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Drei Jahre Microstock – Meine Umsätze und Erfahrungen

Seit insgesamt drei Jahren verkaufe ich mittlerweile Fotos im Microstock-Bereich. Darüber habe ich nach einem Jahr und nach zwei Jahren schon einen Rückblick geschrieben.

Auch diesmal will ich wieder auswerten, wie sich mein Portfolio und meine Umsätze entwickelt haben. Wie die letzten Male auch werde ich bei meinem dritten Rückblick nur über die fünf führenden Microstock-Agenturen berichten, also istockphoto*, Fotolia*, Shutterstock*, Dreamstime* und 123rf*. Als Ausgangswerte zähle ich die letzten zwölf Monate von Mai 2010 bis Juni 2011.

Portfolio-Größe

Wie viele Bilder habe ich bei welcher Agentur online? Hier die Bildagenturen sortiert nach Portfolio-Größe. Die Zahlen in Klammern sind die Werte von Mitte 2010, gefolgt von Mitte 2009.

  • Fotolia: knapp 4900 Dateien (2950 / 850)
  • 123rf: 3900 Dateien (2200 / 600)
  • Dreamstime: 3800 Dateien (2100 / 550)
  • Shutterstock: knapp 3800 Dateien (2000 / 650)
  • istockphoto: knapp 1350 Dateien (1100 / 500)

Durchschnitt: 3350 Bilder pro Agentur

Die gleiche Anzeige als Grafik zeigt, dass die Kurve nach einem schleppenden Start im ersten Jahr gerade nach oben geht. Nur istockphoto flacht deutlich ab, weil ich die Agentur seit November 2010 wegen des niedrigen Fotgorafenhonorars nicht mehr beliefere. Als umsatzstärkste Agentur bekommt Fotolia von mir manchmal exklusive Fotos, was sich in einem Vorsprung von ca. 1000 Bildern bemerkbar macht. Die Annahmequoten sind im Vergleich zum Vorjahr fast gleich geblieben, bei Interesse deshalb bitte dort nachlesen.

Umsätze

Kommen wir zum Punkt, der die meisten interessiert. Wie viel verdient man mit dieser Menge an Fotos? Ganz ordentlich:

In den letzten 12 Monaten habe ich pro Monat durchschnittlich folgendes verdient, sortiert nach Höhe der Einnahmen. Die Einnahmen habe ich für eine bessere Vergleichbarkeit in Euro umgerechnet. In Klammern dahinter der durchschnittliche Monatsverdienst des Jahres davor:

  • Fotolia: 2275 Euro pro Monat (908 Euro)
  • Shutterstock: 828 Euro pro Monat (354 Euro)
  • Dreamstime: 227 Euro pro Monat (93 Euro)
  • istockphoto: 164 Euro pro Monat (156 Euro)
  • 123rf: 88 Euro pro Monat (35 Euro)

Durchschnittliche Einnahmen pro Monat: 3582 Euro (im Vorjahr pro Monat: 1546 Euro)

Auch diese Zahlen habe ich hübsch grafisch für euch aufbereitet. Es sind zwei Dinge bemerkenswert. Zum einen sind die Einnahmen bei allen Bildagenturen um mehr als das Doppelte gestiegen, obwohl mein Portfolio nur um ca. ein Drittel gewachsen ist. Das kann entweder bedeuten, dass es immer noch genug neue Kunden gibt, die Microstock-Agenturen für sich entdecken oder die Belohnungssysteme der Bildagenturen für Fotografen mit mehr Verkäufen wirken sich wirklich so direkt auf die Einnahmen aus. Je mehr Verkäufe ein Fotograf erzielt, desto höher steigt er im Ranking und parallel dazu seine Honorarbeteiligung. Leider bin ich bei Shutterstock schon an der obersten Grenze angelangt, ich darf demnach im nächsten Jahr nur eine geringe Steigerung erwarten.

Der zweite bemerkenswerte Umstand ist, dass meine Einnahmen bei istockphoto immer noch sehenswert sind und vor allem nach einem Einbruch zum Jahresende hin wieder auf das Vorjahresniveau angestiegen sind – ohne frische Bilder im Portfolio:

Anreize
Die verschiedenen Bildagenturen haben unterschiedliche Systeme, um Fotografen zu motivieren und erfolgreiche Teilnehmer zu belohnen.

Bei istockphoto gibt es ein Ranking-System, gestaffelt nach Downloads. Je mehr Verkäufe ein Fotograf hat, desto höher steigt er im Rang. Das wiederum erlaubt den Fotografen, mehr Bilder pro Woche hochzuladen. Nach dem zweiten Jahr hatte ich den “Silber”-Status erreicht. Dann jedoch hat istockphoto ihr Ranking-System auf ein „Redeemed Credit“-System umgestellt, was für die meisten nicht-exklusiven Fotografen eine Honorarkürzung darstellte. Nach diesem System würde ich nie mehr als 16% erhalten statt wie bisher 20%.

Fotolia staffelt das Ranking ebenfalls nach Downloads. Mit jeder Ranking-Stufe gibt es mehr Geld beim Verkauf und der Fotograf kann auf Wunsch höhere Verkaufspreise einstellen. Kurz nach Ende des zweiten Jahres hatte ich den “Gold”-Status errreicht, jedoch wurden im Januar die Honorare gesenkt, was für mich wieder 31% des Verkaufspreises bedeutete. Vor paar Wochen jedoch stieg ich in den Smaragd-Rang auf und erhalte damit 37%.

Das Anreiz-System bei Shutterstock ist anders. Anfangs bringt jedes verkaufte Foto dem Fotografen 0,25 US-Dollar. Wer mehr als 500 US-Dollar eingenommen hat, bekommt danach pro Verkauf 0,33 USD, bei mehr als 3000 USD Umsatz dann 0,36 USD pro Verkauf. Nach insgesamt 10.000 USD Verkaufserlösen bekommt man 0,38 USD pro Verkauf. Diese Hürde habe ich schon Ende 2010 genommen und verharre hier auf hohem Niveau.

Noch einen anderen, sehr sympathischen, Weg geht Dreamstime. Je häufiger ein Foto verkauft wurde, desto teurer wird es. Mittlerweile habe ich fünf Fotos im vierten Level und 83 Bilder im dritten Level. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte ich keine Bilder im vierten und nur 17 im dritten Level.

123rf hat meines Wissens nach kein Anreiz-und Belohnungsystem.

Ziele
Letztes  Jahr hatte ich mir Ziele gesetzt, die ich bis heute erreichen wollte. Ich wollte bei jeder Agentur mindestens 3000 Bilder, bei istockphoto 2000 Bilder online haben. Bis auf istock habe ich das deutlich übertroffen. Bei den Agenturen Fotolia und Shutterstock, die auch Videos annehmen, wollte ich mindestens 150 Videos online haben. Das Ziel habe ich leider knapp verfehlt. Außerdem wollte ich pro Monat über 2000 Euro Umsatz mit allen fünf Agenturen erzielen, auch das habe ich locker erreicht. Letzte Ranking-Stufe bei Shutterstock? Geschafft. Smaragd bei Fotolia? Geschafft. Bei Dreamstime 10 Bilder im vierten Level und 50 im dritten? Nicht ganz geschafft.

Jetzt ist es Zeit für neue Ziele: Bei den vier aktiv belieferten Agenturen will ich nach einem Jahr 5500 Dateien online haben, bei Fotolia 7000. Pro Monat will ich im nächsten Jahr mindestens 5000 Euro pro Monat mit den genannten Agenturen verdienen. Die nächste Ranking-Stufe Saphir werde ich bei Fotolia in einem Jahr sicher nicht erreichen. Aber 60.000 Ranking-Punkte sollten schon drin sein.

Mitmachen
Wer jetzt Lust bekommen hat, sein eigenes Experiment zu wagen, kann sich über folgende Affiliate-Links bei den Bildagenturen anmelden:

Wie sehen Eure Ergebnisse im Microstock-Bereich aus? Wie habt ihr Euch im letzten Jahr verbessert?

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