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Tutorial: Blauen Himmel erzeugen in Photoshop

Letzten Monat habe ich in die­ser 50. Folge von „Pimp My Stock!“ die Fotos von Stefan vor­ge­stellt und eini­ge auch etwas ver­bes­sert.

Marcus wie­der­um hat­te in den Kommentaren gefragt, wie genau ich bei die­sem Bild den Himmel blau gefärbt und den Lens Flare ein­ge­fügt habe.

Vorher/Nachher

Deshalb gibt es heu­te ein kur­zes Einsteiger-Tutorial genau dazu.

Himmel blau färben in Photoshop

  1. In Adobe Photoshop CC* habe ich den Himmel mit dem Zauberstab-Werkzeug (Tastaturkürzel: W) mar­kiert. Ggf. muss je nach Ausgangsmaterial der Wert für „Toleranz“ geän­dert wer­den, bei mir lag er bei 5 Pixel. Die Funktion „Benachbart“ ist aktiv.
    Schritt 1: Himmel mar­kie­ren.

    Je nach Himmel ist manch­mal auch das Schnellauswahl-Werkzeug hilf­rei­cher.

  2. Danach oben auf „Auswählen und mar­kie­ren“ kli­cken, um die Kante etwas zu opti­mie­ren. Ich habe zum Beispiel die Kantenerkennung auf ca. 10 Pixel gesetzt, 2 Pixel „wei­che Kante“ ein­ge­stellt und die Kante ca. +3% ver­scho­ben. Je nach Himmel muss man hier etwas ande­re Werte ver­wen­den. Es ist wich­tig, hier etwas Vorsicht wal­ten zu las­sen, weil von die­sem Schritt abhängt, wie gut das Endergebnis aus­se­hen wird.
  3. Das Verlaufswerkzeug (G) aus­wäh­len und oben rechts neben dem Verlauf das nach unten zei­gen­de Dreieck kli­cken (lin­ker Pfeil im Screenshot). Falls ihr kei­nen pas­sen­den Farbverlauf von Blau zu Transparent habt, rechts auf das Zahnrad kli­cken (rech­ter Pfeil im Screenshot) und „Einfache Verläufe“ wäh­len und dann den „Blau zu weiß“-Verkauf ankli­cken.

  4. Kopiert euch die­sen Verlauf, indem ihr mit der rech­ten Maustaste raufklickt, auf „Neuer Verlauf“ klickt und einen neu­en Namen ver­gebt (wie „Blau zu trans­pa­rent“). Diesen Verlauf dann ankli­cken und oben links auf den Verlauf kli­cken. Nun könnt ihr die­sen ver­än­dern.Klickt oben links (sie­he Pfeil im Screenshot) auf das Quadrat und ändert unten die Deckkraft auf 0% (sie­he Pfeil). Wenn ihr wollt, könnt ihr rechts unten im blau­en Quadrat auch den Blauton ver­än­dern. OK kli­cken.
  5. Neue Ebene erstel­len (Strg+Umschalt+N).
  6. Auf die neue Ebene gehen (die Markierung soll­te immer noch aktiv sein) und mit dem eben­falls noch akti­ven Verlaufswerkzeug eine Linie zie­hen, die den ori­gi­na­len Verlauf des Himmels nach­zeich­net. Je nach Länge der Linie ändert sich die Weichheit des Verlaufs und die Stärke des Blaus, ggf. müsst ihr es also mehr­mals pro­bie­ren, bis euch eine Variante gefällt.

    Linie des Verlaufswerkzeugs
  7. Jetzt noch die Ebene auf den Ebenenmodus „Multiplizieren“ set­zen und die Deckkraft auf ca. 80% (kann vari­iert wer­den), sie­he Screenshot.Das Bild müss­te dann aktu­ell unge­fähr so aus­se­hen:

Lens Flare einfügen

Nun fügen für den „Lens Flare“ ein. Ein „Lens Flare“ ist ein Bildfehler, bei dem Licht durch das Objektiv fällt. Das wird eigent­lich oft ver­sucht zu ver­mei­den, aber wenn es dezent und bewusst ein­ge­setzt wird, kann es dem Bild etwas Natürlichkeit und mehr Frische ver­lei­hen.

Nachträglich hin­zu­ge­fügt haben wir über den „Lens Flare“ auch mehr Kontrolle aus direkt beim Fotografieren. Der Lichtfall soll­te aber unge­fähr mit der Lichtsituation bei der Aufnahme über­ein­stim­men, sonst wirkt es komisch.

Es gibt ver­schie­de­ne Quellen für Lens Flares. Zum Beispiel gibt es von RAWexchange das Set „Echte Lens Flares“* oder „Freenlens Flares“* zu kau­fen, die auch kom­mer­zi­ell und für Stockfotos genutzt wer­den dür­fen. Von Krolop & Gerst gibt es eben­falls die­se tol­len Lens Flares zu kau­fen oder in abge­speck­ter Form auch als Gratis-Variante.

  1. Ich wäh­le den Lens Flare 203 von Krolop & Gerst und zie­he ihn per „Drag & Drop“ auf mei­ne offe­ne Photoshop-Datei.
    Gewählter Krolop & Gerst Lens Flare 203 als neue Ebene

     

  2. Die neue Flare-Ebene wird auf den Ebenenmodus „nega­tiv mul­ti­pli­zie­ren“ gesetzt und sieht dann so aus:
  3. Dann erstel­len wir auf die­ser Ebene eine neue Ebenenmaske (Ebenen/Ebenenmaske/Alles ein­blen­den) an und legen einen Schwarz-Weiß-Verlauf (sie­he Schritt 3 oben) auf die Ebenenmaske, um den Effekt oben rechts im Bild etwas abzu­mil­dern. Fertig:

Ich muss zuge­ben, ich hat­te im Original auf die Schnelle eine ande­re Lens-Flare-Datei gewählt, aber ich habe sie spon­tan nicht mehr gefun­den. Ist aber egal, weil jeder Lens Flare leicht anders wirkt und man ruhig ver­schie­de­ne aus­pro­bie­ren kann. Ihr seht, dass ich einen Lens Flare gewählt habe, wo die hells­te Stelle rechts in der unte­ren Hälfte ist, genau da, wo auch im Ausgangsbild der hells­te Himmelbereich ist. So wirkt der Flare am authen­tischs­ten.

* Affiliate

Farbspiele mit dem HiLite-Hintergrund

Per Mail kam vor eini­gen Tagen die Frage des Fotografen Andrew Filipowicz, ob ich schon mal ver­sucht hät­te, auf die Hintergrundblitze in mei­nem HiLite-Hintergrund far­bi­ge Folien zu ste­cken, um die Hintergrundfarbe zu ändern.

Nein, hat­te ich nicht, aber die Idee gefiel mir. Hier mein Test.
Ab in den Bastelladen und zwei Folien gekauft: 1x DinA2 blau und 1x DinA4 rot (grö­ße­re Formate waren ver­grif­fen). Die blaue Folie habe ich zu einem Zylinder geformt und mit der gro­ßen Öffnung über den Blitz gesteckt, der an der Seite des Hntergrund-Systems steht.

1. Versuch: Nur HG (Hintergrund)-Licht, 1/8 Leistung. Model bleibt dun­kel, Hintergrund wird blau.

2. Versuch: Nur HG-Licht, 1/2 Leistung, Model wird stark bläu­lich, Hintergrund wird weiß.

3. Versuch: HG-Licht, 1/2 Leistung, Hauptlicht von vor­ne, Model ist nur leicht blau­sti­chig, Hintergrund wird weiß.

4. Versuch: HG-Licht, 1/2 Leistung, Hauptlicht von vor­ne, das Model steht jetzt wei­ter vom HG ent­fernt, dich­ter am Hauptlicht, Model ist nor­mal belich­tet, Hintergrund wird weiß.

5. Versuch: HG-Licht, 1/2 Leistung, Hauptlicht von vor­ne, vom HG durch einen Lichtschlucker („Neger“) abge­schirmt, Model weit vorn: Voilà! Das Model ist nor­mal belich­tet, der Hintergrund ist… blau!

Das glei­che funk­tio­niert auch in rot, aber da die Folie klei­ner ist und nicht wie die blaue mehr­fach über­ein­an­der liegt, wird die Farbe nicht so intens­tiv.

Die unten bei­den Fotos sind übri­gens „out of the cam“ ohne Bildbearbeitung.

Wer noch mehr Ideen hat, was ich mit mei­nem Hintergrund anstel­len könn­te, immer her damit, ich bin expe­ri­men­tier­freu­dig.