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Stockfotografie-News 2009-07-31

Es ist der letzte Tag um Juli, es ist Freitag und damit Zeit für einen Rückblick auf die Woche in der Bilderbranche.

  • istockphoto sorgt mal wieder für Aufregung. In einer E-Mail erklärte der Erfinder des Microstock-Modells, dass Stock.xchng (SXC) nun von istockphoto statt wie bisher von StockXpert betrieben werde. Getty Images, denen istockphoto gehört, hatte vor einer Weile Jupiterimages aufgekauft, denen wiederum die Microstock-Bildagentur StockXpert gehörte. SXC ist eine Webseite, die momentan über 400.000 Gratis-Bilder anbietet. Bildnutzer, die an mehr oder besseren Fotos interessiert sind, wurden bisher auf die StockXpert-Seite weitergeleitet. Es wird gemunkelt, dieser Traffic sei für 30-40% der Umsätze verantwortlich gewesen. Diesen Traffic möchte nun istockphoto auf seine Seite ziehen.
  • In ähnlicher Sache: Ab dem 1. August 2009 werden über Jupiterimages keine RM-Bilder mehr angeboten. Was mit den Bildern danach geschieht, ist noch unklar, die Vermutung liegt jedoch nahe, dass diese Verkäufe zukünftig direkt über die Getty Images-Seite getätigt werden sollen.
  • Die neue Microstock-Agentur Polylooks hat jetzt auch ein Forum.
  • SnapVillage, der Microstock-Ableger der Bildagentur Corbis, schließt ebenfalls am 1. August 2009.
  • Statt auf SnapVillage setzt Corbis jetzt im Microstock-Bereich auf den Veer Marketplace und hat dort einige Neuerungen angekündigt: Die Marketplace-Bilder sollen künftig sichtbarer auf der Veer-Seite angezeigt werden, eine Suche nach Preis soll jetzt möglich sein, Credit-basierte Abrechnung wurde eingeführt und für Fotografen gibt es verbesserte Statistikfunktionen und mehr.

Dann auf Wiedersehen im August.

Rückblick auf Stockfotografie-Prophezeiung

Wie ironisch kann das Leben sein?

Ende 2006 wagte der Gründer der Microstock-Bildagentur LuckyOliver, Bryan Zmijewski, einige Phrophezeiungen, wie sich der Bildermarkt 2007 entwickeln würde.

Schauen wir von 2009 mal darauf zurück und schauen, was aus seinen Vorhersagen geworden ist.

  • „2007 werden mehr Bilder verkauft als in den letzten drei Jahren zusammen.“

Ich habe keine konkreten Zahlen, aber angesichts des steigenden Microstock-Erfolgs halte ich die Aussage für eingetroffen.

  • „Ich sage voraus, dass die Microstock-Industry 2007 stark wachsen wird, entweder durch die Zahl der Anbieter oder das Verschmelzen von traditionellen Anbietern mit Microstock-Agenturen.“

Da hatte Bryan ebenfalls recht. Es gibt etliche neue Microstock-Agenturen, die sich gerade so über Wasser halten, Peter Sylent von Sylent Press bietet die Microstock-Linie „peoplepics“ an, etc.

  • „Ich denke, dass mindestens ein großer Name in der Internet-Welt in das Microstock-Geschäft einsteigen wird.“

Wenn wir die Telekom als „großen Namen in der Internet-Welt“ akzeptieren, ist diese Voraussage mit zwei Jahren Verspätung eingetroffen.

  • „Flickr wird 2007 keine Fotos verkaufen.“

2007 nicht, aber seit 2008 verkauft Flickr Fotos – über den Branchenprimus Getty Images. Hier irrte sich Bryan.

  • „Ich denke, Getty wird einige Probleme wegen starker Änderungen der Distributionskanäle haben.“

Siehe voriger Punkt: Getty hatte das Problem, dass Flickr selbst Fotos verkaufen wollte, aber Getty machte das, was er immer am besten konnte: Konkurrenten aufkaufen.

  • „Die Bildagenturen, die 2007 blühen werden, sind die, welche Nutzer mit Inhalten und Kommunikation an der Stange halten. Dazu zähle ich meine eigene Agentur LuckyOliver, sowie istockphoto und Veer.“

Hier trifft die Ironie ins Volle: LuckyOliver ist mittlerweile pleite, aber istockphoto geht es gut und auf dem Veer Marketplace werden jetzt die Fotos der eingestellten Microstock-Agentur SnapVillage zu finden sein.

  • „Ich denke, Nischen-Agenturen werden 2007 weiter wachsen. Mittelständische Bildagenturen werden ausgequetscht.“

Hm, hierzu kann ich nichts sagen, weder zustimmend noch ablehnend. Was meint ihr?

  • „2007 werden die Microstock-Seiten ihre Fotografenanzahl erhöhen, während die der traditionellen Bildagenturen konstant bleiben wird.“

Genau das ist geschehen, Bryan.

  • „Microstock-Agenturen werden in den nächsten Jahren ihre Preise moderat erhöhen.“

Auch das ist geschehen.

  • „Traditionelle RF-Preise werden nach unten gehen.“

Ja, die Preise sinken.

  • „Die Preismodelle ‚Rights-ready‘ und ‚custom stock‘ sind zu verwirrend für Käufer, deshalb werden diese Modelle wieder verschwinden.“

Auch da hat er recht. Getty Images, die „rights-ready“ eingeführt hatten, haben Anfang 2009 das Modell für Fotos eingestellt, jetzt gilt es nur noch für Videos.

  • „Das Abo-Modell von Shutterstock wird weiter erfolgreich Änderungen bei Bildagenturen und Käufer-Wechsel erwirken.“

Mittlerweile sind viele Bildagenturen dazu übergegangen, das Abo-Modell von Shutterstock zu kopieren oder zu verbessern. Die Voraussage stimmt.

Neun von zwölf Treffern. Nicht schlecht. Wie siehen Eure Prognosen für 2010 aus?

Stockfotografie-News 2009-05-01

Guten Morgen und willkommen im Mai! Was ist diese Woche passiert?

  • Nachdem Getty Images mit der Foto-Community Flickr zusammenarbeitet, will sich auch die Bildtochter „picture alliance“ der Nachrichtenagentur dpa nicht lumpen lassen und vertreibt nun Fotos der Foto-Community chroniknet.de. Das liegt insofern nahe, da die Nachrichtenagentur auf News-Material spezialisiert ist und die Foto-Community zeitgeschichtliche Fotos sammelt.
  • Die Microstock-Tochter SnapVillage der großen Bildagentur Corbis nimmt ab dem 1.05.2009 keine Bilder mehr an. Das ist ein weiterer Schritt des Archivumzugs zum Veer Marketplace.
  • Nachdem fotolia einige Wochen lang Videos gesammelt hatte, startet nun der Verkauf mit über 8200 Videos im Angebot.
  • Bevor PantherMedia im Mai sein Abo-Modell starten will, gibt es noch mal Preisänderungen bei den Download-Credits und den Paketpreisen.

Stockfotografie-News 2009-03-02

Auch diesmal eine kurze Übersicht über die Bewegungen im Bildermarkt.

  • Die Microstock-Bildagentur Shutterstock hat jetzt über 6 Millionen Bilder online. Erst vor wenigen Tagen wurde der Bruch durch die 6-Millionen-Marke gemeldet, jetzt hat die Agentur schon knapp 6.100.000 Fotos online. Gegen die 15,05 Millionen von Alamy wirkt das schon wieder relativ wenig.
  • Der Kauf von Jupiterimages durch Getty Images ist nun endgültig abgeschlossen. Jupiterimages soll nun in WebMediaBrands umbenannt werden. Parallel dazu kündigte Jupiterimages an, alle 400 weltweit Angestellten bis spästestens September 2009 entlassen werden.
  • Corbis schließt seine Microstock-Schwester SnapVillage und verkauft deren Fotos nun auf dem „Veer Marketplace„. Dort werden nun Fotos in ganz verschiedenen Preisklassen angeboten, von Micro- bis Macrostock. Mal sehen, ob das Konzept funktioniert.
  • Es scheint sich zu lohnen, der Bildagentur 123rf per Twitter zu folgen. Dort kündigte die Microstock-Agentur an, dass ihre Fotos bald auch über Inmagine erhältlich sein werden. Außerdem arbeiten sie an einer deutschen Version ihrer Webseite.
  • Das Online-Fotografie-Magazin Bildwerk3 startet im März ihren ersten Themenmonat und beginnt mit dem Thema „Bildagenturen“. Es wird unter anderem Interviews mit Bildagenturen und auch ein Interview mit mir geben.