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Stockfotografie-Interview mit der vietnamesischen Produktionsfirma DragonImages

Kürzlich bin ich bei meiner Bildrecherche über ein Portfolio bei Fotolia* gestolpert, welches in gut einem Jahr ca. 5.000 neue Bilder hochgeladen hatte. Und damit meine ich nicht hunderte Freisteller verschiedener Obstsorten, sondern wirklich hochwertig produzierte People-Aufnahmen. Mich interessierte, wie man es schafft, in so kurzer Zeit sich ein so gutes Portfolio aufzubauen und kontaktierte deswegen die Leute hinter dem Account.

Meine Anfrage wurde an Ekatarina Kholyavskaya weitergeleitet, welche die Leiterin des großen Studios ist. Aber lest selbst. Das Interview habe ich mit ihr auf englisch geführt und ins Deutsche übersetzt. Einige Formulierungen sind deshalb vielleicht etwas holprig.

Los geht’s mit dem Interview:

Robert Kneschke: Hallo Ekatarina! Würdest Du Dich bitte kurz vorstellen?

Ekaterina Kholyavskaya: Ich heiße Ekatarina, bin 27 Jahre alt und Produktionsleiterin bei DragonImages Production Studio. Das DragonImages Production Studio (von der PressFoto Group) besteht aus einem professionellen und kreativen Team. Unser Sitz ist in Ho Chi Minh City, Vietnam. Seit Frühjahr 2012 produzieren wir Stockfotos. Unser Stil geht in die Richtung Lifestyle-Portraits.

Ekaterina Kholyavskaya

Ich bin zufälligerweise über eure Homepage gestolpert und war beeindruckt. Es scheint, als hättet Ihr fast 5000 Fotos innerhalb des letzten Jahres hochgeladen. Die Meinung vieler Leute ist, dass es zu spät wäre, in den Microstockmarkt einzusteigen. Weshalb vertretet Ihr die gegenteilige Meinung?

Ich danke Dir ! Wir denken nicht anders. Eigentlich ist es zu spät in der jetzigen Situation, um in den Microstock-Markt einzusteigen. Aber wir wissen auch, dass sich der Konsumentenmarkt in Asien auf dem Höhepunkt befindet. Zur selben Zeit aber haben wir auch mitbekommen, dass der Stockfotografiemarkt-Wettbewerb hier ziemlich gering ist. Deshalb haben wir uns 2007, zusammen mit PressMaster Production Studio, zum Ziel gesetzt, mit unserer Erfahrung im asiatischen Stockfotografie-Markt an erster Stelle zu stehen. Wir zeigen dem asiatischen Markt, dass es viele hochqualifizierte und authentische Bilder gibt. Und auch jetzt können wir schon sagen, dass wir vom asiatischen Markt positive Rückmeldungen erhalten haben.

Welche Art von Rückmeldungen?

Das finanzielles Feedback. Die Leute unseres Teams finden unsere Bilder in verschiedenen Magazinen, in der Werbung, lokalen TV-Shows etc. Und das jeden Tag.

Kannst Du die Beziehung zwischen PressFoto und DragonImages genauer erläutern? Gibt es da personelle oder finanzielle Überschneidungen?

Dmitry Shironosov ist der Co-Inhaber von Press Production Studio, und der PressFoto Group und DragonImages ist ein Projekt von Pressfoto.

Wie groß ist das Team von DragonImages und wer macht was?

Unser Team besteht aus 20 Leuten. 13 von Ihnen leben in Ho Chi Minh City und zwei sind von außerhalb. Unser Art-Direktor kommt aus Moskau. Er ist mit seiner Familie nach Vietnam gezogen.
Unser Casting-Direktor ist ein spanischer Auswanderer. Sieben weitere Leute sind Russen und leben in Chelyabinsk in Russland. Einge von uns machen von Zeit zu Zeit Geschäftsreisen nach Vietnam.

Unser Team in Ho Chi Minh City besteht aus einem Artdirektor, einem Administrator, zwei Fotografen, Assistenten, Stylisten, zwei Bildbearbeitern, einem Shooting-Leiter, einem Castingmanager, und einem PR-Zuständigen. Und wir haben einen örtlichen Rechtsanwalt und einen Buchhalter, die für uns arbeiten. Unser russisches Team besteht aus zwei Uploadern, zwei IT-Spezialisten und drei Leuten, die zeitgleich für zwei Projekte zuständig sind – Pressmaster und die DragonImages Production Studios. Das ist Dmitry Shironosov, der Co-Inhaber der Firma, Pavel Orekhov ist der Geschäftsführer und ich, Kate Kholyavskaya, die Studio-Produktionsleitung.

Keiner hätte gedacht, dass wir so eine wunderschöne Location im Stadt-Zoo finden würden. Die Zoo-Mitarbeiter haben uns freundlicherweise erlaubt, den Gartenschlauch zu benutzen für das Foto.

Warum habt Ihr Vietnam einem anderen asiatischen Land vorgezogen?

Unsere Firma hat schon seit über sieben Jahren verschiedene Geschäfte in Vietnam getätigt. Deshalb kennen wir den vietnamesischen Markt sehr gut. Das ist der Grund, warum wir uns Vietnam als Ausgangspunkt gewählt haben.

Gibt es Eurer Meinung nach einen Unterschied zwischen dem asiatischen und dem europäischen Markt ? Sowohl von der Käufer als auch der Verkäuferseite?

Aus der Perspektives des Käufers können wir sagen, dass diese sehr gezielt asiatische Konzepte benötigen wie das Lunar-Neujahr und Bilder, welche die organische Mischung der Kulturen zeigen. Wir versuchen beides zu gestalten. Von der Verkäuferseite aus können wir sagen, dass der Markt sehr groß ist und gute Perspektiven hat.

Bei einem 20-köpfigen Team wird das alles allein von Euch gemacht oder habt Ihr trotzdem einige Arbeitsbereiche ausgelagert?

Wir erledigen alles intern. Aber bitte vergiss auch nicht, dass wir ein großes, gemeinsames Haus besitzen.Wir machen fast alles in Ho Chi Minh City, außer das Verschlagworten, das Hochladen und die generelle Recherche. Diese Sachen machen wir im Pressmaster Production Studio.

Dazu kommen wir später. Welche Kamera/Objektiv-Kombination nutzt Ihr hauptsächlich für Eure Fotos?

Das DragonImage-Team benutzt die Nikon D800E*, das AF-S Nikkor 85mm f1.8*, das AF-S Nikkor 50 mm 1.4* und Profoto-Blitze.

Zurück zu der Recherche: Wie geht Ihr bei einem neuen Shooting vor?

Wir arbeiten mit einer Strategie zur Erstellung von Inhalten, die an unsere Pressmaster-Erfahrung angelehnt ist. Zusätzlich haben wir ein gutes Trendgespür, analysieren und aktualisieren unsere Strategie zweimal jährlich. Die Tools der Shutterstock-Trend-Keywords und Stockperformer helfen uns hervorragend in dem Analyseprozess für ein neues Shooting.

Während dieses Paar-Shootings fiel plötzlich unser Blitzlicht aus und so bekamen wir diese romantischen Bilder, die sehr beliebt in unserem Portfolio sind.

Ich nutze gern das Keyword Werkzeug von Google Adwords, um herauszufinden, welche Keywords am meisten von den Nutzern bevorzugt werden. Welche anderen Wege kennst Du, außer Shutterstock und Stockperformer?

Vielen Dank für den Tipp mit Google Adwords. Eigentlich reichen uns Shutterstock und Stockperformer. Aber wir gucken uns auch gern um, um neue Trends und tägliche Details zu checken, wir schauen uns gern die neusten Filme, Musikclips und die neusten Mode online an, zwecks Inspiration. Alle Leute aus unserem Team verbringen einige Zeit, um täglich die Bildagenturen zu analysieren. So trainieren wir auch unsere Augen für die Stocktrends auf verschiedenen Wegen.

Lass uns mal über die Models unterhalten. Mit wieviel Models hast Du innerhalb der letzten 1,5 Jahre gearbeitet, seitdem ihr angefangen habt?

Wir haben sie gar nicht gezählt. Es werden so um die 100 Personen gewesen sein, die für unsere Shootings ausgewählt wurden. Aber wir haben noch mehr Leute in unserer Datenbank von Test-Shootings, welche wir nicht hochladen.

Ziehst Du es vor, mit neuen Gesichtern zu arbeiten oder wählst Du lieber Gesichter, welche sich am besten verkaufen lassen?

Wir ziehen es vor, mit unseren Models regelmäßig zu arbeiten. Wir arbeiten oft mit den Gesichtern, die sich am besten verkaufen lassen. Aber zeitgleich laden wir auch wöchentlich ein neues Model ein, einfach um unsere Kollektion aufzufrischen.

Wie findest Du die meisten Models?

Wir ziehen es vor, unsere eigene Model-Datenbank zu erstellen. Dafür haben wir einen Casting-Manager, Carlos Martin Bregon, im DragonImages Production Studio. Carlos sucht nach neuen Gesichtern für unsere Datenbank, auf der Straße, auf öffentlichen Plätzen, bei verschiedenen Events etc… jeden Tag. Er bemüht sich sehr, um die Leute für ein Testshooting zu gewinnen. Er postet Werbung online, arbeitet mit Firmen wie Sportclubs, Schulen, Familiencenter etc. zusammen, um unsere Werbebroschüre zu verteilen. Und wir alle können die Bekannschaft mit einer geeigneten Person machen und sie oder ihn zu einem Testshooting einzuladen. Einige Leute finden auch von selber zu uns und schicken uns Ihre Bilder.

Es sieht aus als würden die beiden Geschäftsmänner etwas lebhaft diskutieren. Dabei spricht der eine nur russisch und englisch, der andere nur vietnamesisch.

Was suchst Du bei einem Model?

Wir suchen nach charmanten, charismatischen, entspannten und offenen Leute mit einem lebendigen Lächeln und guten schauspielerischen Fähigkeiten. Wir suchen verschiedenste asiatische Nationalitäten und Europäer, Leuten aus den USA und Australien, um multikulturelle Shootings zu organisieren. Wir haben Glück, dass Ho Chi Mingh City eine so große Stadt ist mit allen möglichen Leuten aus aller Welt.

Was sind Deiner Meinung nach die leichtesten und schwierigsten Themen zu fotografieren?

Die leichteste Aufgabe ist es, einen einzelnen, isolierten Gegenstand vor weißem Hintergrund zu fotografieren. Und eine der schwierigsten Aufgabe ist es, Kinder zu fotografieren, inbesondere eine große Gruppe. Sie werden schnell müde und es ist sehr schwierig, sie zu kontrollieren. Gerade wenn Du denkst, dass Du ein perfektes Foto geschossen hast, kannst Du Dir sicher sein, dass eins der Kinder entweder die Augen zu oder einen Finger an seinem Mund hat.

Und in Anbetracht des Konzepts? Ist z.B. ein Business-Shooting leichter als ein Wellness-Shooting?

Es ist schwer, dass genau beantworten zu können. Es hängt von den jeweiligen Aufgaben ab, der Anzahl der Models, den Räumlichkeiten und so weiter. Ich kann nur sagen (der Art-Director ist Denis), es gibt z.B. viel mehr verschiedene Ideen für „Business-Konzepte“ als für „Wellness-Shootings“. Ein Konzept ist umso leichter zu fotografieren, je mehr unterschiedliche Ideen man jedes Mal haben kann.

Auf diesem schönen Bild ist die echte Malerin mit ihrem Gemälde zu sehen. Darum konnten wir positive Emotionen einfangen. Sie hatte gerade ihr Bild beendet.

Eins meiner Lieblings-Requisiten ist ein Sparschwein, es ist ein Klischee und die Models lieben es, weil es so süß ist und reagieren gut darauf. Was ist Deine Liblings-Requisite, die Du gern in der Stockfotografie einsetzt?

Das Smartphone. Das ist für alle das nützlichste Gerät im alltäglichen Leben. Viele Leute sind miteinander in Verbindung, rufen sich an, schicken sich SMS, machen Fotos, surfen im Internet, nutzen die GPS-Standortsuche, spielen Spiele, hören sich Musik an und so weiter. Du wirst damit mit vielen Ideen für Dein Shooting versorgt.

Kannst Du Deinen Arbeitsablauf – von der Idee bis zum Verkauf – zusammenfassen?

Der Art-Direktor teilt die Ideen an die Fotografen auf und hält das in der Terminplanung fest. Dann trifft er sich mit jedem Fotografen und auch dem Stylisten zu einem Meeting. Diese Informationen werden alle im Terminplan festgehalten. Gemäß des Terminplans fängt der Aufnahmeleiter an, die Shootings zu organisieren. Der Stylist fängt zur selben Zeit an, die Kleidung, die Requisiten und die Dekoration vorzubereiten. Dann fotografiert das Team neue Bilder für unsere Kollektion. Danach wählen der Fotograf und der Artdirektor Bilder zum Bearbeiten aus und dann werden die Bilder hochgeladen.

Es hört beim Hochladen auf? Wie sieht es bei Euch mit Social Media Werbung oder ähnlichem aus?

Nein, da hört es nicht auf. Der Art-Direktor und das Shooting-Team analysieren nach einiger Zeit die Ergebnisse des Shootings. Auch unser leitender PR-Direktor nutzt die hochgeladenen Bilder, um unsere Social Media Marke zu stärken wie bei Instagram, Facebook oder Twitter.

Welche Agenturen beliefert Ihr?

Wir beliefern zehn Agenturen, nicht-exklusiv, mit unserer DragonImages Kollektion. Das sind hoch- und mittelrangige Agenturen und auch Agenturen, die sich speziell auf den asiatischen Markt konzentrieren. Hier kannst Du Dir unsere Vertriebsschiene anschauen. Aber wir würden uns gerne auf eine andere Sache fokussieren, welche unser Stockfotografie-Geschäft in Asien ist. Jetzt machen wir den ersten Schritt, indem wir den Markt mit einer starken Kollektion bedienen, um die Aufmerksamkeit der Käufer mit unseren hochqualitativen und preisgünstigen Bildern zu gewinnen. Der zweite Schritt ist, andere Stockfotografen zu überzeugen, ebenfalls den asiatischen Markt zu bedienen.

Dafür haben wir ein spezielles Instrument für das Stockfotografie-Geschäft in Asien entwickelt. Wenn ich Glück haben und rechtzeitig fertig sind, werden wir es auf der MicroStockExpo im November vorstellen. Was heißt das? Neben der Tatsache, dass Pressfoto.com in Asien ein eigenes Verkaufsbüro aufmachen wird und die Webseiten-Suche, das Interface und so weiter für asiatische Käufer anpassen wird, planen wir auch auf der Anbieterseite einige Werkzeuge, die es Fotografen erleichtern sollen, Fotos für den asiatischen Markt zu machen und zu verkaufen, zum Beispiel eine Wissensdatenbank mit wichtigen Ergebnissen und Beschreibungen von aktuellen Nischen in der Microstock-Fotografie.

Einige Agenturen erlauben Exklusiv-Bilder, nutzt ihr das?

Nein, wir produzieren nicht-exklusive Bilder. Aber wir denken auch darüber nach, mit DragonImages exklusive Bilder für www.pressfoto.com zu produzieren.

Manchmal müssen wir hoch klettern, um atemberaubende Stadt-Panoramen zu erhalten.

Beliefert Ihr auch Macrostock-Agenturen wie Getty Images oder Corbis?

Nein, wir beliefern nicht den Macrostock-Markt.

Gibt es da einen speziellen Grund dafür?

Momentan sind wir ganz zufrieden im Microstock-Segment. Im Macrostock-Bereich dauert alles viel länger. Und alles hängt viel mehr von einer Person ab – dem Bildredakteur, nicht wirklich dem Markt.

In absteigender Reihenfolge: Bei welchen Agenturen verdient Ihr am meisten?

Zur Zeit sind unsere besten Verkäufer Shutterstock, Fotolia und iStockfoto.

Es sieht so aus, als ob Ihr keine Videos produziert. Warum nicht?

Wir haben mit der Video-Produktion bei Pressmaster angefangen. Professionelles Bildmaterial herzustellen, ist eine größere Herausforderung als Fotos zu kreieren. Man braucht viele verschiedene Leute und Fachkompetenz, man braucht auch unterschiedliche und viel kostspieligere Ausrüstung dafür. Wir wollen zunächst lernen, wie wir qualitativ hochwertiges Videomaterial herstellen können, bevor wir es hochskalieren und bei DragonImages einsetzen.

Ich weiß, dass ihr auch den „Pressmaster“ Account mit über 35.000 Bildern besitzt. Was ist der Vorteil, verschiedene Accounts zu haben?

Eigentlich sind es jetzt schon über 40k+ Bilder :-). Die Markenbildung und das Positionieren ist mit verschiedenen Accounts viel besser. Fotos im asiatischen Stil unter dem Namen DragonImages positioniert wirkt für die Käufer viel näher and natürlicher als unter dem Namen Pressmaster. Und wir haben verschiedene Teams für verschiedene Accounts organisiert. Das ist einfacher, um zu verschiedenen Ergebnissen zu kommen.

Können wir Kampfsport und wunderschöne Models kombinieren. Natürlich!

Hier gerade eine Frage von meiner Facebookseite: Wie behaupten sich asiatische Fotografen auf dem europäischen Markt ? Gemeint ist: Wieviel von Euren Verkäufen kommen aus Asien und wieviel aus Europa?

Das ist eine gute Frage. Ich würde 50%/50% sagen. Es gibt sehr viele asiatische Models in unserem Portfolio.Wir wissen, dass viele große Firmen auf Stockfotos mit dem asiatischen Look warten. Und wir finden auch jetzt unsere Bilder in vielen Verlagen und in der Werbung. Aber wir wissen auch, dass z.B. viele unserer Käufer in Europa ansässig sind. Das kommt auch daher, dass wir viele Bilder mit Expatriates produzieren, wir machen also multikulturelle Shootings.

Expatriates?

Ja, Ausländer, die in Vietnam leben und arbeiten, arbeiten mit uns als Models.

Ah, okay. Was ist für Dich der schwierigste Teil in der Stockfotografie?

Etwas Neues zu fotografieren. Es sind viele kreative Leute hier auf dem Markt, um Bilder zu produzieren. Eine neue, frische Idee zu kreieren, ist wirklich schwierig und braucht seine Zeit.

Was denkst Du, in welche Richtung wird sich der Stock-Fotografie Markt entwickeln?

Das ist schwierig, die Zukunft vorauszusagen. Aber wir sind uns sicher, dass unsere Strategie richtig ist. Und natürlich glauben wir, dass der Markt Lifestyle-Fotografie braucht. Kein Handschlag vor weißem Hintergrund oder ein Geschäftsmann mit einem „Cheese“-Smile. Diese Kategorien sind schon zu gesättigt. Aus unserer Sicht geht der allgemeine Trend in Richtung natürliche und authentische Bilder, die eine Atmosphäre ausstrahlen, in die man am liebsten sofort eintauchen möchte.

Für Shootings, bei denen eine Beziehung dargestellt werden soll, laden wir Models ein, die sich sehr gut kennen. Das ist der Schlüssel, um glaubwürdige Emptionen bei solchen sensiblen Fotos zu erzielen.

Was ist Dein Ratschlag an alle anderen Existenzgründer?

Richtet Eure Aufmerksamkeit nach Asien! Das ist ein riesiger Markt mit viel potenzieller Entwicklung. Aber der Markt ist schwieriger als Ihr zunächst denkt. Lernt, welche Art der Stockfotografie am meisten gesucht wird. Deine Stärke solltest Du kennen. Aus der Reihe der gesuchten Konzepte, wähle jenes, welches Du besser fotografierst als der aktuelle Markt. Achte und behalte Deinen einzigartigen Stil und experimentiere. Und vor allem, vergiß nicht, Spaß zu haben. Auf jeden Fall kannst Du eigentlich alles fotografieren, was Du magst.

Vielen Dank für das Interview.

Danke Dir, Robert! Ich wollte mich auch bei den Leute bedanken, die mich unterstützt haben, um dieses Interview vorzubereiten: Pavel Orekhov, Fotoproduktion-Strategie, Vertrieb und Marketing sind seine Bereiche in der Firma, Denis Sorokin ist der Art Director und Dmitry Shironosov, der Inhaber von PressFoto Group.

* Affiliate

Photokina 2008 – Mehr Splitter

Mittlerweile war ich drei Tage hintereinander auf der Photokina in Köln. Neben vielen interessanten Menschen habe ich auch spannende Sachen aufgestöbert. Was war neu, kurios, hilfreich oder interessant?

  • Asien ist immer für eine Überraschung gut. Der neuste Clou: Mini-Fotoalben (im Format ca. 27×35 mm) zum Selberdrucken mit 20 Seiten für ca. 2 Euro. Als Schlüssel- oder Handyanhänger. Soll angeblich sogar die elektromagnetische Strahlung von Handys blockieren. Gibt es z.B. von der südkoreanischen Firma Dicapac. (Halle 10.1, Stand B056)
  • Wem das Canon-Objektiv 85mm F1.2 mit knapp 2.000 Euro zu teuer ist, der kann bei der südkoreanischen Firma Samyang (ein Deutschland über Foto-Walser) ein 85mm F1.4 für ca. 350 Euro kaufen. Einziger Haken: Kein Autofokus. (Halle 10.1, Stand C051)
  • Die chinesische Firma GD Digital Limited hat niedliche, winzige, bunte digitale Foto-Rahmen und ebenso niedliche, bunte Digitalkameras. (Halle 10.1, Stand D057)
  • Eben erst auf der Photokina gesehen, schon als Nachbau erhältlich. Den vorgestern erwähnten Ringblitz-Aufsatz gibt es in sehr ähnlicher Form auch von Phottix aus Hong Kong. Kostet die Hälfte, sieht aber auch so aus. Schick ist aber der „Phottix Hero“, ein Kamera-Fernauslöser mit Live-View. (Halle 10.1, C068)
  • Ebenfalls von mehreren Firmen (z.B. Ray Meida Electronic Company und Palmspring Co. aus Hong Kong) gibt es ein Universal-Ladegerät für Li-ion Batteriepacks der üblichen DSLR-Kameras für ca. 10 Euro. (Halle 10.1, Stand C069)
  • Kaiser Fototechnik hat jetzt Adapterkabel zur Verbindung von Kamera-Blitzen mit Funk-Blitzauslösern wie Pocket Wizards, Skyport o.ä. Mittenkontakt auf 3,5 mm-Klinke. (Halle 2.1, Stand A040)
  • Wer seine Spion-Fantasien ausleben will, sollte zur Firma Minox gehen: Die haben Gürtel mit integrierter Videokamera (siehe Foto), Sonnenbrillen mit Fotokamera oder Rückwärtsblick und Kugelschreiber mit Kamera und Mikrofon. Natürlich mittlerweile alles digital. (Halle 2.1, Stand E001)
  • Die französische Firma TX-WEA bietet CD-Rohlinge mit integriertem Brennprogramm an und verschenkt Test-Packungen mit je 2 CD-Rs. (Halle 5.1, Stand B011)
  • Die Zeitschrift ProfiFoto bietet Test-Abos über fünf Ausgaben für 5 Euro an. Wer nett ist, bekommt auch noch mehr. (Halle 1)
  • Ach ja, wer immer noch nicht reizüberflutet ist, kann sich auch an den grandiosen riesigen bunten Fotos berauschen. (Überall auf der Messe)

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