Getty Images verschenkt Millionen Bilder mit kostenlosen Streaming-Service Embed

Die Nachricht hat schnell die Runde gemacht. Vor paar Tagen stellte Getty Images, die größte Bildagentur der Welt, ihren neuen Service „Getty Embed“ vor. Damit ist es – unter bestimmten Bedingungen – möglich, aktuell knapp 33 Millionen Fotos kostenlos online zu nutzen.

An diesem Zeichen ist erkennbar, ob ein Bild kostenlos eingebettet werden darf.
An diesem Zeichen ist erkennbar, ob ein Bild kostenlos eingebettet werden darf.

Was ist „Getty Embed“?

Getty Embed ist ein neuer Streaming-Service, mit dem Blogs, Webseiten und soziale Netzwerke kostenlos Bilder von Getty Images auf ihren Seiten anzeigen dürfen. Die Anzeige des Fotos erfolgt jedoch nicht auf der jeweiligen Seite, sondern wird mittels eines iFrame von Getty Images ausgeliefert (deshalb „Streaming„). Unter dem Bild stehen aktuell die Fotocredits und ein Link zur Bildagentur. Später könnte dort auch Werbung stehen. Dieser untere Teil darf nicht entfernt werden.

Vorschau eines Getty-Embed-Bildes
Vorschau eines Getty-Embed-Bildes

Der Start dieses Angebots hat aber nicht wegen dieser technischen Neuerung Wellen geschlagen, sondern wegen der Tatsache, dass die Fotos auf diese Art kostenlos genutzt werden dürfen. Kostenlos freilich nur in dem Sinne, dass die Nutzer dafür kein Geld zahlen müssen. Stattdessen müssen sie in Form von Daten zahlen. Aber dazu später mehr.

Die vollständigen Lizenzbedingungen für die Nutzung finden sich hier und der wichtigste Teil sind diese beiden Absätze:

„[…]Eingebetteter Viewer

Soweit verfügbar, dürfen Sie Getty Images-Inhalte unter Verwendung des eingebetteten Viewers (der „eingebettete Viewer“) auf einer Website, in einem Blog oder auf einer Social-Media-Plattform einbetten. Nicht alle Getty Images-Inhalte sind für die eingebettete Verwendung verfügbar, und die Verfügbarkeit kann sich ohne Vorankündigung ändern. Getty Images behält sich das Recht vor, Getty Images-Inhalte nach alleinigem Ermessen und ohne Vorankündigung aus dem eingebetteten Viewer zu entfernen. Sie verpflichten sich, die Verwendung des eingebetteten Viewers und/oder der Getty Images-Inhalte auf Aufforderung umgehend einzustellen. Sie dürfen eingebettete Getty Images-Inhalte nur zur redaktionellen Zwecken (also im Zusammenhang mit Ereignissen, die berichtenswert und von öffentlichem Interesse sind) verwenden. Nicht gestattet ist die Verwendung eingebetteter Getty Images-Inhalte: (a) für jegliche gewerbliche bzw. geschäftliche Zwecke (z. B. in Werbung, Marketing oder zum Verkauf von Waren) oder auf eine Weise, die eine Empfehlung oder Sponsoring impliziert; (b) unter Verletzung jeglicher angegebener Beschränkungen; (c) auf diffamierende, pornografische oder anderweitig ungesetzliche Weise; oder (d) außerhalb des Nutzungskontexts des eingebetteten Viewers.

Getty Images (oder von Getty Images beauftragte Dritte) sind berechtigt, Daten im Zusammenhang mit der Nutzung des eingebetteten Viewers und eingebetteter Getty Images-Inhalte zu erfassen, und behält sich das Recht vor, im eingebetteten Viewer Werbung anzuzeigen oder seine Nutzung anderweitig kommerziell auszuwerten, ohne Sie hierfür zu entschädigen. […]“ (Hervorhebung von mir)

Die wichtigste Einschränkung ist, dass das Angebot nur für redaktionelle Zwecke gilt. Wer also seine gewerblich genutzte Webseite mit diesen Bildern aufhübschen will, auf der er seine Produkte und Dienstleistungen verkauft, darf Getty Embed nicht nutzen. Stattdessen dürften aber viele Online-Angebote von Verlagen wie Spiegel Online oder heise.de den Dienst nutzen. Den Unterschied zwischen redaktioneller und kommerzieller Nutzung habe ich hier ausführlich erklärt.

Soweit die Fakten. Jetzt kommen die ganzen Fragen:

Wie werden die Fotografen der Bilder bezahlt?

Das ist unklar. Einige Seiten behaupten, die Fotografen werden gar nicht bezahlt, andere meinen, die Fotografen bekämen vielleicht paar Cent pro Tausend Klicks ab. Beide Seiten haben valide Argumente. Fangen wir mit der „nicht bezahlen“-Seite an: Kürzlich hatte Getty Images einen Deal mit Pinterest ausgehandelt, bei dem Getty für die Lieferung von Metadaten bezahlt wird, nicht für die Bilder selbst. Da Fotografen nur für ihre Bilder bezahlt werden, nicht aber für eventuelle Metadaten, gehen sie bei dem Deal leer aus. Ähnlich könnte Getty Images hier argumentieren. Weil Getty Images Geld mit Werbung oder Nutzerdaten verdienen könnten, bräuchten die Fotografen davon nichts zu bekommen.

Die andere Seite wäre: Vor einem Jahr wurde bekannt, dass Getty Images mittels deren Programms „Getty Connect“ Fotografen für eingeblendete Bilder per Klick bezahlt. In der Praxis waren das viele, sehr niedrige Cent-Beträge, die teilweise so niedrig waren, dass sie gerundet immer noch „0,00 USD“ ergaben und damit die Fotografen nicht ausgezahlt wurden.

Unter den angebotenen Bildern befinden sich auf viele „Rights Managed„-Bilder (RM), die gerne deshalb gekauft werden, weil die Nutzung lückenlos kontrolliert werden kann und in der Regel die Bilder nicht so breit gestreut werden. Das wird durch Getty Embed unterminiert. Warum sollte ein Bildkäufer die Exklusivrechte an einem RM-Bild kaufen wollen, wenn es schon tausendfach auf mehr oder minder qualitativen Webseiten zu sehen war? Und entfernt Getty im Falle eines solchen Exklusivverkaufs dann einfach aus dem Embed-Pool und lässt damit die nutzenden Webseiten ohne Bild zurück?

So oder so also keine rosigen Aussichten für die Fotografen.

Warum verschenkt Getty Images offiziell Millionen von Bildern?

Zuerst einmal: Die verschenkten Bilder sind nur ein Teil des riesigen Getty-Bildarchivs. Die prestigeträchtigen Kollektionen wie Getty Contour oder Reportage mit preisgekrönten Bildern sind beispielsweise nicht dabei. Aber trotzdem: 33 (laut deren Webseite) bis 35 Millionen (offizielle Angabe) Bilder sind schon eine Menge.

Einer der offiziell angegebenen Gründe ist, dass viele Leute aktuell sowieso schon überall Bilder von Getty Images nutzen, allerdings illegal per „rechtem Mausklick“ kopiert von Getty-Kunden und ohne Quellenangaben oder Verweis auf Getty Images. Da die Rechteverfolgung vor allem bei nicht-exklusiven Bildern sehr aufwändig und teuer ist und zudem den Ärger auf Kundenseite geradezu herbeisehnt, ist verständlich, dass Getty Images da einen anderen Weg gehen will. Ich denke aber, dass das nur ein kleiner Teil des Puzzles ist, denn Die Bilderdiebe wissen oft nicht einmal, dass es Bildagenturen gibt oder würden wegen kommerzieller Ausrichtung sowieso nicht in den Genuss der kostenlosen Embed-Bilder kommen.

Warum verschenkt Getty Images wirklich die Bilder?

Getty Images behält sich offiziell das Recht vor, die angezeigten Bilder zu verändern und die durch das Einbetten gewonnenen Daten auszuwerten. Technologiekenner wissen, dass das die Schlüsselbegriffe für zwei sehr lukrative Bereiche sind: Einmal die Online-Werbung und einmal die Datenanalyse. Kombiniert ergibt es die Möglichkeit, sehr spezifische und individualisierte Werbung anzubieten.

Beispiele? Getty Images könnte Werbetreibenden anbieten, auf welchen Seiten genau deren Werbung zu sehen sein soll oder dass die Werbung auf die gezeigten Bilder zugeschnitten wird. Außerdem reicht der Arm von Getty durch die Platzierung der Bilder direkt in die redaktionelle Seite rein. Während beispielsweise in der Presse das strikte Gebot gilt, dass Werbung kenntlich gemacht und vom „redaktionellen Inhalt“ getrennt werden muss, kann Getty jetzt Werbekunden anbieten, über diesen „geschützten Zaun“ zu springen und ihre Werbung direkt und im direkten Sinne des Wortes „zwischen den Zeilen“ anzubieten. Google und Facebook verdienen mit einem ähnlichen Prinzip (bezahlte Werbung zwischen neutralen Treffern oder Posts) richtig viel Geld, deutlich mehr, als Getty Images durch die Bildlizenzierung verdienen kann. Und das ist der springende Punkt:

Wie hier gut analysiert wurde, gehört Getty Images seit August 2012 der privaten Investorengruppe Carlyle , die den Kaufpreis von 3,3 Milliarden USD mit hohen Krediten aufgebracht haben, für welche die Firma Getty Images selbst belastet wurde. Diese Kredite in Höhe von 1,2 Milliarden USD werden spätestens 2016 fällig. Bis dahin muss Getty Images gefälligst Geld einbringen. Getty Images hat 2011 ca. 945 Millionen USD Umsatz gemacht. Shutterstock gab an, 2013 knapp 12% Gewinn gemacht zu haben. Wenn wir beide Zahlen als Ausgangsbasis für eine grobe Schätzung nehmen, verdient Getty Images jetzt ca. 120 Millionen USD im Jahr. Das ist relativ wenig, um den Milliarden-Kaufpreis schnell wieder einzuspielen und angesichts sinkender Preise im Macrostock-Bereich kaum zu steigern.

Der neue kostenlose Streaming-Service ist sehr wahrscheinlich der Versuch, die Ausrichtung von Getty Images weg von einer klassischen Bildagentur hin zu einem Werbelieferanten und Datenanbieter zu machen, der nur zufällig Bilder und Videos als „Content“ anbietet. Letzteres ist deutlich attraktiver für andere Technologiefirmen, die zielgenaue Werbung anbieten und verkaufen als pure Bilder.

Was bedeutet Getty Embed für Fotografen und andere Bildagenturen?

Auf den ersten und auch den zweiten Blick sind die Aussichten düster. Fotografen werden für die neue Nutzung ihrer Bilder entweder gar nicht oder nur minimal bezahlt. Wenn sie überhaupt bezahlt werden, hängt ihr Einkommen nicht mehr von der Qualität der Bilder ab, sondern von der Qualität (bzw. Klickrate) der Inhalte, in welche die Bilder eingebunden werden, ähnlich, wie ich es schon im Streaming-Artikel kritisiert habe.

Stockfotografen könnten Umsatzeinbußen haben, weil ein Teil der bisherigen preissensiblen Käufer von Microstock-Bildern auf das kostenlose Getty-Angebot ausweichen könnte. Auch Getty- und iStock-Fotografen sind direkt nachteilig betroffen, weil auch exklusive iStock-Bilder bei Embed angeboten werden, die vorher nur bei iStock oder Getty hätten gekauft werden können.

Ironischerweise können die anderen Bildagenturen sogar noch stärker betroffen sein als die Fotografen, weil viele Microstock-Agenturen weniger als 50% an ihre Fotografen auszahlen und daher beim Verlust eines Bildkaufs insgesamt mehr Geld verlieren als der Fotograf.

Was bedeutet Getty Embed für die Nutzer?

Online- (und auch Offline-)Medien leben hauptsächlich von Werbeeinnahmen. Paywalls oder andere Einnahmequellen scheinen bisher nicht auszureichen. Getty Embed ist ein relativ offensichtlicher Versuch, den Onlinemedien lukrative Werbekunden abzuluchsen im Austausch gegen kostenlose Bilder. Außerdem würden Webseiten, welche das Angebot nutzen, einen Teil ihrer Selbständigkeit aufgeben. Sie wären abhängig von Getty Images, die jederzeit entscheiden können, die Bilder zu löschen oder Werbung zu schalten.

Außerdem ist unklar, was Getty Images alles für Nutzerdaten sammelt. Technisch möglich wären zum Beispiel die Anzahl der Seitenaufrufe, die Dauer des Seitenaufrufs, grober geografischer Standort des Nutzers, IP-Adresse, benutzter Browser, Betriebssystem sowie gesamte Bewegungsprofile, wenn der Nutzer auf vielen Seiten mit Getty Embed-Bildern unterwegs ist. Im Prinzip könnte Getty Images dann alles rausfinden, was ein Webseitenbetreiber mittels Google Analytics rausfinden kann. Aus rechtlicher Sicht müssten zumindest deutsche Anbieter auch ihre Datenschutzbestimmungen für Getty Images erweitern, weil eben Nutzerinformationen ausgelesen werden können. Das gleiche gilt ggf. für die dort eingebundenen Twitter- und Tumblr-Icons.

Weitere Nachteile aktuell sind, dass die kostenlosen Bilder nicht skaliert werden können, um sie einem Layout oder einem „Mobile Theme“ anzupassen. Auch „kleben“ die Bilder dann nicht am Artikel, was zum Beispiel dazu führt, dass das Bild nicht als Vorschaubild angezeigt wird, wenn ein Artikel in sozialen Netzwerken geteilt wird. Auch vor dem Hintergrund der Suchmaschinenoptimierung ist es nachteilig, wenn das Foto nicht auf dem eigenen Server liegt.

Ich denke, dass bisherige Bildkäufer eher Nachteile als Vorteile vom Modell haben werden und bisherige Bilderdiebe von der Illegalität ihres Handelns bisher auch nicht abgeschreckt wurden. Warum sollte sich das nun ändern?

Langfristig sehe ich etwas die Gefahr, dass sich die „Bilder im Netz sind doch kostenlos“-Mentalität wieder durchsetzt, wenn selbst die größte Bildagentur der Welt suggeriert, dass alle ihre Fotos gratis einfach so zu haben seien. Ich weiß, da stimmt weder das „alle“ noch das „einfach so“, aber ich habe mit genug Leuten außerhalb der Branche geredet, um zu wissen, dass diese feinen Unterscheidungen als erstes unter den Tisch fallen: „Ey, geh doch einfach auf die Getty-Webseite, du darfst dir da jetzt legal die Bilder runterladen, hab ich neulich in der Zeitung gelesen…“

Unter dem Strich ist Getty Embed ein Projekt, was Getty Images Chancen auf mehr Einnahmen in neuen Gebieten liefert. Aber: „Das Risiko für den Mut tragen die Fotografen“, wie die FAZ gut zusammengefasst hat. Ob die Fotografen neben dem Risiko überhaupt Aussicht auf irgendeinen Vorteil haben, ist offen bis unwahrscheinlich.

Was sagt ihr zu Getty Embed?

39 Gedanken zu „Getty Images verschenkt Millionen Bilder mit kostenlosen Streaming-Service Embed“

  1. Hallo Robert,

    vielen Dank für Deinen Artikel und Deine Einschätzung.

    Finde das neue „Geschäftsmodell“ von Getty Images überaus schlecht und unfair !
    Eigentlich sollten die Fotografen ihre Fotos aus Protest dort löschen…

    Die Frage ist wie soll man sich jetzt als Microstockfotograf im Hinblick auf die Zukunft verhalten.
    Werden andere Agenturen ebenfalls auf diese Konzept aufspringen ? Muss man sich mittelfristig umorientieren und sich nach anderen Einkommensquellen umschauen. Was meinst Du ?

    Grüße

    Thomas

  2. Das Getty Angebot ist ein weiterer Fortschritt – eine gute Möklichkeit für Getty kostenlos an an Wrebung
    für Getty zu kommen, kommerzielle Nutzungen kosten ja nach wie vor Geld.

    Eines noch zu RM – hier vormulierst Du wohl die deutsche Auffassung, die Realität sieht da leider ganz anders aus, lückelos ist da nichts, auch nichts mit einer Verwendungshistorie (ich mach fast nur RM – mit allen Agenturen)

  3. Hallo Robert Meins,

    ich sehe das überhaupt nicht als Fortschritt – ganz im Gegenteil.

    Klar muss für eine kommerzielle Nutzung weiterhin bezahlt werden – bis jetzt… Es ist
    doch genauso wie in der Musik. Bei vielen herrscht die Mentalität „warum soll ich für Songs
    was bezahlen, wenn es sie umsonst zum Download gibt“. Die Leidtragenden sind immer die
    Künstler die kreativ sind und viel Arbeit mit Ihrer Produktion haben. Google bzw. Youtube
    haben da auch viel dazu beigetragen. Getty Images treibt, meiner Meinung nach, diese „Umsonstmentalität“ durch das neue Model mit an.

    Habe in einem anderen Forum dazu auch schon wirklich tolle Kommentare gefunden z.B.:

    „Heute kann doch jeder Amateur tolle Fotos machen, warum soll ich für Fotos was bezahlen ?“

    „Warum für Fotos bezahlen die schon seit langer Zeit auf dem Mark sind ?“

    … Die Antworten auf dies Kommentare schenke ich mir mal.

    Oder vielleicht folgendes: Nächstes mal gehe ich zum Bäcker und sage: „Ich hätte gerne ein Brot“ – bezahlen will ich es aber nicht – möchte es nur mit nachhause nehmen und mir anschauen. Was sagt da wohl die Verkäuferin zu mir ? 😉

    Die Entwicklung gefällt mir überhaupt nicht. Wie Robert in seinem Blog schon geschrieben hat. Hier hat vor allem Getty Images was davon und nicht die Fotografen.

    Für Stockfotografen ist das meiner Meinung nach ein riesiger Nachteil.

  4. „Stattdessen dürften aber viele Online-Angebote von Verlagen wie Spiegel Online oder heise.de den Dienst nutzen.“

    Ist das sicher?! Schließlich dient der online-Dienst auch zur Promotion der Printausgabe.

    Als Anbieter würde es mich ärgern, da meine meine Getty-Einnahmen zu größten Teilen solche „redaktionellen“ Verkäufe sind. Seiten wie die Huffington Post schißen wie Pilze aus den Böden und werden die Zukunft unserer Medienlandschaft bedeutend verändern. Sie verdienen ihr Geld ausschließlich mit Werbungsverkäufen in Bannern neben den Texten, ABER(!)auch IN DEN TEXTEN durch Textlinks zu Angeboten (heise.de ist da ürbigens ein gutes Beispiel).

    Seit Jahren ist ein Zeitungssterben zu beobachten. Ich bin selbst aus der Branche und jeder der hier tätig ist, ist in Aufbruchsstimmung – versucht sich mit online-Alternativen. Zugleich ist man gezwungen „MIT DEN TEXTEN“ Geld zu verdienen. Ohne redaktionelle Texte – keine Leser – keine potentiellen Werbungsklicker. Die Redaktionellen Texte in Online-Medien dienen – im Gegensatz zu den Printausgaben, wo für die Ausgabe an sich bezahlt wird im etwas in Händen zu halten – als Mittel zum Zweck. Im praktischen Sinn für kommerzielle Zwecke – Anzeigen auf der Seite zu akquirieren zu können.

  5. @Robert.K. danke für den Link. Stimmt, was will er auch anderes sagen. Bleibt zu hoffen das er mit seiner Einschätzung Recht hat !

  6. @Martin: Ja, in den von mir verlinkten Quellen hat einer der Journalisten explizit nachgefragt, wie es mit Online-Medien aussieht, die z.B. Werbung schalten. Das wäre erlaubt.

  7. Also für alle, deren Bilder in dieser Vermarktungsschiene sind – phhhh. Wie Robert geschrieben hat, warum soll eine Firma ein Bild für Werbung kaufen, wenn es tausend mal irgendwo bereits unterwegs ist. Am Anfang bei Microstock habe ich irrtümlich einmal ein paar abgelehnt Bilder für die Gratisbilder freigegeben. Nach 1,5 Jahren kamen die an die Reihe und jedes Bild hatte innerhalb eines Tages 500-800 Downloads. Innerhalb eines Tages!!

    Besser sieht es da (zúmindest derzeit) für meine Bilder bei getty aus, weil diese über Westend61 drinnen sind, und die haben bei dieser Aktion nicht mitgemacht. Vielleicht kaufen die Kunden ja in Zukunft verstärkt diese Bilder, die nicht auf der Webseite von jedem Blogger sind.

    Das irgendwann die Bilder gratis sein werden und sich die Agenturen über Werbung finanzieren war schon länger zu befürchten. Obwohl das auch wieder nur einige Zeit dauern wird. Weil wenn gar nichts mehr rüberkommt, warum sollen die Leute dann die Bilder in den Agenturen lassen? Dann wird es auch mit der Werbung vorbei sein und diese Agenturen sind Geschichte. Man wird dann nicht mehr sagen können, jetzt kosten die Bilder wieder Geld.

    Aber vielleicht ist das dann die Zeit der Makroagenturen, die in den letzten Jahren die Verlierer waren. Die Zeit wird es zeigen.

  8. Ich vermute, dass die Datenschutzprobleme noch weit gravierender sind.

    Durch das Sammeln von IP-Adressen und Browser-Daten an einer zentralen Stelle ist auch Website-übergreifendes Tracking
    von Besuchern möglich.

    Dies nur in der Datenschutzerklärung zu erwähnen, dürfte wohl nicht ausreichen. Als Webseitenbetreiber müßte man
    wohl dem Besucher ein Opt-Out anbieten, *bevor* überhaupt irgendwein Getty-Bild angezeigt wird. Ziemlich umständlich.

    Ich glaube auch, dass Webseitenbetreiber, die selbst Geld mit Anzeigen verdienen, mit den geplanten Getty-Ads wohl kaum glücklich sein
    dürften, denn jeder Klick auf eine Getty-Ad ist ein Klick, der Ihnen selbst kein Geld bringt – und den Besucher auch noch von der
    eigenen Webseite wegschickt. Deshalb bezweifle ich eher, dass große Nachrichtenportale oder gutlaufende Blogs, die von Ihren Anzeigeneinnahmen leben,
    überhaupt nennenswerten Gebrauch von diesen Embedded-Fotos machen werden.

  9. Mann muss die Preise für kommerzielle Nutzung doch einfach nur auf Getty Niveau heben dann profitieren alle davon. Wo ist denn das Problem?

  10. Das macht doch nichts solange man echte kommerzielle Nutzung sich auch vernünftig bezahlen lässt. Gegenfrage warum sollte eine kommerzielle Nutzung eines Bildes nicht 50 oder 100 Euro kosten? Dann wäre das bißchen Verlust durch redaktionelle und nicht-kommerzielle Verwendung leicht zu verschmerzen.

  11. Aus Spaß hab ich gerade Getty Images mit Shutterstock und Fotolia bei google Trends verglichen. Die Aufrufzahl ist in den letzten Tagen enorm gestiegen. Ich hoffe nur, dass das hohe Interesse durch die aktuellen Schlagzeilen verursacht worden ist und sich somit auch bald wieder legt.

  12. Wir drehen uns im Kreis. Ich sage na und! Redaktionen die es sich leisten können werden den Bilderkauf ggü embed nach wie vor vorziehen. Der Rest ist/wäre leicht zu verkraften wenn man Banken die wir mit 30Milliarden gesponsort haben nicht noch mit fast umsonst Bildern für den Druck beliefern würde. Schau dir doch mal den DollarPhotoClub von Fotolia an das ist die echte Schweinerei und das was Getty macht!

  13. @ Walter: „……weil diese über Westend61 drinnen sind…:“ Auch die Bilder von Westend61 bei Getty werden als embedded angeboten 🙁 „zumindest meine….“

  14. @RobertMeins: Ich habe mich da jetzt auf den Blog bei Westend verlassen. Muß ich jetzt erst mal prüfen.

  15. @Walter: Also ich habe meine Bilder die über WE61 bei getty stehen überprüft. Seltsam das dann im Blog bei WE61 etwas anderes gesagt wird – aber warscheinlich hat WE61 da auch überhaupt keinen Einfluss auf Getty.

  16. Ich habe es W61 eben gemeldet, die wußten es noch nicht. Robert, meine Bilder sind in der embed drinnen. Deinem Link nach zu folgen aber nicht alle.

  17. Hallo Ihr Lieben und erstmal danke, Robert, für die Infos,

    ich bin selbst Flickr/Getty-Zulieferer und finde die gegenwärtige Entwicklung sehr besorgniserregend. Für mich geht es da zum Glück eher um den Wegfall eines Taschengeld, das ich zwar schon gern genommen habe, aber zum Glück geht mir da keine lebenswichtige Einnahme flöten. Der inflationäre Umgang mit Bildern und die fehlende Wertschätzung machen mich allerdings schon ziemlich traurig.

    Ich weiß nicht, wie neu diese Information jetzt ist, aber ich habe gerade heute Abend eine Mail von Getty bekommen mit den Hinweis an alle Flickr-Contributoren, dass die Zusammenarbeit GettyFlickr beendet wird. Sie deuten an, dass die bestehenden Verträge mit den Fotografen (vorerst?) bestehen bleiben sollen und das Einreichen der Bilder und der gesamte Workflow dem der Getty-Tochter iStock angepasst werden soll. Im Zusammenhang mit Embed sind da massive Veränderungen auf dem Wege – ich bin gespannt, wie die anderen Contributoren damit umgehen und weiß selbst noch nicht genau, was ich tun werde. Vermutlich werde ich wohl mein Engagement im Bereich der „klassischen“ Fotojobs weiter ausbauen, das finde ich bisher insgesamt erfreulicher und auch von der Aufwand-Umsatz-Relation her günstiger als meine Versuche im Stock-Bereich.

    LG, Markus

  18. Getty Images ist ja schon seit Jahren ein Spekulations Objekt. Der Laden wird gekauft, die Zahlen etwas aufgemöbelt, auf Kosten der Bildlieferanten und dann mit Gewinn weiter verscherbelt.
    Mit dem gratis Streaming Modell wird man recht viele Blogger ansprechen, denke ich halt mal.
    Der Wertzuwachs beim nächsten Verkauf, sind dann vielleicht nicht nur unbedingt die Zahlen in der Bilanz. Sondern auch die enorme Nutzerzahl an Bloggern.

  19. Als Bloggerin (mit >5 Blogs) würde ich die „kostenlosen“ Getty-Bilder nie im Leben nutzen, denn ich will sicher sein, dass ein Bild in einem Artikel auch in 5 Jahren noch da ist. Das Datenschutzproblem, möglicherweise eingeblendete Werbung, mangelnde Vergrößerbarkeit und die Unverwendbarkeit als Artikelbild wird vermutlich auch viele andere Blogger abschrecken.

    Was die hier angesprochene „mangelnde Wertschätzung“ angeht, so liegt das m.E. vor allem daran, dass Bilder ziemlich beliebig in Artikel eingesetzt werden. Seit Jahren geht der Trend der WordPress-Themes hin zu Foto-zentriertem Design und weg vom Text. Das wollen dann alle haben, weil es schick aussieht, brauchen dann aber künftig für jeden Post ein Bild. Als „Eyecatcher“ bzw. Füllmaterial fürs Design – mehr nicht. Klar, dass man dafür nicht zahlen will…

  20. ha wie geil ….wie ich gerade sehen konnte sind komplette Produktionen die ich für w61 gemacht habe betroffen .

  21. keine Ahnung ! Mir auch mittlerweile egal . Man wird alles letzendlich am Umsatz sehen und Entscheidungen treffen müssen .

  22. Zitat ClaudiaBerlin „Das wollen dann alle haben, weil es schick aussieht, brauchen dann aber künftig für jeden Post ein Bild. Als “Eyecatcher” bzw. Füllmaterial fürs Design – mehr nicht. Klar, dass man dafür nicht zahlen will…“
    Ja ne is klar, das Iphone ist auch schick und die Leute müssen dafür bezahlen, wenn ich in der Strandbar Mojitos trinke ist das auch schick, kostet aber mehr als ein Glas Bier.
    Ein Bild für die Internetseite kostet zwischen 50 Cent und 3 Euro. Dann gibt es noch kostenlose Bilddatenbanken. Nur, der Unterschied ist sichtbar.
    Was würdest du denn sagen wenn jemand deinen Text kopiert und in seinen Block packt oder dein Provider den Text anderen zur Verfügung stellt?

  23. Imagescource hat reagiert und sieht es nicht kritisch, da keine kommerziellen Nutzungen von Getty eingeräumt werden.

  24. Liebe Fotografen,
    da wir heute aufgrund des Beitrags einige Mails erhalten haben, weil wir Getty innerhalb der Zoonar-Distributorenverwaltung anbieten (genauer gesagt: Thinkstock) möchte ich darauf hinweisen, dass wir dem Vertrieb über den neuen Streaming-Service Embed nicht zugestimmt. Wir wurden vorher per Mail gefragt, ob wir teilnehmen möchten. Das bedeutet im Klartext: Ihre über Zoonar an Getty Images gelieferten Fotos dürfen nicht dabei sein.

    Wir haben die neue Belieferung von Bildern an Getty Ende 2013 eingestellt, weil das Keyword-Verfahren (Getty Keyword Guidelines) zu kompliziert war und sich für uns nicht rechnete. Neu eingereichte Fotos sind daher sowieso nicht betroffen, auch dann nicht, wenn Sie diese für Getty bereits freigeschaltet haben.

    Dies nur als Info, bevor Panik ausbricht 😉

    Viele Grüße,
    Michael Krabs

  25. Würde mich nicht wundern, wenn jetzt noch Facebook, Getty aufkauft.
    Passt doch hervorragend ins Portfolio!
    Ob das Einbetten von Bildern rechtlich einwandfrei ist, da habe ich grosse Zweifel. Es sei den der Bildlieferant hat dem zugestimmt?
    Ansonsten trägt das Risiko doch der Nutzer des eingebetteten Bildes, oder!?

  26. Das Ganze löst bei mir nur noch Kopfschütteln aus. Da das Microstock-Geschäft für mich nur ein gewisses Zubrot darstellt und ich auch meinen eigenen Shop betreibe, wird es mich insgesamt nicht sooo sehr betreffen. Dennoch ärgert es mich, wie die Bildagenturen mit ihren Zulieferern umspringen, bzw. mit deren geistigem Eigentum umgehen.
    Unerheblich ist für mich dabei, dass Inhalte dann eben in ein paar Jahren verschwunden sein könnten, denn ich denke, gerade im Internet sind aktuelle Inhalte wichtig, und vieles wird in 5 Jahren niemanden mehr interessieren, was heute gepostet wurde.
    Man wird sehen, wie das weitergeht. Bilder werden zu frei verfügbarer (geschenkter) Massenware, und die Qualität von Designs in Print und Web werden bald nur noch dadurch bestimmt, wie geschickt man nach Lego-System Layouts modular zusammenschustert. Selbst die Fähigkeiten zu haben, etwas schön und technisch einwandfrei zu gestalten, tritt heute schon in den Hintergrund. Das alles erinnert mich irgendwie an das Aufkommen der PC’s und von Programmen wie Corel Draw, die jeden Deppen Grafik machen ließen, der gerade mal das Gerät einschalten und die Software aktivieren konnte …

  27. @tomi. Von welchen Recht sprichst Du? Für Getty gilt ja wohl das amerikanische Recht.

  28. Selbst die aktuellen Bilder vom Hoeneß-Prozess sind über Embed verfügbar. Solches Material ist doch nur für redaktionelle Webseiten interessant. Früher mussten die dafür bezahlen und nun gibt es das für lau. Aber offensichtlich nimmt sich Getty trotzdem wohl keine Einnahmen damit weg, wenn Getty später über Werbung das wieder reinholt. Ich frag mich nur wer will Werbung auf seiner Seite haben, die er nicht kontrollieren kann? Ich stell mir folgendes Szenario vor: ein AntiFa-Blog nimmt ein Bild von Getty und bekommt dann z.B. Werbung von der NPD eingeblendet anstatt des Bild von Getty.

  29. Habe eben bemerkt, dass bei meinen W61-Gettybildern der Embeded Link wieder verschwunden ist! :-))

  30. Mal kurz eine Zwischenfrage zu den WE61 Fotografen die hier gerade mitschreiben:
    Wir hatten mal vor ca. 1,5 Jahren Kontakt zu WE61 und der Grund waru wir dort nicht eingestiegen sind war das uns eine Mitarbeiterin erzählt hat das alle Bilder eine Mindestauflösung von 48 MP (also grosses Mittelformat) haben müssen.
    Alternativ könnten wir unsere Daten aus der MKII oder MKIII ja auch aufblasen /hochskalieren.
    Das fand ich damals reichlich kapriziös und auch unsinnig.

    Jetzt würde mich ja mal interessieren ob ihr hier alle mit Hasselblads & Co unterwegs seit oder ob ihr hochskaliert.

    Gruss axel

  31. @Axel: Das war wahrscheinlich ein Kommunikationsproblem und gemeint waren eher 48 MB als TIFF statt 48 MP. Die 48 MB als unkomprimierte TIFF erreicht man mit einer Canon 5D Mark II zum Beispiel locker…

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