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Kostenlose Skripte zur Bearbeitung von vielen Metadaten in Adobe Bridge

Es gibt ver­schie­de­ne Wege für Stockfotografen, ihre Bilder mit Titel, Beschreibung und Suchbegriffen zu ver­se­hen. Einige – vor allem exklu­si­ve Fotografen – geben die­se Daten direkt auf der Agenturwebseite ein. Das ist nicht zu emp­feh­len und die betref­fen­den Fotografen mer­ken das spä­tes­tens, wenn sie die Exklusivität auf­ge­ben und meh­re­re Agenturen belie­fern wol­len.

In sol­chen Fällen ist es rat­sa­mer, IPTC-Daten zu ver­wen­den. Das ist ein Metadaten-Standard, den sehr vie­le Grafikprogramme unter­stüt­zen, bei dem Titel, Beschreibung und Suchbegriffe zusam­men mit dem bzw. im Bild selbst gespei­chert wer­den. So gut wie alle Bildagenturen lesen die­se Daten auto­ma­ti­sch aus. Wer sein Bild ein­mal beschrif­tet, spart bei der Belieferung meh­re­rer Agenturen viel Arbeit.

Die Vorteile und Nachteile von Adobe Bridge zum Verschlagworten

Mit wel­chem Programm Fotografen ihre Metadaten den Bildern hin­zu­fü­gen, ist Geschmackssache. Einige nut­zen ProStockMaster oder den Stock Photo Manager, ande­re Lightroom, ich nut­ze Adobe Bridge. Im Gegensatz zu Lightroom aus dem glei­chen Hause hat Bridge den unschätz­ba­ren Vorteil, dass die Sortierung der Suchbegriffe erhal­ten bleibt, wäh­rend Lightroom aktu­ell die Keywords auto­ma­ti­sch alpha­be­ti­sch sor­tiert.

Weil aber Agenturen wie Fotolia, Alamy oder Panthermedia den ers­ten Begriffen eine höhe­re Relevanz zuschrei­ben, ver­bes­sern sich mit rich­ti­ger Verschlagwortung – also nach Wichtigkeit, nicht nach Alphabet – die Verkaufschancen.

So hilf­reich Adobe Bridge auch ist, das Programm ist bei wei­tem nicht per­fekt. So fehlt zum Beispiel die Möglichkeit, bei vie­len Bildern auf ein­mal vor­han­de­ne Suchbegriffe zu löschen oder zu erset­zen. Wenn Bilder schon ver­schlag­wor­tet wur­den, gibt es auch kei­ne Möglichkeit, allen Bildern einen Suchbegriff hin­zu­zu­fü­gen, ohne die bis­he­ri­gen Wörter zu löschen.

Zwei Startskripte als Lösung

Glücklicherweise erlaubt Adobe Bridge die Verwendung von „Startskripten“, wel­che auch von Benutzern selbst erstellt wer­den kön­nen. Einige Webseite wie PS-Bridge-Scrips bie­ten eine Auswahl an nüz­li­chen Skripten an, wel­che die Arbeit mit Bridge noch mal deut­li­ch erleich­tern.

Für Stockfotografen, wel­che Adobe Bridge nut­zen, gibt es zwei Skripte, wel­che ein „Must-Have“ sind: „Replace Keyword“ sowie „Find Replace In Description“.

Quelle des ers­ten Tools ist die Webseite ps-scripts.com, wel­che lei­der seit Mai 2015 nicht mehr erreich­bar ist. Beim zwei­ten Tool fin­de ich nur den Link zur Zip-Datei, aber auf der Übersichtsseite von PS-Bridge-Scrips“ wird das Skript nicht mehr auf­ge­führt.

Deshalb stel­le ich die Skripte selbst zum Download zur Verfügung, um mehr Fotografen ihre Arbeit zu erleich­tern.

Hier kli­cken, um bei­de Skripte zusam­men in einer RAR-Datei (ca. 4 KB) her­un­ter­zu­la­den.

Rechtlicher Hinweis: Ich über­neh­me kei­ne Garantie oder Verantwortung für das kor­rek­te Funktionieren der Skripte oder even­tu­el­le Schäden, die durch die Verwendung ent­ste­hen könn­ten. Der Quelltext der Skripte kann ein­ge­se­hen wer­den, wenn die Dateien mit einem Texteditor geöff­net wer­den.

Installiert wer­den die Skripte ent­we­der, indem sie mit Bridge geöff­net wer­den (Öffnen mit…/Adobe Bridge), oder indem sie in den Ordner „Startup Scripts“ von Adobe Bridge kopiert wer­den. Bei mir lau­tet der vol­le Dateiname „C:/Users/Rob/AppData/Roaming/AdobeBridge CC/Startup Scripts“, das kann aber je nach Rechner-Konfiguration unter­schied­li­ch sein.

Die beiden neuen Startskripte
Die bei­den neu­en Startskripte am Ende der Liste

Nach einem Neustart von Adobe Bridge könnt ihr kon­trol­lie­ren, ob die Skripte gela­den wer­den, indem ihr unter „Bearbeiten/Voreinstellungen/Startskripte“ schaut, ob am Ende die bei­den Zeilen „Find Replace in Description“ und „replace­Key­words“ ste­hen. Das Häkchen am Anfang soll­te gesetzt wer­den, um die Skripte bei jedem Start von Bridge mit zu laden.

Wie funktionieren die beiden Skripte?

Das Skript „Replace Keywords“ erlaubt das Hinzufügen, Löschen oder Ersetzen von Suchbegriffen bei meh­re­ren Bildern auf ein­mal. Einfach die gewünsch­ten Bilder aus­wäh­len, mit der rech­ten Maustaste „“Add-Replace-Remove Keyword“ aus­wäh­len und die gewünsch­te Aktion aus­füh­ren. Das spär­li­che Menü ist da selbst­er­klä­rend. Wer ein Wort löschen will, gibt es bei „Replace“ ein, lässt aber das Feld „with“ frei.replace-keywords-skript

Hilfreich ist hier übri­gens auch der Stichwörter-Filter von Bridge, mit dem man sich alle Bilder im glei­chen Ordner anzei­gen las­sen kann, wel­che ein bestimm­tes Keyword ent­hal­ten.

Das ande­re Skript fin­det sich unter „Werkzeuge/Find and Replace“. Ebenfalls ein­fach die gewünsch­ten Bilder aus­wäh­len, das Menü auf­ru­fen und ein­ge­ben, was mit was ersetzt wer­den soll. Ein Häkchen bei „case sen­si­ti­ve“ ersetzt Wörter nur bei iden­ti­scher Groß-/Kleinschreibung, ansons­ten wird die­se igno­riert. Ein Häkchen bei „glo­bal“ ersetzt das Wort immer, wenn es in den Beschreibungen der mar­kier­ten Bildern vor­kommt, ansons­ten nur die ers­te Erwähnung.find-and-replace-script

Kleiner Hinweis: Das Skript funk­tio­niert lei­der nur bei dem IPTC-Feld „Description“, also der Beschreibung. Auf Wörter im Titel reagiert es nicht.

Warum sind die Skripte nützlich?

Ich habe die Skripte oft genutzt, um im Nachhinein Tippfehler in vie­len Suchbegriffen zu kor­ri­gie­ren, die sich durch unacht­sa­me Copy & Paste-Aktionen ein­ge­schli­chen haben. Wenn ich ein wich­ti­ges Keyword für eine bestimm­te Serie ver­ges­se, kann ich es bequem ein­fü­gen. Manchmal fällt mir auch eine bes­se­re Übersetzung für von mir ins eng­li­sche über­tra­ge­ne Suchbegriffe ein und ich ergän­ze oder erset­ze einen über­setz­ten Begriff.

Nutzt ihr auch eige­ne Startskripte für Adobe Bridge?
Wenn ja, wel­che und war­um?

Sollte man alte Bilder aus seinem Agentur-Portfolio löschen?

Eine Frage, die Stockfotografen häu­fig dis­ku­tie­ren, ist, ob man sei­ne alten, unver­kauf­ten Fotos aus sei­nem Bildbestand löschen soll­te oder lie­ber nicht. In einer Facebook-Gruppe gab es neu­li­ch wie­der eine lan­ge Diskussion, deren Essenz ich heu­te zusam­men­fas­sen will.

Welche Vorteile gibt es, Fotos aus seinem Portfolio zu löschen?

Fangen wir mit den Vorteilen an: Wer sein Portfolio regel­mä­ßig von alten Bildern befreit, wel­che sich in meh­re­re Jahre lang noch nie ver­kauft haben und die einem mitt­ler­wei­le pein­li­ch sind, weil man als Fotograf dazu­ge­lernt hat, erhält ein auf den ers­ten Blick beein­dru­cken­de­res Portfolio.

Sinnvoll kann das vor allem auch bei Serien sein. Wenn sich aus einer Serie abzeich­net,  dass bestimm­te Motive gefrag­ter sind als ande­re, hilft eine Löschung der „schlech­te­ren“ Motive, die Verkäufe auf weni­ger Bilder zu ver­ei­nen, was die betref­fen­den Bilder im Ranking der Suchalgorithmen bevor­zugt, was wie­der­um zu mehr Verkäufen führt.

Ein wei­te­rer Vorteil ist der Anblick eines von „Dateileichen“ gerei­nig­ten Portfolios für den Bildkäufer, der so leich­ter die gut gehen­den Bilder fin­den kann und des­halb viel­leicht eher bereit ist, sich das Portfolio für einen Direktzugriff zu spei­chern.

Es wird gemut­maßt, dass es auch eine Art „Portfolio-Ranking“ geben könn­te, wel­ches bewir­ke, dass Bilder eines Portfolios, wel­ches ein bes­se­res Verhältnis von Ansichten zu Verkäufen (Views-Sales-Ratio) hat, pro­mi­nen­ter in den Suchergebnissen der Bildagenturen ange­zeigt wer­den. Wer unver­kauf­te Bilder aus sei­nem Portfolio löscht, ver­bes­sert die­ses Verhältnis auto­ma­ti­sch. Ob es das omi­nö­se Ranking jedoch gibt, konn­te mei­nes Wissens noch kein Stockfotograf nach­wei­sen.

Einige Fotografen beto­nen auch die psy­cho­lo­gi­sche Wirkung einer „Aufräumaktion“, weil man sich dana­ch befrei­ter fühlt und das Portfolio geord­ne­ter aus­sieht. Das ist jedoch ein Effekt, den ich aus wirt­schaft­li­cher Sicht ver­nach­läs­si­gen wür­de.

Welche Nachteile hat das Löschen alter Bilder aus seinem Portfolio?

Der größ­te Nachteil einer Löschaktion liegt auf der Hand: Ein Bild, was nicht in der Bildagentur vor­han­den ist, kann vom Kunden nicht gekauft wer­den. Da für den Fotografen weder Kosten für den Speicherplatz noch für die Serverwartung o.ä. anfal­len, ten­die­re ich dazu, dem „Long-Tail“-Gedanken zu fol­gen, wonach man auch Geld ver­die­nen kann, wenn man ganz vie­le Bilder hat, die nur sehr sel­ten ver­kauft wer­den. Ich glau­be, der pas­sen­de alt­deut­sche Spruch dafür lau­tet: „Kleinvieh macht auch Mist“.

Ein wei­te­rer logi­scher Nachteil ist die benö­tig­te Zeit. In der Zeit, die ein Fotograf braucht, um 100 alte Bilder aus sei­nem Bildbestand zu löschen, hät­te er eini­ge kom­plett neue Bilder machen kön­nen, wel­che die Chance haben könn­ten, neue Bestseller zu wer­den.

Die meis­ten Käufer inter­es­sie­ren sich auch nicht dafür, wie das Portfolio eines Fotografen aus­sieht, denn sie brau­chen in bestimm­tes Motiv, wel­ches sie mit Suchbegriffen über die Suchfunktion fin­den. Nur wenn sie Serien oder wei­te­re Varianten eines Motivs brau­chen, durch­stö­bern sie das Portfolio eines Fotografen, nut­zen dann aber eher – je nach Agentur – die „Sortieren nach Datum“ oder „Mehr Bilder des glei­chen Models“ oder „Mehr Bilder der Serie“-Funktion.

Im Gegensatz zum ver­mu­te­ten Portfolio-Ranking gibt es viel­leicht auch ein Portfoliogröße-Ranking, wel­ches ein­fach Portfolios bevor­zugt, wenn sie grö­ßer als ande­re sind. Das ist zwar auch nicht bestä­tigt, jedoch glau­be ich dar­an mehr als an das ande­re Ranking.

Ausnahmen und meine Herangehensweise

Eine kla­re Ausnahme, die ein­deu­tig für das Löschen bestimm­ter Bilder spricht, ist, wenn sich im Nachhinein her­aus­stellt, dass ein Bild recht­li­che Probleme berei­ten könn­te, weil Logos, Markennamen oder ande­re geschütz­te Elemente abge­bil­det sind, die damals über­se­hen wur­den. Manchmal ändert sich auch die Rechtslage und damals „recht­li­ch siche­re“ Motive wer­den plötz­li­ch uner­wünscht.

Manchmal emp­fiehlt es sich auch, Bilder zu löschen, wenn sich her­aus­stellt, dass wich­ti­ge Suchbegriffe bei einem Foto ver­ges­sen wur­den und man bei der Bildagentur (zum Beispiel bei Fotolia) nach­träg­li­ch kei­ne neu­en Keywords ein­tra­gen kann.

Ich selbst lösche – bis aus die genann­ten Ausnahmen – kei­ne alten Fotos, haupt­säch­li­ch des­halb, weil es mich Zeit kos­ten wür­de und ich den erwähn­ten Long-Tail-Ansatz für plau­si­bel hal­te.

Wie hal­tet ihr das? Löscht ihr alte Fotos oder nicht? Und war­um?