10 Vorteile eines guten Models

Meine letz­ten Beiträge waren vor allem für Fotografen und Bildagenturen inter­es­sant. Deshalb nun wie­der eini­ge Tipps für ange­hen­de Models, ganz sub­jek­tiv, aber basie­rend auf der Zusammenarbeit mit über 70 Models bis­her.

Hier sind 10 Vorteile eines guten Models, die über das „rich­ti­ge Aussehen“ und „gutes Posing“ bzw. „schau­spie­le­ri­sches Talent“ hin­aus­ge­hen.

1. Keine Tattoos und Piercings
Sichtbare Tattoos und Piercings, also vor allem am Hals, Händen und obe­ren Rücken schre­cken vie­le Bildkäufer von Stockfotografie ab und sor­gen dafür, dass das Model z.B. für seriö­se Business-​Motive nicht foto­gra­fiert wer­den kann. Höchstens für Subkultur-​Motive sind Tattoos und Piercings erwünscht. Viele pro­fes­sio­nel­le Agenturen leh­nen Models mit Tattoos auch des­we­gen ab, weil ein tem­po­rä­res Tattoo leicht anzu­brin­gen, ein ech­tes aber schwie­ri­ger zu ver­de­cken ist.

2. Nichtraucher
Ein Model, was raucht, hat in der Regel gel­be­re Zähne, was die Bildbearbeitung am Computer auf­wän­di­ger macht und wäh­rend des Shootings müs­sen öfter „Raucherpausen“ ein­ge­legt wer­den. Nicht, dass ich mei­nen Models kei­ne Pause gön­nen wür­de, aber ent­we­der riecht dann auch das Studio nach Rauch oder das Model geht vor die Tür und das ist unkom­mu­ni­ka­ti­ver.

3. Sportlich und Schauspieltalent
Sportliche Models sind meist auch gelen­ki­ger, was bestimm­te Posen erleich­tert oder über­haupt erst ermög­licht. Gerne wür­de ich bei­spiels­wei­se mal Fotos eines Radschlags machen, aber die letz­ten Models, die ich im Studio hat­te, konn­ten es lei­der nicht. Positiver Nebeneffekt von regel­mä­ßi­gem Sport ist, dass der Körper durch­trai­niert ist und die Fitness steigt.
Ebenfalls beliebt sind Models, die schau­spie­lern kön­nen, sei es von Natur aus oder durch eine Schauspielschule. Das lässt die Mimik und Gestik unver­krampf­ter und genau­er wir­ken.

4. Selbst schmin­ken
Ein gutes Model soll­te in der Lage sein, sich selbst schmin­ken zu kön­nen. Ich erwar­te kei­ne auf­wän­di­gen Abendstylings, aber der grund­le­gen­de Umgang mit Makeup, Puder, Mascara und Lippgloss soll­te bekannt sein. Wer dar­auf besteht, nur mit Visagistin shoo­ten zu kön­nen, ver­dop­pelt gleich den Aufwand eines Fotoshootings und hal­biert sei­ne Chancen.

5. Schöne Zähne
Bei gewis­sen Fotosparten bleibt der Mund meist cool geschlos­sen, aber in der Stockfotografie wird das herz­li­che Lachen gesucht, ger­ne mit offe­nem Mund. Wenn dann hel­le, glän­zen­de, per­fek­te Zahnreihen zum Vorschein kom­men, weiß der Fotograf, dass das Model geeig­net ist. Im Ernst: Wenn ich aktiv Models suche, schaue ich zunächst nach einem Foto mit einem offe­nen Lachen.
Den Trend zu Glitzersteinen zwi­schen den Zähnen soll­te ein Modell nicht mit­ma­chen, da die­se klei­nen Punkte auf einem klei­nen Foto schnell wie Dreck zwi­schen den Zähnen wir­ken.

6. Kein Selbstbräuner und Solarium
Wer ins Solarium geht, bekommt gut gebräun­te Haut. Die meis­ten gehen jedoch so oft ins Solarium, dass die­se spe­zi­el­le Bräune erkenn­bar wird. Auch auf Fotos. Dann inter­es­sie­ren sich die Kunden dafür nicht mehr, denn es wer­den „natür­li­che Typen“ gesucht, nie­mand, der zu künst­lich wirkt. Sebstbräuner ist noch schlim­mer, da die Bräune oft fle­ckig und unre­gel­mä­ßig wirkt.

7. Viel Kleidung im Schrank
Wer zu einer Fotosession mit einem prall gefüll­ten Koffer anreist, kann sich bes­ser dem Fotomotiv ent­spre­chend anzie­hen. Ein gutes „Stockmodel“ soll­te auf jeden Fall ein pas­sen­des, klas­si­sches Business-​Outfit besit­zen (für Männer: wei­ßes und hell­blau­es Hemd mit schwar­zem Jackett und Bundfaltenhose, optio­nal noch eine Weste, für Frauen: hel­le Bluse und pas­sen­des dunk­les, am bes­ten schwar­zes Jackett und dazu­ge­hö­ri­ge Hose), eini­ge ein­far­bi­ge Oberteile in sat­ten Farben wie rot, grün, blau und gelb, kurz­ärm­lig und lan­gär­me­lig. Auch einen kusche­li­gen, dicken Rollkragenpullover in einer ande­ren Farbe als schwarz. Sichtbare Markennamen sind tabu, klei­ne Logos las­sen sich gut am Computer retu­schie­ren, aber z.B. Adidas-​Streifen nur schlecht.

8. Gute Maniküre
Ja, auch die Fingernägel sind im Bild zu sehen. Manchmal auch der Dreck dar­un­ter. Kurz geschnit­te­ne Nägel sind übli­cher­wei­se ger­ne gese­hen, da das Modell dann in allen Situationen glaub­haft wirkt. Lange Fingernägel las­sen sich bei Bedarf immer noch auf­kle­ben. Farbe oder gar Glitzer auf den Nägeln lenkt auf Fotos schnell vom Gesicht ab.

9. Fotogenes Hobby
Wenn es Model eine foto­ge­ne Sportart beherrscht (z.B. Karate, Tanz, Boxen, etc.) oder ein foto­ge­nes Instrument spielt (Saxophon, Cello, Violine, etc.) hat es ande­ren Models min­des­tens ein Fotomotiv vor­aus, was es über­zeu­gen­der dar­stel­len kann. Auch Hobbys wie Re-​Enacting oder Haustiere kön­nen den Fotografen auch Fotoideen brin­gen.

10. Gute Umgangsformen
Dazu gehört, dass das Model auf Anfragen zeit­nah reagiert, bei Bewerbungen – auch per Email – Höflichkeitsfloskeln und die Netiquette ein­hält und die Fehler der Konkurrenz nicht wie­der­holt.

Nun seid ihr an der Reihe.
Habe ich etwas ver­ges­sen. Was sind Eure Erfahrungen? Was hat Euch an einem Model am meis­ten gefreut oder gestört?

Vor- und Nachteile des Bildersuchdienstes PicScout

Es gibt eini­ge Firmen, die sich dar­auf spe­zia­li­siert haben, Fotos im Internet zu fin­den.
Über den TinEye-Service von Idée Inc. habe ich schon berich­tet, ande­re Firmen sind Attributor, Digimarc oder PhotoPatrol.

Die Firma PicScout hat auch ein ähn­li­ches System, wel­ches seit Jahren auch von den gro­ßen Bildagenturen wie Getty Images, Corbis, Mauritius und Masterfile genutzt wird. Vor einem hal­ben Jahr erreg­te die Firma viel Aufsehen, weil Getty Images mit deren Hilfe eine gro­ße Abmahnwelle star­te­te, von der wahr­schein­lich nicht nur Bilderdiebe betrof­fen waren, son­dern auch Kunden, die eine Lizenz gekauft hat­ten. Hier ein anony­mi­sier­te Lizenznachforderung.

Daraufhin began­nen eini­ge Informatik-​Freaks zu schau­en, wie die Suchmaschine „Image Tracker“ von PicScout funk­tio­niert und bemerk­ten, dass die­ser Suchroboter auch die gän­gi­gen Richtlinien für Suchroboter igno­riert. Daraufhin fan­den fin­di­ge Anwälte schon das Schlupfloch des „vir­tu­el­len Hausfriedensbruchs“ und Betroffene sam­mel­ten sich in Foren.

Aber für Fotografen ist eher inter­es­sant, ob denn Fotos gefun­den wer­den und sich der Aufwand unter dem Strich finan­zi­ell lohnt. Das Grundkonzept klingt nicht schlecht:

PicScout sucht auto­ma­tisch im Internet nach den eige­nen Fotos und fin­det die­se auch, wenn sie beschnit­ten, gespie­gelt, mit Text ver­se­hen oder farb­lich ver­än­dert wur­den. Nachdem eine Urheberrechtsverletzung ent­deckt wur­de, schickt PicScout Rechtsanwälte und Inkassobüros los, um nach­träg­lich Lizenzgebühren ein­zu­for­dern. Bei YouTube gibt es auch ein Werbe-Video vom PicScout-​Service in Aktion.

Schauen wir doch mal, was das kos­tet. PicScout bie­tet für Fotografen drei Möglichkeiten:

  • 500 Fotos für ca. 15 US-​Dollar pro Monat
  • 1000 Fotos für ca. 25 US-​Dollar pro Monat
  • 2000 Fotos für ca. 35 US-​Dollar pro Monat

im Internet auto­ma­tisch vom „Image Tracker“ suchen zu las­sen. Diese Suche soll nach einer tele­fo­ni­schen Auskunft eines Kundenbetreuers bis zu acht Monate dau­ern kön­nen, da es natur­ge­mäß dau­ert, Billionen Webseiten zu durch­su­chen.

Hier kommt aber der ers­te Haken:
Für die­sen Preis wer­den nur die Webseiten eines Landes durch­sucht, ent­we­der der USA, von Großbritannien oder Deutschland. Die Endung der Domain sei da kein aus­schlag­ge­ben­des Kriterium, es gebe „Algorithmen“, die das fest­stell­ten. Meine Vermutung ist, dass Whois-​Abfragen, Sprache oder Währungszeichen auf der Webseite eini­ge der Kriterien sein könn­ten.

Wer mehr als ein Land durch­su­chen las­sen möch­te, zahlt pro Land ca. 6 US-​Dollar extra. Die Auswahl ist aber auf obi­ge drei Länder begrenzt. Bei allen drei Ländern und 2000 Fotos wären das ca. 63 US-​Dollar pro Monat. Wenn aber auf einer fran­zö­si­schen oder kana­di­schen Webseite geklau­te Fotos genutzt wer­den, ist PicScout anschei­nend macht­los.

Der zwei­te Haken:

Zitat Terms Of Service (ToS): „PicScout shall moni­tor the ter­ri­to­ries you have selec­ted in the Subscription Form for com­mer­ci­al web­sites that poten­ti­al­ly infrin­ge the pro­prie­ta­ry rights of the Images (“Infringements”). PicScout shall con­cen­tra­te its efforts on iden­ti­fy­ing com­mer­ci­al Infringements of the Images rather than pri­va­te use the­re­of.“

PicScout kon­zen­triert sich bei der Suche auf kom­mer­zi­el­le Webseiten. Es ist klar, dass sich von dort am ehes­ten Gebühren ein­trei­ben las­sen, von denen PicScout 30% behält. Jedoch gehe ich davon aus, dass die meis­ten Firmen kor­rekt arbei­ten und lizen­sier­te Bilder nut­zen. Bei den pri­va­ten Nutzern ist die Zahl derer, die wis­sent­lich oder unwis­sent­lich Fotos steh­len, wahr­schein­lich höher.

Der drit­te Haken:

Zitat ToS: „In the event that Images pro­vi­ded by you are rep­re­sen­ted by a stock pho­to­gra­phy agen­cy, or ano­t­her agen­cy or enti­ty to whom the pro­se­cu­ti­on rights for such Images have been assi­gned (a “Stock Photography Agency”), and such agen­cy is a custo­mer of PicScout, all Match Reports (as defi­ned below) of such images will be pro­vi­ded to the Stock Photography Agency only.“

Das bedeu­tet, dass nur Bilder gesucht wer­den kön­nen, die nicht über eine Agentur ver­trie­ben wer­den, wel­che Kunde bei PicScout ist. Da alle Treffermeldungen nur an die­se Agentur gehen, kann der Service nicht mal genutzt wer­den, um „Belegexemplare“ oder „Referenzen“ zu sam­meln.

Der vier­te Haken:
In den Nutzungsbestimmungen von PicScout steht nichts davon, aber bei mei­nem Telefonat mit dem Kundenbetreuer hieß es, dass nur „Rights Managed“-Bilder gesucht wer­den wür­den, kei­ne „Royalty Free“-Fotos. Bei letz­te­ren sei es nicht mög­lich, nach­zu­wei­sen, ob eine Nutzung kor­rekt sei. Das wage ich zwar zu bezwei­feln, aber wenn sie mei­nen…

Unterm Strich begrü­ße ich jeden Service, der hel­fen kann, mei­ne Fotos zu fin­den. In die­sem Fall fin­de ich den Preis und die Einschränkungen noch zu hoch.

Ähnliche Erfahrungen hat ein deut­scher Fotograf gemacht, der PicScout seit Februar 2008, also seit sechs Monaten nutzt. Er betreibt eine eige­ne klei­ne Bildagentur mit Travel-​Fotos und lässt 2000 sei­ner meist­ge­klick­ten Fotos via PicScout auf deut­schen Webseiten suchen. Bisher noch kein Treffer. Mit der Google-​Bildsuche und TinEye fand er jedoch eini­ge sei­ner Fotos inner­halb einer Stunde.

Blitzversuche im Freien

Fotos im Freien sind für mich immer eine span­nen­de Sache, weil ich mit jedem Shooting noch viel ler­ne. Diesmal hat­te ich die Gelegenheit, mit dem gedul­di­gen Model Anne das ent­fes­sel­te Blitzen zu üben. Als Thema haben wir uns „Wellness“ aus­ge­sucht.

Nachdem der Zoll end­los lan­ge gegrü­belt hat­te, wie sie die Funkauslöser Pocket Wizards ver­steu­ern sol­len, haben wir abends auf den Rheinwiesen bei bewölk­tem Himmel tes­ten kön­nen, wie die Lichtstimmung auf Fotos wirkt, wenn der Blitz nicht fron­tal zum Aufhellen genutzt wird, son­dern seit­lich auf einem Stativ, zusam­men mit einer klei­nen Softbox als Lichtquelle dient.

Ich bin erstaunt, wie trotz sehr trü­ben Wetter der Blitz die Sonne so gut erset­zen konn­te, dass die Fotos wir­ken, als wären sie bei strah­len­dem Sonnenschein auf­ge­nom­men. Ohne die Nachteile des ech­ten Sonnenlichts: Zuviel Lichtstärke und kei­ne Einstellmöglichkeiten.

Die in natu­ra unan­sehn­li­chen hohen Grashalme geben mit gerin­ger Tiefenschärfe einen ange­nehm grü­nen Hintergrund ab.

Angenehm war auch, wie bequem, leicht und klein das Set aus den bei­den Funkauslösern (Sender+Empfänger), Stativ, Softbox (klei­ne falt­ba­re von Lastolite) und Blitz war. So konn­ten wir schnell ver­schie­de­ne Lichtsituationen aus­pro­bie­ren.
Hier zwei Beispiele, wie anders die Fotos mit weni­gen Perspektivwechseln von Blitz und Kamera wir­ken kön­nen.

Wanderung im Bergischen Land

Gestern war ich mit mei­ner Freundin wan­dern. Von Köln dau­ert es mit der S 11 nur paar Minuten nach Bergisch Gladbach und dort gibt es neben einer klei­nen Stadt auch schö­ne Wälder und Wiesen. Ich mag mei­ne Arbeit zu sehr, um die Kamera zu Hause zu las­sen, also hat­te ich die Gelegenheit, neben­bei eini­ge „stock­taug­li­che“ Motive fest­zu­hal­ten.

Im Nachhinein hät­te ich jedoch lie­ber mei­ne 50mm-​Festbrennweite statt dem 24–105-Zoom mit­neh­men sol­len, da die Abbildungsleistung für Landschaftsaufnahmen ohne Stativ schnell an die Grenzen stößt.

Danke an den Sauerländischen Gebirgsverein für die Streckenempfehlung auf deren Webseite.


Suchwörter-​Verbesserungen für Bildagenturen

Die Keywording-​Firma KEEDUP hat ein Whitepaper zur Verbesserung der Verkäufe durch opti­mier­te Suchwörter ver­öf­fent­licht. Das eng­lisch­spra­chi­ge PDF mit 10 Seiten kann auf deren Webseite nach einer kos­ten­lo­sen Angabe von Name, Mailadresse und Telefon run­ter­ge­la­den wer­den.

Die Hinweise und Vorschläge rich­ten sich in ers­ter Linie an Bildagenturen, auch wenn es Fotografen nicht scha­det, sich den Text durch­zu­le­sen.

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