Try Macrostock! Unterschiede zu Microstock aus der Sicht eines Bildagentur-Chefs

Heute gibt es wie­der einen Gastbeitrag, auf den ich mich beson­ders freue. Manchmal wird ja behaup­tet, in die­sem Blog käme ja fast nur Microstock vor und ich wür­de das „schön­re­den“. Aber ich kann nur über Dinge schrei­ben, von denen ich Ahnung habe. Deshalb ergab es sich ganz gut, dass Gerald Staufer Interesse dar­an hat­te, einen Artikel zu schrei­ben. Gerald ist Gründer und CEO der 2003 gestar­te­ten Münchener Macrostock-Bildagentur Westend61, die mitt­ler­wei­le nach Eigenaussage einer der größ­ten unab­hän­gi­gen „Royalty Free Brands“ in Europa ist.


Genug der Vorrede, ab hier über­las­se ich Gerald Staufer den Artikel.

Try Macrostock!

Kürzlich habe ich mich län­ger mit Robert über Macro- und Microstock unter­hal­ten. Ich habe ihm vor­ge­hal­ten, er wür­de in sei­nem Blog teil­wei­se ein etwas fal­sches Bild von Macrostock zeich­nen, vor allem was den Zugang zu Macrostockagenturen und die Perspektiven dort anbe­langt. Deshalb bin ich dank­bar, dass er mir die Gelegenheit gibt, eini­ges rich­tig zu stel­len bzw. Denkanstöße für ein­ge­fleisch­te Microstocker unter sei­nen Lesern zu lie­fern.

Vorneweg möch­te ich noch sagen, dass ich die Arbeit von Robert sehr schät­ze und ich bewun­de­re, was er erreicht hat. Er beweist gro­ßen Unternehmergeist und Mut, es ist nur scha­de, dass er sich dabei aus­schließ­li­ch auf Microstock kon­zen­triert. Unter ande­rem des­halb, weil er dach­te, dass Agenturen wie Westend61 an sei­nem Material nicht inter­es­siert wären, was nicht stimmt. Ich behaup­te ein­fach ein­mal selbst­be­wusst, bei uns wür­de er mit sei­nen 7.000 Bildern auch nicht weni­ger, wenn nicht mehr ver­die­nen.

Da wären wir schon beim ers­ten Punkt. Entgegen land­läu­fi­ger Meinungen ist mei­nes Erachtens der Zugang zu Macrostockagenturen nicht schwie­ri­ger als zu Microstockagenturen. Hier wie dort zählt das ver­käuf­li­che Bild. Auch Macrostockagenturen neh­men gute Amateure auf, das ist kein Privileg der Micros. Auch Macrostockagenturen ver­kau­fen Bilder, die man eher in Microstcok ansie­deln wür­de wie Freisteller oder Stills, wenn auch nicht in die­sen Massen. Die hohen Massen sind aber weni­ger von Interesse, schließ­li­ch sind die Preise um ein Vielfaches höher. Viele den­ken, wir wären bei der Auswahl der Bilder viel wäh­le­ri­scher. Das kann ich nicht beur­tei­len, aber nach fast zehn­jäh­ri­ger Erfahrung in dem Geschäft weiß ich eines ganz gen­au: Es kommt nicht auf die Menge an, son­dern die Qualität.

Warum werden da wie dort ähnliche Bilder verkauft?

Ganz ein­fach. Die Nachfragestruktur ist in bei­den Märkten sehr ähn­li­ch. Die Kunden suchen hier wie dort nach den immer glei­chen Themen wie Business, Family, Beauty usw.. Die weit ver­brei­te­te Meinung, man müs­se für Macrostock hoch­wer­ti­ger pro­du­zie­ren stimmt nur zum Teil. Sicherlich erwar­tet der Kunde von Macrostock oft ein sehr hoch­wer­ti­ges Bild mit tol­ler Location, schö­nen Models, per­fek­tem Styling und außer­ge­wöhn­li­chem Licht. Dafür ist er bereit, mehr zu bezah­len als einen Minipreis. Auf der ande­ren Seite ver­kau­fen wir noch jede Menge Freisteller und gene­ri­sche Bilder, wenn die Gesichter stim­men oder bei Stills die tech­ni­sche Umsetzung per­fekt ist. Der Kunde will oft für sei­ne Produktwerbung gen­au das eine Gesicht oder ein Bild, das nicht schon eini­ge tau­send­mal von fast jedem Kunden oder Privatblog die­ser Welt ver­wen­det wur­de. Da kommt es dann nicht dar­auf an, ob es kom­plex oder ein­fach pro­du­ziert wur­de.

Umgekehrt stimmt aber auch, dass das vie­len Kunden völ­lig egal ist. Dazu eine klei­ne Geschichte: Kürzlich war ich im Lidl und habe auf einem Werbeplakat ein sehr bekann­tes Microstock-Bild, auf dem eine glück­li­che Familie abge­bil­det ist, gese­hen. Eine Stunde spä­ter mus­s­te ich in ein gro­ßes Einkaufszentrum. Im Eingangsbereich über­di­men­sio­nal das glei­che Bild. Ein paar Tage spä­ter bekom­me ich ein Flugblatt von irgend­ei­nem eso­te­ri­schen Verein in die Hand. Wieder die­ses Bild. Das ist ein­fach lang­wei­lig. Und: Der Lidl und das Einkaufszentrum hät­ten sicher mehr als 20–25 Euro übrig gehabt für die Bildrechte. Der klei­ne Verein eher nicht, hier haben Microstock und klei­ne Preise ihre Berechtigung.

Die Belieferung von Microstockagenturen kann zu einem auf­wen­di­gen Zeitfresser wer­den. Fertig bear­bei­ten, hoch­la­den, beti­teln, ver­schlag­wor­ten und even­tu­ell Modellfreigaben zuord­nen. Das dann meist nicht nur für eine Agentur, son­dern für meh­re­re. Bei uns zum Beispiel lädt man zunächst Low-Res-Dateien hoch. Nur die aus­ge­wähl­ten Bilder müs­sen fer­tig bear­bei­tet und beti­telt wer­den. Die Verschlagwortung über­nimmt die Agentur. Nach etwa zwei bis drei Monaten steht das Bild unse­rem inter­na­tio­na­len Netzwerk mit 200 Partnern zur Verfügung. Die Fotografen müs­sen nur eine Agentur belie­fern und kön­nen sich auf das Wesentliche kon­zen­trie­ren: Das Fotografieren.

Für Macrostock zu foto­gra­fie­ren bedeu­tet mehr Freiheit für den Fotografen. Auch Macrostock kennt nor­mier­te Bildkonzepte und eine gewis­se all­ge­mein ver­käuf­li­che Bildsprache. Aber glück­li­cher­wei­se nicht in dem Ausmaß wie es bei Microstock der Fall ist. Macrostock will ver­schie­de­ne Bildsprachen, nimmt auch authen­ti­sche, eher künst­le­ri­sche Bilder, bedient Spezialkunden, die auf sehr genaue Verschlagwortung Wert legen.

Bei Microstock ori­en­tie­ren sich alle an den Bildern mit den höchs­ten Downloadzahlen und pro­du­zie­ren wie­der­um ähn­li­che Bilder. Denn je mehr Downloads ein Fotograf mit den Bildern erzielt, desto höher wird sein Anteil. Scheint zunächst ein­mal sehr gerecht und moti­va­ti­ons­för­dernd. Perfide aber ist: In regel­mä­ßi­gen Abständen wer­den die not­wen­di­gen Downloadzahlen von den Agenturen erhöht. Der Fotograf gerät in eine Art Hamsterrad. Er muss pro­du­zie­ren, pro­du­zie­ren, pro­du­zie­ren, um mehr zu ver­die­nen und kaum hat er es geschafft, wer­den die Downloadzahlen erhöht oder die Prozente gesenkt und das Ganze fängt irgend­wie von vor­ne an. Mir wäre das offen gestan­den zu blö­de und ich höre nicht auf, mich dar­über zu wun­dern, wie vie­le Menschen sich dar­an frei­wil­lig betei­li­gen. Aber ich weiß, die Agenturen nut­zen gewis­se Abhängigkeiten aus, die sie mitt­ler­wei­le geschaf­fen haben. Da freie Fotografen aus aller Herren Länder kei­ne Gewerkschaft bil­den kön­nen oder wol­len, geht so etwas auch.

Hier ist Macrostock seriö­ser. Man bekommt ent­we­der einen fes­ten Anteil, der für immer gilt oder man fängt wie bei Westend61 bei 40% an und lan­det dann nach einem gewis­sen Umsatz, den die Bilder erwirt­schaf­tet haben und der nicht uto­pi­sch ist, bei 50%. Warum? Weil aus unse­rer Sicht der Fotograf unser bes­ter Geschäftspartner ist, der im Zentrum der Agentur steht. Viele Verkäufe sind in unser aller Interesse, aber der Wert eines Fotografen bemisst sich nicht allei­ne an den Verkäufen, son­dern auch an sei­ner Bildsprache. Fotografieren soll Spaß machen und krea­ti­ve Freiheit bedeu­ten. Dazu gehört die Sicherheit, dass einem nicht stän­dig die Prozente vorne- oder hin­ten her­um gekürzt wer­den.

Warum muss ein DAX Konzern nicht mehr Geld zahlen als ein kleine Bäcker?

Ein gän­gi­ges Argument von Microstockern ist, dass klei­ne Preise bes­ser sind als gro­ße, weil man das Bild dadurch sehr sehr oft ver­kau­fen kann und zu guten Einnahmen pro Bild kommt. Die hohen Downloadzahlen der Topseller wür­den das bewei­sen. Oberflächlich betrach­tet stimmt das. Geht man in die Tiefe, ver­hält sich die Sache ganz anders. Gibt man bei Fotolia zum Beispiel das Stichwort Familie ein, bekommt man sage und schrei­be mehr als 413.000 Bilder ange­zeigt. Der Topseller (das Bild, das Lidl etc. zur Zeit benut­zen) hat über 10.500 Downloads. Nehmen wir an, der Fotograf erhält ca. 1,50 Euro pro Download, dann kommt in der Tat eine beträcht­li­che Summe zustan­de.

Aber wie vie­le Fotos errei­chen das schon? Wie viel Geld setzt ein Bild um, das eigent­li­ch erfolg­reich ist und 99% der Bilder hin­ter sich lässt? Bei oben genann­tem Stichwort hat Bild 4100 bei Fotolia immer­hin noch 71 Downloads, also mehr als die 409.000 nach­fol­gen­den Bilder. Der Fotograf erhält viel­leicht 100 Euro, obwohl es dem obers­ten Prozent der Verkäufe ange­hört. In Macrostock erwirt­schaf­tet man mit einem ein­zi­gen Bildverkauf oft mehr und hat einen fai­ren Preis erzielt. An die­ser Stelle eine grund­sätz­li­che Frage: Warum muss ein DAX-Konzern nicht mehr Geld in die Hand neh­men als der klei­ne Bäcker von neben­an? Das ist die Crux im Bildermarkt. Mehr als 100.000 Fotografen, die sich andau­ernd in den Prozenten drü­cken las­sen mit ihren Millionen von Bildern ermög­li­chen das. Werbeetats im mehr­stel­li­gen Bereich, aber nur ein paar Euro für die Bildrechte.

Sicher, Macrostockagenturen haben den Bedarf an Bildern im Web ver­schla­fen. Dort gibt es aber mitt­ler­wei­le eine Anpassung nach unten. Einige Macrostockagenturen ver­kau­fen die Miniwebbilder bereits ab 10 Euro. So kann sich auch ein klei­ner Existenzgründer ein Bild für sei­ne Webseite leis­ten. Für Druckbilder wird man aber hoch­prei­sig blei­ben, denn hohe Werbeetats las­sen das zu und vie­le Kunden wol­len ein etwas exklu­si­ve­r­es Material, das nicht jeder nutzt.

Ein paar Worte zu den Zukunftsaussichten

Wohin wird das alles füh­ren? Ich bin sicher, in nicht all­zu lan­ger Zeit wer­den die Einnahmen für Microstock-Fotografen in einem beträcht­li­chen Ausmaß ein­bre­chen. Das liegt in der Natur der Sache. Die Nachfrage steigt nicht unend­li­ch, aber das Angebot wächst und wächst. Bisher hat Microstock sin­ken­de Verkaufszahlen mit stän­di­gen Preiserhöhungen abge­fan­gen. Da man mit den Preisen sehr weit unten begon­nen hat, war ja eine Steigerung von 1 auf 2 Euro schon fast infla­tio­när. Aber die Kunden haben sich an nied­ri­ge Preise gewöhnt, wes­halb schon jetzt wohl nicht mehr viel Luft nach oben ist. Ist das Ende der Fahnenstange ein­mal erreicht, ist logi­sch, dass bei gleich blei­ben­der Nachfrage und stän­dig stei­gen­dem Angebot der ein­zel­ne Fotograf weni­ger ver­kau­fen und umset­zen wird. Dieses Schicksal hat Macrostock ereilt und auch Microstock wird davon nicht ver­schont blei­ben. Von daher amü­siert es mich schon sehr, wenn ich bei ver­schie­de­nen Bloggern immer wie­der lese, ich pro­du­zie­re jetzt bis dann und dann 1.000 neue Bilder, um mein Einkommen bis zu dem und jenen Punkt zu stei­gern. Manche glau­ben sogar, sich eine Art Rente zu erwirt­schaf­ten und beden­ken nicht, dass die Bilder inhalt­li­ch älter wer­den, ande­re sie bes­ser kopie­ren oder sie so lang­sam in den Bilderfluten ver­schwin­den. Nein, man muss immer und ste­tig nach­le­gen, um sein Einkommen zu sichern.

Nach der Weltwirtschaftskrise 2009 haben vie­le Macrostockagenturen unter stark sin­ken­den Umsätzen zu lei­den gehabt. Als Folge haben vie­le Agenturen und Fotografen auf­ge­hört, hoch­wer­tig zu pro­du­zie­ren. Mittlerweile gibt es Kunden, die sich über immer weni­ger gutes, krea­ti­ves Material bekla­gen. Ich den­ke, die Nachfrage nach hoch­wer­ti­gem, aber auch authen­ti­schem Bildmaterial wird wie­der stei­gen. Irgendwann kann nie­mand mehr die extrem nor­mier­ten Bilder sehen. Zumindest die Business-Kunden wer­den sich umori­en­tie­ren und sich wie­der mehr in Macrostock bedie­nen. Deshalb und wegen gewis­ser öko­no­mi­scher Gesetzmäßigkeiten rate ich jedem Fotografen, über sei­ne zu den Zukunftsaussichten. in der Stockfotografie nach­zu­den­ken. Microstock ist da und hat sei­ne Berechtigung, aber sei­ne Eier auch in ande­re Nester zu ver­tei­len, ist bestimmt nicht fal­sch.

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Das war’s von Gerald Staufer.

Ich freue mich auf eure Diskussionen hier im Blog. Gerald wird ger­ne mit­dis­ku­tie­ren, wenn der Ton sach­li­ch bleibt.

85 Gedanken zu „Try Macrostock! Unterschiede zu Microstock aus der Sicht eines Bildagentur-Chefs“

  1. Ich hof­fe die Macroagenturen ver­schla­fen nicht schon wie­der einen Trend. Der Trend ist weg vom Druck hin zu elek­tro­ni­schen Medien wie Web, App, und E-book. In die­sen Bereichen wird in der Zukunft das Geld ver­dient wer­den.
    Ich fin­de es unge­recht, dass die Bild-online mit Millionen von Views ein Webfoto für einen Euro benutz­ten kann und ein Bild für einen Partyflyer wegen der Auflösung teu­rer sein soll. Die gan­ze Tarifgestaltung soll­te sich mehr an Views/Tag ori­en­tie­ren als an der Auflösung.
    Ob das mach­bar ist weiss ich nicht. Es soll­te aber mal zum Nachdenken anre­gen.
    Einzig die Abolösung der Micros trägt dem Rechnung. Nachteil für die Fotografen: Alles ist gleich bil­lig.

  2. @Florian:
    In Zahlen: Vergleich Mai 2011 gegen Mai 2012 (die 5 Agenturen die­ser Statistk): Umsatz +26%, Downloads +27%, Bildanzahl +31%.

    In die­ser Statistik sind nur 5 Micros ent­hal­ten. In Summe belie­fe­re ich der­zeit 26 Agenturen. 6 davon aller­dings erst seit heu­er. Da wer­den aber nicht alle 6 übrig blei­ben.

    Ich rech­ne in Zeiträumen von 2–3 Jahren und sehe ich hier kei­ne gro­ßen Veränderungen FÜR MICH. Den ich habe ja auch noch mei­ne Makroumsätze und ver­kau­fe auch direkt. Umsatzsteiegerungen im Micro sind nett, aber für mich nicht mehr not­wen­dig. Wo sich die Märkte grund­sätz­li­ch in 3 Jahren bewe­gen, kann wohl nie­mand seriös vor­her­sa­gen.

    Wie bereits geschrie­ben über­le­ge ich ja bereits auch wie­der ver­stärkt Makro zu belie­fern. Die Bilanzen der Agenturen waren laut Auskunft mei­nes Steuerberaters aber nicht so, als dass ich mir da (der­zeit) mehr Geld erwar­ten könn­te als in Micro. Wenn die Bilanzen von 2011 ver­füg­bar sind wer­de ich das noch ein­mal anse­hen las­sen.

    Die ers­te Bilderflut in Makro hat­te ich ja vor rund 10 Jahren. Habe ich ja geschrie­ben. Die nächs­te wird sicher kom­men, wenn es bei den Micros wirk­li­ch mit den Umsätzen Probleme geben soll­te. Denn dann wer­den vie­le gute Microstocker eben­falls auf Makro umschwen­ken und die­sen Markt mit Bildern flu­ten. Die Agenturen wer­den sie mit Handkuss auf­neh­men, weil sie in der Lage sein wer­den gro­ße Mengen guter Bilder zu lie­fern.

  3. @Algecireño
    „Ich fin­de es unge­recht, dass die Bild-online mit Millionen von Views ein Webfoto für einen Euro benutz­ten kann und ein Bild für einen Partyflyer wegen der Auflösung teu­rer sein soll. Die gan­ze Tarifgestaltung soll­te sich mehr an Views/Tag ori­en­tie­ren als an der Auflösung.
    Ob das mach­bar ist weiss ich nicht.“

    Genau das ist moe­g­li­ch im RM (Rights Managed) Licensing bei Macrostock. Da wird der Preis nach gewu­ensch­ter Nutzung und Zirkulation fest­ge­setzt. Das heißt der Basispreis ist fuer jeden Interessenten gleich, erhoeht sich aber um Faktoren je nach Art und Umfang der Nutzung. 

    Dass es im Microstock aus­schließ­li­ch das RF Modell gibt, ist ueb­ri­gens ein wei­te­rer Nachteil.

  4. Zurück aus dem Urlaub erlau­be ich mir noch ein paar Anmerkungen:
    @Andre
    Wir wer­den die Bilder natür­li­ch nicht für 2 bis 10 Euro anbie­ten. Es war nur ein Gedankenspiel. Ich kann Deine Argumentation bzgl. des Werts sehr gut nach­voll­zie­hen, Du siehst in Bildern einen ide­el­len Wert. Aber ich kann auch respek­tie­ren, wenn ande­re Fotografen ihn anders bemes­sen. Sie sagen, ich mache mein Geld mit vie­len Verkäufen, Hauptsache Ende stimmt der Umsatz. Das ist unter­neh­me­ri­sch gedacht und per se nicht ver­werf­li­ch.
    @Walter
    Ja, wir stei­gern die Verkaufszahlen Jahr für Jahr.

    Jetzt zum Abschluß noch ein paar Zahlen, die ich mir ges­tern von Jim Pickerell raus­ge­kramt habe. Er schätzt den jähr­li­chen Umsatz des welt­wei­ten Marktes für Stcokbilder auf ca. 1,5 Milliarden Dollar. Davon ent­fällt ein Drittel auf Microstock, etwa ein Drittel auf RM und tra­di­tio­nel­les RF und das letz­te Drittel auf die sog. Editorial Verwendungen. Ich weiß jetzt aller­dings nicht gen­au, was unter letz­te­rem gen­au alles zu fin­den ist.
    So, jetzt zum Punkt, um den es ja in aber­tau­sen­den Diskussionen geht. Hat Microstock den Markt zer­stört? Nein, natür­li­ch nicht. Der Markt hat dadurch im Gegenteil unge­ahn­te Absatzmengen erzeugt. Nur hat Microstock die Preise kaputt gemacht. Von 1990 bis 2008 lag der welt­wei­te Umsatz rela­tiv sta­bil bei 2 Milliarden Dollar. Und es wur­de nur ein Bruchteil der Bilder zu viel höhe­ren Preisen ver­kauft. Obwohl wir auch hier einen Preisverfall sehen, denn die Infaltionsrate ein­be­rech­net hät­te der Umsatz ja stei­gen müs­sen. Der war wohl durch das tra­di­tio­nel­le RF bedingt. Fakt ist jedoch: Microstock ist für die­sen Umsatzeinbruch haupt­säch­li­ch ver­ant­wort­li­ch, denn vie­le Businesskunden konn­ten ihre Etats für Bilder ver­klei­nern und haben das zur Freude ihrer Controller auch getan.
    Ich fin­de trotz­dem, es gibt jetzt so Stereotypen auf bei­den Seiten. Die Macrostocker sagen, ihr Microstocker habt den Markt kaputt gemacht. Das ist in der Form Unsinn, sie haben ledig­li­ch die Preise nach unten getrie­ben, auf der ande­ren Seite sogar neue Märkte geschaf­fen. Die Microstocker sagen so etwas wie ich fah­re ja auch mit dem Taxi und nicht mehr einer Kutsche. Auch Unsinn, denn Macrostock scannt ja kei­ne Dias mehr ein und ver­schickt sie an Kunden, son­dern ver­langt ein­fach höhe­re Preise, die auch nach wie vor oft gezahlt wer­den, weil vie­le Kunden mehr als 20 Euro in der Tasche haben. Da wäre doch etwas mehr Gelassenheit ange­bracht!
    Gut, zurück zum Thema. Fotolia nimmt pro Jahr ca. 30% neue Bilder auf, der Umsatz wächst aber nicht in die­sem Ausmaß, d.h. der RPI der ein­zel­nen Anbieter (mitt­ler­wei­le über 300.000 habe ich egs­tern gele­sen!!) sinkt und sinkt. Davon berich­ten die Fotografen hier im Forum und Pickerell hat das aus sei­nen Statistiken, die er über iSto­ck führt, eben­falls her­aus­ge­le­sen. Nur 30 der 195 erfolg­reichs­ten iSto­cker hat­ten 2011 mehr Downloads als 2010. Was tun? Fotolia, iSto­ck oder die ande­ren kön­nen ja kein Interesse dar­an haben, dass die Fotografen abwan­dern oder auf­hö­ren, weil sie immer weni­ger ver­die­nen.
    Ich den­ke, die Preismodelle von Yuri Arcurs Seite könn­ten stil­bil­dend wer­den. Es bedient damit alle Kundengruppen und es ist sogar eine RM-Komponente drin, indem er für alle Bilder ein Exklusivrecht ein­räumt. Also ich glau­be, man wird ver­su­chen, Preise bes­ser zu dif­fe­ren­zie­ren. Vielleicht könn­te das dann dazu füh­ren, dass der Umsatz für Bilder end­li­ch wie­der ein­mal wächst.
    Durchsetzen wer­den sich am Ende immer die Besten. Was Arcurs da anbie­tet und das glau­be ich, strei­tet nie­mand ab, gehört wirk­li­ch zum aller­feins­ten Material auf dem Markt. Er pro­du­ziert teu­er auf höchs­tem Niveau und kann sich dadurch wohl noch lan­ge behaup­ten, weil er sich von denen absetzt, die die Produktionskosten sen­ken. Die Kunden gou­tie­ren das mit vier Millionen Downloads im Jahr! Und per­fek­te, markt­ge­rech­te Bilder wer­den die Kunden immer gou­tie­ren, egal ob bil­lig oder teu­er.

  5. @Andre: Selbst bei RM kos­tet eine Webnutzung in der Regel jedoch weni­ger als eine Printnutzung. Die Anzahl von Views wird da eigent­li­ch nicht berück­sich­tigt.

  6. Mir gefal­len an Westend61 mal ein paar Sachen recht gut.
    .)Die Verschlagwortung über­nimmt die Agentur.
    .)Die DL sind nicht ein­seh­bar für ande­re. Bei den micros habe ich das Problem, das gut gehen­de Bilder schnell mal kopiert wer­den. Ich muss sagen ich bin da auch nicht anders. Bevor ich ein Thema ange­he, suche ich bei den micros Bilder der letz­ten Monate, sor­tie­re nach DL und habe schon 10–20 Varianten, die sich ver­kau­fen könn­ten. Speziel Robert wäre da ein int­es­san­tes Opfer. Bei sei­nen Bestsellern sind ein paar ganz ein­fa­che Sachen vor weis­sen Hintergrund.
    .)Ich muss nicht alle Bilder bear­bei­ten, da Westend61 eine Vorauswahl vor­nimmt.

    Eine Frage hät­te ich noch. Kann man die Bilder auch auf DVDs, oder HD an Westend sen­den.

  7. Kurz zur Lage des der­zei­ti­gen Makromarktes: Varia-Press stellt Antrag zur Planinsolvenz, wie es im Forum von Thomas zu lesen ist. Vario ist ja nicht gera­de ein No-Name in der Branche.

    [Kommentar von Robert Kneschke: Update, 20.11.2015: Das Insolvenzverfahren ist nach Unternehmensangaben nach einem Rechtsreformwandel 2012 mitt­ler­wei­le abge­schlos­sen und der Betrieb läuft regu­lär wei­ter.]

  8. @Walter
    also lie­ber Walter, das ist jetzt nun wirk­li­ch kein ernst­haf­tes Argument gegen Macrostock, wenn Vario Planinsolvenz bean­tragt. Die sind im welt­wei­ten Maßstab betrach­tet nicht mal ein klei­ner Fisch im Agenturgeschäft. Das ist so, als wenn jemand 2008 gesagt hät­te, der Microstockmarkt ist in der Krise, weil Lucky Oliver dicht macht. Wir wer­den in den nächs­ten Jahren ein Agenturensterben in bei­den Märkten erle­ben oder glaub­st Du, dass jede klei­ne Microstockbude über­lebt? Ich nicht. Ist auch nicht wei­ter wild.

    [Kommentar von Robert Kneschke: Update, 20.11.2015: Das Insolvenzverfahren ist nach Unternehmensangaben nach einem Rechtsreformwandel 2012 mitt­ler­wei­le abge­schlos­sen und der Betrieb läuft regu­lär wei­ter.]

  9. @Gerald:
    Gut ich gebe zu, dass ich es an deut­schen Masstäben gemes­sen habe und nicht welt­weit. Soll auch KEINE Empfehlung für Micro sein. In ein paar Jahren wer­den wir noch 3–4 glo­ba­le Micro-Player haben. Keine Frage. In Micro sind ja schon etli­che abge­tre­ten.

    Nur Vario ist einer mei­ner Mitbewerber im direk­ten Verkauf. Dagegen bin ich ein klei­ner Fisch. Und inso­fer­ne bin ich schon ver­wun­dert…

  10. @Walter
    also so lang­sam wür­de mich aber Dein Portfolio auch mal inter­es­sie­ren…
    Ich ken­ne Vario nicht so gen­au, aber nach dem, was ich gehört habe, sind Agenturen, die stark von Picturemaxx gelebt haben sehr stark dadurch unter Druck gera­ten, dass Fotolia sei­ne Bilder da rein­ge­stellt hat. So wird es Dir auch gehen, falls Du über Picturemaxx ver­mark­test und ehr­li­ch gesagt über­le­gen wir uns auch lang­sam schon, ob sich Picturemaxx noch für uns lohnt.
    Ich den­ke auch, der Anbietermarkt wird zusam­men­schrump­fen. Auf bei­den Seiten, da die Kunden immer selek­ti­ver wer­den. Die brau­chen nicht so vie­le Agenturen. Nun ja, Druck haben wir bald alle und nur die bes­ten Fotografen und Bildanbieter wer­den über­le­ben.

  11. @Gerald:
    Bin bei Picturemaxx jetzt bereits weg. Und für Fotofinder sieht es auch nicht mehr gut aus.

    Gerald: “ Nun ja, Druck haben wir bald alle und nur die bes­ten Fotografen und Bildanbieter wer­den über­le­ben.“

    100% rich­tig. War auch immer so und wird auch immer so sein!

  12. @Walter
    war nicht immer so. Man konn­te vor ein paar Jahren mit gene­ri­schem Material wie Freistellern durch­aus gutes Geld ver­die­nen. In bei­den Modellen. Das heißt, mit rela­tiv gerin­gen Kosten konn­te man schö­ne Gewinne erzie­len. Geht so nicht mehr. Nur die, die jetzt mehr statt weni­ger inves­tie­ren, hohe Kreativität besit­zen und kom­plex pro­du­zie­ren, wer­den sich von der Masse abset­zen und auch in ein paar Jahren noch gut davon leben. Der Arcurs macht es vor. Und hat sei­ne Eier übri­gens in bei­de Nester ver­teilt. War ja mein Vorschlag 🙂

  13. Kann man kurz beschrei­ben, was bei Westend61 der Vorteil, bzw Nachteil, gegen­über Imagebroker ist.
    Das Konzept scheint ja ähn­li­ch, wobei es bei IB schein­bar noch kei­ne Exklusivität gibt.

  14. @maxx
    ich bit­te um Verständnis dafür, dass ich mich dazu nicht öffent­li­ch äußern will. Aber ich beant­wor­te die Frage ger­ne per Mail oder am Telefon. Kein Problem.

  15. @Walter: Bestimmt hat dein Steuerberater nicht nur die Bilanzen der Macros über­prüft, son­dern auch die der Micros, da stehts ja auch bei den Grossen nicht zum Besten, wie wäre denn so ein Post?

  16. @MaxWuterich: Da muss ich Dich lei­der ent­täu­schen. Habe ich nicht. Im eng­li­schen Forum habe ich gera­de etwas von 120 Mio. $ Umsatz von Shutter gele­sen und Fotolia hat auch gera­de einen 3-stelligen Millionenbetrag von einer Investmentfirma bekom­men. Mache ich mir im Augenblick nicht wirk­li­ch Gedanken dar­über.

  17. @walter: Aber wenn Fotolia so gut ver­dient, war­um brau­chen die dann wohl Geld von Investoren. Da soll­test du dir schon Gedanken machen, manch­mal geht es ja schnell berg­ab, dann hängst du mit dei­nen Bildern in einer Insolvenzmasse und bekommst sie nicht mehr raus.

  18. @max: Das Fotolia in nächs­ter Zeit insol­vent geht, ist eher unwahr­schein­li­ch. Mit der Logik könn­te man auch Shutterstock und Getty Images ein schnel­les Ende andich­ten, da bei­den eben­falls gera­de Kapitalspritzen suchen…

  19. @MaxWuterich:
    Ich bin ja bei Fotolia nicht exklu­siv. Deswegen habe ich wegen einer Insolvenzmasse bei kei­ner der Agenturen, die ich belie­fe­re ein Problem. Das müs­sen nur Fotografen haben, die ihre Bilder bei einer Agentur exklu­siv anbie­ten. Oder sehe ich da was fal­sch?

    Wenn eine gro­ße Investment-Firma 3-stellige Millionenbeträge in die Hand nimmt und die nicht die ers­te Firma in ihrem Leben kau­fen, wer­den sie schon Gründe dafür haben.

    Nehmen wir Shutter als Beispiel: Die haben 2011 120 Mio.Dollar umge­setzt. Mit 58 Mio Downloads. Rechne mal nach … Ich den­ke da bleibt was über 😉

  20. lus­tig die Diskussion jetzt. Also das Geld wer­den die sicher alle sinn­voll ver­wen­den. Sie brau­chen es ja nicht, weil sie kurz vor der Insolvenz ste­hen, son­dern Investoren geben Geld in der Regel, weil der Kapitalnehmer sein Geschäft aus­wei­tet und ein schlüs­si­ges Konzept vor­zu­wei­sen hat. Zum Bespiel indem sie ande­re Firmen auf­kau­fen, in ande­re Bereiche inves­tie­ren usw.. Microsstock hin oder her, Fotolia und Shutterstock geht es den­ke ich ganz gut.
    Trotzdem fin­de ich das Argument von Walter mit dem Steuerberater nicht stich­hal­tig. Erstens wird in Macro noch jede Menge Geld ver­dient, zum zwei­ten kommt es immer dar­auf an, wo ich mei­ne Bilder habe. Walter hat­te sie bei der fal­schen Agentur. Das behaup­te ich jetzt ein­fach mal. Drittens müss­te man dann den Steuerberater auch mal fra­gen, wie sich das denn mit den sin­ken­den RPIs und Anteilen ver­hält bei Microstock ver­hält. Dass es zwar der Agentur nach Bilanz gut geht, den mehr und mehr wer­den­den Fotografen aber abseh­bar schlech­ter.
    Ich mei­ne, wer Macrostock außer Acht läßt ist sel­ber Schuld und lässt poten­ti­el­le Einnahmen von Kunden, die nicht in Macro kau­fen, links lie­gen. Außer man pro­du­ziert total gene­ri­sch, dann ist Macro der fal­sche Bereich, dann ist man in Microstock schon rich­tig und soll­te dabei blei­ben.

  21. @GeraldStaufer:
    Ich habe nie behaup­tet, dass in Makro kein Geld ver­dient wird! Aber mei­ne Umsätze gehen kon­ti­nu­ier­li­ch dort zurück. Das hat­te aber am Anfang nichts mit Microstock zu tun, son­dern mit dem plötz­li­chen Überangebot von Bildern durch die gescann­ten Dias und den Tausch der Agenturen in den ver­schie­de­nen Ländern. (Das ist aber schon gut 10 Jahre her). Dann hat es sich sta­bi­li­siert und dann kam das Microstockproblem.

    Also: IN MAKRO WIRD NACH WIE VOR GELD VERDIENT! Für mich halt lei­der zu wenig. Und ehr­li­ch: Auch in Makro gibt es jetzt viel mehr Fotografen als noch vor 5 Jahren. Oder nicht? 

    Fotofinder ist zwar kei­ne Agentur, aber wenn ich die Bilderzahl von vor eini­gen Jahren gegen heu­te ver­glei­che… Damals hat­te ich mit 3000 Bildern noch 60–70 Verkäufe im Monat. Heute bin ich froh, wenn ich die Kosten für mei­ne Bilder (die inzwi­schen ein Vielfaches betra­gen) rein bekom­me.

    Ich bin der­zeit noch in 4 Makros ver­tre­ten. In Deutschland, Frankreich, Spanien und Amerika. Ob die alle 4 die fal­sche Wahl waren? Möglich. Ich kann es nicht sagen. Aber wie weiß man das vor­her? Wie oft die­se Agenturen die Bilder an ande­re Agenturen wei­ter­ge­ben? Keine Ahnung! Aber in 3 davon gehen die Umsätze in den letz­ten 5 Jahren stän­dig zurück. Bei der fran­zö­si­schen blei­ben sie rela­tiv gleich. Vor allem gibt es in Frankreich noch sehr gute Honorare. Allerdings gebe ich in die­se Agenturen schon eine Zeitlang kei­ne neu­en Bilder mehr rein. Das spielt natür­li­ch (für das letz­te Jahr) auch eine Rolle.

    Wie weiß man als Fotograf, dass man bei Agentur A gut auf­ge­ho­ben ist oder nicht bes­ser zu B geht. Deswegen habe ich ja mei­nen Steuerberater bemüht, weil ich mir einen Wiedereinstieg bei den Makros über­le­ge. Und viel­leicht eben bei den fal­schen Agenturen bin. Es rückt ja kla­rer­wei­se kei­ne Agentur Zahlen über Verkäufe, Umsätze etc. her­aus. Und im Gespräch sind alle nett.

    Bei Micro ist das ein­fach: Bilder ein­stel­len, nach einem Monat kann man schon (vor allem wenn man nicht neu ist in die­sem Geschäft) abschät­zen wohin die Reise geht. Und ich kann auch vie­le Agenturen gleich­zei­tig tes­ten.

    In Makro geht das eben lei­der nicht, weil ich in der Regel erst nach 8–12 Monaten mit­be­kom­me, ob ich auch etwas ver­kau­fe. Das ist für einen Amateurfotografen viel­leicht kein Problem. Für einen Profi aber schon. Weil in die­ser Zeit zwar Kosten für neue Produktionen und das täg­li­che Leben anfal­len, aber kein Geld rein­kommt.

    Ich glau­be (auch nach einem sehr lan­gen Telefonat mit einem schwei­zer Agenturchef) dass sich Agenturleute nicht wirk­li­ch in die Situation eines Fotografen hin­ein den­ken kön­nen. Die Agentur will (logi­sch) vie­le gute Bilder. Wie ich aber als Fotograf über­le­ben soll, weil die Agentur immer mehr Bilder in die Datenbank auf­nimmt, sagt mir nie jemand. Die Agenturen den­ken hier nur an sich sel­ber. Was auch ver­ständ­li­ch ist, weil sie ja mit den ande­ren Agenturen im Wettbewerb ste­hen. Aber irgend­wo ist für den Profi-Fotografen dann nicht mehr genug Luft zum Atmen da, und da ist es doch ver­ständ­li­ch wenn der sich ande­re Vertriebswege sucht.

    Wie auch immer: Jeder muss für sich sel­ber sei­nen Weg fin­den. Und das jeden Tag aufs Neue!

  22. @Walter
    ok, es stimmt. Es ist eine Schwäche von uns, dass man erst nach ein paar Monaten weiß, ob die Bilder Umsätze machen. Ganz klar, sehe ich auch so. Aber auch ein Totschlagargument, denn bei jedem, der eini­ger­ma­ßen lie­fert, kom­men dann Umsätze und dana­ch recht sta­bil. Hier wie dort wird jeder, der nicht ste­tig lie­fert, in den Umsätzen sin­ken. Westend61 war und ist für vie­le die rich­ti­ge Agentur und für man­che eben nicht. Zum Beispiel für Sie nicht und das ist völ­lig ok. Mich ärgert ledig­li­ch die­ses Steuerberaterargument, das null kom­ma null stich­hal­tig ist. Sie tun hier gera­de so, als wenn Microstock der Retter der armen Fotografenwelt ist, aber schrei­ben dann im nächs­ten Kommentar, nein, ich mache hier kei­ne Werbung, denn je mehr Fotografen teil­neh­men, desto schlech­ter für mich. Ob bewußt oder unbe­wußt leis­ten Sie so einen Beitrag dazu, dass es mehr Leute ver­su­chen wer­den, weil der gewief­te Steuerberater sieht es ja auch so und der muss ja was davon ver­ste­hen.
    Wir leben in der Marktwirtschaft und ich habe oft genug geschrie­ben, jeder muss das für sich selbst ent­schei­den. Ich habe geschrie­ben, ich wür­de dazu raten, die Eier in meh­re­re Nester zu ver­tei­len. Ich betrei­be kein Microstock-Bashing. Was Sie hier machen, ist, den Leuten zu sug­ge­rie­ren, Macrostock sei Geldvernichtung, seid vor­sich­tig, Leute, mein Steuerberater hat mich vor die­sen bösen Agenturen, die nur noch Miese machen, gewarnt. Dagegen ver­weh­re ich mich und das ist ein­fach eine fal­sche Darstellung der Tatsachen. Es gibt Bildmaterial, das in Microstock bes­ser auf­ge­ho­ben ist als in Macrostock und ich wür­de Fotografen, die vie­le Freisteller oder sehr sti­li­siert foto­gra­fie­ren, sogar raten, in Microstock ihr Glück zu ver­su­chen. Wer aber authen­ti­sche Bilder hat mit einer sehr eige­nen Bildsprache ist in Macrostock bes­ser auf­ge­ho­ben. Das ist doch das Schöne, es gibt für jeden Möglichkeiten.
    Es rückt kei­ner Umsätze raus sagen Sie. Stimmt, kei­ner ist eine AG, aber es gibt trotz­dem ganz gute Zahlen. Getty macht nach Schätzungen von Pickerell etwa 175 Mrd. mit dem tra­di­tio­nel­len RF. Und was nutzt die­ses Wissen? Wenig. Würden Sie mich fra­gen und mir Ihr Portfolio zei­gen, wür­de ich Ihnen sagen, was ich glau­be, was man damit ver­die­nen kann. Ich muss ja die Bilder sehen. Und irgend­ei­nem Steuerberater, der bei mir anruft, wür­de ich ehr­li­ch gesagt die Zahlen am Telefon auch nicht nen­nen. Nur eines ist gewiss: Der RPI sinkt und sinkt und sinkt. In Macro wie in Micro. Weiß das der Steuerberater eigent­li­ch?

  23. Eigentlich war die­ser Thread für mich schon been­det. Ist mitt­ler­wei­le auch zu zeit­auf­wän­dig. Da ich aber noch ein­mal direkt ange­spro­chen wur­de noch ein paar abschlie­ßen­de Bemerkungen.

    @GeraldStaufer:
    Mein Steuerberater kennt mei­ne Zahlen recht gut. :-). Er macht ja schon fast 30 Jahre mei­ne Steuererklärungen.

    Und sor­ry: Mein Steuerberater hat nicht bei den Agenturen ange­ru­fen und gesagt: „Hey Leute, sagt mir mal eure Umsätze! Einer mei­ner Klienten ist Fotograf.“ Wenn eine Agentur in Deutschland eine GMBH ist, ste­hen die Grunddaten der Bilanz im Internet. Ich habe auch nicht gesagt, dass die Agenturen mie­se machen. Er hat mich auch nicht gewarnt. Er hat mir die Zahlen auf­be­rei­tet. Er hat mir FÜR MICH eine Entscheidungshilfe gege­ben. Nicht mehr und nicht weni­ger.

    Das ist ein Forum, in dem jeder sei­ne Meinung ver­tre­ten kann. Ich habe mei­ne kund getan. es tut mir leid, wenn die­se nicht mir Ihnen über­ein­stimmt. Ich habe ledig­li­ch von mei­nen Erfahrungen berich­tet.

    Noch ein­mal im Klartext: Ich habe nichts gegen Makrostock! Ich habe mehr­fach geschrie­ben, dass jeder für sich sel­ber ent­schei­den muss! Ich will und woll­te hier nie­man­den beein­flus­sen. Weder in Richtung Micro noch in Richtung Makro! Es ist mir schlicht­weg egal was ande­re Fotografen machen. Im Endeffekt sind wir alle Konkurrenten. Egal bei wel­chem Vertriebsweg.

  24. @Walter
    natür­li­ch darf jeder sei­ne Meinung ver­tre­ten, fin­de ich gut und ich glau­be nicht, dass ich Ihnen das in irgend­ei­ner Form ver­weh­ren woll­te, habe ledig­li­ch geschrie­ben, was ich für nicht stich­hal­tig an Ihren Ausführungen hal­te. Ja, ich den­ke, es ist Zeit, den Thread zu schlie­ßen, aber eine Frage habe ich doch noch, die brennt mir unter den Fingernägeln und viel­leicht fin­den Sie doch noch kurz Zeit, sie zu beant­wor­ten. Sie schrei­ben:
    „Ich glau­be (auch nach einem sehr lan­gen Telefonat mit einem schwei­zer Agenturchef) dass sich Agenturleute nicht wirk­li­ch in die Situation eines Fotografen hin­ein den­ken kön­nen. Die Agentur will (logi­sch) vie­le gute Bilder. Wie ich aber als Fotograf über­le­ben soll, weil die Agentur immer mehr Bilder in die Datenbank auf­nimmt, sagt mir nie jemand. Die Agenturen den­ken hier nur an sich sel­ber. Was auch ver­ständ­li­ch ist, weil sie ja mit den ande­ren Agenturen im Wettbewerb ste­hen. Aber irgend­wo ist für den Profi-Fotografen dann nicht mehr genug Luft zum Atmen da, und da ist es doch ver­ständ­li­ch wenn der sich ande­re Vertriebswege sucht.“
    Meine Frage: Warum nervt es Sie bei Macroagenturen, dass sie immer mehr Bilder in die Datenbank auf­neh­men und nicht bei den Microagenturen? Irgendwie kapie­re ich das nicht. Das ist doch für den ein­zele­nen Fotografen genauso schlecht. Der Arcurs hat macht ja sei­ne Zahlen immer schön öffent­li­ch und beschreibt die­ses Problem des sin­ken­den RPIs auf­grund von Massen ganz klar. Zudem hat er klar geäu­ßert, dass er sei­ne eige­ne Agentur auf­ge­macht hat, weil ihn die­se stän­di­gen Kürzungen der Fotografenanteile ner­ven. Ist das dort alles in Ordnung?

  25. @Walter@Robert: ALso wenn jemand 150Mio nimmt – dann hat das sicher Gründe, wür­de Fotolia so gut ver­die­nen, dann bräuch­ten Sie das Geld nicht. Im übri­gen – war­um schaut kei­ner bei Fotolia in die Bilanzen, ist doch eine LTD – die müs­sen bilan­zie­ren.

  26. @Max: Fotolia ist kei­ne LTD, son­dern eine LLC, aber viel­leicht ist das auch das Gleiche. Ich fin­de kei­ne Geschäftsberichte, viel­leicht weißt Du ja, wo die zu fin­den sind?

  27. @GeraldStaufer:
    Ich fürch­te ich habe mich noch immer nicht ver­ständ­li­ch aus­drü­cken kön­nen.

    Ein neu­er Versuch:
    Viele Jahre hat Makro für mich per­fekt funk­tio­niert. Ich habe schö­ne 6x6 und 6x7 Dias gemacht, wenn’s hoch her­ging noch ein paar Keywords bei Reisebildern und Pflanzen dazu­ge­schrie­ben und an die Agenturen ver­sen­det. Man kann­te sich und der Markt der Fotografen war über­schau­bar. Es gab Spezialisten für People, für Pflanzen, für Reise, usw. Und alle waren glück­li­ch. Es gab gute Kontakte und auch mal einen Anruf „Traust Du Dich über eine Serie von einem Einlauf?“. Und man wuss­te, wenn man Ja sagt, hat man die Geschichte, und die geht nicht an 1000 Fotografen raus. Die gute alte Zeit!

    Dann kam Internet. Die Agenturen began­nen mit Trommelscannern Ihre paar 100.000 Dias ein­scan­nen zu las­sen. Das war teu­er. Also bekam ich Briefe mit dem Inhalt „die Digitalisierung kos­tet viel Geld, daher kön­nen wir in Zukunft nur mehr 40% Provision aus­zah­len“. Die ers­te Honorarkürzung mei­nes Lebens! 

    Ich dach­te mir: Okay wenn es jetzt digi­tal her­geht: Ich bin dabei. Habe mir eine Kodak 660 gekauft. 6 MP Auflösung, Preis 35.000.- Euro (!) und begon­nen digi­tal zu lie­fern. Gleichzeitig haben die Agenturen weil das Scannen ja so teu­er war, die Bilder mit ande­ren Agenturen (vor­er­st in ande­ren Ländern) getauscht. Mir sag­te man:: „So ver­dienst Du jetzt mehr“. War aber lei­der nicht so, weil dadurch ja auch die Bilder in mei­ner Agentur sich auf ein­mal in kur­zer Zeit ver­zig­facht haben. Meine ers­te Bilderflut. Ich habe natür­li­ch über die ande­ren Agenturen auch mehr Bilder ver­kauft aber durch das Honorarsplitting weni­ger ver­dient. Man sag­te mir „Sorry, der Markt ist so“.

    Und dann kam Microstock und der Preisverfall. Und mein Verdient hat sich hal­biert. Da ich aber nicht zum Bäcker gehen konn­te und sagen: „Ich zah­le Dir für das Brot nur mehr die Hälfte, weil: Der Markt ist so“ mus­s­te ich mir was ein­fal­len las­sen. Und das war „gegen mei­nen eigent­li­chen Willen“ eben Microstock.

    Und weil ich eben sicher auch wie­der in den Makromarkt zurück­keh­ren wer­de, habe ich mir eben in den letz­ten Monaten über­legt, wie ich es am bes­ten anstel­len könn­te. Wie ich (mög­lichst eine) Agentur fin­de, wo ich den­ke dass es für mich passt. Da jede Agentur eine schö­ne Webseite hat, hilft das nicht bei der Entscheidungsfindung. Am Telefon sind auch alle nett. Da es für mich ganz ein­fach um Geld geht, brau­che ich also eine Agentur, die noch nicht Millionen von Bildern hat, ein brauch­ba­res Konzept und vor allem VERKÄUFE!!! Das war ganz ein­fach der Grund, war­um ich mir mal eini­ge deut­sche Bilanzen anse­hen habe las­sen. Die Alternative nach einer Agentur wäre für mich auch, in 10–12 Ländern mit je einer jeweils im natio­na­len Bereich stark ver­kau­fen­den Agentur zusam­men zu arbei­ten. Nun – im Moment habe ich es mir eben noch anders über­legt. Das heißt nicht dass das nächs­tes Jahr noch so ist!

    Ich habe nie gesagt, dass bei Micro alles in Butter ist. Ganz sicher nicht. Nur ein paar Beispiele: Die Bilderflut (sie­he mei­ne Statistik), stän­dig ändern­de Relevanzsortierungen bei der Suche, teil­wei­se Provisionskürzungen (obwohl ich in einem Level bin wo es nicht mehr so schlimm ist, bzw. bei Fotolia die Preise für mei­ne Gruppe vor ein paar Tagen um 20% ange­ho­ben wor­den sind).

    ABER: Makro hat mich ein­fach ent­täuscht. Ich habe (wie ich mei­ne) gute Qualität abge­lie­fert, auf ein­mal nur mehr den hal­ben Umsatz, wesent­li­ch höhe­re Kosten (mit mei­ner Hassel bzw. der RB47 habe ich vie­le Jahre foto­gra­fiert) weil ich jedes Jahr neue Kameras brauch­te und damit wie­der bes­se­re Rechner. Viel Zeit mit der Bildbearbeitung ver­bracht, also mei­ne Produktion gegen­über der Dias-Zeit stark zurück­ging statt wie es not­wen­dig gewe­sen wäre mehr Bilder zu machen. Und was habe ich von den Agenturen gehört:“ Sorry, der Markt ist so“. Es gab nie­man­den der mir bei mei­nen Problemen gehol­fen hät­te Indirekt hat man mich nach jah­re­lan­ger Zusammenarbeit hören las­sen: Der Agentur geht es jetzt super, weil wir so vie­le Bilder im Angebot haben. 

    Bei Micro habe ich mir das alles von vor­ne her­ein gar nicht erwar­tet. Man lie­fert an ein anony­mes Unternehmen, des­sen Besitzer man nicht kennt, von deren Supports man (mehr oder weni­ger) igno­riert wird. Lieferst Du nicht – lie­fert eben ein ande­rer. Besser wird es hier erst wenn man eine gewis­se Größe erreicht hat. Aber ich wur­de hier nie ent­täuscht, weil auch kei­ne Erwartungen ver­letzt wur­den.

    Man lernt schnell und kos­ten­güns­tig zu pro­du­zie­ren, lernt wie man viel auto­ma­ti­siert oder aus­la­gert. Dieses Wissen ist zu einem gro­ßen Teil auch auf Makro über­trag­bar, des­halb wür­de es mich ja wie­der inter­es­sie­ren. Ich bin halt noch nicht so weit.

    Und ja! Natürlich sin­ken hier auch die RPIs. Nur hier kann ich es sehr schnell sehen und dar­auf reagie­ren, bzw. mei­ne Strategie ändern.

    @MaxWuterich: Die Bilanzen der Micros inter­es­sie­ren mich nicht, weil ich da ohne­hin anbie­te und Angst das mei­ne Bilder in die Insolvenzmasse gehen habe ich nicht. (Bin ja bei über 20 Agenturen). Aber viel­leicht schreib­st Du ja mal was drü­ber.

  28. @Walter
    Ok, habe das ver­stan­den. Falls Sie dann mal so weit sein soll­ten, Macrostock wie­der zu belie­fern, Westend61 steht für Gespräche immer offen. Jedenfalls wün­sche ich Ihnen wei­ter­hin gute Umsätze, ich habe gro­ßen Respekt vor jedem, der in die­sem Markt erfolg­reich ist, weil ich weiß, wie viel Arbeit dahin­ter steckt. Egal ob Macro oder Micro.

  29. @Gerald Staufer: Ich habe mal bei Westend rein­ge­schaut und mir auch die MakingOffs? ange­se­hen – das ist ganz inter­es­sant, mei­ne Frage hier­zu, ist das ein beauf­trag­tes Shooting von Westend, wie sieht es finan­zi­ell für die betei­lig­ten Fotografen aus?

  30. @Max Wuterich
    wir haben drei Modelle:
    beauf­trag­tes Shooting
    Shooting vom Fotografen
    geteil­tes Shooting mit dem Angebot, dass wir einen Art Directoren zur Verfügung stel­len, der das Shooting von Anfang bis Ende beglei­tet. Allerdings arbei­ten wir in die­sem Modell nur mit Fotografen zusam­men, die schon Stockerfahrung haben und von deren Bildsprache wir zu 100% über­zeugt sind.

    Zu den Anteilen: Im ers­ten Modell bekommt der Fotograf natür­li­ch eine fixe Summe und wir erhal­ten dafür die Vermarktungsrechte. Ich muss aber ehr­li­ch sagen, hier haben wir bereits genü­gend Fotografen an Bord, mit denen wir zusam­men­ar­bei­ten. Im zwei­ten Modell gilt der nor­ma­le Fotografenvertrag. Anfangs 40%, ab einem Gesamtumsatz der Bilder von 15.000 Euro 50% (gilt nicht für die ein­zelen Produktion, son­dern natür­li­ch das gan­ze Fotografen-Portfolio). Im drit­ten Modell erhält der Fotograf für immer 40% unab­hän­gig vom Umsatz. Einfach des­halb, weil wir Geld und Zeit mit rein­ste­cken.

    Es gibt übri­gens theo­re­ti­sch noch ein vier­tes Modell, das Buyout, aber das haben wir schon lan­ge nicht mehr gemacht.

    Im Moment ist das zwei­te Modell unser Favorit. Wir wol­len natür­li­ch mehr schö­ne Produktionen haben und es sei an die­ser Stelle gesagt, dass sich jeder dafür bewer­ben kann, wenn er Stockerfahrung hat und meint, er pro­du­ziert die rich­ti­ge Bildsprache. Ein Gefühl dafür, was wir wol­len, bekommt man auf unse­rer Website oder neu­er­dings im MACROSTOCKblog. Einfach goo­geln, damit ich hier jetzt den Link nicht ein­tra­gen muss.

  31. … aber sei­ne Eier auch in ande­re Nester zu ver­tei­len, ist bestimmt nicht fal­sch.“ Da muss ich spon­tan an Geldgeschäfte den­ken, man legt ja auch nicht sein gan­zes Geld in Aktien von Facebook oder Telekom an son­dern holt sich zusätz­li­ch ein Tages- und Festgeldkonto. Damit kann man es tref­fend ver­glei­chen und die Aussage hat Recht. Ich belie­fe­re auch nicht nur eine Bildagentur son­dern ver­tei­le mei­ne Motive, vor allem die frei­en Arbeiten.

    Die Belieferung von … – agen­tu­ren kann zu einem auf­wen­di­gen Zeitfresser wer­den.“ Stimmt auch – vor allem weil jede ande­re Anforderungen hat an die Beschriftungen und Dateinamen. Das alles zu berück­sich­ti­gen ist für mich der Größte Happen.

    Hier ist Macrostock seriö­ser. Man bekommt ent­we­der einen fes­ten Anteil, der für immer gilt oder man fängt wie bei Westend61 bei 40% an und lan­det dann nach einem gewis­sen Umsatz, den die Bilder erwirt­schaf­tet haben und der nicht uto­pi­sch ist, bei 50%. Warum?“ Die Frage stel­le ich mich auch. Jetzt habe ich nicht die 82 Kommentare gele­sen, aber Robert hat in einem ande­ren Blogbeitrag erwähnt, er glaubt nicht mehr an die Versprechen, wenn Agenturen zu sagen, dass die Prozente so stei­gern. Gut, wahr­schein­li­ch stei­gen die Prozente, aber die Preise gehen irgend­wann run­ter. Also, war­um kann Westend61 dies ver­spre­chen zu hal­ten?

  32. Wowww!
    Ich lese mich seit ca. 10 Tagen in das Thema Stockfotografie ein. Neben den Artikeln über Lebenszyklus und Selbstkanibalisierung dürf­te die­ser Beitrag und die Diskussion einer der wich­tigs­ten sein, die ich bis­her gele­sen habe. Da ich die Folgen noch nicht abschät­zen kann, vie­len Dank im vor­aus. 😉

    Ich bin Gelegenheits-Amateur, will sagen dass mich nur gele­gent­li­ch die Muse küsst und anschlie­ßend geht sie mit mei­ner Kamera spa­zie­ren, als auch dass ich Gelegenheiten kom­men sehe: Da war­te ich schon mal Tage, dass ein Naturereignis von einer Sekunde Dauer ein­tritt. Oder durch das ver­meint­li­ch per­fek­te Urlaubspanorama läuft jemand durch und ich habe nur 3 Sekunden Zeit, die Kamera aus­zu­pa­cken: Der Bruchteil einer Sekunde macht das Panorama zusam­men mit der durch­lau­fen­den Person zu einem (für mich) per­fek­ten Bild. So etwas ist nicht plan­bar und so kommt es, dass ich unter 400 Urlaubsfotos zuhau­se viel­leicht eine Handvoll fin­de, bei denen ich an Zeitschriften, Werbeprospekte, Postkarten oder 5000-Teile-Puzzle den­ke.

    Die Überlegungen zur Kopierkultur und zum Verramschen kann ich nur zu gut nach­voll­zie­hen. In unse­rem Familienbetrieb (Einzelhandel, Branchenvergleich im unte­ren Umsatzviertel) bestel­len wir man­che Produkte nicht mehr, wenn die­sel­ben oder nach­ge­mach­te Produkte von ande­ren Mitbewerbern unter unse­rem Nettoeinkaufspreis (ohne MWSt) ver­kauft wer­den (mit MWSt). Oder wir zei­gen dem Außendienstler den Ladenhüter und ver­wei­sen auf die Preise im Internet. Das dürf­te dem, der auf Provisionsbasis arbei­tet, mehr weh tun als uns. 

    Kopierkultur / „Inzest der Ideen“: Klar kann es inter­es­sant sein, was die ande­ren so machen. Was bei den Agenturen „ankommt“ sehe ich irgend­wann in den Medien. Ob das dann auch beim Konsumenten ankommt ist noch mal was ande­res. Aber wenn mich die Muße im Alltagstrubel schon fin­det, und mit mei­nem Fotoapparat los­zieht, dann soll sie machen was ihr in den Sinn kommt und nicht durch Eindrücke ande­rer blo­ckiert wer­den.

    Ich habe in den letz­ten Tagen 18 Bilder raus­ge­sucht, mit denen ich mich eigent­li­ch bei Fotolia bewer­ben woll­te. Noch bevor ich den Artikel heu­te las, schoss mir durch den Kopf, dass ich etwa fünf von die­sen „Sekunden-Bildern“ nicht per RF ver­streu­en wol­le, son­dern per RM gen­au wis­sen möch­te, wer das Bild wo und für was ein­setzt. Bei einem „wüss­te“ ich sogar auch auf wel­che Titelseite es gehört. Und ein Belegexemplar hät­te ich dann auch ger­ne … ok, ich bin der Neue, ich habe emo­tio­na­le Bindungen zu mei­nen Bildern, ich bin eben ein Amateur (ama­re = lie­ben).

    Das Thema Verschlagwortung hat mir eini­ges Kopfzerbrechen berei­tet, um so mehr nach Lektüre des Buches von Robert Kneschke. Ich bekom­me das ja nicht mal ordent­li­ch und kon­sis­tent in mei­ner Bilder-Datenbank hin. Der Vertrieb in der Sprache der Kunden ist sicher noch mal eine ganz ande­re Oper. Ich spre­che nicht die Sprache unse­rer Kunden, des­we­gen ste­he ich auch nicht hin­ter der Theke son­dern sit­ze im Büro. Wenn jemand weiß, wohin mit mei­nen „Sekunden-Bildern“, ob zu einem spe­zi­el­len Kunden, auf den Krabbeltisch oder in die Rundablage, dann doch ein Vertriebler. Oder ist die Vorstellung von einem Außendienstler, der mit einer Mappe „Bilder für Puzzle“ (inkl. 1 Bild von mir) bei Ravensburger vor­spricht, Geschichte? 

    Die ande­ren 13 Bilder mögen viel­leicht Klischees wie „Engel backen Plätzchen“ oder Massenware wie Hochspannungsisolatoren sein und eher als Microstock geeig­net. Aber wie soll ich das ent­schei­den?
    Vor 15 Jahren war ich trotz guter Internetkenntnisse Kunde bei der Wertpapierabteilung unse­rer Hausbank. Das war teu­er, aber die Beratung war es mir wert. Dann kam die Zeit, da genüg­te mir ein güns­ti­ger Internetbroker. Inzwischen bin ich wie­der so weit, dass ich Teile über die Hausbank abwi­ckeln wür­de. Nicht wegen der Beratung son­dern aus lang­fris­ti­gen Überlegungen.
    Als poten­ti­el­ler Einsteiger in den Stockmarkt sehe ich erheb­li­chen Beratungsbedarf in ver­schie­de­nen Bereichen. Und lang­fris­tig … nun ja, ich bin der Typ, der sich bei Amazon berät und am nächs­ten Tag beim Buchhändler neben­an bestellt. 😉 

    Nachdem ich ges­tern auf der Registrierungs-Web-Seite einer ande­ren MakroStock-Agentur sinn­ge­mäß gele­sen habe, ich sol­le als Privatperson nicht mal dar­an den­ken, das Kontaktformular aus­fül­len zu wol­len, bin ich mir bei die­sem Artikel unsi­cher, ob Markt-Unerfahrene ange­spro­chen sein könn­ten. Wenn ich aber so pla­ka­ti­ve Ausdrücke wie „Bilder in moder­ner, krea­ti­ver Bildsprache“ oder „Perfekte Bildbearbeitung“ lese, muss ich unver­mit­telt an das oben zitier­te Lidl-Familien-Bild den­ken. Nicht mein Ding. Andererseits … Macrostock-blog (10.07.13) :

    > Wer gut foto­gra­fiert … oder das welt­wei­te Vertriebsnetzwerk
    > nut­zen möch­te, der ist herz­li­ch will­kom­men.

    Vertriebsnetz nut­zen – ja.
    foto­gra­fie­ren – ja.
    gut – das zu beur­tei­len, wäre Aufgabe eines Vertrieblers.

    Eines viel­leicht noch: den Rechte-Handel sehe ich unter lang­fris­ti­gen Aspekten. Es wäre mir gleich ob das Geld mor­gen oder in neun Monaten kommt. Der emo­tio­na­le Aspekt der Bestätigung wäre bereits durch die Annahme oder kon­struk­ti­ve Kritik gege­ben. Aber in 5 – 10 Jahren wür­de ich mich nicht mehr um jedes ein­zel­ne Bild küm­mern wol­len. Dann wäre wich­tig, dass ich die Bilder abge­ben kann und der Rest läuft.
    Wie? Das Bild hat einen Lebenszyklus? Den habe ich auch. Wir lau­fen dann gemein­sam aus, mei­ne Bilder und ich.

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