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Was Macrostock-Bildagenturen von Microstock unterscheidet

Ein riesiger Berg mit Millionen von Fotos für je wenige Euro? Warum sollte es dann weiterhin Macrostock-Bildagenturen geben, also Firmen, die Fotos für viel Geld verkaufen? Obwohl die Microstock-Anbieter mit ihren niedrigen Preisen in den letzten Jahren den traditionellen Bildverkäufern stark zugesetzt haben, gibt es weiterhin viele Gründe, warum sie nicht aussterben werden.

Geschenke vergleichenHier mal eine Übersicht:

1. Service
Wer ein ganz bestimmtes Bild braucht, wird bei Microstock-Anbietern erschlagen. Wer genug Geld hat (oder dessen Zeit so teuer ist, dass sie nicht mit einer Bildersuche vergeudet werden sollte), kann es sich leisten, einfach bei einer Bildagentur anzurufen, dem Bildredakteur zu erklären, was gesucht ist und spätestens am nächsten Tag eine PDF mit Bildvorschlägen zugeschickt bekommen. Auch wer unsicher ist, welches Foto am besten passen würde, findet bei einer traditionellen Bildagentur noch Ansprechpartner, die weiterhelfen.

2. Exklusivität und Nutzungsverfolgung
Viele Macrostock-Agenturen haben ein großes Archiv an Fotos, die sie exklusiv verkaufen können. Für bestimmte Bildnutzer in Nischenbranchen, wo die Kunden alle Wettbewerber untereinander kennen, z.B. bei Pharma-Lieferanten, kann es sehr rufschädigend sein, wenn zwei Firmen das gleiche Fotos nutzen. Hier versuchen die Microstock-Anbieter aber, mit bevorzugter Behandlung von exklusiven Fotos oder gar Fotografen, aufzuholen.
Außerdem sind viele Macrostock-Bildagenturen in der Lage, nachzuweisen, wie das Foto von wem in der Vergangenheit genutzt wurde.

3. Themenauswahl
Es gibt haufenweise Themen, die wegen Logos, Markenrechten oder moralischen Gründen etc. rechtlich schwierig sind und nur als RM-Material verkauft werden können.Dazu gehören z.B. sensible Themen wie Verhütung, Gewalt oder Verbrechen. Auch viele lokale Motive nehmen Microstock-Anbieter nicht, weil es nur einen kleinen Markt dafür gibt – z.B. Reiseverlage. Auch Spezialagenturen, die sich nur einem Thema widmen, dafür in aller Tiefe, werden Bestand haben. Zum Beispiel finden sich bei istockphoto über 1500 Bilder von Delfinen. Wird aber nach einer speziellen Art gesucht, sagen wir, dem Weißstreifendelfin (Lagenorhynchus obliquidens), gibt es nur zehn Treffer, fast alle in Aquarien aufgenommen und niemand garantiert, dass die Zuordnung richtig ist. Bei Fotolia gibt es insgesamt nur knapp 290 Delfinbilder und keines vom Weißstreifendelfin. Bei den Tierbildagenturen Red Circle Images, Okapia oder Animals Animals gibt es 10-37 Treffer, jedoch fast alle Fotos im offenen Meer entstanden und teils mit mehreren Delfinen bzw. ganzen Familien.

Anderes Beispiel: In keiner Microstock-Bildagentur gibt es ein Foto vom beleuchteten Eiffelturm bei Nacht. Aus gutem Grund, denn die kommerzielle Nutzung des angestrahlten Turms ist verboten. Für redaktionelle Zwecke, z.B. einen Artikel über die Firma, welche die Beleuchtung installiert hat, wäre ein Foto zulässig. Beim Macrostock-Anbieter laif z.B. gibt es fast 90 Fotos davon.

Darüber hinaus gibt es Bildagenturen, die sich auf ausgefallene, ungewöhnliche Bildsprachen spezialisiert haben (z.B. Sodapix oder Apply Pictures), die wegen „technischer Fehler“ von den meisten Microstock-Agenturen abgelehnt würden.

4. Rechtssicherheit
Der dritte Punkt zeigt, dass die Nutzung von Bildern viele Fallstricke bergen kann, die tückisch sind. Bei einer Macrostock-Bildagentur kann der Kunde anrufen und nachfragen, ob die Verwendung eines bestimmten Bildes für einen genau definierten Zweck zulässig ist oder nicht. Das ist in vielen Fällen einfacher, als sich durch seitenlange Vertragsbedingungen zu klicken.

Habe ich noch Gründe vergessen? Oder werden Macrostock-Anbieter doch aussterben? Ich bin gespannt auf Deine Meinung.