Bilderklau im Internet – Teil 2

Vor zwei Wochen hat­te ich im Blog einen Artikel mit dem Titel „Bilderklau im Internet – Strafen oder sein las­sen“ geschrie­ben, bei dem die Kommentare nur so ein­pras­sel­ten. Der Tenor der Aussagen: Man muss nicht immer sofort mit dem Anwalt kom­men. Sehe ich genauso. Aber reicht eine freund­li­che Mail?

Folgender Fall:
Ich habe wie­der im Internet gesucht, wo mei­ne Fotos benutzt wer­den. Dafür gibt es ver­schie­de­ne Methoden, die ich im Artikel „10 Tipps zum Finden der eige­nen Fotos“ beschrie­ben habe. Diesmal wur­de ich wie­der fün­dig, aber auf einem ande­ren Weg.

In den Logdateien mei­ner Webseite ver­zeich­ne­te ich auf­fäl­lig vie­le Besucher von der Social-Networking-Webseite www.jappy.de. Ich habe mir die Webseite genau­er ange­se­hen und gemerkt, dass es dort ein Sport zu sein scheint, Bilder mit ganz vie­len ande­ren Menschen zu tau­schen, bzw. die­se in den Gästebüchern der Freunde zu zei­gen. Leider schert es die meis­ten über­haupt nicht, ob die Fotos urhe­ber­recht­li­ch geschützt sind oder nicht.

Da gibt es Screenshots von Filmen, kom­mer­zi­el­le Bilder aus Bildagenturen, Fotos von Flickr und eben auch Fotos von ande­ren Webseiten, zum Beispiel mei­ner. Innerhalb eini­ger Minuten habe ich drei mei­ner Fotos in den Gästebüchern und Foren von jappy.de gefun­den. Die meis­ten der Fotos wer­den auch nicht kopiert, son­dern per Hotlinking ein­ge­fügt. Das führt neben der Urheberrechtsverletzung noch zu zusätz­li­chem Traffic bei den Originalseiten, von wo die Fotos kom­men, für den die Betreiber meist Geld zah­len müs­sen. Sie wer­den damit also dop­pelt geschä­digt.

Weil das bei jappy.de kei­ne ein­ma­li­gen Ausrutscher sind, weil die Bilder als Hotlink genutzt wer­den und weil meh­re­re mei­ner Bilder betrof­fen waren, woll­te ich nicht nur eine net­te Mail schrei­ben, son­dern mich für mei­ne Arbeitszeit, in der ich die Bilder suchen mus­s­te, ent­schä­di­gen las­sen.

Immerhin: jappy.de hat eine gut find­ba­re eige­ne Emailadresse für Rechtsverletzungen und ich bekam inner­halb einer Stunde Antwort von der Rechtsabteilung. Der Mitarbeiter tei­le mir mit, dass die betref­fen­den User infor­miert wur­den und sich bei mir mel­den sol­len.

Stillleben mit Obst

Am nächs­ten Tag bekam ich einen Anruf von der Frau, die eins der Bilder geklaut hat­te. Es han­delt sich um ein Obstfoto, was bei einer Google Images-Suche nach „Obst“ rela­tiv weit vor­ne auf­taucht. Das Obstfoto sieht viel­leicht „dahin­ge­wor­fen“ aus, erfor­der­te aber einen sorg­fäl­ti­gen Aufbau und Obst im Wert von über 30 Euro.

Die Dame argu­men­tier­te nach die­sem Muster:
– das sei total übli­ch bei Jappy
– das Bild habe sie nicht von mir, son­dern das gab es bei Google
– sie wuss­te nicht, dass das ver­bo­ten sei
– wenn das bei Google ange­zeigt wird, muss das doch kos­ten­los sein

Nach einer Weile sah sie ein, dass ihre Handlung nicht rech­tens war. Ich bot ihr schlicht an, das Foto in der kleins­ten Web-Auflösung nach­träg­li­ch über mei­ne Bildagentur zu lizen­zie­ren und fer­tig. Fand ich fair. Kostenpunkt: 20 Euro. (Ja, da hat sie etwas Pech gehabt: Andere Fotos von mir wer­den auch für 5 Euro in der Web-Auflösung ange­bo­ten bzw. sehr ähn­li­che Obst-Fotos gäbe es als Microstock-Fotos auch für 1 Euro, aber das betref­fen­de Foto wird von mir aus­schließ­li­ch über eine etwas teu­re­re Agentur ver­trie­ben).

Daraufhin mein­te sie zu mir, dass das doch nicht mein Geschäftsmodell sein kön­ne, die Leute über Google zu mei­nen Fotos zu locken und dann Geld zu kas­sie­ren. Da war ich baff. Ich erin­ner­te sie dar­an, dass ich ers­tens nie­man­den gezwun­gen habe, mein Foto ohne mei­ne Erlaubnis zu kopie­ren und zwei­tens sowohl im Foto selbst als auch auf der Seite, wo mein Foto gezeigt wird, deut­li­ch ein Copyright-Zeichen zu sehen ist, was mich als Urheber des Fotos aus­weist. Mit allen dazu­ge­hö­ren Rechten, wie bei der Nutzung Geld zu ver­lan­gen.

Ich erin­ner­te auch dar­an, dass ich mit mei­ner Mail ihr Anwaltskosten in Höhe von meh­re­ren hun­dert Euro spa­ren wür­de. Aber statt Dankbarkeit ern­te­te ich Wut. Finde ich ehr­li­ch gesagt ver­ständ­li­ch, aber was soll ich machen? Alles igno­rie­ren? Meine Zeit dafür opfern, net­te Emails an die Bilderdiebe zu schrei­ben, ohne dafür ent­schä­digt zu wer­den? Was meint ihr dazu? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.

Ich habe mich für die Variante „net­te Mail plus Rechnung“ ent­schie­den. Die 20 Euro wur­den bezahlt. Eine regel­mä­ßi­ge Bildkäuferin wird die Frau sicher trotz­dem nicht wer­den. Der Kontakt zu den zwei ande­ren Usern steht noch aus.

78 Gedanken zu „Bilderklau im Internet – Teil 2“

  1. >Wer sich über hot­lin­king beschwert, wenn sogar das Wasserzeichen noch in dem Bild ent­hal­ten >ist, den kann ich wirk­li­ch nicht ver­ste­hen – der hat aus mei­ner Sicht das Medium Internet >ein­fach nicht begrif­fen und soll dann halt sei­ne Bilder nicht in einem ver­net­zen Medium >öffent­li­ch zugäng­li­ch machen.

    Also Sorry, wer sowas schreibt hat das Netz nicht ver­stan­den!
    Leider trei­ben sich heu­te mas­sen­haft Leute im Netz rum für die Worte wie „Netiquette“ ein Fremdwort sind.

    Selbst in der ComputerBild wer­den sol­che Themen stän­dig bespro­chen.

    *kopf­schüt­tel*

  2. Ich wür­de gern noch ein­mal auf den tech­ni­schen Aspekt zurück­kom­men. Kennst du ein preis­wer­tes Tool mit den man die Logfiles des Servers so auf­be­rei­ten kann, dass die hot­ver­link­ten Bilder und die dazu­ge­hö­ri­gen Referer über­sicht­li­ch ange­zeigt wer­den?

  3. Hi,
    erst­mal: Toller Blog!
    Was mich irri­tiert: Scheinbar ist es ok Äpfel zu klau­en wenn sie nicht bewacht wer­den. Nette ein­stel­lung. Mal ehr­li­ch: Wenn ihr schon zugebt das die­se Form von Bildverwertung steh­len ist, dann muss euch auch klar sein das bestra­fen eine logi­sche kon­se­quenz ist. Wenn der Apfel mar­kiert wäre und der Dieb dadurch auf­ge­fun­den wer­den kann bekommt er eine Anzeige, Punkt! Da gibt es doch kei­ne Diskussion oder? Und da ist es auch egal wie gut der Standbetreiber sei­ne Ware geschützt hat!
    Also: der ein­zi­ge Weg auf­zu­zei­gen das es unge­recht­fer­tigt ist hier ankla­ge zu erhe­ben (oder anderst­wei­tig zu bestra­fen) ist der zu sagen das Digitale Bilder kei­ne Ware ist, nichts was jeman­den gehört und gestoh­len wer­den kann. Wenn ihr euch schon beschwert dann macht es doch inhalt­li­ch kon­se­quent!

  4. das ist ja wohl né scherz nä ?
    wenn dir dei­ne bil­der so wich­tig sind dann stel­le sie nicht online ich fin­de das né frech­heit leu­te zu kas­se gebe­ten wer­den nur weil sie ein lächer­li­ches bild in ein gäs­te buch hin­ter­las­sen was sie der user ein­mal anguckt und dann nie wie­der .. ich wer­de das bild run­ter­la­den das © und denn name weg machen las­sen und erneut uppen .. das ist né frech­heit .. abzo­cke hoch 10

  5. @justa: Dir ist klar, dass Du damit eine Straftat ankün­digst? Wenn Du nix zah­len will­st, las­se doch ein­fach die Finger von mei­nen Bildern…

  6. Woher kommt eigent­li­ch die­se irri­ge Meinung, alles was im Internet zu fin­den ist, müs­se kos­ten­los sein.

  7. Eben. Es ist ja auch nicht jedes Fahrrad, das abge­schlos­sen (ent­spricht dem Copyright) an der Straße steht, zum Mitnehmen.

  8. Justa hat schon in ande­ren Blogs und Foren sei­ne Inkompetenz und Frechheit zur Schau gestellt. Einfach nicht beach­ten.
    Und wenn er tat­säch­li­ch Deine Urheberrechte ver­letzt, die übli­chen recht­li­chen Schritte ein­lei­ten.

    Gruß Michael

  9. Hallo Robert,
    erst ein­mal dan­ke für dei­ne reich­hal­ti­gen und vor allem nütz­li­chen Informationen. Ich hat­te auch bereits Fälle von Bilderklau. Ein deut­scher Verlag hat­te sich auf mei­ner Website bedient und ein Bild für ein Buch (Cover) gemopst. Habe den Verlag ange­funkt, die haben nach­li­zen­siert und fer­tig. Fall erle­digt.
    Der 2. Fall ist gro­tesk hoch 10. Da gibt es eine Hamburger Werbeagentur, die über­re­det unbe­darf­te Models, ihre Bilder her­aus zu geben, nutzt die­se für Kataloge, etc. Das Model bekommt dafür ein Peanuts-Honorar und ist hap­py.
    Ich habe die­ses Foto dann auf der Titelseite eines Reisekataloges gefun­den und auch hier den Herausgeber per Telefon kon­tak­tiert bezüg­li­ch Nachlizensierung. Ich woll­te ja gar nicht vor Gericht, aber die­se Leute haben mir kei­ne Wahl gelas­sen. Am Telefon mein­te der geschäfts­füh­rer die­ser Werbeagentur fast wört­li­ch: er sei jetzt fast 40 Jahre im Geschäft und das wäre das ers­te mal, dass ein Fotograf eine Nutzungsgebühr ver­langt. Der Fotograf hat kei­ne Urheberrechte und das sei eine Frechheit, was ich mir da erlau­be …
    Mir blieb die Spucke weg – und nur der Weg zum Anwalt.
    Dieser fall liegt nun schon 1,5 Jahre zurück und soll bis Juni 2010 end­gül­tig ent­schie­den wer­den. Gesetzes Mühlen mah­len lang­sam.
    Will damit sagen, dass es auch wirk­li­ch manch­mal nicht aus­blei­ben kann, den Gang zum Anwalt zu machen. Eben weil vie­le den­ken, Internet, Models, etc. sind Freiwild. Das ist scha­de, aber erfor­der­li­ch.
    Ansonsten schie­ße auch ich nicht mit Kanonen auf Spatzen, aber wer sich par­tout quer­stellt – was will man machen?

    Und wer dann noch so dreist ist wie jus­ta – cest’la vies – wer nicht hören will muß füh­len.

    Gruß Frank

  10. Hallo!

    Sehr inter­es­san­ter Blog!

    Mir stellt sich immer wie­der die Frage, wie es sich rein recht­li­ch mit Fotos ver­hält auf denen ich zu sehen bin. Sprich jemand macht von mir ein Bild und stellt es ins Internet. Mit einer freund­li­chen Mail kann ich ver­su­chen das zu unter­bin­den, wenn ich aller­dings bei hart­nä­cki­gen Fällen einen Anwalt ein­schal­ten muss, wer erstat­tet mir die Kosten für Recherche/Anwalt?

    Ich freue mich auf eure Antworten!

    Viele Grüße

    LK

  11. Ohne kon­kre­te Beratung geben zu kön­nen und ohne Gewähr: Der Verlierer im Rechtsstreit müss­te auch die Kosten der Gegenseite über­neh­men.

  12. Gerade in Zeiten von Serienabmahnungen soll­te die Dame eigent­li­ch dank­bar dafür sein, daß jemand sich die Zeit nimmt, selbst Kontakt auf­zu­neh­men. Leider scheint durch Filesharing, „Tube“ Seiten und RSS Feeds das Unrechtsbewußtsein immer mehr abzu­neh­men. Selbstbedienungsladen Internet.

    Leute wie Justa zei­gen dras­ti­sch, daß die Wahrnehmung wer Opfer und wer Täter ist offen­sicht­li­ch bei vie­len etwas ein­ge­schränkt ist. Im Supermarkt kann man ja auch nicht alles mit­neh­men ohne zu bezah­len, nur weil es rumsteht…und da wür­de doch nie­mand ernst­haft an Abzocke den­ken, weil man es nicht gra­tis mit­neh­men darf.

  13. Ich mus­s­te mei­ne Webseite Offline neh­men, da ein gewief­ter Bilderklauer mich mit mei­nen eige­nen Bildern ver­klagt, er gibt 2 mei­ner Bilder als eige­ne aus. Glücklicherweise habe ich die RAW Dateien, damit ich mich fröh­li­ch zurück­leh­nen kann. Jedoch und das ist das Bittere dar­an, muss ich war­ten bis ich wie­der Online gehen kann. Jedoch wer­de ich mei­nen Webauftritt, gera­de im Bezug auf Bilder gründ­lichst über­den­ken.

  14. @Fear: Was ist das denn? Da klaut einer dei­ne Bilder, gibt die­se als sei­ne aus und ver­klagt dich auch noch? Ist ja noch dreis­ter, als ich das erleb­te. Mir hat 2008 jemand über ein leicht­gläu­bi­ges Model ein Bild geklaut, auf die Titelseite sei­nes Reisekatalogs (klei­ner Anbieter für Jugendreises) gepackt. Darauf ange­spro­chen mein­te der nur er mache das seit 40 Jahren und noch nie hät­te ein Fotograf irgend­wel­che Rechte bean­sprucht. Fotografen haben kei­ne Rechte an Modelbildern … Ich den­ke, das spricht für sich. Die Sache gärt nun knapp 1,5 Jahre vor Gericht, ich kann aber bewei­sen anhand der gan­zen Fotoserie und den RAW/Exif-Daten, dass das mein Foto ist.Im Juni nun soll die Urteilsverkündung statt­fin­den. Ich bin zuver­sicht­li­ch – aber dass das gan­ze so lang­wie­rig ist …

  15. Hallo zusam­men!
    Etwas geduckt, aber ehr­li­ch muss ich zuge­ben, anfäng­li­ch auch „schnell mal ein Bild“ ange­klickt und rasch als Gästebucheintrag bei Jappy.de genutzt zu haben. Jedoch muss ich zu mei­ner Verteidigung hin­zu­fü­gen, dass ich mich da auch noch nicht damit beschäf­tigt hat­te, ob das nun legal sei oder nicht! Dann aber ärger­te mich, das mei­ne Bilder eben­so ver­wen­det wor­den sind, da wur­de ich eigent­li­ch erst ein­mal klar drü­ber, was da eigent­li­ch abgeht! Seither ver­wen­de ich nur noch selbst erstellt Bilder. Dennoch mei­ne ich, das es lei­der auch vie­le Bilder gibt, wo man sich fra­gen muss, war­um eigent­li­ch „Ansprüche“ gestellt wer­den, wenn doch der Inhalt der betref­fen­den Bilder selbst unter Urheberrecht steht und unbe­rech­tig­ter Weise ver­wen­det wor­den ist! Denn sol­che Varianten der „Gleichmacherei“ gibt es tat­säch­li­ch auch! Aber dem Tenor die­ses Blogs hier muss ich Recht geben, denn oft sieht ein Bild sehr unschein­bar aus, es steckt jedoch ein immen­ser Aufwand an Arbeit und Kosten dahin­ter, den­no­ch in der heu­ti­gen Zeit „Nur“ eine freund­li­che Mail zu schrei­ben und einen ver­gleich­bar gerin­gen Betrag zu ver­lan­gen ist nicht nur sozi­al bewun­derns­wert, son­dern auch völ­lig legi­tim. Von Abzocken kann da ja wohl kei­ne Rede sein!

  16. Ein Tip am Rande:
    Statt einen Anwalt zu beauf­tra­gen, wäre eine ande­re Vorgehensweise zur Durchsetzung berech­tig­ter Ansprüche die­se:
    Nach der Rechnungsstellung (und ggfs. Ablauf der Frist der letz­ten Mahnung) ein Mahnverfahren ein­lei­ten.

    Mögliche Vorteile:
    1. Man lei­tet das Mahnverfahren durch ein Standardformular aus dem Schreibwarenhandel ein (oder Online).
    2. Es geht ein amt­li­ches Verfahren los, nach­dem der Gläubiger vom Amtsgericht zur Zahlung auf­ge­for­dert wird (Dabei wird nicht über­prüft ob die Forderung berech­tigt ist oder nicht.)
    3. Der Gläubiger muss wider­spre­chen und sich ver­tei­di­gen. Macht der Gläubiger das nicht, geht das Verfahren zum Eintreiben über den Gerichtsvollzieher wei­ter.
    4. Der Gläubiger bekommt durch den amt­li­chen „Schuß vor den Bug“ eher den Eindruck, dass man es als Rechteinhaber ern­st meint.
    5. Die Kosten sind über­sicht­li­ch (ab 23 Euro).
    6. Mehr Infos gibt es bei Wikipedia.

    Grüße
    ooh­pss

  17. Hallo
    ich hab jetzt hier mal eine Weile gele­sen.
    Vorweg gesagt fin­de ich die Art und Weiße, den Bilderklauer mit einer freund­li­chen Mail zur Kasse zu bit­ten Moderat.
    Tatsächlich ist es doch so, das die einen wis­sen was sie tun und die ande­ren nicht.
    Zum einen der Bilderdieb der damit sei­ne Professionelle Website bestückt und dadurch einen Mehrwert gene­riert und zum ande­ren die klei­ne Hausfrau die gera­de­mal das Internet für sich ent­deckt und von EXIF Copyright kei­ne Ahnung hat. Sicherlich ist es wohl Ihre Aufgabe sich über die Rechte und Pflichten zu infor­mie­ren. Aber wir soll­ten die Kirche im Dorf las­sen. Ich wür­de sogar so weit gehen und behaup­ten: Wer Bilder zum Verkauf anbie­tet und die­se nicht Schütz (.htac­cess und spacer.gif) darf nicht rum­heu­len wenn die­se ver­linkt wer­den. Im Gegenteil, dem ist noch eine gewis­se Arglist und Methode vor zuwer­fen wenn er im Nachhinein dafür Geld ver­langt.
    Bitte nicht per­sön­li­ch neh­men, aber es gibt hier kein schwarz oder weiß.
    Denn die­se Art und wei­ße zieht vor allen Dingen die unwis­sen­den an (die selbst­ver­ständ­li­ch Schaden ver­ur­sa­chen). Aber ich wage zu behaup­ten das die meis­ten von euch (ent­schul­digt den ver­gleich) beim Tanken an der Tankstelle beim Bezahlen die Autotür abschlie­ßen oder beim Verlassen des Hauses die Haustür zusper­ren und sich nicht dar­auf ver­las­sen (ala Copyright) das da ein Namensschild an der Tür ist. Warum also nicht ein­fach auch im Web den Schlüssel rum­dre­hen.
    Und wer dann immer noch klaut ist ganz klar ein Dieb.

  18. hal­lo­le..

    Hmm.. Ich den­ke man soll­te nicht mit kano­nen auf Spatzen schie­sen..!

    Grösstenteils ver­wen­de ich für Gästebucheinträge (GB´s) eige­nes Material mit mei­nem Logo drauf. Wenn dies unver­än­dert über­nom­men wird, fas­se ich es eigent­li­ch als kos­ten­lo­se Werbung FÜR MICH auf.

    Mir ist aber auch schon unter gekom­men das sol­che GB-Bilder geklaut wur­den, in dem mein Logo abge­schnit­ten wur­de, und eige­ne ange­bracht wur­den. In paar Fällen sogar mit mir selbst als Motiv drauf! ggg

    In sol­chen Fällen reagie­re ich auch leicht säu­er­li­ch und dro­he wei­te­re Schritte an, für den Fall dass dies nicht unter­las­sen wird, die Fotos gelöscht wer­den.

    Ansonsten muss ich geste­hen auch schon gele­gent­li­ch ein­mal GB´s via HotLink gebrauch zu haben.
    Ich den­ke hier darf man auch nicht Äpfel mit Birnen..!
    Bei Ausschliesslich pri­va­ter Nutzung ent­steht kein nen­nens­wer­ter Schaden! Fahrrad ist eben nicht kopier- und Hotlink- bar.. GB´s soll­te man mit einem lachen­den Auge tol­le­rie­ren! *find*

    Weniger Gnade und Verständnis geste­he ich aller­dings kom­mer­zi­el­len Nutzern zu. Ob pri­vat oder nicht, wenn die Fotos nicht „Beiträge“ dar­stel­len, son­dern tra­gen­de Elemente der Web- Seitengestaltung, soll­ten zumin­dest ange­fragt und geneh­migt wer­den. Bei pri­va­ten und bei Künsgtlerkollegen war ich auch bis­her immer gross­zü­gig..

    Ich fin­de es OK, die Leute in den com­mu­nities zur Unterlassung auf­zu­for­dern, und ggf auch Lizenzen anzu­dro­hen. Aber ohne Vorwarnung fin­de ich es wie gesagt bei klei­nen –ggf auch unbe­darf­ten!?- „Hanseln“ für weit über­zo­gen.. *sor­ry*

    LG aus S.

    –DG–

  19. Vor eini­gen Jahren habe ich u.a auch bei einer Reitveranstaltung eini­ge Fotos gemacht die­se, die­se mit mei­nem Copyright ver­se­hen an die Veranstalterin ver­kauft.
    Nun fin­de ich im Int.Net 25 mei­ner Fotos ohne Namennennung zu Werbezwecke, also zur geschäft­li­chen Nutzung (Pferdehandel u. Ausbildung).
    Einerseits bin ich erfreut, dass mei­ne Fotos „sehens­wert sind“, ande­rer­seits aber möch­te ich ent­spre­chend hono­riert wer­den.
    mei­ne Frage ist nun wel­chen betrag kann ich ein­for­dern, wenn mög­li­ch ohne einen Anwalt ein­schal­ten zu müs­sen?.

  20. @Curt: Fordern kann­st Du jeden Betrag, nur je höher, desto sel­te­ner wird die Gegenseite gewillt sein, die­sen auch zu bezah­len. In der Regel ori­en­tie­ren sich Fotohonorare an der Tabelle der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM)- Einfach mal goo­g­len…

  21. Trotz inten­si­ver Recherche ist mir noch immer nicht klar was gen­au gegen eine Einbindung per Link spricht zumal ja noch an der gro­ßen gut les­ba­ren Schrift ersicht­li­ch ist wer der eigent­li­che Schöpfer ist und wem die Ehre gebührt. Auch wur­de nicht zu dem zu erwer­ben­den Bild ver­linkt son­dern zum Vorschaufoto/Werbefoto mit eben dem C-Text drin. Die käuf­li­chen Werke haben die Leute ja nie ver­wen­det.

    Im „Paperboy“ Urteil des BGH von 2003 http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&nr=27035&pos=0&anz=1 steht auf Seite 2 das ein Hyperlink/Deep Link nicht gegen das Urhheberrecht/Vervielfältigungsrecht verstößt(UrhG § 16 Abs. 1 a und b). Daher kom­me ich zur Erkenntnis das sich die Frau zu Recht auf­ge­regt hat und die 20 Euro nicht hät­te zah­len müs­sen. Umgekehrt hät­te Google ja auch schon eine Verletzung her­bei­ge­führt da dort das Bild ja genauso per Link „fremd­ver­öf­fent­licht“ wur­de.

    Mich wür­de noch inter­es­sie­ren wel­che Strafe die zwei ande­ren nicht­ko­ope­rie­ren­den User von dir erhal­ten haben, die sich ein­fach nicht gemel­det haben. Ich hof­fe nicht das hier nur Ehrlichkeit und Kooperationsbereitschaft bestraft wur­den.

  22. @Lars: Ein „Hotlink“ ist jedoch nicht das Gleiche wie ein „Link“. Während ein Link auf das Angebot ver­weist und den Betrachter dort hin schickt, damit er z.B. ein Bild sehen kann, zeigt ein Hotlink die Quelle direkt auf der aktu­el­len Seite an, ohne dass der Betrachter die Seite z.B. ver­las­sen muss oder sich aktiv ent­schei­det, dem Link zu fol­gen. Dazu kommt der zusätz­li­che Traffic, den Hotlinks pro­du­zie­ren…

  23. Hallo,

    das mag stim­men aber im BGH Urteil steht direkt „Deeplink“ drin. Bei Wikipedia ist unter Hotlinking nach­zu­le­sen das ein Hotlink stets eine Form des Deeplinks dar­stellt. Nach Mengenlehre schließt sich der Kreis und ein Hotlink wür­de nach dem BGH Urteil kei­ne Verletzung dar­stel­len.
    Das mit dem Traffic kann ich auch nicht so ganz nach­voll­zie­hen denn selbst wenn das Bild über die „nor­ma­le“ kor­rek­te www-Adresse ange­schaut wür­de, wür­de doch Traffic entstehen(sogar viel mehr) und das ist es doch letzt­li­ch was man als Homepagebesitzer möch­te, das vie­le die Werke sehen und man so Werbung für sich macht. Dadurch das die Frau den Namen im Bild gelas­sen hat ist es doch die traf­fik­scho­nen­ds­te Art mit dem Foto für sich zu wer­ben. Wer das spit­ze gefun­den hät­te, hät­te nach dem Namen gegoo­gelt, die Quelle gefun­den und es in einer höhe­ren Auflösung gekauft. Wer nicht der nicht.
    Also ich hät­te da nicht agiert zumal es für mich recht­li­ch nicht ganz ein­deu­tig ist ob da über­haupt eine Verletzung began­gen wur­de.

  24. Hallo

    ja, ich weiß es gibt dut­zen­de unter­schied­li­che Urteile von Amtsgerichten und Landgerichten.
    Oft aber unter­schei­den sie sich im Detail und sind immer auf einen spe­zi­el­len Fall maß­ge­schnei­dert. Oft geht auch dem Beklagten das Geld aus und er hat kei­ne Lust und Möglichkeit mehr bis zur höchs­ten Instanz rauf­zu­ge­hen. Da das BGH aber nun­mal in der Hierachie ganz weit oben ist, ist das schon sehr weg­wei­send und des­we­gen habe ich es auf­ge­führt. Sonst hät­te ich gar nichts geschrie­ben und den Text so geschluckt.
    Vielleicht gibts ja ein aktu­el­le­res BGH Urteil zum Hotlink, den du als Urheberrechtsverletzung anführ­st.

    In dem von dir zitier­ten Urteil gehts um „Framing“ nicht um Hotlinking auch wenn das Ergebnis auf der fer­ti­gen Page viel­leicht gleich aus­sieht. Dort steht auch das Links erlaubt sind. Gut, sie sagen jetzt nicht ob Deeplink, Hotlink etc.
    Ich bin immer noch der Meinung auf­grund der nun 2 genann­ten Urteile die Frau nichts fal­sch gemacht hat da sie nur „gelinkt“ hat und an der hät­test du eh kein Geld ver­dient, da sie das Bild nie gekauft hät­te wenn sie gewusst hät­te, das sie dafür zah­len muss.

    Ein schö­nes Wochenende,
    Lars

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