Abrechnungsstau in der Bildvertriebskette Waldhäusl, Chromorange, DPA/Picture Alliance

Erst kürz­li­ch mus­s­te ich im Blog über Honorarprobleme bei der Hamburger Bildagentur „Face To Face“ berich­ten.

Das betraf einen ande­ren Fotografen, aber par­al­lel dazu habe ich selbst eben­falls gemerkt, dass in einem mei­ner Vertriebskanäle Honorarprobleme auf­tau­chen.

Das Problem kurz skiz­ziert:

Ich ver­trei­be Macrostock-Fotos über die öster­rei­chi­sche Bildagentur Waldhäusl. Deren Inhaber Franz Waldhäusl habe ich als kom­pe­ten­ten, fai­ren Geschäftspartner erlebt.

Waldhäusl ver­treibt mei­ne Fotos auch über die deut­sche Bildagentur Chromorange mit dem Inhaber Reinhold Tscherwitschke. Das ist laut mei­nem Agenturvertrag auch zuläs­sig.

Chomorange wie­der­um lie­fert die Bilder an die „Picture Alliance“, dem Bildportal der Presseagentur dpa.

Nun fin­de ich seit Monaten wie­der­holt Fotos von mir im Internet, vor allem in Online-Ausgaben von Zeitungen des Axel Springer Verlags wie der Berliner Morgenpost, die seit Jahren Fotos von mir nut­zen. Als Bildunterschrift ist dort jeweils „Foto: picture-alliance/chromorange“, „Foto: dpa/pa“ oder „Foto: Chromorange“ ange­ge­ben. Die ältes­te bis­her gefun­de­ne Nutzung ist die­ses Foto von mir, was seit Juni 2009 auf der Webseite der „Welt Online“ zu sehen ist:
Das Problem: Um das Honorar zu erhal­ten, mus­s­te ich im April 2011, Mai, Oktober und November 2011 eine Beschwerde-Mail an Herrn Herr Waldhäusl schrei­ben, bis ich, nach ca. zwei­ein­halb Jahren das beschei­de­ne Honorar von 2,56 Euro erhal­ten habe!

Das eigent­li­che Problem sind aber die Aussagen der Agenturmitarbeiter, war­um die Auszahlung so lan­ge dau­ert und vie­le wei­te­re Bilder, die eben­falls seit über andert­halb Jahren online genutzt wer­den und noch nicht mit mir abge­rech­net wur­den, zum Beispiel wie­der eine Nutzung des Springer Verlags:


Auch hier habe ich nur stich­pro­ben­ar­tig nach mei­nen Bildern gesucht. Jedes Mal, wenn ich eine wei­te­re Stichprobe mache, kom­men wei­te­re Bilder zu Tage, für die mir bis­her kein Honorar aus­ge­zahlt wur­de. Hier zum Beispiel eine Nutzung vom Juni 2010, dies­mal in der Online-Ausgabe der Berliner Morgenpost, wie­der Springer Verlag.

Nachdem Waldhäusl mehr­mals bei Chromorange wegen der feh­len­den Abrechnung nach­ge­hakt hat­te, bekam ich im Mai 2011 als Antwort von Herr Tscherwitschke:

Das auf­ge­führ­te Bild wur­de uns von Springer nicht als Verwendung gemel­det. Der Grund ist ein tech­ni­schen Fehler im Abrechnungstool der öfter auch ange­merkt wur­de und mitt­ler­wei­le beho­ben wor­den ist. Ich sor­ge dafür, dass das Bild bei den nächs­ten Honorarabrechnungen berück­sich­tigt wird.“

Als ich dann im Oktober 2011 immer noch kein Honorar gese­hen habe und noch­mals nach­hak­te, schrieb mir Herr Waldhäusl:

Das Problem liegt hier bei der Picture Alliance – die­se Agentur ver­liert offen­sicht­li­ch die Übersicht über die Verkäufe. Herr Tscherwitschke hat das letz­te Bild (das mit­den geteil­ten Gesichtern) bereits aus eige­ner Tasche abge­rech­net. Wir erhal­ten das Honorar sobald wir unse­re 100,– Honorargrenze bei Chromorange über­schrit­ten haben.“

Im November 2011 schrieb mir Herr Tscherwischke noch mal:

Chromorange hat kei­ner­lei Einfluss auf das Abrechnungs Szenario von Partner und kann auch nicht für Honorare in Vorleistung gehen. Die Problematik liegt nicht bei uns Agenturen der Kunde muss die Verwendung bekannt geben. Macht er das nicht kön­nen wir die Honorare auch nicht aus­be­zah­len. Meiner Erfahrung nach wer­den alle Veröffentlichungen bekannt­ge­ge­ben doch kann dies meh­re­re Monate in Anspruch neh­men.“

Mehrere Monate? Okay. Aber Jahre? Fairerweise muss ich erwäh­nen, dass Herr Waldhäusl mir anbot, für gefun­de­ne Nutzungen das Honorar aus eige­ner Tasche vor­zu­stre­cken. Da Franz Waldhäusl eben­falls Fotograf ist, hat er auch eine Stichprobe gemacht und eben­falls eines sei­ner Fotos – auch über die PA – gefun­den, was noch nicht abge­rech­net wur­de.

Der Geduldsfaden riss mir jedoch Mitte November 2011, als mir Herr Tscherwitschke von Chromorange schrieb:

Ich bit­te Sie, mir alle Veröffentlichungen bekannt zu geben, damit ich das Honorar von den Kunden ein­lei­ten kann.“

Bei allem Respekt, aber das geht zu weit. Genau das soll­te die Aufgabe einer Bildagentur sein, son­st könn­te ich die Bilder gleich direkt ver­kau­fen. Soll ich jetzt mei­ne meh­re­ren 1000 Bilder mit Google Images über­prü­fen und mit mei­ner Honorarabrechnung abglei­chen, um das mir zuste­hen­de Honorar ein­for­dern zu kön­nen? Das Vertrauen in eine sol­che Agentur habe ich lei­der ver­lo­ren.

Zwischenzeitlich rief ich sogar bei Sebastian Eckhardt an, einem Sachbearbeiter bei der Picture Alliance, der gar nicht dar­über erfreut war, dass ich eini­ge Glieder der Vertriebskette über­sprang, um mich direkt an ihn zu wen­den. Wirklich hel­fen konn­te er auch nicht, ver­sprach aber, sich die Sache mal anzu­schau­en, wenn ihm Chromorange eini­ge Beispiele sen­den wür­de.

Warum ich dann die­sen Artikel schrei­be? Weil ich ers­tens nicht mehr dar­an glau­be, dass die Bildnutzungen auf die­sem Vertriebsweg wirk­li­ch lücken­los doku­men­tiert, kon­trol­liert und abge­rech­net wer­den. Ich kann es weder nach­wei­sen noch weiß ich, ob es Absicht oder Zufall ist, aber ich habe genug nicht abge­rech­ne­te Beispiele gesi­chert, um mir mei­ne Gedanken zu machen.

Zweitens: Wer Bilder an die Picture Alliance/DPA lie­fert, sei es direkt oder über Vertriebspartner wie Chromorange, soll­te selbst mit Google Images oder ande­ren Tools über­prü­fen, was er so an Treffern fin­det. Entweder über die Bildersuche mit eige­nen Motiven oder indem die häu­fi­gen Bildcredits wie „PA/Chromorange“, „PA/Picture Alliance“, „PA/dpa“ oder „Foto:Chromorange“ bei Google Images ein­ge­ge­ben und die gefun­de­nen Fotos nach eige­nen Motiven durch­stö­bert wer­den. Ich habe auf bei­den Wegen Treffer erzielt, die meis­ten Treffer mit mei­nen Bildern bekam ich mit der Suchanfrage „Foto:Chromorange“.

Und ihr? Habt ihr auch nicht abge­rech­ne­te Bilder von Euch gefun­den?

Update =01.12.2011: Die Bildagentur Waldhäusl nimmt zu die­sem Problem in ihrem aktu­el­len Blog-Beitrag Stellung.

32 Gedanken zu „Abrechnungsstau in der Bildvertriebskette Waldhäusl, Chromorange, DPA/Picture Alliance“

  1. Also wenn das Vertrauen so sehr gebro­chen ist, wür­de ich mei­ne Bilder sofort bei der ent­spre­chen­den Agentur zurück­zie­hen. Denn wenn die Presseseiten Bilder brau­chen, sol­len sie die­se halt dann über Fotolia & Co. kau­fen müs­sen! Weil wie im Artikel steht: Die genaue Abrechnung soll­te die Aufgabe der Bildagentur sein.

  2. bei mir war es mal die RTL Gruppe die Fotos von mir ver­wen­det hat­ten und ich bis jetzt kei­ne Abrechnung erhal­ten habe.
    Ich kann mir vor­stel­len, daß Tools wie APIS wo teil­wei­se ein Download erfol­gen kann und die Abrechnung erst bei Verwendung der Fotos eine der gro­ßen Schwachstellen dar­stel­len.

  3. Ich bie­te mei­ne Bilder direkt über PA an und bin bis­her sehr zufrie­den. Es wird viel ver­kauft, wenn auch zu güns­ti­gen Preisen. Bei einer Bildvertriebskette wie in die­sem Fall bleibt dann natür­li­ch beim Fotografen wenig hän­gen. PA ver­kauft viel an gro­ße Verlage, die sich kaum die Mühe machen, bei klei­ne­ren Agenturen nach Motiven zu suchen. Als Schwachstelle wür­de ich wie Rob APIS/picturemaxx anse­hen: Da ist es übli­ch, dass sich Bildkäufer die Highres-Bilder her­un­ter­la­den kön­nen und erst spä­ter ver­wen­de­te Bilder abrech­nen. Und man­che Verlage laden her­un­ter, bis die Datenleitung glüht… Als Agentur müss­te man dann eigent­li­ch bei jedem nicht abge­rech­ne­ten Download nach­ha­ken, ob das Bild nicht doch viel­leicht genutzt wur­de. Aber wer macht das bei Millionen von Bildern?

  4. Das ist das grund­sätz­li­che Problem und zwar bei allen Agenturen. Wer über­prüft dort die Abrechnungen? Ich will gar nicht wis­sen, wie­vie­le Downloads nicht abge­rech­net im Nirvana ver­schwin­den…

    Ich bie­te mei­ne Bilder u.a. auch bei Chromorange an. Alle paar Monate wie­der wer­den dort die Umsätze erfasst und mei­nem Konto gut geschrie­ben. Ich habe auch schon eini­ge mei­ner Bilder bei Welt-Online gese­hen, die noch nicht abge­rech­net wur­den. Interessant ist auch, dass Chromorange den Datum bei den Umsätzen nicht mehr angibt – war­um wohl? 😉

  5. Ich glau­be nicht, dass das ein Einzelfall ist und bewun­de­re dei­ne Geduld. Der gan­ze Stockfotografie-Irrsinn könn­te nicht bes­ser beschrie­ben wer­den, als in die­sem Beitrag. Ich fin­de das alles sehr trau­rig. So lan­ge es so vie­le Fotografen gibt, die sich so etwas bie­ten las­sen und bei die­sen Konditionen mit­ma­chen, schaut es nicht gut aus für unse­re Zunft (der haupt­be­ruf­li­chen Fotografen). € 2,65.-??? Wieviel Zeit und Spesen und Ärger hat dich das gekos­tet? Schade, dass es kei­ne Möglichkeit gibt her­aus­zu­fin­den, wie­viel die Agenturen mit den Fotos ihrer bra­ven Foto-Lieferanten ver­die­nen …

  6. Als Fotograf hat man in die­sem System schlech­te Karten und muss sich auf die Ehrlichkeit der Agenturen ver­las­sen, die offen­sicht­li­ch nicht 100%-ig gege­ben ist. Man kann zwar Online-Veröffentlichungen, die nicht hono­riert wur­den zu einem gewis­sen Grad nach­ver­fol­gen, aber sowohl hier als auch bei Printverwendung könn­te die Dunkelziffer unter Umständen erheb­li­ch sein. Denn wie soll ein Fotograf Veröffentlichungen sei­ner Bilder in lokal begrenzt ver­trie­be­nen Printausgaben nach­voll­zie­hen? Oder sind die Agenturen hier auch so lasch hin­ter den Honoraren her wie bei den geschil­der­ten Online-Veröffentlichungen?
    Apis/picturemaxx trägt mit Sicherheit zu sol­chen „Nicht-Honorierungen“ bei, wenn hier Bilder gela­den wer­den kön­nen bzw. auch per Push-FTP ver­trie­ben wer­den bis die Leitungen glü­hen. Aber deren Geschäftsmodell beinhal­tet mei­nes Wissens ja auch per Megabyte abge­rech­ne­te Transfergebühren. Um die Honorierung müs­sen sich die ange­schlos­se­nen Agenturen aller­dings selbst küm­mern bzw. sind dann tat­säch­li­ch auch auf die Meldung der nut­zen­den Medien angwie­sen. Und dass bei deren (selbst bejam­mer­ten) sin­ken­den Auflagenzahlen evtl. eine Nutzung nicht gemel­det wird, ist unschwer vor­stell­bar.

  7. Hallo Robert, Vorfälle wie die­ser machen deut­li­ch, dass hier etwas gewal­tig aus dem Ruder läuft. Prinzipiell ein Thema, was auf der 2. Microstockexpo (auch wenn es sich hier bei die­sem Fall nicht um Microstock han­delt) the­ma­ti­siert wer­den könn­te. Es wird Zeit, das wir auf Fotografenseite Wege fin­den, um die­se Dinge auf­zu­de­cken und um ggf. juris­ti­sch dage­ge­gen vor­zu­ge­hen.
    Gruß aus Berlin

  8. Hallo Robert,
    erst­mal vie­len Dank für den aus­führ­li­chen Beitrag. Ich habe knapp 500 Bilder direkt bei Chromorange, die auch die­se Schleifen dre­hen.
    Ende März habe ich zufäl­lig ein Bild von mir in der HÖRZU gefunden.Ein weit­ge­hend unbe­kann­tes, aber deko­ra­ti­ves Haus in einer unbe­kann­ten baye­ri­schen Kleinstadt. Man kann sogar sehen, dass das Bild aus einem Foto aus­ge­schnit­ten wur­de (!). Angegegeben ist dpa/picture alli­an­ce.
    Dieses Bild ist bis heu­te noch nicht abge­rech­net. Ich habe noch nichts dage­gen unter­nom­men, weil mit gesagt wur­de, das sei noch viel zu früh. Tatsächlich glau­be ich aber nicht, dass die 1,20 € oder so den Weg allei­ne zu mir fin­den.
    Ich weiss nicht, ob und wo da ein schwar­zes Loch ist. Was mir aber auf­fällt: In mei­nen Abrechnungen sind fast immer die glei­chen 3, 4 Bilder dabei,und das oft mehr­fach. Schwer vor­stell­bar, dass sich bei knapp 500 Bildern die Kunden immer auf die glei­chen 3–4 Bilder stür­zen, die noch nicht mal beson­ders sind (zwei Flaggen und ein Torturm in Bayern). Das habe ich bei kei­ner ande­ren Agentur erlebt.

  9. ja so ist es . auch ich mus­s­te erfah­ren das bil­der uner­laubt genutzt wor­den sind , sogar wur­de gegen mein copy­right ver­stos­sen . agen­tur mein­te dar­auf , ja nicht unser pro­blem , neh­men sie sich einen anwalt und ver­kla­gen sie den kun­den selbst .

    ja es wird viel gedown­loa­ded und durch die ver­sch. ver­tei­ler wird es schnell unüber­sicht­li­ch . soll­te in der ket­te nur ein schwar­zes schaf dabei sein bricht die ket­te aus­ein­an­der .

    daher soll­te man auch nur exclu­siv sei­ne bil­der anbie­ten , allei­ne dadurch lässt sich so man­ches ein­gren­zen . die gros­sen agen­tu­ren sind selbst dahin­ter bei rm ver­stoss usw. und die machen auch was ——— fazit raus aus dem micros­to­ck .

    habe mitt­ler­wei­le alles aus dem micro bereich gelöscht u.a. pan­ther , foto­lia usw. und was pas­siert bekom­me direkt ange­bo­te über höhe­re pro­zen­te , mehr bil­der upzu­loa­den bzw. schnel­le­re frei­schal­tun­gen usw. also alle mit­ma­chen und den da mal zei­gen was geht .…
    wir foto­gra­fen haben die macht .

  10. Das Problem ensteht doch wohl grund­sätz­li­ch, wenn eine BA vie­le wei­te­re Wiederverkäufer mit ins Boot neh­men. Den Bildagenturen geht der Überblick geht ver­lo­ren und wir Fotografen ver­lie­ren das Vertrauen in unse­re Geschäftspartner.

    Eine Münchener Agentur ver­liert da auch schon mal den Überblick oder „ver­gißt“ neue Vertriebspartner zu nen­nen. Leider kön­nen wir nicht sel­ber bestim­men, mit wem wir noch Geschäfte machen wol­len.

  11. @reka: Die Ironie ist ja, dass im Artikel nicht von Micrstock die Rede ist, son­dern von Macrostock-Agenturen. Bei den Microstock-Agenturen lohnt sich eine zu lan­ge Vertriebskette wegen der gerin­ge­ren Verkaufspreise meist nicht.

  12. es ist fürch­ter­li­ch. allein bei der bil­der­su­che über goo­gle fin­de ich hun­der­te mei­ner bil­der ohne quell­nen­nung. unmög­li­ch raus­zu­fin­den woher die­ses bild run­ter­ge­la­den wur­de.
    Ein ein­fa­cher tipp für bild­su­chen­de: ein­fach ein bild bei foto­lia, isto­ck und co. aus­su­chen und dann über goo­gle bil­der­su­che ein gewünsch­te grös­se aus­wäh­len und ver­wen­den …
    da die sache mit der urhe­ber­nen­nung welt­weit nicht gen­au genom­men wird ist es unmög­li­ch raus­zu­fin­den, ob das bild geklaut oder recht­mä­ßig gekauft wur­de.
    übri­gends, kom­me ich jeman­den drauf, der die­sen tip beher­zigt ver­kla­ge ich ihn bis ins nir­va­na!
    eine welt­wei­te urhe­ber­nen­nung MUSS end­li­ch zur pflicht wer­den. Bildherkunft UND foto­gra­fen­na­me! über die pro­ble­ma­tik von einzel- und mehr­platz­li­zen­zen spre­che ich noch gar nicht. mehr­platz­li­zen­zen sind teu­rer, aber sei­en wir mal ehr­li­ch, 99 Prozent der bild­nut­zer SIND mehr­platz­nut­zer.
    es ist trau­rig, aber der ein­zi­ge weg scheint für mich nur eine exklu­si­vi­tät. zwar wird auch hier schind­lu­der getrie­ben, aber es ist dann wenigs­tens zu einem bruch­teil nach­voll­zieh­bar wo mei­ne bil­der her­kom­men …

  13. Das Problem sind nicht so sehr die Agenturen son­dern viel­mehr die Bildkäufer. Wer als Fotograf oder Agentur nicht im Abrechnungssystem eines Verlags steht und so direkt durch Anstrich bezahlt wird, der ist dar­auf ange­wie­sen, dass die jewei­li­ge Publikation die Verwendung eines Fotos selbst an den Verkäufer mel­det. Der Hirez-Download eines Fotos über APIS (bzw. pic­tu­re­ma­xx) bedeu­tet noch lan­ge kei­ne Verwendung, da oft mit den Bildern nur gelay­ou­tet wird. Als Fotograf oder Agentur tele­fo­niert man eben nicht jedem Download hin­ter­her. Wer eini­ge tau­send Fotos im Angebot hat, wird wis­sen war­um. Wie Hans-Martin oben schon sag­te, Ehrlichkeit ist das Stichwort. Fotoverkauf über Agenturen (nein, nicht Microstock) ist schon immer Vertrauenssauche. Die Verwendungsmeldung liegt beim Fotoredakteur/ Verlag. Da aber auch dort immer mehr „Fachkräfte“ sit­zen die mei­nen Bilder aus­su­chen kann jeder und jetzt bin ich mal eben Fotoredakteur, gehen die­se Verwendungsmeldungen auch schon mal unter. Obendrein sind vie­le Redakteure nicht in der Lage (oder bes­ser, es ist ihnen schnup­pe) Urhebervermerke kor­rekt neben oder unter ein Foto in die Zeitung zu set­zen. An der Herstellungskette bspw. einer Zeitung ist eine gan­ze Reihe Leute betei­ligt. Da wer­den Urhebervermerk und Verwendungsmeldung schnell zur Stillen Post und somit ist das Abrechnungschaos vor­pro­gram­miert.

    Oft wer­den Fotos auch direkt von Redaktion zu Redaktion durch die Redakteure (aus Unwissenheit) wei­ter­ge­ge­ben, ohne dass Urheber oder Agentur davon wis­sen. Unerlaubte Bildnutzung gab es schon immer, nur lässt sie sich heu­te dank Internet bes­ser nachvollziehen.Letztlich hat Microstock inten­siv dazu bei­ge­tra­gen, dass die Makros ihre Geschäftsfelder aus­wei­ten müs­sen und gezwun­gen sind sich Partneragenturen zu suchen, die dann eben­so auf wei­te­re Partner ange­wie­sen sind. Überspitzt: Partner 19 mel­det an Partner 18 und Partner 18 an Partner 17 u.s.w. die Verwendung. Das dies ewig dau­ert, pro­blem­be­haf­tet ist und die Honorare dras­ti­sch schrump­fen lässt liegt auf der Hand. Mittlerweile ist der Vertriebsweg so ver­zweigt, dass kaum noch jemand den Überblick hat. Jeder will sei­nen Anteil vom Honorar und für den Fotografen bleibt am Ende oft nur ein lächer­li­ches Sümmchen übrig. Soll heis­sen, je mehr Microstockfotografen und sol­che die es gern wären auf den Markt drän­gen, desto unüber­sichti­cher wird die Situation auf dem gesam­ten Bildmarkt. Daneben sind die Redaktionen zum Sparen ange­hal­ten, was schon mal die ein oder ande­re Unterschlagung einer Verwendung zur Folge hat. Leider ist dies ein Prozess der sich IMHO nicht mehr rück­gän­gig machen lässt. 

    Wer wegen 2, 3 oder 6 Euro Honorar einem Käufer oder einer Agentur hin­ter­her­ren­nen muss, nicht über ein viel­fäl­ti­ges Repertoire an qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Motiven sowie über ein groes­se­re Menge an Bildmaterial ver­fügt (oder es zeit­li­ch sowie aus finan­zi­el­len Gründen ein­fach nicht pro­du­zie­ren kann), der soll­te sich über­le­gen die Fotografie nicht viel­leicht doch lie­ber ein­fach nur wei­ter als Hobby zu betrei­ben. – reka – Du hast völ­lig recht: Raus aus dem Microstock!

  14. Man merkt wie sehr dich das ärgert. Lies dir den Text noch ein­mal durch, du wie­der­hol­st eini­ge Worte wo du anschei­nend den Satz öfter umfor­mu­liert hast. Mit bis­her einem ver­kauf­tem Bild, kann ich bei dem Thema zum Glück (?) nicht mit­spre­chen.

  15. Ich weiss gar nicht, war­um hier immer wie­der von Macrostock die Rede ist. Chromorange ist Midstock, nicht mehr und nicht weni­ger. Allerdings ver­hö­kern sie inzwi­schen das gesam­te RF-Material auf der Microstockschiene von Bestprice zum der­zeit hal­ben Preis, obwohl sie offi­zi­ell kein Micromaterial anneh­men.
    Von min­des­tens August bis Ende Oktober wur­den bei Bestprice gross­zü­gig Bilder ver­schenkt in der Aktion „Kauf 3, zahl 2“. Wie soll denn über­haupt eine unrecht­mäs­si­ge Verwendung von Bildern nach­ge­wie­sen wer­den, wenn Jeder behaup­ten kann, das Bild sei geschenkt? Da wird noch sehr viel mehr an Honoraren den Bach hin­un­ter gehen, als wir uns der­zeit vor­stel­len kön­nen.

  16. Jeder will sei­nen Anteil vom Honorar und für den Fotografen bleibt am Ende oft nur ein lächer­li­ches Sümmchen übrig. Soll heis­sen, je mehr Microstockfotografen und sol­che die es gern wären auf den Markt drän­gen, desto unüber­sichti­cher wird die Situation auf dem gesam­ten Bildmarkt. 

    Woran die „Microstockfotografen“ doch nicht alles „schuld“ sind… köst­li­ch 😉

    @Robert
    Wenn dort so schlam­pig gear­bei­tet wird, soll­te man den „bes­ten Kunden“ viel­leicht mal auf den Zahn füh­len. Denn für mich sieht es anhand Deiner Schilderung nicht so aus, als kön­ne man eine „Selbstheilung“ erwar­ten…

  17. @cruiser – Niemand hat etwas von Schuld gesagt. Tatsächlich ist es so, dass Macroagenturen ihre Fotografen, bzw. Bildmaterial nach ande­ren Kriterien aus­wäh­len als es die Micros tun. Solltest Du selbst Bilder im Macrobereich anbie­ten, dann ist Dir sicher­li­ch auf­ge­fal­len, dass in den ver­gan­ge­nen Jahren die Honorare für sel­bi­ge kräf­tig gesun­ken sind. Vielleicht hast Du eine bes­se­re Erklärung dafür?

  18. Nun, vor ein paar Tagen habe ich Herrn Tscherwitschke eine Mail geschrie­ben, dass ich zukünf­tig kein RF-Material mehr hoch­la­de, weil es ja ohne­hin im Microstock von Bestprice lan­det. (Er hat mir für mein Interesse gedankt!)
    Inzwischen über­le­ge ich mir, ob ich dort über­haupt noch etwas hoch­la­de. Es gibt mir dort ein­fach zu vie­le Ungereimtheiten. Zudem ist die Liste der Partneragenturen ver­schwun­den, nach­dem ich mich dort etwas umge­se­hen hat­te. Empörter Kommentar der Redaktion: Jemand wühlt dort rum.
    Transparenz ist nir­gend­wo gege­ben. So wird zwar in regel­mäs­si­gen Abständen die Mindestauflösung für Bilder erhöht, der­zeit aber das gesam­te Portfolio einer ita­li­schen Agentur ein­ge­spei­st, die weit dar­un­ter liegt. Anscheinend wer­den AGBs recht belie­big aus­ge­legt.

  19. Lebt ihr alle auf den Bäumen?
    Der kom­plet­te glo­ba­le Fotomarkt liegt am Boden. Bei Fotolia habe ich in den letz­ten 2 Jahren 50 Euro ver­dient. Dabei bin ich von Platz 45000 im Ranking auf Platz 22500 vor­ge­rutscht. Das bedeu­tet aller­dings auch, das es über 22500 Fotografen gibt, die weni­ger als 50 Euro ver­dient haben.
    Die Tratschpresse will ver­ein­zelt sogar Schadenersatzansprüche auf die Fotografen abwäl­zen. ??????????? Selbstverständlich stel­le ich dann dort kei­ne Bilder mehr ein.
    Bei dem Verkauf von Erlkönig Bildern ent­steht immer stär­ker der Eindruck, das man sei­ne Bilder nur noch über Vitamin B ver­kauft bekommt. Aktualität zählt nicht mehr. Auch mir wur­de schon von Profifotografen gedroht.
    Bei Robert schaue ich mir nur noch sei­ne News an. Die Themenbereiche über den Bilderverkauf emp­fin­de ich nur noch als Belustigung!

  20. @Theodor: „Bei Fotolia habe ich in den letz­ten 2 Jahren 50 Euro ver­dient. Dabei bin ich von Platz 45000 im Ranking auf Platz 22500 vor­ge­rutscht. Das bedeu­tet aller­dings auch, das es über 22500 Fotografen gibt, die weni­ger als 50 Euro ver­dient haben.“ Das bedeu­tet jedoch auch, dass es 22499 Fotografen gibt, die mehr als 50 Euro ver­dient haben und das in der Regel nicht line­ar mehr, son­dern expo­nen­ti­ell mehr.

  21. Also ich stel­le mir vor: ein Supermarkt. Naiv gesi­chert, wegen Verwahrlosung sei der Warenklau all­ge­gen­wär­tig. Wo wür­de denn da der Lieferant sich sei­ne Apfelsinen nicht bezah­len las­sen, denn – „tja, eini­ge Kunden las­sen halt was mit­ge­hen und mel­den sich dann nicht mal“. Typischerweise hat doch da der Supermarkt den Verlust, wenn er sich nicht gut genug schützt. Die Ware muss er selbst­ver­ständ­li­ch bezah­len, ob er sie ver­kauft oder sich klau­en läßt. Die Idee „Lieferant kriegt halt kein Geld, denn Supermarkt war die­sen Monat wie­der duss­lig“ ist ja wohl gro­tesk.

    Wenn hier ein Partner unzu­ver­läs­sig ist, kann man den als Agentur eben nicht behal­ten. Was denn son­st?

    Ich sehe auch gar nicht, war­um die Abnehmer die Bilder – ehe sie bezahlt sind – nicht nur in einer Variante mit Wasserzeichen krie­gen. Das ger­ne hoch­auf­ge­löst zum Probe-Satz etc. Mit sol­chen kla­ren Bildbugs ver­bie­tet sich das Nutzen und „Vergessen zu mel­den“ wohl schnell von selbst. Auch wenn es wirk­li­ch nur Versehen sind.

  22. @ robert : egal ob micro mid oder macro , alle reden davon das Preise ver­fal­len das durch Vertriebsketten die Übersicht ver­lo­ren gehen …das dadurch Umsätze gemacht wer­den die weit weg sind von den eigent­li­chen Preisniveau …

    Die Agenturen haben ein­fach das Personal nicht alles zu kon­trol­lie­ren bzw. den ist es ein­fach zuviel Aufwand und dadurch kön­nen sich Kunden so eini­ges erlau­ben …

    steht in den end­li­zen­zen nicht drin das man dazu ange­hal­ten ist ein copy­right zu ver­mer­ken bzw. gegen Aufpreis 100 % es weg­zu­las­sen …

    was´mich auch nervt das Agenturen die im rm Bereich und rf machen , alle excl. ver­lan­gen , die Bilder aber selbst im redakt. Bereich vor allem zu micro Preise ver­schleu­dern . wenn rf steht für 199 dann koset es halt so und nicht für 30 euro … könn­te auf 50 % run­ter­ge­hen , kein Wunder die Kunden wer­den ja ein­ge­la­den Preisdruck zu machen .…

    dann mal zu den down­loads : mag sein das heu­te geloa­ded wird und das Bild erst in einem Jahr ver­wen­det wird … es mag sein das Bilder zu einem Thema geloa­ded wer­den um zu schau­en wel­ches am bes­ten pas­sen könn­te … aber ganz ehr­li­ch bit­te nur mit Wasserzeichen und auch die Benutzung eines Layouts kos­tet Geld .…es soll­te berück­sich­tigt wer­den …das jemand Geld aus­ge­ge­ben habt um ein Bild zu pro­du­zie­ren damit jemand anders die Möglichkeit hat sein Geld damit zu ver­die­nen .… Layouts soll­ten Geld kos­ten und wenn es nur 10 euro sind die mit einer Nutzung gut­ge­schrie­ben wer­den …

  23. man müss­te einen ver­band ins leben rufen wo alle foto­gra­fen auto­ma­ti­sch rein müs­sen die im sto­ck markt ihre bil­der ver­kau­fen . und wenn es nur in deutsch­land ‚öster­reich und der schweiz wäre .…agen­tu­ren brau­chen bil­der aus deit­sch­land und die kun­den eben­falls …dadurch könn­te man mit sicher­heit eine ganz ande­re poli­tik betrei­ben wo let­zend­li­ch jeder zufrie­den wär …

  24. ich kann mich da dem Theodor teil­wei­se anschlie­ßen. Der kom­plet­te glo­ba­le Fotomarkt liegt am Boden – da ist was Wahres dran.

    Dass irgend­et­was nicht stimmt, sieht man ja allein schon dar­an, dass die Bildagenturen alle paar Wochen mit neu­en Änderungen auf­war­ten. Das zeigt doch die ver­zwei­fel­ten Bemühungen der Agenturbranche, das Hamsterrad am Laufen zu hal­ten. 3x dürft ihr raten, wer die Hamster im Rad sind, die am wenigs­ten dar­an Freude haben 😉

    es wird wohl schein­bar immer schwie­ri­ger, trag­fä­hi­ge Geschäftsmodelle für digi­ta­le Fotos im Internet zu ent­wick­len. Möglicherweise muss man sich noch ein zusätz­li­ches Standbein anschaf­fen, um sich aus der (digi­ta­len) Umklammerung von Datenkraken wie face­book oder frag­wür­di­gen Abrechnungsmodellen von Schleuderpreis-Bildagenturen zu lösen. Der Robert hier hat ja auch schon ein­mal dar­über nach­ge­dacht, sei­ne Bilder sel­ber zu ver­mark­ten und soweit ich mich erin­nern kann auch eine eige­ne Biderwebshop-Seite. Viell. wäre das der Schulterschluss – man­che Bildagenturen den Rücken keh­ren und nen eige­nen klei­nen Bildershop auf­ma­chen. Reich wird man da zwar sicher­li­ch nicht, aber man weiß wenigs­tens, wor­an man dran ist. 

    Es heißt doch zwar immer: Aus Erfahrung wird man klug. Aber auf immer wie­der neue „nega­ti­ve“ Erfahrungen bei den Bildagenturen lässt sich zukünf­tig auch ver­zich­ten. Der Fotograf hat ja bei den Bildagenturen kaum Einflussmöglichkeiten hin­sicht­li­ch Preisgestaltung usw. Und die Bedingungen ändern sich dort ja dau­ernd.

    Gruß ran­dy

  25. NACHTRAG

    … im Blog hier hat sich auch jemand für eine welt­wei­te Bildquellenangabe auch bei Bildagenturen ein­ge­setzt. Das hal­te ich auch für eine gute Idee. Der Künstler muss immer erwähnt wer­den.

  26. Hast Du schon bei der Bildersuche Tools ver­wen­det wie http://www.photopatrol.de? Ich tes­te die­ses gera­de und hof­fe, dass ich mich zukünf­tig nicht mehr per Hand dar­um küm­mern muss.

    Zu den Abrechnungen: teil­wei­se dau­ert es, bis Rechnungen bezahlt wer­den. Mir fehlt es jeden Quartal auf, wenn wir die Downloadgebühren abrech­nen. Das Ziel von acht Tagen hält kei­ner ein. Vier Wochen, aber eigent­li­ch erst nach sechs Wochen sind die Rechnungen bezahlt. Oder nach vier Wochen kommt Post, Rechnung muss umge­schrie­ben wer­den oder die wol­len noch einen Fragebogen abfra­gen zur KSK und Steuerpflicht. Und schwupps ist ein vier­tel­jahr rum und die 14,28 € sind auf dem Konto. Und jetzt über­leg mal, dass ergeht so PA. Und die müs­sen wie­der­um mit einer wei­te­ren Agentur abrech­nen die dann wie­der mit dem Fotografen abrech­nen muss. Dann muss man als Fotograf drei bis sechs Monate ein­kal­ku­lie­ren bis man sei­nen Anteil von zwei Euro sieht …

  27. Das Ganze ist demo­ra­li­sie­rend und ich sehe als ein­zi­ge Chance hier lang­fris­tig etwas zu ändern eine umgrei­fen­de Initiative von Fotografen, die (viel­leicht über den Schulterschluß zu einer ent­spr. inter­es­sier­te Photocommunity?) ihr Material sel­ber ver­mark­tet und ver­wal­tet. Notfalls Gründung einer sol­chen Firma. Bernd

  28. @ Bernd Slawinki: Darüber ist in diver­sen Foren schon viel geschrie­ben und dis­ku­tiert wor­den. Es funk­tio­niert ein­fach nicht! Aus mei­ner 35jährigen Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es nicht ein­mal mög­li­ch ist 3–4 Fotografen die für EINE EINZELNE Zeitung arbei­ten unter einen Hut zu brin­gen.
    Fotografe sind Einzelkämpfer und es wird jeder für sich um sein Stück vom­Ku­chen kämp­fen. Die einen bes­ser, die ande­ren schlech­ter…

  29. @Walter: Da hast aber die letz­ten 35 Jahre nicht gut auf­ge­passt – die meis­ten dt. Bildagenturen wur­den von Fotografen gegrün­det – das funk­tio­niert.

  30. @max wute­rich: ich bin ja ösi ;-).
    ich habe ja nicht gesagt das Fotografen kei­ne Agenturen machen kön­nen. Aber das waren immer 1–2 Personen. Ich habe Bernds Kommentar so auf­ge­fasst, dass sich da vie­le Fotografen betei­li­gen sol­len. Und das funk­tio­niert nur bei lang­sam gewach­se­nen Strukturen wie z.B. „Magnum“. Aber das sich jetzt 20 Fotografen oder viel­leicht 500 zusam­men­tun, und bes­se­re Preise mit einer neu­en Agentur erzie­len kön­nen, dar­an glau­be ich nicht.

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