Kategorie-Archiv: Zeitschriftenanalyse

Teil 12: Fotos von Bildagenturen in Von Frau zu Frau, Mit Liebe, klein & groß, P wie Papi, Focus Schule

Wer die “Einleitung: Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften” schon gelesen hat, kann nach dem Foto weiterlesen, ansonsten empfehle ich, sich dort einen Überblick zu verschaffen. In dieser Serie analysiere ich, bei welchen Bildagenturen welche Zeitschriften bevorzugt Fotos kaufen. Das ist unter anderem hilfreich, um zu sehen, welche Bildagenturen wieviele Kunden haben. Die ganzen bekannten Zeitschriften habe ich in den vorigen Folgen abgegrast, deswegen kommen jetzt einige unbekanntere Titel.


Zeitschrift: Von Frau zu Frau
Untertitel: [keiner]
Ausgabe: 3/2011
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 0,85 Euro
Zeitschriftenthema: Mode, Gesundheit, Kochen, Gefühle
Größe der Bildredaktion: nicht bekannt (Layout-Team sechs Personen, Cheflayout: Carina Nau)
Verlag: Alles Gute Verlag Ltd.

Bei dem Preis ist klar: Irgendwo muss gespart werden. Zum einen am Inhalt, den man kaum recherchieren muss („Diese Lebensmittel sollten sie immer im Haus haben“) und an den Fotos. Ratet mal, bei welchen beiden Bildagenturen die Zeitschrift ein Abo hat? Insgesamt finden sich im Heft 67 Fotos von 6 Bildagenturen. Die paar Ausreißer bei den News-Agenturen waren für die obligatorischen Celebrity-Fotos, die es (noch) nicht bei den Microstock-Agenturen gab.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:
Shutterstock: 29
fotolia: 26
Action Press: 6
Aurora: 3
Splash News: 2
Reuters: 1

Bemerkungen:
Die Quellenangaben für die Bilder sind sehr ungenau, genau genommen vollkommen unzureichend. Wenn zum Beispiel auf einer Doppelseite 10 Bilder zu sehen sind, steht da nur: Fotos: Fotolia, Shutterstock. Welche Fotos jedoch bei welcher der Agenturen gekauft wurden, ist so nicht ersichtlich. Bei Rezeptfotos sind die Fotos gleich vom Hersteller wie Knorr oder Rama, deren Produkte „zufällig“ bei den Zutaten des Rezepts namentlich auftauchen. Foto-Aufträge werden nicht vergeben und selbst bei Reportagen werden Privatfotos der gezeigten Personen verwendet. Honorarfrei? Sehr wahrscheinlich.

Zeitschrift: Mit Liebe
Untertitel: Das Genussmagazin
Ausgabe: 2/2010
Erscheinungsweise: alle zwei Monate
Preis: kostenlos
Zeitschriftenthema: Essen, Genießen, Entspannen
Größe der Bildredaktion: eine Person (Ulrich Thiessen)
Verlag: EDEKA Verlagsgesellschaft mbH

Dieses Magazin ist die Kundenzeitschrift des Lebensmittelhändlers Edeka. Auch wenn diese Firma im Impressum als Verlag genannt ist, obliegt die redaktionelle Betreuung einer Firma des Burda-Verlags (BurdaYukom). Im Heft gab es 48 Fotos von 7 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:
Stockfood: 20
Shutterstock: 11
fotolia: 6
istockphoto: 5
Panthermedia: 3
Mauritius: 2
Getty Images: 1

Bemerkungen:
Wenig überraschend liegt die Food-Agentur Stockfood weit vorne, wenn es um das Heft eines Lebensmittelhändlers geht. Der Rest sind Microstock-Agenturen, bis auf das „Alibi-Bild“ von Getty. Bei Reportagen werden auch Foto-Aufträge vergeben. Die Foto-Kennzeichnung ist sehr schlicht, aber die Mengenangaben sind immerhin klar nachzuvollziehen.

Zeitschrift: klein & groß
Untertitel: Das Elternmagazin
Ausgabe: 2/2011
Erscheinungsweise: alle zwei Monate
Preis: kostenlos
Zeitschriftenthema: Kinder, Familie
Größe der Bildredaktion: eine Person (Katja Oweger)
Verlag: Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH

Man sagt ja, Schulbuchverlage sind etwas behäbig in ihrem Handeln und so wundert es nicht, dass auch in diesem kostenlosen Heft, was in Kindergärten oder bei Kinderärzten ausliegt, im Gegensatz zu vielen anderen kostenlosen Kundenzeitschriften noch viele Macrostock-Agenturen zu finden sind, auch wenn der Großteil ebenfalls von istock & Fotolia abgedeckt wird. Gezählt habe ich 38 Bilder aus 7 Agenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:
fotolia: 22
istockphoto: 6
Mauritius: 3
Corbis: 3
Getty Images: 2
F1 Online: 1
Masterfile: 1

Bemerkungen:
Neben den Agenturfotos gab es einige Auftragsarbeiten, davon eine große mit 13 Bildern über mehrere Seiten zum Thema Basteltipps für Ostern.

Zeitschrift: P wie Papi
Untertitel: Das Magazin für werdende Väter
Ausgabe: 1/2011
Erscheinungsweise: halbjährlich
Preis: kostenlos
Zeitschriftenthema: Kinder, Familie
Größe der Bildredaktion: unbekannt, vermutlich keine
Verlag: Büttner Medien GmbH

Noch eine kostenlose Kinderzeitschrift mit einem neuen Rekord. Alle 15 Fotos im Heft, inklusive Titelfoto, stammen von einer Agentur: Fotolia. Einzige Ausnahme waren noch einige Produktabbildungen, welche die genannten Firmen zur Verfügung gestellt haben.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:
fotolia: 15

Zeitschrift: Focus Schule
Untertitel: Das Magazin für engagierte Eltern
Ausgabe: 3/2011
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Preis: 4,95 Euro
Zeitschriftenthema: Kinder, Bildung, Wissen
Größe der Bildredaktion: fünf Personen (Leitung: Maike Feder)
Verlag: FOCUS Magazin Verlag GmbH

Endlich mal wieder ein Magazin mit einem stattlichen Sammelsurium unterschiedlichster Bildagenturen, darunter fast nur bekannte Namen. Insgesamt fand ich 53 Fotos von 19 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:
Mauritius: 10
Panthermedia: 8
F1 Online: 4
Plainpicture: 4
Shotshop: 4
Picture Alliance: 3
Corbis: 2
Getty Images: 2
Action Press: 2
dapd: 2
Laif: 2
Ullstein Bild: 2
Vision Photos: 2
fotolia: 1
Argus: 1
Colourbox: 1
Look: 1
Vario Images: 1
Walt Disney Pictures: 1

Bemerkungen:
Im Heft fanden sich zusätzlich noch viele eigene Fotos und die Bildcredits standen unten horizontal auf jeder Seite, nicht vertikal an den Falz gequetscht wie bei den meisten anderen. Dafür waren die Credits recht dürftig, eine Urhebernennung erfolgte nur bei den eigenen Fotos, nicht bei den Agenturfotos, auch wenn es bei vielen vertraglich notwendig gewesen wäre.

Kurze Zusammenfassung:
In Teil 5 meiner Zeitschriftenanalyse, die vor knapp drei Jahren erschien, hatte ich eine kurze Rangliste der Agenturen veröffentlicht, welche die meisten Fotos in den Zeitschriften unterbringen konnten. Die Reihenfolge war: 1. Action Press, 2. Getty Images, 3. Corbis, 4. Mauritius und 5. dpa. Alles große Macrostock-Bildagenturen. Mittlerweile, mit 61 Zeitschriften in der Datenbank, hat sich die Rangliste etwas geändert.

Die Agenturen mit den meisten Fotos sind:
1. Action Press (372 Fotos)
2. Getty Images (341 Fotos)
3. istockphoto (261 Fotos)
4. fotolia (226 Fotos)
5. Corbis (209)

Die beiden führenden Microstock-Agenturen haben sich demnach noch vor Corbis und Mauritius gedrängelt. das kann aber auch daran liegen, dass ich in den letzten Folgen kleinere Zeitschriften analysiert habe, welche öfter auch günstige Fotos zurückgreifen (müssen).

Alle bisherigen Folgen der Analyse könnt ihr hier nachlesen.

Teil 11: Fotos von Bildagenturen in BRAVO, baby & co, TV direkt, mein EigenHeim, Das Beste für die Frau

Wer die “Einleitung: Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften” schon gelesen hat, kann nach dem Foto weiterlesen, ansonsten empfehle ich, sich dort einen Überblick zu verschaffen.


Zeitschrift: BRAVO
Untertitel: (keiner)
Ausgabe: 8/2011
Erscheinungsweise: wöchentlich
Preis: 1,40 Euro
Zeitschriftenthema: Musik, Celebrity, Stars
Größe der Bildredaktion: Vier Personen (Photo Director: Christina Bigl)
Verlag: Bauer Verlag

Trotz stetig sinkender Auflagenzahlen ist die BRAVO weiterhin das auflagenstärkste Jugendmagazin in Deutschland (wenn die Gratis-Zeitung Spiesser nicht gezählt wird). Wenn ich das Heft heute so durchblättere, kann ich selbst nicht mehr verstehen, warum ich früher andächtig Artikel ausgeschnitten und abheftet habe. Aber wenden wir uns vom Inhalt den Fotos zu. Im Heft finden sich 142 Fotos von 26 Bildagenturen. Da sich die Zeitschrift vor allem mit Stars (bzw. solchen, die sich dafür halten) beschäftigt, sind die meisten Bildagenturen im Celebrity- und News-Bereich tätig. Die Fotolia-Käufe waren meist Illustrationen für Hintergründe.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:
Getty Images: 33
Wireimage: 27
FilmMagic.com: 12
Action Press: 9
Splash News: 8
AP: 5
Bulls Press: 5
dpa: 5
fotolia: 5
InterTopics: 4
Reflex: 4
Corbis: 3
DDP: 3
Sipa Press: 3
Wenn: 3
Mauritius: 2
NPG.com: 2
Abaca: 1
Bildmaschine: 1
Brauer Photos: 1
Face To Face: 1
Fotex: 1
Insight Celebtrity: 1
Planet Photos: 1
Public Address Presse AG: 1

Bemerkungen:
Eine schlechte Sitte, die leider immer weiter zunimmt, ist die ungenaue Angabe von Bildcredits. Wenn zum Beispiel sieben Fotos auf einer Seite sind und einfach am Seitenrand drei Agenturen genannt werden, ist es leider unklar, welche Agentur wie viele Fotos beigesteuert hat, ganz abgesehen davon, welche Agentur welches Foto geliefert hat. Bei einigen Agenturen wie Getty und Wireimage werden auch die Fotografennamen genannt, vermutlich weil die sonst schnell abmahnen würden. Die Bravo nutzt auch viele eigene Fotos. Die Poster in der Heftmitte waren jedoch ausschließlich Werbefotos von Unterhaltungsfirmen (z.B. Universal oder Warner). Die Bildcredits „AP“, „AP Images“ und „AP Photo“ habe ich bei meiner Zählung unter „AP“ zusammengefasst.

Zeitschrift: baby & co
Untertitel: Die Elternzeitschrift
Ausgabe: 3/2011
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 1,95 Euro
Zeitschriftenthema: Kinder, Familie
Größe der Bildredaktion: Vier Personen (Leitung: Christoph von Herrath)
Verlag: Family Media GmbH & Co. KG

Erstaunlich, dass bei nur 30 Fotos von 9 Bildagenturen im Heft die Bildredaktion genauso stark besetzt ist wie bei der BRAVO. Dafür gibt es auch viele eigene Fotos, für die gerne mal der Nachwuchs der Mitarbeiter herhalten muss. Die Mehrzahl der benutzten Agenturen sind die bekanntesten Macrostock-Agenturen, die meisten Fotos lieferten jedoch zwei Microstock-Agenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:
istockphoto: 10
fotolia: 4
F1 Online: 4
Getty Images: 3
Mauritius: 3
Jupiterimages: 3
Corbis: 1
fancy: 1
Masterfile: 1

Bemerkungen:
Eine genaue Zuordnung, welches Bild aus welcher Agentur kommt, ist auch hier nicht möglich, dafür sind immerhin die Mengenangaben besser nachvollziehbar, im Format „Fotos: Agentur A, Agentur B (4), Agentur C (2)“.

Zeitschrift: TV direkt
Untertitel: 14 Tage volles Programm
Ausgabe: 5/2011
Erscheinungsweise: zweiwöchentlich
Preis: 1,00 Euro
Zeitschriftenthema: Fernsehen, Celebrity
Größe der Bildredaktion: Zwei Personen (Leitung: Anna Reuter)
Verlag: Gong Verlag GmbH

Die Fernsehzeitschrift TV Direkt ist (neben der TV 14) einer der wenigen TV-Magazine mit einer positiven Auflagenentwicklung. Bei den billigen Heften wird unter anderem an den „Zusatzstories“ gespart, die um den Programmteil herum verteilt sind. Deswegen sind auch nur 40 Fotos von 19 Bildagenturen im Heft verteilt. Die ganzen Screenshots der erwähnten aktuellen Filme wurden nicht mitgezählt. Bis auf Fotolia liest sich die Liste der Bildagenturen sehr „klassisch“ und wäre vor zehn Jahren kaum anders gewesen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:
Getty Images: 5
fotolia: 4
Imago: 4
Stockfood: 4
Action Press: 3
InterTopics: 3
DDP: 3
Corbis: 2
Cinetext: 2
Mauritius: 1
Splash News: 1
AP: 1
dpa: 1
Insight Celebtrity: 1
Bildagentur Huber: 1
Biosphoto: 1
Icon International: 1
Interfoto: 1
Schapowalow: 1

Bemerkungen:
Im Heft gab es kein einziges eigenes Foto, die genutzten Fotos zeigen fast ausschließlich Prominente. Eine genaue Zuordnung der Fotocredits zu den Bildern ist leider auch hier nicht möglich.

Zeitschrift: mein EigenHeim
Untertitel: Bauen Wohnen Leben
Ausgabe: 1/2011
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Preis: 0,95 Euro
Zeitschriftenthema: Wohnen, Lifestyle, Ratgeber
Größe der Bildredaktion: Zwei Personen
Verlag: J. Fink Verlag GmbH & Co. KG

Zwar kann diese Zeitschrift auch abonniert werden, aber die hohe Auflage von über 1,6 Millionen ergibt sich vor allem daraus, dass die Zeitschrift als Kundenzeitschrift von drei verschiedenen Bausparkassen benutzt wird, allem voran der Wüstenrot Bausparkasse. Der Mantelteil ist identisch, nur ca. 20 Seiten in der Heftmitte sind bei jeder Bausparkasse unterschiedlich. Insgesamt habe ich 33 Fotos von 11 Bildagenturen im Heft gezählt. Fast ausnahmslos wurden Microstock-Agenturen genutzt, was sich mit anderen Kundenmagazinen deckt.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:
fotolia: 16
Panthermedia: 6
Dreamstime: 3
Getty Images: 1
istockphoto: 1
Jupiterimages: 1
Picture Press: 1
Shutterstock: 1
123rf: 1
Zoonar: 1
Botanikfoto: 1

Bemerkungen:
In der heutigen Folge meiner Zeitschriftenanalyse gewinnt „mein EigenHeim“ ganz klar den Preis für die korrektesten Fotocredits. Die Fotocredits sind meist direkt neben dem jeweiligen Foto und fast immer mit Fotografen- und Agenturname. Sehr löblich! Eine eigene Bildredaktion scheint es dem Impressum nach nicht zu geben, vermutlich erledigen die beiden Grafiker diese Aufgabe gleich mit.

Zeitschrift: Das Beste für die Frau
Untertitel: (keiner)
Ausgabe: 3/2011
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 0,70 Euro
Zeitschriftenthema: Prominente, Beauty, Mode, Ratgeber
Größe der Bildredaktion: unbekannt
Verlag: ConPart Verlag GmbH & Co. Zeitschriften KG

Was täten diese ganzen Billig-Frauenzeitschriften nur ohne die günstigen bis kostenlosen Bilderquellen? Vermutlich gäbe es sie nicht. Im Heft zählte ich 73 Fotos von 6 Bildagenturen. Ca. 34% der Fotos wurden aus der kostenlosen Bilderdatenbank Pixelio verwendet, 26% aus der Microstock-Agentur Fotolia. Die etwas teureren Bilder der dpa zeigen vor allem die unvermeidlichen Prominenten. Auf dem Titel (siehe Bild oben) ist übrigens auch eins meiner Fotos zu sehen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:
Pixelio: 25
dpa: 24
fotolia: 20
djd: 2
MEV: 1
Wedopress: 1

Bemerkungen:
Ärgerlich ist die Tatsache, dass die Zeitschrift es zwar schafft, bei den kostenlosen Fotos von Pixelio immer den Fotografennamen anzugeben, bei Fotolia hingeben nicht, obwohl das in deren Nutzungsbedingungen ebenfalls ausdrücklich vorgeschrieben ist: „Bei Verwendungen von Bildern im redaktionellen Kontext und in Formaten, die über ein Impressum verfügen (Zeitungen, Magazine, Bücher, Websites etc.), muss die Urhebernennung und Quellenangabe erfolgen.“ Vermutlich liegt es daran, dass Pixelio-Nutzer als viel klagefreudiger bekannt sind, wenn sie für ihre Fotos schon kein Geld bekommen.
Für den Verbraucher schwer erkenntlich ist auch der Einfluss von Firmen auf den Inhalt. Zum Beispiel waren die Rezept-Strecken in Frauenzeitschriften früher eine Domäne der Agentur Stockfood, hier werden fast nur Food-Fotos von Firmen wie Rama, Pfanni oder Melitta genommen und – wer hätte es gedacht – wie zufällig tauchen die Produkte dieser Firmen dann in den Rezepten auf. Noch schwerer zu erkennen ist der Einfluss von djd. Diese Firma hat sich darauf spezialisiert, Themen im redaktionellen Bereich der Medien so zu platzieren, dass die Verbraucher nicht ahnen, dass eigentlich ein Firmeninteresse dahinter steckt, zum Beispiel, indem über günstigen Zahnersatz geschrieben wird und bestimmte Hersteller als Bezugsquellen genannt werden.

Kurze Zusammenfassung:
Der Trend zu billigeren Fotos ist weiterhin deutlich zu erkennen. Mittlerweile findet sich fast keine Zeitschrift mehr, welche nicht wenigstens ein paar Fotos von Microstock-Agenturen nutzt – wenn sie nicht gleich auf kostenloses Bildmaterial oder Gratis-Fotos von PR-Firmen zurückgreifen. Der Verbraucher profitiert durch niedrige Zeitschriftenpreise, zahlt aber durch eine Vermischung von Werbung und redaktionellem Inhalt.

Die ultimativen Bildagentur-Top-10-Listen

Insgesamt 50 verschiedene Zeitschriften habe ich in den ersten zehn Folgen meiner Serie „Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften“ analysiert. Es wird Zeit, die Ergebnisse geballt zu betrachten. Wer liegt vorne in der Gunst der Bildredaktionen?

Fangen wir mit den nackten Zahlen an.

– Insgesamt fand ich in den 50 Zeitschriften 3902 Fotos aus Bildagenturen (Ich verwende im folgenden ab und zu die Abkürzung BA). Das macht durchschnittlich 78 Bildagentur-Fotos pro Zeitschrift.
– Diese Fotos wurden von insgesamt 285 Bildagenturen geliefert. Das ergibt einen Durchschnitt von 5,7 beteiligten Bildagenturen pro Zeitschriftenausgabe.

Zehn Finger

Welche Bildagenturen lieferten insgesamt am meisten Fotos an die Zeitschriften?

Die Top 10 Bildagenturen mit den meisten Fotos in den Zeitschriften:

  1. Action Press (352 Fotos in 50 Zeitschriften, Durchschnitt: 7,04)
  2. Getty Images (294 Fotos in 50 Zeitschriften, Durchschnitt: 5,88)
  3. istockphoto (239 Fotos in 50 Zeitschriften, Durchschnitt: 4,78)
  4. Corbis (194 Fotos in 50 Zeitschriften, Durchschnitt: 3,88)
  5. dpa (136 Fotos in 50 Zeitschriften, Durchschnitt: 2,72)
  6. Mauritius (120 Fotos in 50 Zeitschriften, Durchschnitt: 2,4)
  7. fotolia (107 Fotos in 50 Zeitschriften, Durchschnitt: 2,14)
  8. Stockfood (102 Fotos in 50 Zeitschriften, Durchschnitt: 2,04)
  9. Bulls Press (92 Fotos in 50 Zeitschriften, Durchschnitt: 1,84)
  10. Splash News (87 Fotos in 50 Zeitschriften, Durchschnitt: 1,74)

Erstaunlicherweise liegt hier nicht der Marktführer Getty Images vorne, sondern die News- und Paparrazi-Agentur Action Press. ALs einzige deutsche Agentur ist Mauritius Images vertreten. Ein Fünftel der Top 10 teilen sich die beiden Microstock-Agenturen istockphoto und Fotolia. Als einzige Spezialagentur ist Stockfood vertreten, was sicher dem Umstand zu verdanken ist, dass in fast jeder Zeitschrift einige Rezeptseiten vorhanden sind.

Der zweite Platz von Getty Images kann auch dem Umstand geschuldet sein, dass Getty auch der größte Vertriebspartner im Bildermarkt ist und einige Zeitschriften nur die letzte Bildagentur in der Lieferantenkette angeben, und dadurch einige kleiner Bildagenturen, die über Getty Images verkaufen ungenügend berücksichtigt werden.

Wie sieht die Liste aus, wenn ich nicht schaue, welche Agentur die meisten Fotos liefert, sondern welche Agenturen in den meisten Zeitschriften (egal, mit wie vielen Fotos) vertreten sind?

Die Top 10 Bildagenturen, die am häufigsten in Zeitschriften benutzt werden:

  1. Getty Images (in 46 von 50 Zeitschriften: 92%)
  2. Corbis (in 38 von 50 Zeitschriften: 76%)
  3. dpa (in 29 von 50 Zeitschriften: 58%)
  4. Mauritius (in 29 von 50 Zeitschriften: 58%)
  5. Action Press (in 27 von 50 Zeitschriften: 54%)
  6. Laif (in 24 von 50 Zeitschriften: 48%)
  7. Stockfood (in 21 von 50 Zeitschriften: 42%)
  8. Bulls Press (in 19 von 50 Zeitschriften: 38%)
  9. InterTopics (in 18 von 50 Zeitschriften: 36%)
  10. Imago (in 18 von 50 Zeitschriften: 36%)

Erstaunlicherweise sieht diese Liste schon ganz anders aus. Nur sechs der Agenturen sind wieder dabei. Getty Images liegt unangefochten an der Spitze. Man könnte sagen: In fast jeder Zeitschrift finde ich ein Foto von Getty Images. Aus der Reportage- und Reisebildagentur Laif ist in fast jeder zweiten Zeitschrift ein Bild mit dabei. Die anderen drei Plätze teilen sich die News/Celebrity-Agenturen Bulls Press, InterTopics und die Sportbildagentur Imago.

Wenn wir die Werte „Bilder einer Agentur in den Zeitschriften“ durch „Häufigkeit der BA-Nutzung in Zeitschriften“ teilen, wissen wir, wie viele Bilder eine Zeitschrift einer Bildagentur durchschnittlich abnimmt.

Die Top 10 Bildagenturen mit den meisten Fotoverkäufen pro Zeitschrift:

  1. Shutterstock (71 Fotos in 2 Zeitschriften: Durchschnitt 35,5)
  2. istockphoto (239 Fotos in 8 Zeitschriften: Durchschnitt 29,88)
  3. Splash News (87 Fotos in 6 Zeitschriften: Durchschnitt 14,5)
  4. Action Press (27 Fotos in 352 Zeitschriften: Durchschnitt 13,04)
  5. Brauer Photos (62 Fotos in 7 Zeitschriften: Durchschnitt 8,86)
  6. Trunkimages (16 Fotos in 2 Zeitschriften: Durchschnitt 8)
  7. Wirepress (16 Fotos in 2 Zeitschriften: Durchschnitt 8)
  8. fotolia (107 Fotos in 15 Zeitschriften: Durchschnitt 7,13)
  9. Stardustfashion.com (28 Fotos in 4 Zeitschriften: Durchschnitt 7)
  10. people picture (27 Fotos in 4 Zeitschriften: Durchschnitt 6,75)

Das bedeutet: Wer bei Shutterstock einkauft, kauft gleich 35,5 Fotos pro Ausgabe. Das ist logisch, da die Agentur durch ihr Abonnement-Modell Vielnutzer bevorzugt. Vermutlich bieten auch viele der anderen Agenturen in dieser Liste Abonnements oder zumindest Rabatte an. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich drei Agenturen aus der Liste entfernt habe, die zwar mit ihrem Durchschnittswert in den Top 10 dabei wären, diesen Wert aber nur durch Verkäufe an eine einzige Zeitschrift erreicht haben: Das wären Bloomberg (35 Fotos in einer Ausgabe), deco & style (12 Fotos in einer Ausgabe) und Eveandadam (8 Fotos in einer Ausgabe)

Das Spiel mit den Zahlen funktioniert auch anders herum. Welche Zeitschriften kaufen am meisten Bildagentur-Fotos?

Die Top 10 Zeitschriften mit den meisten BA-Fotos:

  1. BUNTE (258 Fotos)
  2. Fit for Fun (192 Fotos)
  3. Life & Style (190 Fotos)
  4. InStyle (175 Fotos)
  5. Gala (172 Fotos)
  6. FHM (165 Fotos)
  7. Freizeit Revue (155 Fotos)
  8. Celebrity (155 Fotos)
  9. Der Spiegel (141 Fotos)
  10. Joy (136 Fotos)

In dieser Kategorie liegen eindeutig die „Klatsch-Blätter“ vorne, die ihre News, Berichte und Gerüchte mit vielen kleinen Fotos spicken. Mit FHM und Fit For Fun haben es auch zwei eher Fitness-orientierte Magazine in die Top Ten geschafft. Da die bunten Blätter die meisten Bilder kaufen, ist es logisch, dass die Bildagenturen, welche die passenden Fotos (Celebrities, Paparazzi, News) im Angebot haben, in den oberen Top-Listen vorne liegen.

Die Top 10 Zeitschriften, welche die meisten Bildagenturen nutzen:

  1. BUNTE (59 Agenturen pro Heft)
  2. Der Spiegel (56 Agenturen pro Heft)
  3. Freizeit Revue (50 Agenturen pro Heft)
  4. Frau im Trend (46 Agenturen pro Heft)
  5. Gala (43 Agenturen pro Heft)
  6. InStyle (34 Agenturen pro Heft)
  7. Lisa (33 Agenturen pro Heft)
  8. Bild der Frau (33 Agenturen pro Heft)
  9. Joy (32 Agenturen pro Heft)
  10. Neue Welt (32 Agenturen pro Heft)

Hier wandelt sich das Bild wieder leicht und die Hälfte der Agenturen wechselt. Jetzt dominieren eindeutig die niedrigpreisigeren Frauenzeitschriften, während die Glamour-Hefte fast verschwunden sind.

Anmerkungen:
Ich habe im März 2008 mit meiner Zeitschriftenauswertung angefangen. Das war vor über zwei Jahren. In den letzten Monaten ist in den letzten Folgen deutlich geworden, dass die Nutzung von Microstock-Agenturen zugenommen hat. Es wäre ein interessantes Experiment, in einigen Monaten die gleichen Zeitschriften noch mal auszuwerten, die als erstes dran waren und dann zu vergleichen, wie sich die Agenturnutzung gewandelt hat. Vielleicht werde ich das auch machen.

Bevor jemand anfängt, diese Top-Listen als in Stein gemeißelt zu betrachten, ein Hinweis zur Statistik: Die Datenbasis ist oft dünn gewesen. Vor allem basieren die Zahlen nur auf einer Ausgabe der jeweiligen Zeitschrift. In der nächsten Ausgabe kann das Verhältnis der Bildagenturen ein ganz anderes gewesen sein. Die einzelnen Zaheln sind deshalb mit Vorsicht zu lesen. In der Summe spiegeln vor allem die ersten beiden Top-Listen jedoch recht zuverlässig wieder, welche Bildagenturen den deutschen Zeitschriftenmarkt dominieren.

Was sagen Euch diese Zahlen? Habt ihr weitere Ideen, was eine Untersuchung wert wäre?

Extra-Teil: Fotos von Bildagenturen in Zeitschrift „Gesundheit konkret“

Der Blog-Leser Ralf Nöhmer, bekannt durch seinen Blog Schwarzbuntes.de, hat mir seine Zeitschriftenanalyse für das Versichertenmagazin „Gesundheit konkret“ geschickt, der neuen größten deutschen Krankenversicherung „Barmer GEK“.

Barmer-GEK-Gesundheit_konkret_1_10

Zeitschrift: Gesundheit konkret
Untertitel: Das Versichertenmagazin der Barmer GEK
Ausgabe: Januar 2010
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Preis: gratis
Zeitschriftenthema: Gesundheit, Medizin
Größe der Bildredaktion: Zwei Personen
Verlag: Barmer GEK

Insgesamt finden sich im Heft 50 Bilder von 9 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Getty Images: 13
Mauritius Images
: 10
Fotolia
: 9
Plainpicture
: 9
Ullstein Bild: 4
Panthermedia: 2
Corbis: 1
Jupiter Images: 1
F1 online: 1

Nächstes Mal wird es Zeit, dass ich die über 50 Zeitschriften mal gebündet analysiere und schaue, welche Agenturen insgesamt vorne liegen.

Teil 10: Fotos von Bildagenturen in Aktuell für die Frau, Fit For Fun, Mini, SuperIllu, FHM

Wer die „Einleitung: Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften“ schon gelesen hat, kann nach dem Foto weiterlesen, ansonsten empfehle ich, sich dort einen Überblick zu verschaffen.

Cover der Zeitschriften

Zeitschrift: Aktuell für die Frau
Untertitel: …bietet einfach mehr
Ausgabe: 11/2009
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 0,75 Euro
Zeitschriftenthema: Mode, Schicksale, Stars, Gesundheit, Rezepte
Größe der Bildredaktion: Vier Personen (Leitung: Christine Hahn-Patzt)
Verlag: MS MedienTeam GmbH

Billig ist die Zeitschrift, billig auch die Bilder. Im Heft finden sich 99 Fotos von 7 Bildagenturen. Drei Mal dürft ihr raten, ob diese Zeitschrift ein Shutterstock-Abo hat oder nicht. Auch die restlichen Bilder sind bei Microstock-Agenturen eingekauft worden. Bemerkenswert: Mindestens ein Quotenfoto ist trotzdem vom Marktführer Getty Images.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Shutterstock: 50
istockphoto: 25
fotolia: 18
Wikipedia: 3
Fotgorafenagentur.de: 1
Getty Images: 1
Irisblende: 1

Bemerkungen:
Die Zeitschrift nennt meist die kompletten Fotografennamen, vor allem bei den Microstock-Bildagenturen. Löblich, so sollte das sein. Weniger löblich, dass einige Fitness-Fotos von genau der Pharma-Firma sind, die auch lobend im dazugehörigen Fließtext erwähnt wird. Leider sind auch nicht alle Bildzuordnungen nachvollziehbar.

Zeitschrift: Fit For Fun

Untertitel: keiner
Ausgabe: 11/2009
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 3,80 Euro
Zeitschriftenthema: Sport, Ernährung, Entspannung
Größe der Bildredaktion: Vier Personen (Leitung: Klas Neidhardt)
Verlag: Fit For Fun Verlag GmbH

Auch bei den Hochglanzmagazinen macht der Trend zu Microstock-Agenturen nicht halt. In diesem Heft zählte ich 79 Fotos aus 25 Bildagenturen. Zusätzlich gibt es viele eigene Auftragsfotos, vor allem für die Fitness-Bildstrecken mit Übungsabläufen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

istockphoto: 113 (6 ohne Titelthema)
Corbis: 19
Stockfood: 11
Getty Images: 6
Folio-ID.com: 6
AP: 5
Jahreszeiten Verlag: 4
Bulls Press: 3
Masterfile: 3
Plainpicture: 3
alimdi.net: 2
Mauritius: 2
Wildlife: 2
fotolia: 1
Action Press: 1
doc-stock: 1
F1 Online: 1
Fotex: 1
Imago: 1
Laif: 1
Patitucci Photo: 1
Picture Press: 1
Roba Press: 1
Ullstein Bild: 1
Vario Images: 1
Waldhaeusl: 1

Bemerkungen:
Die Foto-Credits sind superkurz, aber die Zuordnung ist gut möglich. Der enorme Vorsprung von istockphoto auf Platz eins kommt durch das Titelthema „Muskeln statt Fett“ im Heft, bei dem eine Doppelseite mosaikartig nur mit Fotos der Microstock-Agentur bestückt wurde. Ohne diese Doppelseite läge die Anzahl der istock-Fotos nur bei 6.

Zeitschrift: Mini

Untertitel:Mehr Tipps, mehr Spaß & viele Rätsel
Ausgabe: 40/2009
Erscheinungsweise: wöchentlich
Preis: 0,85 Euro
Zeitschriftenthema: Rätsel, Mode, Schicksale, Rezepte
Größe der Bildredaktion: Vier Personen
Verlag: Pabel-Moewig Verlag KG

Die Mini bleibt bescheiden. Es waren 61 Fotos aus 9 Bildagenturen zu finden, mit einer gleichmäßigen Mischung aus Microstock- und Macrostock-Agenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Getty Images: 12
Mauritius: 12
deco & style: 12
fotolia: 8
istockphoto: 7
Irisblende: 5
MEV: 3
Bildagentur Huber: 1
Globus Press: 1

Bemerkungen:
Im Heft sind so gut wie ausschließlich Agenturfotos (und PR-Fotos) zu finden. Die Credits sind sehr knapp gehalten.

Zeitschrift: SuperIllu

Untertitel:keiner
Ausgabe: 42/2009
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 1,50 Euro
Zeitschriftenthema: Politik, Schicksale, „Ostthemen“, Ratgeber
Größe der Bildredaktion: Sechs Personen (Leitung: Georg Hardenberg)
Verlag: SUPERillu Verlag GmbH & Co. KG

In dieser Ausgabe zählte ich 78 Fotos aus 30 Bildagenturen. Die Auswahl der Agenturen ist bunt gemischt, mit vielen kleinen und eher unbekannteren Agenturen. Die Agentur GARP konnte ich nicht mal einer Webseite zuordnen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

fotolia: 19
dpa: 7
Vario Images: 6
Stockfood: 5
Getty Images: 4
Jump: 4
Irisblende: 3
Imago: 3
Mauritius: 2
istockphoto: 2
Bildstelle: 2
Cinetext: 2
Imagebroker: 2
Bildagentur Huber: 1
Jahreszeiten Verlag: 1
Action Press: 1
doc-stock: 1
A1pix: 1
BILD: 1
Bilderbox: 1
Eco-Pix: 1
Eventpress: 1
flashlight medizinfoto: 1
GARP: 1
Keystone: 1
PhotoContrast: 1
Picture Point: 1
Superbild: 1
Vision Photos: 1
Wedopress: 1

Bemerkungen:
Interessant finde ich, dass im Impressum zusätzlich zur Bildredaktion sechs Personen nur für die Bildbearbeitung aufgeführt werden. Das kenne ich sonst nur von QG, Vogue und ähnlichen Titeln. Die Bildcredits sind ausführlich und unterschiedlich platziert. Es scheinen viele eigene Fotografen (geschätze drei bis vier Vollzeit-Fotografen) für das Blatt zu arbeiten und dementsprechend viel eigenes Bildmaterial wird auch verwendet.

Zeitschrift: FHM
Untertitel:Mäner sind so.
Ausgabe: 01/2010
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 4,20 Euro
Zeitschriftenthema: Erotik, Technik, Fitness, Kultur
Größe der Bildredaktion: Fünf Personen (Artdirector: Brian Struble)
Verlag: MS MedienTeam GmbH

Erstaunlicherweise liegt auch in dieser Hochglanz-Zeitschrift die Microstock-Agentur istockphoto vorne. Insgesamt waren 156 Fotos aus 26 Agenturen zu finden. Die Größe der Bildredaktion musste ich schätzen, da im Impressum neben der Fotoredaktion zusätzlich der Artdirector, dessen Stellvertreter und einige Mitarbeiter im Bereich „Grafik“ aufgezählt werden.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

istockphoto: 65
dpa: 14
Getty Images: 12
Imago: 11
Ullstein Bild: 9
Action Press: 8
Cinetext: 7
InterTopics: 4
fotolia: 3
DDP: 3
Reflex: 3
Laif: 2
photocase.de: 2
Mauritius: 1
AP: 1
Bulls Press: 1
F1 Online: 1
Agentur Bischoff: 1
Agentur Focus: 1
Augenklick: 1
Bildagentur Online: 1
Bildmaschine: 1
Interfoto: 1
Rex Features: 1
Schneider-Press: 1
Stillsonline: 1
Vario Images: 1

Bemerkungen:
Trotz der vielen Agenturfotos, sind auch viele eigene Fotostrecken im Heft, vor allem die Erotikfotos zählen dazu. Die Fotocredits sind kurz und ungenau. Immerhin wurden bei einigen Cinetext-Credits auch die Filme in Klammern genannt, aus denen die Fotos entnommen sind.

Kurze Zusammenfassung:
Die Zahlenspielchen spare ich mir heute, da ich in der nächsten Folge einen Überblick über die Top-Agenturen geben werde. Nach 50 analysierten Zeitschriften (Jubiläum, Jubiläum!) kristallisieren sich nun deutlich die Platzhirsche und die Außenseiter heraus. Deutlich zu merken ist aber schon, dass die Microstock-Agenturen schnell Einzug in den Zeitschriften-Alltag gefunden haben. Als ich vor anderthalb Jahren mit dieser Analyse-Serie begonnen habe, waren istockphoto, Fotolia und Konsorten nur mal am Rande mit dabei, heute gibt es etliche Zeitschriften, in denen deren billiges Bildmaterial dominiert. Allein in dieser Folge liegen bei vier der fünf Zeitschriften Microstock-Agenturen vorne. Und deren Motive werden nicht nur als Füllmaterial benutzt, sondern auch teilweise auch für die Titelbilder und großformatige Titelthemen.