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Rezension: Make Up Basics mit Femke Schuh und Patrick Ludolph (mit Verlosung)

Eine Frage, die mir häu­fig gestellt wird, lau­tet: „Arbeitest Du lie­ber mit Visagistin oder wie machst du das mit dem Schminken?

Meist las­se ich das die Models selbst machen, weil es ers­tens güns­ti­ger ist und zwei­tens logis­ti­sch ein­fa­cher ist, nicht immer eine ver­füg­ba­re Visagistin mit­bu­chen zu müs­sen.

Make Up Basics
Einige mögen den­ken: Wozu schmin­ken? Kann man doch alles in Photoshop machen! Theoretisch ja, auch prak­ti­sch, aber bei zig bis eini­gen hun­dert Bildern pro Shooting kann das in einen Mehraufwand von Stunden bis Tagen mün­den, der sich leicht ver­mei­den lie­ße, wenn die Models vor dem Shooting rich­tig geschminkt wer­den. Dazu kommt, dass sich gut geschmink­te Models auch bes­ser und selbst­be­wuss­ter füh­len und sich die­se posi­ti­ve Ausstrahlung auf die fer­ti­gen Fotos über­trägt.

Wenn sich mei­ne Models selbst schmin­ken sol­len, klappt das meist rela­tiv pro­blem­los, aber nicht immer. Vor allem Männer haben sel­te­ner Erfahrung mit Schminke. Hier muss ich als Fotograf dann impro­vi­sie­ren. Zum Glück hat­te ich ganz am Anfang mei­ner Fotografenlaufbahn eini­ge Fashion-Shootings, bei denen ich der dort anwe­sen­den Visagistin aus­führ­li­ch über die Schulter schau­en durf­te. Danach war ich immer­hin in der Lage, Mascara von Eyeliner und Puder von Make-Up zu unter­schei­den. Ich lern­te, war­um die „T-Zone“ so wich­tig ist und dass es für Wimpern sogar eine Zange gibt.

Daraufhin habe ich für die Fälle, in denen ein Model sich nicht selbst schmin­ken kann oder eini­ge Utensilien ver­ges­sen hat, ein klei­nes „Notfall-Set“ im Studio, mit paar Tönen Puder, Make-Up, Nagellack- und Makeup-Entferner, Haarspray, Haargummis, Kämmen, Bürsten, Schwämmchen und so wei­ter. Damit kann ich zum Beispiel ein männ­li­ches Model not­dürf­tig etwas abpu­dern und Glanzstellen mil­dern.

Das hat in der Vergangenheit eini­ge Shootings geret­tet. Ähnliches muss sich Patrick Ludolph, vie­len bes­ser bekannt als „Paddy“ vom Blog Neunzehn72 gedacht haben, als er sich sei­ne Lieblingsvisagistin Femke Schuh schnapp­te und mit ihr das Trainingsvideo „Make Up Basics“ zusam­men­stell­te.

Dieses wen­det sich aus­drück­li­ch an Fotografen, wel­che ler­nen wol­len, sich oder Models selbst zu schmin­ken. Das „Basics“ betont, dass es ein Anfängerkurs ist für Leute, die bis­her kei­ne Ahnung hat­ten.

Das Video ist in sechs Teile geglie­dert. Im ers­ten Teil stellt Femke die ver­schie­de­nen Produkte vor, die als Grundausstattung nötig sind. Mit dem Wissen um knap­pe Fotografenbudgets zwang Paddy sie, ihre üppi­ge Liste auf das Nötigste run­ter­zu­damp­fen und übrig blie­ben sie­ben Kategorien mit ca. 20 Produkten hoher Qualität, die im Einkauf zusam­men ca. 150–200 Euro kos­ten.

Mit die­ser Grundausstattung bewäl­tigt Femke im nächs­ten Kapitel den „Nude Look“, also bei dem eine Person so geschminkt wird, dass eher pas­siv Schwachstellen über­deckt wer­den und die Schminke idea­ler­wei­se nicht zu erken­nen ist.

Weiter geht es dann mit der Frage „Was tun bei Hautrötungen?“ und anschlie­ßend wid­met sich Femke einem Mann mit Bart, weil das in der Fotografenpraxis das häu­figs­te „Problem“ ist. In Kapitel Fünf wer­den dunkle Augen auf­ge­hellt und abschlie­ßend wagt Paddy mit dem neu gewon­ne­nen Wissen einen Selbstversuch, der nur ca. zehn Minuten braucht und beein­dru­ckend gut endet:

patrick
Paddy mimt in sei­ner Rolle als Moderator sehr über­zeu­gend den abso­lut ahnungs­lo­sen Anfänger, dem kei­ne Frage zu pein­li­ch ist, um sie zu stel­len und Femke erklärt dann kurz und ver­ständ­li­ch ihre Arbeitsschritte und die Gründe dafür.

Ich kann die­ses Video nur jedem Fotografen emp­feh­len, der sich kei­ne Visagistin leis­ten kann.

Selbst wer sich als Fotograf lie­ber wei­ter­hin auf Visagisten am Set ver­lässt, soll­te die­ses Video sehen. Schon um mit einer Visagistin oder einem sich selbst schmin­ken­den Model auf Augenhöhe reden und gege­be­nen­falls die pas­sen­den Anweisungen geben zu kön­nen. Denn die weni­gen Male, wo ich eine Visagistin am Set hat­te, lau­te­te deren ers­te Frage meist doch: „Wie soll das Model nach­her aus­se­hen?

Verlosung

Patrick war so freund­li­ch, mir das Video 2x zur Verlosung anzu­bie­ten. Wer mir bis ein­schließ­li­ch Samstag, dem 20.9.2014 in den Kommentaren mit­teilt, war­um gera­de ihr vom Video noch ler­nen könnt, nimmt an der Verlosung teil. Die bei­den bes­ten Vorschläge gewin­nen. Der Rechtsweg ist wie immer aus­ge­schlos­sen.

Fotosession mit Mick-Jagger-Look-Alike

Männer über 40 sind als Models nicht so ein­fach zu fin­den. Mit lan­gen Haaren noch weni­ger. Okay, viel­leicht sind sie auch nicht so gefragt, aber ich will die­sen Typ trotz­dem in mei­nem Portfolio haben.

Nachdenklicher Geschäftsmann

Das Model ist übri­gens Verleger und hat eige­ne Druckmaschinen, wes­halb es nahe lag, vie­le Fotos mit Büchern zu machen.

Auf Bücherstapel hocken

Ja, das Foto ist per­spek­ti­vi­sch voll ver­zerrt, aber ich fin­de, das macht den Reiz aus.

Mann greift durch Rahmen

Ich habe ja schon vie­le Fotos mit die­sem lee­ren Rahmen gemacht, aber das gehört zu mei­nen Favoriten. Die Haltung der Hand ist per­fekt und der Gesichtsausdruck freund­li­ch, sodaß das Foto eher für „Wir beschrei­ten neue Wege“ oder „Wir geben uns extra­viel Mühe“ steht als für „Wir neh­men uns, was wir wol­len“.

Mann mit Cremeklecks auf der Nase

Lange habe ich über­legt, an wen mich sein Gesicht erin­nert, bis mir auf­fiel, dass er Ähnlichkeit mit dem Rolling Stones–Sänger Mick Jagger hat.

Findet ihr nicht auch?

Noch mehr Männerfotos und trotzdem eine Première

Ich habe mich an mei­nen Vorsatz vom letz­ten Jahr gehal­ten und foto­gra­fie­re wei­ter­hin in schö­ner Regelmäßigkeit auch Männer. Zur Zeit liegt das Verhältnis die­ses Jahr bei 50:50. Ist doch fair, oder?

Schwere Kisten

Das Model dies­mal ist Amine, des­sen Eltern ursprüng­li­ch aus Tunesien stam­men. Deshalb hat er auch eine leicht gebräun­te Haut, was sich auf Fotos immer gut macht. Außerdem hat er teil­wei­se graue (grau­ge­färb­te?) Haare, die ihn etwas älter aus­se­hen las­sen als er ist. Damit eig­net er sich gut für Business-Fotos.

Geld-Blick

Beim Vorgespräch war Amine noch etwas unsi­cher und das Lächeln sah noch nicht ganz über­zeu­gend aus. Also bekam er vor dem Shooting die Hausaufgabe, das vor dem Spiegel zu üben und in der Tat: Beim Shooting ging es viel bes­ser.

Zähne zeigen

Nachdem ich end­li­ch mei­ne 5D Mark II benut­zen kann, sind auch Fotos wie unten mög­li­ch, da ich mei­ne alte Kamera als Ersatzbody behal­te. Alle Marken und Bezeichnungen müs­sen natür­li­ch von Kamera, Objektiv und Kameragurt retu­schiert wer­den.

Blick ins Objektiv

Hand am Griff

Mann mit Tafel

Diese schi­cke Tafel ist übri­gens ein Geschenk mei­ner Freundin, das sie mir auf dem Flohmarkt erstan­den hat. Toll, oder?

Geldsegen

Auch wenn die­se Fotosession beim Shooting Routine war, ist sie trotz­dem eine Première für mich. Zusammen mit einem Freund habe ich mir end­li­ch ein eige­nes Übersetzungstool erstellt, mit dem ich ganz bequem mei­ne deut­schen Suchbegriffe ins Englische über­set­zen las­sen kann. Na gut, kor­rek­ter müss­te ich es so for­mu­lie­ren: Ich habe mei­ne Wünsche geäu­ßert und mein Freund hat mir ein Excel-Makro geschrie­ben, das mir Suchbegriffe über­set­zen kann. Danke, Frank.

Muskelspiele im Gesicht

Letzte Woche hat­te ich wie­der ein männ­li­ches Model im Studio. Ich hat­te Stefan über ein Modelforum im Internet ent­deckt und gese­hen, dass er schon mal mit einem Kollegen von mir gear­bei­tet hat­te. Ich schrieb den Fotografen an und frag­te, ob er mir das Model emp­feh­len kön­ne. Er bejah­te aus­drück­li­ch und nach unse­rem Shooting kann ich mich sei­ner Empfehlung nur anschlie­ßen. Stefan ist sehr abwechs­lungs­reich und liebt es, Grimassen zu zie­hen. Eine gute Voraussetzung für Stockfotografie, bei der es weni­ger dar­um geht, die Coolness von Modefotos zu imi­tie­ren, son­dern Lebensfreude zu visua­li­sie­ren.

stefan_collage_klein

Die meis­ten Fotos waren Businessbilder, da die­se sich immer gut ver­kau­fen. Passend zur Finanzkrise gab es jedoch paar Motive.

Sichere Geldanlage
Notizen im Gesicht
Warnung auf dem Bau
Expander nutzen
Fußball-Fan

Mit dem Fußball und der Deutschland-Fahne habe ich schon die jubeln­den Fans für die Fußball-WM im nächs­ten Jahr abge­deckt.

Am Ende des Shootings fra­ge ich die Models meist, ob es noch irgend­wel­che Fotos gibt, die sie ger­ne von sich haben möch­ten, z.B. in ihren Lieblingsklamotten oder in einer bestimm­ten Pose. Stefan hat­te ein Foto im Kopf, was er ger­ne umge­setzt haben woll­te. Er stell­te sich einen Boxer vor dem Kampf vor, wie er ruhig und kon­zen­triert sei­ne Kräfte sam­melt. Mit mei­nem übli­chen Lichtaufbau, der sehr auf hel­le, strah­lend weiß aus­ge­leuch­te­te Fotos aus­ge­rich­tet ist, wür­de ich nicht weit kom­men. Aber durch das Schreiben eini­ger „Entfesselt Blitzen“-Artikel auf Kwerfeldein die Woche davor war ich moti­viert und rou­ti­niert, ein­fach mei­ne Studioblitzanlage aus­zu­stel­len und etwas mit einem ein­fa­chen Speedlight zu expe­ri­men­tie­ren. Ich ent­schied mich nach eini­gen Versuchen für ein hart gerich­te­tes Licht von rechts vor schwar­zem Hintergrund. Hier das Ergebnis:

Ruhe vor dem Sturm

Ich bin zufrie­den mit dem Ergebnis und Stefan anschei­nend auch, denn das Foto ziert jetzt sei­ne Sedcard.

Okay, wie fin­det ihr die Fotos? Was könn­te ich bes­ser machen?

Und wieder was gelernt

Einer der ange­neh­men Aspekte mei­ner Arbeit ist, dass ich stän­dig inter­es­san­te Menschen ken­nen­ler­ne. Oft gibt es Interessen oder Fähigkeiten einer Person, die sich foto­gra­fi­sch gut umset­zen las­sen. Außerdem ler­ne ich dann wie­der etwas Neues.

Eins mei­ner letz­ten Shootings hat­te ich mit einem Mann, der in sei­ner Freizeit an „Re-Enactments“ teil­nimmt, wel­che die Ritterzeit simu­lie­ren. Deshalb besitzt er eine mög­lichst ori­gi­nal nach­ge­bau­te Rüstung eines Tempelritters (genau­er gesagt eines Templerserganten). Das ermög­lich­te uns neben „nor­ma­len“ Portraits in einer Ritterrüstung auch Konzeptfotos zu den Konzepten „Sicherheit“, „Schutz“ oder „Stärke“.

Beispiel:
Ritter + Laptop: Internetsicherheit
Ritter + Apfel: Abwehrkräfte
Ritter + Setzling: Umweltschutz
Ritter + Tabletten: Schutz vor Medikamentenfälschungen

Als Bonus zu den aus­sa­ge­star­ken Fotos kann ich nun einen Nasalhelm von einem Topfhelm unter­schei­den und weiß, wann unge­fähr die Tempelritter aktiv waren. Nachdem das Interesse geweckt war, habe ich bei Wikipedia noch eini­ges über den Templerorden und die Kreuzzüge gele­sen und gelernt.