Indische Retusche-Firmen für Stockfotos im Praxistest

In mei­nem Artikel über mei­ne Microstock Expo-Erfahrungen habt ihr mich in den Kommentaren mehr­fach um mehr Informationen über die indi­schen Firmen gebe­ten, wel­che Photoshop-Retusche-Arbeiten oder Verschlagwortung-Dienste anbie­ten. Deshalb habe ich mal die vier bekann­tes­ten indi­schen Firmen auf die­sem Gebiet ange­schrie­ben und einen Praxistest gemacht, um her­aus­zu­fin­den, wie deren Ergebnisse aus­se­hen. Doch einen Schritt zurück.

Nach wel­chen Kriterien habe ich die Firmen aus­ge­wählt?

Die Bildagentur Alamy hat schon lan­ge eine Liste mit emp­feh­lens­wer­ten Firmen ver­öf­fent­licht, wel­che Scandienste oder Keywording anbie­ten. Die dort gelis­te­ten Firmen aus Indien, wel­che auch Fotos retu­schie­ren, wur­den aus­ge­wählt, das sind JaincoTech, Reality Information Systems (im Folgenden nur Reality genannt) und KeyIndia Graphics. Außerdem habe ich Differential aus­ge­wählt, da ich mit denen schon mal zusam­men­ge­ar­bei­tet hat­te.

Wie lief der Test ab?

Die vier teil­neh­men­den Firmen beka­men jeweils drei Fotos von mir, wel­che ich schon vom RAW-Format in unkom­pri­mier­te JPG-Dateien ent­wi­ckelt hat­te. Zusätzlich beka­men die Firmen alle die glei­chen Anweisungen zur Bildbearbeitung in einer Textdatei. Die aus­ge­wähl­ten Fotos sind Bilder, wel­che ich selbst als Stockfotos bei Bildagenturen anbie­te und die ich alle eben­falls bear­bei­tet hat­te. Die Firmen beka­men natür­li­ch die unbe­ar­bei­te­te Version, aber durch mei­ne eige­ne Bearbeitung konn­te ich für mich gut ver­glei­chen, ob die exter­nen Dienstleister gleich gut oder viel­leicht sogar bes­ser als ich retu­schie­ren.

Ich habe lan­ge über­legt, wie ich die Testbilder und die Ergebnisse am bes­ten im Blog zei­ge, da die Originalgrößen bei 21 Megapixel die Ladezeiten der Webseite ins Unerträgliche stei­gern wür­den. Ich habe mich ent­schie­den, hier klei­ne Vorschau-Größen zu zei­gen. Beim Klick auf ein Bild erscheint eine grö­ße­re Version in Bildschirmgröße. Die Wasserzeichen habe ich nach­träg­li­ch ein­ge­fügt, die waren beim Test nicht im Bild.

Service: Ich habe von jedem Bild alle Versionen als ein­zel­ne Ebene in eine TIFF-Datei gepackt. Wer will, kann sich dann detail­liert die Unterschiede der jewei­li­gen Varianten gen­au anschau­en. Die drei TIFF-Dateien könnt ihr hier als Zip-Datei run­ter­la­den (Achtung, ca. 25 MB!). Damit ihr die Ebenen sehen und ein­zeln aus­wäh­len könnt, muss das Grafikprogramm Ebenen unter­stüt­zen, also z.B. Photoshop oder GIMP. Es ver­steht sich von selbst, aber sicher­heits­hal­ber noch mal der Hinweis: Die Bilder dür­fen nur pri­vat genutzt wer­den und nicht ohne mei­ne Zustimmung ver­öf­fent­licht wer­den.

Hier sind die drei Ausgangsbilder (Klicken zum Vergrößern):

Meine Retusche-Vorgaben für die Bilder waren:

_MG_1586_2_be_done.jpg
– iso­la­ting per­son (back­ground com­ple­te­ly whi­te)
– basic retou­ch­ing (skin and imper­fec­tions)
– whi­ten eyes
– whi­ten tee­th
– ligh­ten rims under eyes (not com­ple­te­ly remo­ving)
– logo remo­val
– remo­ve yel­low color cast on hair
_MG_4307_2_be_done.jpg
– basic retou­ch­ing (skin and imper­fec­tions)
– whi­ten eyes
– whi­ten tee­th
– ligh­ten rims under eyes (not com­ple­te­ly remo­ving)
– logo remo­val
_MG_5054_2_be_done.jpg
– basic retou­ch­ing (skin and imper­fec­tions)
– whi­ten eyes
– whi­ten tee­th
– ligh­ten rims under eyes (not com­ple­te­ly remo­ving)
– remo­ve dust and par­ti­cles from jackets

 Was haben die vier teil­neh­men­den Firmen dar­aus gemacht?

Erst mal mei­ne Retusche-Version, wie ich sie auch zu den Bildagenturen hoch­ge­la­den hat­te (Klicken zum Vergrößern):

Nun die Ergebebnisse von Reality (Klicken zum Vergrößern):

Die bear­bei­te­ten Bilder von KeyIndia Graphics sehen so aus (Klicken zum Vergrößern):

Differential hat die Fotos so retu­schiert (Klicken zum Vergrößern):

Als Ergebnis lie­fer­te JaincoTech die­se Varianten (Klicken zum Vergrößern):

Details und Preise der Firmen-Retusche:

JaincoTech und KeyIndia Graphics lie­fer­ten TIFF-Dateien ohne Ebenen zurück, Reality schick­te eine unkom­pri­mier­te JPG-Datei und Differential schick­te eine Photoshop-Datei ohne Ebenen. KeyIndia Graphics lie­fer­te zu jedem Bild auch eine zwei­te Variante, bei der die Schattentöne leicht auf­ge­hellt waren. Differential lie­fer­te zusätz­li­ch auch eine zwei­te Version bei einem Bild mit einer sehr star­ken Beauty-Hautretusche, die für Stockfotos jedoch zu künst­li­ch wirk­te.

Wie teu­er wäre die Bearbeitung ähn­li­cher Bilder bei den Firmen? Differential ver­langt ca. 3,50 US-Dollar für ähn­li­che Motive, Reality berech­net ca. 8 Dollar pro Stunde und hat ca. 30–45 Minuten an einem der Testbilder geses­sen. Bei nor­ma­len Jobs wür­den für sol­che Retusche-Arbeiten ca. 4 Dollar pro Bild anfal­len. KeyIndia Graphics berech­net für die Retusche 3,75 Dollar (bzw. ein Dollar weni­ger bei Vorkasse), dazu kom­men 7,5% Bearbeitungsgebühr bei PayPal-Zahlung, bei mehr als 2500 Bildern Auftragsvolumen gibt es Rabatt. Als Durchschnittspreis für die Bearbeitung ähn­li­cher Bilder hat JaincoTech 10 Dollar pro Bild ver­an­schlagt, was vor allem an dem auf­wän­di­gen Apothekenbild lag.

Ein Hinweis am Rande: In die­ser Branche kommt es manch­mal vor, dass die Bildbearbeitung an ein Subunternehmen wei­ter­ge­reicht wird. Ob das bei den teil­neh­men­den Firmen der Fall war, kann ich nicht kon­trol­lie­ren, aber ich fin­de, es spielt auch kei­ne Rolle, da es dar­auf ankommt, wie die Ergebnisse zu wel­chem Preis aus­se­hen.

Subjektive Bewertung der Ergebnisse:

Eine Bildbearbeitung ist immer Geschmackssache. Trotzdem haben Bildagenturen und Bildkäufer bestimm­te Vorlieben, wie ein gutes Stockfoto aus­se­hen soll­te. Das betrifft zum Beispiel das Aufhellen von Zähnen, die Hautretusche, die Eleminierung stö­ren­der Elemente und – ganz wich­tig – die voll­stän­di­ge und gute Entfernung von Logos und Markennamen aus dem Bild. Deshalb habe ich auch das Apothekenbild aus­ge­sucht, was sehr vie­le Logos und geschüt­ze Marken ent­hält und das Bild der Maklerin vor wei­ßem Hintergrund, um beur­tei­len zu kön­nen, wie gut die Firmen frei­stel­len kön­nen.

In der klei­nen Vorschauansicht sind die Unterschiede schwer zu erken­nen, des­we­gen ver­wei­se ich noch mal auf die gezipp­ten TIFF-Ebenen als Download zum „sel­ber Vergleichen“ und möch­te auf eini­ge Punkte ein­ge­hen.

Das ein­fachs­te Bild war das Paarfoto im Herbst. Dort haben sich alle Firmen wacker geschla­gen. Die meis­ten Firmen bis auf Differential haben sogar die hel­len Flecken an den Bäumen im Hintergrund ent­fernt, ohne dass ich sie extra dar­auf hin­wei­sen mus­s­te. Dafür hat Differential als ein­zi­ge Firma das Muster auf dem Jackenknopf ent­fernt. Beim Zähne auf­hel­len war Reality etwas zu über­mü­tig, da sehen die zu künst­li­ch aus. JaincoTech war die ein­zi­ge Firma, die auch eine Farbkorrektur vor­ge­nom­men hat, die das Bild noch fri­scher und far­ben­fro­her aus­se­hen lässt.

Beim Foto der Frau mit Haus und Schlüssel wei­chen die Ergebnisse schon wei­ter von­ein­an­der ab. Das Freistellen haben alle Firmen gemeis­tert, aber bei Reality und Differential sind har­te Kanten an den unschar­fen Händen zu erken­nen. Das sieht etwas unna­tür­li­ch aus. Auch der Umgang mit den fei­nen Haaren zeigt deut­li­che Differenzen. Während JaincoTech gleich vie­le stö­ren­de Haarfransen (vor allem links am Kinn) ent­fernt hat, igno­rier­ten das die ande­ren Firmen, Differential lich­te­te die Haare rechts unten sogar etwas. Die Hautretusche sieht bei Reality wie­der etwas zu über­mü­tig aus. Die gewünsch­te Korrektur des Gelbstichs beka­men alle Firmen bis auf Differential gut hin.Das Logo links auf dem Schlüssel wur­de von drei Firmen ent­fernt, nur Differential hat es über­se­hen. JaincoTech hat außer­dem zusätz­li­ch die Einkerbungen links im Schlüssel ent­fernt, den abste­hen­den Daumen rechts und den umge­schla­ge­nen Hemdärmel rechts kor­ri­giert. Das zeugt von einem guten Verständnis, was Bildagenturen wol­len.

Kommen wir zur Königsklasse: Die Apothekerinnen in der Apotheke. Neben dem star­ken Orangeton bestand die Schwierigkeit vor allem in den unzäh­li­gen Verpackungen im Hintergrund, die Logos und Text auf­wie­sen. Das Orange wur­de von KeyIndia Graphics und Reality gefühlt fast noch ver­stärkt, wäh­rend JaincoTech es behut­sam abmil­der­te. An den Logos haben sich die meis­ten Firmen die Zähne aus­ge­bis­sen und ich muss zuge­ben, dass ich auch lan­ge dafür gebraucht habe, um alle Logos halb­wegs zu ent­fer­nen und selbst jetzt bin ich mit mei­nem Ergebnis noch nicht rich­tig zufrie­den. Differential hat es sich ein­fach gemacht und den kom­plet­ten Hintergrund weich­ge­zeich­net. Das führt lei­der zu einem unschö­nen Übergang an den Haaren der Models, vor allem bei den Locken der Frau links. Reality ging nach dem Zufallsprinzip vor und retu­schier­te anschei­nend nur die Häfte der Logos. KeyIndia Graphics igno­rier­te mei­nen Wunsch nach Logo-Entfernung kom­plett. Auf Nachfrage hieß es, dass das bei einem kos­ten­lo­sen Test zu auf­wän­dig sei. Was mich ehr­li­ch beein­druckt hat, war die Variante von JaincoTech. Hier wur­den wirk­li­ch alle Logos und Markennamen ent­fernt und trotz­dem der Farbcharakter der ein­zel­nen Packungen bei­be­hal­ten. Dadurch sieht der Hintergrund zwar auch etwas unrea­lis­ti­sch aus, aber ich bin sicher, dass ich bei einer genaue­ren Anweisung („ver­schwim­men las­sen statt ent­fer­nen“) eben­so gute Ergebnisse bekom­men hät­te. Ich den­ke, die Logo-Entfernung kann hier als „Machbarkeitsstudie“ gese­hen wer­den.

Fazit:

Mir per­sön­li­ch haben die Resultate von JaincoTech mit Abstand am bes­ten gefal­len. Reality und Differential haben sich lei­der eini­ge gro­be Schnitzer erlaubt, die eine Korrektur der Bilder erfor­der­li­ch machen wür­den, bevor sie an Bildagenturen geschickt wer­den. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass die ver­an­schlag­ten Preise bei JaincoTech auch mehr als dop­pelt so hoch waren wie bei den ande­ren Firmen. Bei den Preisen wur­de die Lieferzeit nicht berück­sich­tigt, das heißt, je schnel­ler ein Kunde die Ergebnisse braucht, desto teu­rer wird es.

Nicht berück­sich­tigt bei dem Preisen sind auch Mengenrabatte und die Tatsache, dass es bei ähn­li­chen Bildern einer Serie meist güns­ti­ger wird. Außerdem ler­nen die meis­ten Retusche-Firmen die Kundenwünsche im Laufe einer Zusammenarbeit immer bes­ser ken­nen, sodaß nach eini­ger Zeit kaum noch kon­kre­te Anweisungen des Fotografen an die Bildbearbeiter gege­ben wer­den müs­sen. Nachdem ich die Testergebnisse gese­hen habe, habe ich mich ent­schlos­sen, zwei gan­ze Bildserien von JaincoTech gegen Bezahlung retu­schie­ren zu las­sen. Da hat sich auch gezeigt, dass die FTP-Transferrate ein klei­nes Nadelöhr sein kann. Ich hat­te ca. 4 GB Daten zu ver­schi­cken, was mit mei­ner 50-Mbit-Leitung fast einen Tag gedau­ert hat­te.

Im nächs­ten Teil des Tests wer­de ich dann die Verschlagwortung ver­glei­chen.

Wie sind Eure Eindrücke der Retusche? Habt ihr schon mal Bildbearbeitung aus­ge­la­gert? Wie teu­er war das und wie zufrie­den wart ihr mit den Ergebnissen?

28 Gedanken zu „Indische Retusche-Firmen für Stockfotos im Praxistest“

  1. Glad to see the result. Yes as Mr. Kneschke men­tio­ned, we at KeyIndia Graphics deci­ded not to do the phar­ma­cy image, as it was bey­ond a free test which was very time con­su­ming and we have been very busy with regu­lar orders so we had the­re­fo­re requested for ano­ther image which will have 2–4 logos to be remo­ved. We have been working with over 3000 pho­to­graph­ers and know that every pho­to­gra­pher has its own uni­que tas­te. Also we do not re-outsource to any other com­pany com­pa­red to few com­pa­nies, thus pas­sing the savings to phot­graph­ers.

  2. Hallo Robert,

    JaincoTech gefällt mir auch am bes­ten. Ich ver­mis­se ein wenig den ethi­schen Aspekt bei der Sache. Was ver­die­nen die indi­schen Retoucher und Keyworder bei so gerin­gen Preisen?
    Lieben Gruß

    Lissi

  3. Vielen Dank für den Vergleich. Dieser kommt mir sehr gele­gen, da ich selbst gera­de nach einer Möglichkeit suche mei­ne Bildbearbeitung aus­zu­la­gern.
    Bei mei­ner Suche nach geeig­ne­ten Firmen bin ich jedoch immer bei Preisen von mehr als 10$ gelan­det, sogar eher in Richtung 20$. Daher hat­te ich das mit den Firmen auf­ge­ge­ben.
    Ein Punkt den ich auch noch nicht beach­tet hat­te war, wie Elisabeth schreibt der ethi­sche Apsekt. Bei ca. 3$ bis 10$ pro Bild bleibt bei einer Firma, egal wie groß die­se ist nicht mehr viel bei den Arbeitern lie­gen.
    Der wich­tigs­te Punkt ist aber immer noch das „Lohnen“ also ich bin noch weit ent­fernt, bei Peoplefotos wie zB Yuri Arcurs meh­re­re 1000 Fotos eines ein­zel­nen Fotos zu ver­kau­fen, auch sind die Einnahmen der schon bestehen­den Fotos nicht so hoch, daß es extrem hohe Kosten von Shootings auf­fan­gen wür­de die evtl dazu auch noch nicht mal Einnahmen gene­rie­ren.
    Bei 10$ pro Foto und einem Ergebnis von 100 aus­ge­wähl­ten Fotos nach einem Shooting kom­men dann schon mal locker 500€ und mehr an Kosten auf einen zu… inklu­si­ve Modelhonorar und Requisiten. Und 500€ pro Shooting sind dann doch schon mal eine Hausnummer die für mich nicht so ein­fach auf­zu­fan­gen sind.
    Daher habe ich mich eher dazu ent­schlos­sen, eine in Richtung 400€ Kraft zu suchen die ich auch noch bei den Shootings als Assistent ein­set­zen kann, und schon beim Shooting klar wird was das Ziel und wie die Bearbeitung aus­zu­se­hen hat.

  4. @ Rob Stark
    When you pay pea­nuts you will get mon­keys. Du glaub­st doch nicht allen Ernstes, du kriegst auf 400€ Basis einen guten Fotoassistenten der auch noch die Bildretusche beherscht.

    LG
    Andreas

  5. Agenturen las­sen sich Praktikanten vom Arbeitsamt bezah­len, 2Jahre lang dann gibt es neue
    das ist Gewinnoptimierung
    die meis­ten gut Ausgebildet von der Uni

  6. Sehr inter­es­san­ter Artikel! Aber rech­net sich das bei Stockfotos? Manche Bilder mei­ner Serien blei­ben Ladenhüter, wobei ein­zel­ne dann wie­der ganz gut gehn. Aber für sämt­li­che zu bezah­len wär mir zu teu­er. Wenn ich dann auch noch fürs Keywording bezah­le … Im Macrobereich lohnt sich das eher, denk ich. Oder lie­ge ich da fal­sch? Gut, ich spa­re mir eine Menge Zeit.

  7. @Martin: Das wer­de ich in einem Jahr sehen, ich habs ja jetzt aus­pro­biert. Klar ist, dass sich das nur bei poten­ti­el­len Top-Sellern loh­nen kann, „Wald-und-Wiesen“-Fotos dürf­ten den not­wen­di­gen RPI sicher nur schwer erwirt­schaf­ten.

  8. Man soll­te bei sol­chen Vergleichen natür­li­ch beden­ken, daß man bei deut­li­ch bes­se­rem Ausgangsmaterial auch radia­kal weni­ger zu retu­schie­ren hät­te. Wenn mei­ne Studenten einen wei­ßen Hintergrund haben wol­len, erwar­te ich auch, daß sie die­sen ent­spre­chend beleuch­ten und kei­nen hell­gel­ben Verlauf im Hintergrund erzeu­gen, wie es in _MG_1586_2 der Fall ist. Nun mag Robert noch immer mit die­ser abso­lut unpro­fes­sio­nel­len Ganzkörper-Fake-Softbox als Hintergrund arbei­ten, aber das soll­te kei­ne Entschuldigung sein. Durch eine kor­rek­te Beleuchtungstechnik lie­ße sich nicht nur der HG kom­plett weiß krie­gen (ohne zu über­strah­len), son­dern vor allen Dingen wären auch die gel­ben Reflexionen in Haaren und Kleidung zu ver­mei­den. Zwei Retusche-Arbeitsvorgänge wären damit hin­fäl­lig. Hinzu kom­men eini­ge ande­re Dinge – der wei­ße BH scheint durch die Bluse. Entweder also eine ande­re Bluse oder zuse­hen, daß das Mädchen noch was drun­ter trägt. So sieht’s – nun ja – auf­dring­li­ch aus?! Dazu kom­men die unvor­teil­haft dar­ge­stell­te Bluse an den Handgelenken. Das Gesicht ist für mei­nen Geschmack unter­be­lich­tet, aber das mag nur sub­jek­ti­ver Eindruck sein. Jedoch wäre mit einem hel­le­ren Gesicht auch das Problem der zu stra­ken Sättigung deut­li­ch abge­schwächt. Es steht zwar nicht auf der Liste, aber der Daum an der Hand, die das Haus hält, ist eben­falls gru­se­lig.

    Als Fazit bleibt in mei­nen Augen, daß mit bes­se­rer Beleuchtungstechnik und etwas mehr Aufmerksamkeit des Fotografen vie­le Photoshop-Bearbeitungsschritte ein­ge­spart wer­den könn­ten. Lediglich das Ohr des Models, das wäre in der Tat ein Fall für Photoshop. Meine Studenten wür­de ich jeden­falls mit so einem Ausgangsbild mit einem nicht all­zu sanf­ten Tritt in’s Hinterteil wie­der zurück in’s Studio beför­dern. Aber hey, gut, daß es Inder gibt!

  9. @tomtomtom… „dei­ne stu­den­ten“, bloss gut das es die anony­me welt des inter­nets gibt, wo man sich so scho­en pro­fi­lie­ren kann.

    @robert: tol­ler arti­kel, aber die auf­wen­di­ge retu­sche bei den apo­the­ken­bil­dern haet­te man sich doch ein­fach mit einer ent­spre­chen­den blen­den­wahl bei einer fest­brenn­wei­te ver­mei­den kön­nen(?)

  10. Bei der Ansicht vom mitt­le­ren Ergebnis der Firma Differential ist mir übri­gends schlecht gewor­den. Die Übelkeit hält immer noch an 😉

  11. Sehr inter­es­san­ter Bericht! Das bestärkt mich wirk­li­ch dar­in die­se Tätigkeit im eige­nen Hause zu las­sen. bei uns haben wir ein Bearbeitungsaufwand von durch­schnitt­li­ch 10 Minuten pro Bild. Bedeutet Helligkeit, Kontraste, Farben, Haut, Augen und Zähne sind die meis­ten Bereiche die Bearbeitet wer­den.

    Bei 30 bis 40 Minuten wür­de das den Kostenrahmen spren­gen. bei 1 US-Dollar wür­de ich dann auch direkt abge­ben, aber nur wenn die Ergebnisse wie im Beispiel JaincoTech sind.

    Liebe Grüße

    Jörg

  12. @Stan: Generell habe ich ver­sucht, durch Blendenwahl eine Unschärfe im Hintergrund zu haben. Leider war jedoch einer­seits die Theke fest­mon­tiert, sodaß die­ser Abstand zum Regal fest­stand, und sobald meh­re­re Models auf einem Bild sind, wird schnell eins der bei­den Gesichter unscharf, wenn man mit weni­ger als Blende 3,5 arbei­tet, weil nie alle gen­au auf einer Ebene ste­hen.

  13. @tomtomtom: Du hast recht, mit bes­se­rer Beleuchtungstechnik und mehr Aufmerksamkeit des Fotografen las­sen sich manch­mal eini­ge Fehlerquellen ver­mei­den. Aber Stock ist nun mal Masse, wo nicht nach jedem Foto die Visagistin 10 Minuten am Model zup­peln kann… Und den durch­schei­nen­den BH auf dem Beispielfoto fin­dest Du schon auf­dring­li­ch? Da feh­len mir die Worte, des­halb endet hier der Kommentar… 🙂

  14. @Robert: du stell­st ja nicht für jedes Foto indi­vi­du­ell alles neu ein. Deshalb spricht nichts dage­gen, es ein­mal rich­tig zu machen und anschlie­ßend bei den 40 oder 50 Motiven, die in dem Setup foto­gra­fiert wer­den, ‚né Menge Arbeitszeit bei der Bearbeitung zu spa­ren. Wenn du aber lie­ber 5 Minuten Blitzlichtmessung gegen 3 Stunden Photoshop tau­schen möch­test, ist das natür­li­ch legi­tim.

    Der BH scheint bei einem Business-orientiertem Bild durch. Das ist eigent­li­ch nicht sehr ele­gant. Wenn eine Geschäftsfrau im Büro den gan­zen Tag ihren BH unter der Bluse zur Schau stellt, ist das schon auf­dring­li­ch. Es ent­spricht ein­fach nicht dem Dresscode.

  15. @ eini­ge Leute: ich ver­ste­he euch ein­fach nicht. In die­sem Blogeintrag geht es doch ein­deu­tig um Indische Retusche-Firmen oder? Die Headline sagt jeden­falls soet­was aus. Warum müßt Ihr dann auf auf die Entstehung der Bilder rum­ha­cken? Ihr soll­tet lie­ber die­se gan­zen Infos dank­bar anneh­men und pro­duk­tiv in eurem Business ein­setz­ten oder nicht. 

    @ Robert: Ich zie­he mei­nen Hut vor Dir, das Du für die Allgemeinheit soviel Infos preis­gib­st. das ist ja auch nicht mal eben in 5 Minuten gemacht. Danke!!!

  16. Danke für den Test, ich hat­te auch schon mehr­mals Angebote diver­ser indi­scher Unternehmen bekom­men. Dein Test zeigt mir aber deut­li­ch, dass ich mit eige­ner Retusche am bes­ten fah­re. Mögen eini­ge Ergebnisse viel­leicht den Anforderungen von Agenturen ent­spre­chen, mei­nen Anforderungen ent­spre­chen sie jeden­falls nicht. Ich wäre nicht glück­li­ch mit den Ergebnissen. KeyIndia hat sich ja ein schö­nes Eigentor geschos­sen. Das schafft Vertrauen, wenn man schon vor der Aufnahme einer Geschäftsbeziehung damit argu­men­tiert, zu sehr aus­ge­las­tet zu sein um ein etwas auf­wän­di­ge­res Test-Bild zu retu­schie­ren.

  17. @Robert, auch ein Danke von mir für den wie­der­hol­ten infor­ma­ti­ven Artikel.

    Die Entscheidung vom Rob ist nach mei­ner Meinung nach, mit­tel­fris­tig, lang­fris­tig der rich­ti­ge Weg.
    Unabhängig des noch kom­men­den Berichts in Sache Verschlagworten. 

    @Jörg, du hast es auf den Punkt gebracht! 

    Gruß
    Thomas

  18. Also die Detailretusche der „Frau mit Haus und Schlüssel“ von JaincoTech ist aus mei­ner Sicht zwar gut aus­ge­führt wor­den und wohl auch im Sinne des Stockmarktes, aber das farb­li­che Ergebnis ist mei­ner Meinung nach ein Totalausfall. Das Bild wirkt ein­fach nur flau. Dann doch lie­ber selbst 45 Minuten auf dem Bild her­um­schrub­ben und dann exakt das haben, was man will.

    Aber inter­es­sant ist der Test alle­mal. Danke dafür!

  19. @Robert Finde jain­co hat es am bes­ten gemacht . Anmerkung stel­le dei­ne Kamera mal um , habe die glei­che . Geh auf neu­tral bei den Farbeinstellungen . Daher hat es jain­co auch in die­sem Bereich am bes­ten gemacht .
    Anmerkung an alle User : ent­wi­ckelt eure Daten je nach Endbearbeitungsprogramm Photoshop (Gimp ist for free – arbei­te ich aber nicht mit ) immer in 16 Bit . Somit las­sen sich die Tonwerte bes­ser anfas­sen . Achtet drauf das Tonwerte zwi­schen 5 und 250 lie­gen soll­ten .
    Getty , Corbis , Plainpictures usw. set­zen dies Voraus . Es wird immer und immer mehr auf kor­rek­te Tonwerte geach­tet + das Farben rich­tig dar­ge­stellt wer­den ( CMYK Farbraum ) .
    Wenn das alles sit­zen soll­te , könnt ihr in den 8 Bit Modus gehen .
    Ich kann zur Zeit die Seite von cor­bis emp­feh­len , dort gibt es etli­che Videos und Anweisungen über die­ses Thema .

  20. @reka: Hallo Reka, wie stehts denn mit dem Microstock bei Dir, ich hat­te den Eindruck dass Du eher für Macro bist und bei
    F1 ein­lie­fer­st, hast Du jetzt Bilder im Microstock oder nicht?

  21. @ max : habe mit micro ange­fan­gen und habe dort noch eini­ges drin­nen an Altbestand . Habe auch vie­les gelöscht weil es ein­fach kei­nen Sinn macht Fotos für cent­be­trä­ge zu ver­kau­fen .
    Für mich läuft macro defi­ni­tiv bes­ser ( f1 ist schon sehr gut ) Verkäufe zwi­schen 60 und 600 Euro pro Bildverkauf . Klar die Anforderung an die Bilder ist gestie­gen aber let­zend­li­ch habe ich weni­ger Arbeit mit macro da allei­ne die Verschlagwortung weg­fällt und eini­ges mehr (Vertrieb durch Partner).

  22. @reka: Danke für Antwort, bei den Verkäufen von F1 zwi­schen 60 und 600 gehe ich mal von dem Umsatz abzüg­li­ch Provision aus, und
    dann auf exklu­si­ver Basis?

    Was brin­gen übri­gens die Bilder bei Panther, die ver­kau­fen zum Teil ja auch über Macro Partner, wird das dann als Micro abge­rech­net oder zah­len die dann auch den Macro Anstrich?

  23. @max : Panther kei­ne Ahnung , kann Waldhäusel emp­feh­len .

    Zum Thema Exclusiv , es geht auch non exclu­siv nur must du dei­ne Bilder im glei­chen Preisniveau ver­kau­fen . Dsa geht schon . Aber exclu­siv macht mehr Sinn , allei­ne wegen der Nachverfolgung der Bildnutzungen .

  24. @reka: Wie ist denn unge­fähr dein monat­li­cher RPI bei f1 Online? Ich fin­de, das ist eine hilf­rei­che­re Kennzahl als die Euro pro Bildverkauf.

  25. @ Robert bin erst seit einem Jahr dabei , habe mit 80 Pics ange­fan­gen und bin nun bei 1300 ange­kom­men ( HALB RM HALB RF ).…jetzt erst­mal ein hal­bes Jahr war­ten bis es durch die Partner geht down­loads und sales in Rechnung gestellt wer­den etc. Fakt ist : guter Service aber techn. hohe Anforderungen …

Kommentare sind geschlossen.