Hingucker ist. Außerdem zeigt das Wackelbild deutlich, warum das Erstellen von Serien für Fotografen so wichtig ist. Hätte ich nur eins der beiden Fotos gemacht, hätte die Firma es nicht gekauft, weil sich damit kein Lentikulardruck anfertigen ließe. Deswegen lasse ich die Models auch in Serien handeln, wenn es das Motiv erlaubt. Vom Box-Motiv habe ich zum Beispiel noch ein Bild, wo die Frau erschöpft auf dem Boden sitzt, lässig an der Wand lehnt oder freudestrahlend einen Pokal in der Hand hält.

Die Apotheke war übrigens so freundlich, mir das Wackel-Poster nach Ablauf der Werbeaktion zur Verfügung zu stellen. Da wird sich das Model freuen!

Was war euer coolster Fund einer Foto-Nutzung?

Die Geschichte eines Internet-Fotos – Kopiert, geklaut, benutzt

Es war einmal ein Fotograf, der auf einem Konzert ein Foto machte. Das Konzert des Musikers Casper fand im November in Köln statt und der Fotograf machte die Bilder für ein Musikmagazin. Eins der Bilder war dieses, was er in seinem Blog und dem Musikmagazin zeigte:

Casper im Underground, Köln (1/400s, 24mm, f2.8, ISO 3200)

Das Bild bearbeitete er auch mit einem Retro-Filter in Photoshop und das Ergebnis sah so aus, was er ebenfalls in seinem Blog-Artikel zeigte.

Casper im Underground, Köln (Retro-Look)

Okay, ihr ahnt sicher, wer dieser Fotograf gewesen ist. Ich habe das Foto gemacht und will Euch erzählen, was seit der Veröffentlichung im Musikmagazin und meinem Blog geschehen ist.

Casper fand das Foto so cool, dass er es am 11. April 2011 hier auf seine Facebook-Seite packte. Leider schrieb er nur dazu: „wisst ihr noch letztes jahr? köln 2010? hammerbild. keine ahnung wer das gemacht hat, aber es ist ein wahnsinnig superes bild! und genau so wie das da drauf aussieht, so werden die festivals auch! ich freu mich!“

Noch am gleichen Tag wies mich der Fotograf und Blog-Leser Gerd Dörfler darauf hin, dass das Foto auf der Facebook-Seite zu sehen sei und er schrieb dort auch gleich als Kommentar: „Für alle die es interessiert: das bild stammt von robert kneschke aus köln. Er hat auch noch mehr fotos an dem abend gemacht. Mehr über ihn: www.alltageinesfotoproduzenten.de“ Das brachte immerhin etwas mehr Klicks für meinen Blog.

Nachdem ich freundlich bei dem Management von Casper angerufen hatte und darauf hinwies, dass ich das Bild gemacht hatte, baten sie um Entschuldigung für den ungestümen Künstler und Casper ergänzte seine Bildunterschrift um „(Foto wurde bereitgestellt von Robert Kneschke, besuche: www.robertkneschke.de)“. Das war auch okay für mich, immerhin hat der Musiker als Abgebildeter ja auch Rechte an dem Bild.

In der Folge bekam ich paar Emails, in denen mich Fans baten, ob ich ihnen das Bild in voller Auflösung schicken könne, damit sie es sich als Poster drucken könnten. Mit Verweis auf die Persönlichkeitsrechte des Musikers lehnte ich ab.

Bei Facebook bekam das Foto mittlerweile über 100 – durchweg positive – Kommentare und 862 Personen „gefällt das“. Das führte leider auch zu einer inflationären Verbreitung des Bildes.

Viele Bildfunde bei Google Images

Dank der neuen Google Images Bildersuche fand ich einige Webseiten, welche das Foto ohne meine Erlaubnis nutzten, geschweige denn einen Link oder eine Quelle angaben. Anfangs schrieb ich einige der Seiten an und bat um eine nachträgliche Verlinkung, was auch prompt umgesetzt wurde. Blöderweise gab es bei einigen Seiten kein Impressum und ich verschwendete viel Arbeitszeit, die Verantwortlichen rauszusuchen. Als ich dann auf eine Mail mit dem sinngemäßen Inhalt „Bitte entferne das Foto, da ich der Urheber bin und keine Nutzungserlaubnis erteilt habe, andernfalls muss ich mir weitere Schritte vorbehalten“ eine sehr pampige Antwort zurück kam à la: „Was willst du, du hättest auch höflich fragen können, ohne mir mit ‚weiteren Schritten‘ zu drohen, ich nehm das Bild mal runter, aber nur ausnahmweise„, wurde es mir zu blöd. Ich bin doch kein Bittsteller, dem andere einen Gefallen tun, sondern andersrum.

Deshalb ging ich zwei Wege. An alle Seiten, mit dem Bild, die nicht aus Deutschland waren und deswegen kein Impressum enthalten mussten, verschickte ich „DMCA Takedown Notices„. Das ist eine Möglichkeit nach dem us-amerikanischen Urheberrecht, als Urheber seine Werke schnell entfernen zu lassen. Betroffen waren meist Blogging-Hoster wie Tumblr.com, blogger.com oder andere Facebook-Seiten. Als Vorlage benutzte ich dieses Beispielschreiben, wo ich nur meinen Namen und die Linkadressen austauschen musste.

Auszug meiner Mail-Korrespondenz wegen des Casper-Bildes

Positiv war, dass auf die DMCA-Meldungen sehr schnell reagiert wurde und die betreffenden Blogeinträge mit meinem Foto gelöscht wurden. In einem Forum nutzte ein User mein Foto sogar als Signatur und bat im Forum auch darum, ob ihm jemand aus meinem Foto ein cooles Hintergrundbild für seinen Youtube-Kanal basteln könne. Jemand erfüllte ihm diesen Wunsch und ich musste feststellen, dass es bei YouTube nicht so leicht ist, Hintergrundbilder entfernen zu lassen. Videos, ja, kein Problem, aber Hintergründe scheinen schwieriger zu sein.

Während ich bisher bei privaten Webseiten beide Augen zugedrückt hatte, gab es auch einige Webseite wie Musikmagazine, welche das Foto unerlaubt nutzten. Hier übergebe ich die Fälle an meinen Anwalt, da Medien oder kommerzielle Nutzer die Grundzüge des Urheberrechts kennen sollten.

Vor paar Tagen war ich dann auf einem Konzert von Auletta in Köln, um wieder Fotos für das Musikmagazin zu machen. Ein Mädchen vor mir im Publikum holte kurz ihr Handy raus, um die Uhrzeit zu sehen und was sah ich da? Mein Casper-Foto als Hintergrundbild auf ihrem Handy! Ich habe mal ein „Beweisfoto“ gemacht:

Mein Casper-Foto auf einem Handy

Ich hab mich gefreut, ihr eine Visitenkarte in die Hand gedrückt und gesagt, dass das Foto von mir sei. Keine Ahnung, ob sie mir geglaubt hat, ich hatte immerhin eine dicke Kamera umhängen. Bei Google+, wo ich den Zwischenfall kurz gepostet hatte, meinte jemand: „Ich glaube, auch ein Profi sollte die Freude, die einstmals im Vordergrund stand, wenn ein eigenes Foto wertgeschätzt wurde, nicht darüber vergessen, daß es geklaut wurde.“ Stimmt schon. Aber hätte ich ihr eine Standpauke über das Urheberrecht halten sollen, während uns eine Rockband beschallt?

Wie reagiert ihr in solchen Fällen? Bestrafen oder sein lassen? Und was sind Eure schrägsten Erlebnisse mit Euren Fotos im Netz?

Belegfoto mit Model

Normalerweise schicke ich ja den Models Belegexemplare, wenn in Veröffentlichungen ein Foto von mir mit dem Model als Motiv benutzt wurde. Danke an dieser Stelle auch mal wieder an die vielen Kollegen und Blog-Leser, die mir manchmal ebenfalls Referenzen zuschicken. Es ist immer wieder schön, zu sehen, wie und für was meine Fotos benutzt werden.

Diesmal hat mir das Model, in diesem Fall Samira Summer, selbst ein Foto geschickt, wie sie vor einem ihrer Fotos in einem REWE-Supermarkt posiert. Ob sie auch Autogramme geben musste, ist nicht bekannt.


Übrigens habe ich mit Samira Summer vor wenigen Wochen ein zweites Shooting in einem Fitnesscenter gehabt, von dem ich Euch nächste Woche einige Bilder zeigen werde.

Geschenkidee: Foto-Puzzle mit eigenen Fotos (mit Verlosung)

Vor einigen Tagen habe ich von der Firma Puzzle & Play das Angebot erhalten, mal deren Foto-Puzzles zu testen, indem ich mir kostenlos eins meiner Fotos als Puzzle drucken lassen konnte. Warum nicht, ich hatte nix zu verlieren.

Gestern ist das Puzzle angekommen und da ich insgesamt sehr zufrieden mit dem Ergebnis bin, möchte ich das Puzzle als Geschenkidee für Weihnachten kurz vorstellen.

Unter www.fotopuzzle.de bietet die Firma ein, eigene Fotos als Puzzle drucken zu lassen. Drei Varianten stehen zur Auswahl:

  • 200 Teile (14,90 Euro, fertig ca. DinA3 groß)
  • 500 Teilen (19,90 Euro, fertig ca. etwas mehr als DinA3 groß)
  • 1000 Teilen (29,90 Euro, fertig ca. etwas mehr als DinA2 groß) Hier gibt es das auch als Weihnachts-Special für 24,90 Euro

Dazu kommen noch 4,90 Euro Versandkosten. Ein Nachteil: Die Versandkosten können nicht für mehrere Puzzles mit verschiedenen Motiven zusammengefasst werden.

foto-puzzle-1

Zum Vergleich: Fertige Puzzles kosten je nach Anzahl der Teile zwischen 8 und 12 Euro. Die Kartongröße, die Größe und Varianz der einzelnen Puzzle-Stücke, die Kartondicke usw. entsprechen so sehr denen feriger kommerzieller Puzzles, dass ich fast vermuten würde, dass die gleiche Maschine benutzt wird. Beim 200-Teile-Puzzle sind die Puzzelstücke etwas größer, sodaß es sich besser für kleinere Kinder und Senioren eignet. Der Karton meines Puzzles ist mit ca. DinA3-Größe viel zu groß für die enthaltenen Puzzle-Stücke (siehe Foto unten), da hätte ein platzsparender halb so großer Karton locker gereicht. Ich denke, dass alle Puzzle-Größen den gleichen Karton haben und es so beim kleinsten Puzzle möglich ist, dass z.B. Kinder direkt auf dem Karton puzzlen können, wenn das Motiv sonst zu schwer wäre.

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Die Bestellung ist sehr einfach und schnell, in höchstens drei Minuten war ich mit dem kompletten Bestellvorgang fertig. Leider gibt es nur Überweisung oder Vorkasse als Bezahlmöglichkeit, PayPal z.B. wäre auch nett gewesen. Beim Bestellen kann dem Foto ein Titel gegeben werden, der zusammen mit dem Foto vorne auf den Karton gedruckt wird. Zwar kann für den Karton zwischen acht Farbverläufen gewählt werden, aber leider ist die Schriftart vorgegeben. Für mein Tulpen-Motiv ist sie ganz passend, aber wer einen technischere Motive drucken lässt, würde sich vielleicht eine serifenlose Schrift wünschen.

foto-puzzle-3

Wer sich ein Foto sucht, was als Puzzle gedruckt werden soll, sollte einige Tipps beachten:

  • Empfohlene Mindestgröße der Fotos sind 4 Megapixel
  • Das Motiv sollte viele abwechslungsreiche Farben und Formen haben
  • Je mehr große einfarbige Flächen (z.B. wolkenloser Himmel) auf dem Puzzle, desto schwerer wird es
  • Das Motiv sollte sich auch als Wanddekoration o.ä. eignen

Mir fiel die Motivwahl etwas schwer, da ich hauptsächlich Menschen fotografiere und auch bei meinen Natur- und Landschaftsaufnahmen gerne viel Platz lasse (Stichwort Textfreiraum), aber mit dem Tulpenfeld bin ich ganz zufrieden. Und da wir uns ja in einem Stockfotografie-Blog befinden, kann ich es nicht lassen, noch zwei Tipps zu geben.

Die Motive auf Puzzles sind in der Regel urheberrechtlich geschützt. Wer also Puzzle-Teile für den Verkauf über Bildagenturen abfotografieren will, z.B. Motive wie diese hier, der kann das nur mit seinen eigenen Fotos machen (bzw. das Ganze gleich digital simulieren). Wer viele geeignete Motive hat, den interessiert vielleicht das „Wiederverkäufer-Programm„, mit dem z.B. Fotografen ihren Kunden Puzzles mit eigenen Motiven anbieten können.

Verlosung
Wer selbst testen möchte, ob meine Erfahrungen der Wahrheit entsprechen, kann an einer kleinen Verlosung teilnehmen. Unter allen Leuten, die diesen Artikel bis einschließlich Dienstag, den 01.12.2009 kommentieren UND ihr Foto zeigen (am besten per Link), was sie gerne als Puzzle haben würden, verlose ich zwei Gutscheine, je 1x für ein 1000-Teile-Puzzle und 1x für ein 500-Teile-Puzzle. Die Gewinner werden per Email benachrichtigt und kurz im Blog bekannt gegeben.
Update 27.11.2009:
Wie mir die Firma eben mitteilte, ist es seit einigen Tagen möglich, die Versandkosten bei mehreren Puzzles zusammenzufassen. Außerdem ist die Zahlung per PayPal und Kreditkarte in Arbeit.