Warum die neuen Filter von Google Bildagenturen bedrohen können

Ich sage es schon eine Weile, dass die größ­te Änderung im Stockfotografie-Markt ver­mut­li­ch von einer Seite kom­men könn­te, die eini­ge gar nicht im Blick haben.

Ich mei­ne Technologiekonzerne, allem vor­an die – nicht nur – Suchmaschine Google. Viele ver­ges­sen, dass auch Bildagenturen wie Shutterstock, iSto­ck und Fotolia in ers­ter Linie Technologiefirmen sind, die mehr oder weni­ger zufäl­lig eben mit der Ware „Bilder“ han­deln. Genauso gut könn­ten sie auch Musik, Texte, Code-Schnipsel, Schulungsvideos und so wei­ter ver­kau­fen. Agenturen wie Envato oder Pond5 ver­su­chen das ja auch und auch Shutterstock hat kürz­li­ch mit Skillfeed einen Marktplatz für Tutorials ins Leben geru­fen. Den alt­ein­ge­ses­se­nen Macrostock-Agenturen haben die­se Firmen ganz schön zuge­setzt, weil plötz­li­ch viel Know-How ins aus uner­war­te­ter Richtung ins Spiel kam.

Was bisher geschah…

Aber zurück zu Google. Schon 2009 schrieb ich, dass die neu ein­ge­führ­te Google Bildersuche (heu­te als „Google Images“ bekannt), die Stockfotografie ver­än­dern wür­de. Schon kurz dar­auf waren die Suchergebnisse bei Google Images deut­li­ch bes­ser als von TinEye, um glei­che Bilder im Netz zu fin­den. Vor ziem­li­ch gen­au einem Jahr wur­de ein gehei­mer Deal zwi­schen Getty Images und Google bekannt, der auf jeden Fall zeigt, dass Google der Bildermarkt bekannt ist. Ca. ein hal­bes Jahr spä­ter führ­te eine grund­le­gen­de Layout-Änderung bei der Google Bildersuche zu ers­ten Umsatzeinbrüchen bei Bildagenturen.

Die letz­te Ankündigung reiht sich damit fast naht­los in eine Entwicklung ein, die immer bedroh­li­cher für Bildagenturen ist.

Was neu ist…

Google ver­öf­fent­lich­te vor paar Tagen eine neue Filter-Möglichkeit für die Bildersuche, bei der Bilder nach bestimm­ten Verwendungszwecken gefil­tert wer­den kön­nen. So „neu“ ist die Funktion zwar nicht, denn sie ist seit ca. vier Jahren bekannt, aber bis­her war sie sehr gut in den Tiefen eines Untermenüs ver­steckt.

Hierarchisch geord­net sehen die ange­bo­te­nen Filtermöglichkeiten so aus:

  • nicht nach Lizenz gefil­tert
  • zur Wiederverwendung gekenn­zeich­net
  • zur kom­mer­zi­el­len Wiederverwendung gekenn­zeich­net
  • zur Wiederverwendung mit Veränderung gekenn­zeich­net
  • zur kom­mer­zi­el­len Wiederverwendung mit Veränderung gekenn­zeich­net

Jetzt kön­nen die­se Optionen rela­tiv sicht­bar unter dem Suchfeld bei „Suchoptionen/Nutzungsrechte“ ein­ge­blen­det wer­den.

Im Hinblick auf die­se Neuerung wer­den aktu­ell haupt­säch­li­ch zwei Aspekte dis­ku­tiert. Die Genauigkeit die­ser Filter sowie die lang­fris­ti­ge Änderung von Suchgewohnheiten.

Wie genau die Nutzungsrechte gefiltert werden…

Aktuell spei­sen sich die meis­ten Bilder, wel­che über­haupt gefil­tert wer­den, aus dem Pool von Flickr, Wikipedia, Deviantart, Fotocommunity und eini­gen ande­ren „Crowd Sourcing“-Bilderseiten.

Kritiker wer­fen unter ande­rem ein, dass die ange­zeig­ten Filter einer­seits nicht gen­au genug sind, ande­rer­seits nicht dem übli­chen „Branchenslang“ ent­spre­chen (was ange­sichts der Verwirrung um Begriffe wie „lizenz­frei“ viel­leicht sogar bes­ser ist) und Google natür­li­ch auch kei­ne Haftung über­nimmt, ob die Lizenzen kor­rekt ver­ge­ben wur­den.

So behaup­tet Google ger­ne, dass ein Creative-Commons-Bild, wel­ches unter die „CC BY-SA 2.0″-Lizenz gestellt wur­de (Namensnennung und Wiedergabe unter glei­chen Bedingungen), „zur kom­mer­zi­el­len Wiederverwendung gekenn­zeich­net“ wäre. Das ist zwar inso­fern kor­rekt, dass sol­che Bilder aus­drück­li­ch kom­mer­zi­ell genutzt wer­den dür­fen, aber eben nur, wenn der Urheber genannt wird und das Endprodukt (zum Beispiel die Werbeanzeige oder das Computerspiel mit dem Bild im Einsatz) eben­falls mit der „CC BY-SA“-Lizenz ver­öf­fent­licht wird. Das sind prak­ti­sch so gra­vie­ren­de Einschränkungen, dass der (unab­sicht­li­che) Missbrauch von CC-Lizenzen damit eher zuneh­men als abneh­men wird.

Außerdem wis­sen die meis­ten Leute eben nicht, dass die Nutzungsrechte nur ein recht­li­cher Aspekt bei der lega­len Bildnutzung sind. Sind Personen auf dem Bild, müs­sen zusätz­li­ch auch die Persönlichkeitsrechte der Person beach­tet wer­den, es gibt noch den Patentschutz, Markenschutz, Designschutz und so wei­ter.

Tatsächlich hal­te ich das Problem aber für beherrsch­bar, weil Google durch sei­ne aus­ge­feil­ten Algorithmen die Bilderkennung mitt­ler­wei­le sehr gut beherrscht und sicher immer noch bes­ser dar­in wer­den wird. So wäre es bestimmt tech­ni­sch leicht lös­bar, bei iden­ti­schen Bildern an meh­re­ren Stellen im Netz auto­ma­ti­sch immer die strengst­mög­li­che Nutzungskennzeichnung anzu­neh­men. Wenn also eine Bildagentur ein Bild mit Wasserzeichen ver­öf­fent­licht und jemand das Bild ille­gal bei Flickr als „Public Domain“-Bild ein­stel­len wür­de, könn­te Google – tech­ni­sch gese­hen – bestimmt schnell erken­nen, dass es eigent­li­ch urhe­ber­ge­schützt ist. Wenn sie es nicht jetzt schon so machen.

Beunruhigender fin­de ich den zwei­ten Aspekt:

Wie sich die Suchgewohnheiten ändern können…

Wir leben – nicht nur digi­tal – in einer Filterblase und neh­men die Umwelt um uns her­um nach bestimm­ten Kriterien wahr. Jemand, der in der Bilderbranche arbei­tet, sieht über­all Stockfotos und erkennt sei­ne Models wie­der, wäh­rend Menschen mit ande­ren Berufen die meis­ten Motive spä­tes­tens nach paar Sekunden wie­der ver­ges­sen haben. Deshalb den­ken wir Stockfotografen auch, dass vie­le Leute ja Bildagenturen ken­nen müss­ten, wo sie Fotos güns­tig ein­kau­fen kön­nen. Unter dem Strich wis­sen jedoch mehr Menschen nicht, dass Bildagenturen exis­tie­ren und was die­se ver­kau­fen als anders­rum. Wer auf der Suche nach Bildern ist, geht viel häu­fi­ger zu Google und schaut sich dort die Ergebnisse an.

Deswegen geben Bildagenturen auch sehr viel Geld aus, um ent­we­der direkt bei Google Werbung zu schal­ten oder indi­rekt, um mit­tels aus­ge­feil­ter SEO-Maßnahmen die eige­nen Bilder in die obers­ten Reihen der Google-Bildersuche zu drü­cken. Das funk­tio­nier­te lan­ge sehr gut, bis Google, wie erwähnt, das Layout umstell­te. Jetzt geht Google noch einen Schritt wei­ter. Sobald der Bildsucher auch nur nach irgend­ei­ner Lizenz sucht, fal­len prak­ti­sch alle Agenturbilder, egal ob Microstock oder Macrostock, aus dem Raster. Übrig blei­ben Amateurbilder.

Das kann einer­seits dazu füh­ren, dass auch pro­fes­sio­nel­le Bildkäufer sich ver­mehrt bei den kos­ten­lo­sen Bildern bedie­nen. Das wie­der­um schwächt die Profis, wenn sie nicht in der Lage sind, sich durch Motivwahl, Qualität oder ande­re Unterschiede von den Hobbyfotos abzu­gren­zen.

Andererseits ler­nen viel­leicht weni­ger Menschen, die noch kei­ne Bildkäufer sind, über­haupt Bildagenturen ken­nen und gewöh­nen sich dar­an, dort bequem und rechts­si­cher Fotos lizen­zie­ren zu kön­nen. Denn wie die meis­ten Bildagenturen bestä­ti­gen wer­den, ist eine der größ­ten Trafficquellen jeder Agentur die Google Bildersuche. Gewesen, müss­te ich in Zukunft viel­leicht schrei­ben müs­sen.

Was ebenfalls passieren könnte…

Es könn­te sein, dass Google mit dem Nutzungsrechte-Filter die Bildsucher auch dafür sen­si­bi­li­sie­ren will, dass nicht jedes Bild ein­fach belie­big genutzt wer­den darf. Wenn das klar ist, erscheint logi­scher, dass für eine Nutzung was gezahlt wer­den müss­te. Wenn jetzt Google Rechteinhabern anbie­ten wür­de, ihre Bilder eben­falls unter „für kom­mer­zi­el­le Weiterwendung gekenn­zeich­net“ anzu­zei­gen und ein klei­nes Warenkorb-Symbol unter das Foto packt, damit klar ist, dass für die­se Fotos eine klei­ne Gebühr bezahlt wer­den muss, wäre das für die Bilderbranche eine Revolution.

Abwegig wäre es kei­nes­falls. Google ver­kauft über den Playstore schon eine Weile digi­ta­le Inhalte, hat das Vertriebsnetz und die Bezahlmöglichkeiten also prak­ti­sch getes­tet. Google hät­te von allen Bildagenturen von Anhang an die größ­te Nutzerbasis. Google hat das tech­ni­sche Know-How, um dop­pel­te Bilder weg­zu­fil­tern, ähn­li­che Bilder anzu­bie­ten, Keyword-Vorschläge zu machen und so wei­ter. Selbst für die Rechteinhaber, also die Fotografen oder Grafikdesigner, wäre ein Angebot von Google ver­lo­ckend: Immerhin nimmt Google Play nur 30% Kommission von den Anbietern, wäh­rend es bei iSto­ck bis zu 85% sind.

Die Leidtragenden wären die bis­he­ri­gen Bildagenturen. Der Markt bleibt also sehr span­nend.

Was sagt ihr? Wie könn­te Google den Bildermarkt umkrem­peln?

36 Gedanken zu „Warum die neuen Filter von Google Bildagenturen bedrohen können“

  1. Hallo Robert,

    wie­der­mal ein fet­tes Dankeschön für dein Aufklärung!

    Die Gefahr ist zwar da, ich sehe das jedoch nicht so kri­ti­sch. Ich habe spa­ßes­hal­ber die Suche für mei­nen Produktionsbereich aus­pro­biert und unter kom­mer­zi­el­len Verwendung nichts aber auch gar nichts brauch­ba­res gefun­den. D.h. mei­ner „Kundschaft“ hät­te die Suche nichts gebracht. Das kann sich natür­li­ch lang­fris­tig ändern, jedoch kann ich mir nicht vor­stel­len, dass jemand lang­fris­tig für Nichts arbei­tet…

    Sollten ver­mehrt unli­zen­zier­te Bilder (z.B. mit Wasserzeichen) unter kom­mer­zi­el­le Verwendung ange­bo­ten wer­den, wür­de es auch zu mehr Abmahnungen füh­ren – was wie­der­um auf Google zurück­fal­len könn­te. Ich sehe das hier sogar eher posi­tiv. Ab und zu mah­ne ich auch ab und die Begründung ist oft „Bild wur­de bei Google gefun­den“ – die Menschen den­ken, Bilder bei Google darf man gra­tis nut­zen. Mit der neu­en Suche wür­den die Nutzer eher sen­si­bi­li­siert und viel­leicht wird dann auch weni­ger „geklaut“.

    Und ob ich mei­ne Bilder bei Fotolia, Shutterstock oder Google-Playstore anbie­te – solan­ge ich Geld bekom­me, ist das mir egal.

  2. Ist mir mitt­ler­wei­le schon egal…

    Mein Problem ist, das etli­che Zeitungen, die die Bilder bei mir direkt kau­fen die­se ein­fach in der vol­len Auflösung auf Ihre Webseiten stel­len. Da die­se auf Grund Ihrer Größe auch sehr gut gelis­tet sind, sind vie­le mei­ner Bilder auf der ers­ten Bildtrefferseite von Google. Da ist dann die vol­le Auflösung mit einem Klick zum down­loa­den. Warum soll da jemand auf die Zeitungsseite wei­ter­kli­cken? Und wenn schon mal einer wei­ter­klickt: von einer Zeitung kann man das Bild ja run­ter­la­den. Oder nicht?

  3. Es wird wohl eher den Microstock betref­fen und Bildsucher aus dem pri­va­tem Umfeld, bzw. Web Programmierer anspre­chen, weni­ger die Bildagenturen die werb­li­ch oder redak­tio­nell ver­kau­fen, die
    Agenturen die Ihren Markt bei einer noch bes­ser bezahl­ten­den Kundschaft suchen kann es also egal sein.

  4. @RobertMeins: Naja… Wenn es um eine gro­ße Kampagne für eine Firma geht sicher. Im Bereich von klei­nen Einmann-Firmen: Mal sehen.

    Man soll Google aber auch nicht nur ver­teu­feln. Ich hat­te heu­te eine Anfrage von einer Caritativen-Organisation, die eines mei­ner Bilder auf einer Zeitungsseite in der Google-Bildersuche gefun­den hat, und es jetzt (zu einem guten Preis) gekauft hat. Ist also Fluch und Segen. Die Frage ist nur was über­wiegt…

  5. Hallo Robert ,
    du hast den Nagel auf den Kopf getrof­fen.

    Google könn­te die größ­te Bildagentur der Welt wer­den. (Was mir ein wenig Angst macht)
    Und erhr­li­ch gesagt, war­te ich dar­auf eigent­li­ch schon lan­ge.

    Google hat einen guten Suchalgorithmus, eine auto­ma­ti­sche Vervollständigung von Suchanfragen
    und die Rechenpower um alles in den Schatten zustel­len, was sich heu­te Bildargentur nennt.
    Ganz zu schwei­gen von Gesichtserkennung (zb. in Picassa).

    Sie kön­nen auf rie­si­ge Datenmengen (Google Analytics) und Suchanfragen zurück­grei­fen von denen Fotolia und Co. nur Träumen kön­nen.

    Heutzutage geht es nicht mehr nur um den Preis der Bilder, son­dern um die Zeit, bis ich ein pas­sen­des Bild gefun­den habe und es bezah­len kann.
    Bei 25–30 Millionenbildern in den Argenturen gibt es fast kei­ne Nieschen mehr, es geht dar­um, dass der Kunde sein per­sön­li­ches Lieblingsbild sofort fin­det und sich nicht durch
    hun­der­te Seiten kli­cken muß.

    Wenn ich nur dran den­ke was Fotolia für Übersetzungsprobleme bei den Keywords hat .
    Und es im Fotoliaforum einen Thread gibt, in dem Fotografen
    fal­sche Übersetzungen samm­len und dann an Fotolia sen­den…

  6. Die Gefahr, dass Google eine eige­ne Bildagentur grün­det, sehe ich nicht direkt. Allerdings ist der digi­ta­le Bildermarkt seit über einem Jahrzehnt stän­dig in Veränderung. Wobei Google einen Teil an der Entwicklung bei­ge­tra­gen hat.
    Die Kunden sind ja oft durch Google zu Kunden bei den Microstock Agenturen gewor­den. Viele Bilder sind zuer­st bei Google gefun­den wor­den und dann erst bei den Mikros gekauft wor­den.
    Das Problem sehe ich jetzt weni­ger als ver­stärk­te Konkurrenz, son­dern als digi­ta­les Rauschen.
    Mit der stei­gen­den Nutzung von Smartphones wird die Bilderflut enorm zu neh­men. Das ist jetzt kei­ne direk­te Konkurrenz zu Microstock. Aber die Google Bilder Suche spuckt immer weni­ger Stockfotos aus.
    Das wäre viel­leicht kein Problem wenn der Stockfoto Markt noch wach­sen wür­de. Aber der welt­wei­te Umsatz bei Stockfotos dürf­te irgend­wo bei 1,6 Milliarden Dollar sta­gnie­ren. Zum Vergleich, allei­ne mit Hochzeitsbildern wer­den allei­ne in den USA fast 4 Milliarden Dollar Umsatz gemacht.
    Bei einem Markt, der nicht mehr wirk­li­ch wächst, die Zahl der Anbieter steigt, die Anzahl der Bilder steigt. Da ist es wahr­schein­li­ch ein Problem, wenn die wich­tigs­te Suchmaschine die Microstock Fotos im digi­ta­len Rauschen unter­ge­hen lässt.

  7. Ich seh jetzt nicht soo die Gefahr.
    Wir Fotografen kön­nen unse­re Bilder mit Wasserzeichen vese­hen.
    Es gab hier auf Roberts Blog ja schon mal eine Diskussion über Wasserzeichen ja/nein. Wenn über die Google-Suche hier finan­zi­el­le Verluste ein­tre­ten, wird sich die Diskussion über die Ästhetik eh schnell erle­digt haben und die Wasserzeichen wer­den nor­mal wer­den.

    Die Agenturen, an denen wir unse­re Fotos geben müs­sen eben selbst Lösungen fin­den. – Aber auch bei den Agenturen, wird Google kei­ne HiRes Daten anzei­gen kön­nen.

    Anspruchsvolle und seriö­se Bildverwerter wer­den sich sicher nicht über Google bedie­nen. Die Gefahr recht­li­ch belangt zu wer­den, weil der Algorhytmus von Google irgend einen Fehler zu den Rechten aus­spuckt ist zu groß.

    Wie es bei den Microstock Kunden aus­sieht, kann ich nicht beur­tei­len. Ich ken­ne eine klei­ne Werbeagentur, die sich dort bedient. Aber auch die wird es sich nicht leis­ten Bilder über Googel zu besor­gen, wenn nicht die Situation der Rechte klar ist.

    @Landkartenfabrik: Doch es gibt noch sehr gro­ße Lücken bei den Agenturen, auch und beson­ders bei den Microstock. Ich hat­te heu­te erst wie­der ein Telefonat mit einem Chef einer Bildagentur über die­ses Thema. Gefragt sind authen­ti­sche, ech­te Bilder mit wirk­li­chen Menschen und nicht mit Modells. Geb mal den Begriff „Bäuerin“ bei foto­lia ein und zeig mir ein Foto, auf dem eine ech­te Bäuerin abge­bil­det ist. Die Frauen, die dort erschei­nen wir­ken so, als wären sie zum ers­ten Mal auf einem Bauernhof. Hier fin­det gera­de ein Umdenken in den Redaktionen statt. Authentizität wird immer wich­ti­ger.

  8. @ebaer: Mit der Bäurin in den Agenturen hast Du sicher recht. Aber gib das mal in Google ein – und schon hast u die Bilder.

    Das Problem sind ja nicht Bilder mit Wasserzeichen. Aber: wenn ein Kunde Dein Bild gekauft hat – der stellt es nicht mit Wasserzeichen ins Web! Und wenn Dein Kunde eine gro­ße deut­sche Zeitung ist, wird es auch rela­tiv weit vor­ne zu fin­den sein. Und wie ich oben schon geschrie­ben haben – die stel­len die Bilder knall­hart auch mit der vol­len Auflösung ein. Schlimm – aber Tatsache.

    Anspruchsvolle Bildsucher wer­den es auch nicht viel nut­zen kön­nen. Da bin ich ganz bei Dir. Oder sie fra­gen dann bei Dir/der Agentur nach und kau­fen es. Hatte ich heu­te ja. Ich habe es ja schon mal irgend­wo geschrie­ben, dass mein Bestseller in etwa dop­pelt sooft im Netz ist wie ver­kauft… Ist halt die Frage wo „anspruchs­voll“ anfängt.

    Aber man wird damit Leben müs­sen. Ist nun mal der Lauf der Zeit. Microstock habe ich ja auch über­lebt. 🙂

  9. Das Gerücht, Google wol­le in den Bildermarkt ein­stei­gen, exis­tiert schon eini­ge Jahre. Google hat tech­ni­sch sicher­li­ch viel zu bie­ten, auch Kapital wäre kein Problem. Was jedoch noch nicht erwähnt wur­de:

    A. Fotos spie­len sich nicht von sel­ber ein. Zunächst braucht es erfah­re­ne Bildredakteure, wel­che die Spreu vom Weizen tren­nen und wis­sen, wel­ches Fotos in der Suche nach Vorne müs­sen. Außerdem Uploadmechanismen, Bezahlfunktionen, Redaktionszugänge mit spä­te­rer Bezahlung, Partneranbindungen (Picturemaxx z.B.)und Sortierfunktionen ande­rer Form als bei Google. Das kos­tet alles sehr viel Zeit und Geld und amor­ti­siert sich nur lang­sam.

    B. Die rich­ti­ge Bildauswahl muss vor­han­den sein. Leute wie Robert zum Beispiel müs­sen im Vorfeld schon gewon­nen wer­den. Wer mit der fal­schen oder einer ent­täu­schen­den Bildmenge star­tet, wird es schwer haben, denn der ers­te Blick des Kunden ist oft ent­schei­dend. Es sei hier nur an das Projekt Polylooks der Deutschen Telekom erin­nert, über wel­ches ich ein Liedchen sin­gen könn­te aber nicht wer­de 😉 Kapital allei­ne, ist jeden­falls noch kein Garant für den Erfolg. 

    C. Bildkäufer erwar­ten Support. Dieser ist schon auf­grund der oft schwer nach­voll­zieh­ba­ren Lizenzen (RF, Merchandising, Common License, RM) unbe­dingt erfor­der­li­ch. Ich muss also Menschen aus­bil­den und ein­stel­len und zwar bit­te (als Google) dann gleich in allen Sprachen der Erde. Diese gan­zen Ausgaben mit 30% Honoraranteil zu bewäl­ti­gen schafft auch Google nicht. Als klei­ne deut­sche Agentur, kön­nen wir uns mit Deutsch und gebro­che­nem Englisch durch­schla­gen. Uns ver­zei­hen die Kunden so etwas.

    D. Vielleicht hät­te Googles Bildagentur so viel Erfolg, dass irgend­wann über 200–300 Mio. Fotos Online wären. Große Agenturen wie Alamy oder Shuttersock nähern sich bereits der 50 Mio. Marke. So absurd das klingt: Dies stei­gert wie­der die Chance für klei­ne Anbieter. Wenn ich mich durch so vie­le Fotos kli­cken muss, kos­tet das auch Zeit und Nerven. 

    E. Google hat ein Quasi-Monopol. Wird die­ses aus­ge­nutzt, um eine Branche wie den Bildermarkt zu über­rol­len, kann dies auch die Kartellwächter auf den Plan rufen. 

    F. Wenn ich wie Getty Images nur 20–30% Provision zah­le und trotz­dem meh­re­re Millionen Fotos von Partneragenturen erhal­ten kann, war­um soll­te dann nicht auch Google sich die Fotos auf die­sem ein­fa­chen Weg besor­gen, anstatt die Fotos alle ein­zeln von Mitarbeitern müh­sam und kost­spie­lig prü­fen zu las­sen und sel­ber ein­zu­pfle­gen? Dann wären aber die Bildagenturen wie­der mit an Bord. Google wür­de nur künf­tig mit­ver­die­nen und einen Teil der Provision ein­strei­chen. Diese Variante wäre die ein­fachs­te, daher wür­de ich auf die­se neue Vertriebsschiene Wetten, wenn ich müss­te.

    Naja, das sind nur eini­ge SPONTANE Ideen, SCHNELL auf­ge­schrie­ben. Also bit­te Fehler oder Lücken in der Kette ent­schul­di­gen. Ich woll­te nur mal auf­zei­gen, dass die­ses Business nicht so ein­fach ist, wie es scheint. Dies bedeu­tet noch nicht, dass die Google Bilddatenbank nicht kom­men wird. Wir dür­fen gespannt sein…

  10. @Walter: „(zu einem guten Preis) “ – dar­un­ter ver­steht ja jeder etwas ande­res – bei mir z.B. fängt der gute Preis bei € 500,– + X an – bei begrenz­ter Nutzung (Laufzeit, Verbreitung, Abbildungsgröße)

  11. Meiner Meinung wird das nicht nur die Micros betref­fen. Aus zwei Gründen. Wenn die Verkäufe nicht stei­gen, wer­den bei den Micros meist die Preise erhöht.
    Die Fotografen bei den Micros wer­den bei sin­ken­den Verkäufen und stei­gen­den Preisen auch ver­mehrt (noch) Nischenthemen anbie­ten. Denn was nicht so Mainstream ist, wie zB authen­ti­sche Bäuerin, bringt dann bereits ab 2–3 Downloads genug Gewinn um für eini­ge inter­es­sant zu sein.
    Ich den­ke die Bildersprache wird sich dadurch bei den Micros ein wenig ver­än­dern. Wenn jetzt der Kuchen nicht grö­ßer wird, dann wird das den Makros noch ein wenig am Umsatz weg knab­bern.
    Nicht die gro­ßen Einbußen, aber doch spür­bar.
    Interessant wäre es, wenn Google eine Suche für Agenturbilder anbie­ten wür­de. Also ein Filter für RM, tra­di­tio­nel­les RF und Mikrostock Bilder.

  12. @max II: „Wenn die Verkäufe nicht stei­gen, wer­den bei den Micros “ In einem vor­he­ri­gen Bericht von Robert konn­te man
    gut erken­nen, wie schlecht das Rating von FL ist – ähn­li­ch wie das von Griechenland – den­ke mal es sieht im gesam­ten Micro so aus, die müs­sen neue ver­triebs­we­ge ein­schla­gen um die Umsätze zu erhö­hen, son­st fal­len denen die Geldgeber weg 🙂

  13. Ich habe das mehr aus der Sicht der Fotografen gese­hen. Die Preise stei­gen ja jedes Jahr, die Verkäufe wer­den weni­ger. Bei den Mikros wur­de bis­her ver­sucht mehr den Mainstream ab zu decken. Ein Foto soll­te mög­lichst geg­ne­ri­sch sein, um sich so oft wie mög­li­ch zu ver­kau­fen. Wie vie­le Fotografen gibt es zB bei isto­ck noch mit einem Verhältnis , Verkäufe zu Portfolio Größe von über 10.
    Wenn man als Fotograf davon aus­ge­hen kann, das sich ein Bild im Durchschnitt nur 2–3 mal ver­kauft. Dann ist es für die klei­ne­ren Produzenten kein Nachteil statt Mainstream, mehr authen­ti­sche Bilder zu machen.
    Ich glau­be das wird in 2 Richtungen gehen. Extreme Massenproduktion wie Yuri mit 4000 Bildern im Monat, oder mehr authen­ti­sche Bilder. Bei gro­ßen Produktionsmengen wer­den die Kosten pro Bild gerin­ger sein. Ein klei­ner Produzent kann da nicht mit hal­ten.
    Es kann natür­li­ch auch anders kom­men, aber ich glau­be die logi­sche Entwicklung wird in so eine Richtung gehen. Wenn sich Mainstream nicht mehr für jeden aus­zahlt, wird es auch nicht mehr jeder machen. Es geht jetzt nicht dar­um, was bes­ser ist. Es wird immer schlech­ter. Aber nicht so schlecht, dass es sich nicht mehr aus zah­len wür­de.

  14. @Walter: „Mit der Bäurin in den Agenturen hast Du sicher recht. Aber gib das mal in Google ein – und schon hast u die Bilder.“

    Äh, in wel­chem Google bist Du?
    „Bäuerin“ mit „zur kom­mer­zi­el­len Wiederverwertung“ bringt bei mir gera­de mal 29 Ergebnisse. Die Hälfte davon his­to­ri­sche sw Fotos, fast der gan­ze Rest Gemälde. (Über Model-Release reden wir gar nicht erst…)

    Mit den „authen­ti­schen Bildern“ ist es doch auch so: Vieles davon kann nicht als RF ange­bo­ten wer­den und fällt damit für den Microstock-Bereich weit­ge­hend aus. Jedenfalls wenn man „authen­ti­sch“ ern­st nimmt und nicht doch wie­der alles clean retu­schiert wegen feh­len­den PR.

  15. Robert Meins: „…den­ke mal es sieht im gesam­ten Micro so aus“ Nun, Shutterstock hat eine recht mar­kan­te Wertsteigerung an der Börse hin­ter sich und die Bewertug sieht, diplo­mat­si­ch for­mu­liert, im Gegensatz zu Fotolia, gesund aus. Bedaure es sehr, dass ich nicht sofort mit eini­gen Aktien ein­ge­stie­gen bin.

  16. @Manfred: Ich habe nicht nach “zur kom­mer­zi­el­len Wiederverwertung” gesucht, weil das tun die meis­ten Bilderklauer auch nicht. ;-). Für mich ging es dabei um Bilderklau. Sonst wäre Google kei­ne Gefahr, son­dern ein Werbemedium, wie es ja auch sein kann (sie­he oben mei­nen Verkauf des­we­gen.
    Ich gebe Dir völ­lig recht, dass man „authen­ti­sche“ Bilder nicht wirk­li­ch leicht für Micro machen kann. Die ent­ste­hen meis­tens bei Reportagen, und da dann Releases auf­zu­trei­ben ist oft nicht ganz so ein­fach. Und in dem Moment, wo man das Logo am Traktor weg­ma­chen muss, ist die gan­ze „Authentiziät“ auch schon wie­der dahin.

    Aber der Trend dazu ist da. Shutter hat das ja auch gera­de in sei­ner Info geschrie­ben, dass es hier sehr viel mehr Suchanfragen gibt als vor­her. Vielleicht sehen sich die Leute ja auch gera­de etwas von den wei­ßen Hintergründen ab 😉

  17. @roede-orm: Shutterstock hat sich nicht raten/Rating las­sen – daher gibt es auch kei­ne Bewertung. Die Aktien fast aller Unternehmen sind gestie­gen, was wohl eher an einer locke­ren Geldpolitik und damit ver­bun­den nied­rie­gen Zinsen liegt. Wenn Du ande­re Infos hast, dann ver­lin­ke die doch.

  18. Ich sehe die­se Entwicklung auch mit einem posi­ti­ven Auge. Niemand spricht von den Vorteilen von offe­nen Bildlizenzen GERADE fuer Fotografen.

    Waehrend kom­mer­zi­el­le Verwerter wei­ter­hin oft zur recht­li­chen Absicherung fuer Model Release, Lizenzvertrag und aehn­li­ches kos­ten­pflich­ti­ge Dienstleister auf­su­chen wer­den, koen­nen Fotografen in einem brei­ten Feld zum Mashing oder fuer abge­lei­te­te Produkte auf den Pool der offe­nen Bilder zugrei­fen – soweit das Endprodukt wie­der eine offe­ne Lizenz tra­gen darf.

    Ich den­ke dass im Endeffekt ein Fotoproduzent viel haeu­fi­ger mit einer offe­nen Lizenz arbei­ten kann als kom­mer­zi­el­le ver­wer­ter.

    Einfaches Beispiel: vie­le Hochzeitsfotografen koen­nen Creative CC Material in ihren Arbeiten ver­wen­den, da sie den Inhalt sowie­so offen in den Blogs rauf­la­den.

    Die Content Welt ver­aen­dert sich nicht nur zum nega­ti­ven. Andere Branchen haben die­se Transformation bereits abge­schlos­sen und sind auch nicht unter­ge­gan­gen…

  19. @RobertMeins: Ist schon rich­tig, dass die Börsen im letz­ten Jahr gut gelau­fen sind. Aner nicht jede hat­te DIESE Perfomance:
    Kurszeit 17:07:01 Kursdatum 22.01.2014
    Tageshoch 83,21 Eröffnung 83,00
    Tagestief 81,50 Vortag 83,54
    52 W. Hoch 89,00 Volumen (Stück) 15.472
    52 W. Tief 23,31 Marktkapitalisierung (USD) 2,85 Mrd.

    Vor einem Jahr war die Aktie am 52Wochentief. Das sind schon ein paar Prozente Zuwachs. 

    Im Vergleich dazu CocaCola:
    Kurszeit 17:24:10 Kursdatum 22.01.2014
    Tageshoch 40,08 Eröffnung 39,98
    Tagestief 39,76 Vortag 39,92
    52 W. Hoch 43,43 Volumen (USD) 0
    52 W. Tief 36,54 Marktkap. (EUR) 129,97 Mrd

    Auch gestie­gen…

  20. @Walter: Du mußt auf das KGV schau­en – liegt bei 58, damit ist die Aktie bru­tal über­be­wer­tet, soli­de Werte haben ein KGV von 10–20.

    Der Aktienkurs ist kein Indiez für die Gesundheit.

  21. Noch was zu Shutterstock: „Der Gewinn redu­zier­te sich unter dem Strich hin­ge­gen von 8,7 auf 6,2 Millionen US-Dollar“

    Nur mal zum Vergleich, die Düsseldorfer Bildagentur ZEFA hat­te 2004 einen Umsatz von 40 Mio €

  22. @Robert Meins: Komisch, dass Du aus­ge­rech­net Zefa als Beispiel nimmst. Die wur­den 2005 dann von COrbis geschluckt und vie­le Mitarbeiter ent­las­sen. Da half denen der Umsatz auch nichts.

    P.S. Bitte kom­men­tie­re nur unter einem Pseudonym im Blog

  23. @RobertMeins: Trotzdem habe ich Shutteraktien. :-). 

    Klar ist eine Bildagentur mit 2,8 Milliarden über­be­wer­tet. Die Bilder gehö­ren ja mir und den ande­ren Fotografen die dort ein­stel­len. Die haben „nur“ die Kunden und eini­ge Server. Allerdings habe ich damit (im Vergleich zu man­chen ande­ren) nicht schlecht ver­dient. Ich habe damals nach dem Motto gehan­delt: „Schaufeln ver­kau­fen ist bes­ser als selbst nach Gold zu gra­ben“. Und ich habe eine Stop-Order. Fällt Shutter um 5% ist sie auto­ma­ti­sch weg. Dann habe ich immer noch mehr als 100% ver­dient. Leider bin ich nicht zu Anfang an ein­ge­stie­gen.

    Und sieh Dir mal das KGV von „Amazon“ an, dage­gen ist das von Shutter harm­los.

    Interessant, dass Du UMSATZ mit GEWINN ver­gleichst. Shutter hat einen GEWINN von 4,6 MIO EURO, Zefa einen UMSATZ von 40 Mio. Wie viel macht Zefa GEWINN?

    Aber egal: Wir ent­fer­nen uns hier viel zu weit vom Thema. Leichter wird’s für Agenturen egal ob Micro oder Makro (Mids gibts ja ohne­hin nicht mehr) nicht mehr wer­den. Ob die Bedrohungen nun von Google, Handys oder was immer noch erfun­den wird kom­men ist egal. 

    Ich mache seit 22 Jahren aus­schließ­li­ch Stock. Da ist sehr, sehr viel pas­siert – und in den nächs­ten 22 Jahren wird auch wie­der viel pas­sie­ren. Allerdings spie­le ich nur mehr eini­ge Jahre mit… 😉

  24. @RobertMeins: Sorry!

    Habe erst jetzt gese­hen, dass Du den Umsatz von Zefa aus 2004 (!) genannt hast. Nun damals hat es kei­ne ern­st zu neh­men­de Micro gege­ben, bzw. waren die gera­de ganz am Anfang. Wie wir alle wis­sen, hat sich der Umsatz bei den Makroagenturen in den letz­ten 10 Jahren nicht gera­de sehr gestei­gert – oder? 

    Also Zahlen von vor über 10 Jahren als Vergleich zu neh­men, wo es die Agentur kurz dana­ch so schon nicht mehr gege­ben hat ist ein wenig schwie­rig.

  25. Also den Umsatz der Macros kann man viel­leicht ein wenig nach­ver­fol­gen wenn man beim Bundesanzeiger in die Bilanzen der ein­zel­nen GmbHs schaut – mir hilft es bei der Auswahl mei­ner Agenturen sehr, es ist schon erschre­ckend, wie vie­le Bildagenturen gerin­ge Umsätze haben. 

    Und wenn man erst ein­mal sei­ne Bilder in einer insol­ven­ten Agentur ste­cken hat und die damit wei­ter­hin Geld ver­die­nen, bekommt man die Bilder u.U. nicht so ein­fach raus.

  26. @RobertMeins: Die Bilanzen las­se ich mei­nen Steuerberater schon seit Jahren che­cken:
    Siehe mei­nen Beitrag vom 14. Juni 2012 in die­sem Forum:

    »„Wie weiß man als Fotograf, dass man bei Agentur A gut auf­ge­ho­ben ist oder nicht bes­ser zu B geht. Deswegen habe ich ja mei­nen Steuerberater bemüht, weil ich mir einen Wiedereinstieg bei den Makros über­le­ge. Und viel­leicht eben bei den fal­schen Agenturen bin. Es rückt ja kla­rer­wei­se kei­ne Agentur Zahlen über Verkäufe, Umsätze etc. her­aus. Und im Gespräch sind alle nett.“»

    Daher ken­ne ich die Zahlen der letz­ten 6–7 Jahre ziem­li­ch gut. ;-). Und dann ver­stehst Du auch, war­um ich mit einem Vergleich, wo eine der Vergleichszahlen 10 Jahre als ist, ein klei­nes Problem habe.

    In die­sem Beitrag Juni 2012 habe ich auch geschrie­ben, dass Shutter 2011 einen Umsatz von 120 Mio Dollar gemacht hat. Im letz­ten Jahr waren es knapp 200 Mio. Ist für 2 Jahre kei­ne schlechhte Steigerung. Aber ich kann es ohne­hin nicht ändern. Wenn eine Agentur ob klein oder groß, Micro oder Makro in die Pleite schlit­tert, ist es so. Wirklich arm sind dann nur Profis, die bei die­ser Agentur exklu­siv sind. Für Amatuer ist es ärger­li­ch, aber nicht Existenz bedro­hend. Und Profis die meh­re­re Agenturen belie­fern nicht SO dra­ma­ti­sch wie für den Exklusiv-Profi.

    Aber das war jetzt wie­der am eigent­li­chen Thema vor­bei. Wir kön­nen aber ger­ne in einem eige­nen Beitrag dar­über dis­ku­tie­ren.

  27. @Walter:
    Eine Steigerung beim Umsatz von Shutter in zwei Jahern um ca. 80% hört sich gut an – aber der Gewinn ist im sel­ben Zeitraum gesun­ken – 25%, da läuft was schief.

  28. @RobertMeins: Gut,läuft was schief. Und was kann ich mit die­sem Wissen jetzt anfan­gen?

  29. Naja, als Inhaber einer Agentur kann ich Ihnen auch ver­ra­ten, dass eine geschick­te Steuer- und Bilanzpolitik ja gera­de dar­in besteht kei­ne Gewinne aus­zu­wei­sen. Die wer­den dann näm­li­ch ver­steu­ert. Wenn Sie also nur in die Bilanz schau­en, erhal­ten Sie ein fal­sches Bild. Den Cash Flow müss­ten Sie ken­nen…

  30. @Michael Krabs: Wir kön­nen das ja ger­ne mal anhand der Bilanz von Zoonar hier bespre­chen, die ist ja öffent­li­ch.

  31. Nein, es reicht jetzt zu dem Thema hier. Bitte die nächs­ten Kommentare wie­der auf den ursprüng­li­chen Artikel bezie­hen.
    Wer wei­ter­dis­ku­tie­ren will, kann ger­ne im Stockfotografie-Forum einen ent­spre­chen­den Thread auf­ma­chen…

  32. Interessante Diskussion, lei­der jetzt erst gese­hen. Die gene­rel­le Richtung (bzgl. Google, Microsoft etc) könn­te schon mal stim­men – aller­dings dürf­te das Endergebnis etwas anders aus­se­hen. Ich den­ke auch, dass sich in nicht all­zufer­ner Zukunft der Bildermarkt gra­vie­rend ver­än­dern wird. Auch wer­den die Agenturen wei­ter eine Existenzberechtigung haben – nur in einer abge­än­der­ten Form. Sie wer­den sich auf ihre Kernkompetenz kon­zen­trie­ren müs­sen – in Hauptsache die Selektion. Wahrscheinlich wird deren Anzahl durch Spezialisierung und gerin­ge­re Verwaltungs- und Marketingkosten, im Vergleich zu heu­te, sogar zuneh­men. Ob das Geschäft für Bildersteller ein­fa­cher oder lukra­ti­ver wer­den wird ist zum jet­zi­gen Zeitpunkt kaum fest­zu­stel­len. Tendeziell wür­de ich eine Besserung erwar­ten, weni­ger Verwaltung, bes­se­re Informationen was benö­tigt wird, wahr­schein­li­ch mehr Verkäufe – dage­gen wer­den wohl die Preise wei­ter fal­len, der %tua­le Anteil am Erlös aber stei­gen. Auch schät­ze ich die Chancen recht hoch ein in Zukunft das kom­plet­te Geschäft auf eige­ne Beine stel­len zu kön­nen. Ist man eini­ger­ma­ßen eta­bliert dürf­te das Finden und Lizenzieren kein gro­ßes Problem mehr sein…

  33. …Immerhin nimmt Google Play nur 30% Kommission von den Anbietern, wäh­rend es bei iSto­ck bis zu 85% sind.

    naja, wenn der Plan von Google auf­geht, dann wer­den Sie auch hier irgend­wann die Monpolstellung haben – so gesche­hen schon bei Suchmaschinen. Wer erin­nert sich noch an lycos, fire­b­all oder alta­vis­ta?

    der tech­ni­sche Fortschritt ist schon ambi­va­lent. Auf der einen Seite gibt es wirk­li­ch inno­va­ti­ve Neuerungen – das stimmt schon. Auf der ande­ren Seite gibt es durch den tech­ni­schen Fortschritt dau­ernd auch neue Geschäftsmodelle, die (über-)morgen schon wie­der ver­al­tet sind. Da ist es schwer, auf wel­ches Geschäftsmodell der Fotograf lang­fris­tig bau­en soll – oder kann er das evtl. gar nicht mehr? Weil nur noch kurz­fris­ti­ge Strategien denk­bar sind?

    Gruß ran­dy

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