Geld verdienen mit WordPress Themes – Ein Praxisbeispiel

Stockfotos sind nur ein Teil dessen, was viele Bildagenturen zum Verkauf anbieten. Immer öfter gibt es auch Videos, Vektorgrafiken, Illustrationen, Audio-Dateien, aber auch Fonts, Flash-Dateien, 3D-Modelle, Codeschnipsel oder Webseiten-Templates.

Was man mit dem Verkauf von Fotos verdienen kann, wissen die meisten meiner Leser ungefähr. Aber die wenigsten wissen, wie man zum Beispiel mit Themes für das beliebte Blogsystem WordPress Geld verdienen kann. Themes sind Layout-Vorlagen, welche das Aussehen von Blogs und anderen Webseiten bestimmen und dieses leichter verändern lassen.

Die Agentur Envato veröffentlichte Mitte Dezember eine Meldung in deren Blog, wonach der erste ihrer Kontributoren 1 Million US-Dollar Umsatz erzielt habe. Und das innerhalb von nur drei Jahren und mit nur 40 WordPress-Themes. Ihr könnt die Kinnladen jetzt wieder hochklappen.

Der Glückliche ist der 30jährige Wiener Programmierer Christian Budschedl, der unter dem Usernamen Kriesi seine selbstprogrammierten WordPress-Themes exklusiv bei ThemeForest (einem Bereich bei Envato) anbietet.

Christian "Kriesi" Budschedl

Nehmen wir uns die Zeit, das mal auszurechnen.

Innerhalb von 3 Jahren, also 36 Monaten hat er knapp 32.000 Verkäufe erzielt, welche zusammen die erwähnte Million Umsatz erzielten. Das macht $ 31,25 pro Verkauf, was auch ungefähr der Durchschnitt seiner tatsächlichen Verkaufspreise ist.

Auf dieser Seite kann nachgelesen werden, was exklusive Anbieter bei ThemeForest pro Verkauf bekommen (50-70%) und wie sich die Werte in der Vergangenheit geändert haben. Nach der aktuellen Tabelle hat Kriesi von der Million ungefähr 692.125 US-Dollar Anteil bekommen. Legen wir einen niedrigen Umrechnungskurs von 70 Euro-Cent pro Dollar zugrunde (zur Zeit liegt der Dollar eher bei 75 Cent) und wir erhalten 484.488 Euro Einnahmen.

Geteilt durch 36 Monate wären das 13.458 Euro Einnahmen pro Monat. Das verdient Kriesi ausschließlich durch seine WordPress-Themes! Der Wert ist ein Durchschnittswert, das bedeutet, im ersten Jahr hat er garantiert weniger verdient, aber momentan verdient er deutlich mehr. Nicht berücksichtigt sind außerdem die Affiliate-Einnahmen von über 1000 Kunden, die er geworben hat.

In der oben verlinkten Meldung ist auch ein Interview mit dem Programmierer, in dem er erwähnt, dass er ca. 3 Wochen braucht, um ein neues WordPress-Theme zu erstellen. Selbst wenn wir das auf ca. einen Monat aufrunden, verdient er damit pro Theme noch über 13.000 Euro!

Ist das die Ausnahme oder die Regel?

Eher die Regel. Es gibt eine Rangliste der Top-Autoren bei Envato, wo die 15 Autoren mit den meisten Verkäufen alle über 10.000 Verkäufe haben und manchmal weniger als halb so lange wie Kriesi aktiv sind. Das legt nahe, dass sie alle ebenfalls mindestens 4.000 Euro im Monat verdienen.

Die Verkaufszahlen der Rangliste hinken etwas hinterher, aktuellere Zahlen sind auf den Detailseiten der Künstler einsehbar.

Dazu kommt, dass im Gegensatz zur Fotografie keine teuren Geräte wie Kameras, Objektive, Blitzanlage und so weiter benötigt werden. Ein guter Laptop und etwas Software reicht vollkommen aus.

Selbst wenn jemand nur ein Zehntel von Kriesi mit dem Verkauf von WordPress Themes verdienen würde, käme er immer noch auf 1.300 pro Monat, für die Programmierung von höchstens einem WordPress-Theme.

Deshalb: Auch mal über den Tellerrand schauen. In anderen Medienbereichen lässt sich mit anderen digitalen Produkten ebenfalls gut Geld verdienen. Fotografen haben sogar den Vorteil, dass sie die immens wichtige Verschlagwortung gut drauf haben.

Verkauft ihr neben Fotos auch andere Dateien? Wenn ja, welche und wie läuft es für Euch?

26 Gedanken zu „Geld verdienen mit WordPress Themes – Ein Praxisbeispiel“

  1. Sehr interessanter Bericht – und noch viel interessantere Zahlen. Ich glaube, die hohen Summen resultieren daraus, dass nicht jeder, der ’nen „Laptop und etwas Software hat“, auch WordPress-Themes gestalten und schreiben. Aber jeder mit ’ner Kamera kann seine Bilder zum Verkauf anbieten.

  2. Im Gegensatz zur Fotografie wird bei den WordPress-Themes schnell klar, dass nicht das Equipment die tollen Dateien macht, sondern der Anwender.

  3. Richtig, ein WordPress Theme für ThemeForest zu schreiben bedarf sehr viel Erfahrung und können in mehreren Programmiersprachen.
    Sicherlich gehört auch das Können bei der Fotografie dazu, hier ist es aber deutlich „einfacher“.
    Also jemand der aus der Fotografie kommt kann nicht hier mal schnell ein Theme gestalten und Umsetzen…

  4. Ein Word Press Theme ist wahnsinnig schwierig zu programmieren da es sich ja um ein CMS System handelt. Voraussetzung sind Top PHP und CSS Kenntnisse. Einfache Themes kann ich mit Hilfsprogrammen noch selber machen aber richtig abgefahrene Designs leider nicht. Ein gutes Theme ist nicht nur funktional sondern sieht auch noch klasse aus. Zudem muss es offen für tausende von Plugins sein. Wenn jemand in der Lage ist so etwas zu programmieren werde ich nicht neidisch sondern bewundere solche Leute.
    Wie Sam schon schrieb, bei der Themeerstellung kommt es einzig und allein auf den Anwender an. Eine Top Ausbildung ist hier unverzichtbar. Dazu kommt langwieriges Testen der Themes bis alles rundläuft. Hat mal erstmal einige Themes erstellt kann man Elemente daraus wie einen Baukasten benutuzen

  5. Klar: Nicht jeder, der programmieren kann, kann auch Stockfotos machen und nicht jeder, der gut fotografiert, kann WordPress-Themes erstellen. Mir ging es mit dem Artikel vor allem darum, aufzuzeigen, dass auch in anderen Bereichen der Agenturen Geld zu verdienen ist.

  6. Es gibt Fußballer, die verdienen 250.000€ in der Woche. Es gibt Musiker, die kassieren 100.000$ pro Auftritt. Es gibt Buchautoren, die einen 7stelligen Scheck pro Buch bekommen. Bei amazon gibt’s Privatleute, die mit ihren epub-Büchern 100.000$ gemacht haben. Es gibt Lottospieler, die durch 6 Kreuze Millionäre geworden sind. Und es gibt dann Leute wie Robert, die das alles (und noch viel mehr) verallgemeinern. Und dann gibt’s noch die, die das dann glauben.

    Robert greift sich einmal mehr den TopSeller heraus und schreibt, daß dieser pro Theme 13.000$ verdiene. Dies sei jedoch keine Ausnahme, sondern die Regel. Aha. Von den 1300 Themes bei themeforest weist der Großteil Verkäufe im zweistelligen Bereich auf. Und dafür gibt’s dann 13.0000$? Ja, ist klar.

    Alle Microstocker verdienen so viel wie Arcurs – allen voran Robert. Alle Fußballer so viel wie Lionel Messi – man muß nur mal auf dem benachbarten Fußballplatz nachfragen. Und jeder, der eine Gitarre bedienen kann, steht am Wochenende vor 25.000 Leuten auf der Bühne und macht innerhalb von 120 Minuten 100.000$. So wird es sein.

    Glaubt es, bitte! Eure Zukunft liegt auf dem Rasen, der Bühne, hinter der Schreibmaschine oder eben in den Tiefen des HTML-Editors. Hört endlich auf, billige Fotos zu produzieren und sammelt die Millionen ein, die da draußen überall nur so rumliegen! Scheiße, ja doch: kauft euch lieber morgen von den Jahreserträgen bei shutterstock einen halbwegs vernünftigen Fußball und – falls es reicht – noch ein Regelbuch: dies ist der Start zu einer garantiert großartigen Karriere! Viel Geld in kurzer Zeit, Ruhm und Ehre, Stadien werden nach euch benannt und Fans rahmen euer Trikot. Hey, was sitzt du noch vor’m Rechner?!

    P.S.: der Support, den der Theme-Ersteller bei themeforest leisten muß, wurde natürlich unter den Tisch gekehrt. Es reicht ja aus, gute Stichpunkte für das Theme zu wählen – alles andere ist egal… oh mann. Schlaf‘ den Rausch aus!

  7. @tomtomtom: Wer als Fußballer, Musiker, Autor oder eben als WordPress-Programmierer RICHTIG gut ist, wird diese Summen auch verdienen können. Dass das nicht jeder schafft, sollte auch jedem klar sein.

  8. @tomtomtom
    ich habe das Gefühl, dass Roberts Message bei dir nicht angekommen ist. Man kann auch in anderen Bereichen, die das Stockgeschäft tangieren, gutes Geld verdienen – wenn man eben schnell ist und auch den Trend rechtzeitig erkennt.

    Sicherlich ist auch richtig, dass in diesem Bereich nicht jeder „rumwerkeln“ wird. Deswegen wird hier sicherlich auch nicht so schnell viel Konkurrenz entstehen. Auch ich musste erst einmal nachlesen was „Word Press Theme“ eigentlich bedeutet.

  9. Interessanter Beitrag. Meinen Schwerpunkt, der Stockfotografie, bin ich derzeit am verlagern. Und zwar mehr auf Footage-Adobe After Effects, sowie Illustratur. Diese Entscheidung liegt aber auch an persönlichen Lebensumständen (Pflege der Eltern). Daher, kann kaum auwändige Shhotings organisieren etc.
    Interessant, daran, kann am Rechner mit meiner Software arbeiten, reduziere Kosten, aufwändiger Kamera/Blitz/Studio Equipments.
    Gerne berichte ich mehr, ob es sich lohnt, denn das kann ich noch nicht wirklich beurteilen.

    mfg
    Birgit Reitz-Hofmann

  10. @tomtomtom: Ich verstehe solche Mensche wie Dich einfach nicht. Die immer etwas an positiven Dingen auszusetzen haben. Geht es Dir so schlecht oder ist Dein Leben so schlimm das Du den Frust in Dir hier rauslassen mußt? Hast Du denn keine Freunde mit denen Du reden kannst? Schade. Tue uns doch bitte den Gefallen und beteilige Dich doch bitte nicht mehr an den Kommentaren. Wir möchten dies einfach nicht mehr lesen!

    Ich finde es eine große Leistung von Robert, das er seit Jahren immer wieder neue Themen findet und diesen Blog seine Frische verleiht. Dazu gehört sehr viel Disziplien, Begeisterung und wie ich finde große Anerkennung. Auch wenn man eine andere meinung hat, dann kann man sie konstruktiv äußern und nicht mit ketzerisch Kommentaren wie TOMTOPMTOM es hier publiziert.

    Viele Dank Robert für Deine geleistete Arbeit und ein gutes und erfolgreiches neues Jahr für Dich und Deine Familie

  11. Hallo,
    für meinen Premium Theme Markt suche ich Programmierer/Designer, die ihre Themes über meinem Markt verkaufen wollen. Aktuell sind noch keine Themes online, da ich noch Themes und Plugins suche, bevor ich den Markt eröffne. Bei Interesse melden!
    gruß Andreas

  12. ein gutes Thema wäre hier erstmal allen zu zeigen was wirklich realität ist um Geld mit seinen Fotos zu verdienen . Hier wird sehr oft so einiges so als Selbstverständlich dargestellt und Leute die sich dadurch beeindrucken lassen ,merken schnell das dies der Realität nicht entspricht . Ich hätte gerne Themen wie man nicht seine Fotos verschleudert durch Masse …den user mehr die negativen Aspekte vermitteln damit die Enttäuschung nicht so hoch ist … Robert macht einen supi Job , nur ich finde er verherrlicht so manche Dinge … tomtom sieht das schon alles realistisch und so ist es auch ..tomtom sagt was Sache ist … ich finde es auch supi das wir unsere Erfahrungen austauschen können …

    Robert mach doch mal eine Anleitung wie man als normaler Knipser bis spezi Fotograf seine Fotos nicht zu dumping verschleudert und wo man trotzdem auf sein Geld kommt …

  13. @reka: Da ich meine Fotos vor allem zu Microstock-Preisen verkaufe (und davon auch gut leben kann), habe ich zu Deinem Thema weniger Erfahrung. Aber Du bist gerne eingeladen, selbst dazu was als Gastartikel zu schreiben, bei Interesse Email an mich…

  14. @reka: die realität sieht so aus, das man sehr gut mit fotos geld verdienen kann.wichtig sind hierbei drei dinge, die auch robert mit seinem blog euch nicht aufzeigen kann. 1. Ein klares Zieldefinieren, wo ich hin will, 2. produzieren, produzieren, produzieren und das 3. das man das geld nicht in den vordergrund stellt, denn es kommt von ganz allein wenn man freude an seiner tätigkeit hat.

    ich glaube ich bin der beste beweis für eine weitere erfolgsstory im bereich der stockfotografie und das habe ich anfänglich auch robert zu verdanken. ohne seinen block wäre ich überhaupt nicht auf die idee gekommen vor ca. einem jahr damit anzufangen. ich verdiente vorher seit jahrem mein geld als hochzeitsfotograf, super job, immer tolle menschen um dich herum aber halt immer am wochenende unterwegs und wenn man den job richtig macht, dann wird es auch öfter sehr stressig. dann ist es noch ein saisongeschäft und jeder winter riss immer ein loch in die kasse 🙂 naja man konnte halt nicht jeden tag steak essen :-)Aber da immer mehr hobbyfotografen den markt aufmischen und das zu preisen die nur auf dem schwarzmarkt kenne macht man sich schon gedanken wo die zukunft hingeht. Also habe ich letztes Jahr im November diesen Block hier kennengelernt, dann noch ein paar Videos von Yuri gesehen und 350qm Studiofläche angemietet. Mein Gedanke war, was die können, kann ich auch und nach einem Jahr Rückblick muß ich sagen, das die Entwicklung explodiert ist. Ich habe zwar nur einen Bestand von ca. 4000 Bildern hochgeladen, mußte ja auch noch mein Geld mit Hochzeiten verdienen 😉 Stand heute wäre ich sofort in der Lage die Hochzeiten abzugeben ich könnte mich durch die Stockfotografie wirklich überwasser halten meine Kosten wären gedeckt.

    Aber nochmal zurück zu Robert bzw. den Menschen die seine Arbeit immer noch nicht anerkennen. Ich finde es einen großen sozialen Beitrag an unsere Berufsgruppe was Robert dort leistet. Ich finde auch die positive Einstellung und auch lockere Art sehr erfrischend. Aber jeder Jeck ist halt anders. Ich würde Robert vorschlagen wenn einer tiefere Tips haben möchte sollte er als Unternehmensberater eine Honorarrechnung erstellen.

    Mit mir hat sich Robert jedenfalls einen weiteren Mitbewerber geschaffen:-) wenn Ich den Blog nicht gelesen hätte, dann hätte Robert bestimmt ein paar tausender mehr verdient und die Käufer hätten dann die Bilder nicht bei mir gekauft sondern vielleicht bei ihm 🙂

    Robert Du kannst gern ein Intervie mit mir machen, damit Du auch mal zeigen kannst, das Deine Beiträge auch ihre Umsetzung erfahren und das man damit dann Erfolg hat….

  15. @ Jörg : Ich verdiene mein Geld mit Werbefotografie , ich verkaufe meine Bilder über rm und rf konten bei macro Agenturen . Auch ich habe micro Erfahrungen und alleine deshalb darf ich hier auch meinen ehrlichen senf dazu geben das nicht alles so glänzt wie es scheint zu glänzen . over and out ..ich freue mich auch für alle die damit ihr Geld verdienen aber zu welchen Preisen ….und da denke ich mal hat jeder schon seine Erfahrungen gesammelt negativ sowie auch positiv .

  16. Ein WordPress-Template zu schreiben ist da doch etwas komplexer als Stockfotos zu produzieren.

    Zudem ist WordPress eine Open-Source Software. Eigentlich dürften da keine bezahlten Templates vertrieben werden?, da dies dem Open-Source-Grundgedanken widerspricht.
    Je nach der Rechtssprechung in manchen Ländern ist dies nur bei einem Template mit Zusatzfunktion bzw. Mehrwert zulässig.
    In dem Bereich begibt man sich also auch auf sehr dünnes Eis.

    Die Templates Kriesi sind nach der ersten Durchsicht auf höchstem Niveau und bieten einige Zusatzfunktionen die WordPress im Standart nicht hat.

    Ach ja, auch nutze in meinem Fotoblog ein sogenanntes Premium-Template, da ich weder Zeit noch Lust habe mein eigenes Template zu programmieren. Da produziere ich lieber Fotos, da ich dies zudem besser kann. Zudem erhalte ich so bei WordPress-Upgrades professonellen Support.

    Dennoch ist es enorm zu sehen was man damit verdienen kann!
    Danke für den informativen Artikel!
    MFG
    Bernd

  17. Der Open-Source Gedanke ist, dass der Quelltext offen ist, was bei HTML immer der Fall ist.
    Daher auch der Name „offene Quellen“

  18. Reka versteht immerhin, was ich meine. Die andauernde Glorifizierung des „Möglichst billig, möglichst viel“ nervt – vor allen Dingen, weil’s eben nicht der Realität entspricht.

  19. @Bernd: Du schreibst
    „Zudem ist WordPress eine Open-Source Software. Eigentlich dürften da keine bezahlten Templates vertrieben werden?, da dies dem Open-Source-Grundgedanken widerspricht.
    Je nach der Rechtssprechung in manchen Ländern ist dies nur bei einem Template mit Zusatzfunktion bzw. Mehrwert zulässig.
    In dem Bereich begibt man sich also auch auf sehr dünnes Eis.“

    Da möchte ich doch Widerspruch anmelden – mir scheint hier mein Missverständnis zum Term Open-Source vorzuliegen.

    Richtig ist: das freie Zur-Verfügung-Stellen von Sourcen geht oft einher mit der kostenlosen Nutzung. Der Ursprung war aber nicht „wir wollen alles kostenlos“ – das ist eigentlich erst ein Mid-90er-Ding. Im Gegenteil – auch die Free Software Foundation hat früher z.B. Sourcecodes frei zur Verfügung gestellt aber z.B. für die Dokumentation Geld genommen. Open Source legt nicht Wert auf „No Money for Software“ (auch wenn es da gibt) sondern im Kern auf offengelegte Sourcen. Offene Sourcen waren in den 70ern üblich – da war die Software ohne den Großrechner ohnehin nutzlos. Klar und unbestritten war allerdings, dass man Software bezahlen musste. Die Free Software Foundation hat sich eigentlich nur dagegen gestellt, dass mit Aufkommen der Heinrechner nur noch Kompilate der Codes an Kunden gegeben wurden – nicht mehr die Quellcodes selbst. Die Kostenlos-Komponente ist eigentlich eher einer amerikanischen Regelung für Forschungseinrichtungen zu verdanken. Von da kommt ja ein Unix-Stamm. In den USA gilt hier: solche Entwicklungen von Einrichtungen, die aus öffentlichen Gelden finanziert werden, sollen den Steuerzahlen ohne erneute Kosten zur Verfügung stehen. Die Steuerzahler – so das dortige Denken – haben ja schon etwas dafür bezahlt. Das hat widerum nicht unbedingt etwas mit Open-Source zu tun. Beide Dinge treten heute oft zusammen auf. Einen Anspruch a lá „ein Teil kostenlos – ich habe ein Recht auf alles Weitere auch kostenlos“ kenne ich nicht. Ausnahme: eine Lizenz schreibt das genau so vor – dann gilt das natürlich.

    Ob man nun Geld verdient mit der Dokumentation von Sourcen, der Distribution (also Zusammenstellung von Programmelementen) wie bei Linux oder LaTeX oder eben der Kostümierung ist aus meiner Sicht Haarspalterei.

    Du schreibst weiter
    „Je nach der Rechtssprechung in manchen Ländern ist dies nur bei einem Template mit Zusatzfunktion bzw. Mehrwert zulässig.“

    Ich kenne hier nur Klagen gegen Unternehmen, die Open-Sourc-Code verwenden (da waren mal NetGear und Verizon) und seinerzeit – entgegen der Lizenz – ihren daraus abgeleiteten Code nicht veröffentlicht haben. Auch hier ging es nicht um mögliche Einnahmen oder Umsätze.

    Darum meine Frage: Kennst Du hier wirklich Prozesse oder Urteile wonach in irgendeinem Land ein Template- oder Theme-Anbieter verurteilt wurde, weil er Komponenten für ein Open-Source-System kommerziell anbietet?
    Natürlich frage ich das, weil ich mir das überhaupt nicht vorstellen kann. Ich sehe für so eine Klage keinerlei rechtliche Grundlage (Ausnahme wieder: eine spezielle Klausel in einer speziellen Lizenz eines Projekts – dann ist das aber einfach ein Lizenzverstoß).

  20. Fand die Themes in der Bedienung nicht so dolle von Kriesi. Die sind doch sehr Techi Lastig im Background und so bin ich nach nur 3 Wochen von seinem Flashlight Theme weggewechselt.

  21. Zuerst möchte ich Robert einmal danken für die vielen wertvollen Infos und Tipps, die er hier zur Verfügung stellt.

    Ich komme aus dem Internet Marketing und arbeite schon jahrelang mit WordPress Blogs. Es besteht definitiv eine große Nachfrage nach Themes, die hochwertig sind. Jedoch muss man nicht Programmierer sein, um Themes zu erstellen. Es gibt eine Software, mit der man das erledigen kann. Als Fotograf kann man dann z.B. eigene Hintergründe, Header etc. einbauen. Natürlich sind das keine Themes wie von Kriesi, aber wie Marco erwähnte, sind diese auch nicht jedermanns Sache.

    Aus der Sicht des Internet Marketers sehe ich auf jeden Fall ein sehr gutes Potential hier. Der weitere Vorteil ist noch, dass die Vermarktung auch ohne Agentur etc. möglich ist. Also 100% Gewinn pro verkaufter Einheit.

  22. Ich habe mehrere lang Jahre von Themeforest-Verkäufen sehr gut leben können.
    Hier ein paar Punkte die meiner Erfahrung wichtig sind um dort zu verkaufen:

    # Es gibt Nischen in den Theme-Kategorien von Themeforest
    Eine Nische kann z.B. eine bestimmte Branche sein – eine Liste gängiger Branchen gibts hier z.B. http://homepage.1und1.de/branchen

    # Der Kunde will Themes die „mobile ready“ sind
    Darf nicht unterschätzt werden. Es wird mehr und mehr erwartet das die Website sowohl auf einem 30 Inch Monitor als auch auf einem Smartphone gut aussieht.

    # Der Kunde will Support
    Das Themeforest.net-Team überlässt es dem Autoren ob er überhaupt Suppport anbieten will oder nicht. Ist also kein Erforderniss. Aber viele der Kunden melden sich wieder zurück mit Fragen, angeblichen und wirklichen Bugs, das fehlende Feature das sofort eingebaut werden muss, Installationshilfe, Plugin xy bricht die Themekompatibilität etc. und man will nicht unbedingt ein Ratings mit zwei oder drei Stars haben.
    Hier muss man *vorher genau überlegen* welche Strategie man verfolgen will.
    Sehr wichtig, weil die Zeit die für Support aufgewendet wird kann auch für die Entwicklung neuer Themes verwendet werden.
    Wenn ein Theme z.B. für 50 USD verkauft wird, und man hat die 70% bei Envato erreicht und der Dollar/EUR Kurs liegt bei 0,7 und die DE-Einkommenssteuer ist 19%, dann ergibt das folgende Formel für den „Theme-Nettoverdienst“:
    Kaufpreis x 0,7 x 0,7 x 0,81 = Verdienst pro Themeverkauf –> 19,84 EUR
    Also die Frage ist dann, wieviel Support kann man den Kunden für einmalige 19,00 EUR anbieten.
    „We will give you life-long theme support“ ist natürlich was Kunden am liebsten hören, aber ist man in der Lage dazu? Hier empfiehlt sich ein Zeitlimit oder ähnliches.

    ..und auch deswegen, Respekt Kriesi 🙂

  23. @Dr.Michael Gellner
    ..will jetzt nicht den Photoproduzenten-Blog von Robert nicht zweckentfremden.. 🙂
    Falls du wirklich damit mit anfangen möchtest noch ein paar Tips für WordPress Theme-Entwicklung:
    # man kann natürlich immer alles von Grund auf entwicklen, aber es ist leichter die mitgelieferten stabilen Standard-Themes wie z.B. „TwentyThirteen“ abzuwandeln
    # bei WP gibt es die Möglichkeit Themes in „Parent-Themes“ und „Child-Themes“ aufzusplitten -> http://codex.wordpress.org/Child_Themes
    Du könntest auch „Child-Themes“ für sehr erfolgreiche „Parent-Themes“ anderer Autoren entwickeln, was eventuell dann den Start leichter macht.
    # die besten Supporter deiner Themes von morgen sind die „professionell nörgelnden User“ von gestern

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