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Frage von Photography Q & A – Welche Blitze nutzt Du?

Im Rahmen mei­ner Rezension des Buchs „Photography Q & A“ hat­te ich euch Leserinnen und Leser zu Fragen in den Kommentaren ermun­tert.

Einige die­ser Fragen will ich in loser Folge beant­wor­ten. Fangen wir mit Manne an, der frag­te:

Nutzt du eher natür­li­ches vor­han­de­nes Licht oder Blitze?
Wenn Blitze, was ist dein Lieblingslichtformer?“

Klare, ein­fa­che Fragen.

Früher hat­te ich Angst vor Blitzen. In mei­nen Augen waren sie unbe­re­chen­bar. Ich foto­gra­fier­te lie­ber Blumen und Landschaften.

Als ich dann jedoch Ende 2005 das ers­te Mal begann, Menschen für Bildagenturen zu foto­gra­fie­ren, nahm ich als Lichtquellen zuer­st auch kei­ne Blitze, son­dern erst wei­ßes Papier als Aufheller für das Tageslicht, dann bau­te ich mir aben­teu­er­li­che Konstruktionen aus bil­li­gen Baustrahlern mit wei­ßen Bettlacken als Diffusor. Im Nachhinein betrach­tet sehr gefähr­li­che, aber unschlag­bar bil­li­ge Aufbauten. Trotzdem hat­ten sie den Vorteil, dass es Dauerlicht war und ich mich nicht um Blitze küm­mern mus­s­te. Schnell merk­te ich aber, dass Halogenlicht von der Farbtemperatur und Lichtleistung unge­eig­net für schö­ne Portraits ist.

Ich kauf­te mir also ein paar Studioblitze und arbei­te­te mich lang­sam in das rich­ti­ge Blitzen ein. Für das Verständnis sehr gehol­fen hat mir neben Tutorials im Internet auch das Buch „Heute schon geblitzt?“, was sich vor allem mit den klei­nen Systemblitzen beschäf­tigt und einem gut die Angst für die­sen heim­tü­cki­schen Lichtwerfern neh­men kann.

Outdoor-Foto
Heute bin ich zwar sicher immer noch kein per­fek­ter Blitzfotograf, weil die Lichtanforderungen der Stockfotografie (hel­les, wei­ches Licht) rela­tiv ein­fach sind und mich nicht aus mei­ner „Komfortzone“ zwin­gen. Trotzdem mer­ke ich, dass ich mich ein Shooting ohne künst­li­che Lichtquellen kaum noch zu pla­nen traue.

Im Studio arbei­te ich immer mit einer gro­ßen Octobox* an einem Studioblitz (500W), meist mit 90 cm Durchmesser, manch­mal auch mit 150 cm.

On loca­ti­on, also in ande­ren Räumlichkeiten als mei­nem Studio neh­me ich immer die­sen Blitzaufbau für ent­fes­sel­tes Blitzen. Von die­sem Aufbau habe ich meist zwei Versionen gleich­zei­tig im Einsatz, mit eine 60x60cm und eine mit 38x38cm-Softbox. Beim Shooting sieht das dann so aus wie hier. Dieser Aufbau hat den gro­ßen Vorteil, dass ich nicht nach Steckdosen suchen muss, nie­mand über Kabel stol­pert und alles so leicht und kom­pakt ist, dass es auch ohne Auto im Koffer trans­por­tie­ren kann. So sieht das dann aus.

Ich lie­be die Lastolite-Softboxen*, sowohl was die wei­che Lichtwirkung als auch den unschlag­bar ein­fa­chen und schnel­len Auf- und Abbau angeht. Da bin ich rich­tig­ge­hend ver­wöhnt und ärge­re mich jedes Mal, wenn ich die wider­spens­ti­gen Stäbe in mein Studio-Softbox frim­meln muss.

Wenn ich kom­plett drau­ßen foto­gra­fie­re, kommt ent­we­der der obi­ge Blitzaufbau mit nur einem Blitz zum Einsatz oder noch öfter ein­fach nur die­ser Ringblitz auf Aufheller und zur Kontrastkontrolle. Gegenüber dem ent­fes­sel­ten Blitzen hat der Ringblitz den Vorteil, dass er bei Wind nicht ein­fach umkippt, dass ich nicht immer bei einem Ortswechsel von eini­gen Metern den Blitz umstel­len oder mit­neh­men muss und er ist auch zusam­men­ge­packt noch mal viel kom­pak­ter.

Wenn ich die Ausgangsfrage gestellt wür­de: Wie wür­det ihr sie beant­wor­ten?

* Affiliate

Verlosung des verbesserten Roundflash (Ringblitz-Aufsatz)

Ein Ringblitz ist eine coo­le Sache. Entweder für unge­wöhn­li­che Lichteffekte, als ein­fa­ches Fülllicht zur beque­men Kontraststeuerung oder für gut aus­ge­leuch­te­te Makroaufnahmen gibt es vie­le Anwendungsmöglichkeiten für einen Ringblitz. Das Problem ist meist, dass gute Ringblitze teu­er und schwer sind (von den Mini-Dingern, die nur für Makroaufnahmen tau­gen, mal abge­se­hen).

Glücklicherweise gibt es Ersatzlösungen. Ich hat­te schon mal zwei Ringblitz-Aufsätze für Systemblitze mit­ein­an­der ver­gli­chen, den RayFlash und den Roundflash. Der Vollständigkeit hal­ber erwäh­ne ich auch noch den Orbis, den ich jedoch als unhand­li­ch emp­fin­de.

Ich hat­te den RayFlash und den Roundflash ger­ne im Einsatz und kurz nach­dem ich vor ca. einem Jahr schon mal den Roundflash im Blog getes­tet und ver­lost hat­te, schick­te mir der Entwickler die neue, ver­bes­ser­te Version „Magnetic 5“, wel­che den größ­ten Nachteil der ers­ten Variante besei­tigt hat: Die Streben zur Stabilisierung der Seitenwände müs­sen jetzt nicht mehr per ein­zeln in die Diffusorwand gesteckt wer­den, son­dern sind fest mit der Wand ver­bun­den und müs­sen nur mit­tels Magnet an die rich­ti­ge Stelle „geknickt“ wer­den. Dadurch geht der Auf- und Abbau nun deut­li­ch schnel­ler und es besteht kei­ne Gefahr mehr, die Streben unter­wegs zu ver­lie­ren.

Ganz aktu­ell gibt es jetzt sogar schon die drit­te Version des Roundflash, den „RF Magnetic Black“* (sie­he Produktfoto oben), der aus einem ande­ren, schwar­zen Stoff und damit noch etwas leich­ter ist: 299 Gramm!

Ich nut­ze den Roundflash oft drau­ßen, weil ich damit leicht stö­ren­de Schatten auf­hel­len kann, ohne dass die Lichtwirkung des Hauptlichts (oft der Sonne, direkt oder indi­rekt) beein­flusst wird. Ganz oben seht ihr ein Making-Of-Foto und hier ist das fer­ti­ge Foto dazu:

Der Aufsatz eig­net sich aber auch für effekt­vol­le­res Licht, zum Beispiel für sol­che Bilder:

Das pas­sen­de Outtake gibt es auch:

Auch die­ses Kinderfoto unten wur­de mit dem Roundflash auf­ge­nom­men. Der Lichteffekt stößt nicht immer auf Zustimmung, hat aber bei Kinderfotos eben zwei Vorteile. Zum einen sind Blitz und Ringblitz-Aufsatz mit der Kamera ver­bun­den, wes­halb man bei den sich schnell bewe­gen­den Kindern das Licht immer an der rich­ti­gen Stelle hat, was bei einer Softbox auf einem Stativ schwie­ri­ger ist, wenn die Kinder durchs Studio flit­zen. Zum ande­ren ist der Roundflash-Diffusor dank Nutzung des Systemblitzs E-TTL-fähig, was in Situationen, wo man schnell reagie­ren muss, eine Anpassung der Lichtmenge über­flüs­sig macht.

Dafür stel­le ich am Blitz ein­fach die TTL-Messung ein und dre­he die Blitzleistung manu­ell ca. +1 bis +1 1/3 Blende höher, um den Lichtverlust des Diffusors aus­zu­glei­chen.

Zwei der ande­ren Nachteile der ers­ten Version sind mit dem Roundflash jedoch geblie­ben: Durch die rie­si­ge run­de Fläche wird die Kommunikation mit dem Model etwas erschwert und bei win­di­gem Wetter kann die Kamera etwas wackeln, wenn der Wind am Roundflash rüt­telt. Da braucht man dann einen sta­bi­len Stand und schnel­le Belichtungszeiten. Der Vorteil jedoch ist wie­der, dass die gro­ße Lichtfläche für wirk­li­ch sehr wei­ches Licht sorgt.

Verlosung des Roundflash

Kommen wir zum span­nen­den Teil: Ich ver­lo­se an mei­ne Blogleser 2x die neus­te Version des Roundflash, damit ihr euch selbst davon über­zeu­gen könnt, wie prak­ti­sch die­ses Zubehörteil ist.

Was müsst ihr dafür tun? Hier die Teilnahmebedingungen:

  • Teilnehmen dür­fen alle Leute, wel­che Fan mei­ner Facebook-Seite sind und hier im Blog einen Kommentar hin­ter­las­sen, was sie mit dem Roundflash am liebs­ten foto­gra­fie­ren wür­den.
  • Gerne möch­te ich paar Wochen nach der Verlosung auch eini­ge Fotos im Blog ver­öf­fent­li­chen, wel­che die glück­li­chen Gewinner mit ihrem neu­en Roundflash gemacht haben.
  • Teilnahmeschluss ist Sonntag, der 30.06.2013.
  • Die Gewinner ermitt­le ich aus den gül­ti­gen Kommentaren mit­tels random.org.
  • Die Gewinner wer­den von mir per Email kon­tak­tiert (ach­tet dar­auf, dass eure Kommentar-Emailadresse gül­tig ist). Wer sich nicht inner­halb von vier Tagen zurück mel­det, ver­liert sei­nen Anspruch.
  • Der Rechtsweg ist aus­ge­schlos­sen.

Ich drü­cke euch die Daumen und wün­sche allen Teilnehmern viel Glück!

* Affiliate

Test und Verlosung des Ringblitz-Adapters Roundflash

Vor knapp vier Monaten habe ich hier im Blog den neu­en Ringblitz-Adapter „Roundflash“ vor­ge­stellt.


In den letz­ten Monaten habe ich eini­ge Gelegenheiten gehabt, die Alternative zum ech­ten Ringblitz aus­zu­pro­bie­ren. Nach den Testbildern im oben ver­link­ten Beitrag will ich euch heu­te eini­ge wei­te­re Fotos zei­gen, die mit dem Roundflash ent­stan­den sind und über mei­ne Erfahrungen berich­ten.


Im Foto der lachen­den Frau ganz oben kam der Blitz mit dem Ringblitz-Aufsatz wirk­li­ch als ein­zi­ge Lichtquelle zum Einsatz. Fotografiert habe ich mit mei­ner Canon 5D Mark II und dem Canon Speedlite 580 EX II und dem Roundflash. Belichtungszeit war 1/160 Sekunde bei Blende 3,5 (ISO 100). Als Objektiv hat­te ich das Canon 24–70mm genom­men, bei Brennweite 35 und mit ca. 0,75 Metern Abstand zum Model.


Beim sprin­gen­den Musiker oben war die Ausrüstung die Gleiche, jedoch war das eine Außenaufnahme, wo der Blitz nicht die gan­ze Arbeit ver­rich­ten mus­s­te. Diesmal mit 1/170, Blende 4 (ISO 200) und bei 2,25 Metern Abstand foto­gra­fiert. Die Blitzleistung habe ich manu­ell erhöht.

Es liegt in der Natur der Sache, dass der beson­de­re Look des Ringblitzes vor allem dann wirkt, wenn er von nahem ein­ge­setzt wird. Je wei­ter weg der Ringblitz vom foto­gra­fier­ten Motiv ist, desto eher wirkt er wie eine Punktlichtquelle. Deswegen eig­net er sich auch beson­ders gut für Makroaufnahmen. Je dich­ter der Ringblitz am Model ist, desto grö­ßer ist auch der kreis­run­de Lichtreflex in den Augen. Sehr gut zu erken­nen ist das beim Mann mit der Grimasse. Allerdings kann die­ser unge­wöhn­li­che Lichtreflex im Auge auch ablen­ken, wes­halb ich ihn bei eini­gen Fotos auch retu­schiert habe, sodaß er nicht mehr wie ein Donut, son­dern nur noch wie ein Kreis aus­sieht.


Bei den Fotos von Maschinen der Lebensmittelindustrie habe ich gemerkt, dass der Ringblitz-Adapter auch nicht die rich­ti­ge Wahl ist, wenn Geräte mit viel Metall/Chrom oder ande­ren spie­geln­den Flächen foto­gra­fiert wer­den sol­len, weil das unge­fähr so uncool aus­sieht als wür­de man in einen Spiegel blit­zen.

Hier auch mal ein Vergleich eines Fotos mit und ohne den Roundflash-Ringblitz (kli­cke die Bilder zum Vergrößern):

(mit Roundflash)
(ohne Roundflash)

Das Zusammenfalten des Roundflash berei­tet mir auch nach eini­gen Malen noch etwas Kopfzerbrechen, da ich immer Angst habe, beim Drehen und Falten des Roundflash wür­de ich etwas bre­chen kön­nen. Glücklicherweise gibt es jetzt eine Video-Anleitung für den Auf- und Abbau.


Auch ohne den „spe­zi­el­len Ringblitz-Look“ eig­net sich der Roundflash her­vor­ra­gend als Mittel zur Kontrastkontrolle, mit dem man regeln kann, wie stark die Schatten einer ande­ren Lichtquelle auf dem Model wir­ken sol­len, da der Ringblitz die Schatten direkt von der Kameraachse meist ohne zusätz­li­chen Eigenschatten auf­hellt. Wenn es rich­tig ange­stellt wird, ist kaum zu bemer­ken, dass  über­haupt ein Ringblitz (wenn im Bild unten auch ein ande­rer als der Roundflash) im Einsatz war:


Ohne den Aufhellblitz von vor­ne wären die son­ni­gen Stellen jedoch schon aus­ge­fran­st bzw. die schat­ti­gen Stellen zu dun­kel.

Mittlerweile wird der Roundflash auch direkt in Deutschland ver­trie­ben (für 129 Euro inkl. Versand über www.roundflash.de).

Verlosung

Der Erfinder des Roundflash war so freund­li­ch, mir ein Exemplar des Roundflash-Ringblitz-Adapaters für eine Verlosung zur Verfügung zu stel­len.

Um an der Verlosung teil­zu­neh­men, mus­st Du nur zwei Dinge tun:

  1. Schreibe einen Kommentar unter die­sen Artikel, dass Du den Roundflash gewin­nen will­st.
  2. Klicke „Gefällt mir“ auf mei­ner Facebook-Seite. Wenn Du schon Fan bist, alles bes­tens. Zwei Hinweise noch: Verwechsle bit­te nicht mei­nen pri­va­ten Facebook-Account mit mei­nem öffent­li­chen und ach­te dar­auf, dass ich dei­nen Kommentar auch dei­nem Facebook-Account zuord­nen kann.


Die Verlosung endet am 18.05.2012, den Gewinner wer­de ich dann über Facebook benach­rich­ti­gen.

Ringblitz-Adapter Roundflash und Ray Flash im Vergleich

Seit eini­gen Jahren benut­ze ich bei Außenaufnahmen regel­mä­ßig einen Ringblitz-Adapter als Fülllicht, um einen wei­che­ren, gleich­mä­ßi­ge­ren Look auf mei­nen Fotos zu erzeu­gen. Aus meh­re­ren Gründen kamen „rich­ti­ge „Ringblitze für mich nicht in Frage: Zu teu­er, zu schwer, zu emp­find­li­ch, vor allem, wenn man oft ohne Assistenten arbei­tet.

Deshalb war ich froh, als ich vor knapp drei Jahren einen Plastik-Aufsatz für den Systemblitz fand, der sich „Ray Flash“ nann­te. Er war trans­por­ta­bel, güns­tig (im Verhältnis zu einem rich­ti­gen Ringlicht) und konn­te allei­ne bequem bedient wer­den. Darüber habe ich eine aus­führ­li­che Rezension mit vie­len Beispielbildern im Blog geschrie­ben.


Da Konkurrenz bekannt­li­ch das Geschäft belebt, habe ich mich gefreut, dass es seit eini­gen Monaten eine ähn­li­che Alternative gibt. Diese nennt sich „Roundflash“ und kommt aus Polen. Der Erfinder Bartek Szumilak hat mir freund­li­cher­wei­se eins der ers­ten ver­kaufs­fer­ti­gen Exemplare zum Testen zur Verfügung gestellt und ich muss sagen: Ich bin beein­druckt.

Im Grunde hat der Roundflash die glei­chen Vorzüge wie der Ray Flash, wenn bei­de Adapter mit rich­ti­gen Ringblitzen wie dem Elinchrom Eco* oder dem Linkstar Ringblitz* ver­gli­chen wer­den. Unabhängig vom Stromanschluss, kei­ne Hilfe oder Stative beim Benutzen nötig und deut­li­ch güns­ti­ger. Außen vor las­sen wir mal Makro-Ringblitze, dir nur für Nahaufnahmen aus­ge­legt sind und aben­teu­er­li­che Eigenkonstruktionen, die meist bei Sicherheit, Lichtqualität und Design Minuspunkte bekom­men. Wenn aber der Roundflash und der Ray Flash mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den, sind jedoch vie­le – auch wich­ti­ge – Unterschiede erkenn­bar.

Den Ray Flash hat­te ich ja in einem eige­nen Artikel aus­führ­li­ch beschrie­ben, des­we­gen erst eine Beschreibung des Roundflash:


Der Aufbau des Roundflash gleicht in wei­ten Teilen einer trans­por­ta­blen Softbox wie der Lastolite Ezybox*. Auf dem ers­ten Bild ist er in zusam­men­ge­klapp­ter Form zu sehen. Wenn er auf­ge­klappt ist, wird der Rand mit sechs klei­nen Carbonfaser-Stangen fixiert. Der Durchmesser des Roundflash beträgt auf­ge­klappt ca. 44 cm.


Der Blitz wird oben mit einem Klettband befes­tigt und das Objektiv der Kamera in der Mitte durch das Loch gescho­ben. Gummischnüre sor­gen für den Halt. Das Loch ist für Objektive bis ca. 10 Zentimeter Durchmesser aus­ge­legt, also auch die eher dicke 85mm Festbrennweite* von Canon passt. Im Bild ist unter dem Blitz eine graue Lasche zu erken­nen, die nach unten geklappt wer­den kann, und auch oben ist eine klapp­ba­re Lasche (im Bild unten zu erken­nen), wodurch der Ringblitz-Adapter ver­schie­de­ne Kamera-Blitz-Kombinationen unter­stüt­zen kann. Meine Canon 5D Mark II mit dem 580 EX II Speedlite* pass­te wie ange­gos­sen. Der Zoomring kann gut von hin­ten gedreht wer­den, wer manu­ell fokus­sie­ren will, hat es etwas schwe­rer, aber unmög­li­ch ist es nicht.


Da der Roundflash nur ca. 230 Gramm ohne Hülle wiegt (mit Hülle 270g), habe ich kei­ne Angst, dass der Blitz, der die Last trägt, zusam­men­bre­chen wür­de. Außerdem stützt je nach Aufbauhöhe das Objektiv einen Teil der Last. Der Ray Flash hin­ge­gen ist mit ca. 400 Gramm schwe­rer und hier liegt die Last kom­plett auf dem Blitz, was schon an der Grenze des Zumutbaren ist.

Sowohl Ray Flash als auch der Roundflash unter­stüt­zen die TTL-Blitzmessung, was ein wei­te­rer Vorteil gegen­über vie­len ande­ren Ringblitzen ist. Das AF-Hilfslicht sowie der exter­ne Blitzsensor funk­tio­nie­ren ver­mut­li­ch nicht, weil da der Aufbau vor den Sensoren sitzt. Ebenfalls bei­de Ringblitz-Adapter schlu­cken ca. 1,5 Blenden Licht, wes­halb man beim Blitzgerät manu­ell die­se Blendenwerte hin­zu­ge­ben soll­te.

Der Ray Flash kos­tet ca. 150 Euro*, der Roundflash kos­tet zur Zeit ca. 140 Dollar (ca. 115 Euro) und ist damit etwas güns­ti­ger. Im Internet sind immer wie­der Kommentare über den zu hohen Preis zu lesen, was ich ehr­li­ch gesagt nicht ver­ste­hen kann, ver­glei­che ich die Leistung mit einem ech­ten Ringblitz oder den selbst­ge­bau­ten Varianten, wo ich viel Zeit inves­tie­ren müss­te. Mir ist die­ses wei­che Licht das Geld wert.

Doch genug von den tech­ni­schen Daten. Wie sehen die Fotos aus? Ich habe mit dem Model Daniel eini­ge Testfotos drau­ßen gemacht:


Das Foto habe ich mit mei­nem Canon 24–70mm f2.8-Objektiv * gemacht bei 52mm, ISO 200 und 1/80 Sekunde und Blende 3,5.


Gleiches Objektiv, aber bei 62mm, ISO 100, Blende 3,5 und 1/160 Sekunde Belichtungszeit.

Durch die sehr gleich­mä­ßi­ge, schat­ten­freie Ausleuchtung ist der Roundflash wie geschaf­fen für Stockfotos. Was Fotografen immer wie­der inter­es­siert, ist der Lichtreflex in den Augen. Der sieht beim Ray Flash wegen der gerin­gen Leuchtfläche meist etwas mick­rig aus. Beim Roundflash hin­ge­gen ist er per­fekt rund. Hier eine kom­plett unbe­ar­bei­te­te Aufnahme aus der Kamera in 100%-Ansicht:


Wer ganz gen­au hin­schaut, erkennt, dass es links und rechts einen mini­ma­len Helligkeitsabfall gibt, wäh­rend die Lichtwirkung oben und erstaun­li­cher­wei­se auch unten fast gleich stark ist. Das wird erreicht durch ein raf­fi­nier­tes System mit reflek­tie­ren­dem Material im Inneren.

Roundflash und Ray Flash im Direktvergleich

Nachdem ich bei­de Blitzaufsätze getes­tet habe, sind mir eini­ge Vor- und Nachteile der jewei­li­gen System auf­ge­fal­len.

Im Vergleich zum Ray Flash sind die Vorteile des Roundflash ganz klar die deut­li­ch grö­ße­re Leuchtfläche, die in einem noch wei­che­ren Look als beim Ray Flash resul­tiert. Dadurch sieht auch der Lichtreflex in den Augen viel schö­ner aus.

Durch den etwas fle­xi­ble­ren Aufbau im Gegensatz zum star­ren Plastik des Ray Flash ist ein Blitz für mehr Kamera/Blitz-Kombinationen nutz­bar. Ein wei­te­rer Pluspunkt: Ganz knapp funk­tio­niert bei mir sogar der Blitzaufbau mit einem MiniTT1*-Funkauslöser zwi­schen Kamera und Blitz, was vor allem die Strobisten unter Euch in hel­le Freude ver­set­zen dürf­te, denn so sind Blitzaufbauten mit dem Roundflash und wei­te­ren ent­fes­sel­ten Blitzen mög­li­ch; kabel­los und ohne Steckdose!

Allerdings gibt es auch eini­ge Nachteile: Im Gegensatz zum Ray Flash, der nur auf­ge­steckt wer­den muss, fällt beim Roundflash eine kur­ze Aufbau- und Abbau-Zeit an. Vor allem drau­ßen (Waldboden oder Sandstrand) kön­nen die klei­nen Befestigungsstreben beim Umbau auch leicht ver­lo­ren gehen, wes­halb gleich eine zusätz­li­che Strebe mit­ge­lie­fert wird. Der Abbau ist etwas gewöh­nungs­be­dürf­tig. Er funk­tio­niert ähn­li­ch wie bei vie­len run­den Reflektoren, die mehr­fach in sich ver­dreht wer­den. Wer sich da nicht traut, mal beherzt zuzu­pa­cken, wird eine Weile rum­fum­meln. Wer voll­kom­men ver­zwei­felt, fin­det hier Hilfe. Wenn er jedoch ver­staut ist, ist er leich­ter und fle­xi­bler, wäh­rend der Ray Flash durch das Plastik sper­rig ist.

Durch den gro­ßen Durchmesser wird der Roundflash an win­di­gen Tagen gut durch­ge­schüt­telt und dann kos­tet es schon etwas Kraft, die Kamera zu hal­ten. Aber alle­mal bes­ser als dar­auf ach­ten zu müs­sen, dass einem Blitzkopf und Stativ umfal­len. Der aus mei­ner Sicht größ­te Nachteil besteht jedoch dar­in, dass die Kommunikation mit dem Model durch den Roundflash stark ein­ge­schränkt ist. Wie ihr am Bild oben sehen könnt, muss das Model in eine gro­ße run­de wei­ße Scheibe mit einem klei­nen Objektiv in der Mitte schau­en. Vor allem wenn sich Model und Fotograf noch nicht gut ken­nen, kann das blöd sein. Wer mit dem Roundflash hin­ge­gen Makroaufnahmen oder Stills foto­gra­fie­ren will, den soll­te das nicht stö­ren.

Sowohl Ray Flash als auch der Roundflash sind durch ihre unge­wöhn­li­che Form bzw. Größe drau­ßen ein ech­ter Hingucker. Das kann man cool fin­den, weil einen die Leute als Fotograf ern­st neh­men oder stö­rend fin­den, wenn alle gaf­fen, wie man das Model foto­gra­fiert. Sucht es euch aus.

Von der Lichtqualität hat für mich der Roundflash auf jeden Fall die Nase vorn, beim Handling ist der Ray Flash hin­ge­gen schnel­ler und beque­mer.

Welche Lichtformer benutzt ihr am liebs­ten und wel­che Vor- und Nachteile haben sie für euch?

* Affiliate-Link

Tutorial für Blitzaufbau bei Portraits (Hip Hop Look)

Vor paar Wochen saß ich mit dem Fotografen Luis Alvarez in einer schi­cken Bar in Berlin-Mitte, die unge­lo­gen einen Laptop-Besucher-Ratio von fast 1:1 hat­te.  Luis foto­gra­fiert exklu­siv für istock­pho­to und Getty Images und schreibt den sehr emp­feh­lens­wer­ten Blog vela-photo.com, in dem er Bildaufbau-Tutorials, Analysen zur Stockfotografie und vie­les mehr ver­öf­fent­licht.

Wir woll­ten was zusam­men machen und haben uns über­legt, dass Luis einen Gastartikel schrei­ben kön­ne. Da sein Blog in eng­li­sch gehal­ten ist, gibt es dies­mal hier sein aktu­el­les Tutorial für den Blitzaufbau bei Portraits auch in deut­sch.

Viel Spaß beim Lesen! (ab jetzt schreibt Luis)

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Neulich war ein Freund von mir in Berlin zu Besuch. Er kommt ursprüng­li­ch aus Los Angeles und es hat nicht lan­ge gedau­ert, bis ich ihn über­zeu­gen konn­te, für mich zu modeln! Das Shooting war beson­ders inter­es­sant, weil wir wenig Zeit hat­ten und ich eini­ge Lichtaufbauten aus­pro­bie­ren woll­te.

Das Ergebniss ist eine Serie von Portraits, jedes ein biss­chen anders.

Ich möch­te gern mit euch vier der Licht-Einstellungen tei­len und zei­gen, wie jede Variation auf ein Bild wirkt.

Ein Blitz

Das ers­te Portrait wur­de mit nur einem Blitz gemacht. Der Hintergrund war grau. In mei­nem Studio arbei­ten wir nur mit Profoto und ich hab dafür ein Profoto Beauty Dish mit Glas-Deflektor und Waabe genutzt (Ich hab kei­nen Affiliate-Kontakt zu Profoto, die Links die­nen ledig­li­ch der Information, so dass ihr wisst, was ich gen­au genutzt habe). Das Beauty Dish habe ich über dem Model rechts (also links vom Fotografen) posi­tio­niert.

100mm, f8, 1/160s

Dank des höhe­ren Winkels, aus dem das Licht kommt, sind vie­le Schatten zu sehen, was einen sehr dra­ma­ti­schen Look ergibt. Der Glas-Deflektor sorgt dafür, dass das Licht ungleich auf das Model fällt und mehr Drama erzeugt. Das funk­tio­niert sehr gut für ern­s­te Porträts.

Licht Setup: Ein Blitz

Zwei Blitze

Das ers­te Bild ist dun­kel und ern­st. In der nächs­ten Variante woll­te ich den Hintergrund beleuch­ten.

Dafür habe ich einen nor­ma­len Profoto Zoom Reflektor mit Waabe auf den Hintergrund gerich­tet.

100mm, f7.1, 1/160s
100mm, f7.1, 1/160s

Man sieht sofort den grau­en Hintergrund, wo vor­hin nur schwarz zu sehen war. Das gibt dem Bild mehr Tiefe, weil das Model vom Hintergrund getrennt wird.

Das nächs­te Bild wur­de mit gen­au den glei­chen Einstellungen gemacht. Ich habe nur leicht den Winkel des Beauty Dishes geän­dert. Ihr seht, dass das Licht haupt­säch­li­ch auf den Kopf und den Oberkörper fällt. Der Hintergrund-Blitz wirkt bei dem Bild sehr gut!

100mm, f9, 1/160s

Licht Setup: Zwei Blitze

Vier Blitze

Das Setup mit zwei Blitzen ist schön. Aber um den ech­ten „Rapper Look“ zu bekom­men, möch­te ich das Model vom Hintergrund noch mehr tren­nen und dem Bild mehr Dimension geben. Die kriegt man mit Licht von hin­ten. Ich habe zwei Profoto Strip Lights hin­zu­ge­fügt, ein­mal links und rechts hin­ter dem Model. Ich habe auch die Hintergrundfarbe geän­dert, Lila ist viel leben­di­ger. Das Beauty Dish habe ich dies­mal direkt vor dem Model und über der Kamera plat­ziert, so sind die Schatten viel sym­me­tri­scher, was bes­ser zum Konzept passt.

100mm, f9, 1/160s

Die klei­ne Sternchen habe ich mit Photoshop gemacht, das ist einer der Pinsel, die ab CS2 stan­dard­mä­ßig dabei sind.

Licht Setup: 4 Blitze

Fünf Blitze (Vier Blitze und ein Ringblitz)

Meine letz­te Variation gibt dem Bild viel mehr Bling und Glamour, in dem ich einen Profoto Ringblitz mit Reflektor nut­ze. Ringblitze wir­ken immer gut auf Bildern, die wer­den sofort leben­dig und gla­mou­rös! Für die­se Einstellung blei­ben alle ande­re Blitze unver­än­dert.

100mm, f9, 1/160s

Ihr merkt, dass das Ringblitz ein­heit­li­ch das gan­ze Model beleuch­tet, von der Hose bis zum Kopf. Die Qualität des Lichtes ist sehr unter­schied­li­ch im Vergleich zu den ande­ren Blitzen. Ringblitze pro­du­zie­ren ein­zig­ar­ti­ges Licht, sehr beliebt in der HipHop-Szene.

Licht Setup: 5 Blitze


Ich hof­fe, die ver­schie­de­nen Licht-Diagramme waren hilf­reich und haben euch gezeigt, wie man mit mehr und mehr Licht das Bild beein­flus­sen kann! Ich emp­feh­le jedem, erst­mal klein anzu­fan­gen und mit der Zeit immer mehr Licht zu nut­zen, um beson­de­re Bilder zu pro­du­zie­ren.

Welches Licht nutzt ihr? Und wie sehen die Bilder aus?

Ich wer­de dem­nächst die Photoshop-Datei vom vor­letz­ten Bild auf mei­nem Blog ver­öf­fent­li­chen. So könnt ihr sehen, wie viel man mit Photoshop noch ändern kann!

Luis Alvarez