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Kurzer Gedanke zu Musikdiebstahl und Fotoklau

Die letz­ten Tage war das Thema in allen Medien: Die US-​Amerikanerin Jammie Thomas-​Rasset wur­de von einem Gericht zur Zahlung von 1,9 Millionen US-​Dollar für das ille­ga­le Anbieten von 24 Musik-​MP3s ver­ur­teilt. Das macht knapp 80.000 US-​Dollar pro Song!

Normalerweise kos­tet eine legal gekauf­te MP3 zwi­schen 1–2 Euro.

Wenn ein Microstock-​Foto nun eben­falls 1–2 Euro kos­tet, besteht Hoffnung, dass Bilderdiebe künf­tig 80.000 Euro (mei­net­we­gen auch US-​Dollar) Strafe zah­len müssen?

Zugegeben, die Songs wur­den nicht nur run­ter­ge­la­den, also ver­wen­det, son­dern zum Download auch ange­bo­ten, also die Möglichkeit gege­ben, sie zu ver­viel­fäl­ti­gen. Aber auch da gibt es genug Webseiten, die Fotos von Bildagenturen wie Shutterstock ille­gal gra­tis zum Runterladen anbieten.

Was meint ihr?

Erstellen einer Excel-​Tabelle zur Fotoverwaltung

Wer mehr als eine Handvoll Fotos über Bildagenturen ver­kauft, ver­liert schnell den Überblick, wel­che Datei er wann an wel­che Agentur gelie­fert hat.

Das wird schnell ärger­lich, wenn man z.B. ein Foto in einer Zeitung ohne Bildcredit gedruckt sieht und wis­sen möch­te, über wel­che Agentur das viel­leicht ver­kauft wor­den ist. Außerdem hilft eine gute Fotoverwaltung, zu sehen, ob Fotos kor­rekt ver­trie­ben wer­den, von denen Agenturen ver­lan­gen, dass sie nicht an Bildagenturen gege­ben wer­den dür­fen, die ihre Fotos bil­li­ger anbieten.

Es gibt Datenbanken wie iMatch oder ThumbsPlus, die rie­si­ge Fotobestände ver­wal­ten kön­nen. Oft haben sie jedoch den Nachteil, dass sie ers­tens etwas kos­ten, zwei­tens für vie­le Zwekce zu über­di­men­sio­niert und dar­um auch drit­tens schwer zu ler­nen sind.

Ich möch­te heu­te eine ein­fa­che, aber wir­kungs­vol­le Methode vor­stel­len, mit der bequem die Übersicht gewahrt bleibt, wel­che Fotos in wel­chen Bildagenturen schlummern.

excel-tabelle-fotoverwaltung
Wir neh­men eine Excel-​Tabelle (das Ganze funk­tio­niert aber auch mit der Open-​Source-​Variante Calc) und tra­gen in die ers­te Spalte „Dateiname“ ein. Rechts dane­ben kommt in jede Spalte der Name einer Bildagentur, bei der Fotos ange­bo­ten wer­den, z.B. Getty Images, Corbis, Jupitermedia.

Jetzt kli­cken wir links auf die 2 der Zeile 2. Damit wird die gesam­te zwei­te Zeile mar­kiert. Im Menüpunkt „Fenster“ kli­cken wir jetzt auf „Fenster fixie­ren“. Das bewirkt, dass die ers­te Zeile immer oben zu sehen ist, auch wenn wir spä­ter so vie­le Fotos in der Tabelle haben, dass wir nach unten scrol­len müssen.

Als nächs­tes müs­sen die Fotos mit ihren Dateinamen in die Tabelle. Dafür gibt es ein klei­nes, hilf­rei­ches und kos­ten­lo­ses Programm namens MaxLister. In die­sem Programm wählt man ein­fach einen Ordner, von des­sen Inhalt dann eine simp­le Textdatei erstellt wird, wahl­wei­se mit oder ohne Unterordner. Wenn wir dort unse­ren Foto-​Ordner ange­ben, beko­men wir eine hand­li­che Liste mit den Dateinamen unse­rer Fotos, die wir ein­fach dank „Copy & Paste“ in unse­re Excel-​Tabelle verfrachten.

Hier wird deut­lich, war­um es sinn­voll ist, dafür zu sor­gen, dass die Fotos kei­ne Dateinamen bekom­men, die sich wie­der­ho­len könn­ten. Denn wer in zwei ver­schie­de­nen Ordnern die Datei „foto_01.jpg“ hat, wird spä­ter in der Excel-​Tabelle nicht mehr wis­sen, wel­ches „foto_​01“ gemeint ist. Ich benen­ne bei­spiels­wei­se alle mei­ne Fotos nach die­sem Schema um: „JAHRESCODE_MODELNAME_KURZE-BILDBESCHREIBUNG_ORIGINALDATEINAME.jpg“. So kann ich in mei­ner Excel-​Tabelle die Fotos immer nach Jahr und danach nach Model sortieren.

Nun tra­gen wir ein­fach in die Spalten mit den Bildagenturen ein, ob ein Foto dort zu fin­den ist oder nicht.

Ich nut­ze dazu vier Begriffe:

  • war­ten (das Foto befin­det sich in der Warteschleife der Bildagentur und muss noch frei­ge­schal­tet oder abge­lehnt werden)
  • drin (das Foto wur­de von der Bildagentur ange­nom­men und wird zum Verkauf angeboten)
  • abge­lehnt (das Foto ist super, nur die Bildagentur ist ande­rer Meinung *grum­mel*)
  • raus­ge­nom­men (das Foto wur­de von der Bildagentur ange­nom­men, aber ich habe es aus irgend­wel­chen Gründen spä­ter herausgenommen)

Wer will, kann das Ganze auch far­big mar­kie­ren. Ich mar­kie­re Felder far­big, wenn ich irgend­wann Ungereimtheiten ent­de­cke und die­se bei den Agenturen über­prü­fen will.
Hinter die Begriffe schrei­be ich immer das Datum, damit ich weiß, wie lan­ge ein Foto schon in einer Bildagentur vor­han­den ist. Fertig.

Wer das noch nie gemacht hat, wird am Anfang eine Weile brau­chen. Aber wer nach jeder Upload-​Welle die Informationen in die Tabelle ein­trägt, braucht nur wenig Zeit.

Jetzt bin ich neu­gie­rig: Wie behal­tet ihr den Überblick über Eure Fotos in den Bildagenturen?

Frag den Fotograf: Tipps zur Verschlagwortung

Durch die­sen Blog häu­fen sich Anfragen von Fotografen in mei­nem Postfach, die Fragen an mich haben. Da die­ser Blog nur ein klei­ner Teil mei­ner Arbeit als Fotoproduzent ist, fin­de ich lei­der nicht immer die Zeit, jedem aus­führ­lich zu ant­wor­ten. Deswegen picke ich mir für die Rubrik „Frag den Fotograf“ ab und zu eini­ge Fragen her­aus, die ich in grö­ße­rer Runde beant­wor­ten möch­te, damit gleich alle Leser (und Leserinnen) an der Antwort teil­ha­ben kön­nen. Und bit­te, scheut euch nicht. Wer zusätz­lich Antworten hat, kann sie ger­ne in den Kommentaren hin­ter­las­sen. Der Fragesteller wird die­se eben­falls lesen.

Mit Lupe im Internet

Dieses Mal schrieb mir ein Fotograf aus Mannheim:

Hallo Robert,
habe mal eine Frage zu Deiner Stock-​Fotografie, vor­aus­ge­setzt, Du möch­test mir antworten:
Wie sind Deine Erfahrungen im Bereich Verschlagwortung?
Kann man ohne wei­te­res alles in Deutsch bear­bei­ten, oder bringt es Vorteile, das gan­ze von vor­ne­her­ein in Englisch durchzuführen.
Wie viel Anlaufzeit hat­test Du, bis Du eini­ger­ma­ßen zufrie­den warst mit den Verkaufsergebnissen?“

Ich ver­schlag­wor­te grund­sätz­lich alle mei­ne Fotos in deut­scher Sprache. Zum einen des­halb, weil die meis­ten mei­ner Bildagenturen deut­sche Suchbegriffe akzep­tie­ren und eini­ge Agenturen ver­schlag­wor­ten die Fotos sowie­so selbst. Bei den weni­gen Agenturen, die eng­li­sche Schlagworte ver­lan­gen, bedie­ne ich mich eines Tricks. Ich nut­ze die Übersetzungsfunktion für das kon­trol­lier­te Vokabular einer gro­ßen Bildagentur und kopie­re mir die­se Suchbegriffe.

Wichtiger als die Sprache der Suchbegriffe ist jedoch die Wortwahl. Meine Tests haben bei­spiels­wei­se erge­ben, dass ein Wort in sei­ner ursprun­glü­chen Wortart, vor allem bei Verben und Substantiven, am meis­ten gesucht wird. Deshalb ist  „lau­fen“ als Suchbegriff sinn­vol­ler als „Lauf“ oder „Haus“ nütz­li­cher als „häus­lich“. Bei Adjektiven ist ent­ge­gen die­ser Regel lie­ber nach dem Substantiv gesucht, also z.B. „Stärke“ statt „stark“ oder „Größe“ statt „groß“.

Vor weni­gen Tagen habe ich bei einer Bildagentur die Suche eines Kunden ver­fol­gen kön­nen. Dieser such­te erst nach „Größenverhältnis“, fand nur 6 Fotos, ver­such­te es danach mit „Größen“ und erhielt 33 Treffer und erst bei der Suchkombination „groß klein“ erhielt er 353 Bilder zur Auswahl, auf denen es genug Beispiele für das ursprüng­lich gesuch­te „Größenverhältnis“ gab.

Auch ande­re Ergebnisse sind inter­es­sant: So ver­kau­fen sich Fotos mit dem Suchbegriff „Flagge“ bes­ser als „Fahne“. Mehr Leute suchen nach „Fotografie“ als nach „Fotograf“. Je län­ger ein Suchbegriff ist, des­to sel­te­ner wird er genutzt. Trotz aller Konzeptwörter soll­te die kon­kre­te Beschreibung der Gegenstände auf einem Foto nicht ver­ges­sen wer­den. Wenn ein Verkehrsschild auf einem Foto zu sehen ist, reicht nicht der Begriff „Verkehrsschild“, son­dern auch die dar­ge­stell­te Verkehrsregel soll­te als Suchbegriff genutzt wer­den, z.B. „Parkverbot“, „Vorfahrt beach­ten“ etc.

Einige Bildagenturen hel­fen den Fotografen, indem sie z. B. wie Dreamstime ange­ben, wel­che Suchbegriffe zum Verkauf eines Fotos führ­ten. Ich weiß, dass eini­ge ande­re Agenturen die­se Daten eben­falls intern aus­wer­ten. Es wäre hilf­reich, wenn die­se mit den Fotografen geteilt wer­den wür­den. Shutterstock, Panthermedia, Digitalstock und eini­ge ande­re Bildagenturen zei­gen bei­spiels­wei­se Listen der Suchbegriffe, die am häu­figs­ten von den Kunden genutzt werden.

Dreamstime-Keyword-Sales
Regelmäßige Zeitschriftenlektüre trai­niert auch die Sensibilität für die rich­ti­gen Suchbegriffe. Wer sich in einer bun­ten Zeitschrift die Fotos nicht nur anschaut, son­dern über­legt, war­um das Foto gekauft wur­de, fin­det vie­le Informationen. Vor allem im Titel des Textes, Untertitel  oder in der Bildunterschrift ste­hen oft die Worte, nach denen der Bildredakteur gesucht hat, um das Foto zu finden.

Im Internet gibt es vie­le hilf­rei­che Programme, die bei der Erstellung oder der Analyse von Suchbegriffen nütz­lich sind, zum Beispiel:

  • Photo/​Image Keywording Tool erlaubt das Verschlagworten anhand belieb­ter ähn­li­cher Fotos
  • Stocktagger schlägt ähn­li­che Suchbegriffe anhand des „kon­trol­lier­ten Vokabulars“ von Getty Images und istock­pho­to vor
  • Photokeywords erlaubt eben­falls die Suche nach ähn­li­chen Fotos und schlägt pas­sen­de Suchbegriffe vor
  • Findphotokeywords wie das vori­ge Programm, nur viel aus­führ­li­cher, dafür aber häu­fi­ge Nutzung nur gegen Entgelt
  • PicNiche ana­ly­siert Angebot und Nachfrage bestimm­ter Suchbegriffe

Darüber hin­aus gibt es Programme, die zwar nicht für die Stockfotografie erfun­den wur­den, aber hel­fen, das Suchverhalten der Menschen bes­ser zu verstehen:

Nach die­ser Informationsflut soll­te der Verschlagworter noch mal sein Werk begut­ach­ten und einen Schritt zurück tre­ten. Ist wirk­lich jedes der gewähl­ten Suchbegriffe für mein Foto rele­vant? Wenn Dich ein Bildredakteur anru­fen wür­de und jedes Wort mit Dir durch­ge­hen wür­de, könn­test Du jeden Deiner Begriffe glaub­haft ver­tei­di­gen? Wenn nicht, fällt Dein Foto viel­leicht dem „Keyword-​Spam“ zum Opfer. Keyword-​Spam bedeu­tet, dass sehr belieb­te Suchbegriffe für ein Foto benutzt wer­den, damit es bei Suchen häu­fig ange­zeigt wird, obwohl die­se Wörter nicht zum Foto pas­sen. Das ist bei vie­len Bildagenturen ein Ablehnungsgrund. Vor allem istock­pho­to und Alamy sind in die­ser Hinsicht sehr streng.

Meine Art der Verschlagwortung ist bestimmt nicht die bes­te, aber bis­her bin ich damit klar gekom­men. In regel­mä­ßi­gen Abständen schaue ich in mei­ne und die Statistiken der Bildagenturen, wel­che Suchbegriffe beson­ders beliebt sind und rich­te mei­ne Fotosessions danach aus. Danach nut­ze ich eini­ge der oben ange­ge­be­nen Webseiten, um bei unsi­che­ren Keywords her­aus­zu­fin­den, wel­che Variation am gelun­gends­ten wäre. Danach ver­schlag­wor­te ich das Foto nach sicht­ba­ren Motivteilen (Mann, Tisch, Akte, Telefon, Anzug, …), dann fol­gen die Konzeptwörter (Business, Arbeit, Hektik, Bürokratie, …) und zum Schluss tech­ni­sche Beschreibungen (Freisteller, Studioaufnahme, iso­liert, Textfreiraum, …). Zum Schluß wer­den alle Wörter nach Relevanz geord­net, also die wich­tigs­ten nach vorn, der Rest nach hinten.

Nach einer Weile habe ich so einen kom­pak­ten Satz an Suchbegriffen, die ich für neue Fotos schnell über­neh­men kann. Ich mache das mit Copy & Paste in einem Textprogramm, wer will, kann auch Adobe Bridge kom­for­ta­ble dafür ein­rich­ten. Hier eine Anleitung. Wer bequem ist, kann sich sogar fer­ti­ge Keyword-​Listen dafür kau­fen.

Puh, das war eine lan­ge Antwort. Jetzt inter­es­siert mich, wie ihr Eure Fotos ver­schlag­wor­tet. Wie ist Eure Vorgehensweise? Was für Erfahrungen habt ihr mit unter­schied­li­chen Methoden gemacht?

Mein Foto in Handywerbung – Wer hat Beweise?

Vor zwei Monaten sprach mich ein Model an, dass Freunde von ihr die­ses Foto aus unse­rer Fotosession gese­hen hät­ten. Das Bild soll in einer Handywerbung eines Musiksenders zu sehen sein. Es besteht der Verdacht, dass das Foto nicht rich­tig lizen­siert wurde.

Da wir bei­de bis­her die ent­spre­chen­de Werbung nicht gefun­den haben, bit­te ich hier mei­ne Leser um Mithilfe: Wer das Foto in einer TV-​Werbung für Handys o.ä. auf einem Musiksender sieht (MTV kann es nicht sein), gebe bit­te Bescheid. Mich inter­es­siert vor allem die Firma, aber auch TV-​Sender und Uhrzeit wür­den hel­fen, die Firma aus­fin­dig zu machen.

Ich freue mich über jede hilf­rei­che Information. Vielen Dank schon mal.