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Stockfotografie-​Vortrag in Salzburg am Freitag

Wer mei­nen Vortrag auf der Photokina ver­passt hat, kann das nachholen.

Am Freitag, den 12.10.2012 wer­de ich von 12:30 bis 13:30 Uhr bei den „ImageDays“ in Salzburg, Österreich mei­nen Vortrag halten.

Das Thema ist „Was macht ein gut ver­käuf­li­ches Foto aus?“ und erläu­tert den Unterschied zwi­schen einem „guten“ und einem „gut ver­käuf­li­chen“ Fotos, geht auf die Gestaltungsregeln und die Kriterien für die Model- und Requisiten-​Auswahl ein.

Im Anschluss kön­nen Fragen beant­wor­tet werden.

Ich freue mich auf euren Besuch.

Making-​Of: Supermarkt-​Stockfoto-​Shooting aus der Sicht eines Fotoassistenten

Meine Erfahrungsberichte von Shootings schei­nen recht beliebt zu sein. Heute gibt es aber mal einen Erfahrungsbericht der ande­ren Art, da ich den Fotoassistent mei­nes letz­ten Shootings gefragt habe, ob er nicht mal ein Shooting aus sei­ner Schild schil­dern will. Los geht’s:

Mein Name ist Markus Mainka und ich woh­ne in der Nähe von Stuttgart. Ich bin gelern­ter Verkehrsplaner und eines mei­ner Hobbys ist schon seit vie­len Jahren Planespotting bzw. die Flugzeugfotografie. Meine Bilder kann man unter ande­rem hier betrach­ten. In den letz­ten Monaten habe ich auch ver­mehrt Fotos bei Microstock-​Agenturen (vor allem Reise- und Food-​Bilder) hoch­ge­la­den. Da die Anforderungen dort sich jedoch erheb­lich von der Flugzeugfotografie unter­schei­den und ich mich auch an die People-​Fotografie wagen will, habe ich Robert gefragt, ob ich ihm bei einem sei­ner Shootings assis­tie­ren darf, um einen Einblick in sei­ne Arbeitsweise zu erhal­ten. Vor eini­gen Wochen war sei­ne Assistentin ver­hin­dert und so sprang ich kurz­fris­tig ein.

Die Location

Thema des Shootings war „Supermarkt“ und der Treffpunkt war um 6:30 Uhr vor einer bekann­ten Kölner Supermarktkette und zwar an einem Wochentag, so dass nor­ma­ler Kundenverkehr herr­schen wür­de und wir den Supermarkt somit nicht für uns allei­ne hat­ten, was aber erstaun­li­cher­wei­se nur weni­ge Probleme mit sich brach­te. Der frü­he Beginn war wich­tig, da unter der Woche mor­gens noch kein gro­ßer Andrang herrsch­te. Vor allem am spä­ten Vormittag wur­de es jedoch spür­bar lebhafter.

Obwohl der Supermarkt sehr zen­tral liegt, ist er recht groß­zü­gig ange­legt, mit Treppen, die ins unte­re Geschoss füh­ren, so dass sich die Kunden eini­ger­ma­ßen ver­teilt haben. Vor allem der Eingangsbereich mit der Obst- und Gemüseabteilung bot sehr viel Platz zwi­schen den Regalen. So konn­te man die Ausrüstung auf­stel­len und die Kunden konn­ten den­noch pro­blem­los an uns vor­bei­kom­men. Zudem gab es eine Drogerieabteilung, die auch in ande­ren Märkten nor­ma­ler­wei­se eher weni­ger fre­quen­tiert wird. Hier konn­te man Bilder vor hohen Regalen schießen.

Die Teilnehmer

Am Shooting nah­men ins­ge­samt vier Models teil, wobei Robert mit zwei von ihnen bereits zusam­men­ge­ar­bei­tet hat und ich sie von sei­nen frü­he­ren Bildern kann­te. Mehr waren nicht nötig und bei den meis­ten Einstellungen kamen ohne­hin nur jeweils zwei Models zum Einsatz. Lediglich bei den Bildern an der Kasse (Warteschlange) sind alle vier gleich­zei­tig zu sehen. Zudem war ein Art Director anwe­send. Die Filialleitung erlaub­te uns, den Mitarbeiterraum mit­zu­be­nut­zen, so dass wir das nicht benö­tig­te Equipment dort las­sen konn­ten. Außerdem konn­ten sich die Models dort umzie­hen. Bevor es los­ging, wur­de die von den Models mit­ge­brach­te Kleidung für das Shooting aus­ge­wählt und der Körperschmuck abgelegt.

Was mir sofort auf­fiel, war die Professionalität der Models, obwohl für alle das Modeln nur ein Hobby ist und sie haupt­be­ruf­lich einer ande­ren Beschäftigung nach­ge­hen bzw. stu­die­ren. So war es für sie kein Problem, auf Ansage zu lächeln oder eine ande­re Anweisung von Robert zu befol­gen. Dadurch ver­lief das Shooting recht zügig und der Spaß kam den­noch nicht zu kurz.

Der Ablauf

Nach dem Aufbau der Ausrüstung und dem Umziehen der Models ging es direkt in den Verkaufsraum, wo wir nach dem Einstellen des Lichts und des Weißabgleichs sofort los­leg­ten. Da – wie erwähnt – die Räumlichkeiten recht groß­zü­gig waren, gab es kaum Probleme mit dem nor­ma­len Kundenbetrieb. Und wenn ein Kunde doch mal genau dahin muss­te, wo wir gera­de stan­den, war es auch kein Problem, das Shooting für ein paar Sekunden zu unter­bre­chen: der Supermarktkunde hat natür­lich immer Vorrang vor unse­rem Shooting!

Ich hät­te erwar­tet, dass uns mehr Einkäufer anspre­chen wür­den, was wir da tun wür­den oder uns von wei­tem beob­ach­ten wür­den. Doch die meis­ten haben uns kaum beach­tet, was sicher­lich dar­an lag, dass sie ledig­lich schnell ihre Einkäufe erle­di­gen woll­ten oder weil in der Medienstadt Köln Film- und Fotoaufnahmen kei­ne Seltenheit sind. Ich bin mir sicher, dass dies in Stuttgart anders sein würde.

Als der Kundenstrom es zuließ, haben wir eini­ge Szenen an der Kasse geschos­sen. Auch wenn es bei Stockbildern immer sehr schwie­rig ist, es vor­her ein­zu­schät­zen, so mei­ne ich, dass die­se Fotos sich am bes­ten vom gan­zen Shooting ver­kau­fen wer­den (zusam­men mit dem Foto, das einen Marktleiter sym­bo­li­sie­ren soll). Lustigerweise dach­ten eini­ge Kunden, dass die­se Kasse tat­säch­lich geöff­net war und stell­ten sich hin­ten an, obwohl eigent­lich offen­sicht­lich war, dass wir dort unse­re Fotos schie­ßen. Manche lie­ßen sich selbst nach einem Hinweis nicht davon abbrin­gen, wei­ter in der künst­li­chen Schlange zu stehen.

Ohne Pause haben wir eine Szene nach der ande­ren bis kurz vor 13 Uhr umge­setzt. Anschließend wur­de der Papierkram (Model- und Property-​Releases) erle­digt und die Models beka­men ihr Honorar.

Die Requisiten

Es gab nur weni­ge Requisiten, die spe­zi­ell für die­ses Shooting besorgt wur­den. Im Prinzip waren es ledig­lich die roten Kittel, die zum Einsatz kamen und eine Schiefertafel. Alle ande­ren hat­ten wir sowie­so zur Hand, wie zum Beispiel Smartphones oder Geldscheine und EC-Karten.

Die Ausrüstung

Es kam wie­der die bewähr­te mobi­le Ausrüstung von Robert zum Einsatz, die er zum Beispiel im Beitrag zum Universität-​Shooting beschrieb. Abweichend davon wur­den die Fotos jedoch mit der neu­en Canon 5D Mark III* geschos­sen. Zudem wur­de für man­che Bilder das 50mm f1.8 Festbrennweiten-​Objektiv* benutzt.

Der Einsatz des Canon Speedlite 580 EX II-​Blitzes* an der gro­ßen Lastolite Ezybox* sorg­te für einen mini­ma­len Platzbedarf und erspar­te uns die Suche nach einer Steckdose bei einem Locationwechsel. Hätten wir Studioblitze mit Netzanschluss benutzt, so bestün­de zudem die Gefahr, dass Kunden über die Kabel stol­pern. Von der ande­ren Seite wur­den die Models mit dem Mini-​Reflektor* von California Sunbounce auf­ge­hellt. Zudem war selbst­ver­ständ­lich die Deckenbeleuchtung des Supermarktes eingeschaltet.

Die gera­de geschos­se­nen Bilder wur­den an ein iPad* gesen­det. So konn­te man in Sekundenschnelle das Foto in gro­ßer Auflösung betrach­ten, die Schärfe kon­trol­lie­ren und mög­li­che Fehler erken­nen bzw. Verbesserungspotentiale sofort umsetzen.

Die Nachbereitung

Den größ­ten Zeitaufwand wird wohl die Retusche der Markennamen und geschütz­ten Logos in Anspruch neh­men – weni­ger in der Gemüseabteilung, dafür mehr bei den Drogeriefotos, auch wenn sich Robert durch die stark geöff­ne­te Blende viel Retuschearbeit erspart hat. Im Bereich der Kasse gab es viel groß­for­ma­ti­ge Werbung mit dem Logo des Marktes.

Das Fazit

Insgesamt hat Robert 800 bis 900 Fotos geschos­sen, von denen wohl so um die 100 in die ver­schie­de­nen Agenturen hoch­ge­la­den wer­den. Ich war erstaunt, wie man mit letzt­end­lich ein­fa­chen Mitteln erstaun­li­che Ergebnisse ablie­fern kann. Doch in mei­nen Augen ist eigent­lich nicht nur das Technische oder das Shooting-​Thema haupt­säch­lich für den Erfolg ver­ant­wort­lich, son­dern es sind auch die Models. Wenn man Roberts Fotos von vor ein paar Jahren mit den heu­ti­gen ver­gleicht, so kann man – mei­ne ich – auch eine deut­li­che Entwicklung bei der Auswahl der Models fest­stel­len und die­ser Eindruck hat sich vor Ort bestä­tigt. Bei der gro­ßen Auswahl an ähn­li­chen Motiven in den Datenbanken der Agenturen ent­schei­det wohl oft die Ausstrahlung eines Models dar­über, war­um sich ein Kunde für ein bestimm­tes Foto entscheidet.

[Kleine Ergänzung von Robert: Die fer­ti­gen Bilder gibt es ent­we­der ein­zeln über Westend61 zu kau­fen oder gebün­delt auf der VCD „At The Supermarket“.]

* Affiliate

Wie berei­tet ihr euch auf gro­ße Shooting vor?

Dritte erweiterte Neuauflage meines Stockfotografie-​Buchs kommt

Morgen, am 11. September ist es soweit! Rechtzeitig vor der Photokina erscheint die drit­te, wie­der erwei­ter­te, über­ar­bei­te­te und kom­plett aktua­li­sier­te Neuauflage mei­nes Buchs „Stockfotografie – Geld ver­die­nen mit eige­nen Fotos“*.

Schon wie­der? Ja.

Dank eurer vie­len posi­ti­ven Kommentare ist das Buch in den zwei­ein­halb Jahren seit der Erstveröffentlichung im Februar 2010 zum Standardwerk im Bereich der Bilderbranche geworden.

Damit das auch so bleibt, habe ich wei­ter dar­an gear­bei­tet, um eini­ge Fehler aus­zu­bes­sern, vie­le Daten, Zahlen und Fakten auf den neus­ten Stand zu brin­gen (gar nicht so ein­fach in einer Branche, die alle paar Wochen die Richtung ändert) und basie­rend auf eurem Feedback auch noch mehr Informationen ins Buch aufzunehmen.

Hier eini­ge Beispiele für neu dazu gekom­me­ne Bereiche:

  • Tipps zum Vorgehen bei Bilderklau
  • Typische Bildfehler wie Chromatische Abberation oder Moiré und ihre schnel­le Entfernung oder Milderung
  • Hinweise für Verhandlungen mit Bildagenturen
  • Vorteile und Nachteile von Exklusivität bei Bildagenturen
  • Checkliste: Häufige Fehler bei hoch­ge­la­de­nen Bildern
  • Ausführliche Interviews mit vier guten Stockfotografen, in denen sie Einblick in ihre Arbeitsweisen geben und ihre Erfahrungen teilen
  • und vie­les mehr…

Auch wenn wie­der über 80 neue Seiten dazu­ge­kom­men sind, könnt ihr das Buch wie gewohnt für 29,95 Euro kaufen.

Lohnt sich das Upgrade?

Wer das Buch immer noch nicht gekauft hat, kann jetzt end­lich gedan­ken­los zugrei­fen, wenn er sei­ne Fotos ver­kau­fen will. Wer die Erstauflage mit dem roten Cover hat, dem emp­feh­le ich eben­falls einen Neukauf, wenn ihm das Buch bis­her gehol­fen hat, denn im Vergleich zur ers­ten Auflage sind jetzt über 150 Seiten mehr dabei, das heißt über 35% neue Informationen. Außerdem haben sich so vie­le Daten geän­dert, dass eini­ge Infos im ers­ten Buch schlicht ver­al­tet sind.

Deshalb jetzt han­deln: Sichere Dir die fri­sche, aktu­el­le drit­te Neuauflage des Buchs „Stockfotografie“*!

* Affiliate-​Link

Stockfotografie-​Workshop in Wien mit Robert Kneschke

Manchmal bekom­me ich Anfragen, ob ich auch Workshops oder Seminare gebe. Jetzt besteht end­lich die Möglichkeit!

Vom 24.–26. September 2012 wer­de ich in Wien einen Workshop mit dem Titel „Stockfotografie – Fotografieren für Bildagenturen“ hal­ten.

In drei voll­ge­pack­ten Tagen mit 24 Unterrichtsstunden könnt ihr dort ler­nen, wie man lukra­ti­ve Motive recher­chiert, wie ein Shooting vor­be­rei­tet wird, wor­auf es bei der Modelwahl ankommt, wie schnell Bilder retu­schiert wer­den und vie­les mehr.

Jeder Teilnehmer hat einen eige­nen Computer-​Arbeitsplatz, damit par­al­lel gear­bei­tet wer­den kann. Wer nicht nur aus Büchern ler­nen will, hat eine der sel­te­nen Chancen, direkt von jeman­den zu ler­nen, der seit Jahren aus­schließ­lich mit dem Fotoverkauf sein Geld ver­dient. Das Geld für den Kurs könnt ihr somit wie­der selbst ein­spie­len, wenn ihr mei­ne Tipps und Tricks umsetzt.

Update 11.09.2012: Der Workshop muss­te lei­der abge­sagt werden.

Wie ein Stockfoto fast die US-​Präsidentschaftswahl beeinflusste

Als ich vor knapp zwei Wochen an einem Freitagabend von einem Shooting nach Hause kam, blink­te mein Anrufbeantworter wie wild. Drei Journalisten aus den USA hat­ten mir aufs Band gespro­chen und alle hat­ten parellel eben­falls Emails geschickt, um mit mir spre­chen zu kön­nen. Was war passiert?

Kurz vor­her hat­te der us-​amerikanische Präsidentschaftskandidat Herman Cain (tritt für die Republikaner an) eine Kampagne namens „Women for Cain“ ins Leben geru­fen. Grund waren Vorwürfe gegen Cain wegen sexu­el­ler Belästigung und Sexaffären. Diese Kampagne soll­te sei­nen weib­li­chen Unterstützern ein Forum bie­ten, die Vorwürfe gegen ihn – in teils vul­gä­rer Sprache – zu ent­kräf­ten. Zur Kampagne gehör­te auch ein Stockfoto von mir mit vier jun­gen Mädchen, wel­che die Daumen hochhalten.


Als stu­dier­ter Politologe weiß ich, dass der Wahlkampf in den USA mit deut­lich här­te­ren Bandagen als hier aus­ge­foch­ten wird. Deshalb war die Nutzung mei­nes Stockfotos ein gefun­de­nes Fressen für die Journalisten. Der viel­ge­le­se­ne US-​Blog Talking Points Memo stürz­te sich als ers­tes auf die Geschichte und rief zu einer Suche nach den Models auf, um die­se nach ihrer Meinung zu fra­gen. Daraufhin mel­de­ten sich bei mir Journalisten von der New York Post, der Huffington Post und eini­gen ande­ren US-​Medien bei mir. Selbst eine Kölner Schwulenzeitschrift woll­te über die Sache berichten.

Ich habe etwas Erfahrung mit Medienpolitik, des­halb ver­zich­te­te ich auf vor­ei­li­ge Aussagen und bat ich die Journalisten, mir einen Tag Zeit zu geben, bis ich die Angelegenheit näher unter­sucht habe. Ich kon­tak­tier­te die bei­den Bildagenturen, bei denen die Wahrscheinlichkeit am größ­ten war, dass das Foto dar­über lizen­ziert wor­den war: Fotolia und Shutterstock. Außerdem schrieb ich eine Mail an die Kampagnenleitung mit der direk­ten Frage, wo Herman Cain das Foto lizen­ziert habe. Auf die letz­te Mail habe ich bis heu­te kei­ne Antwort erhal­ten, aber Shutterstock mel­de­te sich von zwei Stunden bei mir und bestä­tig­te, dass jemand des Wahlkampfteams von Cain das Bild dort run­ter­ge­la­den habe.

Jetzt wird es span­nend: Der Bildnutzungsvertrag von Shutterstock ver­bie­tet aus­drück­lich in Teil II.9. die Nutzung der Fotos für „poli­ti­sche Unterstützung:

PART II – RESTRICTIONS

YOU MAY NOT:
[…]
9.
Use an Image in a way that pla­ces any per­son depic­ted in the Image in a bad light or in a way that they may find offen­si­ve – this inclu­des, but is not limi­ted to the use of Images: […] d) in con­nec­tion with poli­ti­cal endorsements“

Das ist sehr ein­deu­tig for­mu­liert. Die Nutzung in der Cain-​Kampagne sug­gi­ert deut­lich, dass die gezeig­ten Frauen den Präsidentschaftskandidaten unter­stüt­zen wür­den. Deshalb sorg­te Shutterstock auch sofort dafür, dass das Foto von der Kampagnenwebseite ent­fernt wird. Das wie­der­um führ­te in den Kommentarspalten der berich­ten­ten US-​Medien zu hämi­schen Kommentaren, weil eine Zeitlang nur „Women Cain“ im Titel stand, bis das Bild durch ein unver­fäng­li­ches Foto von Cain mit sei­ner Ehefrau ersetzt wurde.

Die Journalisten, die bei mir anfrag­ten, woll­ten natür­lich wis­sen, was ich von der Bildnutzung hal­te, wie ich zu Cains Politik stün­de und ich ich den Kontakt zu den abge­bil­de­ten Frauen her­stel­len kön­ne. Letzteres ver­wei­ger­te ich mit einem Hinweis auf den Datenschutz. Ich infor­mier­te die Models jedoch selbst über die Nutzung und das Medieninteresse und ver­si­cher­te, mich um den Fall zu kümmern.

Den Journalisten ant­wor­te­te ich:

The pho­to was taken in April 2010 and the women in the pic­tu­re are models living in or near Cologne, Germany.
I infor­med the models about the usa­ge and told them that I will pass on their con­ta­ct infor­ma­ti­on if they want me to, but so far nobo­dy of them has responed.

The image was taken in my stu­dio in Cologne, Germany for stock pho­to libra­ries like Shutterstock and Fotolia.
I wro­te about the pho­to­ses­si­on here in my blog:
http://www.alltageinesfotoproduzenten.de/2010/07/04/vier-maedchen-auf-einem-haufen-beim-shooting/

I also con­ta­c­ted the agen­cy that sold the image and had them remo­ve the image from the Cain cam­pai­gn, becau­se it was a clear bre­ach of the licence agree­ment from Shutterstock which for­bids „poli­ti­cal endors­ments“ with the images: http://www.shutterstock.com/licensing.mhtml (sec­tion Part II, 9.d)

I cer­tain­ly dis­agree with Mr. Cain using the image in a way that is not con­form with the licence agree­ment. If you run for pre­si­dent, you should know your legal terms.

I, howe­ver, did not fol­low the pre­si­den­ti­al cam­pai­gn in the USA clo­se­ly enough to make a jud­ge­ment about Mr. Cain or his poli­ti­cal positions.

If you have fur­ther ques­ti­ons, let me know.“

Noch am sel­ben Tag trat Herman Cain von sei­ner Kandidatur zurück. Die fal­sche Verwendung des Stockfotos war sicher nicht der Auslöser für die­se Entscheidung, aber wenn er wei­ter­hin kan­di­diert hät­te, hät­ten vor allem die libe­ra­len US-​Medien das Thema ger­ne brei­ter aus­ge­walzt, um Cain an den Karren zu fah­ren. So berich­te­te die Huffington Post sicht­lich ent­täuscht über den Fall, weil das Interesse an Cain-​Nachrichten nach sei­nem Rücktritt ver­ständ­li­cher­wei­se abge­nom­men hat. Selbst die­se ver­spä­te­te Meldung wur­de zig­fach zitiert und schon die ers­te Meldung von Talking Points Memo wur­de oft get­wit­tert und auf­ge­grif­fen. Hätte Cain an sei­ner Kandidatur fest­ge­hal­ten, bin ich mir sicher, dass auch die New York Post und in Folge vie­le ande­re Zeitungen dar­über berich­tet hät­ten und der Tenor wäre sicher nicht posi­tiv gewesen.

Die Moral von der Geschichte?

Wer Stockfotos ver­wen­den will, soll­te sich an die Lizenzbedingungen hal­ten. Vor allem dann, wenn man stark im Rampenlicht steht.

Wie hät­tet ihr an mei­ner Stelle reagiert?