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Die meistverkauften Videos bei Pond5 im Jahr 2013

Welche Videos ver­kau­fen sich beson­ders gut? Das ist noch schwie­ri­ger zu sagen als bei Fotos, weil die abso­lu­ten Verkäufe deut­lich nied­ri­ger sind als bei Bildern, die locker mal vier­stel­li­ge Verkäufe erzie­len kön­nen. Deshalb habe ich die Bildagentur Pond5* gefragt, wel­che Videos sich bei denen im Jahr 2013 am meis­ten ver­kauft haben.

Hier die Liste der Video-​Bestseller 2013, abstei­gend nach Verkäufen sortiert:

  1. Growing Global Network Realistic
  2. Floodlights Flashing
  3. Vintage Film Projector Countdown Green Screen Transition
  4. Timelapse Sunset
  5. Young Business People Tablet Computer Café
  6. Earth Sunrise
  7. Beautiful Flight Through Space Earth
  8. Fire Burning
  9. Beautiful Earth Night Day
  10. Fireworks
  11. Plane Take

Die Bestseller haben nach eige­ner Schätzung ca. 100 bis 50 Downloads erzielt in einem Jahr, was für Videos wirk­lich eine beacht­li­che Summe ist. Fast die Hälfte der Videos sind mitt­ler­wei­le 3D-​Animationen. Schön zu sehen ist auch, dass die­se Clips sehr gene­risch sind. Ich kann mir bei jedem Video schnell vie­le ver­schie­de­ne Einsatzmöglichkeiten vorstellen.

Pond5 ist eine der weni­gen Agenturen, bei denen die Anbieter die Preise für ihre Werke selbst fest­le­gen kön­nen. Der Durchschnittspreis der 11 obi­gen Clips für die höchs­te Auflösung beträgt ca. 33 US-​Dollar und schwankt von 10 bis 70 Dollar.

Mein eige­ner Topseller bei Pond5 war 2013 genau wie die bei­den Jahre davor die­ses Video:

Young Man Smiling*

Diesen Clip konn­te ich 2013 ins­ge­samt 9x ver­kau­fen, 1x mehr als 2012. Insgesamt habe ich damit aber 365 US-​Dollar ver­dient, das ist genau das Doppelte wie im Vorjahr, was dar­an lag, dass ich den Preis des Clips von 45 Dollar auf 80 Dollar hoch­ge­setzt hat­te. Den Verkäufen scheint es nicht gescha­det zu haben, was mir auch ande­re Kollegen bestä­tigt haben.

Was war eurer Video-​Bestseller im letz­ten Jahr?

* Affiliate

Rückblick auf die Microstock Expo 2013

Die meis­ten Teilnehmer sind schon abge­reist und ich bin noch dabei, mei­ne neu getausch­ten Visitenkarten zu sor­tie­ren und mei­ne Notizen durch­zu­ge­hen. Die Rede ist von der MicrostockExpo, die letz­tes Wochenende zum zwei­ten Mal in Berlin stattfand.

Was waren die Themen, wel­che die Teilnehmer bewegt haben? Worüber wur­de gere­det? Und damit mei­ne ich nicht nur vor­ne auf der Bühne, son­dern vor allem unter den Fotografen, Bildagenturen und Journalisten?

Für mich haben sich vier Themen raus­kris­tal­li­siert, um die sich ganz vie­le Gespräche gedreht haben.

  1. Authentizität:
    Das Schlagwort der gesam­ten Konferenz war sicher „Authentizität“. Keine Agentur auf der Bühne kam um die­ses Wort her­um, wenn es dar­um ging, die von ihnen gesuch­ten Bilder zu beschrei­ben. Immer hieß es so oder ähn­lich: „Wir brau­chen authen­ti­sche, ech­te Bilder, direkt aus dem Leben gegrif­fen, ein­zig­ar­ti­ge Momente mit Seele und Gefühl“ und so wei­ter. Aber schön und ver­käuf­lich sol­len sie natür­lich wei­ter­hin sein. Ein Teilnehmer sag­te sinn­ge­mäß: „Die Macrostock-​Kunden haben end­lich Microstock ent­deckt und erwar­ten jetzt dort auch die von ihnen gewohn­te Macrostock-​Bildsprache“. Der Erfolg von Stocksy ist viel­leicht ein Indikator dafür.
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  2. Footage:
    Wie ihr viel­leicht wisst, bie­te ich seit über vier Jahren neben Fotos auch Videos zum Verkauf an. In die­ser Hinsicht konn­te ich durch die Teilnahme am Pond5-​Workshop mit Simon Krzic und einer Video-​Portfolio-​Review mit Simon und Robb Crocker viel ler­nen. Die bei­den haben gedul­dig vie­le mei­ner bis­he­ri­gen Videos ange­se­hen und mir dann wirk­lich hilf­rei­che Tipps gege­ben, wie ich die­se mit ein­fa­chen Mitteln ver­bes­sern kann. Ich hät­te sogar die Möglichkeit gehabt, mit einer RED-​Kamera Videos zu machen, aber davon habe ich lie­ber Abstand genom­men, um nicht in die Versuchung zu kom­men, mir so ein sünd­haft teu­res Teil kau­fen zu wol­len. Mir hat schon das rie­si­ge Rig um mei­ne mick­ri­ge 5D Mark III (sie­he Foto oben) den Mund wäss­rig genug gemacht.
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  3. Neue Vertriebskanäle und Einnahmequellen:
    Es wur­den eini­ge span­nen­de neue Vertriebskanäle und Einnahmequellen vor­ge­stellt. Bei den meis­ten davon bin ich skep­tisch bis sehr skep­tisch, aber allein die geball­te Häufung der neu­en Angebote zeigt mir, dass sich der Markt immer noch min­des­tens genau­so schnell dreht wie vor fünf Jahren. Zu den Neuerungen gehö­ren zum Beispiel Canva, wel­che eine Art Online-​Bildbearbeitungsprogramm mit inte­grier­ter Bilddatenbank anbie­ten. Bezahlt wird nur bei Veröffentlichung eines Werkes, wel­che dann ein US-​Dollar kos­ten soll, die Fotografen erhal­ten 35%. Über die viel­fäl­ti­gen Apps für den mobi­len Bilderverkauf habe ich ja schon hier berich­tet. Meine Skepsis ist aber kaum gerin­ger gewor­den, vor allem nach dem sinn­ge­mä­ßen Satz des Scoopshot-​Gründers Petri Rahja: „Paar Fotografen [bei Scopshot] ver­die­nen etwas Geld, der Rest ver­dient Anerkennung“. Neu ist auch der Versuch der rus­si­schen Pressfoto Group, ein Streaming-​Angebot für Stockfotos ein­zu­rich­ten. Statt Downloads bekom­men die Kunden dann HTML-​Code, den sie an pas­sen­der Stelle ein­bau­en sol­len, abge­rech­net wer­den sol­len die benutz­ten Bilder per TKP (Tausender-​Kontakt-​Preis). Darüber wer­de ich bald in einem eige­nen Blogbeitrag berichten.
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  4. Exklusivität:
    Viel gere­det wur­de auch über Yuri Arcurs‘ Entscheidung, exklu­siv zu Getty Images zu wech­seln. Auch Andres Rodriguez wech­sel­te kom­plett zu Getty Images. Meine Vermutung letz­te Woche, dass er sei­ne nicht-​exklusiven Bilder bei den ande­ren Agenturen belas­sen wür­de, was also nicht rich­tig. Besonders bri­sant war das Thema, weil auch Cathy Yeulet von Monkey Business Images auf der Bühne in einem Nebensatz erwähnt hat­te, dass sie immer mehr Druck spürt, exklu­siv zu wer­den und sich auf mei­ne Nachfrage nach Details plötz­lich sehr zuge­knöpft gab. Auch der exklu­si­ve iStock-​Anbieter Joshua Hodge nann­te auf der Bühne sei­ne aktu­el­len Produktionszahlen, die aber nicht mit sei­nem Portofolio über­ein­stimm­ten. Warum da eine gro­ße Differenz bestün­de, dar­über dür­fe er eben­falls nicht reden. Es scheint also was im Busch zu sein, ob gut oder schlecht oder ein­fach egal, das wird sich noch zei­gen müssen.

Sehr schön und lehr­reich war es auch, vie­le der bekann­ten Microstock-​Namen aus Blogs oder Fotografen, von denen ich sonst nur deren Portfolios kann­te, wie XtravaganT, Lev Dolgachov oder Sebastian Kaulitzki, per­sön­lich zu tref­fen und ihre Meinungen und Erfahrungen zu hören.

Wer nicht teil­neh­men konn­te, wird in paar Wochen die Möglichkeit bekom­men, die Videomitschnitte der gesam­ten Veranstaltung zu kau­fen. Mehr dazu dann hier.

Geplant ist die MicrostockExpo auch wie­der für 2014, wahr­schein­lich dann an einem ande­ren Ort, viel­leicht dann auch (wie­der) mit euch.

Meine Einnahmen und Erfahrungen nach drei Jahren Footage für Video-Agenturen

Vor ca. einem Jahr hat­te ich einen Weckruf. Ich hat­te gera­de mei­nen Artikel mit den Einnahmen aus zwei Jahren Videoproduktion ver­öf­fent­licht. Die Umsätze mit ins­ge­samt 411 Dollar waren lächer­lich gering und mein Portfolio mit ca. 120 Video winzig.

Aber ich bekam eine sehr lan­ge Mail eines pro­fes­sio­nel­len, lang­jäh­ri­gen Videofilmers, der in sei­nem Text einer­seits mei­ne bis­he­ri­gen Videos tech­nisch und inhalt­lich hart – und zurecht – kri­ti­sier­te und ande­rer­seits aber auch klar mach­te, dass es bei mei­ner Arbeitsweise kein Problem sein soll­te, deut­lich mehr als 100 Videos pro Jahr zu pro­du­zie­ren und zu verkaufen.

Niemand hört ger­ne von sei­nen eige­nen Fehlern, aber um sich ver­bes­sern zu kön­nen, ist genau das not­wen­dig und so dank­te ich dem Absender, druck­te mir die Email aus, häng­te sie neben mei­nen Schreibtisch und mach­te mich ans Werk.

Was hat sich bei mir im letz­ten Jahr beim Thema Video-​Produktion getan? Ich bezie­he mich bei allem im die­sem Text auf den Zeitraum Juni 2011 bis Mai 2012.

Portfolio-​Größe

Momentan belie­fe­re ich aktiv sechs Video-​Agenturen: Pond5*, Fotolia*, Shutterstock*, Revostock*, ClipCanvas* und Clipdealer*. Dort habe ich jeweils durch­schnitt­lich 434 Videos online, mit 468 am meis­ten bei Fotolia und mit 412 am wenigs­ten bei Clipdealer. Das liegt dort haupt­säch­lich an der lan­gen Freischaltezeiten mei­ner aktu­ells­ten Videos, ansons­ten basie­ren leich­te Schwankungen auf unter­schied­li­chen Ablehnungen. Mein Ziel, bis jetzt min­des­tens 300 Videos zu pro­du­zie­ren, habe ich damit deut­lich über­erfüllt. Das lag auch dar­an, dass mei­ne Annahmequoten durch die People-​Motive bei 95–100% lagen. Von den über 15.000 per­fek­ten Video-​Clips eines Simon Krzic bin ich jedoch lei­der noch weit entfernt.

Hier exem­pla­risch die Entwicklung mei­ner Video-​Uploads bei Fotolia:

Motive

In der Mail riet mit der Videofilmer, ich sol­le mich eben­so wie bei Fotos auch bei Footage auf das kon­zen­trie­ren, was ich am bes­ten kann: Menschen foto­gra­fie­ren bzw. fil­men. Meine ers­ten Video-​Sujets waren ja wehr­lo­se Blümchen, Landschaften und ande­res Zeug.

Deswegen habe ich eini­ge Video-​Shootings gemacht und bei eini­gen Fotoshootings am Ende des Shootings ein­fach noch eine Stunde Video mit ran­ge­hängt. Deshalb konn­te ich inner­halb des letz­ten Jahres auch ins­ge­samt über 310 Videos pro­du­zie­ren, was über das Doppelte der bei­den Vorjahre ist.

Die Innen-​Ausleuchtung für Video-​Aufnahmen berei­tet mir immer noch eini­ge Probleme, was vor allem an zu wenig Dauerlicht und zu wenig Platz im Studio liegt. Zur Zeit muss ich immer die Blitze fast kom­plett abbau­en, damit das Dauerlicht genug Platz hat und umge­kehrt, was logi­scher­wei­se zuviel Arbeitsaufwand ist, um rich­tig pro­duk­tiv zu sein.

Verkäufe und Einnahmen

Im letz­ten Jahr hat­te ich mit mei­nen Videos 319 Verkäufe erzielt, also durch­schnitt­lich 53 pro Agentur und 27 Sales pro Monat. Die Schwankungen waren hier sehr stark mit nur 6 Verkäufen bei Clipdealer und 126 Verkäufen bei Fotolia. Letztere waren aber über die Hälfte Abo-​Downloads, was den Preis stark nach unten trieb.

Kommen wir end­lich zu den Umsätzen: Insgesamt habe ich ca. 4062 Dollar ver­dient, ca. des­halb, weil ich die Umsätze von Fotolia und Clipdealer der bes­se­ren Vergleichbarkeit wegen von Euro in Dollar umge­rech­net habe. Den größ­ten Anteil dar­an hat Shutterstock, bei denen ich in zwölf Monaten 1336 Dollar mit mei­nen Videos ver­dient habe. Das macht 111 Euro pro Monat. Ganz knapp auf Platz zwei folgt der Umsatz-​Sieger des Vorjahres, Pond5, mit 1312 Dollar, also 109 Dollar im Monat. Das Schlusslicht bil­det wie bei den Verkäufen Clipdealer mit 138 Dollar Umsatz im gesam­ten Jahr. Das ver­wun­dert mich etwas, da sie vie­le mei­ner Fotos verkaufen.

Hier die Übersicht mit den kom­plet­ten Zahlen:

Pro Monat ver­dien­te ich im letz­ten Jahr durch­schnitt­lich 338 Dollar mit mei­nen Videos. Mein RPI pro Jahr und Video lag damit bei 9,41 Dollar. Würde ich dem­nach im nächs­ten Jahr wie­der ca. 300 Filmchen hoch­la­den, käme ich auf ca. 6900 Dollar Umsatz mit allen Videos.

Der Umsatz pro Verkauf lag im letz­ten Jahr bei durch­schnitt­lich 18,23 Dollar, was eine deut­li­che Steigerung zu 11,10 Dollar im Vorjahr ist.

wobei vier Agenturen Umsätze über 21 Dollar erziel­ten und nur zwei Agenturen den Schnitt nach unten zogen. Das war zum einen Shutterstock mit einem RPD (Revenue per Download) von 12,98 Dollar und Fotolia mit einem RPI von 5,53 Dollar. Das sind die Auswirkungen der vie­len Abo-​Verkäufe im Videobereich bei bei­den Agenturen.

Trotzdem erziel­te Shutterstock durch die schie­re Menge an Verkäufen den höchs­ten RPI mit 3,15 Dollar pro Bild.

Technik und Lerneffekte

Im letz­ten Jahr hat­te ich mir sowohl ein sehr bil­li­ges Schulterstativ* als auch eine güns­ti­ge Kamera-​Schiene gekauft, in der Hoffnung, damit bes­se­re Videos machen zu kön­nen. Beides kam bis­her erst bei zwei Video-​Shootings zum Einsatz und es ist schwie­ri­ger als erwar­tet, trotz­dem ruck­el­freie Aufnahmen hin­zu­be­kom­men. Ich ver­su­che ja immer, mein Equipment unter­wegs zu kom­pakt und trans­por­ta­bel wie mög­lich zu hal­ten, was vor allem im Video-​Bereich fast unmög­lich ist.

Zur Zeit behel­fe ich mir damit, dass ich drau­ßen bei leicht bewölk­tem Himmel die Kamera ein­fach auf ein Manfrotto Mini-​Stativ* mit Kugelkopf stel­le und kei­ne Kamerabewegungen mache.

Die Zukunft

Nach den depri­mie­ren­den ers­ten zwei Video-​Jahren war mein drit­tes Jahr schon ein Lichtblick. Ich will jetzt mit min­des­tens 350 neu­en Videos bis zum nächs­ten Jahr auf min­des­tens 600 Dollar Umsatz pro Monat zu kom­men. Hoffentlich greift der Abo-​Wahn nicht zu schnell auf die Video-​Agenturen über, da die­ser sonst auch dort die Preise ver­mut­lich schnel­ler nach unten treibt als die Verkäufe wach­sen können.

Die Email des Videofilmers hängt immer noch neben mei­nem Schreibtisch und heu­te weiß ich, dass er recht hat­te: Mehr ist möglich.

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Produktion von Videos gemacht? Welche Agenturen lau­fen bei Euch am besten?

* Affiliate-​Link

Meine erste Einschätzung der Canon 5D Mark III

Die Ankündigung ist raus: Der Nachfolger der Canon 5D Mark II wird ein­fach Canon 5D Mark III heißen.

Die Mark II, mit der ich seit Jahren arbei­te und die sich als zuver­läs­si­ges Arbeitstier erwie­sen hat, ist etwas in die Jahre gekommen.

Die span­nen­de Frage des­halb ist: Kann die Mark III die gestie­ge­nen Anforderungen von Fotografen erfül­len? Ich kann das nur für mei­ne Art der Fotografie, der Stockfotografie, beant­wor­ten und auch nur theo­re­tisch, da ich die Kamera noch nicht tes­ten konn­te. Aber die tech­ni­schen Daten ermög­li­chen schon eine ers­te Einschätzung.

Kein Megapixel-​Rennen

Die ers­te Enttäuschung vor­weg: Die Megapixel-​Zahl steigt von 21,1 MP auf 22,3 MP. Das ist ein win­zi­ger Sprung, der in der Praxis kaum bemerk­bar sein wird. Wer zum Beispiel vor allem Outdoor-​Reportage-​Fotografie macht, den wird das nicht stö­ren. Bei Stockfotografen über­setzt sich eine höhe­re Auflösung jedoch fast auto­ma­tisch in höhe­re Einnahmen, weil die Bildagenturen die Fotos nach Größe ver­kau­fen. Wer als Fotograf grö­ße­re Dateien anbie­ten kann, ist dann in der Lage, mal einen XXXL-​Verkauf statt nur eines XXL-​Verkaufs zu rea­li­sie­ren. Oder die Gefahr sinkt, dass der Bildkunde gleich ein ande­res Foto kauft, weil es grö­ßer ver­füg­bar ist. Die neue Nikon D800* hin­ge­gen toppt das mit 36,3 MP im Längen. Damit wären selbst star­ke Ausschnittsvergrößerungen mög­lich, ohne die lukra­ti­ven XXL-​Verkäufe zu gefährden.

Ein Hoffnungsschimmer am Horizont ist das Gerücht, dass Canon viel­leicht die Produktionslinie auf­spal­ten will und neben der 5D Mark III mit einem schnel­len Serienbild-​Modus, aber weni­ger Megapixeln eine neue Kamera ein­füh­ren will, die sich mit mehr Megapixel, aber weni­ger „Dauerfeuer“ stär­ker an die Studiofotografen richtet.

Verbesserter Autofokus

Viel bes­ser liest sich die Ankündigung, dass das Autofokus-​System jetzt mit dem der 1D-​Linie iden­tisch sein soll, sprich: Endlich 61 Messpunkte und 41 Kreuzsensoren. Das war bis­her der Punkt, der mich an der Mark II gestört hat: Die hat­te nur nur einen mit­ti­gen Kreuzsensor. On loca­ti­on mit nicht idea­len Lichtverhältnissen wur­de die Fokussierung mit licht­star­ken Objektiven damit manch­mal zur Glückssache. Allein die­se Verbesserung wür­de mich moti­vie­ren, die Mark III zu kau­fen, denn ich habe bis­her genug unschar­fe Bilder durch das alte AF-​System pro­du­ziert. Hätte ich die als schar­fe Motive ver­kau­fen kön­nen, wäre das Geld für das Kamera-​Upgrade sicher längst drin gewe­sen. Ronald Biallas hat das schon getes­tet und er war sehr zufrie­den mit dem Ergebnis.

Bessere Video-​Funktionen

Immer mehr Fotografen fil­men auch mit der Canon 5D Mark II und hier hat sich bei Konkurrenzkameras wie der Canon 7D* so viel getan, dass ein Upgrade nötig wur­de. Für Stockfotografen am meis­ten inter­es­sant ist die Möglichkeit, bei 1280 x 720 Pixeln auch Videos mit 60 Bildern pro Sekunde auf­neh­men zu kön­nen. Das ermög­licht es, deut­lich flie­ßen­de­re Zeitlupen-​Aufnahmen zu erstel­len. Außerdem wer­den die Metadaten end­lich direkt in die .mov-​Dateien geschrie­ben, was sehr hilf­reich ist, wenn man sich spä­ter Infos über die Blende/​Zeit-​Kombinationen oder das ver­wen­de­te Objektiv abru­fen will. Wer oft Making-​Ofs oder Behind-​The-​Scenes dreht, der fin­det die bes­se­ren Audioabnahme-​Möglichkeiten und den neu ein­ge­führ­ten Timecode eben­falls hilfreich.

Neue Bildverarbeitung und Datenspeicherung

Wer oft in der Natur foto­gra­fiert, fin­det den intre­grier­ten HDR-​Modus bestimmt nütz­lich, der auf Knopfdruck bei der Aufnahme ein HDR-​Bild aus meh­re­ren Einzelaufnahmen von bis zu drei Blendenstufen Unterschied erstellt. Ich selbst fin­de zwei ande­re Details sehr span­nend. Zum einen gibt es end­lich eine kame­rain­ter­ne Objektivkorrektur, wel­che Vignettierung und Verzerrungen direkt im RAW-​Bild ent­fer­nen kann und zwei Plätze für je eine CF- und eine SD-​Speicherkarte. Damit könn­te man zum Beispiel mit der CF-​Karte die Bilder spei­chern und im SD-​Slot eine Eye-​Fi-​Karte* nut­zen, wel­che die Vorschau-​JPGs per WLAN direkt auf den Computer-​Monitor oder den Tablet-​PC sen­det. Das ist vor allem im Studio sehr prak­tisch, um Bilddetails wie Flusen an der Kleidung kon­trol­lie­ren zu kön­nen, die auf dem Kameradisplay nur schwer zu ent­de­cken sind.

Wechseln, kau­fen oder nichts davon?

Nach der Ankündigung der Canon 5D Mark III stellt sich für vie­le Profi-​Fotografen die Frage: Soll ich bei mei­ner alten 5D Mark II blei­ben, auf die Mark III upgraden oder gleich ganz zu Nikon mit der D800 wech­seln? Ist es eine schwe­re Entscheidung. Wer im Technologie-​Rennen zwi­schen Canon und Nikon vor­ne liegt, wech­selt alle paar Jahre. Erinnert ihr euch noch, dass Nikon vor weni­gen Jahren noch nicht in der Lage war, eine ver­nünf­ti­ge Full-​HD-​Filmaufnahme zu ermög­li­chen? Dazu kom­men die sünd­haft teu­ren L‑Objektive, die sich schnell auf über 10.000 Euro sum­mie­ren kön­nen. Bei Amazon wird die 5D Mark III* noch für 3.900 Euro ange­bo­ten, aber wenn die Kamera Anfang April 2012 erscheint, wird der Preis sicher schnell auf knapp über 3000 sinken.

Ich selbst wer­de ver­mut­lich die Mark III kau­fen, vor allem wegen des Autofokus, den Videofunktionen und der WLAN-​Option. Wer nur als Hobby foto­gra­fiert oder kei­ne Videos macht, wird sicher auch noch eine Weile mit der Mark II glück­lich blei­ben. Und wie immer gilt sowie­so: Der wich­tigs­te Faktor für gelun­ge­ne Fotos steht hin­ter der Kamera – egal welcher.

Was sagt ihr zur 5D Mark III? Kaufen, war­ten oder wech­seln? Und warum?

Stockfotografie-​News 2011-12-09

Bevor bald bis Neujahr die Betriebstemperatur der Bilderbranche auf Winterschlaf run­ter­ge­fah­ren wird, kommt hier noch mal ein fri­scher Schwung Neuigkeiten.

  • Fangen wir mit den schlech­ten Nachrichten an: Die Bildagentur Medicalpicture stellt zum Jahresende ihren Betrieb ein. Das fin­de ich etwas erstaun­lich, da die­se Agentur sich mit medi­zi­ni­schen Themen eigent­lich eine Nische gesucht hat­te, die sehr lukra­tiv ist und ange­sichts des demo­gra­fi­schen Wandels auch zukünf­tig blei­ben wird. Vermutlich lag es dar­an, dass nach dem Weggang des Gründers Thomas Schmidt 2009 die Firma DocCheck das Ruder über­nom­men hat, die wahr­schein­lich wenig Erfahrung im hart umkämpf­ten Bildermarkt hat.
  • Neu dage­gen ist die „myPhone Collection“ der Bildagentur Aurora Photos, in der nur Fotos ver­kauft wer­den, die mit einem iPhone oder einer ande­ren Handykamera auf­ge­nom­men wurden.
  • Neben vie­len Bugs gab es bei istock­pho­to auch wie­der eine „Preisanpassung“, das heißt, vie­le Dateien wur­den teu­rer, eini­ge weni­ge auch billiger.
  • Fotolia hat mit der „10 Collection“ eine tol­le Idee gehabt. Jeden Monat gibt es für einen Tag lang kos­ten­los eine Photoshop-​Datei eines inter­na­tio­na­len Designers zum Runterladen, inklu­si­ve aller Ebenen, Filtern und Einstellungen. Dazu gibt es ein Video, was den Workflow bes­ser erklärt. Den Anfang macht heu­te (Freitag, der 9.12.2011) ein Business-​Foto von Soemone aus Frankreich.
  • Die Bildagentur Veer star­tet jetzt ihr Abo-​Angebot. Anfangs gab es star­ke Proteste, weil die Honorare für Fotografen viel zu nied­rig waren, aber die­se wur­den dar­auf­hin zufrie­den­stel­lend nach oben korrigiert.
  • Die Bildagentur Alamy akzep­tiert jetzt auch digi­ta­le Model-​Verträge und Eigentumsfreigaben, die mit der App VM Release (zur Zeit nur für iPhone) erstellt wurden.
  • Panthermedia hat eben­falls News parat. Zum einen gibt es für iGoogle eine Verkaufstatistik, mit der man sich auf der Google-​Startseite gleich die Bildverkäufe bei Panthermedia anzei­gen las­sen kann. Außerdem bie­tet die Agentur jetzt an, für 30 Cent die Verschlagwortung machen zu las­sen oder für 15 Cent die Bilder den Upload durch­füh­ren zu las­sen. Bei Buchung bei­der Optionen kos­tet das zusam­men nur 40 Cent. Ich ver­mu­te, die­ses Angebot ist ein Ergebnis der durch­aus frucht­ba­ren MicrostockExpo, die vor einem Monat in Berlin das ers­te Mal stattfand.
  • Wer bei der MicrostockExpo nicht dabei sein konn­te, hat jetzt die Gelegenheit, sich die meis­ten Vorträge als Full-​HD-​Video* zu kau­fen. Ein ein­zel­nes Video (Laufzeit je nach Session ca. 60–90 Minuten) kos­tet 20 Euro, alle Videos zusam­men 99 Euro. Für Bildagenturen emp­feh­le ich auf jeden Fall die bei­den Videos vom „Agency Workshop“ und ggf. von „Microstock Distribution for Maxium Profit“. Für Fotografen ist garan­tiert der Vortrag „Lifestyle Design for Professional Microstockers“ sehens­wert und wer plant, Aufgaben aus­zu­la­gern, den wird „Workflow Choices for Low Costs and High Volume“ hilf­reich fin­den. Alle Vorträge sind in englisch.
  • Shutterstock hat die Preise für Video-​Downloads erhöht und ändert die Kommissionen für Videografen von fes­ten Beteiligungen auf pau­schal 30% des Verkaufspreises. Kombiniert mit den höhe­ren Verkaufspreisen bekom­men die Videografen unter dem Strich mehr pro Verkauf.
  • Die Bildagentur ImagePoint hat ihre Anforderungen für Fotos ver­schärft. Hier eine Übersicht über die neu­en Richtlinien.

Habe ich etwas Wichtiges über­se­hen? Dann bit­te in den Kommentaren ergänzen.

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