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Foto-Tipps

Erste Erfahrungen mit Funkauslösern FlexTT5 und MiniTT1 von PocketWizard

Vor vier Monaten habe ich mir die lang ersehnten neuen Funkauslöser der Firma PocketWizard gekauft, den FlexTT5* und den MiniTT1*. Mittlerweile habe ich sie mehrmals unterwegs benutzt und will über die ersten Erfahrungen berichten.

Im Vergleich zu den alten PocketWizards (Plus II Transceiver*) sind sie nur geringfügig teurer, sollen aber dafür auch die automatische Blitzsteuerung (bei Canon E-TTL) beherrschen. An einer Version für Nikons i-TTL-System wird gearbeitet.

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Zuerst fällt auf, dass mit dem – finde ich – genialen Prinzips des Transceivers (Funk-Sender und -Empfänger in einem Gerät) gebrochen wurde. Das hat den Vorteil, dass die reine Sendeeinheit bedeutend kleiner konstruiert werden kann, aber den Nachteil, dass nicht bei Bedarf schnell auf ein anderes Gerät gewechselt werden kann. Das ist in der Praxis nötig, wenn die Batterie versagt, ein Gerät defekt ist oder dem Kollegen ein Gerät geliehen werden soll.

Während in den FlexTT5 (der Empfänger) zwei normale AA-Batterien kommen, benötigt der MiniTT1 (der Sender) eine CR2450-Knopfzelle. Die AA-Batterien sind weltweit immer leicht und günstig zu finden. Außerdem sind viele gute Akkus erhältlich (ich schwöre auf eneloop-Akkus*). Die Knopfzellen sind zum einen teurer und zum anderen schwieriger zu finden, vor allem bei entlegenen Outdoor-Shootings. Dazu kommt, dass sie nicht als Akkus verfügbar sind und – ähnlich wie bei den vielen Ladegeräten – nun eine weitere Sorte Energiequellen im Gepäck berücksichtigt werden muss.

Beim Aufbau macht sich störend bemerkbar, dass keine Lasche vorhanden ist, an der eine Schlaufe befestigt werden kann. Bei den alten war die Schlaufe sogar dabei. Damit konnte man die Dinger irgendwo an den Blitz hängen. Klar, wenn die neue TTL-Funktion genutzt werden soll, muss der Funkauslöser sowieso am Blitzfuß befestigt werden. Aber nicht immer ist das sinnvoll. Zum Beispiel ist die Kombination der neuen Pocket Wizards mit der Lastolite-Softbox*, die ich unterwegs gerne nutze, schwierig, da der FlexTT5 tiefer ist und damit der Blitz nicht mehr richtig in die Softbox geschoben werden kann.

Auch die Benutzung selbst ist komplizierter. Während die alten Pocket-Wizards Knöpfe, übersichtliche Schiebeschalter (Plus II) oder ein verständliches Display (MultiMax) hatten, kommunizieren die neuen Funkempfänger über Blinksignale, die in Frequenz und Farbe variieren. Da zum Beispiel das Blinksignal “Funkfrequenz wird erlernt” (3 kurz grün) mit dem Signal “Warten auf Auslöser” (kurz grün blicken alle 2 Sekunden) sehr ähnlich sind, ist schwer zu erkennen, in welchem Modus sich das Gerät gerade befindet.

Früher wurden beide Funkauslöser aktiviert und wenn die Auslöser auf den selben Kanal eingestellt waren, konnte es losgehen. Fertig. Das geht auch bei den neuen Geräten. Aber um die neue E-TTL-Unterstützung zu nutzen, muss an allen Geräten mehrere Sekunden lang ein Testknopf gedrückt gehalten werden, der einige Testblitze aussendet und die Geräte “kalibriert”. Danach funktioniert das entfesselte Blitzen per TTL – wenn die Blinksignale richtig gedeutet werden.

In der Praxis brauchte ich am Anfang mehrere Anläufe, in denen ich die Knöpfe in verschiedenen Kombinationen verschieden lange gedrückt gehalten habe (auch ein Mindestabstand zwischen den Geräten muss berücksichtigt werden), bis ich mir sicher sein konnte, dass die E-TTL-Erkennung funktionierte. Wer genauere Einstellungen an den Funkauslösern vornehmen will, muss die Dinger sogar via USB an einen Computer anschließen und eine weitere Software installieren. Das nenne ich einen Rückschritt.

Selbst wenn E-TTL funktioniert, habe ich bei meinen letzten Shootings oft gemerkt, dass TTL nicht immer sinnvoll ist. Genau wie sich Joe McNally* große Mühe gibt, das TTL-System möglichst oft und kreativ auszutricksen, so schaltete auch ich schnell auf “Manuell” um. Das war immer dann der Fall, wenn der Blitz nicht mehr nur als Aufhellblitz benutzt werden konnte, weil es zu dunkel wurde. Wird der Blitz zur Hauptlichtquelle, blitze ich lieber indirekt mit großer Leistung an die Decke, um trotzdem den weichen, möglichst schattenfreien Look zu erzielen, den Bildagenturen so lieben. Nichts gegen schattige Bilder, aber meine Motive gehen nun mal mehr in die “happy go lucky”-Richtung.

Alles in allem bin ich leider ernüchtert. Am meisten stört mich wirklich die Kommunikation nur über Blinksignale, gefolgt vom Batterie-Risiko. Klar, die Dinger funktionieren. Anstecken und Auslösen geht immer. Aber alles darüber hinaus ist umständlicher als vorher geworden.

Welche Erfahrungen habt ihr mit den (neuen) Pocket Wizards oder anderen Funkauslösern gemacht? Welche Vor- und Nachteile habt ihr festgestellt?

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Foto-Tipps

Frag den Fotograf: Wie fotografiere ich wie Yuri Arcurs?

Manchmal hinke ich etwas hinterher. Jan D. hatte mir schon im September folgende Mail mit einer Frage geschickt:

“Sehr geehrter Herr Kneschke/Lieber Robert,

zu allererst möchte ich Dir zu deinem absolut gelungenen Blog gratulieren.
Ich bin regelmäßig einer der stillen Besucher und Leser deiner vielen Artikel
und ebenso regelmäßig von den immer neuen Themen rund um das Thema
Fotografie/Stockfotografie begeistert. Ich selbst bin eher ambitionierter denn
professioneller Hobbyfotograf aber stetig auf der Suche nach Tips die
Optik der eigenen Werke zu verbessern.

Besonders angetan hat es mir der herrliche, helle Bildstil von Yuri Arcurs.
Ähnliches schwebt mir ebenfalls bei meinen Bildern (im Privaten, ich
verkaufe nicht) vor. Bisher bekomme ich, obwohl ich mich als sicher &
gut im Umgang mit Photoshop bezeichnen würde, nicht diesen besagten
hellen Stil mit den trotzdem schönen Hauttönen hin. Daher habe ich auch
mit Spannug deinen Bericht des fotolia Workshops mit Yuri A. verfolgt, bis
auf kleine  Andeutungen zum Verwirklichen des Stils gab es jedoch leider
keinerlei Hinweise.

Langer Rede kurzer Sinn. Da du ja vor Ort ein wenig über die Schulter gucken
konntest,  weißt du wie dieser Stil per Photoshop (entsprechendes
Ausgangsmaterial natürlich vorrausgesetzt) erreicht wurde?! Über ein
paar Tips und HInweise würde ich mich sehr freuen.”

Ich habe lange überlegt. Darf ich so einen Post schreiben? Kann ich mich erdreisten, zu behaupten, ich wüsste, wie Yuri Arcurs seine superprofessionellen Bilder hinbekommt? Nein, das nicht. Deswegen kurz die Klarstellung: Ich sage Euch jetzt, wie ihr Bilder im Yuri Arcurs-Stil hinbekommt. Aber das heißt nicht, dass Yuri genau so arbeiten muss.

Außerdem klammert euch lieber nicht an die Vorstellung, dass ihr nur gut mit Photoshop umgehen müsstest, um den Yuri-Look hinzubekommen oder dass es gar einen Filter oder einen Plugin gäbe, der das für Euch erledigt. Das Wichtigste ist die Arbeit vor der Retusche!

Vier Faktoren machen ein gutes Yuri Arcurs-Bild aus:

  1. Gute Schärfe
  2. Geringe Tiefenschärfe
  3. Glückliche Models
  4. Viel (weiches) Licht

Schauen wir uns die Punkte genauer an. Wie Yuri seine Fotos gut scharf bekommt, habe ich schon in meinem Artikel “Scharfe Fotos mit Yuri Arcurs” erklärt. Teuer wird der zweite Punkt. Die meisten seiner Fotos fotografiert er mit geringen Blendenwerten, vor allem 2,8. Das setzt entsprechende lichtstarke Objektive voraus, idealerweise welche, deren Offenblende noch weiter geht ist, zum Beispiel bis 1,8 oder 1,2. Gut sind leichte, lichtstarke Tele-Objektive, da sie schneller eine schöne geringe Tiefenschärfe erzeugen.

Der Punkt Models sollte nicht vernachlässigt werden. Nur wessen Models so im Gesicht strahlen als würden sie eine Dauer-Hochzeit feiern und dabei gleichzeitig im Lotto gewinnen, sind für solche Fotos geeignet. In diesem Video zeigt Yuri, wie er seine Models aussucht und mit seiner Hand die Kopfbewegung einfach beeinflußen kann. Außerdem sehr ihr gleich seinen idealtypischen Lichtaufbau.

Im zweiten Teil des Videos zeigt er, wie er dieses natürliche Lachen auf die Model-Gesichter zaubert.


Und das Wichtigste: Der Lichtaufbau. Es wird viel Licht benötigt, nicht unbedingt aus vielen Lichtquellen, aber hell muss es schon sein. In diesen eins, zwei, drei YouTube-Videos vom Fotolia-Workshop beschreibt Yuri einige seiner typischen Lichtaufbauten ganz gut, von einfach bis komplex. In meinem Artikel “Ein Tag mit Microstock-Fotograf Yuri Arcurs” ist auf den Fotos noch eine andere Beleuchtungssituation zu sehen: Die indirekte Beleuchtung. Wer mal einen Blick in sein umwerfendes Studio geworfen hat (übrigens ein umgebautes Industrie-Gewächshaus), kann sehen, dass er das sehr clever mit Tageslicht löst, indem die Studiodecken aus leicht milchigem Glas sind, welche wie eine riesige Softbox von oben wirken. Ein unbezahlbarer Effekt. Bezahlbar ist die Variante mit Blitzen, indem einfach weiche Blitze (z.B. Softboxen) noch mal an Wände und vor allem Decken gerichtet werden.

Ich will nicht behaupten, dass ich wie Yuri fotografieren kann, aber dieses Foto kommt seinem Stil schon nah, meint ihr nicht auch?

Kiefer modellieren

Da ich das fotografiert habe, kann ich sagen, dass es ein verhältnismäßig simpler Aufbau ist. Fotografiert habe ich mit meiner 50mm-Festbrennweite* bei Blende 2.8 und 1/100 Sekunde Belichtungszeit (ISO 200). Als Licht diente mir ein Canon 580EX II Speedlite* auf einem Stativ mit einer Lastolite EzyBox-Softbox*, welches ich manuell mit Funkauslöser an die weiße Decke geschickt habe. Damit kann ich das Licht auf dem Gesicht bestimmen, während ich mit der Blende/Verschlusszeit-Kombination die Helligkeit des Hintergrunds beeinflußen kann. Als Kamera kam meine Canon 5D Mark II* zum Einsatz, aber es hätte genauso gut eine Canon EOS 450D* oder eine Nikon D3000* sein können. Als Alternative zum Fensterlicht zur Regulierung der Hintergrundhelligkeit kann auch ein zweiter Blitz genutzt werden, der auf eine hintere Wand o.ä. gerichtet wird.

In diesem Video zeigt Yuri, wie selbst Available Light-Bilder einen ähnlichen Look erreichen können. Etwas Überbelichtung und die Models an einem sonnigen Tag im Schatten oder unter dem Himmel bei bewölktem Wetter ergeben schattenfreie Aufnahmen.

Das letzte fertige Foto, was zum Schluß gezeigt wird, ist auch mit den kompletten EXIF-Daten in Yuri’s Flickr-Stream zu finden. Ohne Blitz werden dann Werte wie 1/40 Sekunde bei Blende 4 (ISO 400) mit einem 70mm-Objektiv erreicht.

Damit sind wir in der Lage, helle, freundliche Bilder zu machen. Trotzdem bleibt etwas Nachbearbeitung nicht aus. Dazu gehört neben dem korrekten Weißabgleich und einer leichten Überbelichtung auch das Anheben der Kontraste und der Sättigung. Zum Schluss werden die Bilder von störenden Elementen befreit. In diesem Artikel zeigt Yuri unter Punkt 2 ein Vorher/Nachher-Bild, was die Unterschiede gut sichtbar macht. Und das war es auch schon. Ist dich nicht so schwer, oder? Was meint ihr?

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Foto-Tipps

Rezension: “500 Poses for Photographing Women” von Michelle Perkins

Der Artikel “12 Tipps für Model-Posen” ist einer der beliebtesten in meinem Blog. Er ist auch ein Beweis, dass es genug kostenlose PDFs im Internet mit unzähligen Posen für Models gibt.

Was unterscheidet gedruckte Model-Bücher davon? Als Beispiel nehme ich das Buch “500 Poses for Photographing Women“* von Michelle Perkins (ISBN 978-1584282495).

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Auf ca. 120 durchgehend farbigen Seiten gibt es 500 Fotos von 16 verschiedenen Fotografen von – zumeist jungen und schönen – Frauen. Die Fotos sind grob sortiert nach der Art der Posen: Kopf-und-Schulter-Portraits, Oberkörper-Portraits, Dreiviertelansichten und Ganzkörperansichten. Die letzten beiden Varianten werden noch mal unterteilt in Posen zum Sitzen, Liegen und Stehen. Am Ende des Buches gibt es noch zwei (englischsprachige) Seiten mit grundlegenden Posing-Tipps, die jedoch meist selbstverständlich sind und deshalb vernachlässigt werden können. Beispiel: “Hände lassen sich einfacher positionieren, wenn sie etwas zu tun haben, zum Beispiel eine Requisite halten oder auf einer Lehne lehnen.”

Der größte Unterschied zu den PDF-Sammlungen ist die Bildqualität. Wir reden hier nicht von Skizzen oder einem einzigen Model in gleicher Kleidung vor weißem Hintergrund. Die Fotos sind mit vielen Models in verschiedenen Locations aufgenommen worden. Vom Swimming Pool, Wald, Burg, Feld, Studio, Wohnzimmer, Bar oder Schrottplatz, die Abwechslung ist gegeben. Auch Haarfarbe, Frisur und Kleidung wechseln sehr häufig. Neben den Anregungen für Posen, welche das Model einnehmen soll, bekommt der Fotograf durch das Buch auch weitere Inspirationen für Setting, Lichtaufbau, Make-Up und so weiter.

Viele der Fotos im Buch sind sogenannte “Senior Portraits“, eine Fotografie-Richtung, bei der sich Schüler im letzten Schuljahr (”Senior”-Klassenstufe) professionell fotografieren lassen, um eine Erinnerung an diesen Lebensabschnitt zu haben. Eins dieser Fotos kommt dann in das Jahrbuch, vergleichbar mit den deutschen Abi-Büchern. Auf diesen Fotos wollen sich die jungen Frauen von ihrer schönsten Seite zeigen, deswegen ist der Stil oft kitschig bis gnadenlos makellos retuschiert.

Die Posen sind variieren zum Teil nur minimal, mal ist der Kopf etwas mehr gedreht, mal ist ein Arm mehr angewinkelt. Unter dem Strich gibt es vielleicht 200 Basis-Posen mit je 2-3 Varianten. Diese Posen selbst unterscheiden sich nicht von den im obigen Link erwähnten kostenlosen PDFs. Aber Fotografen sind oft visuelle Menschen und ich muss zugeben, dass ich es angenehmer finde, durch Seiten mit professionellen Fotos zu blättern als mich durch ausgedruckte Blätter mit Schwarz/weiß-Skizzen zu wühlen. Und Hand aufs Herz: Wer das Buch seinen Models zeigt, schindet mehr Eindruck als mit einer getackerten Lose-Blatt-Sammlung. Ob einem das ca. 25 Euro wert ist, muss jeder selbst entscheiden.

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Foto-Tipps

5 einfache Tipps für bessere Urlaubsfotos

Neulich wollte ich für meine Eltern aus ihren Urlaubsfotos ein Fotobuch gestalten. Was hatte ich mir da nur aufgehalst? Nach vier Wochen Afrikareise brachten meine Eltern über 2000 Fotos mit. Digital macht’s möglich.

Frau vor Lehmhütte

Bevor ich die endgültige Auswahl für das Fotobuch traf, löschte ich erst mal gnadenlos die Fotos, welche definitiv ungeeignet für das Buch waren. Ca. 300 Fotos ließ ich übrig, von denen es 100 in das Buch schafften.

Außerdem erkannte ich ein Schema, warum bestimmte Fotos für einen großformatigen Druck im Buch nicht ausreichten. Hier deshalb meine 5 Tipps für bessere Urlaubsfotos. Ganz einfach, nicht für Profis, sondern für alle, die ihre digitale Kompaktkamera nur im Urlaub nutzen und sich trotzdem schöne Bilder wünschen.

1. Näher rangehen!
Die riesige Weite um das eigentliche Motiv herum interessiert nicht. Die Augen sollen zum Motiv, deshalb im Zweifelsfall: Einfach näher rangehen. Wirklich! Ja, die Kirchturmspitze muss nicht immer drauf sein.

2. Nicht aus dem fahrenden Auto fotografieren!
Klar, die Zeit ist knapp, die Umgebung gefährlich, aber die Landschaft so schön. Und auf dem Kameradisplay sehen die Fotos ja irgendwie doch noch okay aus. Falsch! Die schöne Landschaft ist nur halb so scharf, wenn die Kamera mit über 100 km/h daran vorbeisaust. Deshalb den Fahrer lieb bitten, wenn es möglich ist, mal ganz kurz zu stoppen. Es kann ja notfalls auch aus dem offenen Fenster fotografiert werden.

3. Keinen Digitalzoom benutzen!
Es gibt nichts, wirklich gar nichts, was der Digitalzoom einer Kamera besser könnte als ein gutes Bildbearbeitungsprogramm am heimischen Computer. Fast alle Digitalkameras zeigen im Display auch an, wenn vom optischen Zoom zum Digitalzoom gewechselt wird, z.B. mit einem +.
Deshalb: Bildausschnitte am Computer auswählen oder lieber gleich Tipp 1 befolgen.

4. Bei wenig Licht blitzen!
Ich weiß, Blitzen ist eine Kunst für sich. Aber bevor die Bilder so verrauscht und verwackelt werden, weil zu wenig Licht da ist, ruhig den Blitz einschalten. Oder mindesten die Kamera auf den Tisch oder ein Geländer stützen. Gratis-Tipp für Fortgeschrittene: Ein dünnes Blättchen Zigarettenpapier vor den kamerainternen Blitz gehalten, verbessert so gut wie immer die Bildwirkung (Stichwort: “Diffusor”). Einfach auf der nächsten Party ausprobieren.

5. Auch vertikal fotografieren!
Früher waren Fotoalben zum Einkleben der Fotos beliebt. Die sind heute out. Ein Fotobuch hingegen ist jedoch hochkant. Deshalb sicherheitshalber besonders tolle Motive auch mal mit gekippter Kamera fotografieren. Nicht nur Leuchtürme und Giraffen können dadurch besser zur Geltung kommen. Und ein Foto, was über die ganze Seite geht, beeindruckt die Nachbarn natürlich besonders.

Business

Fotografische Nischen ohne Stockfotografie

Es gibt Fotografen und es gibt Stockfotografen.

Letztere werden von ersteren oft schräg angeschaut, als Konkurrenten, Preisdrücker, kreativlose Massenanbieter und mehr. Denn am Rückgang von Fotografieaufträgen sind nicht zuletzt die immer günstigeren Stockfotos schuld, die große Kosteneinsparung erlauben – zu Lasten der Auftragsfotografen.

Kleidung suchen
Da immer mehr Bildagenturen dazu übergehen, auch Aufträge an ihre vielen hundert bis tausend Fotografen zu vermitteln, heute ein Tipp für die Auftragsfotografen.

Wer nicht von Stockfotos, sondern von Fotoaufträgen leben will, sollte sich auf einen Bereich spezialisieren, der von Stockfotografen nicht angedeckt werden kann oder will.
Grund sind entweder die geringen Verkaufchancen über Bildagenturen oder rechtliche Hindernisse.

Nischen ohne den Konkurrenzdruck der Stockfotografie sind zum Beispiel:

  • News (für traditionelle Bildagenturen zu schnelllebig und kaum kalkulierbar, hier gibt es Spezialagenturen wie Action Press oder Picture Alliance)
  • Modefotografie (die Modestrecken in Magazinen leben davon, dass die Marken genannt und gezeigt werden dürfen – ein “No Go” im Stockbereich)
  • Sport (rechtlich schwierig)
  • Produktfotografie (das Markenrecht verhindert sichtbare Marken in Bildagenturen)
  • Fine-Art-Drucke- hochklassige Werbung (Wo es auf Originalität und Exklusivität ankommt, helfen Bildagenturen kaum weiter)
  • Spezial-Wissenschaften (es gibg genug Fotos von Menschen in weißen Kitteln in der Stockfotografie, aber genaue Gerätebezeichnungen von Spezialapparaten oder die korrekte Wiedergabe wichtiger Arbeitsschritte ist selten)
  • Reportagen (hier gibt es Spezialagenturen wie laif, aber die Chance, genau zum gewünschten Thema fertige Fotostrecken zu finden, sind gering)

Das bedeutet nicht, dass ein Sportfotograf, wenn die Geschäfte schlecht laufen, sich gleich um den Auftrag einer Modezeitschrift bewerben sollte. Aber wer außen glücklichen Menschen oder Geschäftsleuten vor weißem Hintergrund mal etwas anderes fotografieren möchte, sollte sich eine Nische suchen, in der Stockfotos selten sind.

Mit welchen Nischen habt ihr gute Erfahrungen gemacht? Oder wo lohnt es sich wegen vieler Stockfotos nicht mehr?

Foto-Tipps

Reverse Engineering: An den Augen sollt ihr sie erkennen

Der Begriff “Reverse Engineering” bedeutet, ein fertiges Produkt so zu untersuchen, dass erkannt werden kann, wie es hergestellt wurde.

Das funktioniert auch in der Fotografie. Immer wieder sehe ich tolle Fotos und denke mir: “Wie machen die das nur”? Es gibt zwei Möglichkeiten, es – zumindest halbwegs – herauszufinden.

Augen-Übersicht
1. Die Schatten
In welche Richtung fallen die Schatten? Das Hauptlicht kommt immer aus der entgegengesetzten Richtung.
Ist der Übergang zwischen Licht und Schatten hart oder weich? Je weicher der Schatten, desto größer und näher ist die Lichtquelle, die genutzt wurde.

2. Die Augen
Die nächste Möglichkeit ist, sich vor allem bei Portraitaufnahmen die Augen genau anzuschauen. Gerne mache ich das bei den Kosmetik-Werbungen in Zeitschriften, wo die Frauengesichter schön groß abgebildet sind und auch professionell ausgeleuchtet werden. Hier mal einige Beispiele aus Werbefotos, was anhand der Reflexionen der Blitze in den Augen erkannt werden kann. Ein Klick auf die unteren Augen vergrößert das Bild.

Auge2-softboxBei diesem Foto kommt das Licht aus einer rechteckigen Softbox von rechts. Die Softbox steht relativ dicht. Das ist an der Größe der Reflexion in den Augen zu erkennen. So entsteht ein weiches Licht und leichten Schatten.

Auge7-octoboxHier ist der Fotograf deutlich zu sehen. Er steht direkt vor dem Model und hinter ihm steht eine große Octobox als Lichtquelle, wahrscheinlich 150cm oder 200cm Durchmesser. So wird ein ganz weiches, komplett schattenfreies Licht erzeugt.

Auge3-OctoboxAuch dieses Foto scheint mit einer Octobox gemacht worden zu sein. Der Indiz sind die Kanten der Lichtquelle, die das Licht eher achteckig als rund aussehen lassen. Diesmal ist der Blitz etwass über dem Model und die Octobox kleiner, vielleicht 100cm. Das Licht bleibt weich, aber die Konturen sind etwas verstärkt.

Auge13-OctoboxEin weiteres Beispiel eines Octobox-Reflexes im Auge des Models. Die Box ist wieder größer (oder näher dran) und diesmal kommt das Licht von oben rechts.

Auge11-SoftboxHier kam wieder eine Softbox zum Einsatz. Im Gegensatz zum ersten Foto kommt das Licht direkt von vorn und nicht von der Seite. Da hier der Fotograf nicht im Auge zu sehen ist, sondern nur ein schwarzer Fleck mit dünnen schwarzen Linien nach unten, liegt die Vermutung nahe, dass die Kamera auf einem Stativ steht – und der Fotograf sie vielleicht per Kabelauslösung am Computer steuert und sich auf dem Monitor gleich das Ergebnis anschauen kann).
Auge9-Softboxen

Bei diesem Foto wurden zwei quadratische Softboxen benutzt. Das Hauptlicht kommt leicht erhöht von rechts, das Aufhelllicht direkt von der anderen linken Seite. Die Schatten wirken dann etwas härter, aber sehr hell.

Auge6-SchirmsoftboxNun kommen wir zu einem komplexeren Aufbau mit drei Lichtquellen. Als Hauptlicht dient eine Oxtobox frontal von oben, während links und schräg vor dem Model zwei rechteckige Softboxen zum Aufhellen platziert sind. Das erzeugt eine komplett schattenfreie Ausleuchtung.

auge1-schirmreflektorIn dem Auge auf diesem Foto ist eine helle, runde Lichtquelle ohne sichtbaren Blitz in der Mutte zu sehen, so daß ich vermute, dass ein Beauty-Dish zum Einsatz kam. Es könnte aber auch eine kleine Octobox sein. Der schmale Streifen darunter lässt auf einen Reflektor schließen, der unter das Gesicht des Models gehalten wurde, um das Licht vom oben platzierten Blitz zurückzuwerfen.

Auge8-Blitzset

Auch dieser Aufbau ist komplizierter. Der Fotograf ist im Auge sichtbar. Die Lichtquelle hinter ihm ist im Vergleich zu den anderen Lichtern viel geringer, sodaß es vielleicht keine aktive Lichtquelle ist, sondern vielleicht nur ein Fenster. Bei den hellen Lichtpunkten bin ich mir auch nicht sicher, was als Lichtformer genutzt wurde.

Auge4-Blitzreihe

So, nun dürft ihr mitraten. Bei diesem Foto stehe ich vor einem Rätsel. Die Form sieht einzeln stark nach einem Ringblitz aus, aber so viele? In dieser Anordnung? Auch die Intensität der Lichtquellen ist in der unteren Reihe unterschiedlich und scheint noch mal reflektiert zu werden. Was für Licht könnte der Fotograf benutzt haben?

Auge10-Ringblitz

Zur Abwechslung noch mal was Leichtes: Hier wurde ein Ringblitz direkt von vorne genommen. Der sorgtebenfalls für eine schattenfreie Ausleuchtung mit einem speziellen Look, weil die Lichtstärke nach hinten schnell abnimmt.

Auge12-Ringblitz

Bei Portraits mit Sonnenbrillen werden auch gerne Ringblitze genutzt wegen der coolen Form der Reflexion. Das sieht dann zum Beispiel wie oben aus.

3. Zuschauen und Fragen
Eine weitere, oft ignorierte Möglichkeit, die Beleuchtung bei Fotos zu lernen, ist Zuschauen. Es gibt genug Workshops, Seminare, Präsentationen, Live-Shootings und mehr, wo man Fotografen bei der Arbeit zuschauen kann. Ich hatte letzte Woche die Ehre, Joe McNally zuzusehen, wie er nach und nach seine berühmten Blitzorgien aufbaut, inklusive farbigen Gels und einiger Reflektoren.
Wenn das nicht geht, kann man Fotografen auch mal fragen, wie sie ihre Fotos ausleuchten.

Wie habt ihr mehr über Beleuchtung gelernt? Was sind Eure bevorzugten Blitzaufbauten? Gerne mit Beispielfotos oder Skizzen in den Kommentaren.

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Ablehnungsrätsel gelöst

Beim gestrigen Ratespiel im Artikel “Die Ablehnquoten von Bildagenturen“, in dem es darum ging, welche Fotos wie oft von den Bildagenturen abgelehnt wurden, hat die Leserin Angelika aus Schleswig-Holstein gewonnen.

Sie wies mich jedoch darauf hin, dass es kein pures Raten war:

Stilleben werden in derRegel von den Agenturen höher bewertet, als eine Landschaft. Und die Zeitungsrolle wirkt von der Umgebung her besser als der Hydrant. Schwieriger wäre es jetzt noch mit Blümchen und Insekten *lach* – wahrscheinlich 1/10. :-) :

Herzliche Glückwünsche.

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Welche Fotos sind bei Bildagenturen gefragt?

Michael KirchnerHeute schauen wir mal in den Alltag eines anderen Fotografen. Hier ein Gastartikel von Michael Kirchner, der als Fotograf in der Nähe von Mannheim arbeitet und Fotos über die Bildagentur f1online verkauft. Außerdem bietet Michael in seinem Fotostudio Aktfotografie für Privatpersonen an und bloggt über seine Arbeit im Studio-Blog.


Die Konkurrenz im Geschäft mit Bildagenturen ist groß. Unzählige Fotografen — ob gelernte Fotografen oder Quereinsteiger — drängen in den Markt und schicken ihre Bilder an Bildagenturen. Bei dieser Situation ist klar, dass nur die besten Fotos eine Chance haben.

Technisch müssen die Bilder einwandfrei sein. Aber das reicht nicht. Bei guten Bildagenturen werden die Fotografen von Mitarbeitern der Agentur beraten, welche Bildsprache gerade angesagt ist und welche Motive gesucht sind.

Aus meinem letzten Briefing-Gespräch mit meiner Bildagentur habe ich die wichtigsten Punkte notiert und liste sie hier auf.

Pärchen im Sommer
Gesucht sind vor allem Bilder

  • mit sehr guten Models
  • mit Models, die natürlich schön sind, ohne zu viel Schminke oder Bildbearbeitung zu brauchen
  • mit Best Ager Models, die aber nicht wie Tante Erna aussehen dürfen, sondern eine vitale, jugendliche Ausstrahlung haben
  • mit Frauen als Models (verkauft werden ca. 80 % Frauen und 20 % Männer)
  • die on location aufgenommen wurden (Bilder vor neutralem Hintergrund gibt es schon zu viele)
  • mit modernen Möbeln (sehr gerade Kanten, kein Gelsenkirchner Barock)
  • die die Themen Gesundheit, Sicherheit, Glück, Gute Laune visualisieren
  • die als TableTop fotografiert sind (Symbolbilder)

Achten sollte man darauf, dass

  • Laptops nicht schwarz, sondern silbern oder weiß sind
  • Laptops (und andere Geräte) kein Logo aufweisen
  • Der Hintergrund perfekt ist, hier können schon Kleinigkeiten (wie schlecht montierte Fußleisten) zur Ablehnung der Fotos führen

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Als Pose

  • ist nicht unbedingt der direkte Blickkontakt mit der Kamera erforderlich
  • kann man das Model auch einmal gedankenverloren an ein Fenster stellen
  • ist auch CloseUp immer gefragt

Alle diese Punkte sind nicht neu und eigentlich jedem Agentur-Fotografen bekannt. Aber: Es tut gut, sich immer wieder daran zu erinnern.

Habt ihr zusätzliche Tipps? Dann hinterlasst doch einfach einen Kommentar.

Foto-Tipps

Blitzaufbau für das entfesselte Blitzen

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, seinen Systemblitz von seiner Fessel, dem Blitzfuss der Kamera, zu befreien.

Meine liebste Methode für entfesseltes Blitzen ist folgender Aufbau:

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  1. Canon Speedlite 580EX II (ca. 440 Euro). Nicht im Bild: Die Klettverschlüsse für Teil 8. Die einfachere Variante 430EX II (ca. 240 Euro) tut es aber auch.
  2. Mini-Blitzschuh mit 1/4-Zoll-Gewinde von Canon (im Lieferumfang von Teil 1 enthalten)
  3. Zapfen-Adapter MA 013 von 3/8-Zoll zu 1/4-Zoll von Manfrotto (ca. 9 Euro)
  4. Schirmneiger Lite-Tite MA 026 von Manfrotto (ca. 30 Euro). Am dem Neiger und dem Funkauslöser habe ich doppelseitiges Klebeband befestigt, damit der Auslöser dort hält. Zur Sicherheit befestige ich zusätzlich die Schlaufen am Mini-Blitzschuh.
  5. Mikrofonstativ Millenium MS-2005 von Thomann (ca. 10 Euro). Der “Galgen” kann für außergewöhnliche Winkel hilfreich sein. Ich habe ihn aber abgenommen.
  6. Funkauslöser Pocket Wizard MultiMax (ca. 420 Euro). Der kleinere Bruder Plus II (ca. 240 Euro) sollte aber auch reichen. Nur die CE-Frequenz ist in Deutschland erlaubt.
  7. Kabel Klinke-PC-Buchse für Pocket Wizard zum Blitz (meist im Lieferunmfang von Teil 6 enthalten)
  8. Mini-Softbox Micro Apollo 45 von LastoLite (ca. 40 Euro). Anstelle der Softbox benutze ich bei Bedarf auch einen Reflektor-/Diffusor-Schirm (ca. 30 Euro).

Eine Übersicht über benötigte Artikel und andere Hilfsmittel findet ihr im Buch- und Foto-Shop unter “Blitzzubehör”.

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Einige Beispielfotos mit diesem Aufbau gibt es in den Artikeln “Blitzversuche” und “Besuch bei einer Modelfamilie” zu sehen.

Was sagt ihr dazu? Wie baut ihr Euren Blitz auf? Was sind eure liebsten Blitz-Zubehör-Teile?

Foto-Tipps

10 beeindruckende Fotografen

Die wenigsten Fotografen werden mit ihrer Bildsprache und ihrem Stil geboren. Meist gibt es für jeden Fotografen viele andere, die ihn beeindruckt, inspiriert und geprägt haben. Auch ich habe einige Fotografen, deren Werke mich immer wieder staunen oder schmunzeln lassen, die mich neidisch machen oder denen ich in meiner Anfangszeit versucht habe, nachzueifern. Deshalb ziehe ich mal den Vorhang beiseite und lasse Euch teilhaben an meiner – nicht nach Rangordnung sortierten – Liste von 10 Fotografen und Fotografinnen, die mich beeindruckt haben. Vielleicht entdeckt ihr ja auch einen neuen Liebling.

1. Friedrich Seidenstücker (Street Photography)
Ich besitze zwar viele Bücher über Fotografie, auch einige Sammel-Bildbände und viele Kataloge von Bildagenturen, aber Bildbände von einzelnen Fotografen habe ich wenig. Einer davon ist Friedrich Seidenstücker, ein deutscher Fotograf, der vor allem von 1920 bis 1960 in Berlin fotografiert hat. Entdeckt habe ich seine Fotos 2006 während einer Fotoausstellung parallel zur Photokina in Köln. Die große Gabe von Seidenstücker ist es, sehr humorvolle Schnappschüsse einzufangen. Auch im Berliner Zoo hat er sich bevorzugt aufgehalten und die komischen Interaktionen von Menschen und Tieren festgehalten. Seidenstücker hat übrigens inden 1920er Jahren auch eine Serie von Frauen gemacht, die über Pfützen springen und damit dieses Foto von Henri Cartier-Bresson im Jahr 1932 vorweggenommen. Leider sind die meisten Bildbände von ihm nur antiquarisch erhältlich, so auch das Buch “Der humorvolle Blick. Fotografien 1923 – 1957“.

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2. Arthur Leipzig (Street Photography)
Die Bilder von Arthur Leipzig fielen mir vor ca. einem halben Jahr in der Zeitschrift “Schwarz/Weiss-Fotografie” auf. Leipzig ist ein us-amerikanischer Fotograf, der durch seine Straßenszenen von New York City in den 1940er und 1950er Jahren bekannt wurde. Vor allem seine Bildstrecke über die Renovierung der Brooklyn Bridge ist atemberaubend. Einen Einblick in seine Fotos gibt diese Bildserie. Soeben ist auch ein Bildband im Prestel-Verlag von ihm erschienen.

Brooklyn Bridge, 1946 / © Arthur Leipzig/Courtesy Howard Greenberg Gallery, New York

3. Sebastian Niehoff (Werbefotografie)
Wer auf Weitwinkelfotos steht, wird diesen Fotograf lieben: Mit seinen extremen Blickwinkeln auf flippige Models hat der junge Fotograf aus Wanne-Eickel schon mehrere Preise gewonnen und renommierte Firmen überzeugt. Wenn es ein Wort gibt, was seine Fotos am besten beschreibt, ist es: Fun!

Sebastian Niehoff - Sandschlacht

4. Radka Linkova (Stockfotografie)
Früher nannte ich sie “mein heimliches Vorbild”. Mittlerweile weiß sie hoffentlich, dass ich ihre Fotos großartig finde und schon von weitem erkenne. Radka ist eine Fotografin aus Prag, die vor allem People-Aufnahmen macht. Ich glaube zwar nicht, dass es eine “weibliche Bildsprache” gibt, aber trotzdem wirken ihre Bilder auf mich immer sehr romantisch und verspielt.

Radka Linkova - 1511

5. Matthew Rolston (Celebrity-Fotografie)
Dieser Fotograf aus Los Angeles hat mehr Prominente vor der Kamera gehabt als ich je in meinem Leben von weitem sehen werde. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir sein Foto, auf dem sich Jack Nicholson mit seinem irren “Shining”-Blick Blut von seinen Fingern leckt. Aber auch das Video zum Song “Candyman” von Christina Aguilera, welches er im Pin-Up-Stil gedreht ist, sieht cool aus.  Es gibt auch einen sehr großen, aber leider auch teuren Bildband von ihm.

Matthew Rolston - Jack Nicholson

6. Slavica Ziener (Musikfotografie)
Die zweite und leider schon letzte Frau in dieser Liste ist die Münchnerin Slavica Ziener. Aufmerksam wurde ich auf sie durch das Album “Zurück zum Glück” von den Toten Hosen. Die Musik war – na ja -, aber die Bandfotos im Booklet waren knackig, wild und rebellisch, viel besser als der Sound. Später habe ich festgestellt, dass sie sehr viele Fotos von der Band gemacht hat und ich finde, dass diese im Vergleich zu ihren anderen Fotos, wie z.b. von den Sportfreunden Stiller oder DJ Hell, am besten sind. Aber sie kann auch anders und hat z.B. ganz brav das Portrait von der Chefredakteurin Petra Gessulat im Editorial der Cosmopolitan fotografiert.

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7. Alexander Kulla (Stockfotografie)
Alexander ist einer meiner Foto-Kollegen und arbeitet hauptberuflich als Gesundsheits- und Krankenpfleger. Das erklärt auch die Serie, durch die ich auf ihn aufmerksam geworden bin. Er hat eine umfangreiche, technisch gut gemachte Serie von Fotomontagen, die ihn winzig in Krankenhaus-Uniform bei der Arbeit mit riesigen Medikamenten zeigen. So nach dem Motto “Liebling, ich habe den Arzt geschrumpft”… Diese Fotos sind witzig, viel schöner ist aber seine Serie von Blumenfotos, die alle im gleichen Stil bearbeitet wurden und mittlerweile über 30 Blumensorten umfasst.

Aexander Kulla - Calla

8. Jason Lee (Kinderfotografie)
Kommen wir zu den unvermeidlich süßen Geschöpfen: Kleinen Kindern. Der Fotograf Jason Lee aus San Francisco hat zwei davon. Wenn er nicht gerade Hochzeiten oder andere Kinder fotografiert,
müssen seine beiden Töchter Kristin und Kayla als Models mitmachen. Wenn sie groß sind, werden sie wohl die beiden Geschwister mit den coolsten Baby- und Kinderfotos der Welt sein. Die Bilder von Jason Lee leben von einem immer stimmigen Konzept und perfekt umgesetzten Fotomontagen. Die Geschwister haben auch einen eigenen Blog und wer dort länger als eine Minute rumklickt, wird unweigerlich grinsen müssen.

Foto by Jason Lee "Sisters"

9. Julian Stratenschulte (Fotojournalismus)
Die meisten journalistischen Fotos langweilen mich, aber die Fotos von Julian Stratenschulte begeistern mich immer wieder durch ihre ungewöhnlichen Perspektiven. Das sehen auch andere so und deshalb gewann er auch 2007 unter anderem den Preis  “dpa – Picture of the Year”. Und da war er erst 20 Jahre jung! In dem Alter habe ich noch für ein lokales Käseblatt 2-3 Fotos im Jahr gemacht, aber er liefert da an dpa und AP. Respekt! Das fotografische Auge muss wohl in der Familie liegen, denn auch sein Zwillingsbruder ist als Fotojournalist unterwegs. Für jeden Fotojournalisten ist der Blog von Julian Stratenschulte ein Muss.

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10. Julian Röder (Fotojournalismus)
Kommen wir zum letzten Fotografen in der Liste. Das erste Mal habe ich die Fotos des Berliner Fotografen Julian Röder 2002 auf dem Titelbild des Wettbewerbsbuches des “Deutschen Jugendfotopreis” gesehen. Gewonnen hat er mit Bildern von Demonstrationen gegen den G8-Gipfel 2001 in Genua. Zu der Zeit machte er seine Ausbildung in der Fotografenagentur Ostkreuz, für die er heute wieder arbeitet. Soziale Themen sind sein Arbeitsgebiet. Die Demonstrationen lassen ihn jedoch nicht los und er begleitet weiterhin die Proteste gegen die G8-Gipfel in Heiligendamm, Evian oder Hokkaido. Was ich an seinen Fotos toll finde, ist der persönliche Touch. Demonstranten wirken bei ihm nicht wie eine homogene Masse, sondern liebevoll portraitiert er die Individuen, z.B. den vermummten Kämpfer vom Schwarzen Block, der mit vielen Pflastersteinen vor seinenFüßen verwirrt auf den Stadtplan schaut.

Julian Roeder - Genua

Jetzt bist Du dran:
Schreibe in Deinem Blog oder in den Kommentaren, welche Fotografen Dich beeindruckt haben und warum. Vielleicht entdecke ich so ja noch neue Lieblinge.