Bilderklau im Internet – Strafen oder sein lassen?

Vor paar Tagen bekam ich in mei­nem Blog einen Kommentar von einem ande­ren Robert, der mir einen Link schick­te zu einer Community-Webseite, auf der ein Foto von mir zu fin­den war (Danke noch mal!). Den Namen nen­ne ich nicht, aber so sah das aus. Klein unten rechts stand sogar noch mein Name als Wasserzeichen, mit dem ich mei­ne Bilder mar­kie­re. Ich behaup­te nicht, dass es ein Diebstahl-„Schutz“ wäre, aber immer­hin erleich­tert es mir zu sehen, ob die­ses Foto über eine Agentur gekauft wur­de oder ein­fach unbe­rech­tig­ter­wei­se das Vorschaubild aus mei­ner Fotogalerie kopiert wur­de. Genau aus die­sem Grund nut­ze ich Wasserzeichen.

2009 Fotonutzung

Die Seite funk­tio­niert so, dass ange­mel­de­te Mitglieder Gruppen grün­den kön­nen und bei ande­ren Gruppen Mitglied wer­den kön­nen, um zu chat­ten und so wei­ter. Die Gruppengründerin scheint eine 18jährige zu sein, die das Foto zur Illustration gewählt hat. Ehrt mich ja. Ist aber ille­gal.

Nun hat­te ich die Wahl: Anwalt ein­schal­ten las­sen und den mir zuste­hen­den Schadensersatz for­dern oder locker blei­ben?

Ich ent­schied mich für letz­te­re Variante. Das bedeu­te­te, dass ich im Impressum nach einer Telefonnummer gesucht habe, um das schnell zu klä­ren. Ging kei­ner ran. Deshalb schrieb ich die­se Mal an den Support:

Guten Tag,

auf ihrer Webseite [Link zur Seite] wird momen­tan oben ein Foto benutzt (Rothaarige Frau zer­bricht Zigarette). Ich bin der Urheber die­ses Fotos (sie­he Copyright-Vermerk unten rechts im Bild) und der Nutzung auf Ihrer Webseite habe ich nicht zuge­stimmt.

Ich for­de­re sie des­halb auf, das Foto inner­halb von drei Tagen zu ent­fer­nen oder bei Interesse das Foto von mir für die­se Nutzung lizen­zie­ren zu las­sen. Andernfalls wer­de ich die Angelegenheit mei­nem Anwalt über­ge­ben müs­sen.

Vielen Dank im Voraus,
Robert Kneschke“

Innerhalb von 24 Stunden bekam ich eine Antwort von einer Supportmitarbeiterin, dass die Nutzerin infor­miert und das Bild gelöscht wur­de. Damit hat sich die Sache für mich erle­digt.

Ich bin mir sicher, dass ich mit mei­nem Anwalt etwas Geld aus der Sache hät­te zie­hen kön­nen. Ich woll­te das aber aus meh­re­ren Gründen nicht. Zum einen wären die Anwaltskosten bestimmt zehn­mal so hoch wie die Lizenzgebühr gewe­sen. Die hät­te ich zwar nicht zah­len müs­sen, dafür aber die Userin, die dana­ch garan­tiert kein Bild klau­en wür­de. Aber es bestün­de auch kei­ne Möglichkeit mehr, sie als neue Kundin zu gewin­nen. In mei­ner Mail bot ich selbst eine Lizenzierung an. Sicher wird das Angebot nicht ange­nom­men wer­den, aber die­ser – rela­tiv harm­lo­se – Klapps auf die Finger lässt zumin­dest mich und viel­leicht auch die Branche net­ter aus­se­hen als ein offi­zi­el­les Anwaltsschreiben.

Ein wei­te­rer Grund war die Art der Nutzung. Es ist ein Gruppenprofil, die Gründerin ver­dient damit kein Geld und hat es nicht mal vor. Es ist ein Hobby. Spaß. Da woll­te ich nicht rein­grät­schen. Wäre das Foto als Werbung für ein Produkt benutzt wor­den, hät­te ich mich sicher für den Weg mit Anwalt ent­schie­den. Auch eine Gruppe, die mich oder das Model in schlech­tem Licht hät­te daste­hen las­sen, hät­te ande­re Konsequenzen gehabt.

Aber ich fin­de, manch­mal sind die ein­fa­chen Lösungen die bes­ten. Oder was meint ihr? Habt ihr ähn­li­che Situationen erlebt? Wie waren Eure Reaktionen?

38 Gedanken zu „Bilderklau im Internet – Strafen oder sein lassen?“

  1. Vor so einer Situation war ich noch nicht.
    Sollte es aber der Fall sein, wer­de ich sicher­li­ch ähn­li­ch reagie­ren. Ich bin ledig­li­ch Hobbyfotograf, der mit Stockfotografie ein wenig sein Hobby finan­ziert. Der Aufwand mit Anwalt wäre mir zu hoch gewe­sen, ins­be­son­de­re da die Betreiber der Seite kei­ne finan­zi­el­len Vorteile mit dem Bild erzie­len woll­te.

    lg Uwe

  2. Schon öfter. In der Regel wird ohne Antwort still ent­fernt. Ganz sel­ten wird nach­li­zen­siert.
    Ich fin­de es sehr gut, dass du so vor­ge­gan­gen bist.
    Ich fän­de es gut, wenn es gesetz­li­ch fest­ge­legt wäre, dass gegen Privatpersonen und Kleinstkram im ers­ten Schritt gen­au so vor­ge­gan­gen wer­den muss. Kein Grund gleich Anwälte reich und Leute arm zu machen.

    Als ich hier ein Foto von mir fand, bat ich um Entferneung, da die von mir gewähl­te by-sa-nc-CC-Lizenz kei­ne kom­me­ri­el­le Nutzung erlaubt.
    Das Bild wur­de zwar ent­fernt, aber nicht ohne über mich, mei­ne Forderung und die Deutschen im all­ge­mei­nen zu läs­tern. Schade eigent­li­ch.
    Er fühl­te sich im Recht, weil das Bild ver­klei­nert dar­ge­stellt wur­de.
    Darüber bin ich auch ins Grübeln gekom­men.
    Wie ist das eigent­li­ch?

  3. @Joachim:
    Es gibt zwar ein Zitatrecht, was unter gewis­sen Umständen das Zeigen eines Bildes auch ohne Erlaubnis ermög­licht, aber es klingt in Deinem Fall an, dass es eine kom­mer­zi­el­le Nutzung war, du aber nur nicht­kom­mer­zi­el­le Nutzung erlaubt hat­test. Da hät­te auch ein Zitatrecht nicht gehol­fen. Und in wel­cher Größe ein Foto genutzt wird, ist rela­tiv uner­heb­li­ch für den Tatbestand.

  4. Ich habe schon eini­ge male vor einem ähn­li­chen Problem gestan­den – Hotlinking von Bildern mei­ner Homepage. Die ers­ten bei­den Male habe ich noch ver­sucht, den­je­ni­gen anzu­schrei­ben, hat aber meist nichts gebracht. Inzwischen nut­ze ich ein­fach tech­ni­sche Möglichkeiten, um das zu unter­bin­den bzw. das ver­link­te Bild durch ein ande­res mit Copyright-Hinweis zu erset­zen.
    Wenn jemand pri­vat Bilder von mir nut­zen wür­de, den­ke ich, wür­de ich auch so han­deln wie du – freund­li­ch anschrei­ben und um Entfernung bit­ten. Bei kom­mer­zi­el­ler Nutzung wür­de ich aller­dings wahr­schein­li­ch eher den „offi­zi­el­len“ Weg gehen – immer­hin ver­dient der­je­ni­ge ja dann auch Geld damit …

  5. Dein Vorgehen fin­de ich sehr fair! Vielen ist nicht bewusst, dass man nicht ein­fach die Bilder ver­wen­den darf, die man über Google fin­det. Andere pro­bie­ren aber bestimmt auch aus, ob es jemand merkt oder nicht.
    Bis jetzt hat­te ich zum Glück noch nicht den Fall, dass ich mir selbst Gedanken dar­über machen mus­s­te.

  6. Ich find’s auch gut, wie Du vor­ge­gan­gen bist..
    Bei uns Hobbyfotografen ist es sicher­li­ch etwas ande­res, wenn ein sol­ches Bild ver­wen­det wird. Da macht es kei­nen Sinn, gleich mit dem Anwalt zu kom­men, weil am Ende ledig­li­ch eine Unterlassungserklärung zustan­de kommt. Und ich fin­de die Tatsache, dass eini­ge gleich die Dollarzeichen in den Augen haben, auch bezeich­nend.
    Ich bin aber hin und her­ge­ris­sen zwi­schen einem gewis­sen Gefühl der Ehrung, wenn jemand mein Bild ver­wen­det und dem Gefühl, dem­je­ni­gen einen Denkzettel zu ver­pas­sen.. Dies ist etwas ande­res, wenn man sei­ne Bilder (so wie Du) eh ver­kauft und davon lebt.. ganz klar. „Mündlich“ ermah­nen und dann bei Nichtbeachten schon auch mit Sanktionen dro­hen, fin­de ich in Ordnung. 

    M.

  7. Hallo Robert,

    der loka­le Stromversorger hat­te in einer sei­ner Broschüren eine Foto von mei­ner Webseite ver­wen­det (1/2 DIN A4-Seite), natür­li­ch ohne vor­her um Erlaubnis zu fra­gen. Habe dann mit der Marketingabteilung tele­fo­niert und denen eine Rechnung geschickt. Diese wur­de dann auch anstands­los bezahlt.

    Gruß
    Christoph

  8. Ich find’s gut! Es wur­de ja nicht kom­mer­zi­ell ver­wen­det und es han­del­te sich ja auch um ‚nen min­der schwe­ren Fall. Und naja, biss­chen Werbung war’s ja viel­leicht sogar auch für Dich.

    Das Problem ist lei­der, dass die Leute oft ein­fach gar nicht wis­sen, dass sie das Bild nicht ver­wen­den dür­fen. Von daher kann man da auch abso­lut kei­nen bösen Willen unter­stel­len. Ich hät­te das dann genauso gemacht wie Du. Sollte sich jemand nach so einer Mail von dir aller­dings nicht beleh­ren las­sen, dann Anwalt, klar. Und bei Firmen oder bei kom­mer­zi­el­ler Nutzung sowie­so ganz klar, denn wer das Foto in der Art ver­wen­det, der müss­te auch wis­ses, dass es ille­gal ist..

  9. Puh. Schwere Thematik. Ich oute ich mal: Nach über 10 Jahren als Rechtsanwalt habe ich mei­nen Job vor 3 Jahren an den Nagel gehängt um mich sinn­vol­le­rem zuzu­wen­den. Mit ein Grund dafür war, dass ich mit vielem im juris­ti­schen „Handwerksbereich“ nicht mehr mit woll­te. U.a. die Sachen mit flo­rie­ren­dem Abmahngeschäft. Denn oft (ziem­li­ch oft?!) gehts dabei nur ums mas­si­ve „Kohle schef­feln“.

    Andererseits sehe ich die Sache natür­li­ch auch aus der werk­schaf­fen­den Perspektive und ich will natür­li­ch auch nicht, dass mei­ne Bilder ille­gal kom­mer­zi­ell aus­ge­nutzt wer­den (hat­te auch gera­de die­se Woche so einen Fall und war stink­sau­er und habe etwas unter­nom­men, da der ille­ga­le Verwender völ­lig unein­sich­tig war und es sich um eine kom­mer­zi­el­le Verwertung gehan­delt hat).

    Das rech­te Mass und die Balance sind aber wich­tig: Oft geschieht so etwas nicht in kom­mer­zi­el­ler Absicht und „unwis­send“ um die recht­li­chen Gegebenheiten. Dann pfle­ge ich – wie Du Robert – höf­li­ch aber bestimmt hin­zu­wei­sen. Meistens fin­det sich dann eine gute Lösung.

    Just my 5 C

  10. Super reagiert, sehr vor­bild­li­ch!
    Ich den­ke, es wird ein­fach zu viel abge­mahnt. Natürlich ist die „Diebin“ voll­jäh­rig und wie bekannt schützt auch Unwissenheit nicht vor Strafe, aber hier soll­te man klar ein Auge zudrü­cken.
    Mit dem Foto wur­de kein Geld ver­dient, es wur­de nicht für straf­recht­li­ch bedenk­li­che Zwecke (Faschismus etc) ver­wen­det, so what?
    Klar kann man so schnell mal ein paar Euro neben­her machen, aber muß das sein? Es gibt schon genug „Abmahnwilde“ die nur auf Lücken bei Ebay, in Webseiten-Impressums usw Fehler suchen um los­schla­gen zu kön­nen. Ich fin­de so eine Einstellung abso­lut ver­werf­li­ch (auch wenn es juris­ti­sch (lei­der) ein­wand­frei ist).

  11. Ich hal­te das auch so: Wenn damit Geld ver­dient wird, dann schrei­be ich eine Rechnung etc. Bei Nichtkommerzieller Verwendung schrei­be ich eine freund­li­che Mail mit dem Hinweis auf die Rechtslage und gut ist.

  12. seit jah­ren muss ich mich mit bil­der­klau rum­är­gern, trotz logo in den fotos wird geklaut auf teu­fel komm raus, wenn dann ein ver­si­che­r­uns­gbü­ro mit mit mei­nen unfall­fo­tos wirbt hört der spass auf.

    beim letz­ten bil­der­klau hat­te eine eotik­sei­te ein foto von mir zwar ver­än­dert, aber ich habe es nach einem hin­weis eines kol­le­gen doch erkannt und somit über­nahm mein anwalt die­se sache.

    es soll­te sich heut­zu­ta­ge bis in die letz­te ecke rum­ge­spro­chen haben das dies dieb­stahl ist und somit wird jedes geklau­te foto von mir zur anzei­ge gebracht.

    bis­her hat noch jeder ertapp­te sofort gezahlt, aber nur wenn ich einen anwalt ein­schal­te­te, frü­her ver­such­te ich es auch mit schmusekurs…da wur­de ich am ende noch aus­ge­lacht.

    mein eigen­tum klaut mir kei­ner mehr unge­straft !

    hor­st

  13. Das hängt davon ab. Wenn es eine Seite ist, die klar nicht kom­mer­zi­ell ist, dann bit­te ich ent­we­der um Entfernung oder um einen pas­sen­den Hinweis zu mir. Das hängt vom Kontext ab. Wenn es eine kom­mer­zi­el­le Seite ist, die damit Geld ver­dient, dann schrei­be ich eine Rechnung.

  14. Finde ich super, wie Du reagiert hast.
    Sehr fair!
    Bei einer Seite, die das kom­mer­zi­ell nutzt wür­de ich auch ver­ste­hen, dass man dann eher den Schritt über den Anwalt geht, weil unter Umständen schon Geld mit frem­dem Eigentum ver­dient wur­de.

    Aber in die­sem Fall abso­lut top reagiert!
    Und die Nutzerin wird das (falls von der Community infor­miert) hof­fent­li­ch auch als Denkanstoß neh­men.

  15. Udo Vetter, RA vom Law-Blog (RSS-Abo ist loh­nens­wert) sieht es genauso wie Du. Erst ein­mal Mensch blei­ben und reden. Die aller­meis­ten Fälle las­sen sich so regeln, die Rechtsanwälte kön­nen sich dann um die wirk­li­ch wich­ti­gen Sachen auf der Welt küm­mern.

    Allerdings hät­te ich in Deinem Fall nicht direkt mit recht­li­chen Schritten „gedroht“ son­dern nett ange­fragt wie­viel sie denn bit­te für das Bild nach­be­zah­len möch­te, das hat sie doch bestimmt ver­ges­sen und ist viel­leicht nicht dazu gekom­men. Oder so ähn­li­ch.

    In den aller­meis­ten Fällen betre­ten die Menschen die gol­de­nen Brücken, die man ihnen baut. In Ebay hat­te ich zuletzt auch so etwas, da heisst es erst ein­mal den Ärger run­ter­schlu­cken, auf nächs­ten Tag ver­schie­ben und freund­li­ch sein und sie­he da, der Fall liess sich bei mir in einem net­ten email-Verkehr lösen.

    Muss nicht immer funk­tio­nie­ren …

  16. Das hand­ha­be ich genauso. Man soll­te jeweils den Umständen des Einzelfalles ange­passt vor­ge­hen, und das kann dann eben von einem „Aber hal­lo – nimm das da umge­hend run­ter!“ bis zu „ab zum Anwalt“ gehen.

    Es gibt gute Gründe, das so zu hand­ha­ben: ers­tens soll­te man beim Vorgehen gegen „Privatleute“ immer im Auge behal­ten, daß die „gro­ße Keule“ auch nach hin­ten los­ge­hen kann, wenn der Gegner nicht sol­vent ist, und man dann auf sei­nen Kosten sit­zen bleibt. Schlechtem Geld noch gutes hin­ter­her­zu­wer­fen war kauf­män­ni­sch noch nie klug…

    Zweitens macht man sich selbst u.U. auch unnö­ti­gen Stress – Ärger ver­kürzt die Lebenserwartung. Drittens fin­det man sel­ber es ja auch dus­se­lig, wenn immer gleich ein Anwalt aktiv wird, wo es Probleme gibt.

    Härter reagie­re ich, wenn es z.B. um geschäfts­mä­ßi­ge Betreiber han­delt. Oder wenn sich jemand durch beson­de­re Hartnäckigkeit oder Frechheit aus­zeich­net.

    Denn das muß man lei­der ja auch sagen: auf freund­li­che „Abmahnungen“ bekommt man durch­aus auch schon mal pam­pi­ge Antworten. Da ist’s dann bei mir mit der Freundlichkeit ganz schnell vor­bei.

    Und aus Erfahrung kennt man dann ja auch noch so gewis­se „Kandidaten“, wo einem von vorn­her­ein klar ist, es wird eine pam­pi­ge Antwort geben. Da gibt es dann eben gleich die gro­ße Keule.

    Last but not least: wenn abzu­se­hen ist, daß ein finan­zi­ell inter­es­san­ter Schadensersatz erfolg­reich gel­tend gemacht wer­den könn­te und der Gegner mit aus­rei­chen­der Sicherheit auch sol­vent ist…

    … ok… dann siegt mein Konto recht schnell über mei­ne Freundlichkeit. Allerdings – was man immer machen kann: erst­mal sel­ber eine Rechnung schi­cken, dafür braucht man noch kei­nen Anwalt.

  17. @Joachim S.Müller:

    Ich fän­de es gut, wenn es gesetz­li­ch fest­ge­legt wäre, dass gegen Privatpersonen und Kleinstkram im ers­ten Schritt gen­au so vor­ge­gan­gen wer­den muss. Kein Grund gleich Anwälte reich und Leute arm zu machen.“

    Jein.

    Du über­siehst dabei etwas wich­ti­ges:

    Auch ein „klei­ner Privatmann“ kann mit einer unbe­rech­tig­ten Nutzung eines Fotos einen erheb­li­chen Schaden anrich­ten.

    Ich habe selbst so einen Fall erlebt: von einer nur kurz­fris­tig online ste­hen­den all­ge­mein zugäng­li­chen Galerie-Website hat­te ein „Privatmann“ ein Foto von mir geklaut, und auf eine „pri­va­te Website“ zu einem bestimm­ten Thema gestellt, zu dem die­ses Foto gehör­te. Eine Website, die trotz „pri­vat“ sehr ordent­li­che Zugriffszahlen hat­te.

    Ich hat­te das zunächst nicht gemerkt.

    Dann woll­te ein Kunde die­ses Foto als Umschlagillustration für ein Buch ver­wen­den, mit dran­hän­gen­der Marketing-Kampagne, also auf sei­ner Website, und in der Werbung für das Buch. Ein guter, inter­es­san­ter Kunde, mit dem ich gern regel­mä­ßig ins Geschäft kom­men woll­te.

    Der Kunde erwarg ein aus­schließ­li­ches Nutzungsrecht für das Foto, das zu die­sem Zeitpunkt schon nicht mehr online war, ich ver­merk­te für das Bild, daß es für ande­re Verwendung gesperrt ist und freu­te mich auf das Honorar und die wei­te­re Zusammenarbeit.

    Dann rief der Kunde böse an, stor­nier­te den Vertrag und war stock­sau­er.

    Er hat­te sein „Exklusivbild“ auf jener „pri­va­ten Website“ ent­deckt, von der aus es ein hal­bes Dutzend Besucher ihrer­seits auf eige­ne „pri­va­te Websites“ wei­ter­ge­tra­gen hat­ten.

    Der unmit­tel­ba­re Schaden für mich lag in einer Größenordnung knapp unter 500 Euro – was ärger­li­ch genug ist. Der mit­tel­ba­re Schaden war locker 5-stellig, denn bei jenem Kunden war ich unten durch.

    Wie Du siehst: auch ein „klei­ner Privatmann“ kann einen ordent­li­chen Schaden anrich­ten.

    Aber noch zwei ande­re Argumente spricht dage­gen:

    1) Auch schon der „ers­te Schritt“ kos­tet mich als Urheber viel Zeit und damit Geld. Hinter so einem Daffel hin­ter­her zu mai­len oder zu tele­fo­nie­ren kos­tet locker mal eine bis zwei Stunden – Arbeitszeit, für die ich nor­ma­ler­wei­se gut bezahlt wer­de.

    2) Ob Dir ein „Privatmann“ oder eine „orga­ni­sier­te Verbrecherbande“ Dein Fahrrad, Dein Portemonnaie oder son­st was klau­en, macht für Dich in Hinblick auf den Schaden kei­nen Unterschied.

    Und Fahrraddiebstähle „von pri­vat“ sind eben­falls Straftaten – gen­au wie Urheberrechtsverletzungen übri­gens, was man ja völ­lig nicht ver­ges­sen soll­te. So ein „ein­fa­cher Bilderklau“ kann von Gesetz wegen mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahn­det wer­den… Nur mal am Rande.

    Daß der „Schaden“ einer Urheberrechtsverletzung „durch Privat“ meis­tens nied­ri­ger ist als der durch einen „gewerb­li­chen Bilderklauer“ – das wird heu­te schon berück­sich­tigt. Nämlich in der Honorarhöhe gemäß Schadensersatzanalogie.

    Davon abge­se­hen: es gibt ja bereits eine „Deckelung“ der Anwaltskosten auf 100 Euro – wenn es sich um „ein­fach gela­ger­te Fälle“ ohne gewerbs­mä­ßi­gen Hintergrund han­delt.

    Leider nur: allein schon die Ermittlung des ange­mes­se­nen Schadensersatzes ist nicht „ein­fach“, son­dern ver­ur­sacht teu­re Recherche (durch einen sel­ber, oder den Anwalt), den die MfM-Liste kann nicht ein­fach her­an­ge­zo­gen wer­den.

    Und meis­tens ist bereits die Ermittlung des Anspruchsgegners ziem­li­ch auf­wen­dig.

    Last but not least: wer es bis heu­te (2009) noch nicht mit­be­kom­men hat, daß man nicht ein­fach ande­rer Leute Fotos auf die eige­ne Website stel­len darf, der hat es eigent­li­ch auch nicht anders ver­dient, als mal eine „erzie­he­ri­sche Maßnahme“ rein­ge­würgt zu bekom­men. Jedenfalls darf er sich nicht beschwe­ren, wenn es denn pas­siert. Wenn die Gegenseite gut­mü­tig ist – Glück gehabt.

  18. Ich ent­schei­de sowas fall­wei­se. Je dreis­ter und unhöf­li­cher, desto eher schi­cke ich eine Rechnung.

    Was ich nicht ver­ste­he, ich den­ke immer im Web geht es vor­ran­gig um Kommunikation. Warum also sind Menschen nicht in der Lage ein­fach vor­her mal freund­li­ch nach­zu­fra­gen ob sie ein Foto benut­zen dür­fen? So schwie­rig kann das doch nicht sein.

    Da wer­den sei­ten­lan­ge Blogbeiträge geschrie­ben, aber mal per Mail in einem Zweizeiler Kontakt auf­neh­men ist anschei­nend nicht mög­li­ch.

  19. Tja. Bei pri­va­ten Seiten geh ich wohl ähn­li­ch vor.
    Ansonsten über­le­ge ich mir schon mit Anwalt vor­zu­ge­hen, da der Bilderklau über­hand nimmt.
    Meine bei Microstockagenturen ange­bo­te­nen Illustrationen fin­den sich mitt­ler­wei­le auf zig Seiten zum kos­ten­lo­sen Download ange­bo­ten. Dreisterweise schmü­cken sich die Diebe mit frem­den Federn und bekom­men noch Lob für die tol­len Illustrationen von den­je­ni­gen, die sich die­se Illustrationen run­ter­la­den.
    Immer wie­der fin­den sich auch Diebe, die mei­ne Illustrationen leicht ver­än­dert (oder gar unver­än­dert) wie­der bei Microstockagenturen ver­kau­fen.
    Falls sich eine Agentur ent­schließt die­se geklau­ten Bilder zu ent­fer­nen, wer­den die Einnahmen in der Regel behal­ten, d.h. die Agenturen ver­die­nen natür­li­ch an den geklau­ten Bildern…
    Zudem wer­den Agenturen nicht unbe­dingt aktiv, wenn man ent­spre­chen­de Bilder nicht exklu­siv dort anbie­tet.
    Der Zeitaufwand für die Recherche nach gestoh­le­nen Bildern sowie der Folgeaufwand ist lei­der immens.
    Ebenso die nach­träg­li­che Kennzeichnung (wenn über­haupt mög­li­ch) mei­ner Illustrationen zwecks Zuordnung zu den jewei­li­gen Agenturen.
    Alles in allem recht uner­freu­li­ch und eine dau­er­haf­te Zusammenarbeit mit einem Anwalt wohl nötig.

  20. Fair reagiert. Ich glau­be die Userin war heil­froh das es so gut aus­ge­gan­gen ist. Schön das es noch Menschen gibt, die nicht nur aufs geld schau­en, son­dern auch sich in ande­re hin­ein­ver­set­zen kön­nen und auch mit­be­kom­men, was sie selbst für einen Schafen anrich­ten könn­ten, wenn man so ein Bakatelsache über einen Anwalt lau­fen lässt.

    Grüsse Marcel

  21. Und Morgen stür­mem wir die Felder der Landwirte, das Geschäft um die Ecke,
    und die Wohnung des Nachbarn sobald er bei der Arbeit ist …etc.

    Meine Meinung: Dein Vorgehen wa wirk­li­ch fair.
    Meine Erfahrung: Vielen Menschen ist wirk­li­ch nicht bewusst, dass das was man im Web fin­det einem Copyright unter­liegt.

    Dennoch, immer soll­te gemahnt und je nach Fall gestraft wer­den.
    Nur so kann sich Recht und Regelwerk durch­set­zen. Die Polizei fragt ja auch nicht ob mein Tacho evtl. kaputt war ;D

  22. Auch von mir ein „Daumen hoch“ für dei­ne Vorgehensweise. In sol­chen Foren aber auch bei jap­py & Co. macht sich qua­si kei­ner Gedanken um Bildrechte und was ich noch ärger­li­cher fin­de und wie auch schon erwähnt, es wer­den die Fotos direkt ein­ge­bun­den, also von dem Webserver abge­ru­fen auf denen das Bild ver­öf­fent­li­ch wur­de.

  23. Die Bestrafung für den Bilderklau kann eine teu­re Abmahnung brin­gen. Bei Ebay Anbietern (pri­va­te Verkäufer)kommt dies sehr häu­fig vor. Bei einer Abmahnung zahlt der Abgemahnte alle Kosten, aus die­sem Grund kann es sehr teu­er wer­den. Aus „Fairness“ soll­te der Bilderdieb das ers­te Mal ver­warnt wer­den. Es kommt auch auf die Höhe des Schadens an. Bei z. B. einer Persönlichkeitsverletzung gibt es gleich eine Abmahnung.

  24. Ich habs bis­her meist genauso gehand­habt, nur in einem Fall habe ich Anzeige erho­ben: dort hat­te jemand auf eines von mei­nen Bildern ein eige­nes Copyright gesetzt, das ging mir zu weit, gab eine Abmahnung per Anwalt.
    Das Verfahren läuft noch, aber ich den­ke mit Gebühren für zwei Anwälte zzgl. Lizenzgebühren wird das den­je­ni­gen einen vier­stel­li­gen Betrag kos­ten, für den man sich auch eine Vollformat-Kamera kau­fen und die Bilder sel­ber hät­te machen kön­nen.
    Das ist auf jeden Fall mit Kanonen auf Spatzen geschos­sen, weiß nicht, ob ich das in einem gleich gela­ger­ten Fall wie­der machen wür­de, aber die­ses Mal war ich zusätz­li­ch zum frem­den © auf mei­nem Bild auch noch von dem letz­ten Content-Dieb genervt, der mich extrem unhöf­li­ch ange­pampt hab, als ich ihn höf­li­ch dar­auf hin­wies, dass er bit­te die Verwendung mei­nes Bildes unter­las­sen sol­le.

  25. Ich wür­de mich zuer­st fra­gen, ob es mich stört, dass mein Bild ver­wen­det wird.
    Wenn nein, dann viel­leicht anschrei­ben und nach einem Link fra­gen oder dem Vermerk Bild gemacht von Name, Vorname

    Wenn ja, dann schau­en ob kom­mer­zi­ell oder nicht kom­mer­zi­ell. Bei kom­mer­zi­ell wür­de ich nicht lan­ge herum­ma­chen, Rechnung oder Anwaltsschreiben. Bei nicht­kom­mer­zi­ell erst­mals anfra­gen und auf die Reaktion war­ten.

    Bei Einsicht, wun­der­bar, bei einem unan­ge­neh­men Gegenüber auch Rechnung oder Anwalt.

    * und natür­li­ch zuvor Beweise sichern…

  26. Erst in den letz­ten Tagen ist es mir pas­siert, dass ich auch ein Foto von mir ent­deckt habe, dass jemand mit sei­nem eige­nen Namen auf sei­ner Internetseite ver­öf­fent­licht hat. Ich war natür­li­ch im ers­ten Moment ent­spre­chend sau­er (beson­ders wegen sei­nem Namen unter mei­nem Bild) und habe eine bit­ter­bö­se Mail geschrie­ben, in der ich ihn aufs Urheberrecht und so wei­ter auf­merk­sam gemacht habe. Habe natür­li­ch dazu­ge­schrie­ben, dass ich mich an mei­nen Anwalt wen­de… Die Antwort kam prompt. Er hat mir ange­bo­ten, 50 Euro zu zah­len, damit ich mich nicht an den Anwalt wen­de. (Hätte ich eh nicht getan, aber ich war sau­er und woll­te ein biss­chen „dro­hen“, weil es nicht das ers­te Mal ist, dass mei­ne Bilder ver­wen­det wer­den). Wir haben uns dar­auf geei­nigt, dass er 10 Euro an eine gemein­nüt­zi­ge Organisation spen­det und das Bild dafür behal­ten darf. Inzwischen haben wir einen ganz net­ten Kontakt und tau­schen uns über Fotografie aus.

  27. Bin gera­de mit­ten in einem Fall von Bilderklau. 

    Eine hol­län­di­sche Konzertagentur hat­te auf ihren hol­län­di­schen und deut­schen Servern ein Konzertbild von mir. Leider ohne Seite – denn die Tournee des Künstler war schon im Februar letz­ten Jahres.
    Also habe ich erst­mal alle Seiten (der Suchmaschine)und Details gesi­chert und dort ange­ru­fen.
    Dem hol­län­di­schen Geschäftsführer habe ich natür­li­ch gesagt um wel­ches Bild es sich han­delt – nicht aber mit wel­cher Suchmaschine ich es gefun­den habe. Ich woll­te gnä­dig sein und habe mit ihm einen klei­nen Rechungsbetrag ver­ein­bart – ihm dann eine Rechnung gemailt. Und sie­he da…keine Überweisung. Also habe ich die­se Woche eine Mahnung geschickt und mit aller Deutlichkeit auf die Bezahlung bestan­den.
    Und das kam heu­te als Mail bei mir an, wobei „XXXX“ für den Künstlernamen steht.
    „Dear.….,

    We do not know what you refer to.

    Google found 640,000 images on the sear­ch term „XXXX“.
    Maybe you should start a case again­st them.
    They have a lot more money and more pic­tures!

    XXXX“ Do you know that you per­so­nal­ly have a pic­tu­re of him?
    Internet is sim­ply an open sour­ce.
    If you set your unpu­blis­hed work open to ever­yo­ne.
    Maybe you should not do!

    In any case we have no pic­tures of yours?
    And never had too!
    So your evi­den­ce will not be the­re.
    Are you try­ing to extort money from us some­ti­mes?

    UNTERSCHRIFT der Firma“

    Die Bilder wur­den übri­gens auf den Servern gelöscht. (Oh Mann, da waren wir aber schlau…)

    Da gibt es nun für mich kei­ne Frage –> Anwalt.
    Wer kennt einen guten Anwalt für Urheberrecht??? 😉

    Grüsse
    S.K.

    P.S. Ich wer­de Euch auf dem Laufenden hal­ten!

  28. Ich lese eue­re Beiträge alle sehr inter­es­siert, weil mir gera­de etwas Ähnliches pas­siert ist. Kurz gesagt: Ich habe einen Ausriß aus einer Österreichischen Lokalzeitung auf dem ein Gewinnspiel zu sehen ist. Im auf­ma­cher befin­det sich ein Foto von mir, auf dem ich auch zu sehen bin. 

    Ich lebe nicht von der Fotografie! Ich ver­äu­ße­re auch die Bilder nicht. Jetzt bin ich schon soweit und habe kon­takt mit der Redaktion und der Firma die mit mei­nem Bild das Gewinnspiel visua­li­siert hat. Es ist eine Verletzung mei­nes Rechtes am eige­nen Bild und eine gewerb­li­che Nutzung mei­nes Bildes ohne LIzenz. Das das nicht ok, ist wis­sen Alle hier. Ich wer­de auch hof­fent­li­ch nächs­te woche von der freund­li­chen Redakteurin erfah­ren in wel­chem Umfang das Bild genutzt wur­de und wer es miss­bräuch­li­ch von Flickr kopiert hat. 

    Mich wür­de inter­es­sie­ren, was Ihr für ein Foto in Rechnung stellt, wenn es für ein Gewinnspiel als Aufmacher dient. (grö­ße in Print ca. 60x120mm) Ich den­ke das die Zeitung eine Auflage zwi­schen ca. 1.000 und 10.000 hat. Aber das erfah­re ich wohl nächs­te Woche
    Von einer Klage gegen das Recht am eig­ne­nen Bild wer­de ich abse­hen, da es Grenzüberschreitend wäre und der Aufwand in kei­nem Verhältniss zum Nutzen steht. 

    Was hal­tet ihr von 2x75€/std + 150–250€ je nach Auflage = ca. 300–400€
    Ist das Realistisch oder soll ich mich mit Werbegeschenken der Firma abspei­sen las­sen?

    freue mich auf Kommentare!

    ste­fan

  29. @Stefan: Vergiss die Werbegeschenke und schi­cke nach Absprache ein­fach eine Rechnung. 300–400 Euro hal­te ich für zuviel, ich wür­de es mit 150 Euro pro­bie­ren, was im Vergleich zu den übli­chen Raten auch noch viel wäre. Musst Du ent­schei­den.

  30. ich fin­de, hier gras­siert der Größenwahn, wer­den Äpfel und Birnen gleich­ge­stellt. Es wird von „Diebstahl“ gespro­chen und im glei­chen Atemzug von Schadensersatz ?!? Es wird von angeb­li­ch „ursprüng­li­ch geplan­ter“ Exclusiv-Rechtevergabe gespro­chen, aber gleich­zeit wur­de das foto (wenn auch auf eige­ner Seite) ver­öf­fent­li­ch ?!?!? Hier wer­den Lizenzmodelle angedacht/ausprobiert, um dann in der Realität spä­ter Urheber-/Zivil- oder Strafrechtssanktionierung juris­ti­sch durch­zu­set­zen ?!?!? Hier wird weder digi­ta­les Recht ange­dacht, wo es kei­nen Diebstahl gibt ?!?! Hier wird dif­fe­ren­ziert zwi­schen gewerb­li­cher und pri­va­ter Nutzungslizenz von Bits- und Bytes IM WEB ?!?! Hier wer­den PREISE (angeb­li­cher Schadensersatz) nach­träg­li­ch berech­net in teil­wei­se UTOPISCHEN Dimensionen ?!?!

    Ich den­ke, hier sind eini­ge Do-it-yourself-Abmahner, die „Fallen“ im Web stel­len; teil­wei­se durch (will­kür­li­che inter­pre­tier­te) Lizenzmodelle IM NACHHINEIN (Stichwort: Arglist). Sind es nur Urheber selbst oder „Vertreter“.

    Ein Eigenmarketing im WEB stellt bereits eine Erstnutzung dar ! Wer setzt den Schaden/Streitwert fest ? Der gericht­li­che Gutachter – das Gericht – der übli­che Marktwert bzw. Wiederbeschaffungswert !!!

    … das Hasenschießen geht gegen JEDEN fach­männ­si­ch ver­tre­te­nen Beschuldigten/Beklagten „nach hin­ten los“ !!!!

    Denn ICH KAUFE JEDES BILD für 1,x Euro IM WEB !!!
    –> Schaden maxi­mal 1,x Euro !!!
    (logi­scher­wei­se ist jedes IM WEB „geklau­te“ Bild bereits MIND. 1x „ver­wer­tet“ (wie gesagt, als Eigenwerbung oder „Garnierung“ etc. und somit MIND. eine „BILLIGE Zweitverwertung“ bei „Dieb“!!! (Nochmals Hinweis dar­auf, dass mein nur SACHEN „klau­en“ kann, nicht Daten/Bits-und-Bytes …)

    WIR KOMME ICH ZU DEM ALLEM ???
    Bereits 1987 über­nahm ein Konkurrent Teile „mei­ner gra­fich selbst erstell­ten“ Zeitschriftenannonce, die ich zuvor seit 5 Jahren nutz­te und mein sog. FIRMENIMAGE aus­mach­te. Nach einer Firmensitzverlegung in eine Nachbargemeinde ÜBERNAHM der Konkurrent kom­plett MEINE IDENTITÄT, indem er mei­ne Anzeige für sich in Zeitungen und Prospekten dru­cken ließ.

    Sprich: er klau­te mei­ne Kunden, indem er sich als mein „ört­li­cher und recht­li­cher“ Nachfolger aus­gab.

    Zuständig war das „Zentrale Urhebergericht für NRW“ im 80 km ent­fern­ten HAGEN. Bis die Sache vor Gericht kam, ver­gin­gen 6 Monate. Bis der Gutachter „die besondere/gehobene Werthaltigkeit“ mei­ner gra­fi­schen Anzeigenmatrize fest­ge­stellt hat­te, dau­er­te es noch­m­nals 6 Monate; und bis zum Verfahrensabschluss waren dann 2 jah­re ins Land gegan­gen.
    (Erst nach dem Gutachten war dann eine „Unterlassungsverfügungsanspruch“ dem Gericht „nach­voll­zieh­bar; die­sen erkann­te der „Dieb“ dann „frei­wil­lig“ an, bevor ich das Gutachten per Post erhielt.)

    Der „Dieb“ wider­sprach einem ent­stan­den Schaden …
    Hierzu rief der Gutachter bei einer Werbeagentur an, die dann den WIEDERBESCHAFFUNGSWERT einer Anzeige bei EINER ZEITUNG (WAZ) erfrag­te. Hiervon wur­de dann „der Schaden“ (für mei­ne Werbeanzeige) redu­ziert auf DRITTVERWERTUNG !!!! 

    Drittverwertung des­halb, weil ICH (1.) die Anzeige ja 5 jah­re lang zuvor nutz­te (2.) der Dieb eine „unrech­te UNTER-Nutzung“ hat­te und (3.) ICH die Werbung ja nach der UNTERLASSUNGSANERKENNUNG wei­ter nut­zen könn­te .….

    In der letz­ten Verhandlung bot mir der „Dieb“ (nach 2 Jahren) 50 DM an, die ich ablehn­te, weil „zu wenig“ !! Streitwert nun­mehr um 50 Euro redu­ziert; und der Richter woll­te nicht mehr wirk­li­ch die Gerichtsbarkeit bemü­hen „für Kinderkarm“.

    Letztlich bekam ich 135 DM vom Gericht, damit ich nicht auch noch auf den „nicht uner­heb­li­chen Gerichts- und Gutachterkosten“ KOMPLETT hän­gen blei­be. Ursprünlich hat­te ich, direkt nach Einschaltung des Gerichtes bzw. für den 1. Stör-Monat, den Schaden auf ca. 1500 DM (für „ges­to­le­nes Firmenimage/Kundenpotential“ „geschätzt“.

    Eine Berufung war unter 450 DM Streit nicht mehr mög­li­ch.

    ÜBER 90% der Gerichts- u. RA-Kosten (bei­der Seiten) mus­s­te ich SELBST tra­gen …

    ERGO:
    Bei „digi­ta­len Inhalten“ ver­die­nen nur Gerichte und RAe.
    Die Kosten tra­gen (mehr oder weni­ger stark) der Urheber und der „Dieb“.

    Ich schrei­be IMMER den Hoster an und bit­te um LÖSCHUNG (unter Androhung von Schadenersatz wegen „Beihilfe“). Von Schadensersatz FÜR DIGITALES etc. sehe ich gegen­über dem „Dieb“ selbst ab. (zu kom­pli­zier­te Bewesiführung des Schadens, wofür der „Beanspruchende“ beweis­las­tig und „vor­stre­ckend kos­ten­pflich­tig“ ist !!)

    Soviel ich weiß, lehnt auch jede Rechtschutzversicherung bei Internet-„streitigkeiten“ dan­kend ab !!

    Für mich ist aus­schließ­li­ch die „Beseitigung der Störung“ wich­tig.

    PS: „DIEB“ wur­de von mir zuvor begriff­li­ch genutzt. DIEB ist aller­dings kein Begriff aus dem Urheber- bzw. Zivilrecht !!!!

    PPS: „Schadensersatz“ ?? Wann soll das bei einem Fotografen (Freiberufler) ein­tre­ten ?? Ein Foto ist in 10 Sec. neu gemacht oder im Web „nach­ge­kauft“. (Wie gesagt, exclu­si­ve Fotos oder Auftragsfotos „tau­chen erst gar­nicht im Web auf“)
    –> betrifft Fotos, außer von Personen/Lizenzprodukten etc. !!
    Außer Fotos von „erheb­li­chem künst­le­ri­schen Wert“ (hier­zu muss der Fotograf m.E. auch den Meisterbrief mind. besit­zen und Mitglied der HWK sein !!)

    —– ohne Obligo – eige­ner Erfahrungsstand —
    .

  31. Nochmal zu mei­nem Fall mit dem gefun­de­nen Foto in der Wochenzeitung. Man bot mir „so 100 euro“ für das Foto an, was „weit über dem Marktpreis läge“. Die ver­ant­wort­li­chen Personen wären wohl nicht mehr in der Firma und man wür­de aus Kulanz mir die­ses Angebot machen. Ich war über die­ses Vorgehen nicht gera­de glück­li­ch. Kein Wort von Reue oder Einsicht. Letzte Woche wur­de dann mei­ne Rechnung begli­chen. 160 Euro für Recherche und nach­träg­li­che Lizenz für die dama­li­ge Verwendung. Ich glau­be nicht das die­ses Medienhaus aus Kärnten etwas an der Arbeitsweise ändern wird. 

    grü­ße

    ste­fan

  32. @Moody: Zumindest ich habe nir­gends von geplan­ter Exklusivrechte-Vergabe gespro­chen…“

    Nein, aber ich. 😉

    1. Eine Veröffentlichung wider­spricht kei­nes­wegs der anschlie­ßen­den Einräumung eines aus­schließ­li­chen Nutzungsrechts. Absolut nicht… (Die Rechteeinräumung bezieht sich immer auf den Zeitpunkt, zu dem sie erfolgt.)

    2. Eine Veröffentlichung unter „eige­ner Regie“, also z.B. auf der eige­nen Website, wider­spricht noch weni­ger der Einräumung eines aus­schließ­li­chen Nutzungsrechts. Da hat man es näm­li­ch sel­bet 100prozentig in der Hand, die bis­he­ri­ge Veröffentlichung zu been­den. Wobei das nicht zwin­gend erfor­der­li­ch ist, um ein aus­schließ­li­ches Nutzungsrecht ein­zu­räu­men.

    (Das UrhG kennt die­sen Fall übri­gens expli­zit:
    §33 Weiterwirkung von Nutzungsrechten
    Ausschließliche und ein­fa­che Nutzungsrechte blei­ben gegen­über spä­ter ein­ge­räum­ten Nutzungsrechten wirk­sam. Gleiches gilt, wenn der Inhaber des Rechts, der das Nutzungsrecht ein­ge­räumt hat, wech­selt oder wenn er auf sein Recht ver­zich­tet.)

    @moody:

    Hier wird weder digi­ta­les Recht ange­dacht, wo es kei­nen Diebstahl gibt ?!?!“

    Es gibt kein „digi­ta­les Recht“.

    Hier wird dif­fe­ren­ziert zwi­schen gewerb­li­cher und pri­va­ter Nutzungslizenz von Bits- und Bytes IM WEB ?!?!“

    Ja. Das ver­lan­gen Gesetz und Rechtsprechung nun ein­mal so bei der Festsetzung der Entgelthöhe im Wege der Schadensersatzanalogie. (Und ich fin­de es auch rich­tig.)

    Denn ICH KAUFE JEDES BILD für 1,x Euro IM WEB !!!“

    Nein. Meine z.B. nicht.

    Zuständig war das “Zentrale Urhebergericht für NRW” im 80 km ent­fern­ten HAGEN.“

    So etwas gibt es nicht.

    Du wur­dest offen­sicht­li­ch ziem­li­ch schlecht bera­ten. Keinen in der Materie ver­sier­ten Rechtsanwalt beauf­tragt?

  33. Ich hat­te die Tage auch das Problem, dass Bilder oder bes­ser gesagt eine gan­ze Inhaltsseite 1:1 „über­nom­men“ wur­de. Auch ich habe es dabei belas­sen, eine umge­hen­de Entfernung ein­zu­for­dern, was auch bin­nen weni­ger Stunden erle­digt wur­de. Ich erhielt eine Entschuldigung – klang nach einem recht jun­gen Webteilnehmer – und damit war die Sache für mich auch erle­digt.

    Es muss sicher nicht immer gleich eine Abmahnung sein, auch wenn man dar­aus ein paar Euro schla­gen könn­te …

  34. Ich per­sön­li­ch habe kei­ner­lei Verständnis dafür, dass irgend­je­mand sich an der Arbeit ande­rer kos­ten­frei bedient. Es gibt allein im Internet tau­sen­de von Seiten, wo „pri­va­te“ Leutchen ein­fach sich Fotos aus dem Netz zusam­men­klau­en, die sie „halt so gefun­den haben“. Dann steht oft noch da „Sollte ich zufäl­lig ein Copyright ver­letzt haben,bitte ich um Benachrichtigung“ HAH, HaH.
    Meine Fotos wer­den genauso wie mei­ne Ideen stän­dig geklaut und abge­kup­fert. Es ist mir gar nicht mehr mög­li­ch welt­weit auf die Suche zu gehen. Folglich bin ich soweit als mög­li­ch gezwun­gen über­all mein Wasserzeichen in die Fotos zu set­zen, da ein dezen­ter Copyrightzug auch schon ent­fernt wur­de.
    Und-obwohl aus­drück­li­ch dar­auf hin­ge­wie­sen wird- scan­nen die Leute aus mei­nen Büchern und Kalendern die Fotos raus. Und so mach ein „pri­va­ter“ ver­schafft sich mit sei­ner Seite bestehend aus lau­ter zusam­men­ge­klau­ten Fotos so vie­le User und Klicks, dass er dann Werbung schal­ten kann und sehr wohl ver­dient.
    Ich bin Berufsfotografin und genauso wie ich nicht in eine Bäckerei gehe ohne für die Semmel zu zah­len, habe ich kei­ner­lei Verständnis dafür, dass jemand Bilder klaut.
    Die Copyrightrechte sind klar difi­niert und „Ach, das wuß­te ich aber nicht“ ist fast immer nur eine blö­de Ausrede. Wenn ich bei Rot über die Ampel fah­re, hilft mir die­se Ausrede auch nichts!
    Es gibt RF Fotos bei Bildagenturen, die du für dei­ne Seite für 1.-Euro kau­fen kann­st. Weniger als ein Big Mäc kos­tet.
    Das Problem ist ein­fach, dass vie­le, auch eini­ge Zeitschriften es immer wie­der ver­su­chen, getreu dem Motto:“ 10x geklaut, ein­mal erwischt und nachgezahlt- ist immer noch bil­li­ger, als gleich zah­len“ Und es sind immer wie­der die glei­chen, die so arbei­ten.
    Ausserdem scha­den all die­se Bilderklauer nicht nur den Fotografen, son­dern auch den seriö­sen Nutzern, die ehr­li­ch und fair sind.
    Und wenn mich jemand freund­li­ch anfragt, dann gibt es auch schon mal ein Foto von mir für eine klei­ne Hilfsorganisation kos­ten­los.
    Und es wer­den ja nicht nur die Bilder geklaut, son­dern auch Texte aus Büchern. Quellenangaben wie frü­her noch üblich- Pustekuchen! Viele besit­zen auch noch anschlie­ßend die Frechheit ihr Copyright- bit­te geschützt!- drun­ter zu schrei­ben.

    Also: Selber knip­sen, oder sich infor­mie­ren! Alles ande­re ist unfair, denn hin­ter jedem Foto steckt Arbeit.

  35. @Fotografin: Du hast völ­lig recht – könn­te mei­ne Geschichte sein. Sehe ich auch so – Unwissenheit schützt vor Strafe nicht! Da muß drin­gend was in der Gesetzgebung gesche­hen.

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