Zu viele Fische im Teich

Es war lan­ge klar, dass es irgend­wann pas­sie­ren muss­te, nun ist es offen­sicht­lich: Die ers­ten Microstock‐Anbieter geben auf. Gestern erklär­te die Microstock‐Agentur „LuckyOliver“ in ihrem Blog, dass sie zum 15. Mai 2008 ihre Pforten schlie­ßen wer­den:

As a lea­der and entre­pre­neur, it’s tough to see some­thing you have put so much time into not mate­ria­li­ze into a suc­cess­ful busi­ness. We spent the last year loo­king for the funds to grow LuckyOliver becau­se, wit­hout the addi­ti­on of signi­fi­cant capi­tal, the return on invest­ment for LuckyOliver and its con­tri­bu­tors would not be satis­fac­to­ry. After reviewing the opti­ons, the invest­ment team deci­ded that it was in the best inte­rest of all sta­ke­hol­ders to shut the com­pa­ny down.

In der Praxis gibt es sehr vie­le Microstock‐Lieferanten (Fotografen und Grafiker), die ihre Werke an über zehn Agenturen ver­tei­len. Bei dem glei­chen Bildangebot bleibt es nicht aus, dass es ande­re Kriterien sein wer­den, die zum Überleben einer Agentur bei­tra­gen.

Die Konzentration in der Microstock‐Branche ist sicher erst der Anfang für das, was im Bereich der teue­ren RF‐Kollektion längst im Gange ist: Ein gro­ßes Aufkaufen, Zusammenführen und Schließen von Kollektionen, um auf dem hart umkämpf­ten Markt kon­kur­renz­fä­hig zu sein.

Erst vor weni­gen Wochen kün­dig­te Adobe an, sein „Adobe Stock Photos“-Projekt zu schlie­ßen und der Branchendienst „Selling Stock“ kün­digt fast mehr­mals im Monat an, dass Bildkollektionen auf­ge­kauft oder been­det wer­den. Es bleibt sehr span­nend, wel­cher Fisch im Teich über­le­ben wird.

www.robertkneschke.de vorübergehend nicht erreichbar

Wegen eines Serverumzugs ist mei­ne Webseite www.robertkneschke.de vor­über­ge­hend nicht erreich­bar. Die Techniker arbei­ten dar­an und die Seite wird so schnell wie mög­lich wie­der online gehen. Wer dort nach Informationen suchen woll­te, kann sich ger­ne per Email an mich wen­den.

Ich bit­te die Auszeit zu ent­schul­di­gen.

Anmerkung 16.04.2008: Die Webseite ist nun umge­zo­gen und funk­tio­niert wie­der.

Viele Wege führen zu Suchwörtern

Das Verschlagworten von Fotos wur­de lan­ge Zeit von den Bildagenturen über­nom­men, nach­dem die Fotografen ihre Fotos dort abge­lie­fert hat­ten. Als im Internet die ers­ten Agenturen anfin­gen, ihre Arbeitsabläufe zu auto­ma­ti­sie­ren, über­ga­ben sie vie­le Aufgaben, die bis­her die Agenturen über­na­men, zurück an die Fotoproduzenten.

Dazu gehör­te auch das Verschlagworten der Fotos, damit die­se über Suchmaschinen gefun­den wer­den kön­nen. Dieser Teil mei­ner Arbeit ist für mich (neben der Buchhaltung) der unan­ge­nehms­te.

Ich schei­ne nicht der ein­zi­ge zu sein, denn mitt­ler­wei­le gibt es im Internet eini­ge Webseiten, die hel­fen sol­len, die Verschlagwortung zu ver­ein­fa­chen. Die Webseite www.PhotoKeywords.com arbei­tet nach dem – umstrit­te­nen – Prinzip, nach der Eingabe von zwei, drei Begriffen bestehen­de Fotos anzu­zei­gen, die dem neu­en Fotos ähn­lich sein sol­len.

Nach einer wei­te­ren Auswahl wer­den dann die vor­han­de­nen eng­li­schen Suchwörter der bestehen­den Fotos ange­zeigt, die dann für das neue Foto aus­ge­wählt wer­den kön­nen. Das kann natür­lich zu einer Konzentration auf immer glei­che Suchbegriffe füh­ren.

Das glei­che System gibt es auch in rus­sisch.

Einen ande­ren Weg geht der Stocktagger. Diese sich noch im Test befind­li­che Webseite gibt nach der Eingabe eines Begriffes ver­mut­lich pas­sen­de Synonyme aus und soll sowohl in deutsch und bald auch in eng­lisch funk­tio­nie­ren.

Bisher hat mich noch keins der Systeme über­zeugt, da ich neben der Korrektheit der Begriffe auch noch Anforderungen an die Sortierung etc. habe, die ich bis­her schnel­ler manu­ell umset­zen kann. Wer nur mal schnell ohne viel Erfahrung ein Foto rich­tig beschrif­ten möch­te, fin­det eins der Systeme viel­leicht hilf­reich.

Ich habe eben­falls ein Auge auf der Entwicklung die­ser Webseiten, mer­ke jedoch auch, dass eini­ge höher­prei­si­ge Agenturen wie­der dazu über­ge­hen, die Verschlagwortung per Hand zu über­neh­men. Mal sehen, wohin die Reise geht.

Und wieder was gelernt

Einer der ange­neh­men Aspekte mei­ner Arbeit ist, dass ich stän­dig inter­es­san­te Menschen ken­nen­ler­ne. Oft gibt es Interessen oder Fähigkeiten einer Person, die sich foto­gra­fisch gut umset­zen las­sen. Außerdem ler­ne ich dann wie­der etwas Neues.

Eins mei­ner letz­ten Shootings hat­te ich mit einem Mann, der in sei­ner Freizeit an „Re‐Enactments“ teil­nimmt, wel­che die Ritterzeit simu­lie­ren. Deshalb besitzt er eine mög­lichst ori­gi­nal nach­ge­bau­te Rüstung eines Tempelritters (genau­er gesagt eines Templerserganten). Das ermög­lich­te uns neben „nor­ma­len“ Portraits in einer Ritterrüstung auch Konzeptfotos zu den Konzepten „Sicherheit“, „Schutz“ oder „Stärke“.

Beispiel:
Ritter + Laptop: Internetsicherheit
Ritter + Apfel: Abwehrkräfte
Ritter + Setzling: Umweltschutz
Ritter + Tabletten: Schutz vor Medikamentenfälschungen

Als Bonus zu den aus­sa­ge­star­ken Fotos kann ich nun einen Nasalhelm von einem Topfhelm unter­schei­den und weiß, wann unge­fähr die Tempelritter aktiv waren. Nachdem das Interesse geweckt war, habe ich bei Wikipedia noch eini­ges über den Templerorden und die Kreuzzüge gele­sen und gelernt.

Virtuelles Bikini‐Shooting mit Daniella

Einer der größ­ten Träume vie­ler (männ­li­cher) Fotografen ist es, die Fotos für die Bikini‐Ausgabe der US‐Zeitschrift Sports Illustrated auf­neh­men zu dür­fen.

Als Werbeaktion zusam­men mit Taco Bell (eine Art „McDonalds“ mit mexi­ka­ni­schem Fast‐Food) ist es nun zumin­dest im Internet mög­lich, mit dem Model Daniella am Karibikstrand eini­ge Fotos zu machen und sie anschlie­ßend run­ter­zu­la­den: http://www.directdaniella.com (Update 2012: Inhalte mitt­ler­wei­le gelöscht)

Gut, die Einschränkungen im Vergleich zu einem ech­ten Fotoshooting sind groß, dafür sind sind auch die Nachteile gerin­ger.

Für Models ist die Webseite übri­gens eben­falls sehr hilf­reich: Sie zeigt, wie pro­fes­sio­nel­le Models schnell und pas­send posen kön­nen.

Close