Analyse der Situation von Microstockfotografen im Bildermarkt (Gastbeitrag)

Heute habe ich eine beson­de­re Urlaubslektüre für Euch. Dieser Artikel kann wahr­schein­lich den Anspruch erhe­ben, der längs­te in der Geschichte die­ses Blogs zu sein. Es ist aber auch einer der sehr weni­gen Analysen, die ver­su­chen, den Microstock-​Bildermarkt betriebs­wirt­schaft­lich zu betrach­ten. Da das jedem, der pro­fes­sio­nell Stockfotografie betreibt, inter­es­sie­ren soll­te, habe ich mich ent­schlos­sen, euch die­se geball­te Ladung Informationen am Stück zu ser­vie­ren.

Der Text ist dan­kens­wer­ter­wei­se ein Gastbeitrag von Florian Loebermann, Fotograf und Doktorand an der LMU München. Ab hier schreibt jetzt Florian:

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Heute habe ich das Vergnügen euch mit einem län­ge­ren Artikel über Microstock zu beschäf­ti­gen. Zunächst ein paar Worte zu mei­ner Person: Mein Name ist Florian, und ich bin unter ande­rem selb­stän­di­ger Fotograf in München. Meine Bilder kön­nen über die Agenturen plain­pic­tu­re und Westend61 lizen­siert wer­den.

Alle reden von Microstock. Sogar die Bildzeitung schreibt, wie leicht es ist, damit Geld zu ver­die­nen. Man braucht nur eine knips-​knaps Kamera, lädt die Schnappschüsse bei den Agenturen hoch und schon rollt der Rubel. Es gibt auch zahl­rei­che Beispiele von sehr erfolg­rei­chen Fotografen, die sich auf Microstock spe­zia­li­siert haben. Yuri Arcurs ist Millionär gewor­den. Eine wah­re Goldgrube also!

Doch wenn man ein biss­chen an der Oberfläche kratzt merkt man schnell, dass es doch nicht so ein­fach ist, davon zu leben und daß die­se Aussage viel­leicht ein­mal gestimmt hat, sich der Markt aber rasant wei­ter­ent­wi­ckelt hat. Der Weg zum Erfolg ist doch stei­ni­ger und beschwer­li­cher als die Bildzeitung einen glau­ben machen will. Deswegen habe ich mir die theo­re­ti­sche Frage gestellt:

Was ist eigent­lich der Microstock-​Markt und wie ist es um ihn bestellt? Wo ent­wi­ckelt er sich hin und in wel­cher Situation befin­den sich die Microstockfotografen tat­säch­lich?“

Alle reden zwar dar­über, aber ich habe bis­her noch kei­ne Analyse gefun­den, wel­che die bis­her durch­ge­mach­ten Entwicklungen unter­sucht und fest­ge­stellt hat, wel­chen Gesetzmäßigkeiten die Marktdynamik unter­wor­fen ist. Zunächst jedoch erst­mal eine Einschränkung: Ich habe mich die­ser Thematik von einem sehr theo­re­ti­schen Ausgangspunkt genä­hert. Alle Facetten kön­nen hier­bei nicht beleuch­tet wer­den. Was der Leser aus die­ser Analyse mit­nimmt, bleibt jedem selbst über­las­sen. Ich neh­me auch nicht für mich in Anspruch, dass dies der Wahrheit letz­ter Schluss ist – viel­mehr soll die­ser Artikel als Diskussionsgrundlage die­nen.

Bevor es zur Sache geht, möch­te ich auf ein paar ein­fach makro­öko­no­mi­sche Zusammenhänge ein­ge­hen, die nötig sind, um den Markt zu ana­ly­sie­ren. Der ver­sier­te Leser kann die­se ober­fläch­li­che Einführung über­sprin­gen. Wer sich mit die­sem Thema im Selbststudium inten­si­ver aus­ein­an­der set­zen möch­te, dem lege ich das her­vor­ra­gen­de Lehrbuch der Makro- und Mikroökonomie* von Samuelson und Nordhaus ans Herz. Es muss bei der Lektüre berück­sich­tigt wer­den, dass die hier vor­ge­stell­ten volks­wirt­schaft­li­chen Modelle immer eine Vereinfachung der Realität dar­stel­len, die­se des­halb sel­ten exakt beschrei­ben.

Angebot- und Nachfragekurven

Jeder hat sicher schon ein­mal gehört, dass das Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage den Preis bestimmt. Betrachten wir zunächst den Einfluss des Preises auf die Nachfrage. Die Nachfragekurve gibt die Beziehung zwi­schen Marktpreis und nach­ge­frag­ter Menge wie­der. Für die Nachfragefunktion gilt daher: je nied­ri­ger der Marktpreis eines Gutes, des­to grö­ße­re Stückzahlen wer­den durch die Konsumenten nachgefragt.[1]

Die Nachfrage nach einem Gut wird wesent­lich von demo­gra­phi­schen Faktoren (durschnitt­li­ches Einkommen, Bevölkerungszahl), Preise ver­wand­ter Güter (Folgekosten durch Nutzung des Gutes), per­sön­li­cher und gesell­schaft­li­cher Vorlieben (z.B. gestei­ger­te Nachfrage nach Autos) sowie von soge­nann­ten spe­zi­el­len Einflüssen (Angebot von Ersatzprodukten, Produkteigenschaften) geprägt. Ändert sich nun einer oder meh­re­re die­ser Einflussfaktoren, so folgt dar­aus eine Verschiebung der Nachfragekurve D (Demand).[1]

Abbildung 1: Nachfragesteigerung wird durch Verschieben der Nachfagekurven von D nach D‚ dar­ge­stellt.

In Abbildung 1 ist die Verschiebung einer Nachfragefunktion nach rechts auf­ge­tra­gen. Das heißt durch Änderung der Einflussfaktoren (in die­sem Fall wäre eine Erhöhung des durch­schnitt­li­chen Einkommens eine denk­ba­re Erklärung) wird bei glei­chem Preis eine grö­ße­re Menge des Guts nach­ge­fragt.

Umgekehrt beschreibt die Angebotsfunktion S (Supply) das Verhältnis zwi­schen Marktpreis und der zu die­sem Preis ange­bo­te­ne Menge. Daher gilt: Je höher der Marktpreis für ein nach­ge­frag­tes Gut, des­to grö­ße­re Mengen stel­len die Produzenten bereit. Ähnlich wie die Nachfragekurve ist die Angebotskurve das Ergebnis vom Zusammenspiel der bestim­men­den Faktoren. Die ver­füg­ba­ren Technologien, sowie die Faktorpreise (Arbeitslöhne und Rohstoffkosten) bestim­men ent­schei­dend, zu wel­chen Kosten und in wel­chen Stückzahlen pro­du­ziert wer­den kann. Preise von ver­wand­ten Gütern, wirt­schafts­po­li­ti­sche Entwicklungen (z.B. Import- und Exportzölle), sowie spe­zi­el­le Einflüsse (z.B. neue Vertriebswege) bestim­men zusätz­lich in wel­cher Menge das Gut auf den jewei­li­gen Markt gebracht wer­den kann.[1]

Abbildung 2: Angebotssteigerung wird durch Verschieben der Angebotskurven von S nach S‚ dar­ge­stellt.

In Abbildung 2 ist illus­triert, was pas­siert, wenn durch eine ent­schei­den­de Veränderung der Produktionsbedingungen zum glei­chen Marktpreis eine grö­ße­re Menge eines Guts ange­bo­ten wird. Die gesam­te Angebotskurve ist nach rechts ver­scho­ben, was bei­spiels­wei­se durch eine tech­no­lo­gi­sche Revolution zu erklä­ren wäre. Bei die­sen Überlegungen ist es wich­tig, eine Verschiebung der gesam­ten Kurve, bzw. eine Verschiebung auf der Kurve durch eine Preisänderung sau­ber zu unter­schei­den. Der Preis, wel­cher sich im soge­nann­ten Marktgleichgewicht ein­stellt, wird als Gleichgewichtspreis bezeich­net. Graphisch wird die­ser Preis als Schnittpunkt aus Angebots- und Nachfragekurve dar­ge­stellt. Da in die­sem Punkt die Bedürfnisse von Konsumenten und Produzenten im glei­chen Maße befrie­digt wer­den, stellt sich bei frei­em Wettbewerb das Marktgleichgewicht auto­ma­tisch ein.[1]

Ein sehr wich­ti­ge Frage aus Anbietersicht ist, wie stark die Konsumenten auf eine Preiserhöhung reagie­ren. Der Einfluss auf die nach­ge­frag­te Menge durch eine Preisänderung lässt sich aus der Preiselastizität der Nachfrage able­sen. Ändert sich die Nachfrage bei einer 1% Preisänderung um mehr als einen Prozentpunkt, so han­delt es sich um eine prei­selas­ti­sche Nachfrage. Von einer prei­sun­elas­ti­schen Nachfrage spricht man, wenn sich die Nachfrage ent­spre­chend um weni­ger als einen Prozentpunkt ändert. Analog gilt das Gleiche für die Preiselastizität des Angebots.

Graphisch lässt sich die Preiselastizität aus der Steigung der Angebots- bzw. Nachfragekurve able­sen. Je stei­ler die Steigung der Kurven, des­to unelas­ti­scher die Preiselastizität (Grenzfall Senkrechte) und je flacher die Steigung, des­to elas­ti­scher ist die Preiselastizität (Grenzfall Waagerechte). Ein sehr gutes Beispiel für ein Produkt mit einer sehr unelas­ti­schen Preiselastizität sind lebens­not­wen­di­ge Medikamente oder Benzin. Sehr elas­ti­sche Preiselastizitäten fin­den wir bei­spiels­wei­se bei Luxugütern. Verschiedene Kundensegmente kön­nen unter­schied­li­che Nachfrageelastiziäten auf­wei­sen. Bei Kenntnis der Nachfrageelastizität kön­nen Lieferanten die­ses Wissen zur Preisdiskriminierung nutzen.[1] Mit die­sen ein­fa­chen Analysetools las­sen sich Entwicklungen in Märkten leicht qua­li­ta­tiv beschrei­ben und bei Kenntnis der markt­spe­zifi­schen Hintergründe bewer­ten.

Abbildung 3: Einstellung des Marktgleichgewichts.

Vollkommener und unvollkommener Wettbewerb

Um die Wettbewerbssituation, die auf einem bestimm­ten Markt herrscht ana­ly­sie­ren zu kön­nen, muss man sich zu Beginn mit dem Konzept des voll­kom­me­nen und unvoll­kom­me­nen Wettbewerbs aus­ein­an­der set­zen.

Es wird in der Volkswirtschaftslehre zwi­schen voll­stän­di­gem und unvoll­stän­di­gem Wettbewerb unter­schie­den. Dabei spricht man im voll­stän­di­gem Wettbewerb von einem Polypol. Am Markt exis­tie­ren also vie­le Anbieter und Nachfrager. Die Anbieter sind im Vergleich zum Gesamtmarkt so klein, dass sie kei­nen Einfluss auf den Marktpreis neh­men kön­nen und bie­ten ein homo­ge­nes Produkt an, was bei voll­kom­me­ner Markttransparenz zu einem Preis gehan­delt wird.

Unternehmen im voll­kom­me­nem Wettbewerb haben also kei­ne Verhandlungsmacht, da die Nachfrage per­fekt elas­tisch ist. Daher wer­den Anbieter in voll­kom­me­nen Märkten auch als Preisnehmer bezeich­net. Der maxi­ma­le Output der Produzenten hängt, wie in Abbildung 4 gezeigt, von den Grenzkosten MC (das sind die Kosten, die für die zusätz­li­che Produktion einer wei­te­ren Mengeneinheit anfallen).[1] Das bedeu­tet, dass sich bei ver­än­der­li­chen Marktpreisen der Output der Unternehmung ent­lang der Grenzkostenkurve bewegt. Durch Innovationen im Produktionsprozess oder ande­re Änderung der Kostenstruktur kann sich die Grenzkostenkurve MC nach rechts ver­schie­ben; damit steigt auch der opti­ma­le Output des Unternehmens.


Abbildung 4: Angebotskurve eines Produzenten im voll­kom­me­nen Wettbewerb bei bekann­ten Kostenstrukturen.
(MC Grenzkosten, AC Durchschnittskosten, AVC durch­schnitt­li­che varia­ble Kosten)

Unvollständiger Wettbewerb herrscht immer dann, wenn ein­zel­ne Anbieter zu einem gewis­sen Grad Einfluss auf den Marktpreis des von ihnen ange­bo­te­nen Produktes neh­men kön­nen. Es wird zwi­schen Monopolen (nur ein Anbieter, freie Bestimmung von Preis und Menge), Oligopolen (weni­ge Anbieter, stra­te­gi­sches Verhalten) und mono­po­lis­ti­scher Konkurrenz (vie­le Anbieter, dif­fe­ren­zier­te Produkte, kei­ne stra­te­gi­sche Preis- und Outputgestaltung) unter­schie­den.

Unvollkommene Märkte tre­ten vor allem dann auf, wenn poten­ti­el­le Konkurrenten durch Marktschranken (Markteintritts- und Marktaustrittsbarrieren) am Marktein- oder aus­tritt gehin­dert werden.[2] Auch unter­neh­mens­spe­zifi­sche Wettbewerbsvorteile, wie abso­lu­te Kostenvorteile oder Differenzierungsvorteile, wir­ken als Markteintrittsbarriere. Nach Schumpeter sind kapi­ta­lis­ti­sche Märkte prin­zi­pi­ell im Ungleichgewicht. Dieses Ungleichgewicht wird auf die Innovationskraft von Unternehmen, wel­che sich am Markt durch­set­zen wol­len, zurück­ge­führt: inno­va­ti­ve Unternehmen kön­nen zunächst einen Monopolgewinn erzie­len, bis durch Nachahmer der zusätz­li­che Gewinn durch den Wettbewerb auf­ge­fres­sen wird.[3]

Im mono­po­lis­ti­schen Wettbewerb spie­len die Opportunitätskosten und die Produktqualität (Verarbeitung, Service) eine wich­ti­ge Rolle.[4] Auch posi­ti­ve Skaleneffekte (eco­no­mies of sca­le) kön­nen zu einer Monopolisierung eines Marktes füh­ren. Das heißt, eine gro­ße Firma kann effek­ti­ver wirt­schaf­ten als zwei Firmen mit je hal­ber Größe. Das führt bei hin­rei­chend gro­ßer Skalierbarkeit schließ­lich dazu, dass sich der Markt immer wei­ter kon­zen­triert und somit der Wettbewerb abge­schwächt wird.

Jetzt haben wir die nöti­gen Grundlagen gelegt, um uns dem Stockfotomarkt zu nähern.

Anwendung auf den Bildermarkt

Die Fotografie hat im Laufe ihrer Geschichte meh­re­re tech­no­lo­gi­sche Revolutionen durch­ge­macht. Ab den 1990er Jahren begann die digi­ta­le Revolution, wel­che die Fotografie beeinfluss­te wie kein ande­rer tech­no­lo­gi­scher Fortschritt zuvor. Fotos waren plötz­lich sofort ver­füg­bar. Der Fotograf kann auf einem Display das Resultat sofort über­prü­fen und even­tu­el­le Fehler noch vor Ort kor­ri­gie­ren. Die Kosten für Filmmaterial und Entwicklung fielen plötz­lich weg. Auch Laien kön­nen nun über tri­al and error gute oder auch manch­mal sehr gute Bilder machen.

Im Jahr 2005 haben die Deutschen allein mit 20 Mio Digitalkameras 460 Bilder pro Kopf geschossen.[5] Diese star­ke Durchdringung der Gesellschaft mit visu­el­len Reizen hat nicht nur die Angebotskurve von Fotos ver­scho­ben, son­dern auch zu einer stark erhöh­ten Nachfrage nach Bildern geführt. Insbesondere das Internet hat dazu geführt, dass Fotografien nicht mehr auf einen Träger gebun­den sind, son­dern glo­bal frei ver­füg­bar sind. Durch die neu­en Medien ist der Bedarf an Bildmaterial zwar explo­diert, aber wegen der grö­ße­ren Masse an Bildern hat das Einzelbild einen ande­ren Stellenwert als noch vor 20 Jahren.[5]

Was hat das Ganze nun mit Microstock zu tun?

Zu Beginn des neu­en Jahrtausends tauch­te im Internet ein neu­es Phänomen auf, was von vie­len Professionellen aus der Bilderbranche belä­chelt oder lan­ge Zeit sogar igno­riert wur­de. Allerdings wuchs die­ses Phänomen bin­nen kür­zes­ter Zeit rasant und konn­te den Etablierten rele­van­te Marktanteile abneh­men, bevor die­se über­haupt ver­stan­den, was da pas­siert ist. Die Rede ist von soge­nann­ten Microstockagenturen, wel­che von neu­en Marktteilnehmern gegrün­det wur­den, die mit dem klas­si­schen Geschäft der Bildagenturen kei­ne Berührungspunkte hat­ten und sich auch so nicht an markt­üb­li­che Konventionen hielten.[6]

Diese Agenturen ver­trei­ben Bildlizenzen kon­se­quent als Massenware. Eine RF-​Bildlizenz mit fast unein­ge­schränk­ten Nutzungsrechten ist schon für einen Euro zu haben – im Vergleich dazu kos­te­te eine RM-​Lizenz mit ein­ge­schränk­ter Nutzung bei einer klas­si­schen Agentur wie Getty Images ab 100 EUR. Die bekann­tes­te Microstockagentur iStockphoto wur­de von Bruce Livingston im Jahr 2000 in Calgary, Kanada gegrün­det und mitt­ler­wei­le von Getty Images für 50 Mio $ auf­ge­kauft.

iStockphoto begann als Fotocommunity, wo Amateure Bilder hoch­la­den und tau­schen konn­ten. Aus dem soge­nann­ten User Generated Content (UGC) ent­wi­ckel­te sich ein pro­fi­ta­bles Geschäftsmodel. Die hohen Markteintrittsbarrieren für Fotografen in die eta­blier­ten Bildagenturen exis­tie­ren hier nicht. Jeder kann sich anmel­den und Fotos hoch­la­den. Die Anforderungen an Bildqualität und Kamera sind weni­ger streng als bei Getty und Co. (in die­sem Zusammenhang auch oft als Macrostock bezeich­net). Das heisst, um als Marktteilnehmer auf dem Microstockmarkt aktiv zu wer­den, müs­sen rela­tiv gerin­ge Markteintrittsbarrieren über­wun­den wer­den. Man braucht ledig­lich eine digi­ta­le Kamera und etwas Zeit. Auch der Marktaustritt ist mit sehr gerin­gen Kosten ver­bun­den.

Die zu Beginn qua­li­ta­tiv schlech­ten Amateurbilder wur­den rela­tiv bald durch zuneh­mend pro­fes­sio­nel­les Bildmaterial ver­drängt. Die Art der Fotos in den Microstockagenturen ist im Gegensatz zu den Macrostockagenturen aller­dings ziem­lich homo­gen, da Microstockagenturen exklu­si­ves Bildmaterial nicht vor­aus­set­zen und so vie­le Fotografen ihr Bildmaterial über alle ver­füg­ba­ren Agenturen streu­en. Durch den gerin­gen Preis konn­ten trotz zu Beginn mas­si­ver qua­li­ta­ti­ver Mängel und einer ein­fa­chen Bildsprache schnell neue Käuferschichten mobi­li­siert wer­den, z.B. pri­va­te Blogger. Dieses neue Geschäftsmodell hat eine im Vergleich zum Macrostock stark nach rechts ver­scho­be­ne und wesent­lich flache­re Angebotskurve. Das bedeu­tet, dass sich Microstock und Macrostock immer der prin­zi­pi­ell glei­chen Nachfragekurve nach Bildmaterial gegen­über sehen. Kunden von Microstockagenturen sind also bereit, für den gerin­gen Preis eine wesent­lich grö­ße­re Menge an Bildern zu kon­su­mie­ren.

Abbildung 5: Vergleich der Angebotskurven von Macrostock und Microstock.

Warum ist die­se Erkenntnis so wich­tig? Aus Abbildung 5 lässt sich die Marktsituation von Microstock leicht able­sen. Wenn wir uns an den Abschnitt über die Preiselastizität erin­nern, dann mer­ken wir an der extrem fla­chen Nachfragekurve, der sich Microstockfotografen aus­ge­setzt sehen, dass die Nachfrage sehr elas­tisch auf eine Preisänderung reagiert (extrem­fall: waa­ge­rech­te Nachfragekurve).

Dies ist ein sehr wich­ti­ges Kriterium, über den ein Markt mit voll­kom­me­nen Wettbewerb cha­rak­te­ri­siert wird. Es spre­chen aber noch ande­re Kriterien dafür, dass sich die Fotografen auf dem Microstockmarkt einem voll­kom­me­nen Wettbewerb aus­ge­setzt sehen:

  • Die Anbieter haben kei­ne Marktmacht
    Der ein­zel­ne Fotograf mit sei­nen klei­nen Portfolios kann gegen­über den Agenturen kei­ne Forderungen durch­set­zen. Er muss sogar Kommissionskürzungen kom­pro­miss­los hin­neh­men, wenn er nicht aus dem Markt aus­stei­gen möch­te.
  • Vollkommene Markttransparenz
    Man kann in den Bildagenturen sehr genau ana­ly­sie­ren, wel­ches Bild wie oft und zu wel­chem Preis gekauft oder ange­klickt wur­de etc. Bestseller las­sen sich leicht iden­ti­fi­zie­ren. Für Anbieter ist es lang­fris­tig unmög­lich, sich durch Innovation einen nach­hal­ti­gen Wettbewerbsvorteil zu erzie­len.
  • Alle Marktteilnehmer reagie­ren schnell auf Änderungen
    Diese Voraussetzung ist am schlech­tes­ten erfüllt, da jeder natür­li­che Markt per se eine gewis­se Trägheit auf­weist. Jedoch passt das auch hier ganz gut: Kürzt iStock die Kommissionen, zieht Fotolia bald nach.
  • Die ange­bo­te­nen Güter sind gleich
    Durch die Transparenz las­sen sich die Bestseller iden­ti­fi­zie­ren und die­se wer­den dann bald 100fach kopiert. Hinzu kommt, dass auf dem Microstockmarkt eine fla­che, syn­the­ti­sche Bildsprache herrscht (alles vor wei­ßem Hintergrund, gestell­te Szenen etc…).
  • Den Kunden ist egal, wo sie ein­kau­fen
    Hauptsache, der Preis stimmt – das Material ist aus­tausch­bar. Daher ist es den Kunden auch egal, von wel­cher Agentur sie ihre Bilder bezie­hen.

Was sind die Folgen aus einem vollkommenen Wettbewerb?

Zunächst ein­mal bedeu­tet das für die Fotografen, dass sie prin­zi­pi­ell kei­ner­lei Marktmacht aus­üben kön­nen. Sie sind dem voll­kom­me­nen Markt hilf­los aus­ge­lie­fert und müs­sen jede Preis- und Kommissionssenkung schlu­cken. Deswegen kann man sie auch als Preisnehmer bezeich­nen. Ein Beleg dafür bie­tet die Entwicklung der Fotografenbeteiligung bei Fotolia. Der nicht-​exklusive Fotograf muss­te je nach Fotografenumsatz in den letz­ten fünf Jahren Kommissionskürzungen von mehr als 50% hin­neh­men (Abbildung 6).

Abbildung 6: Kürzung der Fotografenbeteiligung bei Fotolia (nicht-​exklusiv, Einsteigerlevel).

Microstockfotografen kön­nen nur so lan­ge Bilder mit Gewinn pro­du­zie­ren, bis der Preis der Bilder dem Schnittpunkt aus Grenzkosten- und Durchschnittskostenkurve ent­spricht (sie­he Abbildung 4). Sinkt der Marktpreis wei­ter, dann wer­den die Fotografen mit einer ungüns­ti­gen Kostenstruktur schnell aus dem Markt gedrängt. Oder anders for­mu­liert: Wwer zu teu­er pro­du­ziert, wird sich nicht lan­ge hal­ten kön­nen. All die­se Dinge sind mehr oder weni­ger Fakten, die sich auch weg­dis­ku­tie­ren las­sen.

Was sind mögliche Strategien von Microstockfotografen, um sich am Markt durchzusetzen?

Aus der Erkenntnis her­aus, dass man sich in einem nahe­zu voll­kom­me­nen Markt bewegt, las­sen sich eini­ge Strategien ablei­ten, wie man als Microstockfotograf den­noch erfolg­reich sein kann. Hierzu kön­nen alle Voraussetzungen, die zu einem voll­kom­me­nen Markt füh­ren, als Ansatzpunkt für die Entwicklung der eige­nen Strategien sein. Man muss sei­ne Position so ver­än­dern, dass man nicht mehr dem voll­kom­me­nen Wettbewerb aus­ge­setzt ist.

Zunächst ein­mal der ver­mut­lich wich­tigs­te Punkt ist das kon­ti­nu­ier­li­che Senken der Produktionskosten. Diese Strategie ist auch für unvoll­kom­me­ne Märkte immer gül­tig. Ein gro­ßes Problem der Stockfotografie ist, dass dem Markt nicht nur Profis ihre Produkte anbie­ten, son­dern die­se durch Amateure immer stär­ke­re Konkurrenz bekom­men haben.

Warum ist das im Zusammenhang mit den Kosten ein Problem? Der rein pro­fit­ori­en­tier­te Fotograf wird bei kon­stan­ten Kosten, wie vor­hin dar­ge­legt, nur solan­ge Bilder anbie­ten kön­nen bis der Preis unter die Gewinnschwelle fällt. Für Amateure gilt die­ses Verhalten nur bedingt. Da die Fotografie als Hobby aus­ge­übt wird, muss man bei die­ser Betrachtung den emo­tio­na­len Wert berück­sich­ti­gen, den ein Fotograf einem Verkauf bei­misst. Die Verkäufe sind in etwa so zu wer­ten, wie ein posi­ti­ver Kommentar in der Fotocummunity (oder Flickr, oder 500px etc.…). Da sich beim Microstock rela­tiv leicht, schnell und häu­fig der Verkaufserfolg ein­stellt, blei­ben die­se Fotografen natür­lich ent­spre­chend moti­viert. Der Gesamtwert einer ver­kauf­ten Lizenz für den Fotografen setzt sich also aus der emo­tio­na­len Komponente (Belohnung, Zustimmung, Anerkennung etc.) und der finan­zi­el­len Komponente zusam­men. Gegen die­se „Kostenstruktur“ kann ein Profi nicht kon­kur­rie­ren.

Wie die Grenzkosten für die Fotoproduktion effi­zi­ent gesenkt wer­den kön­nen, haben erfolg­rei­che Microstockfotografen wie Yuri Arcurs vor­ge­macht. Sie nut­zen die sogen­n­an­ten eco­no­mies of sca­le – also den Kostenvorteil, der sich durch eine Massenproduktion von Gütern ergibt. Um die eco­no­mies of sca­le nut­zen zu kön­nen, wird es wohl immer mehr Produktionsfirmen oder Zusammenschlüsse von Fotografen zu Gemeinschaften geben, da die­se einen höhe­ren Output bei gerin­ge­ren Grenzkosten haben. Ein wei­te­rer Vorteil von gro­ßen Produktionsfirmen wie Yuri Arcurs Productions oder Monkey Business Images ist die neue Marktmacht, die sich dar­aus ergibt.

Durch die Größe des ein­zel­nen Anbieters ergibt sich nun eine Position der Stärke, so dass Forderungen gegen­über den Nachfragern (hier Agenturen) durch­ge­setzt wer­den kön­nen. Der ers­te Punkt für die Erfüllung eines voll­kom­me­nen Marktes wird also erfolg­reich außer Kraft gesetzt. Die Tatsache, dass sich eco­no­mies of sca­le auf Anbieterseite rea­li­sie­ren las­sen, wird auf lan­ge Sicht zu einer wei­te­ren Konzentration der Anbieter füh­ren. Das Bildangebot wird in der Zukunft noch stär­ker von weni­gen Großproduzenten domi­niert wer­den.

Die Gleichheit der Produkte lässt sich durch einen krea­ti­ven foto­gra­fi­schen Ansatz umge­hen. Konzepte unge­wöhn­lich und neu umge­setzt oder das Bearbeiten von Nischen führt zu einer Differenzierung des eige­nen Bildmaterials. Allerdings kann man der fast voll­kom­me­nen Markttransparenz eigent­lich nicht ent­kom­men. Die Bestseller sind für alle sicht­bar und wer­den immer kopiert wer­den. Der Vorteil durch eine krea­ti­ve Bildsprache wird meist von kur­zer Dauer sein und bald vom Wettbewerb auf­ge­holt wer­den. Eine Ausnahme bil­den hier Motive, die sehr schwie­rig oder teu­er zu kopie­ren sind – aller­dings ist hier auch das finan­zi­el­le Risiko ungleich höher ein­zu­schät­zen.

Eine mög­li­che Strategie, um den Kunden mög­lichst an sich zu bin­den, ist die Entwicklung einer eige­nen Bildsprache in Kombination mit einem gro­ßen Portfolio, wel­ches vie­le rele­van­te Themen abbil­det. Auch hier sind die gro­ßen Produktionsfirmen wie­der im Vorteil, da die­se eben auch ein sehr brei­tes Spektrum abbil­den kön­nen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Microstockfotografen ihren Output erhö­hen und gleich­zei­tig ihre Grenzkosten sen­ken müs­sen, um in die­sem Markt bestehen zu kön­nen. Dies kann bei­spiels­wei­se durch den Zusammenschluss meh­re­rer Fotografen oder das Gründen von gro­ßen Produktionsfirmen erreicht wer­den. Kleinere, unab­hän­gi­ge Anbieter kön­nen sich auf Dauer wohl nur durch eine unge­wöhn­li­che Bildsprache, die schwer zu kopie­ren ist, dif­fe­ren­zie­ren. Das Bearbeiten von Nischen ist eben­falls eine erfolgs­ver­spre­chen­de Strategie.

Man darf dabei natür­lich nie aus den Augen ver­lie­ren, dass der Markt immer dyna­misch ist und auf Veränderungen reagiert. Egal wel­che Strategie man ein­schlägt, man darf sich nie zu lan­ge auf dem Erfolg aus­ru­hen, sonst wird man schnell von der Realität über­holt.

Wohin wird sich der Microstockfotomarkt vermutlich entwickeln?

Neben der Konzentration der Fotografen wird es ver­mut­lich zu einer Konzentration auf dem Markt der Microstockagenturen kom­men. Der Markt für Microstock ist lan­ge Zeit schnell gewach­sen. Nun hat er jedoch einen Punkt der Reife erreicht, in dem es zum Zusammenschluss von Agenturen kom­men wird. Einen ähn­li­chen Prozess haben unter ande­rem auch die klas­si­schen Makrostockagenturen durch­ge­macht.

Durch die gestei­ger­te Rechenleistung von Computern war es Anfang der 1990er Jahre mög­lich, gro­ße Datenbestände digi­tal zu ver­wal­ten und über das Internet zugäng­lich zu machen. In sei­nem Buch Der Weg nach vorn. Die Zukunft der Informationsgesellschaft* beschreibt Bill Gates das Potential des Informationszeitalters mit fol­gen­den Worten:

Der Information Highway wird den elek­tro­ni­schen Markt aus­wei­ten und ihn zum ent­schei­den­den Mittler, zum all­ge­gen­wär­ti­gen Makler machen. Damit wer­den wir in eine neue Wirtschaftswelt ein­tre­ten, einen Kapitalismus mit gerin­ger Reibung und nied­ri­gen Gemeinkosten, mit einem über­rei­chen Angebot an Marktinformationen und beschei­de­nen Transaktionskosten. Es wird ein Paradies für Konsumenten sein.“[7]

Entsprechend früh erkann­te Gates das Potential von digi­ta­len Bilddatenbanken und grün­de­te 1989 die Firma Corbis. Mark Getty, eta­blier­te ab 1995 die Firma Getty Images als zwei­ten glo­ba­len Player auf dem Bildermarkt. Beide Konzerne kauf­ten auf dem bis dahin stark frag­men­tier­ten Markt der Bildagenturen zahl­rei­che Bildarchive auf und began­nen das ana­lo­ge Bildmaterial zu digitalisieren.[8] Da durch den Ausbau von Online-​Diensten das Bildmaterial in hoher Qualität immer und über­all ver­füg­bar war, konn­ten die Bilder zu gerin­ge­ren Kosten an den Markt gebracht wer­den. Der umständ­li­che und teu­re Versand von Katalogen und ori­gi­na­len Bildträgern ent­fiel plötz­lich. Bis zur Digitalisierung hat­ten die Bildarchive durch den hohen Verwaltungsaufwand des ana­lo­gen Materials eine gewis­se Grenze bis zu wel­cher sie wirt­schaft­lich arbei­ten konn­ten.

Das Geschäftsmodell der digi­ta­len Bilddatenbanken war durch Standardisierung und Vereinfachung der Vertriebswege plötz­lich leicht auf glo­ba­lem Maßstab ska­lier­bar. Diese durch tech­no­lo­gi­schen Fortschritt getrie­be­nen Konzentrationsprozesse führ­ten zu einer nach­hal­ti­gen Veränderung der gesam­ten Marktstruktur. Der Bildermarkt ist mitt­ler­wei­le stark von dem Duopol Corbis und Getty Images geprägt. Diese Marktmacht bekom­men nicht nur die Kunden und Konkurrenten aber auch vor allem die Lieferanten der bei­den Bildgiganten zu spü­ren. Zum einen wur­den Verträge mit Fotografen gekün­digt, zum ande­ren wur­de das Verhältnis in dem die Einnahmen geteilt wer­den zu ihren Ungunsten beschnit­ten. Aber nicht nur die finan­zi­el­le Freiheit wur­de ein­ge­schränkt, den Lieferanten wur­de auch für den krea­ti­ven Prozess über agen­tur­in­ter­ne Richtlinien genaue Vorgaben über das zu pro­du­zie­ren­de Bildmaterial gemacht. Diese Größenvorteile und die Finanzmacht schre­cken neue Bildagenturen vor einem Markteintritt zuneh­mend ab, was die Monopolisierung der Bildvermarktung wei­ter vor­an treibt.[9]

Diese posi­ti­ven Skaleneffekte kön­nen ana­log auch bei Microstockagenturen rea­li­siert wer­den. Es wird außer­dem der Punkt kom­men, in dem die Microstockagenturen Marktanteile nicht allei­ne durch ein wach­sen­des Bildarchiv gewin­nen kön­nen, son­dern nur durch geziel­te Übernahme von Konkurrenten. Ein sehr star­ker Hinweis, dass in die­sen Prozess bald mehr Dynamik kom­men wird, ist die Tatsache, dass sich bei­spiels­wei­se Fotolia und Shutterstock mit fri­schem Kapital ver­sorgt haben. Durch die nied­ri­gen Marktein- und aus­tritts­bar­rie­ren kön­nen natür­lich immer wie­der neue Agenturen in den Markt tre­ten. Allerdings wer­den die­se es schwer haben, sich gegen die enor­me Marktmacht eines Oligopols durch­zu­set­zen.

Eine wei­te­re Konzentration des Microstockmarktes wird zwangs­läu­fig zu einer Verschlechterung der Position von klei­nen Produzenten und der Kunden füh­ren. Vermutlich wer­den die Preise für Microstockbilder wei­ter stei­gen, die Beteiligung der Fotografen höchst wahr­schein­lich nicht.

Was ist eure Meinung zu die­ser Thematik?

Quellen:
[1] P. A. Samuleson, W. D. Nordhaus, Volkswirtschaftlehre, mi-​Wirtschaftsbuch, FinanzBuch GmbH, München, 4. Auflg. 2010.
[2] Hartmut Berg, Wettbewerbspolitik. In: Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik. Band 2.; Vahlen-​Verlag, München; 7. Auflg., 1999.
[3] J. Röpke, O. Stiller (Hrsg.), Theorie der wirt­schaft­li­chen Entwicklung*, Berlin 1911; Berlin; Neuauflg. 2006.
[4] P. Krugman, M. Obstfeld; Internationale Wirtschaft, 7. Auflg., München, 2006.
[5] Radiopodcast: Treffpunkt vom Freitag, 26.9.2008, 09.05 Uhr, DRS 1 http://pod.drs.ch/mp3/treffpunkt/treffpunkt_200809261155.mp3.
[6] http://www.freelens.com/freelens-magazin-23/auf-dem-weg-zum-bildermonopol.
[7] Bill Gates, Der Weg nach vorn. Die Zukunft der Informationsgesellschaft*, Hamburg 1995, S. 230.
[8] M. Bruhn, Bildwirtschaft. Verwaltung und Verwertung der Sichtbarkeit*. Weimar [VDG] 2003.
[9] E. Grittmann, I. Neverla, I. Ammann (Hrsg.), Global, lokal, digi­tal – Fotojournalismus heu­te*. Köln 2008.

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58 Gedanken zu „Analyse der Situation von Microstockfotografen im Bildermarkt (Gastbeitrag)“

  1. Gut recher­chiert – wis­sen­schaft­lich auf­ge­baut. Aber für mich per­sön­lich lei­der kei­ne wirk­lich neu­en Erkenntnisse.

    Microstock ist trans­pa­rent. In jedem Blog wird über fol­gen­de Themen geschrie­ben: Es gibt ein Überangebot von Bildern, die Honorare wer­den gekürzt (obwohl das für Fotografen ((I‑Stock mal abge­se­hen)) wie mich nicht das gro­ße Problem ist. Ab einem bestimm­ten Ranking wer­den die Preise nicht mehr – oder nur sehr mode­rat gekürzt. Das ist eher ein Problem für die, die noch nicht lan­ge genug dabei sind). Und Amateure berech­nen ihre Kosten nicht so wie Profis. Auch eine bekann­te Tatsache.

    Interessant wäre für mich (und wahr­schein­lich vie­le ande­re hier) eine ähn­li­che Analyse für Makro. Ist die geplant?

    Seit Jahrzehnten raten Unternehmensberater: „Erhöhen sie die Verkäufe und sen­ken sie die Kosten!“. Gilt das nicht für jeden Wirtschafts-​/​Produktionszweig?

    Ich den­ke auch das die Bilderfabriken à la Yuri nicht wirk­lich Einfluss/​Marktmacht bei Micros haben. Sonst hät­ten sie ihm bei FT nicht vor eini­ger Zeit die Credits von 4 auf 3 gesenkt. Das hat aus­schliess­lich ihn betrof­fen. Das sind 25% Umsatzverlust. Und dann noch die Suchranking Umstellung im Frühjahr. Ich den­ke dass sind noch ein­mal 25% Umsatzrückgang bei ihm. Wenn man das mit der Nummer 1 macht…

    Völlig rich­tig, dass man als Fotograf im Micro kei­ner­lei Macht gegen die Agenturen hat. Aber wel­che Marktmacht hat den der ein­zel­ne Fotograf bei Makro?

    Das „Bestseller kopie­ren“ ist mei­ner Meinung nach nicht wirk­lich ein Problem. Ein guter Stockfotograf erkennt ein gutes Bild/​Thema auch ohne auf Downloadzahlen ach­ten zu müs­sen. Egal ob er ein Bild in der Zeitung sieht, in einem Fernsehbeitrag, im Kino oder auf einer Agentur-​Webseite. Dafür hat man ein­fach ein Gespür. Und wenn man das nicht hat, son­dern nur auf Downloadzahlen schielt, fehlt einem meis­tens ohne­hin das not­wen­di­ge Wissen/​Können um dar­aus Nutzen/​Kapital zu schla­gen. Von tota­len 08/​15 Motiven mal abge­se­hen. Aber wie vie­le schlech­te Kopien die sich dann aber nie ver­kau­fen gibt es von der berühm­ten „Tomate auf weiß“.

    Im Beitrag wird auch etwas der „typisch wei­ße Hintergrund der Microstock Bilder“ kri­ti­siert. (Derzeit) wer­den von den Micros krea­ti­ve­re Belichtungen oft nicht ange­nom­men. Das kann sich jeder­zeit ändern wenn die Agenturen mal mit­be­kom­men, dass es dafür Kunden gibt.

    Das es Firmenübernahmen im Microstock geben wird – davon gehe ich aus. Aber was macht Getty seit vie­len Jahren? Sie kau­fen jede Makroagentur die sie bekom­men kön­nen.

    Ich den­ke, dass vie­les was im Beitrag erwähnt wird, auch auf Makro zutrifft.

    Wenn dem nicht so ist: Eine Analyse über die Entwicklung des Makromarktes und die Folgen/​Chancen/​Risken für die Fotografen wäre toll! Darüber weis man nicht so viel wie über den Micromarkt. Und es gibt bestimmt eini­ge, die von Micro auf Makro umstei­gen wol­len.

  2. @Walter
    ich wer­de den Florian mal bit­ten, so eine Analyse für den Macrostockblog zu ent­wer­fen, falls er die Zeit dazu fin­det.
    Was den Arcurs betrifft wür­de ich auch wider­spre­chen, sonst hät­te er kei­ne eige­ne Agentur gegrün­det. Die kön­nen selbst mit ihm machen was sie wol­len. Ich muss ehr­lich sagen, wenn mir vor ein paar Jahren jemand erzählt hät­te, dass pro­fes­sio­nel­le Fotografen ihre Bilder selbst bear­bei­ten, ver­schlag­wor­ten und sie dann ab einem Euro bei einem Anteil von 20% anbie­ten, ich hät­te ihn aus­ge­lacht. Aber man lernt ja nie aus. So betrach­tet sind es die Fotografen, die sich das Leben gegen­sei­tig schwer machen und die Fotografie ent­wer­ten.
    Im übri­gen ist die Marktmacht der Macrostockfotografen grö­ßer, wenn sie rich­tig gut sind. Vor allem die der Peoplefotografen auf höchs­tem Niveau. Jeder will sie haben und bie­tet ihnen gute Verträge an, pflegt sie und will sie bin­den.

  3. Ein wirk­lich guter Artikel, ein biss­chen fehlt die Vision, alles beschrie­be­ne ist inzwi­schen schon so ein­ge­tre­ten. Allerdings trifft fol­gen­des auch auf Macrofotografen zu “ Zunächst ein­mal bedeu­tet das für die Fotografen, dass sie prin­zi­pi­ell kei­ner­lei Marktmacht.…. “

  4. Sorry – habe vor­hin über­le­sen, das in dem Artikel ja bereits dar­auf ein­ge­gan­gen wird, dass Getty und Co. alles auf­kau­fen.

    Und mei­ne Frage nach der Macht der Makrofotografen wur­de auch bereits im vor­hin­ein beant­wor­tet:
    Zitat: „Zum einen wur­den Verträge mit Fotografen gekün­digt, zum ande­ren wur­de das Verhältnis in dem die Einnahmen geteilt wer­den zu ihren Ungunsten beschnit­ten. Aber nicht nur die finan­zi­el­le Freiheit wur­de ein­ge­schränkt, den Lieferanten wur­de auch für den krea­ti­ven Prozess über agen­tur­in­ter­ne Richtlinien genaue Vorgaben über das zu pro­du­zie­ren­de Bildmaterial gemacht“.

    Das war der Teil der „Geschichte der Stockfotografie“, den habe ich etwas zu schnell gele­sen… Tut leid!

    @GeraldStaufer: Zitat: „Im übri­gen ist die Marktmacht der Macrostockfotografen grö­ßer, wenn sie rich­tig gut sind. Vor allem die der Peoplefotografen auf höchs­tem Niveau. Jeder will sie haben und bie­tet ihnen gute Verträge an, pflegt sie und will sie bin­den.“

    Darüber wür­de ich mich ja ger­ne bes­ser infor­mie­ren, aber dazu feh­len mir Namen, Beispiele an denen ich das Nachvollziehen kann. Ich habe den Makromarkt jetzt ein paar Jahre aus­sen vor gelas­sen. Und daher ken­ne ich kei­ne Fotografen mehr, die hier wirk­lich erfolg­reich sind.

  5. @Walter
    was ist denn wirk­lich erfolg­reich?
    So erfolg­reich wie vor Microstock ist kei­ner mehr, stimmt. Dafür sorgt ihr ja alle. Da war ein RPI von 5 Euro und weit­aus mehr kei­ne Seltenheit, son­dern eher die Regel.
    Namen und Beispiele kann ich ohne Zustimmung nicht nen­nen, da bit­te ich um Verständnis. Nur so viel: Wer bei uns viel lie­fert, ver­dient auch gutes Geld, kein Privileg der Micros. Und nie­mand muss sich in die­se Produktionsmühle bege­ben, um erfolg­reich zu blei­ben. Diesen Rankingmist gibt es zum Glück nicht.

  6. @Walter

    Ich den­ke, dass vie­les was im Beitrag erwähnt wird, auch auf Makro zutrifft.“

    Nein. Ich emp­feh­le dir den Artikel noch­ein­mal genau zu lesen. Insbesondere den Abschnitt: Was hat das gan­ze mit Microstock zu tun?

    Dann müss­test du eigent­lich selbst erken­nen, wo der Unterschied liegt. Natürlich gibt es auch Gemeinsamkeiten, aber es han­delt sich doch prin­zi­pi­ell um zwei unter­schied­li­che Märkte. Es gibt zwar durch­aus Überlappungen, wür­de es sich aber um den glei­chen Markt han­deln, dann wäre der Makrostock schon längst ver­schwun­den.

    Das es Firmenübernahmen im Microstock geben wird – davon gehe ich aus. Aber was macht Getty seit vie­len Jahren? Sie kau­fen jede Makroagentur die sie bekom­men kön­nen.“
    Die Gründe und Gedanken dazu fin­dest du auch im Artikel. Hierzu wür­de ich noch­mal Absatz„Wohin wird sich der Microstockmarkt ver­mut­lich hin­en­t­wi­ckeln?“ emp­feh­len. Microstock ist eine nicht mehr ganz jun­ge Industrie, die nun in einer Reifephase steckt. Der Vergleich mit der Entwicklung der tra­di­tio­nel­len Agenturlandschaft liegt da natür­lich nahe. (sie­he Text)

    Dass die Veröffentlichung von Downloadzahlen nicht zum Kopieren ani­miert, kann ich mir nicht ernst­haft vor­stel­len.

  7. @ Max

    Nun eine Vision ist etwas schwie­rig, da dafür die Datenbasis fehlt. Konkrete Zahlen wird man wohl nicht zu sehen bekom­men…
    Aber qua­li­ta­tiv kann man wohl sagen, dass sich die bestehen­den Trends noch wei­ter ver­schär­fen wer­den. Die Luft wird im aktu­el­len Modell nach oben und unten ver­mut­lich dün­ner wer­den. Wirklich pro­fi­ta­bel wird Microstock so wie er jetzt ist nur noch für weni­ge blei­ben.
    Was natür­lich immer sein wird, ist dass sich auch die Agenturen wei­ter ver­än­dern. Ein mög­li­ches Szenario wäre dann, dass sich die bei­den Angebotskurven aus Abbildung 5 immer wei­ter annä­hern und wir so bald nur noch einen Markt zu betrach­ten haben. Ob das wün­schens­wert ist oder nicht, kann ich nicht beur­tei­len…

  8. @Florian:
    Das Makro und Micro 2 ver­schie­de­ne Märkte sind bedarf wohl kei­ner Diskussion.
    Was ich gemeint habe: Die Nachteile die hier für Microfotografen auf­ge­zählt wer­den: Gibt es die bei Makro nicht? Mal abge­se­hen von der Markttransparenz. Die ist nur dann ein Problem, wenn man sich auf sei­nen Lorbeeren aus­ru­hen will, weil man viel­leicht ein­mal eine gute Idee hat­te. also: Es wird dadurch sicher kopiert. Wenn man dann aber wie­der die Downloadzahlen ansieht, gibt es nur weni­ge Kopien, die das Original schla­gen.

    Ich habe jetzt ein­mal bei Getty nach „Teamwork“ gesucht. Hier glei­chen sich doch auch die Bilder alle.…

    Das mit den Firmenübernahmen habe ich ja schon wei­ter oben geklärt.

    Zu den Zukunftsaussichten: Wirklich pro­fi­ta­bel ist Micro auch jetzt nur für weni­ge hun­dert Fotografen. So vie­le leben davon den­ke ich. Für die ande­ren wird es so wie auch jetzt ein mehr oder weni­ger gro­ßes Zubrot sein. Und wenn es sich nicht mehr rech­net wer­den vie­le ein­fach wie­der auf­hö­ren. So wie auch jetzt.
    Wenn man sich im alten Forum von Thomas 2–3 Jahre alte Beiträge raus­ge­sucht hat. Da gab es nur ganz, ganz weni­ge, die am Schluss noch dabei waren.

    @GeraldStaufer: Ich habe ja nicht gemeint, dass Sie mir Ihre Fotografenliste mit den Umsätzen sen­den. 😉
    Ich habe mehr an inter­na­tio­na­le Größen à la Yuri gedacht. Das ist eine rea­le Person an der man sich ori­en­tie­ren kann.

    Damit wir „erfolg­reich“ klä­ren kön­nen: Mindestens 15.000 Dollar monat­lich im Durchschnitt.

    Zitat: „So erfolg­reich wie vor Microstock ist kei­ner mehr, stimmt. Dafür sorgt ihr ja alle.“

    Sie wis­sen aber schon, dass Sie mich damit wie­der zum Verteidiger von Micro machen? was ich eigent­lich nicht will.

    Ich habe Mirco nicht erfun­den! Und ich mag es eben­so wenig wie Sie. Wenn mir eine Macro ein brauch­ba­res Konzept bie­tet, bei dem mei­ne Umsätze gehal­ten wer­den kön­nen – ger­ne, jeder­zeit.

    Wer hat den Makromarkt kaputt gemacht? Vielleicht die Kamerahersteller? Ohne die könn­te sich nicht jeder eine Digiknipse kau­fen. Oder war­um hat Getty, nach­dem es I‑Stock gekauft hat die­se Microagentur nicht gleich dicht gemacht? Hat damit nicht die größ­te Makroagentur der Welt Micro erst Salonfähig und nach­ah­mens­wert gemacht?

    Ich habe mich ledig­lich an das Sprichwort: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ gehal­ten. Und FÜR MICH war es damals die rich­ti­ge Entscheidung. Was nicht heißt, dass das immer so blei­ben muss.

  9. @ Walter
    wie­so erwar­ten Sie von Macrostockagenturen eigent­lich irgend­wel­che Garantien, die Sie von Microstock nie ver­langt haben? Sie kön­nen in mei­nem Blog ger­ne nach­le­sen, dass Fotografen, die kon­stant lie­fern, ihre Umsätze hal­ten oder aus­bau­en. Das ist dann ähn­lich wie in Micro, aber Garantien gibt kei­ner. Gibt ja auch kei­ne Microstockagentur.
    15.000 Dollar bekommt ein Fotograf mit ein paar tau­send People-​Bildern, die gut sind, auf jeden Fall. Ich glau­be, da gibt es vie­le Leute, die das ver­die­nen, aber sie spre­chen halt nicht stän­dig dar­über. Ich neh­me mal ein Beispiel, ohne Namen zu nen­nen. Ich habe vor 10 Monaten eine sehr gute People Produktion rein­be­kom­men, von der wir 140 Bilder genom­men haben. Normalerweise dau­ert es ja, bis Umsätze erwirt­schaf­tet wer­den, da die Bilder erst expor­tiert wer­den müs­sen usw.. Haben wir alles schon mal geklärt. So, sie hat bis­her ca. 7000 Umsatz gebracht, der Fotograf erhält die Hälfte. Ich glau­be, kein schlech­ter Schnitt, noch dazu, wenn man weiß, dass die meis­ten Umsätze erst im zwei­ten Jahr kom­men. Ich gebe aber zu, dass die wirk­lich guten Umsätze nur bei rich­tig guten Bildern zustan­de kom­men und da ich Ihr Portfolio nicht ken­ne, kann ich das auch nicht ein­schät­zen. Ich bekom­me eine Menge Bewerbungen rein und sage da jedem ehr­lich die Meinung, ob ich Aussicht auf Erfolg sehe oder nicht. Sie kön­nen mir ja mal Ihr Portfolio per Mail schi­cken und ich wer­de Ihnen sagen, ob wir etwas damit anfan­gen könn­ten. Aber reden muss man mit Agenturen schon, nicht immer nur schrei­ben, dass kei­ne ein Konzept anbie­tet. Wer nicht gefragt wird, kann nicht ant­wor­ten und ohne Bilder gese­hen zu haben, kann man nichts sagen. Ich den­ke, das kann jeder ver­ste­hen.
    Wer den Markt kaputt gemacht hat? Auf jeden Fall die guten Fotografen, die bil­lig Bilder anbie­ten, die man auch teu­er ver­kau­fen könn­te. So ein­fach ist das. Ohne Angebot kei­ne Nachfrage. Und im übri­gen: Der Macromarkt ist nicht kaputt, es ist nur so, dass sich am Ende die durch­set­zen, die sehr hohe Qualität lie­fern. Es ist eben schwie­ri­ger gewor­den. Wie es ja bei Micro auch stän­dig schwie­ri­ger wird.

  10. @GeraldStauzfer:
    Dann bin ich für Sie ohne­hin wert­los, da ich nicht sehr vie­le People-​Bilder mache 🙂

    Und Umsatz-​Garantien ver­lan­ge ich ja kei­ne. Was ich mir wün­schen wür­de ist eine Macroagentur, mit der man Themen über­le­gen und aus­ar­bei­ten kann, und das Thema dann für ande­re Fotografen eine Zeitlang tabu ist. Wenn ich also z.B. ein Shooting in einem Operationssaal mache und exklu­siv der Agentur gebe, soll­te sie nicht eine Woche drauf von 2 ande­ren Fotografen Bilder zu die­sem Thema anneh­men, son­dern zumin­dest eini­ge Monate ver­ge­hen las­sen. Das ver­ste­he ich unter „Garantie“. So wie es frü­her auch bei den fes­ten und frei­en Illustrierten-​Fotografen war. Aber auch das ist Geschichte. Auch bei die­sen Zeitschriften gibt es nur mehr Bilder-​Junkfood.

    Die ande­ren Fotografen wür­den eben­falls „ihre“ Themen machen, die für mich tabu sind. So hät­ten alle was davon. Jeder wäre für sein Thema Spezialist und könn­te auf­wän­di­ge­re Shootings machen.

    Das funk­tio­niert so aber nicht. Leider. Agenturen den­ken anders – aus dem Druck den sie mitt­ler­wei­le haben auch ver­ständ­lich.

    So das war mein gedank­li­cher Ausflug in die Makro-​Romantik…

  11. @Robert:
    Ich wuss­te dass das mit der Zahl ein Fehler war… 😉 .
    Aber in Deiner Statistik sind ja nur 5 Agenturen auf­ge­führt oder? Und über­haupt: Erfolg ist das was man sich sel­ber als Ziel setzt. Oder nicht? 🙂

  12. @Walter
    also das ist in einem Markt, in dem es mitt­ler­wei­le so vie­le Teilnehmer gibt nun wirk­lich uto­pisch. Selbst wenn wir die Garantie geben wür­den, könn­te ich nicht ver­hin­dern, dass irgend­je­mand der 100.000 Marktteilnehmer die Bilder blitz­schnell kopiert, wenn er sie bei uns sieht.
    Wenn Sie vom Shooting im OP-​Saal spre­chen, sind Sie übri­gens bei People. Tolles Thema, wir wür­den es viel­leicht zur Hälfte finan­zie­ren, um Ihr Risiko zu sen­ken oder die Produktion zu ermög­li­chen, falls sie den übli­chen Kostenrahmen sprengt. Oder einen Art Director zur Verfügung stel­len oder der Ideenfindung hel­fen. Das nur als Beispiel für eine Agentur, die eng mit ihren Fotografen zusam­men­ar­bei­tet, so wie wir das machen. Aber ich höre schon Max Wuterich im Hintergrund: Die Agentur ist nie der Freund des Fotografen. Na ja…
    Ich den­ke, wir soll­ten alle lie­ber über den her­vor­ra­gen­den Artikel dis­ku­tie­ren anstatt über Macro und Micro. Ich den­ke, Florian hat Recht. Für den ein­zel­nen wird es immer schwie­ri­ger, sich bei die­ser Bilderflut im Microstockmarkt durch­zu­set­zen bzw. sei­ne Umsätze zu hal­ten. Außer die Preise stei­gen. Und dann sind wir irgend­wann wie­der da ange­langt, wo wir schon ein­mal waren.

  13. @Gerald Staufer: Das habe ich so sicher nicht gesagt: „Die Agentur ist nie der Freund des Fotografen“ Aber ich glau­be nicht, dass es vie­le Fotografen
    im Macro gibt die $ 15.000 monat­lich machen – das hal­te ich schlicht weg für Unsinn.

  14. @Max Wuterich
    ja sor­ry, dann habe ich das ver­wech­selt.
    Ich kann das natür­lich nicht sta­tis­tisch bewei­sen mit den Macroleuten, aber jeder, der bei Getty oder Corbis ein aktu­el­les Portfolio von meh­re­ren tau­send Peoplebildern hat, schafft das. Und da gibt es sicher­lich eini­ge, wenn auch nicht Massen. „Viele“ war viel­leicht das fal­sche Wort.
    Anders her­um sind es bei Micro auch nicht die Massen, die das hin­krie­gen und um wie­der auf den Artikel zurück­zu­kom­men, um den es hier gehen soll­te: Aufgrund des wach­sen­den Angebots und der sta­bi­len Nachfrage wer­den das immer weni­ger wer­den. Selbst wenn die Preise stei­gen.

  15. Nicht nur, dass die Nachfrage nicht im glei­chen Maße steigt wie das Angebot, son­dern die Kommissionen wer­den wei­ter sin­ken. Man kann sich die­sen Vorgang wie folgt vor Augen füh­ren: es kommt zu einer suk­zes­si­ven Verschiebung der Angebotskurve nach rechts, wie in Abb. 2 illus­triert – und damit wer­den die Preise, wel­che die Fotografen rea­li­sie­ren kön­nen noch nied­ri­ger wer­den.

    De Beers ist übri­gens ein schö­nes Beispiel wie es genau anders­her­um funk­tio­niert: durch eine künst­li­che Verknappung des Angebots wird die Angebotskurve nach links ver­scho­ben und der rea­li­sier­te Preis steigt. Meist über­kom­pen­siert ein höhe­rer Preis den Verlust der Nachfrage. (hier kommt es auf die Preiselastizität an. Generell kann man sagen, je fla­cher die Angebotskurve und damit höher der Druck der Anbieter auf den Markt ist, des­to sen­si­bler reagie­ren Kunden auf Preiserhöhungen.

    Falls jemand etwas aus­führ­li­cher erklärt haben möch­te oder ande­rer Meinung ist, kön­nen wir das ger­ne hier dis­ku­tie­ren!

  16. So ein­fach, leicht und schnell Geld ver­die­nen mit Fotos kön­nen nur weni­ge. Ich nicht.
    Meine letz­te 10 Kommissionen sehen so aus (foto­lia):
    Lizenz XL – 0,27 €
    Lizenz XS – 0,23 €
    Lizenz XS – 0,23 €
    Lizenz XXL – 0,27 €
    Lizenz XXL – 0,27 €
    Lizenz XXL – 0,27 €
    Lizenz XXL – 0,27 €
    Lizenz S – 0,69 €
    Lizenz XXL – 0,27 €
    Lizenz XXL – 0,27 €

    10 Fotos für 3,31 €

    Bei der Tagengeld ver­die­ne ich mehr.

  17. @Zlatko
    Deinem Posting ent­neh­me ich, dass du im Vergleich zu Robert ein rela­tiv klei­nes Portfolio hast. Du kannst (als Hobbyist?!) also nur eine rela­tiv klei­ne Menge an Fotos pro­du­zie­ren. Wie in Abb. 2 zu sehen ist, han­delt es sich bei Mikrostock um einen Massenmarkt. Wenn man die­se Mengen nicht lie­fern kann, dann kommt hin­ten weni­ger raus als bei Tagegeld… Das ist frus­trie­rend!
    Du hast im Prinzip drei Möglichkeiten:

    1) Weiter Micro belie­fern (und ver­su­chen mehr Zeit/​Geld für mehr Output zu inves­tie­ren)
    2) Aufhören mit Stock (und nur noch aus Spass foto­gra­fie­ren)
    3) Makro belie­fern

    Ich den­ke, dass wenn die Qualität stimmt, Option 3 viel­leicht inter­es­sant sein könn­te. Wie in Abb 2 zu sehen ist, wer­den im Makrostock weni­ger Bilder zu einem höhe­ren Preis ver­kauft. Du kannst dich also leicht durch Qualität und musst dich nicht über Masse dif­fe­ren­zie­ren.

  18. Sehr inter­es­san­te Thesen hier. Die Analyse ist nichts ande­res als die wirt­schaft­li­che Entwicklung in meh­re­ren Bereichen der glo­ba­len Wirtschaft! Eine gemut­maß­te Anpassung an den Mircrostockbereich.
    Wenn dann noch jemand behaup­ten eine Reduzierung von 4 auf 3 Credits wür­den einen Umsatzeinbruch um 25% nach sich zie­hen zeigt er mir, dass er von „Tuten und Blasen“ mei­ne Ahnung hat. Im Übrigen soll­tet Ihr Euch weni­ger Gedanken um den Umsatz von Yuri machen, denn er hat es bei sei­nem Umsatz mit Sicherheit geschafft gewis­se Turbulenzen in der Branche aus­zu­glei­chen, bzw. weni­ger bedroh­lich zu über­win­den! Eine Marktmacht ent­wi­ckelt sich nicht, son­dern ist durch Märkte vor­ge­ge­ben und die Marktmacht ensteht durch Fotografen, die sol­che Märkte bereit sind zu bedie­nen. Das mal zur Überlegung in Sachen Microstock. ich hät­te mir vor Jahren näm­lich auch nicht träu­men las­sen, dass es so vie­le Macrostockfotografen gibt, die ja so gut sind und gute Veträge bekom­men, aber trotz­dem über Microstock dis­ku­tie­ren und noch dazu mit andau­ern­der schlecht Rederei. Ich weiss was ich kann und weiss was ich bedie­nen kann, ich käme nie auf den Gedanken (da habe ich gar kei­ne Zeit zu, wegen mei­ner Aufträge), stän­dig über Themen zu dis­ku­tie­ren, die mich nicht tan­gie­ren.
    das alles wqas hier auf Micro ana­ly­siert wird trifft selbst­verst. auch auf Macro zu. weil es ledig­lich eine Analyse der glo­ba­len Wirtschaftssituation ist. Diese Entwicklung kann ich auf einen Autobauer wie VW anwen­den und kann es auf ein Stahlunternehmen wie Thyssen/​Krupp anwen­den. Ich muss mir nur ein paar spe­zi­fi­sche Dinge her­aus­su­chen und die­se anpas­sen.
    wer sagt eigent­lich das der MAcromarkt kaputt gemacht wur­de?
    Fotografen und Inhaber von Macroagenturen, die sowas behaup­ten, haben das Problem auch im Marcomarkt ihre Vorstellungen nicht mehr durch­set­zen zu kön­nen und fan­gen an mit sol­chen Schlechtredereien vom Wesentlichen abzu­len­ken. Nämlich der eige­nen Unfähigkeit auf Märkte zu reagie­ren.

    Sorry außer­dem senie­re ich gera­de über die Bedeutung die­ses Satzes:

    Ich kann das natür­lich nicht sta­tis­tisch bewei­sen mit den Macroleuten, aber jeder, der bei Getty oder Corbis ein aktu­el­les Portfolio von meh­re­ren tau­send Peoplebildern hat, schafft das. Und da gibt es sicher­lich eini­ge, wenn auch nicht Massen.“

  19. mei­ne Ahnung hat“ soll­te natür­lich „kei­ne Ahnung hat“ hei­ßen und Zlatko mei­ne letz­ten Kommissionen

    Lizenz XS
    Kommission 0,45
    Lizenz XS
    Kommission 0,90
    Lizenz XS
    Kommission 0,90
    Lizenz S
    Kommission 2,70
    Lizenz S
    Kommission 2,70
    Lizenz M
    Kommission 2,25
    Lizenz XS
    Kommission 0,90
    Lizenz L
    Kommission 6,30
    Lizenz S
    Kommission 4,05
    Lizenz XS
    Kommission 0,45

    10 Fotos für 21,60 Euro.

    Und heu­te war ein schlech­ter Tag!
    Somit ist es also immer Relativ!

  20. Hmm, ich mache es mal kurz. Ich fin­de das der Artikel genau das wie­der­spie­gelt was ich im letz­ten hal­ben Jahr ver­mu­tet habe. Fotolia und Shutter wer­den wei­te­re Agenturen auf­kau­fen, damit neue Kunden für mich gewin­nen und wenn ich wei­ter so kos­ten­güns­tig pro­du­zie­re, dann wer­de ich in genau 4 Jahren mei­ne ers­te Millionen mit Mikrostock machen. Also läuft doch alles nach Plan.
    Mann ( und ich mei­ne bewusst nicht Frau ) macht sich das Leben immer sel­ber schwer in dem er alles zer­legt und ana­ly­siert anstatt etwas zu bewe­gen. Bevor sich ein Mann mit dem Thema Marathon aus­ein­an­der setzt, ver­gleicht er erst ein­mal wel­che Schuhe am bes­ten dafür geeig­net sind. Eine Frau wür­de direkt anfan­gen zu trai­nie­ren.

    Viel Erfolg Euch allen.

  21. Florian,
    mein Portfolio hat 637 Dateien (Fotos). Bis jetzt habe ich 930 Verkäufe. Verdienst pro Bildverkauf ca. 0,43 €. Sehr viel Arbeit für wenig Geld. Ich will es mir noch ein­mal über­le­gen.

    Gerhard,
    Danke für die Zahlen.

  22. @GerhardSeybert: Wenn Du vor­her 4 Credits Startpreis ver­lan­gen konn­test und dann nach Umstellung von Fotolia nur mehr 3 ver­lan­gen darfst: Sind das nicht 25% minus? Bitte klä­re mich auf wenn ich mich hier ver­rech­net habe.

    Yuri hat­te vor­her als ein­zi­ger „Rubinener“ 4 Credits ver­lan­gen dür­fen. Das wur­de geän­dert.

  23. @Gerhard Seybert
    Na, sin­nie­ren Sie immer noch?
    Ich fas­se es noch­mals kurz: Wer gute Peoplebilder hat, wird in Macrostock wei­ter­hin gute Umsätze haben. Qualität setzt sich durch. Das ist wie bei Micro.
    Dann hät­te ich noch eine Bitte: Wenn Sie mich schon angrei­fen, dann spre­chen Sie mich doch direkt an, ich kann damit umge­hen. Auch mit die­sem aggres­si­ven Unterton und ich len­ke von nichts ab.

  24. @ Gerhad

    Eine Marktmacht ent­wi­ckelt sich nicht, son­dern ist durch Märkte vor­ge­ge­ben…“
    Da hast du glau­be ich etwas falsch inter­pre­tiert. Siehe auch hier. http://de.wikipedia.org/wiki/Marktmacht

    Dieser Artikel sagt nicht, dass Micro den Macromarkt kaputt gemacht hat. Falls du es so ver­stan­den hast, wür­de ich mich freu­en, wenn du mir die Texstellen zeigst, auf die du dich beziehst. Dann kön­nen wir das ja viel­leicht aus­räu­men. Gleiches gilt für den Bezug auf die glo­ba­le Wirtschaft?! Diese Anmerkung habe ich lei­der nicht ver­stan­den.

    Natürlich kann man so eine Analyse auch auf ande­re Industrien (VW, Thyssen Krupp…) anwen­den… Sonst wär die Theorie ja falsch.

    @Jörg
    Dein Erfolg freut mich sehr.
    Für einen Marathonlauf scha­det es aber sicher nicht sich einen Trainingsplan zu machen, sonst ver­hun­gert man nach 30km…

  25. @Gerald Staufer

    Nein ich senie­re nicht mehr, mir ist nun eini­ges bewuss­ter gewor­den!

    15000 Umsatz im Monat mit 1000 People Fotos??????????????????

    aber jeder, der bei Getty oder Corbis ein aktu­el­les Portfolio von meh­re­ren tau­send Peoplebildern hat, schafft das.“

    @Walter
    ich bin nicht für Deine Aufklärung zustän­dig. Du mußt Dir nur mal durch den Kopf gehen las­sen was Du schrreibst.

    Einmal:
    „Sonst hät­ten sie ihm bei FT nicht vor eini­ger Zeit die Credits von 4 auf 3 gesenkt. Das hat aus­schliess­lich ihn betrof­fen. Das sind 25% Umsatzverlust.“

    und in Deinem letz­ten Post:

    Wenn Du vor­her 4 Credits Startpreis ver­lan­gen konn­test und dann nach Umstellung von Fotolia nur mehr 3 ver­lan­gen darfst: Sind das nicht 25% minus?“

    Ich lass das mal ohne Kommentar so ste­hen und gehe auch nicht auf Deine Mutmaßung ein, dass Du in Deinem ert­sen Post sogar von 50% Umsatzrückgang geschrie­ben hast

    Mann, was für Märchen hier doch so erzählt wer­den, Meine Tochter könn­te man glatt in den Schlaf lesen damit!

  26. @Gerald Staufer

    Wer aus­teilt, soll­te auch ein­ste­cken kön­nen.

    Wer den Markt kaputt gemacht hat? Auf jeden Fall die guten Fotografen, die bil­lig Bilder anbie­ten, die man auch teu­er ver­kau­fen könn­te.“

  27. @GerhardSeybert:
    Es tut mir leid, dass ich es Dir nicht begreif­bar machen kann. Vielleicht kann es Dir jemand ande­rer bes­ser erklä­ren. Vielleicht hast Du auch ein­fach nur nicht ver­stan­den was ich mei­ne. Ist ja kein Problem.

    Fakt ist: Fotolia hat vor einem Jahr die Preise geän­dert. Rubinkünstler und das ist nun mal nur Yuri konn­ten nicht mehr wie frü­her 4 Credits als Startpreis ver­lan­gen son­dern nur mehr 3. Das kannst Du im Fotolia Forum nach­le­sen. Und das sind 25% weni­ger Umsatz. Mal abge­se­hen von der Downloadzahl, die sich viel­leicht etwas erhöht hat, weil sei­ne Bilder dadurch bil­li­ger gewor­den sind.

    Fakt ist: Yuri hat 6 Monaten kei­ne Bilder mehr bei Fotolia ein­ge­stellt.
    Fakt ist: Fotolia hat im April das Suchranking umge­stellt, und die alten Bilder sind ziem­lich weit nach hin­ten gerutscht. Das kannst Du im Fotolia Forum ger­ne nach­le­sen. Während es frü­her z.B. zum Thema Headset auf den ers­ten Seiten nur so von Yuri-​Bildern gewim­melt hat, fin­dest Du heu­te sei­ne Bilder nicht mehr auf den ers­ten Seiten. Das kannst Du mit belie­bi­gen Keywords wie­der­ho­len. Wenn Du meinst, dass das kei­ne Umsatzverluste bringt – okay. Deine Meinung! Dann soll­test Du aber den Jammerbeitrag im Fotoliaforum mal lesen.

    Ich habe aber eben gese­hen, dass er im letz­ten Monat wie­der 1000 Bilder hoch­ge­la­den hat. Er hat es also bemerkt, und arbei­tet dage­gen. Daher stimmt mei­ne Aussage:
    Zitat „Und dann noch die Suchranking Umstellung im Frühjahr. Ich den­ke dass sind noch ein­mal 25% Umsatzrückgang bei ihm. Zitatende“ so nicht mehr.

  28. @Gerhard Seybert
    wie heißt es immer so schön: Wer lesen kann, ist im Vorteil. Wo habe ich geschrie­ben, dass man mit 1000 Peoplebildern 15000 Dollar ver­dient? Und das Schönste: Sie zitie­ren mich dann auch noch rich­tig. Na ja, las­sen wir das, mit Ihnen zu dis­ku­tie­ren macht kei­ner­lei Sinn.

  29. @Gerald Staufer

    Max Wuterich schrieb am 10. Juli 2012 um 16:36
    „im Macro gibt die $ 15.000 monat­lich machen – das hal­te ich schlicht weg für Unsinn.“

    Gerald Staufer ant­wor­te­te am 10. Juli 2012 um 17:02

    Ich kann das natür­lich nicht sta­tis­tisch bewei­sen mit den Macroleuten, aber jeder, der bei Getty oder Corbis ein aktu­el­les Portfolio von meh­re­ren tau­send Peoplebildern hat, schafft das.“

    Und mir gefal­len bei Ihren Posts ein­fach so Sätze wie:
    „So erfolg­reich wie vor Microstock ist kei­ner mehr, stimmt. Dafür sorgt ihr ja alle.“
    ein­fach nicht. Das nur zum Thema per­sön­lich angrei­fen.

    @Walter

    Du kannst mir Deine Annhame nicht begreif­bar machen, weil Deine Annahme unlo­gisch und nicht begreif­bar ist, sie ent­zieht sich voll­kom­men der Realität. Rein Mathematisch gese­hen ist der Sprung von 4 auf 3 zwar 25%.
    Das hat aber nichts mit dem tat­säch­lich erziel­tem Umsatz zu tun.
    Falls Du wirk­lich wis­sen möch­test, war­um dies so ist, kannst Du ger­ne aus Deiner Anonymität tre­ten und mir eine Email zusen­den. Ich erklä­re Dir dann war­um hier kein 25%iger Umsatzrückgang vor­liegt und ein Rückgang um 50% schon gar­nicht!

  30. Ach, das ist ja rich­tig span­nend hier 🙂 Man könn­te ja glatt ver­mu­ten, das Westend kurz vor der Übernahme steht und Herr Staufer letz­te Versuche unter­nimmt den Macromarkt noch zu ret­ten.…

    @ Robert Da hast Du recht, Schlaf könn­te gut tun.

  31. @alle: bevor sich hier alle den Kopf zer­bre­chen, was mit 1.000 Bildern und 15.000 Dollar gemeint war:

    Das stand im Ausgangskommentar tat­säch­lich nir­gends, da stand immer „meh­re­re tau­send Bilder“. Und 15.000 Dollar mit zum Beispiel 8000 oder 9000 guten People-​Bildern ist durch­aus drin, sowohl im Microstock als auch im Macrostock. Nicht garan­tiert, aber mög­lich.

  32. @Robert Dein Beispiel mit 8k-​9k klingt aber anders und rea­lis­ti­scher als der Betrag in Verbindung mit dem Satz „mit ein paar tau­send People-​Bildern“, bei dem ich die Stückzahl ten­den­ziel zwi­schen 3k und 4k ansie­deln wür­de. Bei die­ser Menge an People (wirk­lich gute) wür­de ich einen Macroumsatz zwi­schen 2500 und 4500 Euro als rea­lis­tisch unter­schrei­ben, aber nicht das dop­pel­te.

  33. @Gerhard Seybert
    Sie gehen also davon aus, dass ein Peoplefotograf, der auf dem Niveau von Arcurs foto­gra­fiert und Macrostock belie­fert einen RPI von etwa einem Dollar hat? Dann wäre Macrostock längst tot.

  34. Nur mal so was zum Verdienst im Macro: Meine Erlöse bei der VG BildKunst lie­gen bei € 1300,– – und ich damit einer der ganz weni­gen Fotografen in DE die das Erreichen.….

  35. @alle: Da die Kommentare lang­sam anfin­gen, belei­di­gend zu wer­den, habe ich eini­ge deak­ti­viert und wer­de das wei­ter so hal­ten, wenn die­se nicht sach­lich blei­ben.

  36. @ ALL : ich wür­de zu ger­ne mal alle eure Fotos sehen wol­len , dann kann ich mich mehr in euch rein­ver­set­zen .

  37. @Max ver­ste­he eine Aussage nicht?

    Erbete nähe­re Infos!!!
    Nur mal so was zum Verdienst im Macro: Meine Erlöse bei der VG BildKunst lie­gen bei € 1300,– – und ich damit einer der ganz weni­gen Fotografen in DE die das Erreichen…..

    Bin im Microstock unter­wegs, aber habe wesent­lich höhe­re Erlöse bei der VG BildKunst…

  38. Komisch ohne Ende : mein Fazit was sich im micro nicht ver­kau­fen lässt läuft im macro wie war­me Semmeln .
    Wer nach einem Jahr nicht das ver­die­nen soll­te was er meint ver­die­nen zu müs­sen mit 1000 peop­le Bilder soll­te für den macro pro­du­zie­ren .

    Zweite Erkenntniss : als Einzelperson gehs­te mitt­ler­wei­le ver­lo­ren und wirst von den ganz gros­sen nicht Ernst genom­men . Die picken sich selbst ihre Fotografen . Und wer dahin will soll­te defi­nitv über w61 gehen .

    dit­tens : Ich lese hier 10 Fotos ver­kauft für 23 Euro oder 20 für 12 Euro in der Ordnung .…ist doch bull­shit und hohn . Mache zwar auch erst seit einem Jahr macro und bis wirk­lich die Verkäufe abge­rech­net wer­den dau­ert halt aber dafür habe ich Zahlen im Schnitt 89 – 200 im Bereich rf ( wohl­ge­merkt für ein Foto ) . Rm von 120 – open end .
    Billige Fotos sind out , stellt euch doch mal vor die Kunden brau­chen hoch­wer­ti­ge Fotos nach wie vor , das wird sich allei­ne durch die Mode nie ändern . Es sei eines Tages wird es nur noch vir­tu­el­le Models geben etc. Sciene Fiction halt . Aber bis dahin den­ke ich es wird immer den und den Bereich geben … was wäre wenn es sich für nie­man­den mehr loh­nen wür­de Fotos zu schies­sen . Alles gin­ge den Bergab … Kunden müss­ten wie­der selbst pro­du­zie­ren und die Realkosten wür­den stei­gen ( allei­ne durch Personalkosten ) .

    Bei den Zeitschriften wür­de ich es so sehen : ent­we­der yel­low press für ein euro oder high­class für ???; dem­entspre­chend kos­ten auch Anzeigenseiten für Werbung usw. .….und Anzeigenkunden ach­ten extremst wo sie schal­ten und zwar eher im high­class sek­tor , des­halb auch high­class Fotos für die­se Zeitschriften die über high­class Agenturen gelie­fert wer­den .

  39. @Birgit Reitz-​Hofmann: Wie kommt der Betrag zustan­de, haupt­säch­lich über die erziel­ten Honorare, Bücher oder ande­re Medien?

  40. @ reka
    Nur mal zum Zeitschriftenmarkt. Der Anzeigenpreis rich­tet sich aus­schließ­lich nach der Auflage oder dem Preis pro 1000 Kontakte. Die gan­zen Highclassmagazine kannst du in die­ser Richtung ver­ges­sen. Da wer­den sogar Anzeigen für lau geschal­tet nur um als Highclass Magazin durch­zu­ge­hen. Durch mei­ne Finger hier an der Costa del Sol sind so vie­le Highclass Magazine für „Millionäre“ gegan­gen, dass ich aus Erfahrung spre­che. Alles Schall und Rauch. Nur boden­stän­di­ge Publikationen, die ein brei­tes Publikum errei­chen ver­die­nen Geld. Frag mal den Herrn Staufer auf wes­sen Rechnungen er sit­zen bleibt. Die teu­ers­ten Anzeigenpreise in Deutschland hat übri­gens das ADAC Magazin. Wenn du jeman­dem in der Werbe- und Verlagsbranche mit Highclass kommst kral­len sich den Profis die Fussnägel und alle Alarmglocken läu­ten.
    Was immer gesucht wird, sind auten­ti­sche Fotos. Du musst immer dar­auf ach­ten das sich mög­lichst vie­le Menschen mit einen Foto posi­tiv iden­ti­fi­zie­ren kön­nen.

  41. @ Andreas : du das mit den kos­ten­lo­sen Schaltungen ist mir schon klar um damit ande­re Kunden zu gewin­nen bzw. Eindruck zu schin­den war schon immer so .
    Klar ist apo Umschau ‚ADAC etc. das was ich mei­ne mit high­class allei­ne durch deren Auflage . Aber da sehe ich kaum micro eher mal ein Bild von mir ( Anzeigenschaltung apo Umschau mit Foto von mir ) und das aus dem macro .

  42. @Walter
    Zu den „Fakten“.. Yuri stellt seit Juni die­sen Jahres wie­der Bilder ein. Sein Portfolio be Fotolia ist seit Anfang Huni von 55.760 auf aktu­ell 56.856 Bilder gestie­gen, also mehr als 1.000 neue Bilder in den letz­ten fünf Wochen, davon die meis­ten (knapp 800) in den let­zen 10 Tagen. Es scheint sich also offen­sicht (zumin­dest für ihn) wie­der zu loh­nen. Ich den­ke die Upload-​Puase war auch dem Aufbau der eige­nen Agentur und der dort gebun­de­nen Ressourcen geschul­det…

  43. noch eine fra­ge zu yuri. was macht es eigent­lich für einen sinn, das er in süd­afri­ka so vie­le leu­te sucht. ist sei­ne agen­tur dort ange­sie­delt ??? sind das steu­er­li­che vor­tei­le, wet­ter, loca­ti­ons, hüb­sche modells ???? licht ? – es gibt ja foto­gra­fen die sich wegen dem (spe­zi­el­lem son­nen )licht stun­den­lang in den flie­ger set­zen. peter bau­mann hat­te zB viel in tune­si­en geshoo­tet, wegem dem licht.
    http://peopleimages.com/more/jobs

  44. @maxx: Im Grunde hast Du Dir Deine Frage schon selbst beant­wor­tet. Ja, er hat ein Büro/​Studio dort, unter ande­rem auch wegen des Wetters, der Location und des Lichts. Und güns­ti­ger als Dänemark ist es ver­mut­lich auch.

  45. @Robert: Du hast recht, ich hat­te den letz­ten Absatz nur noch über­flo­gen… wer alles liest ist klar im Vorteil 🙂
    @Maxx: Südafrika macht Sinn, weil Du mehr bes­se­res Wetter hast und die Löhne als auch Steuern nied­ri­ger sind. Die Bilder ver­kau­fen sich welt­weit, egal wo sie pro­du­ziert wer­den, was im Artikel auch beschrie­ben wird (Senkung der Stück/​Produktionskosten). Wir pro­du­zie­ren für Kunden regel­mä­ßig in Südafrika oder auch im kari­bi­schen Raum, ein­fach weil die Bedingungen vor Ort rela­tiv sicher sind. Wenn man dann noch meh­re­re Produktionen zusam­men­fasst, spie­len auch die Reisekosten kei­ne so gro­ße Rolle mehr. Zudem för­dert (sub­ven­tio­niert) Südafrika zumin­dest grö­ße­re Produktionen vor Ort, die haben dafür eine eige­ne Behörde, die auch bei allen Fragen/​Problemen rund um Produktionen vor Ort unter­stützt.

  46. @Artikel
    „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Microstockfotografen ihren Output erhö­hen und gleich­zei­tig ihre Grenzkosten sen­ken müs­sen, um in die­sem Markt bestehen zu kön­nen.“

    Ich per­sön­lich fin­de, die­se Zusammenfassung ist eher kon­tra­po­duk­tiv für die Situation und den durch­aus gelun­ge­nen Artikel.
    Tendenziell und nach BWL-​Gesichtspunkten ist die Aussage sicher rich­tig, soll­te aber kei­nes­falls als Empfehlung ver­stan­den wer­den. Denn, der erhöh­te Output wird zwangs­läu­fig auch zu einem wei­te­ren Verfall der Preise füh­ren, wenn alle Teilnehmer mit­zie­hen müs­sen. Die Spirale nach unten wur­de nur beschleu­nigt.
    Sicherlich wer­den eini­ge Markteilnehmer dies tun, wes­halb letzt­lich zur Stabilisierung der Preise nur eine Erhöhung der Qualität in Frage kommt, um sich gegen die Flut der Masse durch­zu­set­zen. Gleichzeitig müs­sen die Kosten redu­ziert wer­den.

    @Thema Yuri Arcurs
    Grundsätzlich soll­te man den Aufbau einer eige­nen Plattform aus zwei Richtungen betrach­ten. Erstens scheint er zu glau­ben oder hof­fen, dass sein Name bekannt genug ist, ein eige­nes Vertriebssystem auf­zu­bau­en und gleich­zei­tig aus den Bildern mehr Wertschöpfung zu erhal­ten, als durch die Microstocks. (Substitution)
    Zweitens ist es mög­lich, dass er so viel pro­du­ziert, dass letzt­lich nur die bes­ten Bilder in Mircostocks ver­wer­tet wer­den kön­nen, wäh­rend der Rest unge­nutzt im Rechner schlum­mert. (Resteverwertung)

    Ich hal­te bei­de Möglichkeiten für plau­si­bel.

    Den kur­zen Aussetzer an Downloads für 6 Monate und den wie­der­be­gin­nen­den Upload vor 6–8 Wochen soll­te man berück­sich­ti­gen. Es kann sein, dass die Arcurs-​Platform mehr Zeit benö­tigt als gedacht, also weni­ger Kunden mit­ge­zo­gen wur­den, man so auf die Einnahmen von foto­lia erneut ange­wie­sen ist.
    Es ist auch gut mög­lich, dass man sich durch die Plattform mit 70000 Bildern in eine bes­se­re Verhandlungsposition mit foto­lia brin­gen woll­te und nun eige­ne Konditionen erhält. Letztlich sind die 70000 Bilder schon eine ordent­li­che Hausnummer für eine Verhandlungsbasis.

    Gruß, free­zer

  47. @freezer: „70000 Bildern in eine bes­se­re Verhandlungsposition “ Das wäre sicher so, wenn die Bilder exclu­siv sind – sind die aber nicht, daher hingt hier Dein Gedankengang. Yuri Bilder fin­det man auch unter dem Kürzel DN und nicht unter Arcus – da bleibt auch jede men­ge Raum für Spekulationen.…

  48. Digitalisierung und Globalisierung, die Erde ist kei­ne Scheibe mehr, Wissen ist nicht immer Macht, son­dern kann zur Ohnmacht füh­ren. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es jeden Tag zu Ende sein kann, für alles und jeden. Mein Rat, tu, was Du tun möch­test, wenn Du dann sogar nur davon auch noch leben kannst, dann lebe…

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