Der Widerspruch zwischen Originalität und Verkäuflichkeit

Immer wie­der heißt es von Bildagenturen und bei Bildkäufern: „Wir wol­len krea­ti­ve und ori­gi­nel­le Bildideen“ oder „Wir suchen ‚ech­te Menschen‘, kei­ne Models“.

Aber wenn ich mir mei­ne Verkäufe anschaue, domi­nie­ren die klas­si­schen Motive: Business-Leute am Handy, Daumen hoch, Händeschütteln und so wei­ter. Ja, ich ver­kau­fe sogar noch rela­tiv neue Fotos von lachen­den Frauen mit Headset, obwohl jede Microstock-Agentur davon min­des­tens 10.000 tech­ni­sch per­fek­te Motive in allen Varianten hat. Da gibt es einen Widerspruch.

In den Kommentaren zu mei­ner Fotosession mit vier jun­gen Frauen klang der Vorwurf an, dass die­se Bilder nicht ori­gi­nell sei­en. Ich zitie­re: „…irgend­wie nur Kopien von Kopien die­se Kopien, oder?“ Vollkommen zutref­fend. Ich wür­de nie behaup­ten, dass ich mit die­sen Fotos die Bildsprache um eine neue Facette berei­chert hät­te.

Umso erstaun­ter war ich, dass sich die Fotos bei Fotolia, Dreamstime, BigStock, 123rf (bei Shutterstock sowie­so) usw. teil­wei­se sogar nur weni­ge Stunden nach dem Freischalten ver­kauft haben – mehr­mals. Das ist selbst bei mir nicht übli­ch.

Ähnliche Beobachtungen macht auch Stephen Gibson in sei­nem lesens­wer­ten Blog-Beitrag „The Ten Commandments of Microstock Photography“ unter Punkt 6 und in den Kommentaren. Die Käufer suchen immer neu­es Material, aber wenn es hart auf hart kommt, gehen sie lie­ber auf Nummer Sicher und kau­fen die Motive, die schon hun­der­te ande­re Firmen vor ihnen gekauft haben.

Trotz der hän­de­rin­gen­den Appelle der Bildagenturen ist es auch nicht ein­fach, unge­wöhn­li­che Bilder in das Portfolio zu krie­gen. Vor allem bei Microstock-Agenturen wird bevor­zugt abge­lehnt, was nicht dem typi­schen „In die Kamera lächeln“ ent­spricht. Obiges Foto ist ein Beispiel, aber auch vie­le ande­re Foto, auf denen Dinge – absicht­li­ch – das Gesicht ver­de­cken, haben viel gerin­ge Chancen, ange­nom­men zu wer­den. Vor eini­gen Wochen tele­fo­nier­te ich mit einem Bildagentur-Mitarbeiter, der sich Fotos von jubeln­den Menschen wünsch­te – aber von hin­ten auf­ge­nom­men. Das gäbe es kaum. Kein Problem, habe ich umge­setzt. Nur wur­de das Foto über­durch­schnitt­li­ch oft wegen „gerin­ger Verkaufschancen“ abge­lehnt.

Ich ver­mu­te, der Knackpunkt ist fol­gen­der:

Das Bildagentur-Geschäft ist ein Massenmarkt. Je nied­ri­ger die Preise sind, desto wich­ti­ger ist es für Fotografen, ein Foto mög­lichst häu­fig zu ver­kau­fen. Die Kunden haben sich an Preise ab ein Euro gewöhnt, was dazu führt, dass auch mehr Bilder ins­ge­samt gekauft wer­den. Für die meis­ten Zwecke fin­den sich auch aus­rei­chend Motive – zahl­rei­che Billigzeitschriften am Kiosk, die aus­schließ­li­ch mit Fotos aus einem Bilder-Abo gespei­st wer­den, bewei­sen das. Aber wenn dann ein sel­te­nes, ver­rück­tes Bild gesucht wird, fin­den die Käufer es nicht in den Microstock-Agenturen und ver­lan­gen nach fri­schen, unge­wöhn­li­chen Bildideen – zu Microstock-Preisen.

Dabei ist es manch­mal viel­leicht ein­fa­cher, mit dem gespar­ten Geld einen Auftrag an einen Fotografen zu ver­ge­ben. Die Outtakes wer­den dann an Bildagenturen gelie­fert, dort… ach nein, das gab es ja schon mal.

Was meint ihr? Was sind Eure Erfahrungen mit unge­wöhn­li­chen Bilder und Käuferwünschen?

37 Gedanken zu „Der Widerspruch zwischen Originalität und Verkäuflichkeit“

  1. Ich habe die­se Vorgehensweise bei Bildagenturen auch schon bemerkt und hal­te sie für extrem kurz­fris­tig.

    Als Bildkäufer fällt die Entscheidung für eine Bildagentur nicht auf­grund der Topseller, son­dern auf Basis des Longtails. 

    Nehmen wir den Reisebereich. Viele Agenturen gehen dazu über, nur noch Bilder der Hot Spots anzu­neh­men. (bspw. in Berlin: Brandenburger Tor, Kanzleramt, Fernsehturm) Diese Bilder bekom­me ich aber bei jeder Agentur. Für mich als Kunde macht sich die Entscheidung aber an der „Seitenlinie“ fest. Welche Abdeckung mit Bildmaterial habe ich, wenn ich über „Geheimtipps“ und Touren abseits der Touristenzentren berich­te?

    Und da sieht es bei fast allen Agenturen sehr mau aus! Wir pro­du­zie­ren die­ses Material not­ge­drun­gen selbst. Die Zweitverwertung des Materials schei­tert dann schon bei der Freischaltung. Und da liegt dann doch etwas im Argen.

    Im Netz hat es lan­ge gedau­ert, bis die gro­ßen Player die Bedeutung des Longtails erkannt haben. Ich bin gespannt, wie lan­ge die Bildagenturen dafür brau­chen 😉

  2. Das glei­che Problem hab ich auch sobald man etwas „out­s­ide the box“ macht ist es sehr schwer sol­che Bilder von Mikrostockagenturen akzep­tiert zu bekom­men.
    Wobei bei Getty hat man mehr chan­cen „künst­le­ri­sche“ Bilder zu ver­kau­fen, da ist eben das Klientel etwas anders.

    Hab mir übri­gens dein Buch über „Geld ver­die­nen mit Stockfotografie“ gekauft um mal über den Tellerrand zu bli­cken und um zu sehen wie ande­re so mit Stockagenturen arbei­ten. Ich muß sagen es ist sehr gelun­gen und bin begeis­tert von der Fülle an Tipps und Tricks. 

    Tust du eigent­li­ch für Fotolia extra auf Deutsch ver­schlag­wor­ten das du sovie­le Verkäufe erziel­st?
    Ich ver­schlag­wor­te gene­rell alles auf Englisch und Fotolia läuft bei mir nicht so gut evtl. des­we­gen?

    Grüsse
    Daniel

  3. Wobei gen­au sol­che »außer­ge­wöhn­li­chen« Bildmotive und Umsetzungen bei den meis­ten Makrostock-Agenturen gut ankom­men. Das wird wahr­schein­li­ch auch eines der Unterscheidungsmerkmale sein (neben dem Preis): Bei Microstock gibt es alle gän­gi­gen »in die Kamera lächeln«-Motive und bei den Macros die »außer­ge­wöhn­li­che­ren« Bilder.

  4. @Daniel: Wie im Buch ja schon geschrie­ben: ich ver­schlag­wor­te alle mei­ne Fotos in deut­sch und über­set­ze sie dann ins Englische. Die deut­schen Agenturen krie­gen die deut­schen Keywords, die ande­ren die eng­li­schen.

  5. Ich pro­du­zie­re zwar „noch“ kei­ne People Fotos, jedoch ver­kau­fen sich bei mir vor allem die sehr schlich­ten Bilder wie eine Peperoni von der Seite ein Apfel usw. bes­ser als Bilder wel­che mit glei­chen Objekten auf­wän­di­ger Beleuchtet und in Szene gesetzt wur­den.

  6. Wenn man sich etwas wün­schen darf, kann man natür­li­ch in ers­ter Linie an sich selbst den­ken. Soweit ist es o.k., dass sich Bildagenturen Bilder wün­schen, die sie nicht haben. Für die Bildproduzenten bedeu­tet das aber nicht auto­ma­ti­sch, dass ihr Wunsch nach hohen Verkäufen auch in Erfüllung geht. Auch wenn das eini­ge Bildagenturen bei der Formulierung ihrer Wünsche ganz geschickt sug­ge­rie­ren. Es ist gut wenn dar­über infor­miert wird, was die Agentur/der Kunde gern hät­te. Als Produzent muss man aber für sich selbst klä­ren, ob es sich loh­nen könn­te, die­se Wünsche zu bedie­nen. Meine per­sön­li­che Erfahrung bei Microstock ent­spricht der von Robert und den vor­her­ge­hen­den Kommentaren. Es lohnt sich meis­tens nicht, sol­che Bilder wer­den zu sel­ten ver­kauft. Vielleicht wer­den hier all­mäh­li­ch die Grenzen von Microstock sicht­bar, hin­ter denen auch in Zukunft Raum für Auftragsproduktionen und Makrostock bleibt.

  7. Mein Eindruck bei dem Thema: wenn z. B. das Model den Daumen vor der Kamera hoch hält und die­ses Motiv zum hun­derts­ten Mal in der Microstock-Agentur lan­det, sich die Fotografen nur ein Hundertstel des (mög­li­chen) Gewinns aus­rech­nen kön­nen! Den Microstock-Agenturen kann das ja egal sein. Den Käufern sowie­so.
    In mei­nen eige­nen Stockfotoarbeiten (ich habe die­sen „Abstecher“ inzwi­schen so gut wie auf­ge­ge­ben) habe ich auch Inspiration in bereits bestehen­den Topsellern gesucht. Aber es ist klar, dass es sich vom Hundertstel ins Tausendstel bewegt. Der Gewinn sinkt gen­au so schnell wie die Kreativität. Es ist wie das Duplikat oder die Kopie eines gefrag­ten Konsumprodukts, es ver­kauft sich nur wenn ich es auch bil­li­ger anbie­te als das Original (Lockvogel: Dumpingpreise, Downloadgutscheine, Abos, etc…).
    Und sein wir doch mal ehr­li­ch, der Preisdruck beginnt doch schon damit, dass dei­ne Models ohne ein Honorar nach Hause gehen, oder?

  8. @anemo: Nein, meis­tens bezah­le ich mei­ne Models. Bestimmt nicht so viel wie bei einem Werbeshooting für einen Großkonzern, aber Geld bekom­men die meis­ten.

  9. Mit der rich­ti­gen Agentur ver­kau­fen sich auch ech­te Fotografien für ech­tes Geld. Habe ich jetzt wie­der ein­mal mehr in der Quartalsabrechnung gese­hen. Sich foto­gra­fi­sch für 32 bis 88 Cents/Lizenz zu pro­sti­tu­ie­ren und das dann mit dem „kom­mer­zi­el­len Erfolg“ zu begrün­den, mag aus­rei­chen, um sich über Wasser zu hal­ten, aber es dürf­te wohl kaum den (even­tu­ell vor­han­de­nen) Drang nach inhalt­li­cher Tiefe, nach Stilbildung, nach visu­el­ler Innovation und trotz­dem nach kom­mer­zi­el­ler Verwertbarkeit befrie­di­gen. Hinzu kommt, daß die Bilder ziem­li­ch gepho­to­shoppt aus­se­hen (über­sät­tig­te Farben). Und sie wur­den mit einem 08/15-Katastrophen-Licht foto­gra­fiert – das ist zwar ganz prak­ti­sch, weil wenn die Softbox ein­mal steht, dann ist das Licht ja da, aber das ist weit ent­fernt von einem auch nur im Ansatz brauch­ba­rem Licht für Bilder, die auf hohem Niveau kom­mer­zi­ell ver­wer­tet wer­den sol­len. Für Microstock scheint’s aber ja zu rei­chen.

    Zu den Models: du hast die 4 Mädchen vom letz­ten Shooting echt bezahlt? Davon hat doch kei­ne auch nur im Ansatz sowas wie Ausstrahlung, kei­ne sieht wenigs­tens gut aus und dem­entspre­chend über­zeugt auch kein ein­zi­ges der Mädchen – weder wird was für’s Herz noch für’s Auge gebo­ten. Das Lachen auf­ge­setzt und über­trie­ben künst­li­ch, die Augen häu­fig zuge­knif­fen, die Frisuren eine Katastrophe, die Mundwinkel ätzend, die Körperspannung nicht vor­han­den und die Gesichtsausdrücke abso­lut gestellt und nicht über­zeu­gend. Letztlich aber eigent­li­ch nur kon­se­quent, denn zu künst­li­chen Bildern pas­sen künst­li­che Models, aber wenn, dann doch bit­te hüb­sche Mädchen! Ach née, daas geht ja nicht, die sind teu­rer und man muß in der MK sehr lan­ge bis unend­li­ch dana­ch suchen…

    Typische Modelkartei-Gesichter, die mei­nen, Profi-Models zu sein, weil sie mal 100€ für ein paar Stunden gekriegt haben.

  10. Das war die Frage die wir hier dis­ku­tie­ren: Macht es Sinn Filet im Fastfood-Laden anzu­bie­ten? Ich den­ke nicht. Roberts Erfahrungen und die Kommentare schei­nen es zu bestä­ti­gen. Das mein­te ich auch mit den Grenzen von Microstock: Filet hat sei­nen Preis und der lässt sich bei Microstock nicht rea­li­sie­ren, also wer­den die Kunden woan­ders dana­ch suchen müs­sen.

    Ich fin­de es übri­gens nicht abwe­gig mit wenig Aufwand Geld zu ver­die­nen, im Gegenteil da habe ich rich­tig Spass dabei. Klar, vor Microstock konn­te man auch „Gehacktes“ zum Filetpreis ver­kau­fen, wie der Blick in eini­ge Makrostockportfolios zeigt. Die Zeiten sind vor­bei, dass ist ärger­li­ch und des­halb fal­len viel­leicht so har­te Worte wie „pro­sti­tu­ie­ren“. Würde ich nie ver­wen­den.

    Ich wäre auch nicht auf die Idee gekom­men, Fotografen die ihr Einkommen mit Kellnern, Taxifahren u.ä. auf­bes­sern muss­ten, Prostitution vor­zu­wer­fen. Die hat­ten alle min­des­tens eine Fotografenausbildung, meis­tens sogar ein Diplom und natür­li­ch den „Drang nach inhalt­li­cher Tiefe, nach Stilbildung“ und sicher auch den Wunsch „nach kom­mer­zi­el­ler Verwertbarkeit“. Heute kön­nen sie sich schon wäh­rend der Ausbilung/Studium ein Microstockportfolio auf­bau­en, dass ganz allein jeden Monat die Miete und das Essen ver­dient und dann an ihren wirk­li­chen foto­gra­fi­schen Zielen/kommerziellen Durchbruch arbei­ten. Vorausgesetzt sie ste­hen sich nicht selbst im Weg weil ihnen irgend­je­mand ein­ge­re­det hat, sie wür­den sich damit pro­sti­tu­ie­ren.

  11. @ Michael: du glaub­st doch sel­ber nicht, was du hier von dir gib­st, oder?
    Studenten, die ihre Miete mit Microstock ver­die­nen?
    Ich war als Student neben­bei Kurier, Fensterputzer, Kellner, Sportlehrer, etc. und wuß­te am Ende des Monats ca. 800‑1000,- Euro in der Tasche zu haben. Und wer, bit­te­schön, schafft als foto­gra­fie­ren­der Student 500‑1000 nöti­ge Downloads pro Monat bei Microstock-Agenturen?

    Aber Ausgangspunkt ist nicht das Filet im FastFood, son­dern ob man ande­ren Fotografen Konkurrenz macht, indem man ihre Arbeit kopiert und dann neben­an plat­ziert (für weni­ger als 1 Euro brut­to)? Und sich die gan­ze Sache auch nur Ansatzweise rech­net? Alleine schon dann, wenn der Fotograf den betei­lig­ten Models ein ange­mes­se­nes Honorar aus­zahlt (im dus­ku­tier­ten Fall vier Models!!!!)?

  12. @yeahyeahyeah: nur weil die Mädels nach „nor­ma­len“ Mädels aus­se­hen, muss man doch nicht sol­che Geschütze auf­fah­ren. Ein bis­sel Normalität kommt auch in der Werbebranche gut und die Verkäufe geben Robert recht.

    Mal abge­se­hen davon dass hier immer wie­der der sel­be alte Schmarrn daher­ge­re­det wird, dass jeder Verkauf nur zwi­schen „32 bis 88 Cents/Lizenz“ bringt. Nur wegen Shutterstock? Robert ist bei Fotolia Silber Mitglied, bekommt also da zwi­schen 0,31€ (inso­fern rich­tig) und bis zu 3,10€, wenn er sei­ne Bilder nicht exklu­siv anbie­tet. Ich gehe aber davon aus, dass es Bilder gibt, die er hier und da als tei­lex­klu­si­ves Bild ein­stellt. Bei foto­lia bekä­me er dann zwi­schen 0,93 – 9,30 Euro. Das ist zum Beispiel bei sei­nen Bestsellern bei Fotolia der Fall.

    Bei exklu­si­ven ist die Kommission noch höher, da gibt es im Silber Rang 1,44 – 14,40. Aus eige­ner Erfahrung kann ich sagen, das XL und XXL Lizenzen sehr oft gekauft wer­den.

    Überschlagen wir mal kurz, was Robert an Bestseller bei foto­lia (tei­lex­klu­siv) ver­dient haben könn­te: ich nehm mal an, das war sein Weg zu Silber und er ist ab der Hälfte der Verkäufe sil­ber gewor­den und es dann auf tei­lex gestellt. Also hat er bei sei­nem ers­ten Bild (190 * 1 * 0,25 * 5) + (190 * 3 * 0,31 * 5) = ca. 1.300€ ver­dient (190 = Hälfte der Verkäufe, Grundpreis, Kommission, durch­schnitt­li­che Lizenz M). Ist natür­li­ch über­schla­gen und völ­lig grob, aber allein an die­sem Bild hat sicher schon mehr als 1000€ ver­dient.

    Nun hat er aber nicht nur eins son­dern mitt­ler­wei­le 2600 im Angebot, gestreut in ver­schie­de­nen Agenturen plus die Bilder die er auch noch im Macrobereich anbie­tet.

    @anemo: ein Student muss nicht 800 – 1000 € ver­die­nen. 400€ rei­chen auch schon, wenns Bafög plus Kindergeld stim­men 😉

    Ich weiß, über­trie­be­ne Darstellungen hel­fen einen Standpunkt schein­bar zu fes­ti­gen. Aber ich den­ke dass, wenn ihr schon hier die gan­ze Zeit gegen sei­ne Art Geld zu ver­die­nen wet­tert, ihr doch bit­te kor­rek­te Zahlen neh­men könnt.

  13. @FoG: Du mus­st hier gar nicht spe­ku­lie­ren, in paar Tagen ver­öf­fent­li­che ich eine Statistik mei­ner Microstock-Umsätze… 🙂

  14. @FoG
    Man kann sich vie­les schön rech­nen!
    Die Realität sieht aber anders aus. 

    Also mei­ne Korrekten Zahlen sind: Vorgestern ein Bild mit 1 Euro Bruttogewinn ver­kauft, Gestern mit 0,31 Euro Bruttogewinn.
    Wenn ich jetzt die­sen Kram mal 3500 neh­me, kom­me ich auf einen rea­lis­ti­schen Brutto-Umsatz um sagen zu kön­nen, ich lebe von der Stockfotografie. Wobei ich dann wohl mein Auto, Atelier und Hobbies auf­ge­ben müß­te ;D

  15. Nicht, weil die Mädchen „nor­mal“ aus­se­hen, hal­te ich sie für unge­eig­net, kom­mer­zi­ell mit ihnen zu arbei­ten. Sondern, weil sie null Ausstrahlung haben, die Augen zuknei­fen und alles in allem gar nichts rüber­brin­gen.

    Prostituieren“ war so gemeint, daß man als Fotograf sei­ne Arbeitskraft nicht frei­wil­lig unter Wert ver­kauft bzw. – um das eben nicht zu tun – dann eben bil­lig und viert­klas­sig pro­du­ziert. Diese Idee steht mir tat­säch­li­ch im Weg, um „Millionenseller“ im Microstock-Bereich zu wer­den. Das will ich nicht, hal­te ich wei­ter­hin für kurz­fris­tig gedacht und dürf­te mitt­ler­wei­le auch sehr schwie­rig wer­den. Ich habe kei­ne Lust auf Stangenware, selbst unter Pseudonym nicht. Entweder, jemand bezahlt ange­mes­sen für (mei­ne) Bilder oder eben nicht. Falls nicht, soll er/sie ja die über­trie­ben dar­ge­stell­ten Hobby-Mädels von neben­an vor weiß kau­fen. Mir eigent­li­ch egal, jeder muß selbst wis­sen, mit wel­chem Material gewor­ben wird – wobei ich ernst­haft bezwei­fel, daß eine halb­wegs kom­pe­ten­te Werbeagentur auch nur im Ansatz dar­über nach­denkt, Microstock-Bilder zu kau­fen bzw. zu nut­zen.

    1000€/Bild bei foto­lia? Welchen Robert mein­st du? Ich sehe gan­ze 7 Bilder, die sich 100x oder öfter ver­kauft haben und gan­ze 37 Bilder, die sich häu­fi­ger als 50x ver­kauft haben (inkl. der 7 100er-Bilder). Ab Portfolio-Seite 10 kom­men die ein­stel­li­gen Verkäufe, ab Seite 52 fol­gen 33 Seiten Karteileichen (grob gerech­net 1188 Bilder). Portfolio-Größe sind 2700 Bilder, 44% haben sich gar nicht ver­kauft, aber nur 1,37% mehr als 50mal. Aber is‘ klar, jedes Bild bei foto­lia bringt 1000€. Mindestens. Microstock scheint echt die Lizenz zum Geld-drucken zu sein…

    Ich ver­kau­fe lie­ber ca. 40 Bilder im Quartal mit einem Durchschnittspreis von 160€ – da füh­le ich mich als Fotograf bestä­tigt, sowohl in visu­el­ler als auch in inhalt­li­cher Hinsicht. Ich foto­gra­fie­re lie­ber 15 bis 20 brauch­ba­re Bilder am Tag statt 150 bil­li­ge, aber bun­te Bildchen zu pro­du­zie­ren, die es schon 10000mal gibt.

    Es wäre mal inter­es­sant zu sehen/lesen, wann Robert sei­nen BreakEven-Point bei einer sei­ner Produktionen mit den Amateur-Models erreicht hat. Z.B. die Bibliotheks-Geschichte, die er hier mal vor Ewigkeiten prä­sen­tiert hat. Oder die Apotheken-Sache – die habe ich noch in Erinnerung, weil ich auch da Probleme mit dem „Model“ hat­te. Oder mei­net­we­gen auch die letz­te Produktion mit den vier Amateur-Gesichtern. Aber bit­te rich­tig rech­nen! Und dann rech­nen wir mal aus, was er noch ver­kau­fen muß, um den Zeitaufwand eini­ger­ma­ßen sinn­voll bezahlt zu bekom­men (Vorbereitung, Fotografieren, Nachbearbeitung, Betextung, Kategorisierung). Und wenn wir dann noch Steurn und sons­ti­ge Abgaben berück­sich­ti­gen…

  16. P.S.: vor den Kollegen, die lie­ber Taxi fah­ren statt sich im Microstock-Markt unter Wert zu ver­kau­fen, habe ich abso­lut gro­ßen Respekt.

  17. @yeahyeahyeah: zum einen: es gibt nicht nur eine Agentur. Zum ande­ren glau­be ich nicht, dass man im Macrostock Bereich mehr ver­kauft. Sicher, das ein­zel­ne Bild zu höhe­ren Preisen, aber nicht in der Frequenz wie im Microstockbereich. Und Robert gibt ja auch zu, im Macrostockbereich anzu­bie­ten. Wenn es denn so viel lukra­ti­ver ist, war­um geht er dann doch gezielt auf den Microstockbereich?

    Ich hab nicht gesagt dass jedes Bild so viel Geld ein­bringt. Ist bei der Masse auch nicht mög­li­ch. Aber wenn ich aus einem Shooting 100 brauch­ba­re Bilder her­aus­be­kom­me und davon nur 5 oder 6 sich mehr als 50mal ver­kau­fen hab ich bei mei­nem durch­schnitt­li­chen Umsatz von 5€ das Shooting locker finan­ziert (ich per­sön­li­ch habe die­sen durch­schnitt­li­chen Umsatz weil ich exklu­siv bin bei Fotolia, Robert hat über meh­re­re Agenturen auch meh­re­re Einnahmetöpfe). 

    Klar sind über die Hälfte erst mal Karteileichen. Aber du ver­gisst dass vie­les davon aus Shootings stammt wo sich ähn­li­che Bilder schon mehr­fach ver­kauft haben. Oder die Bilder sind rela­tiv neu und haben sich des­halb noch nicht ver­kauft. Und wie hier ja so oft ange­merkt wird, ist Microstock Massenware, da inves­tiert man im Postprocessing halt nicht eine Stunde pro Bild son­dern nur 15 Minuten. Oder man ver­sucht vor­her schon mög­lichst alle Fehler die es zu kor­ri­gie­ren gäbe aus­zu­schlies­sen um effi­zi­en­ter zu sein.

    Ich foto­gra­fie­re lie­ber 15 bis 20 brauch­ba­re Bilder am Tag statt 150 bil­li­ge, aber bun­te Bildchen zu pro­du­zie­ren, die es schon 10000mal gibt.“

    Das ist ja schön dass du das so siehst und hört sich auch gut an. Aber das ist nicht für jeden die Lösung und nicht jeder muss dei­ne Meinung tei­len, dass dies der Weg ist den ein Fotograf gehen muss.

    Dich inter­es­siert, was Robert an dem Bibliotheksshooting ver­dient hat? Überschlag es doch ein­fach. Wenn man bei Fotolia die Downloads zusam­men­rech­net kommt auf ca 790 Verkäufe. Übrigens sind da viel­leicht 10% unver­kauft. Vielleicht gibt er ja sei­ne Zahl, was er durch­schnitt­li­ch pro Download bei Fotolia bekommt bekannt. Dann kann­st du das ein­fach mul­ti­pli­zie­ren und kommst viel­leicht auf 600€ (nur bei Fotolia, wo er die son­st noch ver­kauft, weiß ich nicht).

    @anemo: ich hab die­se Woche (als Hobbyfotograf) auch ein paar Bilder ver­kauft: 3 mal XXL und ein mal L bei Fotolia. ich hab 3 mal 9€ und ein mal 6,30€ ver­dient. mei­ne ein­zi­gen ver­käu­fe letz­te Woche 😉 Ist zuge­ge­be­ner­ma­ßen nicht immer so, aber oft genug.

    Ich will hier nicht lei­den­schaft­li­cher rüber­kom­men, als ich bei dem Thema eigent­li­ch bin, aber jeder soll­te sich vor Augen füh­ren, dass wenn für Robert ein ande­rer Weg als pri­mär Microstock wirk­li­ch lukra­ti­ver wäre, er das auch machen wür­de. Aber irgend­et­was muss er da ja an Potenzial sehen, zumin­dest für sich.

  18. @ FoG
    Vorab Herzlichen Glückwunsch für die­se wahn­sinns Verkaufswoche bei dir!
    Die sicht­ba­ren Fakten (sofern der Link stimmt): Dein Top-Seller unter foto­lia wur­de gan­ze 13 mal down­ge­loa­ded!?! Insgesamt hast du etwas mehr als hun­dert Verkäufe und damit den glor­rei­chen BRONZE-Status erreicht(mit rund 600 Bildern, nach wie­viel Monaten??).
    Und als XXL kos­ten dei­ne Motive 10 oder 20 Credits (Exklusiv-Anbieter bekom­men davon 42 %)!
    Das die­se Motive für den Weitervertrieb (Lizenz X) von Kunden bezo­gen wer­den, glau­be ich kaum.
    Bei dei­nem Brutto-Gewinn von 9,- Euro (= 42 %) pro Motiv wäre der Preis des Motivs bei foto­lia 21,43 Credits gewe­sen!! Oder spinnt mein Rechner??
    Also, für mich haben Lügen immer noch kur­ze Beine ;D
    In allen Ehren und bei Roberts Fleiß und Toleranz: Bleibt mal rea­lis­ti­sch wenn ihr euch in die Diskussionen mischt, Danke!

  19. @FoG: du rech­nest aber komi­sch und ver­schließt die Augen vor der (offen­sicht­li­chen) Realität. 

    Ich habe bei foto­lia jetzt 346 Downloads gezählt, die ich in Robert’s Portfolio zum Stichpunkt „Bibliothek“ gefun­den habe – damit habe ich also vor­aus­ge­setzt, daß alle Bilder mit die­sem Stichpunkt aus die­sem Shooting stam­men (was nicht der Fall sein dürf­te). Selbst wenn es durch­schnitt­li­che für jeden Download 1,50€ gäbe (was nicht der Fall ist – und die von dir hier ange­ge­be­nen 5€/Download sind völ­lig aus der Welt gegrif­fen), wäre das ein Umsatz von ca. 520€. Vier Models sind beim Shooting gewe­sen (oder waren es mehr? Ich weiß nicht mehr…), jeder kriegt unglaub­li­che 70€, macht 280€ Modelkosten, also blei­ben 240€ übrig. Da sich ein Shooting i.d.R. nicht allei­ne und auch nicht kos­ten­frei orga­ni­siert, blei­ben viel­leicht 200€ übrig, wenn diver­se Zusatzkosten berück­sich­tigt wer­den.

    Natürlich kom­men noch Verkäufe der ande­ren Agenturen hin­zu, die­se dürf­ten sich aber in Grenzen hal­ten, falls Robert’s letz­ter Beitrag über sei­ne Microstock-Zahlen noch eini­ger­ma­ßen aktu­ell ist – in die­sem war er übri­gens stolz auf 50€-Cents Umsatz pro Bild pro Monat… also sind wir groß­zü­gig und schla­gen 200€ drauf für Verkäufe aus ande­ren Agenturen.

    400€ für einen Tag Vorbereitung, einen Tag Fotografieren, zwei Tage Nachbearbeitung = 100€/Tag. Davon sind noch Steuern, Versicherungen, Investitionskosten, lau­fen­de Betriebskosten sowie sons­ti­ge Abgaben (Berufsgenossenschaft z.B.) abzu­zie­hen.

    Mal im Ernst: jeden Tag für 8 Stunden in der Videothek arbei­ten ist da deut­li­ch lukra­ti­ver, aber das muß jeder selbst wis­sen.

    P.S.: um im Makrobereich zu ver­kau­fen, müß­te Robert ziem­li­ch viel ändern – Lichtaufbau, Modelauswahl, Themen, Bildideen… wenn er es ohne Änderung ver­sucht, wun­dert es mich nicht, daß er nichts ver­kauft und meint, Micros sei­en lukra­ti­ver.

  20. @anemo: als Exklusiv Bronze Mitglied bekom­me ich 45% Kommission. Insofern macht das bei 20 Credits 9 € für mich. Ich habe im Februar mein Portfolio von 250 um 200 wei­te­re Fotos erwei­tert. Die rest­li­chen 150 kamen in den let­zen 2 Monaten hin­zu. Ich mach das gan­ze wie gesagt neben mei­ner Arbeit. So rich­tig küm­me­re ich mich erst seit Ende let­zen Jahres um mein Portfolio. Ich habe ja immer wie­der betont, dass ich das als Hobby betrei­be und das ein­zi­ge was ich hier aus­räu­men woll­te, ist das Vorurteil, dass man im Microstockbereich nur Cent-Beträge bekommt. 

    Was hat das mit mei­nen abso­lu­ten Verkaufszahlen zu tun, die natür­li­ch nicht zum Leben rei­chen? Dafür dass ich mich viel­leicht an 3 Tagen in der Woche abends mal 2 Stunden hin­set­ze und Bilder fer­tig mache, find ich es nach 7 Monaten schon ganz gut so 120 – 200€ extra mit nem Hobby zu ver­die­nen. Und ich ver­die­ne heu­te immer noch an mei­nen ers­ten Bildern. Von daher kann der Umsatz nur stei­gen, auch wenn ich NICHTS mehr mache.

    @yeahyeahyeah:
    Die 5€ sind mein durch­schnitt­li­cher Umsatz, als exklu­si­ver Bronze Fotolianer. Meine Bilder kos­ten 2 – 20 Credits, von denen ich 45% bekom­me (macht also zwi­schen 0,90 – 9€ für mich, pro Download). Abo Funktion ist aus. Nun sag mir doch mal, wenn ich mei­ne Durchschnittszahl berech­ne und auf die­sen Wert kom­me, wie die­se Zahl aus der Luft gegrif­fen sein soll?

    Bei dem Bibliotheksshooting bin ich anders als du vor­ge­gan­gen und hab das Portfolio zeit­li­ch geord­net. Von Seite 35–38 fin­dest du sei­ne Bilder aus dem Bibliotheksshooting. Du soll­test näm­li­ch fair sein und Bilder wie die­ses http://de.fotolia.com/id/18550262 dazu zäh­len. Denn immer­hin sind das die Models die er in dem Shooting bezahlt hat.

    Robert hat eben ja auf einen Artikel ver­linkt, da steht drin dass er durch­schnitt­li­ch 1,03 pro nicht exklu­si­ven Bild bekommt. Also hat er bei 790 Verkäufen ca. 813€ ver­dient. Damit liegt dei­ne Beispielrechnung schon mal um 300€ dane­ben.

    Die Bilder wur­den vor ca. einem 3/4 Jahr ein­ge­stellt. Die ver­kau­fen sich doch noch wei­ter. Ich geh mal davon aus, dass er in einem Jahr die dop­pel­te Anzahl an Verkäufen haben wird. Von daher ver­än­dert sich doch die Rechnung andau­ernd. Dann kom­men noch mal 800€ hin­zu. Bald ist er Gold und bekommt dann 3% mehr. Kleinvieh macht auch Mist. 

    @Robert: der Beitrag ist ja schon ziem­li­ch alt 🙂 ich bin gespannt, ob sich in dem Jahr die Umsätze und RPD ver­än­dert haben, ins­be­son­de­re bei Fotolias neu­er Preisstruktur seit Anfang des Jahres.

  21. ok, genug geschwa­felt. Ich habe mir jetzt echt mal die Mühe gemacht und Robert’s Downloads bei foto­lia kom­plett gezählt – durch das gesam­te Portfolio. Als Ergebnis ste­hen bei mir 12417 Downloads, bei 1,03€/DL macht das ca. 12800€ Umsatz. Rechne dir bit­te selbst aus, ob sich das nach Abzug der Kosten tat­säch­li­ch lohnt. Steuern nicht ver­ges­sen, sons­ti­ge Abgaben eben­falls berück­sich­ti­gen. Und jetzt komm‘ mir kei­ner mit „die Bilder lau­fen auch bei ande­ren Agenturen“ – ja, aber lt. Robert’s letz­ter Statistik ist foto­lia mit Abstand sei­ne erfolg­reichs­te Agentur, dar­an dürf­te sich wenig geän­dert haben. Setzen wir die Zahl für alle Agenturen auf insg. 20000€, das dürf­te aus­rei­chen.

    Jetzt kann jeder selbst rech­nen, ob das reicht. In den 20k sind aber noch kei­ne Ausgaben berück­sich­tigt, d.h. wenn Robert viel­leicht insg. für sei­ne Produktionen 35 Models mit jeweils 70€ bezahlt hat (was sehr, sehr wenig wäre), sind schon 2500€ an Kosten auf­ge­lau­fen – und dabei bleibt es ja nicht.

    Leben kann man davon jeden­falls zwei Jahre lang nicht.

  22. wow, so viel Arbeit 🙂

    Ich seh das mal so: er lebt noch, er bloggt noch, er foto­gra­fiert noch. Von daher kann er wohl von der Fotografie leben. Er macht ja auch Auftragsarbeiten wie z.B. Hochzeitsfotografie. Aber der Hauptumsatz kommt nach sei­nem Bekunden aus dem Stockbereich. Ich glaub ihm das jetzt ein­fach mal. Und dem­nächst kommt auch wie­der sein Report über sei­ne Einnahmen. 

    Ich glau­be ja nicht dass er mit abso­lu­ten Zahlen dar­auf ein­ge­hen wird, wie­viel er mit Stock und wie­viel er mit trad­tio­nel­ler Auftragsfotografie erzielt. Ich neh­me mal an es wird so im Bereich von 60 zu 40 Prozent lie­gen. Ich bin im ers­ten Jahr mei­ner Selbstständigkeit auch mit 12.000€ Gewinn erst mal aus­ge­kom­men. Im zwei­ten warens dann schon 20.000€. Jetzt bin ich 5 Jahre selbst­stän­dig 🙂 Am Anfang ist man zu Entbehrungen bereit 😉

    Ich war­te mal auf sei­nen Report und dann kön­nen wir ja wei­ter­dis­ku­tie­ren 🙂

  23. @FoG
    Ok. Bei dei­nem Bronze-Status und den Prozenten hat­te ich mich ver­guckt.

    Aber,
    bei uns in der Stadt gibt es auch Menschen, die sich mit dem Sammeln von Leergut etwas dazu­ver­die­nen ;D
    Pro PET-Flasche 0,25 Euro. bei nur 20 Flaschen am Tag an 365 Tagen im Jahr sind das 1825,- Euro (kei­ne Steuern, kei­ne Materialkosten, kei­ne Honorare, fri­sche Luft und Bewegung gra­tis!)
    So, und nun rech­ne mal vor oder nach, wie groß dein (Exklusiv-)Portfolio noch wer­den muss um da ran­zu­kom­men (Steuern, Versicherung, hohe Materialkosten, DSL, Model-Honorare, etc. nicht ver­ges­sen)?

  24. hier in Berlin machen das mehr Leute 🙂 Aber irgend­wann ist der Markt an Anbietern gesät­tigt 😀

    @Robert: ach so? ich dach­te gele­sen zu haben, dass du vor nicht all­zu lan­ger Zeit auf einer Hochzeit foto­gra­fiert hast.

    @anemo: mein Portfolio muss dazu nicht mehr wach­sen 😉 Wie gesagt: der Knackpunkt ist, dass sich mor­gen auch noch Bilder von vor einem Jahr ver­kau­fen wer­den. Aber mor­gen hab ich schon wie­der was neu­es im Angebot. Das gan­ze ist unge­fähr wie der Zinseszinseffekt.

  25. FoG, du argu­men­tier­st mit einer Laufzeit und dadurch auto­ma­ti­sch gene­rier­ten Verkäufen. Zwei Dinge gibt es dabei jedoch zu beach­ten: die Laufzeit im Micro-Bereich liegt bei max. 2 Jahren, bei shut­ter­sto­ck z.B. ist sie noch­mals deut­li­ch kür­zer. Ein Jahr Auszeit kann sich z.B. ein Microstock-Fotograf nicht leis­ten, das wäre in den Umsätzen sofort spür­bar. Du mußt stän­dig nach­schie­ben. Und zwei­tens kämp­fen die „Großen“ (Yuri & Co) seit eini­ger Zeit mit erheb­li­chen Einbußen bei den Bildverkäufen – sei es durch Konkurrenz aus Osteuropa, sei es durch gesun­ke­ne Fotografen-Beteiligungen oder eben dadurch, daß mitt­ler­wei­le immer mehr pro­du­ziert wer­den muß, um die Umsätze kon­stant zu hal­ten.

    Dies ist im Makro-Bereich natür­li­ch nicht anders, irgend­wann flie­gen die Bilder aus dem Vertrieb. Allerdings erst nach ca. 5 Jahren und dann bleibt immer noch die Verwertung über die Micro-Schiene. Es wird häu­fig gesagt, daß Micro genauso ertrag­reich sein kann wie Makro, aller­dings berück­sich­ti­gen die Leute dabei eben nicht die deut­li­ch unter­schied­li­che Lebensdauer des Materials und die Option, das Makro-Zeugs nach der Verwertung noch immer bei den Micros ver­wurs­ten zu las­sen.

    Mein imagebroker-Portfolio z.B. geht in zwei Jahren kom­plett zu den Micros. Ich bin der­ma­ßen unzu­frie­den mit den erziel­ten Verkaufspreisen bei image­bro­ker, daß ich den Vertrag die­ses Jahr kün­di­gen wer­de. Nur ist image­bro­ker nicht die Referenz im Makro-Bereich, zumin­dest nicht für mei­ne Bilder, und des­halb sind die Zahlen von denen nicht reprä­sen­ta­tiv für (rich­tig gute) Agenturen. Mit einer ande­ren Agentur erzie­le ich z.B. kon­stant 600% mehr Umsatz im Quartal bei ca. 60%iger Portfolio-Größe gegen­über mei­nem imagebroker-Portfolio.

  26. @yeahyeahyeah: Sagt der Imagebroker-Vertrag nicht, dass die Bilder auch NACH Vertragsende nicht aus dem Vertriebsnetz genom­men wer­den kön­nen?

  27. Das Perpetuum mobi­le, das sich vie­le Hobby-Knipser unter dem MicroDingsbums vor­stel­len, geht nicht auf.

    Ich war vor einem Jahr auch von die­sem „Fieber“ befal­len. Hab in mei­ner Freizeit eine Menge pro­du­ziert und expe­ri­men­tiert, aber die Zeit und Material dafür dürf­ten sich nie mehr bezahlt machen (Lehrgeld nennt man das). Da hel­fen auch kei­ne Zinseszinsen, denn die gibt es nur für Kapital das tat­säch­li­ch vor­han­den ist. (Achtung: Kapitalsteuererträge anmel­den :D!)

    @FoG: du hast bestimmt auch hau­fen­wei­se Bilder umson­st für foto­lia vor­be­rei­tet, die dann abge­lehnt wur­den. Addierst du die­sen Schaden auch zu dei­nem Zinseszins? Wer zahlt dir die­se Arbeiten aus?

    Noch ein neu­er Tipp: Lagert doch bes­ser Wein im Keller, als Allerweltsfotos.
    Die Aussichten auf einen fet­ten Gewinn dürf­ten ein viel­fa­ches höher sein. Und falls nicht, habt ihr immer noch was zu sau­fen ;D

  28. Eigentlich ja, aber die Klausel wur­de vor etli­chen Monaten mal bei „neu­en“ Fotografen mit einer Frist von 2 Jahren zum Jahresende ent­spre­chend geän­dert. Und da es bei image­bro­ker kei­ne Sonderklauseln gibt, gilt die­se Kündigungsmöglichkeit für alle Fotografen.

    Ich habe es auch erst auf Nachfrage hin erfah­ren, es gab lei­der dies­bzgl. kei­ne Informationsmail. Das ist blöd, weil ich son­st schon letz­tes Jahr gekün­digt hät­te…

  29. @ Robert:
    Die Antwort auf dei­ne Frage, war­um weni­ge Leute (den­no­ch) das Flaschensammeln (nicht) nach­ah­men (?), führt uns wie­der zum Ursprung unse­rer Diskussion. Auch wenn´s hart klingt, – wer Kopien kopiert, also kei­nen neu­en Weg ver­sucht, wird nie ein erfolg­rei­ches Original her­vor brin­gen ;D
    Diese „Erkenntnis“ bele­gen auch die Top-Seller der MicroDingsbums, die mas­sen­haft nach­ge­stellt wer­den von mil­lio­nen Hobby-Knipsern.

    Mein Google-Tipp: „Schweinezyklus“

  30. @yeahyeahyeah: dass man stän­dig nach­schie­ben muss, ist nir­gend­wo rich­tig belegt. Zumindest gilt es mei­ner Ansicht nach nicht für Fotolia. Evtl. hat das viel mit dem Algorythmus für die Suchmaschine zu tun und kann bei ande­ren Agenturen dann dem­entspre­chend pro­ble­ma­ti­sch wer­den.

    Bei Fotolia hab ich momen­tan 90% Annahmequote. Allerdings war das nicht immer so, ich hab da auch Lehrgeld bezahlt. Aber ich bin ja auch einer, der sich durch das akti­ve Fotografieren erst ver­bes­sert hat, mir wur­de das ja nicht bei­ge­bracht.

    Was ich nicht nach­voll­zie­hen kann ist die Sache mit den 2 Jahren. Wieso soll­ten mei­ne Bilder nach 2 Jahre raus­flie­gen? Die unver­kauf­ten, die flie­gen irgend­wann raus, das stimmt. Aber die mit auch nur einem Verkauf blei­ben wei­ter­hin im Portfolio.

    @anemo: Klar wur­den Bilder abge­lehnt. Wie ist es denn bei ande­ren Agenturen im Macro Bereich? Nehmen die alles an? 😉 Was muss man da denn für Kompromisse ein­ge­hen oder kann man alles machen was man will? Das glaub ich näm­li­ch auch nicht.

    Generell: mich wür­de mal inter­es­si­ern war­um es im Macro Bereich anders läuft oder was gen­au. Meiner Ansicht nach sind Macrostock Agenturen nichts ande­res als Micros mit mehr Service und etwas mehr Exklusivität. Aber wo unter­schei­det es sich für einen Anbieter?
    Wie geht man bei der Produktion für Macroagenturen vor? Muss man beson­de­re Richtlinien ein­hal­ten, was ist gern gese­hen und was nicht und wie wer­den die Bilder aus­ge­wählt die in den Verkauf gehen?

  31. @anemo: Mein Kommentar war völ­lig ern­st gemeint, weil ich selbst erle­be das es funk­tio­niert. Wenn ich als Amateur mit ca. 100 Bildern jeden Monat durch­schnitt­li­ch 73 € ver­die­ne (ca. 1 Jahr online, seit 8 Monaten hat sich die­ser Wert ein­ge­pe­gelt), dann soll­te jemand der Fotografie stu­diert oder erlernt mit 1.500 Bildern auf monat­li­ch 1.000 € kom­men. Außerdem funk­tio­niert es auch, obwohl ich nicht monat­li­ch Bilder „nach­la­de“.
    Ich beob­ach­te seit etwa einem Jahr eini­ge Portfolios, dar­un­ter auch eins in der Größenordnung von 1.000–1.600 Bildern (je nach Agentur), die die­se Werte bestä­ti­gen. Derjenige hat bei isto­ck monat­li­ch 1.000 Downloads, bei Dreamstime 180 und bei foto­lia kann ich es nicht nach­prü­fen aber es dürf­ten auch unge­fähr 1.000 wie bei isto­ck sein.
    Übrigens kann ich bei mei­nen Beobachtungen auch kei­ne dra­ma­ti­schen Umsatzeinbrüche bei Topsellern (Arcurs, Andresr, Gagne) erken­nen, wie wei­ter oben geschrie­ben wur­de.

    @yeahyeahyeah: Ich habe Achtung vor jeder Tätigkeit mit der sich Leute auf ehr­li­che Weise ihr Geld ver­die­nen. Aber ich sehe es gen­au umge­kehrt wie Du: Wenn ein Fotograf als Taxifahrer arbei­tet, dann ver­kauft er sich unter Wert. 

    Um auf Roberts Beitrag zurück­zu­kom­men: Originalität benö­tigt nicht zwangs­läu­fig ein auf­wen­di­ge Produktion. Insofern spricht nichts dage­gen auch ori­gi­nel­le Bilder zu pro­du­zie­ren. Aufwendige Produktionen für Microstock wür­de ich eher ver­mei­den. Das lohnt sich aus mei­ner Sicht nur für gro­ße Produzenten, die mit ihrem Portfolio sehr hohe Einnahmen gene­rie­ren und wo der Betrag der wie­der inves­tiert wird, ent­spre­chend hoch aus­fällt. Für die Einzelkämpfer dürf­te die Herausforderung dar­in bestehen, mit gerin­gen Aufwand hoch­wer­ti­ge und ver­käuf­li­che Bilder zu pro­du­zie­ren. Dazu passt fol­gen­des Zitat: Ein Ingenieur ist ein Mann der für einen Dollar das schafft, wofür ein Idiot 100 Dollar braucht (Keith Duckworth, Konstrukteur des erfolg­reichs­ten Formel-1-Triebwerks).

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