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Tutorial: Blauen Himmel erzeugen in Photoshop

Letzten Monat habe ich in die­ser 50. Folge von „Pimp My Stock!“ die Fotos von Stefan vor­ge­stellt und eini­ge auch etwas ver­bes­sert.

Marcus wie­der­um hat­te in den Kommentaren gefragt, wie genau ich bei die­sem Bild den Himmel blau gefärbt und den Lens Flare ein­ge­fügt habe.

Vorher/Nachher

Deshalb gibt es heu­te ein kur­zes Einsteiger‐Tutorial genau dazu.

Himmel blau färben in Photoshop

  1. In Adobe Photoshop CC* habe ich den Himmel mit dem Zauberstab‐Werkzeug (Tastaturkürzel: W) mar­kiert. Ggf. muss je nach Ausgangsmaterial der Wert für „Toleranz“ geän­dert wer­den, bei mir lag er bei 5 Pixel. Die Funktion „Benachbart“ ist aktiv.
    Schritt 1: Himmel mar­kie­ren.

    Je nach Himmel ist manch­mal auch das Schnellauswahl‐Werkzeug hilf­rei­cher.

  2. Danach oben auf „Auswählen und mar­kie­ren“ kli­cken, um die Kante etwas zu opti­mie­ren. Ich habe zum Beispiel die Kantenerkennung auf ca. 10 Pixel gesetzt, 2 Pixel „wei­che Kante“ ein­ge­stellt und die Kante ca. +3% ver­scho­ben. Je nach Himmel muss man hier etwas ande­re Werte ver­wen­den. Es ist wich­tig, hier etwas Vorsicht wal­ten zu las­sen, weil von die­sem Schritt abhängt, wie gut das Endergebnis aus­se­hen wird.
  3. Das Verlaufswerkzeug (G) aus­wäh­len und oben rechts neben dem Verlauf das nach unten zei­gen­de Dreieck kli­cken (lin­ker Pfeil im Screenshot). Falls ihr kei­nen pas­sen­den Farbverlauf von Blau zu Transparent habt, rechts auf das Zahnrad kli­cken (rech­ter Pfeil im Screenshot) und „Einfache Verläufe“ wäh­len und dann den „Blau zu weiß“-Verkauf ankli­cken.

  4. Kopiert euch die­sen Verlauf, indem ihr mit der rech­ten Maustaste raufklickt, auf „Neuer Verlauf“ klickt und einen neu­en Namen ver­gebt (wie „Blau zu trans­pa­rent“). Diesen Verlauf dann ankli­cken und oben links auf den Verlauf kli­cken. Nun könnt ihr die­sen ver­än­dern.Klickt oben links (sie­he Pfeil im Screenshot) auf das Quadrat und ändert unten die Deckkraft auf 0% (sie­he Pfeil). Wenn ihr wollt, könnt ihr rechts unten im blau­en Quadrat auch den Blauton ver­än­dern. OK kli­cken.
  5. Neue Ebene erstel­len (Strg+Umschalt+N).
  6. Auf die neue Ebene gehen (die Markierung soll­te immer noch aktiv sein) und mit dem eben­falls noch akti­ven Verlaufswerkzeug eine Linie zie­hen, die den ori­gi­na­len Verlauf des Himmels nach­zeich­net. Je nach Länge der Linie ändert sich die Weichheit des Verlaufs und die Stärke des Blaus, ggf. müsst ihr es also mehr­mals pro­bie­ren, bis euch eine Variante gefällt.

    Linie des Verlaufswerkzeugs
  7. Jetzt noch die Ebene auf den Ebenenmodus „Multiplizieren“ set­zen und die Deckkraft auf ca. 80% (kann vari­iert wer­den), sie­he Screenshot.Das Bild müss­te dann aktu­ell unge­fähr so aus­se­hen:

Lens Flare einfügen

Nun fügen für den „Lens Flare“ ein. Ein „Lens Flare“ ist ein Bildfehler, bei dem Licht durch das Objektiv fällt. Das wird eigent­lich oft ver­sucht zu ver­mei­den, aber wenn es dezent und bewusst ein­ge­setzt wird, kann es dem Bild etwas Natürlichkeit und mehr Frische ver­lei­hen.

Nachträglich hin­zu­ge­fügt haben wir über den „Lens Flare“ auch mehr Kontrolle aus direkt beim Fotografieren. Der Lichtfall soll­te aber unge­fähr mit der Lichtsituation bei der Aufnahme über­ein­stim­men, sonst wirkt es komisch.

Es gibt ver­schie­de­ne Quellen für Lens Flares. Zum Beispiel gibt es von RAWexchange das Set „Echte Lens Flares“* oder „Freenlens Flares“* zu kau­fen, die auch kom­mer­zi­ell und für Stockfotos genutzt wer­den dür­fen. Von Krolop & Gerst gibt es eben­falls die­se tol­len Lens Flares zu kau­fen oder in abge­speck­ter Form auch als Gratis‐Variante.

  1. Ich wäh­le den Lens Flare 203 von Krolop & Gerst und zie­he ihn per „Drag & Drop“ auf mei­ne offe­ne Photoshop‐Datei.
    Gewählter Krolop & Gerst Lens Flare 203 als neue Ebene

     

  2. Die neue Flare‐Ebene wird auf den Ebenenmodus „nega­tiv mul­ti­pli­zie­ren“ gesetzt und sieht dann so aus:
  3. Dann erstel­len wir auf die­ser Ebene eine neue Ebenenmaske (Ebenen/Ebenenmaske/Alles ein­blen­den) an und legen einen Schwarz‐Weiß‐Verlauf (sie­he Schritt 3 oben) auf die Ebenenmaske, um den Effekt oben rechts im Bild etwas abzu­mil­dern. Fertig:

Ich muss zuge­ben, ich hat­te im Original auf die Schnelle eine ande­re Lens‐Flare‐Datei gewählt, aber ich habe sie spon­tan nicht mehr gefun­den. Ist aber egal, weil jeder Lens Flare leicht anders wirkt und man ruhig ver­schie­de­ne aus­pro­bie­ren kann. Ihr seht, dass ich einen Lens Flare gewählt habe, wo die hells­te Stelle rechts in der unte­ren Hälfte ist, genau da, wo auch im Ausgangsbild der hells­te Himmelbereich ist. So wirkt der Flare am authen­tischs­ten.

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Rezension: Make Up Basics mit Femke Schuh und Patrick Ludolph (mit Verlosung)

Eine Frage, die mir häu­fig gestellt wird, lau­tet: „Arbeitest Du lie­ber mit Visagistin oder wie machst du das mit dem Schminken?

Meist las­se ich das die Models selbst machen, weil es ers­tens güns­ti­ger ist und zwei­tens logis­tisch ein­fa­cher ist, nicht immer eine ver­füg­ba­re Visagistin mit­bu­chen zu müs­sen.

Make Up Basics
Einige mögen den­ken: Wozu schmin­ken? Kann man doch alles in Photoshop machen! Theoretisch ja, auch prak­tisch, aber bei zig bis eini­gen hun­dert Bildern pro Shooting kann das in einen Mehraufwand von Stunden bis Tagen mün­den, der sich leicht ver­mei­den lie­ße, wenn die Models vor dem Shooting rich­tig geschminkt wer­den. Dazu kommt, dass sich gut geschmink­te Models auch bes­ser und selbst­be­wuss­ter füh­len und sich die­se posi­ti­ve Ausstrahlung auf die fer­ti­gen Fotos über­trägt.

Wenn sich mei­ne Models selbst schmin­ken sol­len, klappt das meist rela­tiv pro­blem­los, aber nicht immer. Vor allem Männer haben sel­te­ner Erfahrung mit Schminke. Hier muss ich als Fotograf dann impro­vi­sie­ren. Zum Glück hat­te ich ganz am Anfang mei­ner Fotografenlaufbahn eini­ge Fashion‐Shootings, bei denen ich der dort anwe­sen­den Visagistin aus­führ­lich über die Schulter schau­en durf­te. Danach war ich immer­hin in der Lage, Mascara von Eyeliner und Puder von Make‐Up zu unter­schei­den. Ich lern­te, war­um die „T‐Zone“ so wich­tig ist und dass es für Wimpern sogar eine Zange gibt.

Daraufhin habe ich für die Fälle, in denen ein Model sich nicht selbst schmin­ken kann oder eini­ge Utensilien ver­ges­sen hat, ein klei­nes „Notfall‐Set“ im Studio, mit paar Tönen Puder, Make‐Up, Nagellack‐ und Makeup‐Entferner, Haarspray, Haargummis, Kämmen, Bürsten, Schwämmchen und so wei­ter. Damit kann ich zum Beispiel ein männ­li­ches Model not­dürf­tig etwas abpu­dern und Glanzstellen mil­dern.

Das hat in der Vergangenheit eini­ge Shootings geret­tet. Ähnliches muss sich Patrick Ludolph, vie­len bes­ser bekannt als „Paddy“ vom Blog Neunzehn72 gedacht haben, als er sich sei­ne Lieblingsvisagistin Femke Schuh schnapp­te und mit ihr das Trainingsvideo „Make Up Basics“ zusam­men­stell­te.

Dieses wen­det sich aus­drück­lich an Fotografen, wel­che ler­nen wol­len, sich oder Models selbst zu schmin­ken. Das „Basics“ betont, dass es ein Anfängerkurs ist für Leute, die bis­her kei­ne Ahnung hat­ten.

Das Video ist in sechs Teile geglie­dert. Im ers­ten Teil stellt Femke die ver­schie­de­nen Produkte vor, die als Grundausstattung nötig sind. Mit dem Wissen um knap­pe Fotografenbudgets zwang Paddy sie, ihre üppi­ge Liste auf das Nötigste run­ter­zu­damp­fen und übrig blie­ben sie­ben Kategorien mit ca. 20 Produkten hoher Qualität, die im Einkauf zusam­men ca. 150–200 Euro kos­ten.

Mit die­ser Grundausstattung bewäl­tigt Femke im nächs­ten Kapitel den „Nude Look“, also bei dem eine Person so geschminkt wird, dass eher pas­siv Schwachstellen über­deckt wer­den und die Schminke idea­ler­wei­se nicht zu erken­nen ist.

Weiter geht es dann mit der Frage „Was tun bei Hautrötungen?“ und anschlie­ßend wid­met sich Femke einem Mann mit Bart, weil das in der Fotografenpraxis das häu­figs­te „Problem“ ist. In Kapitel Fünf wer­den dunk­le Augen auf­ge­hellt und abschlie­ßend wagt Paddy mit dem neu gewon­ne­nen Wissen einen Selbstversuch, der nur ca. zehn Minuten braucht und beein­dru­ckend gut endet:

patrick
Paddy mimt in sei­ner Rolle als Moderator sehr über­zeu­gend den abso­lut ahnungs­lo­sen Anfänger, dem kei­ne Frage zu pein­lich ist, um sie zu stel­len und Femke erklärt dann kurz und ver­ständ­lich ihre Arbeitsschritte und die Gründe dafür.

Ich kann die­ses Video nur jedem Fotografen emp­feh­len, der sich kei­ne Visagistin leis­ten kann.

Selbst wer sich als Fotograf lie­ber wei­ter­hin auf Visagisten am Set ver­lässt, soll­te die­ses Video sehen. Schon um mit einer Visagistin oder einem sich selbst schmin­ken­den Model auf Augenhöhe reden und gege­be­nen­falls die pas­sen­den Anweisungen geben zu kön­nen. Denn die weni­gen Male, wo ich eine Visagistin am Set hat­te, lau­te­te deren ers­te Frage meist doch: „Wie soll das Model nach­her aus­se­hen?

Verlosung

Patrick war so freund­lich, mir das Video 2x zur Verlosung anzu­bie­ten. Wer mir bis ein­schließ­lich Samstag, dem 20.9.2014 in den Kommentaren mit­teilt, war­um gera­de ihr vom Video noch ler­nen könnt, nimmt an der Verlosung teil. Die bei­den bes­ten Vorschläge gewin­nen. Der Rechtsweg ist wie immer aus­ge­schlos­sen.

Tutorial: Kreatives Blitzen draußen mit dem Porty

Drüben bei der Model‐Kartei hat der Hobbyfotograf Bent Jessen ein klei­nes Tutorial ver­öf­fent­licht, wel­ches den Umgang einer trag­ba­ren Blitzanlage drau­ßen (oder auch drin­nen) erklärt. Das ist für den Einstieg ganz hilf­reich, wes­halb ich Bent gefragt habe, ob ich das mit mei­nen Lesern tei­len darf. Am Ende des Artikels gibt es das Tutorial auch als PDF‐Download. Ab jetzt schreibt Bent:

Ein por­ta­bler Blitz (auch „Porty“ genannt) ist schon eine fei­ne Sache. Wir wol­len schließ­lich nicht nur bei opti­ma­lem Wetter foto­gra­fie­ren. Aber wie setzt man den Porty eigent­lich ein? Dazu habe ich die­se klei­ne Anleitung geschrie­ben.

Was man braucht:

Eine Kamera (egal ob digi­tal oder ana­log), in mei­nem Fall eine Nikon D90*, einen exter­nen Belichtungsmesser (am bes­ten digi­tal) mit Blitz‐Messfunktion, z. B. einen Gossen Digipro F* und natür­lich den Porty, z. B. den Elinchrom anger Quadra*. Grundsätzlich funk­tio­niert die­se Anleitung aber auch mit ande­ren Blitzen, zum Beispiel ent­fes­sel­ten Speedlites.

Los geht’s:

Der ers­te Gedanke, den man sich machen muss, ist, die Verschlusszeit zu bestim­men. Dabei muss man zwei Dinge berück­sich­ti­gen.

Zuerst muss man wis­sen, wel­che Zeit die maxi­ma­le Blitz‐Synchronisationszeit der Kamera ist. Diese ist von Modell zu Modell ver­schie­den. Ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt hier Auskunft. Meine Kamera kann Blitze bis maxi­mal 1/200 Sekunde syn­chro­ni­sie­ren. Das bedeu­tet – ver­ein­facht – fol­gen­des: Bis zu die­sem Zeitwert ist der Verschluss der Kamera voll­stän­dig geöff­net, wenn mit einem Blitz foto­gra­fiert wird. Wählt man eine schnel­le­re Zeit (z. B. 1/250 Sekunde) ist die Kamera bereits im Begriff, den Verschluss zu schlie­ßen, wäh­rend der Blitz noch das Bild belich­tet. Das Ergebnis wäre, dass im Bild schwar­ze Balken auf­tau­chen und Teile des Bildes ver­de­cken. Und das wol­len wir nicht…

Ein Zitat aus Wikipedia:
„Als Blitzsynchronzeit oder Synchronzeit (auch X‐Sync) bezeich­net man in der Fotografie die kür­zes­te wähl­ba­re Belichtungszeit (Verschlusszeit), bei der der Verschluss eines Fotoapparats kurz­zei­tig voll­stän­dig geöff­net ist und das Licht eines Blitzgerätes (Fotoblitz) somit das gesam­te Filmbild bzw. den Bildsensor voll­stän­dig beleuch­ten kann. Die Blitzauslösung ist mit dem Verschluss der­art syn­chro­ni­siert, dass jener voll­stän­dig geöff­net ist, bevor der Blitz beginnt.“

Die zwei­te Sache, die man bei der Wahl der Verschlusszeit berück­sich­ti­gen muss, ist die Zeit, in der man die Kamera noch in der Hand hal­ten kann, ohne zu ver­wa­ckeln. Eine alte Formel besagt, dass die­se Zeit unge­fähr dem Kehrwert der Brennweite ent­spricht. Damals gab es noch kein „Anti‐ Shake“ und so. Demnach soll­te man bei einer Brennweite von 50 mm einen Wert wäh­len, der unge­fähr die­sem Wert ent­spricht. Man neh­me 1/60 Sekunde.

Wichtig ist auch, dass die ISO‐ Zahl gewählt wird. Als Beispiel ISO 200.

Messung des Hintergrundlichts

Die ers­te Messung:

Für die ers­te Messung müs­sen die gewähl­ten Werte im Belichtungsmesser ein­ge­stellt wer­den. Dies geschieht in der „Dauerlicht“-Messfunktion. Nachdem die Taste gedrückt wur­de, erhält man einen Messwert, der angibt, mit wel­chen Werten bei dem vor­han­de­nen Licht ein kor­rekt belich­te­tes Foto ent­steht. Bei den Aufnahmen ist die­ser Messwert unse­re „Hintergrund‐ Helligkeit“. Die Messung soll­te in unmit­tel­ba­rer Nähe eines Fensters (sofern Indoor) vor­ge­nom­men wer­den, da dies die Lichtquelle dar­stellt. Als Beispiel haben wir einen Wert von 8,0 für die Blende erhal­ten und mer­ken uns die­sen Wert.

Und nun?

Nun schal­tet man den Belichtungsmesser in die „Blitz‐ Messfunktion“ und stellt die Werte ein, die man sich am Anfang über­legt hat (t= 1/60 Sekunde, ISO 200). Drückt man nun den Schalter am Belichtungsmesser, „war­tet“ die­ser auf einen Blitz, sofern der Blitz nicht mit Kabel direkt aus­ge­löst wird. Nun erhält man den zwei­ten Wert, z. B 11,5 (der Wert hängt natür­lich von der ein­ge­stell­ten Blitz‐Leistung ab). Aus die­sem Wert ergibt sich, ob die Leistung des Blitzes hoch oder her­un­ter gere­gelt wer­den muss, um auf den zuvor gemes­se­nen Wert „ohne Blitz“ zu kom­men.

Wichtig: Nach jedem Griff zum Leistungsregler muss ent­we­der ein­mal der Blitz manu­ell aus­ge­löst wer­den um die Kondensatoren zu ent­la­den oder – sofern der Porty eine Automatik hat – es muss das Bereitschaftssignal der Blitzanlage abge­war­tet wer­den.

Wird nun foto­gra­fiert, erhält man ein Foto mit aus­ba­lan­cier­tem Vorder‐ und Hintergrundlicht.

Das Foto ist korrekt belichtet, wirkt aber leicht langweilig.
Das Foto ist kor­rekt belich­tet, wirkt aber leicht lang­wei­lig.

Kreatives Blitzen – Variante 1: Ausblenden durch Überbelichtung

Möchte man z. B. bei einem Indoor‐ Shooting (hier­für ist dies Variante beson­ders geeig­net) etwas mehr Schwung in die Fotos brin­gen, kann man „glei­ßen­des Sonnenlicht“ simu­lie­ren, indem der Hintergrund über­be­lich­tet wird.

Hierzu muss die Verschlusszeit manu­ell ver­län­gert wer­den. Dabei ent­spricht eine Verdoppelung der Zeit (also von 1/60 auf 1/30 Sekunde) einer Blendenstufe. Bei ein­ge­schal­te­tem „Anti‐ Shake“ kann man das auch noch hal­ten, ohne zu ver­wa­ckeln.

Der Effekt im Foto zeigt sich dadurch, dass der Hintergrund über­strahlt dar­ge­stellt wird.

Hintergrund 1 Blende überbelichtet (t= 1/30 Sek.)
Hintergrund eine Blende über­be­lich­tet (t= 1/30 Sek.)

Kreatives Blitzen – Variante 2: Abdunkeln des Hintergrundes

Diese Variante eig­net sich beson­ders bei Outdoor‐ Shootings, wo man einen „dra­ma­ti­schen“ Effekt zau­bern möch­te. Dazu wird das Hintergundlicht redu­ziert und der Blitz dient zur Aufhellung des Hauptmotivs.

Hierzu muss die Verschlusszeit manu­ell ver­kürzt wer­den. Dabei ent­spricht eine Verkürzung der Zeit von 1/60 auf 1/125 Sekunde einer Blendenstufe. Um das Hintergrundlicht noch wei­ter zu redu­zie­ren, kann man die Zeit noch wei­ter ver­kür­zen, jedoch nur bis zur maxi­ma­len Blitz‐ Synchronisationszeit (mer­ken!).

Das Foto auf die­ser Seite wur­de mit den Werten t= 1/125 Sekunde & Blende 8 auf­ge­nom­men. Achten sie beson­ders auf die Helligkeit des Laubwerks im Hintergrund im Vergleich zu Bild 2 und Bild 3.

Hintergrund 1 Blende unterbelichtet (t= 1/125 Sek.)
Hintergrund eine Blende unter­be­lich­tet (t= 1/125 Sek.)

Man kann zum Ausprobieren auch ande­re Werte als Basis neh­men. Wenn man statt 1/60 Sek. nun 1/30 Sek. als Ausgangswert nimmt („Anti‐ Shake“ sei dank ist das durch­aus mach­bar) hat man bei einer max. Synchronisationszeit von 1/200 Sek. die Möglichkeit, das Hintergrundlicht um gan­ze 3 Blendenstufen abzu­dun­keln.

Beispiel mit max. Blitz- Synchronisationszeit (Ausgangswert 1/60 Sek., eingestellt 1/200 Sek.)
Beispiel mit max. Blitz‐ Synchronisationszeit (Ausgangswert 1/60 Sek., ein­ge­stellt 1/200 Sek.)

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Noch ein Hinweis:

Die Fotos in die­sem Tutorial sind direkt aus der Kamera und nur gerich­tet und beschnit­ten. Ich hät­te ger­ne ein „rich­ti­ges“ Modell gehabt, aber die Suche war in der kur­zen Zeit lei­der erfolg­los, des­halb muss­te ich impro­vi­sie­ren.

Das Tutorial als PDF könnt ihr hier kos­ten­los run­tern­la­den.

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Tutorial: Fotos von rauchenden Glühbirnen machen

Der letz­te Gastbeitrag von Daniel über die Entstehung beein­dru­cken­der Tropfenfotos kam sehr gut an. Deswegen freue ich mich, dass Daniel bereit war, auch zu die­sen genia­len Fotos von rau­chen­den Glühbirnen ein Making‐Of zu schrei­ben. Das Foto hier ihr auch bei Fotolia und es ist von der Redaktion auf 500px.com aus­ge­wählt wor­den und hat bereits über 12500 Klicks:

Mein Name ist Daniel Nimmervoll, eini­ge ken­nen mich viel­leicht schon durch das Tutorial von den Wassertropfen‐Fotos.

Meine Glühbirnen‐Aufnahmen sind jedoch wesent­lich ein­fa­cher zu rea­li­sie­ren als die Wassertropfen‐Aufnahmen. Alle die­se Fotos habe ich im Mai 2009 gemacht, damals woll­te ich mei­ne neue Studioausrüstung tes­ten. Meine Studioblitze kamen so zum ers­ten Mal zum Einsatz.

Der Aufbau:

Das Schwierigste ist, das im Glas kei­ne stö­ren­den Reflexionen sicht­bar sind. Deshalb habe ich hier ein Lichtzelt genom­men und links und rechts davon je einen Studioblitz mit einer klei­nen Softbox gestellt. Die Glühbirne habe ich in eine Baustellenfassung ein­ge­schraubt, die mit­tels Dimmer in der Helligkeit gere­gelt wer­den kann.


Die Vorbereitung:

Zuerst ein­mal: Ich möch­te aus­drück­lich dar­auf hin­wei­sen, das gewis­se Schutzmaßnahmen berück­sich­tigt wer­den müs­sen! Eine Schutzbrille sowie schnitt­fes­te Kleidung und Handschuhe sind Pflicht.

Wie bekommt man Risse in das Glas, sodass der Wolframdraht frei liegt?

Ich habe dazu die Glühbirne mit einer Zange an der Fassung genom­men, dann mit einem Lötbrenner* die Glühbirne so lan­ge ange­heizt, bis das Glas schmilzt und das Gas ent­weicht. (Vorsicht: Gibt eine Stichflamme!) Danach wird die Glühbirne schnell unter kal­tes flie­ßen­des Wasser gehal­ten, was man am bes­ten vor­her schon auf­ge­dreht hat. Dadurch zer­springt das Glas. Als nächs­tes habe ich mit einer klei­nen Zange vor­sich­tig die ein­zel­nen Glaselemente ent­fernt, um den Wolframdraht frei zu legen.


Auch das Foto ist über Fotolia erhält­lich.

Das Shooting:

Die prä­pa­rier­te Glühbirne vor­sich­tig in die Fassung schrau­ben. Kamera, Licht, alle Einstellungen noch­mal über­prü­fen. Den Dimmer auf ganz dun­kel dre­hen. Dadurch glüht der Draht 1–2 Sekunden län­ger und nicht ganz so hell, sonst wäre er über­be­lich­tet. Ohne das Gas, was nor­ma­ler­wei­se in den Glühbirnen drin­nen ist, glüht die Birne näm­lich weit­aus hel­ler.
Wenn alles kon­trol­liert wur­de, einen Fernauslöser in die eine Hand und in die ande­re den Einschalter für die Glühbirne neh­men.

Glühbirne ein­schal­ten. Der Wolframdraht beginnt jetzt sofort zu glü­hen und zu rau­chen. Nach ca. einer hal­ben Sekunde das ers­te Foto machen und je nach­dem, wie schnell die Blitze wie­der ein­satz­be­reit sind, kann man even­tu­ell noch ein zwei­tes Foto machen. Nach max. zwei Sekunden ist der Wolfgramdraht ver­glüht. Am längs­ten bren­nen die 100‐Watt‐Birnen.

Als Objektiv kam ein 50mm‐Objektiv (wirkt bedingt durch Crop‐Faktor der Kamera wie ein 75mm‐Objektiv) zum Einsatz bei ISO 100 und Blende 9 und einer Verschlusszeit von 1/125 Sekunde.


Danach habe ich noch ein Foto von der Fassung gemacht. Wichtig ist, dass das Foto an glei­cher Stelle mit dem sel­ben Licht auf­ge­nom­men wird, damit es danach bei der Fotomontage von der Perspektive und Beleuchtung her passt und echt wirkt.

Zusätzlich habe ich noch eini­ge Farbexperimenten pro­biert. Bisschen krea­tiv darf man da schon sein. So habe ich bei dem Foto mit dem roten Rauch vor die Blitze eine rote Farbfolie gehan­gen. Das Foto mit dem blau­en Rauch ist kom­plett in Photoshop ent­stan­den.


Mehr Bilder und Infos fin­det ihr auf mei­ner Webseite www.nimmervoll.org. Falls Ihr Fragen habt, dann immer her damit in den Kommentaren. Ich wer­de ver­su­chen, die­se zu beant­wor­ten. [Update:] Außerdem gibt es von mir jetzt das Buch „Highspeed Fotografie“* mit viel mehr Tipps zum Thema.

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Tutorial: Drei einfache Licht‐Setups mit 2–3 Blitzen im Studio

Wie schon erwähnt habe ich auf der ers­ten Microstock Expo 2011 in Berlin eini­ge Artikel‐Ideen bekom­men.

Der Stockfotograf Luis Alvarez hat­te bei der MEXPO auch ein Beauty‐Shooting orga­ni­siert. Einige Blog‐Leser ken­nen ihn viel­leicht schon von sei­nem Gastbeitrag „Tutorial für Blitzaufbau bei Portraits im Hip Hop Look“ oder von sei­nem Statistik‐Service Stock Performer. Luis hat mir erlaubt, die drei Licht‐Setups vom Shooting vor­stel­len zu dür­fen.

Das ers­te Set mit der lang­haa­ri­gen Aljona ist ziem­lich ein­fach und der Aufbau wird so ähn­lich ger­ne in den Hochglanz‐Modemagazinen ver­wen­det, weil er mit mini­ma­len Mitteln einen coo­len Look erzeugt. Hier seht ihr zuerst eins der fer­ti­gen Fotos. Mehr Fotos könnt ihr hier sehen und auch kau­fen*.


Das Model steht auf einer dun­kel­grau­en Hintergrundrolle, die mit einem Normalreflektor ange­blitzt wird. Dieser Blitz erzeugt den wei­ßen Kreis im Hintergrund. Die Stärke des Blitzes regelt logi­scher­wei­se die Helligkeit des wei­ßen Kreises. Als Hauptlicht dient ein sehr hoch ste­hen­der Blitz mit Beauty Dish, der ganz leicht nach links ver­setzt ist. Die Höhe des Blitzes ist wich­tig, damit die Haare oben auch etwas Licht abbe­kom­men.

Den genau­en Aufbau und die tat­säch­li­che Höhe des Beauty Dish seht ihr auf dem Setup‐Foto unten hin­ten.


Im Vordergrund seht ihr den Set‐Aufbau für das zwei­te Model, die bezau­bern­de Yolanda. Hier wie­der eins der fer­ti­gen Fotos, mehr davon sind hier erhält­lich*.

Obwohl bei die­sem Blitzaufbau drei Blitze benutzt wer­den, ist das Setup noch ein­fach als das ers­te, denn alle Blitze sind nur mit Normalreflektoren aus­ge­stat­tet.  Der Hauptblitz steht direkt auf der Sichtachse des Models hin­ter und über dem Fotografen. Für die Lichtkanten (auch „rim light“ genannt) an den Armen und im Gesicht des Models sor­gen zwei wei­te­re Blitze, die ca. im 30°-Winkel hin­ter dem Model ste­hen, aber tie­fer mon­tiert sind als das Hauptlicht. Das Setup‐Foto oben soll­te da kei­ne Fragen offen las­sen. Eine wich­ti­ge Rolle spielt auch der farb­lich auf das Model abge­stimm­te Hintergrundkarton, damit die Fotos stim­mig wir­ken.

Das drit­te und letz­te Setup wur­de für die blon­de Valerie ein­ge­rich­tet. Hier eins der fer­ti­gen Fotos, mehr davon gibt es wie­der hier zu sehen*.


Der Aufbau ist fast iden­tisch mit mei­nem nor­ma­len Lichtaufbau, den ich im Studio nut­ze. Im Unterschied zu mei­nem Aufbau setzt Luis jedoch auf einen grau­en Hintergrund. Als Hauptlicht dient eine gro­ße Octobox von schräg rechts. Direkt auf der ande­ren Seite des Models sorgt ein Blitz mit einer ver­ti­ka­len Softbox (ein soge­nann­tes „Strip‐Light“) wie­der für die Lichtkante am Arm und Haar des Models, wobei ich die Lichtstärke nach­träg­lich gese­hen etwas run­ter­ge­re­gelt hät­te.

Unten im Bild seht ihr noch mal die genaue Aufstellung der Blitze und als Bonus den Profi‐Microstocker Andres Rodriguez bei der Arbeit.


Wer noch mehr Material sehen will, fin­det im Blog von Gerhard Seybert wei­te­re Fotos und ein „Behind The Scenes“-Video und auch bei den offi­zi­el­len Videos* ist etwas vom Shooting zu sehen.

Ich fin­de, dass die­se drei Setup‐Beispiele gut zei­gen, wie mit rela­tiv ein­fa­chen Mitteln und meist nur durch eine Änderung der Blitzposition und der Hintergrundfarbe ein ganz ande­rer Stil auf den Fotos erzeugt wer­den kann. Um alle Sets nach­zu­bau­en, braucht man nur drei Blitzköpfe, ein Hintergrundsystem mit drei Hintergrundkartons, ein Beauty Dish, eine Octobox und ein Strip‐Light. Notfalls kann für den Anfang auch auf die Lichtformer und den drit­ten Blitz und die ver­schie­de­nen Hintergründe ver­zich­tet wer­den.

Jetzt seid ihr dran: Welcher der drei Looks gefällt euch am bes­ten? Warum?

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