Bilderklau im Internet – Teil 2

Vor zwei Wochen hatte ich im Blog einen Artikel mit dem Titel „Bilderklau im Internet – Strafen oder sein lassen“ geschrieben, bei dem die Kommentare nur so einprasselten. Der Tenor der Aussagen: Man muss nicht immer sofort mit dem Anwalt kommen. Sehe ich genauso. Aber reicht eine freundliche Mail?

Folgender Fall:
Ich habe wieder im Internet gesucht, wo meine Fotos benutzt werden. Dafür gibt es verschiedene Methoden, die ich im Artikel „10 Tipps zum Finden der eigenen Fotos“ beschrieben habe. Diesmal wurde ich wieder fündig, aber auf einem anderen Weg.

In den Logdateien meiner Webseite verzeichnete ich auffällig viele Besucher von der Social-Networking-Webseite www.jappy.de. Ich habe mir die Webseite genauer angesehen und gemerkt, dass es dort ein Sport zu sein scheint, Bilder mit ganz vielen anderen Menschen zu tauschen, bzw. diese in den Gästebüchern der Freunde zu zeigen. Leider schert es die meisten überhaupt nicht, ob die Fotos urheberrechtlich geschützt sind oder nicht.

Da gibt es Screenshots von Filmen, kommerzielle Bilder aus Bildagenturen, Fotos von Flickr und eben auch Fotos von anderen Webseiten, zum Beispiel meiner. Innerhalb einiger Minuten habe ich drei meiner Fotos in den Gästebüchern und Foren von jappy.de gefunden. Die meisten der Fotos werden auch nicht kopiert, sondern per Hotlinking eingefügt. Das führt neben der Urheberrechtsverletzung noch zu zusätzlichem Traffic bei den Originalseiten, von wo die Fotos kommen, für den die Betreiber meist Geld zahlen müssen. Sie werden damit also doppelt geschädigt.

Weil das bei jappy.de keine einmaligen Ausrutscher sind, weil die Bilder als Hotlink genutzt werden und weil mehrere meiner Bilder betroffen waren, wollte ich nicht nur eine nette Mail schreiben, sondern mich für meine Arbeitszeit, in der ich die Bilder suchen musste, entschädigen lassen.

Immerhin: jappy.de hat eine gut findbare eigene Emailadresse für Rechtsverletzungen und ich bekam innerhalb einer Stunde Antwort von der Rechtsabteilung. Der Mitarbeiter teile mir mit, dass die betreffenden User informiert wurden und sich bei mir melden sollen.

Stillleben mit Obst

Am nächsten Tag bekam ich einen Anruf von der Frau, die eins der Bilder geklaut hatte. Es handelt sich um ein Obstfoto, was bei einer Google Images-Suche nach „Obst“ relativ weit vorne auftaucht. Das Obstfoto sieht vielleicht „dahingeworfen“ aus, erforderte aber einen sorgfältigen Aufbau und Obst im Wert von über 30 Euro.

Die Dame argumentierte nach diesem Muster:
– das sei total üblich bei Jappy
– das Bild habe sie nicht von mir, sondern das gab es bei Google
– sie wusste nicht, dass das verboten sei
– wenn das bei Google angezeigt wird, muss das doch kostenlos sein

Nach einer Weile sah sie ein, dass ihre Handlung nicht rechtens war. Ich bot ihr schlicht an, das Foto in der kleinsten Web-Auflösung nachträglich über meine Bildagentur zu lizenzieren und fertig. Fand ich fair. Kostenpunkt: 20 Euro. (Ja, da hat sie etwas Pech gehabt: Andere Fotos von mir werden auch für 5 Euro in der Web-Auflösung angeboten bzw. sehr ähnliche Obst-Fotos gäbe es als Microstock-Fotos auch für 1 Euro, aber das betreffende Foto wird von mir ausschließlich über eine etwas teurere Agentur vertrieben).

Daraufhin meinte sie zu mir, dass das doch nicht mein Geschäftsmodell sein könne, die Leute über Google zu meinen Fotos zu locken und dann Geld zu kassieren. Da war ich baff. Ich erinnerte sie daran, dass ich erstens niemanden gezwungen habe, mein Foto ohne meine Erlaubnis zu kopieren und zweitens sowohl im Foto selbst als auch auf der Seite, wo mein Foto gezeigt wird, deutlich ein Copyright-Zeichen zu sehen ist, was mich als Urheber des Fotos ausweist. Mit allen dazugehören Rechten, wie bei der Nutzung Geld zu verlangen.

Ich erinnerte auch daran, dass ich mit meiner Mail ihr Anwaltskosten in Höhe von mehreren hundert Euro sparen würde. Aber statt Dankbarkeit erntete ich Wut. Finde ich ehrlich gesagt verständlich, aber was soll ich machen? Alles ignorieren? Meine Zeit dafür opfern, nette Emails an die Bilderdiebe zu schreiben, ohne dafür entschädigt zu werden? Was meint ihr dazu? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.

Ich habe mich für die Variante „nette Mail plus Rechnung“ entschieden. Die 20 Euro wurden bezahlt. Eine regelmäßige Bildkäuferin wird die Frau sicher trotzdem nicht werden. Der Kontakt zu den zwei anderen Usern steht noch aus.

78 Gedanken zu „Bilderklau im Internet – Teil 2“

  1. >Wer sich über hotlinking beschwert, wenn sogar das Wasserzeichen noch in dem Bild enthalten >ist, den kann ich wirklich nicht verstehen – der hat aus meiner Sicht das Medium Internet >einfach nicht begriffen und soll dann halt seine Bilder nicht in einem vernetzen Medium >öffentlich zugänglich machen.

    Also Sorry, wer sowas schreibt hat das Netz nicht verstanden!
    Leider treiben sich heute massenhaft Leute im Netz rum für die Worte wie „Netiquette“ ein Fremdwort sind.

    Selbst in der ComputerBild werden solche Themen ständig besprochen.

    *kopfschüttel*

  2. Ich würde gern noch einmal auf den technischen Aspekt zurückkommen. Kennst du ein preiswertes Tool mit den man die Logfiles des Servers so aufbereiten kann, dass die hotverlinkten Bilder und die dazugehörigen Referer übersichtlich angezeigt werden?

  3. Hi,
    erstmal: Toller Blog!
    Was mich irritiert: Scheinbar ist es ok Äpfel zu klauen wenn sie nicht bewacht werden. Nette einstellung. Mal ehrlich: Wenn ihr schon zugebt das diese Form von Bildverwertung stehlen ist, dann muss euch auch klar sein das bestrafen eine logische konsequenz ist. Wenn der Apfel markiert wäre und der Dieb dadurch aufgefunden werden kann bekommt er eine Anzeige, Punkt! Da gibt es doch keine Diskussion oder? Und da ist es auch egal wie gut der Standbetreiber seine Ware geschützt hat!
    Also: der einzige Weg aufzuzeigen das es ungerechtfertigt ist hier anklage zu erheben (oder anderstweitig zu bestrafen) ist der zu sagen das Digitale Bilder keine Ware ist, nichts was jemanden gehört und gestohlen werden kann. Wenn ihr euch schon beschwert dann macht es doch inhaltlich konsequent!

  4. das ist ja wohl ne scherz nä ?
    wenn dir deine bilder so wichtig sind dann stelle sie nicht online ich finde das ne frechheit leute zu kasse gebeten werden nur weil sie ein lächerliches bild in ein gäste buch hinterlassen was sie der user einmal anguckt und dann nie wieder .. ich werde das bild runterladen das © und denn name weg machen lassen und erneut uppen .. das ist ne frechheit .. abzocke hoch 10

  5. Eben. Es ist ja auch nicht jedes Fahrrad, das abgeschlossen (entspricht dem Copyright) an der Straße steht, zum Mitnehmen.

  6. Justa hat schon in anderen Blogs und Foren seine Inkompetenz und Frechheit zur Schau gestellt. Einfach nicht beachten.
    Und wenn er tatsächlich Deine Urheberrechte verletzt, die üblichen rechtlichen Schritte einleiten.

    Gruß Michael

  7. Hallo Robert,
    erst einmal danke für deine reichhaltigen und vor allem nützlichen Informationen. Ich hatte auch bereits Fälle von Bilderklau. Ein deutscher Verlag hatte sich auf meiner Website bedient und ein Bild für ein Buch (Cover) gemopst. Habe den Verlag angefunkt, die haben nachlizensiert und fertig. Fall erledigt.
    Der 2. Fall ist grotesk hoch 10. Da gibt es eine Hamburger Werbeagentur, die überredet unbedarfte Models, ihre Bilder heraus zu geben, nutzt diese für Kataloge, etc. Das Model bekommt dafür ein Peanuts-Honorar und ist happy.
    Ich habe dieses Foto dann auf der Titelseite eines Reisekataloges gefunden und auch hier den Herausgeber per Telefon kontaktiert bezüglich Nachlizensierung. Ich wollte ja gar nicht vor Gericht, aber diese Leute haben mir keine Wahl gelassen. Am Telefon meinte der geschäftsführer dieser Werbeagentur fast wörtlich: er sei jetzt fast 40 Jahre im Geschäft und das wäre das erste mal, dass ein Fotograf eine Nutzungsgebühr verlangt. Der Fotograf hat keine Urheberrechte und das sei eine Frechheit, was ich mir da erlaube …
    Mir blieb die Spucke weg – und nur der Weg zum Anwalt.
    Dieser fall liegt nun schon 1,5 Jahre zurück und soll bis Juni 2010 endgültig entschieden werden. Gesetzes Mühlen mahlen langsam.
    Will damit sagen, dass es auch wirklich manchmal nicht ausbleiben kann, den Gang zum Anwalt zu machen. Eben weil viele denken, Internet, Models, etc. sind Freiwild. Das ist schade, aber erforderlich.
    Ansonsten schieße auch ich nicht mit Kanonen auf Spatzen, aber wer sich partout querstellt – was will man machen?

    Und wer dann noch so dreist ist wie justa – cest’la vies – wer nicht hören will muß fühlen.

    Gruß Frank

  8. Hallo!

    Sehr interessanter Blog!

    Mir stellt sich immer wieder die Frage, wie es sich rein rechtlich mit Fotos verhält auf denen ich zu sehen bin. Sprich jemand macht von mir ein Bild und stellt es ins Internet. Mit einer freundlichen Mail kann ich versuchen das zu unterbinden, wenn ich allerdings bei hartnäckigen Fällen einen Anwalt einschalten muss, wer erstattet mir die Kosten für Recherche/Anwalt?

    Ich freue mich auf eure Antworten!

    Viele Grüße

    LK

  9. Gerade in Zeiten von Serienabmahnungen sollte die Dame eigentlich dankbar dafür sein, daß jemand sich die Zeit nimmt, selbst Kontakt aufzunehmen. Leider scheint durch Filesharing, „Tube“ Seiten und RSS Feeds das Unrechtsbewußtsein immer mehr abzunehmen. Selbstbedienungsladen Internet.

    Leute wie Justa zeigen drastisch, daß die Wahrnehmung wer Opfer und wer Täter ist offensichtlich bei vielen etwas eingeschränkt ist. Im Supermarkt kann man ja auch nicht alles mitnehmen ohne zu bezahlen, nur weil es rumsteht…und da würde doch niemand ernsthaft an Abzocke denken, weil man es nicht gratis mitnehmen darf.

  10. Ich musste meine Webseite Offline nehmen, da ein gewiefter Bilderklauer mich mit meinen eigenen Bildern verklagt, er gibt 2 meiner Bilder als eigene aus. Glücklicherweise habe ich die RAW Dateien, damit ich mich fröhlich zurücklehnen kann. Jedoch und das ist das Bittere daran, muss ich warten bis ich wieder Online gehen kann. Jedoch werde ich meinen Webauftritt, gerade im Bezug auf Bilder gründlichst überdenken.

  11. @Fear: Was ist das denn? Da klaut einer deine Bilder, gibt diese als seine aus und verklagt dich auch noch? Ist ja noch dreister, als ich das erlebte. Mir hat 2008 jemand über ein leichtgläubiges Model ein Bild geklaut, auf die Titelseite seines Reisekatalogs (kleiner Anbieter für Jugendreises) gepackt. Darauf angesprochen meinte der nur er mache das seit 40 Jahren und noch nie hätte ein Fotograf irgendwelche Rechte beansprucht. Fotografen haben keine Rechte an Modelbildern … Ich denke, das spricht für sich. Die Sache gärt nun knapp 1,5 Jahre vor Gericht, ich kann aber beweisen anhand der ganzen Fotoserie und den RAW/Exif-Daten, dass das mein Foto ist.Im Juni nun soll die Urteilsverkündung stattfinden. Ich bin zuversichtlich – aber dass das ganze so langwierig ist …

  12. Hallo zusammen!
    Etwas geduckt, aber ehrlich muss ich zugeben, anfänglich auch „schnell mal ein Bild“ angeklickt und rasch als Gästebucheintrag bei Jappy.de genutzt zu haben. Jedoch muss ich zu meiner Verteidigung hinzufügen, dass ich mich da auch noch nicht damit beschäftigt hatte, ob das nun legal sei oder nicht! Dann aber ärgerte mich, das meine Bilder ebenso verwendet worden sind, da wurde ich eigentlich erst einmal klar drüber, was da eigentlich abgeht! Seither verwende ich nur noch selbst erstellt Bilder. Dennoch meine ich, das es leider auch viele Bilder gibt, wo man sich fragen muss, warum eigentlich „Ansprüche“ gestellt werden, wenn doch der Inhalt der betreffenden Bilder selbst unter Urheberrecht steht und unberechtigter Weise verwendet worden ist! Denn solche Varianten der „Gleichmacherei“ gibt es tatsächlich auch! Aber dem Tenor dieses Blogs hier muss ich Recht geben, denn oft sieht ein Bild sehr unscheinbar aus, es steckt jedoch ein immenser Aufwand an Arbeit und Kosten dahinter, dennoch in der heutigen Zeit „Nur“ eine freundliche Mail zu schreiben und einen vergleichbar geringen Betrag zu verlangen ist nicht nur sozial bewundernswert, sondern auch völlig legitim. Von Abzocken kann da ja wohl keine Rede sein!

  13. Ein Tip am Rande:
    Statt einen Anwalt zu beauftragen, wäre eine andere Vorgehensweise zur Durchsetzung berechtigter Ansprüche diese:
    Nach der Rechnungsstellung (und ggfs. Ablauf der Frist der letzten Mahnung) ein Mahnverfahren einleiten.

    Mögliche Vorteile:
    1. Man leitet das Mahnverfahren durch ein Standardformular aus dem Schreibwarenhandel ein (oder Online).
    2. Es geht ein amtliches Verfahren los, nachdem der Gläubiger vom Amtsgericht zur Zahlung aufgefordert wird (Dabei wird nicht überprüft ob die Forderung berechtigt ist oder nicht.)
    3. Der Gläubiger muss widersprechen und sich verteidigen. Macht der Gläubiger das nicht, geht das Verfahren zum Eintreiben über den Gerichtsvollzieher weiter.
    4. Der Gläubiger bekommt durch den amtlichen „Schuß vor den Bug“ eher den Eindruck, dass man es als Rechteinhaber ernst meint.
    5. Die Kosten sind übersichtlich (ab 23 Euro).
    6. Mehr Infos gibt es bei Wikipedia.

    Grüße
    oohpss

  14. Hallo
    ich hab jetzt hier mal eine Weile gelesen.
    Vorweg gesagt finde ich die Art und Weiße, den Bilderklauer mit einer freundlichen Mail zur Kasse zu bitten Moderat.
    Tatsächlich ist es doch so, das die einen wissen was sie tun und die anderen nicht.
    Zum einen der Bilderdieb der damit seine Professionelle Website bestückt und dadurch einen Mehrwert generiert und zum anderen die kleine Hausfrau die gerademal das Internet für sich entdeckt und von EXIF Copyright keine Ahnung hat. Sicherlich ist es wohl Ihre Aufgabe sich über die Rechte und Pflichten zu informieren. Aber wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten: Wer Bilder zum Verkauf anbietet und diese nicht Schütz (.htaccess und spacer.gif) darf nicht rumheulen wenn diese verlinkt werden. Im Gegenteil, dem ist noch eine gewisse Arglist und Methode vor zuwerfen wenn er im Nachhinein dafür Geld verlangt.
    Bitte nicht persönlich nehmen, aber es gibt hier kein schwarz oder weiß.
    Denn diese Art und weiße zieht vor allen Dingen die unwissenden an (die selbstverständlich Schaden verursachen). Aber ich wage zu behaupten das die meisten von euch (entschuldigt den vergleich) beim Tanken an der Tankstelle beim Bezahlen die Autotür abschließen oder beim Verlassen des Hauses die Haustür zusperren und sich nicht darauf verlassen (ala Copyright) das da ein Namensschild an der Tür ist. Warum also nicht einfach auch im Web den Schlüssel rumdrehen.
    Und wer dann immer noch klaut ist ganz klar ein Dieb.

  15. hallole..

    Hmm.. Ich denke man sollte nicht mit kanonen auf Spatzen schiesen..!

    Grösstenteils verwende ich für Gästebucheinträge (GB´s) eigenes Material mit meinem Logo drauf. Wenn dies unverändert übernommen wird, fasse ich es eigentlich als kostenlose Werbung FÜR MICH auf.

    Mir ist aber auch schon unter gekommen das solche GB-Bilder geklaut wurden, in dem mein Logo abgeschnitten wurde, und eigene angebracht wurden. In paar Fällen sogar mit mir selbst als Motiv drauf! ggg

    In solchen Fällen reagiere ich auch leicht säuerlich und drohe weitere Schritte an, für den Fall dass dies nicht unterlassen wird, die Fotos gelöscht werden.

    Ansonsten muss ich gestehen auch schon gelegentlich einmal GB´s via HotLink gebrauch zu haben.
    Ich denke hier darf man auch nicht Äpfel mit Birnen..!
    Bei Ausschliesslich privater Nutzung entsteht kein nennenswerter Schaden! Fahrrad ist eben nicht kopier- und Hotlink- bar.. GB´s sollte man mit einem lachenden Auge tollerieren! *find*

    Weniger Gnade und Verständnis gestehe ich allerdings kommerziellen Nutzern zu. Ob privat oder nicht, wenn die Fotos nicht „Beiträge“ darstellen, sondern tragende Elemente der Web- Seitengestaltung, sollten zumindest angefragt und genehmigt werden. Bei privaten und bei Künsgtlerkollegen war ich auch bisher immer grosszügig..

    Ich finde es OK, die Leute in den communities zur Unterlassung aufzufordern, und ggf auch Lizenzen anzudrohen. Aber ohne Vorwarnung finde ich es wie gesagt bei kleinen -ggf auch unbedarften!?- „Hanseln“ für weit überzogen.. *sorry*

    LG aus S.

    –DG-

  16. Vor einigen Jahren habe ich u.a auch bei einer Reitveranstaltung einige Fotos gemacht diese, diese mit meinem Copyright versehen an die Veranstalterin verkauft.
    Nun finde ich im Int.Net 25 meiner Fotos ohne Namennennung zu Werbezwecke, also zur geschäftlichen Nutzung (Pferdehandel u. Ausbildung).
    Einerseits bin ich erfreut, dass meine Fotos „sehenswert sind“, andererseits aber möchte ich entsprechend honoriert werden.
    meine Frage ist nun welchen betrag kann ich einfordern, wenn möglich ohne einen Anwalt einschalten zu müssen?.

  17. @Curt: Fordern kannst Du jeden Betrag, nur je höher, desto seltener wird die Gegenseite gewillt sein, diesen auch zu bezahlen. In der Regel orientieren sich Fotohonorare an der Tabelle der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM)- Einfach mal googlen…

  18. Trotz intensiver Recherche ist mir noch immer nicht klar was genau gegen eine Einbindung per Link spricht zumal ja noch an der großen gut lesbaren Schrift ersichtlich ist wer der eigentliche Schöpfer ist und wem die Ehre gebührt. Auch wurde nicht zu dem zu erwerbenden Bild verlinkt sondern zum Vorschaufoto/Werbefoto mit eben dem C-Text drin. Die käuflichen Werke haben die Leute ja nie verwendet.

    Im „Paperboy“ Urteil des BGH von 2003 http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&nr=27035&pos=0&anz=1 steht auf Seite 2 das ein Hyperlink/Deep Link nicht gegen das Urhheberrecht/Vervielfältigungsrecht verstößt(UrhG § 16 Abs. 1 a und b). Daher komme ich zur Erkenntnis das sich die Frau zu Recht aufgeregt hat und die 20 Euro nicht hätte zahlen müssen. Umgekehrt hätte Google ja auch schon eine Verletzung herbeigeführt da dort das Bild ja genauso per Link „fremdveröffentlicht“ wurde.

    Mich würde noch interessieren welche Strafe die zwei anderen nichtkooperierenden User von dir erhalten haben, die sich einfach nicht gemeldet haben. Ich hoffe nicht das hier nur Ehrlichkeit und Kooperationsbereitschaft bestraft wurden.

  19. @Lars: Ein „Hotlink“ ist jedoch nicht das Gleiche wie ein „Link“. Während ein Link auf das Angebot verweist und den Betrachter dort hin schickt, damit er z.B. ein Bild sehen kann, zeigt ein Hotlink die Quelle direkt auf der aktuellen Seite an, ohne dass der Betrachter die Seite z.B. verlassen muss oder sich aktiv entscheidet, dem Link zu folgen. Dazu kommt der zusätzliche Traffic, den Hotlinks produzieren…

  20. Hallo,

    das mag stimmen aber im BGH Urteil steht direkt „Deeplink“ drin. Bei Wikipedia ist unter Hotlinking nachzulesen das ein Hotlink stets eine Form des Deeplinks darstellt. Nach Mengenlehre schließt sich der Kreis und ein Hotlink würde nach dem BGH Urteil keine Verletzung darstellen.
    Das mit dem Traffic kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen denn selbst wenn das Bild über die „normale“ korrekte www-Adresse angeschaut würde, würde doch Traffic entstehen(sogar viel mehr) und das ist es doch letztlich was man als Homepagebesitzer möchte, das viele die Werke sehen und man so Werbung für sich macht. Dadurch das die Frau den Namen im Bild gelassen hat ist es doch die traffikschonendste Art mit dem Foto für sich zu werben. Wer das spitze gefunden hätte, hätte nach dem Namen gegoogelt, die Quelle gefunden und es in einer höheren Auflösung gekauft. Wer nicht der nicht.
    Also ich hätte da nicht agiert zumal es für mich rechtlich nicht ganz eindeutig ist ob da überhaupt eine Verletzung begangen wurde.

  21. Hallo

    ja, ich weiß es gibt dutzende unterschiedliche Urteile von Amtsgerichten und Landgerichten.
    Oft aber unterscheiden sie sich im Detail und sind immer auf einen speziellen Fall maßgeschneidert. Oft geht auch dem Beklagten das Geld aus und er hat keine Lust und Möglichkeit mehr bis zur höchsten Instanz raufzugehen. Da das BGH aber nunmal in der Hierachie ganz weit oben ist, ist das schon sehr wegweisend und deswegen habe ich es aufgeführt. Sonst hätte ich gar nichts geschrieben und den Text so geschluckt.
    Vielleicht gibts ja ein aktuelleres BGH Urteil zum Hotlink, den du als Urheberrechtsverletzung anführst.

    In dem von dir zitierten Urteil gehts um „Framing“ nicht um Hotlinking auch wenn das Ergebnis auf der fertigen Page vielleicht gleich aussieht. Dort steht auch das Links erlaubt sind. Gut, sie sagen jetzt nicht ob Deeplink, Hotlink etc.
    Ich bin immer noch der Meinung aufgrund der nun 2 genannten Urteile die Frau nichts falsch gemacht hat da sie nur „gelinkt“ hat und an der hättest du eh kein Geld verdient, da sie das Bild nie gekauft hätte wenn sie gewusst hätte, das sie dafür zahlen muss.

    Ein schönes Wochenende,
    Lars

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