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von R. Kneschke am 8. Oktober 2009
Willkommen bei der sechsten Folge von “Pimp My Stock!” Hier rezensiere ich Fotos, die andere Fotografen mir geschickt haben, auf ihre Tauglichkeit für Bildagenturen hin. Diesmal ist Cmon an der Reihe.
Ich lasse ihn selbst vorstellen mit der Mail, die er mir geschrieben hat:
“Hallo
Ich bin ein Leser deines Blogs und ich dachte, ich könnte der Aufforderung, dass du Dir mal meine Bilder anschaust, Folge leisten
Ich bin gelernter Polygraf und betreibe Stockfotografie so nebenbei als Hobby und Nebeneinkunft fürs Hobby. Die nötigen Fotokenntnisse hab ich mir selber angeeignet und die Grafiken sind im Photoshop oder Cinema 4D entstanden.
Auf die Stockfotografie bin ich per Zufall gekommen, als ich selber mal Bilder brauchte und ich es einfach selber ausprobiert habe, ob ich was verkaufen werde. Da ich eher aus der Nachbearbeitung komme, habe ich auch mehr Grafiken als Fotos in meinem Portfolio. Selber besitze ich neuerdings eine Olympus PEN EP-1 und eine Canon IXUS980IS, jedoch bin ich bei der Fotografie (vor allem mit Menschen) ein Neuling und bin auf deine Kritik bespannt. Vorher habe ich mich vor allem auf Gelegenheits-Fotografie und Grafiken beschränkt, dementsprechend bunt durchmischt ist auch mein Portfolio…
Falls du meine Bilder veröffentlichst und bewertest, kannst du mich Cmon nennen, so bin ich auch in Fotolia vertreten. (exklusiv). Ich hab die Bilder mit einem Wasserzeichen versehen, ich hoffe das stört dich nicht zu fest, sonnst schick ich dir neue…Ich bin sehr gespannt, was ich verbessern kann!
Viele Grüsse”
Los geht’s mit seinen Bildern.

Das erste Foto zeigt eine glückliche junge Frau beim Fotografieren. Der Winkel ist ungewöhnlich und das Model mit ihrem strahlenden Lächeln tauglich für die Stockfotografie. Auch die bunte Kamera im Gegensatz zu den üblichen grau-schwarzen Modellen bringt Leben ins Bild. Ich hätte jedoch noch den Ansatz des Markennamens neben dem Objektiv retuschiert, da ich sofort sehe, welches Modell das ist. Am meisten stört jedoch die große Halskette, die eher nach Hundehalsband aussieht und vielleicht eine passende Requisite für eine Punkerin wäre. Für diese leichte Foto wirkt sie zu wuchtig.

Weiter geht es mit Ketten. Dieses Motiv nennt sich in der Stockfoto-Szene “The Weakest Link” (das schwächste Glied). Die Tatsache, dass es für dieses Motiv einen eigenen Namen gibt, zeigt, dass es zu den klassischen Klischee-Motiven gehört. Oder anders gesprochen: Die Konkurrenz bei diesem Motiv ist sehr groß. Der Vorteil hier ist, dass Metall schwer zu fotografieren ist und das Motiv als Illustration viel sauberer und perfekter dargestellt werden als als bei Fotografien. Insofern ist die Chance groß, dass es auch gegen die große Konkurrenz gut bestehen kann.

Bei diesem Motiv bin ich mir unschlüssig. Das Motiv “Schreibtisch voll mit Aktenordnern” verkauft sich bestimmt gut. Verbessert werden hätte jedoch die Detailtreue, da die Aktenordner wie feste Blöcke statt wie mit viel Papier gefüllt aussehen. Außerdem wäre ein reinweißer Hintergrund für Designer praktischer als der Grauverlauf. Insgesamt trotzdem ein gutes Stockbild, da die meisten Fotografen sicher nicht so viele Aktenordner zu ihren Requisiten zählen dürften.

Wegen der Debatte um den Klimawandel sind auch Fotos von Gletschern wieder gefragt. Dieser hier wirkt jedoch im Vergleich zu den bisher angebotenen Gletscherfotos zu “trocken”, zu wenig Schmelze und Wasser, um die Bedrohung durch schmelzendes Eis illustrieren zu können.

Technisch ist dieses Foto eines Kornfeldes gelungen, vorausgesetzt, die horizontale Krümmung (vermutlich durch ein Weitwinkelobjektiv) wird akzeptiert. Von diesem Motiv gibt es jedoch so viele sehr ähnliche Bilder, dass das Foto es schwer haben wird, sich gegen die anderen übersättigten Fotos (mit blauerem Himmel und gelberen Ähren) zu behaupten.

Ein Sushi-Foto. Appetitliches Motiv, spannender Bildaufbau, technisch gut umgesetzt. Wird bestimmt seine Käufer finden.

Im Vergleich zu dem obigen Gletscher-Foto hat dieses Bild eines Lochs im Eis einen großen Vorteil. Es ist zum einen bildlich nutzbar zum Thema Eis und Antarktis, aber auch konzeptionell zum Thema Hoffnung, Abenteuer, Entdeckung, Zukunft. Das wird dem Foto garantiert mehr Verkäufe bescheren als dem Gletscher-Foto.

Ähnliches gilt für dieses Bild. Die Konzepte strömen nur so durch meinen Kopf beim Anblick der Weggabelung.Das ist auf jeden Fall ein gefragtes Stock-Motiv. Etwas störend ist leider die Randabschattung, die mit Photoshop korrigiert werden kann. Außerdem fehlt der gelbe Wegweiser rechts zum Teil, der zum einen farblich einen schönen Kontrastpunkt bildet, andererseits aber sehr wichtig für die Unterstützung der Konzepte ist. Hier wäre es besser gewesen, ihn ganz auf dem Foto zu haben.

Eine Frau isst einen Apfel auf einer Wiese. Theoretisch sehr gutes Stockmaterial. Aber wer schon mal im Liegen probiert hat, weiß, dass diese Pose total unrealistisch ist, weil der Saft und die abgebissenen Apfelstücke leicht in die Luftröhre gelangen könnten. Hier wäre eine Pose sinnvoller gewesen, bei der die Frau sich mit den Armen auf dem Boden abstützt. Außerdem ist wieder Randabdunkelung zu sehen und der Warbton wirkt auf mich einen Tick zu kühl. Die Sommerstimmung will nicht so recht aufkommen.

Zu guter Letzt noch einige Tiere: Zwei Elefanten. Das Foto wird sich gut verkaufen, allein deshalb, weil realistisch aussehende Illustrationen von mehreren freigestellten Elefanten bisher selten sind. Dabei bin ich mir zugegebenermaßen nicht ganz sicher, ob es wirklich eine Illustration oder ein stark bearbeitetes Foto ist. Verrätst Du es uns, Cmon?
So, was sagt ihr zu den Fotos? Stimmt ihr meiner Meinung zu oder seht ihr es anders? Anmerkungen sind wie immer gerne in den Kommentaren gesehen.
Wer von mir auch kostenlos Tipps haben will, ob seine Fotos “stocktauglich” sind, kann gerne ebenfalls mitmachen.
Und so läuft’s:
- Schickt mir eine kurze Mail, in der ihr Euch vorstellt, z. B. wie lange ihr Fotos macht, mit welcher Ausrüstung, ob und wo ihr schon Fotos verkauft und was ihr in Zukunft in der Stockfotografie-Branche vorhabt.
- Wenn ich ausreichend Zeit habe für Bildbesprechungen, bitte ich Euch, mir 5-10 Bilder in kleiner Auflösung zu schicken.
- Diese werde ich dann in einem Blogbeitrag wie diesem veröffentlichen (auf Wunsch auch anonym) und meine Kommentare abgeben aus Business-Sicht. Also eher nicht, ob eine Blume schön ist oder nicht, sondern wie verkäuflich das Foto sein könnte oder wie es verkäuflicher gemacht werden könnte.
Kritisch, ehrlich, subjektiv.

von R. Kneschke am 19. August 2009
Sind meine Fotos gut genug für die Stockfotografie? Da ich immer wieder solche Anfragen bekommen habe, gibt es seit einer Weile die Rubrik “Pimp My Stock!“. Dort besprecheich Fotos mit dem Schwerpunkt darauf, ob sie sich gut verkaufen würden.
In der fünften Folge sehen wir die Fotos von “Bilderquelle“. Er war vorher Bankkaufmann und verkauft seit einem halben Jahr im Microstock-Bereich. Die meisten seiner Fotos entstehen mit einer Canon 400D und einer 50mm-Festbrennweite. Er bat mich, mich in erster Linie auf die Bilder und weniger auf seine Person zu konzentrieren. Deswegen legen gleich mal los.

Das erste Foto ist von ener alten Frau im Garten mit einer Erdbeere in der Hand. Dieser kleine rote Punkt vor dem grünen Hintergrund sorgt für einen schönen Farbkontrast. Die blau/gelbe-Schürze mit der ebenso blau/gelben-Bluse tragen auch dazu bei und tauchen das Bild in satte, strahlende Primärfarben. Der Anschnitt ist knapp, aber gut gesetzt und das Format ungewöhnlich. Das Aufhelllicht kommt weich und dezent von schräg vorne. Thematisch sind Senioren in ländlicher Umgebung und “gesunde Ernährung” gefragte Themen, weshalb diese Foto auf jeden Fall ein super Stockfoto ist!

Beim zweiten Bild gibt es einen klassischen “Business-Freisteller“. Manager mit Schutzhelm und junger Mann im Anzug. Das Bild ist an sich gelungen, nur einige Details stören. Der junge Mann wirkt im gesicht nicht überzeigend und etwas “glatt”. Außerdem tragen z.B. Architekten die weißen Helme, während die gelben Schutzhelme eher von den Arbeitern getragen werden. Das kann einige Verkäufe in der Baubranche kosten. Ansonsten technisch aber gut umgesetzt.

Ein schnörkelloses Foto eines Baugeräts. Hier ist es wichtig, den genauen Namen der Maschine zu wissen, damit die Kunden zum Bild finden. Das Bild ist dokumentarischer Natur, wird also wahrscheinlich eher für den Einsatz in Zeitungen und Zeitschriften in Frage kommen statt für Werbung. Ein mögliches Problem könnte der Baggerfahrer sein. Entweder hilft ein Model Release oder eine Lizenzierung des Fotos als “rights managed”. Je nach Strenge der Bildagentur ist vielleicht auch für die kommerzielle Nutzung kein MR erforderlich, aber dann ist es eigenes Risiko des Fotografen.

Jetzt kommen einige Kinderbilder. Zuerst der spielende Vater mit lachendem Sohn auf den Knien. Wirkt echt, trotz Zusatz von künstlichem Licht und schlicht, aber wirkungsvoll in der Komposition. Einzig der Ohrstecker des Mannes stört vielleicht konservativere Kunden wie einige Familienverbände, kann aber ggf. retuschiert werden.

Ein traumhaftes Stockfoto! Nachdenklicher Junge mit Brötchen auf einer sommerlichen Sitzbank. Klasse satte Farben und natürlich wirkende Haltung des Kindes. Die Bildaufteilung ist fast perfekt, leider stört der fehlende Fuss unten. Die Schrift auf dem Hosenlatz kann unter Umständen ebenfalls Markenrechtprobleme mit sich bringen. Da bietet sich eine Retusche ebenfalls an.

Auch dieses Foto ist sehr geeignet für Bildagenturen. Gute Aufteilung mit Platz für Text, knalliges Rot, Gelb, Grün und Blau und entspannt wirkende Stimmung von Kind und Mutter bzw. Schwester. Der Anschnitt ist etwas zu eng, an allen Seiten außer links hätten paar Zentimeter mehr das Bild besser atmen lassen und den Designern mehr Freiheiten gegeben. Trotzdem sicher ein Renner als Stockfoto.

Die Babyschuhe auf dem Babybauch sind technisch gut umgesetzt. Das Motiv ist in den Bildagenturen jedoch zuhauf vorhanden, es konkurriert also mit vielen ebensoguten Bildern. Etwas störend wirkt hier, dass der Hintergrund nicht rein weiß ist, sondern z.B: rechts am Bauch in leichtes Gelb überläuft.

Gleiches gilt für das Foto des lesenden Mädchens. Die Freistellung an den Füßen des Mädchens kann in Photoshop verbessert werden. Auch der Buchtitel sollte retuschiert werden, damit es für mehr Käuferschichten relevant ist. Inhaltlich ist das Bild gut gelungen. Ich bin mir jedoch sicher, dass z.B. istockphoto das Bild allein wegen “zuviel freier Fläche” ablehnen würde. Die haben da einen extra Textbaustein für, wie hieß der noch?

Das letzte Bild ist ein dunkles Mädchenportrait. An sich schön, sowohl Gesicht als auch Foto, aber ich finde, es sieht stark nach “ein Mal durch ‘Portrait Professional’” gejagt aus. Die Haut wirkt zu glattgebügelt und der Gesichtsausdruck des Mädchens lässt sich nicht so leicht deuten. Kann sich verkaufen, aber garantiert nicht so gut wie die Oma oder die Familie oben.
Okay, was meint ihr zu den Fotos? Teilt ihr meine Meinung oder seid ihr anderer Ansicht?
Wer von mir auch kostenlos Tipps haben will, ob seine Fotos “stocktauglich” sind, kann gerne ebenfalls mitmachen.
Und so läuft’s:
- Schickt mir eine kurze Mail, in der ihr Euch vorstellt, z. B. wie lange ihr Fotos macht, mit welcher Ausrüstung, ob und wo ihr schon Fotos verkauft und was ihr in Zukunft in der Stockfotografie-Branche vorhabt.
- Wenn ich ausreichend Zeit habe für Bildbesprechungen, bitte ich Euch, mir 5-10 Bilder in kleiner Auflösung zu schicken.
- Diese werde ich dann in einem Blogbeitrag wie diesem veröffentlichen (auf Wunsch auch anonym) und meine Kommentare abgeben aus Business-Sicht. Also eher nicht, ob eine Blume schön ist oder nicht, sondern wie verkäuflich das Foto sein könnte oder wie es verkäuflicher gemacht werden könnte.
Kritisch, ehrlich, subjektiv.

von R. Kneschke am 22. Februar 2009
Weiter geht’s. Pimp My Stock! Durch den Deal von Getty Images mit Flickr haben wieder einige Hobby-Fotografen gemerkt, dass ihre Fotos Geld wert sind.
Auch der Fotograf Joachim S. Müller ist von Getty Images eingeladen worden, wahrscheinlich, weil er gute Tier- und Reisefotos macht. Hauptberuflich ist er Netzwerkmanager und fotografiert seit 1999 – ausschließlich digital. Angefangen hat er mit einer Kodak DC240 und ab 2006 ging es mit der Sony Cybershot DSC-F828 weiter. Zur Zeit steht der Wechsel in die nächsthöhere Kameraliga an (Canon 50D oder Nikon D300). Bisher sind die meisten seiner Fotos unter einer nichtkommerziellen Creative Commons-Lizenz veröffentlicht, aber ab und zu bekommt er auch kommerzielle Anfragen. Er würde gerne wissen, ob seine Fotos für Bildagenturen tauglich sind und in welche Richtung er sich weiter entwicklen soll.
Schauen wir uns mal seine Fotos an:

Eine schleichende Raubkatze (ein Leopard?) mit gelungener Weitwinkel-Perspektive. Die Umgebung sieht nach einem Zoo aus und könnte der Grund sein, warum der Fotograf die Nähe der Katze überlebt hat. Das Motiv ist technisch gelungen und hat gute Verkaufschancen. Rechtlich problematisch könnte es nur werden, wenn der Zoo sein Gehege erkennt und es auch nachweisen kann. Eine (rechtlich nicht bindende) Übersicht über Fotografie in Zoos gibt es bei der Zooliste. Hilfreiche Diskussionen zum Thema auch bei Foto-Talk.

Ein weiteres Tierfoto, diesmal von einem, äh… Krokodil? Alligator? Ihr merkt, dass Tiere nicht meine Stärke sind. Das Foto ist ebenfalls sehr ausdrucksstark und symbolisch. Die Betonung auf die Zähne lässt Konzepte wie “Gefahr, Hunger, Angst” zu. Wenn dann die Krokodilart noch genau bestimmt werden kann, steht Verkäufen nichts mehr im Weg.

Au weia, heute blamiere ich mich total. Sind das Kapuzineräffchen? Gremlins? Helft mir! Die Komposition ist gut gelungen und die Schärfe sitzt. Die Schatten sind etwas zu dunkel geraten, vielleicht kann da der “Tiefen/Lichter”-Filter von Photoshop helfen. Den Hintergrund würde ich noch mal vorsichtig weichzeichnen, damit die Gitternetzstruktur des Zoos nicht so auffällig ist.

Wow, Nachtlook. Dieses Foto wurde mit dem Infrarot-Modus der Sony DSC-F828 aufgenommen und wirkt so wie eine Nachtaufnahme von professionellen Tierfilmern. Allein dieser Look (den andere sicher auch in Photoshop simulieren können), sorgt für Exotik im Bild. Die riesigen Kulleraugen des Roten Schlankloris (ich habe geschummelt und beim Fotografen nachgeschaut) für die Niedlichkeit. Bei Allround-Bildagenturen sicher schwierig, aber für Spezialagenturen ein verkäufliches Motiv.

Orange-Blau ist immer ein beliebter Farbkontrast, der auch hier seine Wirkung nicht verfehlt. Trotzdem wirkt das Bild etwas unruhig, da das Gebäude nicht gerade auf dem Foto ist und die Wolken rechts im Bild die Monotonie des Himmels stören. Auch die abgeschnittene Kuppel ist diskussionswürdig. Viele Bildagenturen würden die ganze Kuppel bevorzugen mit dem Argument, dass sich Kunden bei Bedarf das Bild selbst zurechtschneiden würden.

Naturaufnahmen konkurrieren in Bildagenturen mit vielen Klassikern. Während Fotos von Menschen allein durch Mode und Styling von selbst veralten, bleibt Natur relativ beständig und auch Jahrzehnte alte Dia-Aufnahmen können sich heute noch gut verkaufen, wenn sie professionell eingescannt werden. Dieses Foto hat jedoch trotzdem gute Verkaufschancen, da durch die beiden Menschen im Bild zum einen die Proportionen der Umgebung besser sichtbar werden und zum anderen Fotos von Menschen im Regen bzw. Nebel relativ selten sind. Zusammen mit einem klaren Bildaufbau ergibt es ein gutes, konkurrenzfähiges Stockfoto. Nur die Furchen links unten könnten eventuell mit Photoshop entfernt werden.

Für dieses Foto einer Taucherin gilt ähnliches wie beim letzten Bild. Die Kombination “schöne Naturaufnahme + Mensch = Verkäuflichkeit” trifft auch hier zu. Der Anschnitt links ist vielleicht etwas knapp und um auf der sicheren Seite zu sein, sollte ein Model Release der Taucherin vorhanden sein. Ich hatte letzte Woche erst eine Mail von einer Bildagentur erhalten, dass sich die Leserin einer Zeitschrift gemeldet hatte, in der ein Foto von mir abgedruckt war. Sie behauptete, ich hätte ihre Mutter fotografiert. Dabei war die alte Dame auf dem Foto meine Oma. Mit dem Model Relase konnte ich das nachweisen.

Hier haben wir so einen Fall: Eine schöne Landschaftsaufnahme ohne Menschen. Technisch ist sie gelungen, die Komposition ist ansprechend, der Himmel ansehnlich und die Linien um unteren Drittel erzeugen einen wiegenden, beschwingten Einduck. Vom Motiv gut verkäuflich, doch konkurriert diese Aufnahme der Sony mit ca. 8MP mit ähnlichen Fotos mit deutlich höherer Auflösung. Ein gutes Stockfoto, jedoch mit viel Konkurrenz.

Bei diesem Foto hätte ich zuerst auf ein Fernrohr getippt, aber bei genauem Hinsehen erkennt man eine Querflöte. Die Perspektive mit der geringen Tiefenschärfe ist gelungen und das Foto ist gut freigestellt. Für Bildagenturen deshalb gut geeignet. Es kann jedoch sein, dass die weißen Bereiche auf der Flöte keine Zeichnung mehr besitzen, das kann ich bei diesem kleinen Format nicht erkennen und das kann für einige Bildagenturen ein Ablehnungsgrund sein.

Das letzte Foto ist ebenfalls ein Stillleben: Altes Buch mit Brille. Die Freistellung ist sauber (bis auf die kleine Schattenstelle unten links, die etwas verbessert werden könnte) und mit den passenden Suchbegriffen wie “Bildung, Wissen, alt, …” gut verkäuflich. Hier bieten sich auch Variationen an: Mit zusammengeklappten Brillenbügeln, Brille vor dem Buch, alte statt neuer Brille etc.
Insgesamt ein überzeugendes Portfolio, was von Bildagenturen sicher gerne genommen wird. Ein kleiner Hinweis jedoch: Die Creative Common-Lizenz, unter der viele dieser Fotos erhältlich sind, schränkt die Vermarktung etwas ein. Zum Beispiel müsste eine Zeitung, die einen Bericht mit einem Foto illustrieren möchte, dafür nichts zahlen. Der Verkäuflichkeit schadet das natürlich.
Was sagt ihr zu den Fotos? Teilt ihr meine Einschätzung?
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Kritisch, ehrlich, subjektiv.
Verwandte Artikel:
Pimp My Stock! Folge 01
Pimp My Stock! Folge 02
Pimp My Stock! Folge 03

von R. Kneschke am 2. Februar 2009
Ob ich denn nicht mal…? Ab und zu fragen mich andere Fotografen, ob ich Ihnen nicht einige Tipps zur Stockfotografie geben könne.
Klar, mache ich gerne. Aber damit auch andere Fotografen etwas lernen können, möchte ich konkrete Tipps zu konkreten Stockfotos in der Artikelserie “Pimp My Stock” geben. Im Teil drei meiner Serie bittet Martha Spörck um Hinweise, wie sie ihre Stockfotos verbessern kann. Martha ist eine Angestellte aus Wien, die seit 2000 Amateurfotografin ist und seit 2008 mit der Stockfotografie begonnen hat. Sie fotografiert mit einer Canon EOS 40D und einer Walimax-Blitzanlage.
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Kritisch, ehrlich, subjektiv.
Nun, aber die Fotos:

Die Farbauswahl mit dem rosa und rot und der Komplementärfarbe Grün an der Tasse finde ich gelungen, auch die Komposition passt. Trotzdem gibt es viele Dinge zu verbessern, die allein vielleicht nicht relevant sind, aber zusammen doch zu einer “Abwertung” des Fotos führen. Zum ist der Saum des Pulloverärmels sichtbar ausgefranst, der Faden mit dem Etikett des Teebeutels stört und kann in der 100%-Ansicht eventuell zu Urheberrechtsproblemen führen (Logo, Markenrecht). Außerdem finde ich den Blick des Models unpassend. Der wirkt auf mich eher nach “Ihh, was schwimmt da Ekliges in meinem Tee” als “Hm, ich liebe heißen Tee”. Und genau dieser Ausdruck würde ein Bild verkaufen.

Hier dominiert der Anschnitt: Finger, Augen, Haaransatz sind abgeschnitten. Vor allem das Abschneiden der Augen ist ein Tabu und sollte vermieden werden. Das Lächeln des Models überzeugt mich leider wieder nicht. Auch die gesamte Szene ist diesmal seltsam. Eine halbe Walnuss auf der Handfläche? Als Stockfoto zum Thema “Kochen/Ernährung” würde eine Küchen- oder Essumgebung besser passen und zum Thema “Härte” hätte die Nuss mit den Zähnen aufgebissen werden können.

Das Konzept wirkt klar, der Bildaufbau hätte jedoch symmetrischer sein können. Vor allem, dass der Körper nicht in der Bildmitte ist und links vom Arm weniger als rechts zu sehen ist, stört den Bildeindruck.

Geldscheine sind ein hervorragendes Requisit für Konzeptfotos. Da hier jedoch sofort zu erkennen ist, dass Spielgeld verwendet wird, schwächt das die Symbolkraft der Bilder stark ab. Diese Art der Fingernägel ist eine Modeerscheinung, welche das Bild schneller veralten lassen kann als notwendig. Was das für ein metallischer Gegenstand ist, den die Hände da halten, habe ich nicht erraten können. Hat jemand eine Idee?

Auch wieder ein gutes Motiv. Kopfkissen symbolisieren Ruhe und Entspannung. Für ein “müdes” Model wirkt die Frau jedoch zu aufgestylt und zu stark geschminkt. Der Gesichtsausdruck ist ebenfalls wieder nicht optimal. Er scheint eher Trauer als Gelassenhaut auszudrücken. Mit einem zerknüllten Taschentuch in der Hand unter dem Auge wäre es wieder passend zum Thema “Liebeskummer”.

Leider gilt auch bei diesem Bild viel von den vorigen Anmerkungen. Das Motiv ist an sich verkaufsträchtig. Immerhin ist 2010 die nächste Fußball-Weltmeisterschaft. Aber Schmuck und Schminke des Models wirken nicht sportlich und als Foto zum Thema “Fan” oder “Zuschauer” wirkt der Blick der Frau nicht motiviert und leidenschaftlich genug.
Es schmerzt mir, so viel Negatives zu den Fotos schreiben zu müssen. Aber es wird gut deutlich, dass es für gelungene Stockfotografie auf Kleinigkeiten ankommt. Vor allem die Wahl des Models wirkt für diese Motive nicht ganz glücklich und auch die Accessoires hätten behutsamer genutzt werden können. Wie seht ihr das? War ich zu kritisch? Oder zu nett?
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von R. Kneschke am 20. Dezember 2008
Ob ich denn nicht mal…? Ab und zu fragen mich andere Fotografen, ob ich Ihnen nicht einige Tipps zur Stockfotografie geben könne.
Klar, mache ich gerne. Aber damit auch andere Fotografen etwas lernen können, möchte ich konkrete Tipps zu konkreten Stockfotos in der Artikelserie “Pimp My Stock” geben. In der zweiten Folge fragt mich der Wiener Fotograf Elia Zilberberg, wie sich einige seiner Fotos in Bildagenturen machen würden. Bisher macht er vor allem Reportagefotos und Auftragsarbeiten, möchte aber stärker in die Stockfotografie einsteigen. Er fotografiert meist mit der Canon EOS 30D.
Wer ebenfalls von mir kostenlos Tipps haben will, ob seine Fotos “stocktauglich” sind, kann gerne ebenfalls mitmachen.
Und so läuft’s:
- Schickt mir eine kurze Mail, in der ihr Euch vorstellt, z. B. wie lange ihr Fotos macht, mit welcher Ausrüstung, ob und wo ihr schon Fotos verkauft und was ihr in Zukunft in der Stockfotografie-Branche vorhabt.
- Wenn ich ausreichend Zeit habe für Bildbesprechungen, bitte ich Euch, mir 5-10 Bilder in kleiner Auflösung zu schicken.
- Diese werde ich dann in einem Blogbeitrag wie diesem veröffentlichen (auf Wunsch auch anonym) und meine Kommentare abgeben aus Business-Sicht. Also eher nicht, ob eine Blume schön ist oder nicht, sondern wie verkäuflich das Foto sein könnte oder wie es verkäuflicher gemacht werden könnte.
Kritisch, ehrlich, subjektiv.
Nun, aber die Fotos:

Das erste Foto ist ein pastellfarbenes Stilleben von Make-Up-Zubehör. Das Motiv ist bei Bildagenturen gern gesehen und die leichte Schräge ist auch Teil der modernen Bildsprache.
Das Weiß läuft vielleicht etwas zu stark aus und könnte bei einigen Bildagenturen zur Ablehnung wegen “technischer Mängel” führen, auch wenn ich finde, dass es das Helle und Schöne, was dem Beauty- und Wellness-Bereich gerne zugeschrieben wird, betont.
Die Farbtöpfchen im Vordergrund könnten in der Stockfotografie etwas sauberer sein, vor allem im Bereich der Werbung. Bei einer redaktionellen Verwendung ist das weniger ein Problem.

Eine ungewöhnliche Perspektive zeichnet dieses Foto aus. Die Betonung auf den vorderen Fuß lässt einen gleich daran denken, wie es sich anfühlen würde, im Wasser zu planschen und zu schweben. Der Ring am Zeh wirkt meines Erachtens etwas störend, weil er die Aufmerksamkeit zu stark beansprucht.
Auch unter dem Fuß hätte mehr Platz sein können. Die dunklen Stellen oben links brechen die helle Wellness-Atmosphäre auch etwas unpassend, können aber mit Photoshop schnell entfernt werden. Insgesamt aber ein Foto, was sich gut verkaufen könnte.

Ich kann nicht genau erkennen, was das Foto abbildet, vermute aber, es sind Wassertropfen. Ein Foto, was nicht jeder Fotograf nachmachen könnte und deshalb auch weniger Konkurrenz bei den Bildagenturen haben wird. Zusammen mit den passenden konzeptionellen Suchbegriffen sollte das Foto gut verkäuflich sein. Höchstens ein blauer Hintergrund könnte die Assoziation mit Wasser verstärken und für noch mehr Verkäufe sorgen. Warum also nicht in Photoshop die Farbe ändern und den Agenturen beide Versionen anbieten?

Dieses Foto eines reichhaltig gedeckten Tisches lebt von der ungewöhnlichen und nur aufwändig zu erreichenden Perspektive. Zusammen mit dem weichen, aber dennoch modelierenden Licht von links ergibt das ein Foto, um das sich Bildagenturen prügeln würden. Bevorzugen wäre eine Bildagentur, die sich auf Food-Fotos spezialisiert hat, wie z.B. Stockfood oder Delipix.
Verbesserungeswürdig wäre noch die Ausrichtung des Fotos: Alle Tischkanten sollten parallel zum Bildrand laufen. Mit etwas Photoshop-Arbeit lässt sich das aber noch richten.

Ein herrliches Motiv: Eine Entenfamilie mit niedlichen kleinen Kücken. Einsam, aber dicht gedrängt, geht sie auf der Straße und die Eltern scheinen sich etwas zu erzählen oder Zuneigung zu signalisieren. Das Foto ist hervorragend geeignet, um Konzepte wie “Familie, Vertrauen, Sicherheit, Geborgenheit oder Kindheit” zu verkörpern. Zwei kleine Nachteile nur: Die meisten Bildagenturen bevorzugen Farbfotos mit der Begründung, dass der Kunde schneller aus einem Farbbild ein S/W-Foto erzeugen kann als andersrum. Auch wirkt es auf mich, als läge die Schärfe nicht genau auf den Köpfen der erwachsenen Enten, aber das kann ich bei der Bildgröße nicht richtig beurteilen.

Eine generische Landschaft. Ein Weg. Viel Himmel. Von diesen Motiven gibt es unzählige und deshalb wird es so ein Foto schwer haben, von Bildagenturen genommen zu werden. Da solche Motive von Kunden trotzdem häufig gefragt werden, würde sich der Aufwand lohnen, es etwas zu verbessern. Das Blau des Himmels sollte abgedunkelt und gesättigt werden, auch das Grün der Wiese kann hervorgehoben werden. Die einzelnen Zweige und dazugehörigen Schatten unten rechts lassen sich noch entfernen. Dazu noch die passenden Suchbegriffe wie “Weg, Himmel, blau, Natur, Landschaft, Ziel, Reise, Urlaub, etc.” und die Verkäufe können kommen.

Bei der Bewerbung für die Bildbesprechungen hat mit Elia ca. 50 Fotos geschickt, von denen viele Fotomotive mit Menschen waren, beim Sport oder beim Feiern und die sich sehr gut verkauft hätten. Es ist mir rechtlich jedoch zu unsicher, diese hier zu zeigen, weil für die Fotos kein schriftlicher Modelvertrag vorliegt. Genau das ist auch der Grund, warum diese Fotos es bei Bildagenturen schwer haben würden.
Als Kompromiss hier ein Foto, bei der eine Frau nur unscharf im Hintergrund zu sehen ist. Mir gefällt das Foto, weil die Haltung der Frau eine nachdenkliche, betrübte Stimmung symbolisiert. Die scharfgestellten filigranen, feinen Blüten im Vordergrund unterstreichen die Sensibilität des Augenblicks noch. Insgesamt ein gelungenes Stockfoto.

Katzenfotos gibt es zuhauf in der Stockfotografie. Dieses Foto hebt sich davon durch die strenge Linienführung ab und hat neben niedlichen Katzen auch mehrere Themen zu bieten: “Ernährung, Futterneid, Teilen, …”
So ist es in der Stockfotografie gut aufgehoben. Entfernt werden könnte noch das Graffito unten links, auch wenn die Buchstaben “ATE” das englische Wort für “gegessen” (bzw. aß) bilden und somit thematisch sogar passen würden.

Das ist nichts für schwache Nerven. Blut dominiert das Foto, zusammen mit einer offenen Wunde und drei Händen, die mit spitzen Werkzeugen daran werkeln. Die Magenverträglichkeit des Fotos ist diskutabel, nicht aber die gelungene Komposition, bei der alle Werkzeuge die Blicke auf die Wunde lenken und die Reduzierung auf di beiden Grundfarben Blau und vor allem das Rot.
Die Konkurrenz bei diesem Motiv ist in Bildagenturen gering und somit dem Verkauf sehr zuträglich.
Nur das Auge oben rechts irritiert und sollte am Computer ebenfalls wegoperiert werden.

Nach dem Blutschock etwas Niedliches zur Versöhnung. Katzenbabies! Wie beim vorigen Katzenfoto schon geschrieben, gibt es diese Tiere bei Bildagenturen zuhauf und deshalb steht die Hauskatze bei vielen Bildagenturen mittlerweile auf der Liste der “unerwünschten Motive”. Diesem Foto rechne ich trotzdem gute Verkaufschancen aus, weil Katzenbabies, vor allem als Gruppe, so süß sind, dass sich immer genug Käufer finden werden. Voraussetzung: Die obere Katze muss scharf sein, was beim kleinen Vorschaubild nicht genau erkennbar ist.
So, nun seid ihr dran. Decken sich meine Einschätzungen mit Euren Erfahrungen oder würdet ihr einigen Motiven mehr oder weniger Verkaufschancen einräumen als ich?

von R. Kneschke am 28. August 2008
Ob ich denn nicht mal…? Ab und zu fragen mich andere Fotografen, ob ich Ihnen nicht einige Tipps zur Stockfotografie geben könne.
Auch der Fotograf und Leser meines Blogs Christian Rohweder bat mich per Mail, ob ich mal seine Webseite anschauen und ihm vielleicht einige Tipps geben könnte, ob seine Fotos als Stockfotos geeignet seien und was er verbessern könnte. Klar kann ich. Aber damit gleich mehrere Fotografen etwas davon haben, habe ich beschlossen, je nach Nachfrage öffentliche Bildbesprechungen anzubieten.
Und so läuft’s:
- Schickt mir eine kurze Mail, in der ihr Euch vorstellt, z. B. wie lange ihr Fotos macht, mit welcher Ausrüstung, ob und wo ihr schon Fotos verkauft und was ihr in Zukunft in der Stockfotografie-Branche vorhabt.
- Wenn ich ausreichend Zeit habe für Bildbesprechungen, bitte ich Euch, mir 5-10 Bilder in kleiner Auflösung zu schicken.
- Diese werde ich dann in einem Blogbeitrag wie diesem veröffentlichen (auf Wunsch auch anonym) und meine Kommentare abgeben aus Business-Sicht. Also eher nicht, ob eine Blume schön ist oder nicht, sondern wie verkäuflich das Foto sein könnte oder wie es verkäuflicher gemacht werden könnte.
Kritisch, ehrlich, subjektiv.
Los geht’s mit der ersten Folge von “Pimp My Stock!”

Uhren sind gute Symbole in der Stockfotografie. Hier könnte der Bildaufbau jedoch durchdachter sein. Die harte Lichtquelle lässt Stellen am Glas weiß auslaufen und sorgt für einen zu harten Schatten. Ein rechtliches Problem kann das Design der Uhr sein, hier gilt es aufzupassen und im Zweifelsfall beim Hersteller nachfragen oder recherchieren (z.B. beim Deutschen Patent- und Markenamt)

Auch Pinnnadeln sind ein beliebtes Stockmotiv. Um solche Fotos zu verkaufen, sollen auch die passenden Konzept-Suchwörter wie Chaos, Unordnung, Vielfalt etc. benutzt werden. Das Foto selbst ist jedoch zu hell, hier sollten die Mitte in der Tonwertkorrektur nach rechts verschoben (dunkler) werden. Bei solchen Makroaufnahmen ist wichtig, dass die Objekte sehr sauber sind, was hier nicht ganz der Fall ist.

Hier ist der Name einer Maschinenbaufirma zu sehen, die Teil des Werfenverbundes von ThyssenKrupp Marinesystems AG ist. Die verstehen da keinen Spaß. Ein Fall für den Retuschestempel. Insgesamt ist das Bild aber zu unkomponiert und zu dunkel, rechts saufen Bereiche ins Schwarz ab. Besser wäre gewesen, mit einem stärkeren Teleobjektiv eine vertikale Aufnahme nur des linken Bereichs zu machen und den Firmennamen wegzustempeln.

Aaaah, Raps! Der Dauerbrenner unter den Landschaftsaufnahmen, gleich nach Sonnenuntergängen und Bergpanoramen. Die Konkurrenz auf diesem Gebiet ist schwer. Ich finde das Foto aber sehr gelungen. Hellblauer Himmel mit viel PLatz für Designer, ihren Text unterzubringen. Klarer detailreicher Vordergrund mit passendem ruhigen Hintergrund und Reduzierung auf zwei sehr komplementäre Farben. Ich denke, dass Verkaufschancen da sind, vor allem mit Suchbegriffen wie “Sommer” oder “Textfreiraum” bzw. “Copy Space”.

Schwarz-Weiß-Fotos sind bei Stockagenturen nicht so beliebt. Und ein Propeller als Symbol soll eher “Abenteuer”, “Bewegung” und “Geschwindigkeit” vermitteln als Ruhe und Stillstand. Das Foto finde ich nicht schlecht, sehe aber nicht viele Verkaufschancen.

Eine schlichte Makroaufnahme, vielleicht etwas grobkörnig bzw. rauschig, aber mit passender Verschlagwortung (Auswahl, Kommunikation, …) sicher verkäuflich. Die “Alt”-Schrift und das Symbol daneben könnten eventuell retuschiert werden, um den Fokus besser auf die “Option” zu lenken.

Ähnlich wie die Uhr oben: Der Markenname und die Logos sind bei diesem Taschenmesser ein großes “No-Go”! Auch die Komposition ist meiner Meinung nach nicht gut durchdacht. Der Rahmen ist im Original schon entfernt worden.D

Die durch Asphalt brechende Pflanzentrieb ist in der Stockfotografie ein beliebtes Symbol für Aufbruch, Wachstum, Stärke, Herausfordung und Freiheit. Sprich: Ein universell einsetzbares Motiv, hier auch gut umgesetzt. Gefällt mir nach dem Rapsfoto am besten. Kleiner Verbesserungsvorschlag: Das Grün sättigen und beim nächsten Mal den Winkel so wählen, dass die Triebe sich auf dem Foto nicht überlagern, also mehr nach rechts oder links gehen. Die wenigen losen Steine könnten noch retuschiert werden. Trotzdem ein beliebtes Stockfoto.

Bei dem Füller mit Tintenfass ist im Original die Gravur schon retuschiert. Das Motiv ist gefragt in der Stockfotografie, aber es gibt bessere Umsetzungen. Die Schatten sind zu hart und der Untergrund nicht hell genug. Verbessern ließe sich es auch, wenn der Füller etwas schreibt: Einen Lottoschein ankreuzt, einen Stimmzettel ausfüllt, Termine in einen Kalender schreibt oder schlicht das Wort “Danke”.
Damit bedanke ich mich auch beim mutigen Debütant Christian in der ersten Folge von “Pimp My Stock!” Ich warte auch Eure Anfragen. Falls ihr weitere konstruktive Anregungen zu obigen Fotos habt, freue ich mich auf Eure Kommentare.

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Über diesen Blog Ein Blick hinter die Kulissen professioneller Fotografie: Der Autor Robert Kneschke ist Fotoproduzent und schreibt hier über seine Arbeit. Mit Tipps und Informationen für Fotografen, Models, Bildkäufer und Bildagenturen.
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