Rezension: „Geld verdienen mit ihren Digitalbildern“ von Bernd Klumpp

Das Buch „Geld ver­die­nen mit ihren Digitalbildern“ (ISBN: 978–3932943331) war das ers­te deutsch­spra­chi­ge Buch, wel­ches 2005 riet, Fotos über Microstock-Bildagenturen zu ver­kau­fen. Wer damals den Rat befolg­te und sich auch an die Tipps von Bernd Klumpp hielt, hat­te gute Chancen, sich durch „first-mover advan­ta­ges“ gut im Microstock-Bereich zu posi­tio­nie­ren, das heißt, durch frü­he Teilnahme Vorteile zu gewin­nen. Doch wie sieht es heu­te – nach vier Jahren – aus?

Im Grunde funk­tio­niert der Markt immer noch so wie beschrie­ben. Ähnlich wie die ande­ren Bücher zum Thema „Fotos ver­kau­fen“, die ich schon rezen­siert habe, wer­den zuer­st die nöti­gen Grundlagen wie Kamera und Ausrüstung vor­ge­stellt, dann eini­ge Tipps für die Aufnahme gege­ben und zum Schluss die Verschlagwortung und das Hochladen zu den Bildagenturen beschrie­ben.

Cover "Geld verdienen mit ihren Digitalbildern"

Das Buch rich­tet sich an ech­te Anfänger, Leute, die noch nie ein Foto ver­kauft haben. Das wird vor allem dann deut­li­ch, wenn der Autor wie­der­holt von dem „genia­len Rundum-Sorglos-Alles-Für-Sie-Eingestellt-Knopf“ schwärmt, der einem die Arbeit erleich­tert. So ist es ganz kon­se­quent, dass es so kaum tech­ni­sche Aufnahmetipps gibt. Vor allem der Bereich der People-Fotografie wird nur sehr knapp ange­ris­sen. Die Bildbearbeitung selbst bekommt eben­falls nur eine Seite im Buch.

Sehr lobens­wert ist jedoch die kon­se­quen­te Wiederholung, wie wich­tig gut gewähl­te Suchbegriffe für den Erfolg sind. Das unter­malt und unter­stützt Klumpp, indem er zu jedem sei­ner abge­bil­de­ten Fotos sei­ne Suchbegriffe auf­lis­tet. Verwirrend ist jedoch, dass er den Begriff „royal­ty free“ wört­li­ch mit „könig­li­ch freie Verwendung“ über­setzt, anstatt die kor­rek­te Bezeichnung „lizenz­frei“ zu nut­zen und zu erklä­ren. Hier wird deut­li­ch, dass jemand zum Zeitpunkt des Schreibens den Bildermarkt noch nicht ganz ver­stan­den hat.

Außerdem ist eine star­ke Betonung des Buches auf die ers­te Microstock-Bildagentur istockphoto.com gelegt. Dort hat­te der Autor ange­fan­gen, Bilder zu ver­kau­fen, ist dort mitt­ler­wei­le unter dem Kürzel clu auch exklu­si­ver istock-Fotograf und Bild-Inspektor. Macrostock-Bildagenturen oder ande­re Microstock-Agenturen wer­den nicht erwähnt, waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jedoch für Anfänger auch wenig inter­es­sant oder wie im Falle von Fotolia noch gar nicht gegrün­det.

Bernd Klumpp schreibt, sein Buch „soll Menschen vor allem moti­vie­ren, selbst krea­tiv zu wer­den“ und die­sen Aspekt erfüllt es auf jeden Fall. Es moti­viert auf eine etwas spi­ri­tu­ell geschrie­be­ne Art. Die geschäft­li­che Seite der Stockfotografie kommt im Buch jedoch zu kurz.

Ob ich das Buch emp­feh­len kann? Wer ger­ne neben­bei foto­gra­fiert und noch keins der ande­ren Stockfotografie-Bücher gele­sen hat, kann es lesen. Wer schon eine Weile Fotos ver­kauft oder plant, mit sei­nen Fotos sei­nen Lebensunterhalt zu finan­zie­ren, wird mit dem Buch nicht glück­li­ch wer­den.

2 Gedanken zu „Rezension: „Geld verdienen mit ihren Digitalbildern“ von Bernd Klumpp“

  1. Hi Robert, passt zwar nicht ganz zu Deinem Artikel, aber bin gera­de im Netz auf eine Seite gesto­ßen wo ich dach­te – he, die Bilder kenn­st du doch -> http://www.couponarena.de
    Aber das ist ja auch ein gutes Beispiel, dass man gute Fotos auch ver­kau­fen kann.
    Gruß, Maik.

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