Archiv der Kategorie: Bildbearbeitung

Bilder zu Bildagenturen in voller Auflösung hochladen oder vorher verkleinern?

Ist grö­ßer bes­ser? Kürzlich ver­folg­te ich eine Diskussion unter Stockfotografen, in der es dar­um ging, ob die fer­ti­gen Bilder in der größt­mög­lich ver­füg­ba­ren Größe zu den Bildagenturen hoch­ge­la­den oder lie­ber vor­her ver­klei­nert wer­den soll­ten.

Beide Seiten hat­ten ihre Argumente, die nach­voll­zieh­bar sind.

Auf der Pro-​Originalgröße-​Seite wur­den fol­gen­de Argumente auf­ge­führt:

  1. Je mehr Pixel ein Bild hat, des­to eher kauft es jemand, der spe­zi­ell ein mög­lichst gro­ßes Bild braucht.
  2. Je grö­ßer ein Bild ist, des­to teu­rer wird es bei den meis­ten Bildagenturen, zumin­dest im Credit-​Bereich, ange­bo­ten, also bei einem gro­ßen Verkauf auch mehr Geld ver­dient.
  3. Eine Verkleinerung wäre nur ein zusätz­li­cher, unnö­ti­ger Arbeitsschritt.

Auf der Seite, wel­che die Verkleinerung der Fotos befür­wor­tet, gab es die­se Argumente:

  1. Eine Verkleinerung der Bilder ver­rin­gert die Gefahr, dass Fotos wegen Bildfehler (Rauschen/​Unschärfe etc.) abge­lehnt wer­den.
  2. Durch direk­te Kundenanfragen nach einer höhe­ren Auflösung kön­nen teil­wei­se Mehreinnahmen gene­riert wer­den.
  3. Je nach Internetleitung kön­nen klei­ne­re Dateien schnel­ler zu den Agenturen hoch­ge­la­den wer­den.

Ich selbst gehö­re meist zur Fraktion, wel­che die Bilder in Originalgröße hoch­lädt. Es gibt aber auch Fälle, wo ich eben doch Bilder klei­ner ska­lie­re. Das ist manch­mal bei rie­si­gen Panoramaaufnahmen der Fall, die im Original teil­wei­se mehr als 200 Megapixel haben. Davon sind die meis­ten Bildagenturen über­for­dert, wes­halb ich die­se Bilder im Vorfeld ver­klei­ne­re.

Auch wenn eine Bildagentur ein Bild wegen Bildfehlern ablehnt, ver­klei­ne­re ich es manch­mal und lade es erneut hoch, wenn ich mir gute Verkaufschancen des Motivs erwar­te. Aber meist sind mei­ne Ablehnungen eher wegen zu ähn­li­cher Bilder oder ver­steck­ter Logos oder Markennamen, wes­we­gen das kaum vor­kommt.

Ab und zu habe ich auch direk­te Kundenanfragen, ob ein Bild grö­ßer erhält­lich sei oder – bei den Illustrationen oder 3D-​Renderings – etwas geän­dert wer­den kön­ne. Meist ver­lau­fen die­se Anfragen jedoch im Sande, weil der dann gefor­der­te Preis deut­lich höher ist als der Microstock-​Preis, was vie­le Kunden irri­tiert. Erfahrungsgemäß geht es mei­nen Stock-​Kollegen meist ähn­lich, die Kundenanfragen kos­ten also immer Zeit und brin­gen nur manch­mal zusätz­li­che Einnahmen.

Ob es sinn­voll ist, sei­ne Aufnahmen klei­ner zu rech­nen oder nicht, hängt sicher auch von den Motiven ab: Wer Themen foto­gra­fiert, die ger­ne groß­for­ma­tig gekauft wer­den, weil sie für Plakatwände oder Messestände sehr geeig­net sind, hat vom Hochladen der Originalgröße mehr als jemand, des­sen Bilder haupt­säch­lich von Bloggern und Zeitschriftenredaktionen gekauft wer­den.

Wie macht ihr das und was sind eure Gründe dafür?

Das sind die wichtigsten Neuerungen der Creative Cloud von Adobe

Jedes Jahr auf der „Adobe Max“-Veranstaltung wer­den Neuerungen für das „Creative Cloud“-Software-Paket* vor­ge­stellt. Immer gespickt mit eini­gen Superlativen prä­sen­tiert Adobe dort stolz neue Features oder Programme.

Damit ihr den Überblick behal­tet, stel­le ich euch die span­nends­ten Änderungen hier vor.

Lightroom wird mobil

Für Fotografen sicher am span­nends­ten: Das Bildverwaltungs-​Tool Lightroom wird auf­ge­teilt. Die bis­he­ri­ge Lightroom-​Variante nennt sich nun „Lightroom Classic“. Neu hin­zu kommt „Lightroom CC“, wo der Fokus stark auf den mobi­len Workflow gelegt wird sowie eine kom­plett neue Benutzeroberfläche vor allem Anfänger an das Programm ran­füh­ren soll.

Aufgeräumte Oberfläche in Lightroom CC

Lightroom CC ist cloud-​basiert und spei­chert auf Wunsch Fotos in Originalgröße online und syn­chro­ni­siert dann alle Änderungen über ver­schie­de­ne Geräte hin­weg. Ich kann also zum Beispiel wäh­rend eines Shootings die Bilder mit einer WLAN-​fähigen Kamera nach Lightroom sen­den, die bes­ten RAW-​Dateien auf dem Nachhauseweg auf dem iPhone (oder Android-​Handy) aus­wäh­len, die­se dann abends auf dem Tablet bear­bei­ten und am nächs­ten Tag im Büro am Desktop-​Computer ver­schi­cken oder nach mal in Photoshop eini­ge Logos retu­schie­ren etc.

Cool ist auch, dass mit Hilfe der „Adobe Sensei“ genann­ten künst­li­chen Intelligenz die Bilder in Lightroom nach Keywords durch­sucht wer­den kön­nen, OHNE dass ich die­se vor­her ver­schlag­wor­ten muss.

Wer also in sei­ner Fotosammlung alle Bilder mit einem Hund sehen will, tippt ein­fach „Hund“ ein und Lightroom CC zeigt die Ergebnisse an, auch ohne vor­he­ri­ge Verschlagwortung.

Zusätzlich gibt es ein gan­zes Set neu­er Presets, wo die Nutzer bei jedem Preset die genaue Regler-​Stellung sehen kön­nen und die­se so bes­ser bei Bedarf an die eige­nen Bedürfnisse anpas­sen kön­nen.

Das neue Lightroom CC soll 9,99 USD im Monat kos­ten mit 1 TB Speicherplatz oder 19,99 USD im Monat mit Photoshop und Lightroom Classic dazu. Wer den Speicherplatz nicht braucht, kann Photoshop und Lightroom Classic wei­ter­hin für 9,99 USD im Monat erwer­ben. Wem 1 TB nicht rei­chen, kann bis zu 10 TB dazu buchen. Hier eine Übersicht der ver­schie­de­nen Abo-​Modelle*.

Aber auch Lightroom Classic wur­de ver­bes­sert und soll zum Beispiel vor allem beim Bilder-​Import und der Thumbnail-​Generierung schnel­ler sein.

Neue Apps

Adobe hat eini­ge neue Apps vor­ge­stellt, zum Beispiel den „Character Animator“, der in Photoshop oder Illustrator erstell­te 2D-​Figuren ani­miert durch Live-​Körperbewegungen und ‑Gesichtsausdrücke des Benutzers mit­tels Videoeingabe.

Für Fotografen etwas span­nen­der dürf­te „Adobe Spark“ sein. Mit den neu­en „Premium Features“ für CC-​Kunden kön­nen noch „Corporate Identity“-Elemente wie Logos, Farben oder Fonts hin­ter­legt wer­den, mit denen auf Knopfdruck Webseiten, Bilder, Videos und vie­le ande­re Arten von Content erstellt wer­den kön­nen.

Photoshop-​Verbesserungen

Lange habe ich dar­auf gewar­tet, end­lich ist es soweit: Es gibt eine bes­se­re Pinsel-​Verwaltung in Photoshop! Pinsel kön­nen end­lich in Ordner und Unterordner sor­tiert wer­den und erhal­ten eine intui­ti­ve­re Preview. Zusätzlich gibt es nun die Option, Pinselstriche auto­ma­ti­siert zu glät­ten, damit die Ergebnisse nicht so „kra­ke­lig“ aus­se­hen. Adobe legt euch noch etli­che ver­bes­ser­te eige­ne neue Pinselspitzen oben­drauf:

Neue Pinsel-​Spitzen und bes­se­re Pinsel-​Verwaltung in Photoshop CC

Neu ist die Unterstützung varia­bler Font-​Stärken. Die „Dicke“ von Fonts kann also nun varia­bel stu­fen­los ver­stellt wer­den, ohne ent­spre­chen­de Font-​Typen instal­liert haben zu müs­sen.

Ebenfalls neu ist das „Curvature Pen Tool“, mit dem intui­ti­ver als mit dem her­kömm­li­chen Zeichenstift Pfade gezeich­net wer­den kön­nen.

Für Anfänger gibt es in Photoshop auch ein ganz neu­es Tutorial-​System, wo in Photoshop selbst inter­ak­tiv klei­ne Aufgaben erle­digt wer­den kön­nen, um die ein­zel­nen Funktionen von Photoshop bes­ser erler­nen zu kön­nen.

Was ist mit Adobe Stock?

Während Adobe Stock die letz­ten bei­den Jahre auf der Adobe Max ein gro­ßes Thema war, gab es dazu dies­mal wenig Neues.

Angekündigt wur­den vie­le neue „Motion Graphic Templates“ in Adobe Stock, auf die Nutzer von „Adobe Première“ zugrei­fen kön­nen. Diese wer­den jedoch wie die 3D-​Modelle sowie die Photoshop-​Templates zur Zeit nur hän­disch kura­tiert.

Neu ist auch, dass Medien bei Adobe Stock jetzt nicht nur im Abo, son­dern auch über Credits gekauft wer­den kön­nen. Aktuell kos­tet ein Credit ca. 7,99 Euro und dafür bekommt man z.B. ein Bild aus der Standard-​Kollektion in vol­ler Auflösung.

In Photoshop wird Adobe Stock immer tie­fer inte­griert. Sind im letz­ten Update schon Filter-​Funktionen hin­zu gekom­men, so sind jetzt auch alle Bilddetails eines Bildes direkt in Photoshop sicht­bar:

Bilddetails von Adobe Stock direkt in Photoshop

Was nicht gesagt wur­de, aber auf der Hand liegt, ist fol­gen­des:
Wenn Lightroom CC in der Lage ist, Bilder zu fin­den, ohne vor­her Keywords ver­ge­ben zu müs­sen, war­um soll­te die­ses System nicht auch bald in Adobe Stock Anwendung fin­den?

Wenn ein Fotograf also ein wich­ti­ges Keyword ver­gisst, könn­te das ent­spre­chen­de Bild viel­leicht trotz­dem den Kunden bei einer Suche ange­zeigt wer­den. Die Technik dazu ist da, ob die Umsetzung erfolgt, kann aktu­ell nur ver­mu­tet wer­den.

* Affiliate-​Link

Frankreich schreibt Kennzeichnung für Körper-​Retusche bei kommerziellen Fotos vor

Im Mai 2017 hat­te Frankreich das Dekret Nummer „2017–738“ erlas­sen, nach­dem dar­über ca. acht Jahre lang dis­ku­tiert wur­de. Das Dekret tritt ab dem 1. Oktober 2017 in Kraft. Es beruft sich auf die­sen Gesetzestext im „Code of Public Health“, dar­in steht (laut Google Translate und von mir sinn­ge­mäß gekürzt):

Artikel L2133‑2
Die Fotografien für die kom­mer­zi­el­le Verwendung von Models […], deren Körperaussehen durch Bildverarbeitungssoftware modi­fi­ziert wur­de, um die Silhouette zu ver­fei­nern oder zu ver­di­cken, müs­sen von den Worten beglei­tet wer­den: „Foto retu­schiert“.

Im Dekret 738 steht:

Art. R. 2133–4
Die Verpflichtung nach Artikel L. 2133–2 gilt für Fotografien für die kom­mer­zi­el­le Verwendung von Models, die in Werbebotschaften ein­ge­fügt wer­den, die durch Plakate ver­teilt wer­den oder online […], in Presseveröffentlichungen […], Werbe-​Korrespondenz für Einzelpersonen und Werbe-​Drucksachen.“

[…]

Art. R. 2133–6
Der Werbetreibende stellt die Einhaltung der Verpflichtungen die­ses Kodex sicher.
[…]

Weiterhin heißt es, dass der ergän­zen­de Text „zugäng­lich, gut les­bar und klar dif­fe­ren­ziert in der Werbebotschaft“ ange­bracht wer­den muss.

Übrigens gibt es seit kur­zem eben­falls ein Gesetz in Frankreich, wel­ches Models einen unge­sun­den BMI ver­bie­tet.

Was heißt das auf gut deutsch?

Das bedeu­tet im Klartext, dass Bilder mit Personen, wel­che in Frankreich für Werbezwecke ver­wen­det wer­den, egal ob auf Plakaten, Flyern oder im Internet, mit dem Zusatz „Foto retu­schiert“ ver­se­hen wer­den müs­sen.

Was bedeutet das für Stockfotografen?

Gestern gab es einen Rundbrief der welt­weit größ­ten Bildagentur Getty Images, dass sie auf­grund die­ses fran­zö­si­schen Gesetzes ihre Annahme-​Bedingungen geän­dert haben.

Ab dem 1. Oktober 2017 dür­fen kei­ne Bilder mehr bei Getty Images oder iStock ein­ge­reicht wer­den, auf denen Models so retu­schiert wur­den, dass sie dün­ner oder dicker wir­ken.

Ausdrücklich erlaubt laut Getty Images sind wei­ter­hin Veränderungen an den Personen wie
– ande­re Haarfarbe
– Nasenkorrektur
– Retusche der Haut und von „Schönheitsfehlern“ (Leberflecke, Pickel, Sommersprossen).

Sehr ver­mut­lich wird die­se Regel auch alle Partneragenturen tref­fen, wel­che Getty Images belie­fern, zum Beispiel Westend61, EyeEm, F1 Online oder Imagebroker.

Ebenfalls zu ver­mu­ten ist, dass ande­re Bildagenturen nach­zie­hen wer­den. Möglich wäre es jedoch, dass nicht alle Agenturen pau­schal die­se Art von Fotos ver­bie­ten, son­dern zum Beispiel eine Checkbox ein­füh­ren, bei der der Fotograf ange­ben kann, ob die Kontur eines Models ver­än­dert wur­de.

Für mich selbst ändert sich nichts, da ich bis­her noch nie die Silhouette eines Models ver­grö­ßert oder ver­klei­nert habe.

Wie sieht es bei euch aus?
Wer ist betrof­fen?

Tutorial: Blauen Himmel erzeugen in Photoshop

Letzten Monat habe ich in die­ser 50. Folge von „Pimp My Stock!“ die Fotos von Stefan vor­ge­stellt und eini­ge auch etwas ver­bes­sert.

Marcus wie­der­um hat­te in den Kommentaren gefragt, wie genau ich bei die­sem Bild den Himmel blau gefärbt und den Lens Flare ein­ge­fügt habe.

Vorher/​Nachher

Deshalb gibt es heu­te ein kur­zes Einsteiger-​Tutorial genau dazu.

Himmel blau färben in Photoshop

  1. In Adobe Photoshop CC* habe ich den Himmel mit dem Zauberstab-​Werkzeug (Tastaturkürzel: W) mar­kiert. Ggf. muss je nach Ausgangsmaterial der Wert für „Toleranz“ geän­dert wer­den, bei mir lag er bei 5 Pixel. Die Funktion „Benachbart“ ist aktiv.
    Schritt 1: Himmel mar­kie­ren.

    Je nach Himmel ist manch­mal auch das Schnellauswahl-​Werkzeug hilf­rei­cher.

  2. Danach oben auf „Auswählen und mar­kie­ren“ kli­cken, um die Kante etwas zu opti­mie­ren. Ich habe zum Beispiel die Kantenerkennung auf ca. 10 Pixel gesetzt, 2 Pixel „wei­che Kante“ ein­ge­stellt und die Kante ca. +3% ver­scho­ben. Je nach Himmel muss man hier etwas ande­re Werte ver­wen­den. Es ist wich­tig, hier etwas Vorsicht wal­ten zu las­sen, weil von die­sem Schritt abhängt, wie gut das Endergebnis aus­se­hen wird.
  3. Das Verlaufswerkzeug (G) aus­wäh­len und oben rechts neben dem Verlauf das nach unten zei­gen­de Dreieck kli­cken (lin­ker Pfeil im Screenshot). Falls ihr kei­nen pas­sen­den Farbverlauf von Blau zu Transparent habt, rechts auf das Zahnrad kli­cken (rech­ter Pfeil im Screenshot) und „Einfache Verläufe“ wäh­len und dann den „Blau zu weiß“-Verkauf ankli­cken.

  4. Kopiert euch die­sen Verlauf, indem ihr mit der rech­ten Maustaste raufklickt, auf „Neuer Verlauf“ klickt und einen neu­en Namen ver­gebt (wie „Blau zu trans­pa­rent“). Diesen Verlauf dann ankli­cken und oben links auf den Verlauf kli­cken. Nun könnt ihr die­sen ver­än­dern.Klickt oben links (sie­he Pfeil im Screenshot) auf das Quadrat und ändert unten die Deckkraft auf 0% (sie­he Pfeil). Wenn ihr wollt, könnt ihr rechts unten im blau­en Quadrat auch den Blauton ver­än­dern. OK kli­cken.
  5. Neue Ebene erstel­len (Strg+Umschalt+N).
  6. Auf die neue Ebene gehen (die Markierung soll­te immer noch aktiv sein) und mit dem eben­falls noch akti­ven Verlaufswerkzeug eine Linie zie­hen, die den ori­gi­na­len Verlauf des Himmels nach­zeich­net. Je nach Länge der Linie ändert sich die Weichheit des Verlaufs und die Stärke des Blaus, ggf. müsst ihr es also mehr­mals pro­bie­ren, bis euch eine Variante gefällt.

    Linie des Verlaufswerkzeugs
  7. Jetzt noch die Ebene auf den Ebenenmodus „Multiplizieren“ set­zen und die Deckkraft auf ca. 80% (kann vari­iert wer­den), sie­he Screenshot.Das Bild müss­te dann aktu­ell unge­fähr so aus­se­hen:

Lens Flare einfügen

Nun fügen für den „Lens Flare“ ein. Ein „Lens Flare“ ist ein Bildfehler, bei dem Licht durch das Objektiv fällt. Das wird eigent­lich oft ver­sucht zu ver­mei­den, aber wenn es dezent und bewusst ein­ge­setzt wird, kann es dem Bild etwas Natürlichkeit und mehr Frische ver­lei­hen.

Nachträglich hin­zu­ge­fügt haben wir über den „Lens Flare“ auch mehr Kontrolle aus direkt beim Fotografieren. Der Lichtfall soll­te aber unge­fähr mit der Lichtsituation bei der Aufnahme über­ein­stim­men, sonst wirkt es komisch.

Es gibt ver­schie­de­ne Quellen für Lens Flares. Zum Beispiel gibt es von RAWexchange das Set „Echte Lens Flares“* oder „Freenlens Flares“* zu kau­fen, die auch kom­mer­zi­ell und für Stockfotos genutzt wer­den dür­fen. Von Krolop & Gerst gibt es eben­falls die­se tol­len Lens Flares zu kau­fen oder in abge­speck­ter Form auch als Gratis-​Variante.

  1. Ich wäh­le den Lens Flare 203 von Krolop & Gerst und zie­he ihn per „Drag & Drop“ auf mei­ne offe­ne Photoshop-​Datei.
    Gewählter Krolop & Gerst Lens Flare 203 als neue Ebene

     

  2. Die neue Flare-​Ebene wird auf den Ebenenmodus „nega­tiv mul­ti­pli­zie­ren“ gesetzt und sieht dann so aus:
  3. Dann erstel­len wir auf die­ser Ebene eine neue Ebenenmaske (Ebenen/​Ebenenmaske/​Alles ein­blen­den) an und legen einen Schwarz-​Weiß-​Verlauf (sie­he Schritt 3 oben) auf die Ebenenmaske, um den Effekt oben rechts im Bild etwas abzu­mil­dern. Fertig:

Ich muss zuge­ben, ich hat­te im Original auf die Schnelle eine ande­re Lens-​Flare-​Datei gewählt, aber ich habe sie spon­tan nicht mehr gefun­den. Ist aber egal, weil jeder Lens Flare leicht anders wirkt und man ruhig ver­schie­de­ne aus­pro­bie­ren kann. Ihr seht, dass ich einen Lens Flare gewählt habe, wo die hells­te Stelle rechts in der unte­ren Hälfte ist, genau da, wo auch im Ausgangsbild der hells­te Himmelbereich ist. So wirkt der Flare am authen­tischs­ten.

* Affiliate

Ist die neue Foto-​App Prisma sicher und stocktauglich?

In letz­ter Zeit hat eine neue Foto-​App den vor­ders­ten Platz in den App-​Stores belegt (zumin­dest in der Kategorie „Foto und Video“).

Die Rede ist von der App Prisma, wel­che über 30 künst­le­ri­sche Effekte bzw. Filter im Stil klas­si­scher Kunstwerke zur Verfügung stellt, die über ein Foto gelegt wer­den kön­nen. Sie gibt es für iOs und für Android.

Beispiel der Prisma-Filter: Oben links mein Original-Foto, daneben 5 Kunst-Filter der App.
Beispiel der Prisma-​Filter: Oben links mein Original-​Foto, dane­ben 5 Kunst-​Filter der App.

In den letz­ten Tagen häuf­ten sich die Meldungen über pro­ble­ma­ti­sche Nutzungsbedingungen der App, des­halb habe ich sie mir im Detail durch­ge­le­sen.

Besonders bit­ter ist mir fol­gen­der Satz auf­ge­sto­ßen:

[„,] you her­e­by grant to Prisma a non-​exclusive, ful­ly paid and
royalty-​free, trans­fera­ble, sub-​licensable, world­wi­de licen­se to use the Content that you sty­li­ze on or through the Service […]“

Das heißt sinn­ge­mäß über­setzt:
Jedes Bild, was ein Nutzer in die Prisma-​App rein­lädt, darf Prisma ohne jeg­li­che Einschränkung ver­kau­fen! Punkt.

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Prisma auf Platz eins der iOS-​Download-​Charts im Bereich kos­ten­lo­se „Foto und Video“-Apps

Das ist umso gefähr­li­cher, weil die App nur mit akti­ver Internetverbindung funk­tio­niert und alle Bilder, wel­che von der App bear­bei­tet wer­den soll, auf die Server der rus­si­schen App gespei­chert wer­den. Probiert es aus: Im Flugmodus ver­wei­gert die App ihren Dienst.

In der Vergangenheit war es aber oft so, dass neue Apps oder Unternehmen sich die­se Art von sehr weit­rei­chen­den Nutzungsbedingungen gege­ben haben und erst nach Protesten zurück­ge­ru­dert sind.

Deshalb habe ich dem Prisa-​Gründer und Chef Alexey Moiseenkov eine Email auf eng­lisch geschickt mit zwei Fragen:

1. Ist es erlaubt, die fer­ti­gen Ergebnisse aus der Prisma-​App für kom­mer­zi­el­le Zwecke zu nut­zen?

2. Wie ist der [oben zitier­te] Satz zu ver­ste­hen: Darf Prisma die Ergebnisse selbst ver­kau­fen?“

Auf den ers­ten Satz habe ich am 11. Juli 2016 fol­gen­de Antwort erhal­ten:

You can use it how you deci­de but men­ti­on our app.“

Das heißt sinn­ge­mäß: Mach, was Du willst, aber nen­ne dabei die App. Was wie­der­um so von mir nicht in den ursprüng­li­chen Nutzungsbedingungen zu fin­den war. Das hat sich aber eh erle­digt, weil seit dem Update 2.2 der App jetzt unten rechts der Name der App ein­ge­blen­det ist (sie­he Beispiele oben) und die­ser auch nicht ent­fernt wer­den darf, wenn ich die „Terms of Use“ (Stand 22.072016) rich­tig lese:

You will not remo­ve, alter or con­ce­al any copy­right, trade­mark, ser­vice mark or other pro­prie­ta­ry rights noti­ces incor­po­ra­ted in or accom­pany­ing the Prisma Content and you will not repro­du­ce, modi­fy, adapt, pre­pa­re deri­va­ti­ve works based on, per­form, dis­play, publish, dis­tri­bu­te, trans­mit, broad­cast, sell, licen­se or other­wi­se exploit the Prisma Content.“

Die Antwort auf die zwei­te Frage blieb mir der Entwickler jedoch lei­der schul­dig. Auch auf eine Nachfrage mei­ner­seits habe ich seit zehn Tagen kei­ne wei­te­re Antwort erhal­ten.

Das macht mich vor­sich­tig und ich rate jedem, der die App für mehr als Schnappschüsse von Blumen oder Sonnenuntergängen nut­zen will, sehr vor­sich­tig zu sein.

Seid euch bewußt: Alle Bilder, die ihr mit der App bear­bei­tet lan­den auf einem Server und laut den Nutzungsbedingungen über­tragt ihr Prisma alle Rechte an den Bildern, die Prisma braucht, um sie ver­kau­fen, wei­ter­zu­li­zen­zie­ren oder ander­wei­tig nut­zen zu kön­nen.

Wie sieht ihr die Nutzungsbedingungen und die Effekte der Prisma-​App?