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Stockfotografie-News 2015-02-27

Ich hab’s geschafft:
Nach nur sechs Wochen kommt schon die nächs­te Folge der Stockfotografie-News, damit die Nachrichten dies­mal kei­nen Staub anset­zen.

  • Geht der größ­ten Bildagentur der Welt, Getty Images, das Geld aus? Die Rating-Agentur Moody’s scheint die­ser Meinung zu sein, weil vor allem iSto­ck gegen­über Shutterstock und Fotolia ins Hintertreffen gelangt und hohe Kredite abge­zahlt wer­den müs­sen.
  • Vor einem knap­pen Jahr hat­te ich dar­über berich­tet, wie Dreamstime Bilder für einen Beta-Test nutzt, ohne die Fotografen dafür zu bezah­len. Der Dreamstime-Gründer mein­te, wenn der Test gut läuft, wür­den die Fotografen bezahlt und mehr Informationen fol­gen. Das scheint nun der Fall zu sein.
    In einer Meldung im Dreamstime-Forum gibt der Gründer Serban Enache (unter sei­nem Nickname „Achilles“) mehr Infos. Die Bilder wer­den von Google lizen­ziert für Bannerwerbung bei den Google Ads, die Fotografen erhal­ten dafür ein­ma­lig 2 US-Dollar. Die Nutzung ent­spricht einer erwei­ter­ten Web-Lizenz mit einer Laufzeit von 12 Monaten. Das ist deut­li­ch weni­ger als Fotografen bei einer „nor­ma­len“ Web-EL-Lizenz erhal­ten wür­den, aber auch hier ver­spricht Serban Enache wie­der, dass es in Zukunft mehr Geld geben wür­de. Ich habe auch eini­ge 2$-Verkäufe in mei­nem Account, aber der Dreamstime-Kundendienst meint, dass kann auch ein nor­ma­les „All-at-once“-Abo sein.
  • Nach dem Fall Edathy gab es eine Gesetzesänderung, die vor allem Kinderfotos und teil­wei­se auch Partyfotos betrifft. Hier gibt es eine Übersicht, was jetzt erlaubt und ver­bo­ten ist. Besonders pro­ble­ma­ti­sch für Stockfotografen ist, dass vor allem das Anbieten vom Verkauf bestimm­ter nun straf­bar ist und sich hier in der Praxis noch zei­gen muss, ob bei­spiels­wei­se Fotos von nack­ten Kindern in der Badewanne als Stockfotos erlaubt sind oder nicht.
  • Die größ­te inha­ber­ge­führ­te deut­sche Bildagentur Mauritius Images hat den Inhaber und Geschäftsführer gewech­selt. Neuer Chef ist Stefan Ploghaus, der im Bildermarkt bis­her vor allem für Tätigkeiten bei der Nachrichtenagentur dpa bekannt ist.
  • Die japa­ni­sche Bildagentur Pixtastock ändert ihre Nutzungsbedingungen und erwei­tert vor allem die Möglichkeiten, was unter der nor­ma­len Lizenz erlaubt ist. Mehr dazu in der FAQ hier.
  • Noch mal Pixtastock: Hier lis­tet die Agentur ihre 50 Bestseller von 2014 aus den Bereichen Foto, Video und Illustrationen auf.
  • Pond5 ver­schenkt jetzt über 12.600 Videos und Audio-Files, wel­che in der Public Domain zu fin­den sind, dar­un­ter vie­le his­to­ri­sche Aufnahmen (1. Weltkrieg), Reden berühm­ter Politiker („Ich bin ein Berliner“) oder Clips von Charlie Chaplin.
  • Shutterstock hat vor zwei Wochen ver­kün­det, 500 Millionen Downloads erzielt zu haben. Gratulation!
  • Noch mal Shutterstock: Ein sehr lesens­wer­tes Interview mit der Agentur über die Übernahme von Rex Features führt Amos Struck auf fotos-verkaufen.de.
  • Shutterstock zum Dritten: Die Agentur stellt hier eine inter­ak­ti­ve Infografik über die visu­el­len Trends 2015 vor. Sehr hilf­rei­ches Futter für die Shootingplanung.
  • Was sind die belieb­tes­ten Requisiten für einen Stockfotografen? Der Fotograf Sean Locke stellt hier sei­ne Favoriten vor.
  • Der Bildagentur-Verband CEPIC schreibt den ers­ten „Stock Photography Award“ aus, an dem alle im CEPIC orga­ni­sier­ten Agenturen sowie deren Fotografen teil­neh­men kön­nen. Gesucht wer­den krea­ti­ve Stockfotos, das Preisgeld beträgt 3.000 Euro.
  • Für die Foodfotografen: 10 Tipps, um bes­ser Saucen zu foto­gra­fie­ren, wenn sie über das Essen gekippt wer­den.
  • Viele Nutzungsmöglichkeiten eines wei­ßen Hintergrundes ver­rät der Fotograf Zack Arias in die­sem Beitrag und Video. Für Stockfotografen, die viel mit Freistellern arbei­ten, ein Muss. Den zwei­ten Teil gibt es hier.
  • Dass Licht die Wirkung eines Portraits dras­ti­sch ver­än­dern kann, ist guten Fotografen schon lan­ge klar. Selten wur­de es aber so ein­drucks­voll illus­triert wie hier.

Die meis­ten Infos gibt es wie immer schon frü­her auf mei­ner Facebook-Seite.

Habe ich etwas ver­passt?
Dann immer rein in die Kommentare damit.

Frag den Fotograf: Modelvertrag bei Kinderfotos für Bildagenturen

In mei­nem Postfach lan­de­te wie­der eine Mail mit einer Frage, die ich in ähn­li­cher Form schon mehr­mals gestellt bekam. Deswegen möch­te ich mich ihr heu­te wid­men.

Hier die Mail:

Hallo Robert,

ger­ne ver­fol­ge ich dei­ne Blog und besit­ze auch dein Buch.

Ich habe den­no­ch mal eine Frage an dich. Und zwar soll ich dem­nächst ein Baby foto­gra­fie­ren und wür­de die Bilder natür­li­ch auch ger­ne bei Bildagenturen nut­zen, dafür brau­che ich ja den Model Release (MR). Wie gehst du bei Eltern vor, um den zu bekom­men? Wie machst du denen das schmack­haft? Ich traue mich da ja schon gar nicht zu fra­gen, weil das so ein heik­les Thema ist. „Äh, kann ich die Bilder eures Kindes ver­wen­den, um sie wei­ter zu ver­kau­fen, im Internet?“. Da wird doch jeder stut­zig. Ich traue mich ein­fach nicht an das Thema her­an, wür­de mich auch nicht trau­en, so was zu fra­gen, da wür­de ich mich schä­men.

Wie kann ich die­se Scham abwer­fen bzw. wie kann ich Eltern nahe­brin­gen, dass es nichts Schlimmes ist, wenn Bilder von den Kindern ver­kauft wer­den? Mir ist klar, dass jeder mit „nein“ ant­wor­ten wür­de oder sogar von einem Fotoshooting abse­hen wür­de, wenn ich mit so einem MR daher kom­me.

Vielleicht kann­st du mal erklä­ren, wie du das so machst. In dei­nem Buch steht zwar, wie und wo man die Models fin­det, aber nicht gen­au, wie man denen den MR näher­bringt bzw. aus­fül­len lässt.

So, jetzt bin ich gespannt auf dei­ne Antwort und dan­ke dir schon im Voraus für die Mühe und die Zeit die du dir dafür nimmst.

Viele Grüße,
Rita“


Beim Leser der Email habe ich gemerkt, dass ich etwas betriebs­blind gewor­den bin. Ich habe bis­her fast 20 Kinder foto­gra­fiert und die­se Scham habe ich kaum gespürt. Das hat meh­re­re Gründe. Zum einen lege ich gro­ßen Wert auf Transparenz, das heißt, ich möch­te sicher­stel­len, dass alle Models ver­ste­hen, was für Fotos ich mache, wie Stockfotografie grund­sätz­li­ch funk­tio­niert und wo die Bilder erschei­nen könn­ten bzw. wel­che Nutzungen ver­bo­ten sind. Das unter­schei­det sich bei Kindern nicht von Erwachsenen, außer das ich es meist nicht (nur) dem Model, son­dern auch den bei­den Eltern erklä­re.

Natürlich ist es schon vor­ge­kom­men, dass ich eini­ge Kinder nicht foto­gra­fie­ren durf­te, weil die Eltern damit nicht ein­ver­stan­den waren. In der Praxis hat­te ich manch­mal den Fall, dass bei getrennt leben­den oder geschie­de­nen Eltern das Persönlichkeitsrecht des Kindes benutzt wur­de, um dem Elternteil, wel­ches ger­ne Fotos von sich mit dem Kind haben woll­te, nach­träg­li­ch „eins aus­zu­wi­schen“. Deshalb lege ich auch viel Wert dar­auf, dass bei­de Eltern den Modelvertrag für das Kind unter­schrei­ben. Wenn ein Elternteil aus Sorge um das Kind abge­lehnt hat, lag das oft auch dar­an, dass ich wegen der getrennt leben­den Eltern nicht mit der Person spre­chen konn­te, um die Nutzung genau­er zu erklä­ren. Aber in jedem Fall respek­tie­re ich dann den Wunsch und ver­zich­te auf ein Fotoshooting.

Im Hinterkopf behal­ten soll­te man vor allem zwei Dinge: Die Angst der Eltern und die Vorteile eines Fotoshootings.

Bei Eltern kur­siert manch­mal der Gedanke im Kopf, dass Fotos der eige­nen Kinder im Internet „böse“ sei­en. Weil sich dort „Irre“ und „Perverse“ rum­trei­ben könn­ten. Ein befreun­de­ter Fotograf hat­te kürz­li­ch dage­gen argu­men­tiert: „Die Irren fah­ren ja auch Auto, des­we­gen ver­zich­te ich trotz­dem nicht dar­auf…“

Ich den­ke auch, dass es viel gefähr­li­cher ist, Fotos der eige­nen Kinder bei Facebook oder ande­ren sozia­len Netzwerken zu ver­öf­fent­li­chen, wo die­se Bilder noch mit per­sön­li­chen Angaben wie Alter, Wohnort, Schule oder ähn­li­ches ver­knüpft wer­den könn­ten. Dann wäre even­tu­ell wirk­li­ch die Gefahr gege­ben, jemand kön­ne auf den Gedanken kom­men, das Kind zu ent­füh­ren oder Schlimmeres. Bei den Kinderfotos in Bildagenturen jedoch bleibt das Kind für die Betrachter und Käufer anonym. Einige Agenturen ver­bie­ten sogar, Kinderfotos mit poten­zi­ell gefähr­li­chen Begriffen wie „nackt, sexy, etc.“ zu ver­schlag­wor­ten.

Wenn der Fotograf ängst­li­ch und schüch­tern bei den Eltern einen Vertrag anspre­chen will, spü­ren die­se schnell, dass dem Fotografen dabei unwohl ist und malen sich die Gründe dafür in den düs­ters­ten Farben aus.

Deshalb emp­feh­le ich gene­rell jedem Stockfotografen, mit gutem Beispiel vor­an­zu­ge­hen und selbst eini­ge Fotos der eige­nen Kinder anzu­bie­ten oder – falls kei­ne vor­han­den sind – ein­fach Selbstportraits zu machen. In weni­gen Jahren sehen die Kinder sowie­so ganz anders aus und sind kaum wie­der­zu­er­ken­nen. Ich habe auch eini­ge Selbstportraits in den Agenturen und es zeigt mei­nen Models, dass ich kei­ne Angst habe, mein Gesicht auf die­se Art zur Schau zu stel­len.

Der zwei­te Punkt ist, dass die Eltern und das Kind Vorteile von einem Fotoshooting haben. Die Eltern spa­ren das Geld für einen Portraitfotografen, was bei 10–20 Bildern schnell meh­re­re hun­dert Euro kos­ten kann. Bei mir bekom­men die Eltern oft sogar deut­li­ch mehr Fotos kos­ten­los. Manchmal bezah­le ich die Kindermodels auch zusätz­li­ch, je nach­dem, wer wen gefragt hat.

Hier sind wir bei einem wei­te­ren Punkt. Die meis­ten Kinder habe ich auf aus­drück­li­chen Wunsch der Eltern foto­gra­fiert. Das heißt, die­se wuss­ten, dass ich Fotograf bin, kann­ten meist auch mei­ne Bilder und haben gefragt, ob ich auch Kinderfotos oder Familienfotos machen kön­ne. Meist habe ich das bejaht unter der Bedingung, dass ich die­se Fotos wie mein ande­ren Fotos auch bei den Bildagenturen ver­kau­fen darf. Mein Vertrag ist auch öffent­li­ch auf mei­ner Webseite ein­seh­bar; die Eltern haben also im Voraus genug Zeit, sich damit ver­traut zu machen.

Nach die­sen Überlegungen habe ich Rita gefragt, wie denn bei ihr der Kontakt zustan­de gekom­men ist und was sie sich vor­ge­stellt hat:

Hallo Robert,

ich woll­te schon so 30 Euro für die Bilder haben, weil ich die auf CD bren­ne und die Bilder bear­bei­ten muss. Es sind dann aber auch wirk­li­ch vie­le Bilder die ich meis­tens mache und der Bearbeitungsaufwand ist groß.

Ich wüss­te ja gar nicht, ob die Bilder sich bei den Bildagenturen ver­kau­fen las­sen oder nicht. Ich weiß nur, dass Menschenbilder eben gern genom­men wer­den. Wohin die gehen, wenn sie ver­kauft wer­den oder was für einen Nutzen das Model davon hat, damit hab ich mich noch nie aus­ein­an­der­ge­setzt.

Eine Mami hat mich ein­fach gebe­ten, ein paar Bilder von ihrer acht Monate alten Tochter zu machen und ich hab zuge­sagt, es zu tun. Dabei dach­te ich, ich könn­te auch gleich fra­gen ob sie mir den MR aus­fül­len. Ich will halt mei­nen Bildbestand mal auf­sto­cken und das geht nicht nur mit Blümchen und Bienchen…weißt du ja auch. Ich brau­che bestimm­te Dinge, die kei­ner son­st hat.

Ich hab ein­fach Hemmungen, die Eltern dana­ch zu fra­gen, weiß auch nicht, wie­so und wie man die­se Hemmungen los­wer­den kann. Die Mama der Kleinen hat mit mir mal einen VHS-Fotokurs mit­ge­macht und weiß sicher­li­ch, was sol­che Fotoshootings mit Kindern kos­ten. Da sind 30 Euro ein Spott dage­gen.

Machst du nur noch Fotos mit MR, damit du die Bilder alle ver­wen­den kann­st und wenn ja, wie hast du die Überwindung hin­ter dich gebracht, dana­ch zu fra­gen, bzw. den Leuten Stift und Zettel in die Hand zu drü­cken und alles zu erklä­ren?

Ich wür­de ja auch mei­ne eige­nen Kinder neh­men (bis­her nur Hände und Füße), aber mein Ex-Mann hat lei­der was dage­gen, die Kinder so öffent­li­ch zu zei­gen. Deswegen den­ke ich immer, ande­re Eltern wür­den auch so ver­klemmt den­ken und so vor­sich­tig sein. Einerseits könnt ich die Eltern auch ver­ste­hen, wenn sie „nein“ sagen.

Schönen Abend noch und vie­le Grüße,
Rita“

Die Ursache der Angst, nach einem Vertrag zu fra­gen, lässt sich am Ex-Mann schnell fest­ma­chen.

Wichtiger scheint mir noch ein ande­rer Punkt: Auch wenn Bildagenturen ger­ne Hobbyfotografen auf­neh­men, bleibt die Stockfotografie trotz­dem ein Geschäftsmodell. Dazu gehört für die teil­neh­men­den Fotografen auch, betriebs­wirt­schaft­li­ch den­ken zu müs­sen, um lang­fris­tig erfolg­reich zu sein. Dazu gehört, sich das Verständnis zu erar­bei­ten, was mit den Bildern gesche­hen kann und die Bereitschaft, Investitionen zu täti­gen.

Ich wür­de zum Beispiel kein Geld für die Fotos neh­men, zumal 30 Euro eh nicht den Stundenlohn wert wären. Stattdessen wür­de ich sagen: „Hör zu, ich mache dir die Bilder kos­ten­los, aber dafür darf ich die bei Bildagenturen ver­kau­fen. Dazu wird die­ser Vertrag hier abge­schlos­sen…“ Ob sich die Bilder ver­kau­fen, ist allein das Risiko des Fotografen und es soll­te ihn moti­vie­ren, mög­lichst gut zu arbei­ten. Im Falle eines Misserfolges soll­te ana­ly­siert wer­den, was beim nächs­ten Mal anders lau­fen muss, damit sich die Fotos ver­kau­fen.

Fotografen, die sich jedoch eher auf Portraits und Auftragsarbeiten spe­zia­li­siert haben, machen es manch­mal so, dass sie für die Unterschrift zu einem Modelvertrag einen Rabatt auf den nor­ma­len Preis geben. Zum Beispiel könn­te ein Kinder-Portrait-Shooting mit 20–30 Bildern statt 300 Euro nur noch 200 Euro kos­ten.

Wenn sich die pro­fes­sio­nel­le Einstellung auch so auf die eige­ne Webseite etc. aus­wirkt, dass Personen sofort erken­nen, dass der Fotograf mit sei­ner Arbeit Geld ver­die­nen will, dann muss man sich auch nicht mehr schä­men, Geld zu ver­lan­gen bzw. statt­des­sen Veröffentlichungsrechte.

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Kinderfotografie gemacht? Was für Tipps wür­det ihr Rita geben?

Pimp My Stock! Bildbesprechungen von Stockfotos 10

Wir fei­ern heu­te ein klei­nes Jubiläum. Meine Serie „Pimp My Stock!“ erscheint zum zehn­ten Mal.

Tadaa! Diesmal bespre­che ich die Fotos von Stephanie, einer jun­gen Mutter, die ich auf der Photokina ken­nen­ler­nen durf­te. Sie foto­gra­fiert seit meh­re­ren Jahren als Hobby und beschäf­tigt sich seit eini­gen Monaten mit der Stockfotografie. Ihr Lieblingsobjektiv ist das Canon EF 24–70mm f/2.8 L USM. Als Mutter foto­gra­fiert sie natur­be­dingt ger­ne Kinder,  ihre klei­ne Tochter, aber auch deren Cousins und Cousinen.

Sie hat gesagt, ich darf ruhig ganz ehr­li­ch sein. Das wer­de ich auch…

Schauen wir uns die Bilder an:

Eine nied­li­che Katze? Nein, das ist kein gutes Stockfoto. Das Motiv ist hun­dert­fach vor­han­den und vor allem in bes­se­rer Qualität. Wie hät­te es bes­ser foto­gra­fiert wer­den kön­nen? Mit Aufhellblitz von vorn, dich­ter ran und auf eine inter­es­san­te­re Mimik war­ten…

Das Hundebild ist schon bes­ser, vor­aus­ge­setzt, es wird mit den rich­ti­gen Stichworten wie „Wachhund, Aggression, bei­ßen“ etc. ver­schlag­wor­tet. Da das Foto dann auch in Kontexten auf­tau­chen kann, die dem Hundebesitzer even­tu­ell nicht gefal­len, soll­te auf jeden Fall ein Property Release für die Hundefotos abge­schlos­sen und der Besitzer über mög­li­che Verwendungen unter­rich­tet wer­den.

Besser wäre es jedoch gewe­sen, wenn die Mimik des Hundes ein­deu­ti­ger wäre. Auf dem Foto ist nicht gen­au zu erken­nen, ob sich der Hund freut oder sein Revier ver­tei­di­gen will. Zusätzlich hät­te ich noch eini­ge Stellen an der Schnauze retu­schiert, aber da bin ich wohl zu gen­au.

Der glei­che Hund, ein ande­res Motiv. So wie es ist, hat es nur gerin­ge Verkaufschancen. Das liegt vor allem an den zu küh­len Farben (bes­se­ren Weißabgleich machen, mehr Sättigung rein) und an dem Hintergrund, der oben zu unru­hig wird. Das kann aber noch nach­träg­li­ch beschnit­ten wer­den. Auf jeden Fall soll­te die Hunderasse bei der Verschlagwortung gen­au beschrie­ben wer­den.

Ich ver­spre­che, das ist das letz­te Tier in die­ser Folge. Generell ver­kau­fen sich Nutztiere bes­ser als Haustiere. Deshalb ist das Foto mit die­sem Schwein schon ganz gut. Verwendet wer­den sol­che Fotos vor allem, um zu zei­gen, wie glück­li­ch die Tiere vor der Verwendung als Bratwurst, Schnitzel oder Eisbein gelebt haben. Dazu passt zum einen die Markierung am Ohr nicht, weil es zu indus­tri­ell aus­sieht. Auch eini­ge Schmutzflecken im Schweinegesicht hät­te ich ent­fernt und die Sättigung erhöht.


Kommen wir zu den Kinderfotos. Die freu­di­ge Überraschung wur­de hier gut ein­ge­fan­gen, der Bildausschnitt ist pas­send gewählt. Eventuell wäre wei­te­res Foto mit Blick in die Kamera für eini­ge Kunden nütz­li­ch. Das Motiv auf dem Hemd soll­te auch ent­fernt wer­den, weil es ablenkt und das Design geschützt sein könn­te.

Das Bild ist gut geig­net, um den Umgang von Kindern mit Werkzeug o.ä. zu illus­trie­ren. Auch die Farben, Hintergrund etc. pas­sen hier sehr gut. Einzig stö­rend ist, dass links der Arm abge­schnit­ten wur­de. Mehr Platz hät­te dem Bild gut getan. Eine Version mit einem lächeln­den oder gar lachen­den Gesicht wäre auch nicht ver­kehrt.


Die Komposition des Fotos ist zwar stockt­aug­li­ch, aber das trau­ri­ge Gesicht auf der Schaukel passt nicht ganz dazu. Lässt sich bestimmt ver­kau­fen, aber es gibt „siche­re­re“ Motive.

Das Foto wird sich gut ver­kau­fen. Sehr klas­si­sche Komposition, fast schon kit­schi­ger Hintergrund (Die Amis lie­ben sowas) und ein Grinsen mit Zahnlücke. Winziger Nachteil: Der Essensrest in der Hand. Entweder ganz ohne oder mit erkenn­ba­rer Nahrung – idea­ler­wei­se Obst oder Gemüse (Möhre) – wäre bes­ser gewe­sen. Das Motiv auf dem Shirt soll­te auch noch retu­schiert wer­den.

Ein fri­sches, sprit­zi­ges Sommerfotos. Vor allem bei Kindern haben sich vie­le Bildagenturen jedoch mit Nacktheit, wes­halb eine kur­ze Hose und Shirt als Bekleidung pas­sen­der wären. Davon abge­se­hen aber ein sehr stockt­aug­li­ches Bild.

Ich bin unschlüs­sig. Fotos von hin­ten wer­den meist benutzt für sen­si­ble Themen wie Gewalt, Mißbrauch oder Vernachlässigung, bei denen das Model anonym blei­ben soll. Trotzdem zweif­le ich, ob die Eltern sol­che Verwendungen ger­ne sehen, auch wenn das Kind nicht ein­deu­tig zu erken­nen ist. Abgesehen davon wäre ein ein­far­bi­ger Hintergrund bes­ser gewe­sen, indem der Blickwinkel mehr nach oben ver­scho­ben wird. Die Zeichen an der Schuhsohle wür­de ich noch retu­schie­ren und den Asphalt etwas digi­tal säu­bern.

Auch wenn es jeweils klei­ne Details zu ver­bes­sern gibt, eig­nen sich fast alle Fotos grund­sätz­li­ch gut als Stockfotos. Du soll­test auf jeden Fall bei Kinderfotos blei­ben, Stephanie.

Was sagt ihr? Liege ich rich­tig? Oder wür­det ihr eini­ge Fotos anders beur­tei­len?

Wer von mir auch kos­ten­lo­se Tipps haben will, ob sei­ne Fotos “stockt­aug­li­ch” sind, kann ger­ne eben­falls mit­ma­chen.

Und so läuft’s:
– Schickt mir eine kur­ze Mail, in der ihr Euch vor­stellt, z. B. wie lan­ge ihr Fotos macht, mit wel­cher Ausrüstung, ob und wo ihr schon Fotos ver­kauft und was ihr in Zukunft in der Stockfotografie-Branche vor­habt.
– Wenn ich aus­rei­chend Zeit habe für Bildbesprechungen, bit­te ich Euch, mir 5–10 (!) Bilder in klei­ner Auflösung (ca. 600×800 Pixel) zu schi­cken.
– Diese wer­de ich dann in einem Blogbeitrag wie die­sem ver­öf­fent­li­chen (auf Wunsch auch anonym) und mei­ne Kommentare abge­ben aus Business-Sicht. Also eher nicht, ob eine Blume schön ist oder nicht, son­dern wie ver­käuf­li­ch das Foto sein könn­te oder wie es ver­käuf­li­cher gemacht wer­den könn­te.

Kritisch, ehr­li­ch, sub­jek­tiv.

Noch eine junge Familie

Wieder hat­te ich eine jun­ge Familie im Studio.
Häschenohren zeigen

Bei die­sem Foto fand ich es unglaub­li­ch schwer, es gut zu ver­schlag­wor­ten, da es für die­se „Häschenohren“ kei­ne ein­deu­ti­ge Bezeichnung gibt, bzw. ich auch die eng­li­sche Entsprechung nicht fin­den konn­te. Hat jemand eine Idee?

Feste feiernAuch mit die­sem Foto hat­te ich mei­ne Probleme. Hier aber nicht bei den Suchbegriffen, son­dern wegen der Komposition. Ich war hin- und her­ge­ris­sen zwi­schen „zu chao­ti­sch“ und „idea­ler Textfreiraum“. Ich habe mich dann für letz­te­re Sichtweise ent­schie­den.

Flugzeug spielen

Bei dem klei­nen Mädchen konn­ten wir nicht erwar­ten, dass es die gesam­te Zeit auf­merk­sam beim Shooting dabei ist, des­we­gen haben wir zwi­schen­durch auch eini­ge Paarbilder gemacht, wäh­rend sich die Kleine aus­ge­ruht hat.

Luftrüssel

Danach ging es bei Sonnenschein ab in den Park. Die Tochter ist immer noch leicht erschöpft.

Familie sitzt im Park

Die bei­den kom­men­den Bilder sind mei­ne Lieblingsfotos der Session. Ich fin­de, die kind­li­che Art kommt da sehr gut zum Vorschein.

Weide erreichen

Dieses Foto ist durch das Rennen lei­der etwas bewe­gungs­un­scharf, aber für mich ein pas­sen­des Symbolfoto für einen sor­gen­frei­en Sommer.

Schmetterling fangen

Zu guter Letzt gab es noch ein Outdoor-Familienportrait. Die Komposition ist nicht die ori­gi­nells­te, aber sie wirkt immer noch. Der Look wur­de mit einer Kombination aus Weitwinkel-Objektiv (genau­er: 28mm des 24–105mm) und mei­nem Ringblitz-Adapter auf dem Canon Speedlite 580 II erzielt.

Familie im Gras

Welches Foto ist Euer Favorit?

Fotosession mit Mirja und Sohn

Wieder mal habe ich eine Familie foto­gra­fiert, bzw. eine Mutter und ihren zwei­jäh­ri­gen Sohn. Er war etwas schüch­tern, aber dank unfai­rer Motivationsmethoden („Wenn Du mit­machst, bekommst Du die­sen Lolli“) haben wir gute Fotos hin­be­kom­men.Scratch on the knee

Das Gute war, das bei den „Kinderärztin und klei­ner Patient“-Fotos der Lolli ganz pas­send war. Und nein, die Schrammen hat­te er schon vor dem Shooting… 🙂

Stuffed animal at pediatrist

Der Stoffhund muss aber auch noch unter­sucht wer­den, wenn wir schon dabei sind.

Konzentriertes Malen

Hier ist auch wie­der mei­ne neue Schreibtafel im Einsatz, auch wenn der Kleine sie eher dafür benutzt hat, neo-avantgardistische Formen zu krei­iern.

Kind mit KopfhörernHir noch ein Trick, um sich die Aufmerksamkeit klei­ner Kinder zu sichern: Kopfhörer auf, an den Computer anschlie­ßen und bei YouTube ein lus­ti­ges Video anwer­fen.

Kind isst BananeDas Thema „Kind mit Obst“ stand zwar weit oben auf mei­ner Shootingliste, aber wir sind nicht dazu gekom­men. Als Mirja und ich das Shooting schon inner­li­ch abge­schlos­sen hat­ten und alle Klamotten gepackt waren, gab es aber noch mal eine lecke­re Banane als Stärkung und da das Shooting ja irgend­wie schon vor­bei war, war der Kleine auch ganz gelas­sen.

Beraterin hält Vortrag

Wer sich übri­gens Mirjas Sedcard anschaut, wird kaum glau­ben kön­nen, dass auf allen Fotos die­sel­be Person zu sehen ist. Sehr wan­del­bar, die Frau und mit einem ange­nehm pro­fes­sio­nel­len Verhalten, das heißt, pünkt­li­ch, zuver­läs­sig und gut vor­be­rei­tet. Hat Spaß gemacht.