Tipps für Stockfoto-​Trends von Getty Images

Die füh­ren­de Bildagentur welt­weit, Getty Images, beschäf­tigt gan­ze Herrscharen von Mitarbeitern allein für das Erforschen von neu­en visu­el­len Trends. Dabei wer­den zum Beispiel unzäh­li­ge Werbeanzeigen aus­ge­wer­tet, die Suchwörter der Bildagentur ana­ly­siert und Interviews mit Bildkäufern geführt.

Für die­sen Aufwand lässt sich Getty Images gut bezah­len und ver­langt für den Download eines ihrer bei­den MAP Reports (Make A Picture Report) 750 US-​Dollar. Aber es geht auch güns­ti­ger. Zum einen gibt es auf der Webseite des MAP-​Reports vier kos­ten­lo­se Auszüge zum Runterladen.

Außerdem gibt es den lesens­wer­ten MAP Report zum Thema „Risky Business“ mit 52 Seiten als PDF hier gra­tis als Download für alle, die sich kos­ten­los regis­trie­ren las­sen.

Neu ist übri­gens die Zusammenarbeit von Getty Images mit der Marktforschungsfirma Yankelovich Research. Als ers­tes Ergebnis gibt es hier kos­ten­los drei Reporte zu den Bildertrends „Helden“, „Selbstdiagnose“ und „Microsizing“ zu lesen.

Rezension: „Fotos sehen, verstehen, gestalten“ von Martin Schuster

Ab und zu rezen­sie­re ich Bücher, wel­che für Stockfotografen inter­es­sant sein könn­ten. Heute wid­me ich mich einem Buch, wel­ches auf den ers­ten Blick kaum etwas mit dem Foto-​Business oder der Stockfotografie zu tun hat.

Nach dem Lesen bin ich jedoch so begeis­tert, dass ich eines schon ver­ra­ten kann: Dieses Buch soll­te zur Pflichtlektüre für pro­fes­sio­nel­le Fotografen wer­den!

Der Kölner Psychologieprofessor Martin Schuster beschäf­tigt sich in sei­nem Buch „Fotos sehen, ver­ste­hen, gestal­ten“ mit der Psychologie, die hin­ter Fotos steht. Warum foto­gra­fie­ren wir? Wie ver­än­dert die Fotografie unse­re Wahrnehmung? Wie wir­ken Fotos auf Instinkte? Wie ver­än­dert die Portraitfotografie unse­re Selbstwahrnehmung?

Antworten zu die­sen und viel mehr Fragen lie­fert das Buch. Prof. Dr. Schuster gibt gleich am Anfang zu beden­ken, dass die Fotopsychologie noch in den Kinderschuhen ste­cke. Trotzdem fin­den sich vie­le Aha-​Erlebnisse, Thesen zum Nachdenken und für Stockfotografen sogar auch eini­ge prak­ti­sche Tipps.

Obwohl das Werk wis­sen­schaft­lich fun­diert ist, liest sich das Buch ein­fach und flüs­sig und oft erwi­sche ich mich dabei, wie ich durch Schusters Erklärungen mir bekann­te Phänomene bes­ser ver­ste­he.

Hier mal eini­ge Stichpunkte, die ich mir beim Lesen gemacht habe:

  • Die Wahrnehmung des mensch­li­chen Auges ent­spricht unge­fähr einem Foto mit der Belichtungszeit von 1/​125 sek (S. 33). Zusammen mit dem Wissen, dass das 50mm-​Objektiv am ehes­ten dem Blickwinkel unse­rer Augen ent­spricht, kön­nen wir mit die­ser Kombination ver­su­chen, sehr natür­lich anmu­te­ne Fotos zu machen.
  • Der gekrümm­te Augapfel könn­te der grund dafür sein, dass wir bei hohen Gebäuden kei­ne stür­zen­den Linien wahr­neh­men (S. 31).
  • Erst als in der Fotografie mit ihrer Momentaufnahme Unschärfe zu einem ‚Merkmal‘ beweg­ter Objekte wur­de, konn­te die Unschärfe als Bewegungsvisualisierung, als Metapher für Bewegung, ver­wen­det wer­den“ (S 33).
  • Je grö­ßer ein Foto zu sehen ist, des­to wich­ti­ger ist die Komposition. Der Grund dafür ist, dass bei einem klei­nen Foto alle Bildbestandteile sofort vom Auge erfasst wer­den kön­nen. Erst bei grö­ße­ren Formaten ist es mög­lich und not­wen­dig, durch eine gelun­ge­ne Komposition den Blick des Betrachters zu len­ken (S. 24).
  • Die Einstellung der Menschen zum Fotografiert-​Werden ändert sich mit der jewei­li­gen Rechtslage (S. 12).
  • Mit schö­nen Fotos fin­den Menschen Anerkennung: „Wer dem ande­ren die Welt ’schön‘ machen kann, indem er an neu­er Stelle Schönheit ent­deckt, kann sel­ber eine schö­ne Seele rekla­mie­ren, kann für die­se Dienstleistung Anerkennung und Bewunderung ein­for­dern“ (S. 42).
  • Allerdings, so hat sich gezeigt, unter­schei­det sich ech­tes, erfreu­tes Lächeln durch eine Einbeziehung der Augenregion von künst­li­chem, auf­ge­setz­tem Lächeln“ (S. 119)
  • Streicheln, Füttern, Verstecken und Händehalten sind ritua­li­sier­te Signale einer fried­vol­len Stimmung, die Schutz und Sicherheit sug­ge­riert (S. 119).
  • Glück auf Fotos ent­steht durch den Kontrast mit Unglück: „Ein aus­ge­wo­ge­ner Rückblick aller­dings – auf Erfolge und Misserfolge – stellt die schö­nen Erlebnisse in den – auch in der Realität vor­han­de­nen – Kontrast, der sie erst rich­tig freu­dig macht“ (S. 235).

Stockfotografen auf­ge­passt, hier ein beson­ders hilf­rei­cher Praxistipp:
Wie errei­che ich einen spon­ta­nen Ausdruck im Gesicht mei­nes Models?

  • Das Model bit­ten, eine Geschichte oder einen Witz zu erzäh­len.
  • Das ers­te Auslösen des Fotoapparats vor­täu­schen, um danach den ent­spann­ten Gesichtsausdruck ein­zu­fan­gen.
  • Das Model steht mit dem Rücken zum Fotografen und dreht sich auf Zuruf um.
  • Das Model wird über­rascht.

Insgesamt ist das Buch eine Lektüre, wel­che mein bis­he­ri­ges Verständnis von Fotografie stark erwei­tert hat und von der ich mer­ke, dass ich dadurch mei­ne Umgebung noch inten­si­ver beob­ach­te.

Fazit: Eine ver­ständ­lich geschrie­be­ne Pflichtlektüre für alle Fotografie-​Interessierte mit vie­len Aha-​Erlebnissen.

Bisherige Rezensionen:
Mit eige­nen Fotos Geld ver­die­nen“ von Lee Frost

Teil 3: Fotos von Bildagenturen in Maxi, Celebrity, Ökotest, emotion, Frau im Trend

Wer die “Einleitung: Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften” schon gele­sen hat, kann nach dem Foto wei­ter­le­sen, ansons­ten emp­feh­le ich, sich dort einen Überblick zu ver­schaf­fen.

Wieviel Fotos sind von wel­chen Bildagenturen in Zeitschriften vor­han­den? Weiter geht es hier im drit­ten Teil:

Zeitschrift: Maxi
Untertitel: kei­ner
Ausgabe: Juni 2008
Erscheinungsweise: monat­lich
Preis: 2,20 Euro
Zeitschriftenthema: Mode/​Kultur/​Schönheit/​Liebe
Größe der Bildredaktion: Drei Personen (Leiterin: Sybille Scharmann)
Verlag: Heinrich Bauer Verlag KG

Wir fan­gen lang­sam an und fin­den in die­ser Ausgabe nur 14 Fotos von 10 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
In der Maxi fin­den sich sehr vie­le Mode/​Beauty-​Fotostrecken, die wie so oft meist Auftragsarbeiten sind. Auch die meis­ten der ande­ren Bilder sind Auftragsfotos und so fin­den sich selbst von den Platzhirschen der Branche nur eins bis zwei Fotos.

Zeitschrift: Celebrity
Untertitel: Stars, Styles und Storys
Ausgabe: März 2008
Erscheinungsweise: monat­lich
Preis: 2,60 Euro
Zeitschriftenthema: Celebrity/​Mode/​Beauty
Größe der Bildredaktion: Drei Personen (Art Director: Michael Weies)
Verlag: Marquard Media AG

Diese Ausgabe der Celebrity wir­belt die Gesamtstatistik stark durch­ein­an­der. Es fin­den sich 155 Fotos von 24 Bildagenturen im Heft, davon ent­fal­len aber 67 Fotos (ca. 43%) auf die Agentur Action Press. Übrigens ist Petra Gessulat die Chefredakteurin, bekannt durch Germany’s Next Topmodel, die auch der deut­schen Cosmopolitan vor­steht.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Bei einem Heft, wel­ches sich vor allem mit „Stars & Styles“ beschäf­tigt, über­rascht die hohe Zahl der Bildagenturen nicht, die sich auf Promi-​Fotos spe­zia­li­siert haben. Am Ende des Beitrags gibt es einen Hinweis des Fotografen Tom Rohwer, der die hohe Anzahl der Action Press-​Fotos viel­leicht etwas erklärt. Die Benennung der Fotos im Sturz ist dürf­tig, aber für die Auswertung aus­rei­chend. Es wer­den auch vie­le kos­ten­lo­se Promotionfotos benutzt, vor allem von Kleidung und Schmuck. Einige der Getty-​Fotos schei­nen eben­falls von Wireimage zu sein (Wireimage/​Getty).

Zeitschrift: Ökotest
Untertitel: Richtig gut leben
Ausgabe: März 2008
Erscheinungsweise: monat­lich
Preis: 3,50 Euro
Zeitschriftenthema: Umwelt/​Verbraucherberatung
Größe der Bildredaktion: Drei Personen
Verlag: Öko-​Test Verlag GmbH

Diese Zeitschrift ist die ers­te, bei der die Nutzung von Fotos Bauchschmerzen berei­tet. 29 Fotos kom­men von 7 Bildagenturen bzw. Gratisarchiven wie Photocase, dar­über hin­aus gibt es aber sehr vie­le kos­ten­lo­se Promo-​Fotos und auch vie­le Fotos ohne Bildcredit.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Wer sich die Webseiten der Agenturen ansieht, merkt schnell, dass Ökotest kaum Geld für Fotos aus­gibt. Neben den bil­li­gen bis kos­ten­lo­sen Bildarchiven bedient sich das Heft auch sehr häu­fig bei Firmen, um kos­ten­lo­se Fotos zu bekom­men. So fin­den sich Bilder der DAK, Klosterfrau, AOK oder BP im Heft, auch bei Testberichten. So wird der Test über Baumärkte mit Fotos illus­triert, die Hornbach, Praktiker, Bauhaus und Obi bereit­ge­stellt haben.
Schlimmer ist aber, dass es etli­che Fotos im Heft gibt, vor allem ganz­sei­ti­ge Bilder, die kei­ne erkenn­ba­ren Bildcredits haben, es also voll­kom­men unklar ist, wo die Fotos her­kom­men. Für ein Verbrauchermagazin sicher nicht die trans­pa­ren­tes­te Herangehensweise.

Zeitschrift: emo­ti­on
Untertitel: Persönlichkeit Partnerschaft Psychologie
Ausgabe: März 2008
Erscheinungsweise: monat­lich
Preis: 3,80 Euro
Zeitschriftenthema: Psychologie/​Partnerscharft
Größe der Bildredaktion: Vier Personen
Verlag: Burda Senator Verlag GmbH

Hier heißt es Klasse statt Masse: 36 Fotos von 12 Bildagenturen, mit dabei die teu­ers­ten Agenturen, aber auf Platz Drei wie­der die Microstock-​Agentur foto­lia.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Die emo­ti­on nutzt neben den Agenturfotos vie­le Auftragsfotos und Illustrationen. Die Informationen im „Sturz“ sind sehr aus­führ­lich. Es sind eini­ge Fotos von Museen ver­tre­ten, die ich nicht zäh­le, da sie nicht zu denen gehö­ren, die eige­ne Bildarchive zur kom­mer­zi­el­len Nutzung eta­bliert haben.

Zeitschrift: Frau im Trend
Untertitel: Die aktu­el­le Info-​Illustrierte
Ausgabe: 19/​2008
Erscheinungsweise: wöchent­lich
Preis: 0,70 Euro
Zeitschriftenthema: Mode/​Rezepte/​Beauty/​Prominente/​Ratgeber
Größe der Bildredaktion: Zwei Personen
Verlag: Burda Senator Verlag GmbH

Nun mal wie­der eine Zeitschrift, die zig Agenturen in ihr Heft lässt: 96 Fotos von 46 Agenturen fin­den sich in der unter­such­ten Ausgabe, es domi­nie­ren die RM-​Agenturen, aber auch die Microstock-​Agentur foto­lia ist ganz oben mit dabei.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Die bei­den „Agenturen“ „Lisa Food“ und „Lisa Blumen“ sind kei­ne Bildarchive im eigent­li­chen Sinne, son­dern hier wur­de wahr­schein­lich Bildmaterial der gleich­na­mi­gen Zeitschriften genutzt, wel­che im sel­ben Verlag erschei­nen. Bei „Springer Pics“ bin ich mir nicht sicher, ich ver­mu­te aber, dass das Bildmaterial des Axel Springer Verlags ist.

Zum Schluss wie­der eini­ge klei­ne Zahlenspiele:
Mittlerweile tum­meln sich in mei­ner Tabelle 129 Bildagenturen, die den bis­he­ri­gen Zeitschriften zusam­men 987 Fotos gelie­fert haben. Davon haben ca. 55% nur ein bis zwei Fotos bei­getra­gen. Die fünf häu­figs­ten Bildagenturen sind nun (in die­ser Reihenfolge) Action Press, Getty Images, Corbis, InterTopics und Bulls Press. Zusammen sind sie für knapp 40% der Archivfotos ver­ant­wort­lich. Auf Platz sechs folgt übri­gens mit Mauritius die ers­te deut­sche Bildagentur.

Anmerkung des Fotografen Tom Rohwer zu mei­ner Vorgehensweise:

Auftragsfotos (z.B. oft Modestrecken) wer­den nicht gezählt“ – Das ist nicht unpro­ble­ma­tisch – so man­ches, was als Credit „action press“ hat, stammt nicht aus dem Archiv oder dem täg­li­chen Angebot, son­dern ist Auftragsarbeit. Wie alle gro­ßen Presse-​Fotoagenturen (Gamma, Sipa, Magnum, Contact etc.pp.) machen auch action press-​Fotografen über die Agentur Auftragsarbeiten für Redaktionen.

Das erklärt viel­leicht die unge­wöhn­lich hohe Zahl der Action Press-​Fotos in der „Celebrity“. Allerdings zäh­le ich die­se Fotos trotz­dem mit, da es aus den Bildcredits eben nicht erkenn­bar ist, ob das Foto aus dem Archiv von Action Press stammt oder ein Auftrag war und außer­dem auch in die­sem Fall der Fotograf bei die­ser Agentur einen Vorteil hat, wenn er über sie einen Auftrag erhält.

Übersicht der Marktanalyse:

Blogparade: Vermeidbare Fehler beim Fotografieren

… und was ich dar­aus gelernt habe.

Auf Fotografr läuft gera­de eine Blogparade, in der Fotografen von eini­gen Fehlern berich­ten. Daran kann ich mich lei­der eben­falls betei­li­gen.

Vor einer Weile hat­te ich ein Shooting, bei der mein Model unter ande­rem ein blau­es Hemd trug. Leider haben wir bei­de wäh­rend des Shootings nicht gemerkt, dass ein Hemdknopf offen war. Auch wäh­rend der vier Tage Bildbearbeitung, die ich mit den Fotos ver­brach­te, fiel mir das nicht ins Auge.

Erst nach­dem alle Fotos an die Agenturen gelie­fert waren, mach­te mich das Model und unab­hän­gig davon ein Leser mei­nes Blogs dar­auf auf­merk­sam.

Das war sehr ärger­lich, da ich mir ansons­ten nach jedem Kleidungswechsel Zeit neh­me, ein Testfoto in der 100%-Ansicht auf dem Kameradisplay anzu­schau­en, bevor ich rich­tig los­le­ge. Einmal ver­ges­sen und gleich zusam­men­ge­rech­net zig feh­len­de Knöpfe auf den Bildern.

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