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Exklusivität – Eine aussterbende Praxis im Microstock-Bereich

Ich gebe zu, die Überschrift ist gewagt. Gibt es doch eini­ge Fotografen, die zum Beispiel exklu­siv bei iStock oder Fotolia sind, aber trotz­dem gutes Geld verdienen.

Trotzdem glau­be ich, dass die­se Art der Geschäftsbeziehung zwi­schen Fotografen und Microstock-​Bildagenturen auf dem abstei­gen­den Ast ist. Vor ca. zwei Jahren hat­te ich hier im Blog die Vorteile und die Nachteile von Exklusivität auf­ge­lis­tet. Mittlerweile hat sich der Markt geän­dert und ich wür­de die Gewichtung anders ver­tei­len. Zugunsten der Nachteile. Warum?

Machen wir einen Schritt zurück: Wir reden hier von „Fotografenexklusivität“, nicht von „Bildexklusivität“. Bei der Fotografenexklusivität ver­pflich­tet sich der Fotograf in der Regel, sein gesam­tes RF-​Bildmaterial nur der einen Bildagentur zukom­men zu las­sen. Bei der Bildexklusivität kann der Fotograf die­se Entscheidung pro Bild treffen.

Logischerweise lohnt sich eine Exklusivität nur bei Agenturen, die genug Umsätze erzie­len. In der Praxis sind das haupt­säch­lich iStock und Fotolia, unter Umständen viel­leicht noch Dreamstime.

Aber sowohl iStock als auch Fotolia haben im letz­ten Jahr eini­ge Änderungen auf der Webseite gemacht, die sich nega­tiv für deren exklu­si­ve Fotografen aus­ge­wirkt haben. Was haben die Agenturen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – getan? iStock hat zum Beispiel einer­seits die klei­nen Icons an den Bildern ent­fernt, mit denen Käufer auf den ers­ten Blick erken­nen konn­ten, dass ein Foto exklu­siv war. Jetzt steht nur noch auf der Detailseite, dass ein Foto dort exklu­siv erhält­lich ist, was de fac­to jedoch nicht immer stimmt, wie das Beispiel Yuri Arcurs auch nach über sechs Monaten „Exklusivität“ zeigt. Sein Bild „Geschäftsleute mit Fragezeichen“, was bei iStock als „Only from iStock“ mar­kiert ist, wird wei­ter hier oder hier oder hier güns­ti­ger angeboten.

Darüber hin­aus schwäch­te iStock ihre Definition von Exklusivität, indem sie von „Fotografen“ auf „Bilder“ umstell­ten: Früher bedeu­te­te die Krone bei iStock: „Images from this pho­to­gra­pher are only avail­ab­le on iStockphoto“, heu­te heißt es nur „These icons high­light files crea­ted by iStock exclu­si­ve artists. This means they can only be found on iStock and select Getty Images part­ner sites.“

Außerdem hob iStock das Upload-​Limit für nicht-​exklusive Fotografen auf, was einen der bis­he­ri­gen Vorteile für Exklusivität – die Möglichkeit, deut­lich mehr Bilder pro Woche hoch­la­den zu dür­fen – nich­tig macht. Diese und ande­re Faktoren schei­nen dazu zu füh­ren, dass exklu­si­ve iStock-​Fotografen teil­wei­se star­ke Umsatzeinbußen haben. Michael Zwahlen hat nach dem Ende sei­ner iStock-​Exklusivität vor zehn Monaten im Oktober erst­mals sogar mehr ver­dient als in einem Monat der letz­ten zwei Jahre.

Doch las­sen wir mal iStock in Ruhe und schau­en uns Fotolia an.

Dort gab es mei­nes Wissens noch nie ein Abzeichen, Symbol oder gar einen Suchfilter, mit dem exklu­si­ve Dateien vom Käufer erkannt wer­den konn­ten. Eine der Legitimationen für höhe­re Preise, die exklu­si­ve Fotografen dort ver­lan­gen dür­fen, wird dem Käufer dem­nach nicht ver­mit­telt. Zudem wur­den im Juli die Möglichkeiten der auto­ma­ti­schen Preisreduzierung erhöht, was bedeu­tet, dass exklu­si­ve Fotografen pro­zen­tu­al stär­ker von nied­ri­ge­ren Preisen betrof­fen sind als nicht­ex­klu­si­ve Fotografen. Auch wur­de im September den Fotografen die Möglichkeit genom­men, exklu­si­ve Fotos aus dem Abo-​Programm aus­zu­schlie­ßen. Auch schei­nen exklu­si­ve Fotografen bei Fotolia von der Suchumstellung im April 2013 stär­ker betrof­fen zu sein als nicht­ex­klu­si­ve Fotografen, wenn man den Kommentaren hier im Blog Glauben schenkt.

Da sich die Agenturen bei sol­chen Entscheidungen nur ungern in die Karten schau­en las­sen, kann nur ver­mu­tet wer­den, aus wel­chen Gründen die oben genann­ten Änderungen umge­setzt wurden.

Wenn wir uns aber die Nachteile der Exklusivität aus Sicht der Bildagenturen und Käufer anschau­en, wird klar, war­um Exklusivität nicht mehr so stark pro­pa­giert wird wie noch vor fünf, sechs Jahren.

Auf der Hand liegt, dass Agenturen exklu­si­ven Fotografen mehr Prozente zah­len müs­sen als nicht­ex­klu­si­ven Fotografen. Da exklu­si­ve Fotografen nicht nach Qualität aus­ge­sucht wer­den, bedeu­tet das auch, dass die exklu­si­ven Fotos nicht auto­ma­tisch bes­ser sind. Und selbst wenn exklu­si­ve Fotos super sind, gibt es genü­gend nicht­ex­klu­si­ve Fotografen, wel­che die glei­chen oder sehr ähn­li­chen Motive woan­ders anbie­ten. Einem grü­nen Apfel vor wei­ßem Hintergrund sieht man nicht an, ob er exklu­siv ist oder nicht. Dafür dann je nach Agentur als Kunde dop­pelt so viel bezah­len zu müs­sen, sehen weni­ge Käufer ein.

Agenturen wie Shutterstock, die aus­schließ­lich nicht­ex­klu­siv arbei­ten, schei­nen trotz­dem – oder gera­de des­we­gen – stei­gen­de Umsätze zu erzie­len. In die­sem Blogpost erklärt der Shutterstock-​CEO Jon Oringer auch, war­um aus sei­ner Sicht Exklusivität für RF-​Fotos nichts bringt: „Exklusivität bedeu­tet nicht, dass ein Bild weni­ger genutzt wur­de, es bringt dem Käufer also kei­nen Vorteil.“

Die meis­ten pro­fes­sio­nel­len Fotografen, also die, wel­che regel­mä­ßig vie­le gute, ver­käuf­li­che Bilder lie­fern, sind in der Regel nicht­ex­klu­siv, weil sie nicht von einer Agentur mit stark schwan­ken­den Algorithmen abhän­gig sein wol­len. Eine Ausnahme bil­det da iStock, wobei sie in der Vergangenheit auch eini­ge ihrer Top-​Exklusiven ver­lo­ren oder gefeu­ert haben (sie­he Sean Locke). Notfalls bedie­nen sich exklu­si­ve Fotografen ger­ne eines – eigent­lich nicht erlaub­ten – Tricks: Wer exklu­siv bei einer Agentur ist, lässt ein­fach sei­ne Frau, sein Kind, sei­ne Oma oder ein ande­res Familienmitglied unter des­sen Namen Konten bei ande­ren Bildagenturen eröff­nen und kommt so in den Genuss der Vorteile bei­der Welten.

Wie passt aber mei­ne pes­si­mis­ti­sche Analyse zur Exklusivität mit der Entscheidung des Top-​Fotografen Yuri Arcurs zusam­men, exklu­siv zu iStock zu gehen? Auch vom kaum min­der guten Fotografen Andres Rodriguez wur­de erst kürz­lich ein neu­es exklu­si­ves Portfolio bei iStock gesich­tet. Spricht das nicht für Exklusivität? Im Gegenteil. Yuri Arcurs hat sich mit sei­nem eige­nen Bildershop peopleimages.com die Möglichkeit offen behal­ten, sei­ne Fotos auch „woan­ders“ zu ver­kau­fen (oder zumin­dest iStock dazu gebracht, die Definition von „Partnerseiten“ sehr stark zu dehnen).

Auch Andres Rodriguez scheint einen Deal zu haben, der es ihm erlaubt, par­al­lel auch nicht-​exklusiv sei­ne Bilder hier und bei ande­ren Bildagenturen zu ver­kau­fen. Solche „Deals“ benach­tei­li­gen logi­scher­wei­se die exklu­si­ven Fotografen, wel­che nicht die Verhandlungsmacht haben, sich sol­che Vorteile zu sichern. Ein Grund mehr gegen die Exklusivität.

Wie seht ihr das? Was sind eure Erfahrungen?

Stockfotografie-​News 2013-11-01

Hatte ich mir in mei­ner gren­zen­lo­sen Naivität anfangs wirk­lich vor­ge­nom­men, die Stockfotografie-​News wöchent­lich zu veröffentlichen?

Jetzt sind schon wie­der zwei Monate seit den letz­ten News ver­gan­gen, des­we­gen wird es drin­gend Zeit für ein Update, damit ihr den Überblick im Bildermarkt-​Dschungel nicht verliert.

  • Eine sehr aus­führ­li­che, nach Themen sor­tier­te Übersicht über geschütz­te Fotomotive lie­fert die­ses „Intellectual Property Wiki“ von Getty Images. Ein Lesezeichen-​Muss für jeden Stockfotografen.
  • Dreamstime will jetzt auch Videos ver­kau­fen, von SD- bis 4K-​Auflösung. Erst mal sind die Videografen dazu auf­ge­ru­fen, ihre Videos hoch­zu­la­den, die geplan­te Preisstruktur fin­det ihr etwas ver­steckt hier. Das sym­pa­thi­sche Preismodell, dass die Bilder (und jetzt auch Videos) mit mehr Verkäufen teu­rer wer­den, soll bei­be­hal­ten werden.
  • Auch Geldfälscher bedie­nen sich anschei­nend bei Microstock-​Agenturen, sind dann aber zu doof, die paar Euro für ein Bild ohne Wasserzeichen aus­zu­ge­ben: Zoonar berich­tet über einen aktu­el­len Fall hier in deren Blog.
  • Auf dem Markt der Videoagenturen ist mit Dissolve ein neu­er Spieler auf­ge­taucht, der anhand der Finanzen und dem Personal sogar Chancen haben könn­te. Leider, möch­te man sagen, denn der Durchschnittspreis für einen HD-​Clip soll bei 5 Dollar lie­gen. Ich hat­te ja gehofft, dass der Preisverfall bei Videos noch etwas auf sich war­ten lässt. Vom Design her erin­nert mich die Seite übri­gens sehr an Stocksy. Absicht?
  • Über die Gefahren bei der Verwendung von Hoheitszeichen in der Fotografie hat­te ich ja schon hier berich­tet. Wie sich das in der Praxis aus­wir­ken kann, zeigt das juris­ti­sche Nachspiel bei die­sem Twitter-​Foto mit einem Wappen von Sachsen-Anhalt.
  • Shutterstock hat soeben ihr Europa-​Büro eröff­net, und zwar in der Kulturbrauerei in Berlin.
  • Auch die gro­ße Bildproduktionsfirma Image Source hat soeben ein Büro in Berlin eröff­net. Damit soll­te klar sein, wel­che Stadt in Deutschland die Stockfotografie-​Hochburg ist.
  • iStock ent­fernt vie­le klei­ne Features von deren Webseite als Versuch, die Seite schnel­ler zu machen. Darunter sind auch die Fotografen-​Blogs, die „Über Mich“-Seite, Testimonials, Ratings, Bildkommentare und die kom­plet­te Logo-Sektion.
  • Der Name der Bildagentur wur­de jetzt übri­gens auch offi­zi­ell von iStockphoto zu iStock verkürzt.
  • Die neue Premium-​Kollektion Offset von Shutterstock ist jetzt online.
  • Die mobi­le App „On-​The-​Go“ von 123rf ist jetzt auch hier für Android erhältlich.
  • Die Idee ist nicht neu, aber die Umsetzung wird immer bes­ser. Die Lytro ist eine Kamera, bei der nach­träg­lich die Schärfe fest­ge­legt wer­den kann. Probiert es selbst mit der kos­ten­lo­sen App oder auf deren Webseite aus, die Ergebnisse sind beein­dru­ckend. Leider sind die Fotos bis­her nur ca. 1 Megapixel groß. Aber ange­sichts des tech­ni­schen Fortschritts wird es wohl nicht mehr lan­ge dau­ern, bis die Geräte taug­lich für die Stockfotografie sind.
  • Sich als Fotograf selb­stän­dig machen? Andreas Bender hat es gewagt und zieht nach 18 Monaten eine sehr aus­führ­li­che Bilanz.
  • Ein lesens­wer­tes Interview mit dem Stockfotografen Peter Atkins gibt es hier bei lousypennies.de, vor allem, wie man abseits der eigent­li­chen Fotoverkäufe noch Geld ver­die­nen kann.
  • Was ist die bis­lang ori­gi­nells­te Ausrede, die sich ein Bilderdieb hat ein­fal­len las­sen? „Ein Kugelschreiber sei ver­se­hent­lich auf die Tastatur gefal­len und habe die Funktion “ein­fü­gen” aus­ge­löst.“ So gele­sen in die­sem Blogartikel. Dummdreist bleibt es trotzdem.
  • Zum Schluss noch was zum Lachen: Ein Video mit blö­den Sätzen, die sich Fotografen stän­dig anhö­ren müssen:

Habe ich was ver­ges­sen? Dann bit­te in den Kommentaren nachtragen.

Ach so: Kriegen wir die 900 Fans bei Facebook voll? Dafür ein­fach rechts auf „Gefällt mir“ kli­cken. Danke.

Die Top-​20-​Fotografen bei istockphoto

Welche Fotografen ver­kau­fen bei der Microstock-​Bildagentur istock­pho­to am meis­ten Bilder? Diese Frage ist nicht so leicht zu beant­wor­ten. Während Fotolia hier und Dreamstime hier eine über­sicht­li­che Tabelle zei­gen, gibt es bei istock­pho­to nichts der­glei­chen. Zwar gibt es eine Statistik bei istockcharts.de, aber die Hälfte der Fotografen sind dort nur in anony­mi­sier­ter Form zu finden.

Deshalb ich ich per Hand (und Google) die 20 istock-​Fotografen raus­ge­sucht, die ins­ge­samt am meis­ten Dateien ver­kauft haben:

  1. Yuri Arcurs (über 1,2 Millionen Downloads)
  2. Lise Gagne* (über 1,1 Millionen Downloads)
  3. DNY59* (über 0,9 Millionen Downloads)
  4. Sean Locke* (über 760.000 Downloads)
  5. hide­sy* (über 600.000 Downloads)
  6. jhor­rocks* (über 480.000 Downloads)
  7. alexsl* (über 420.000 Downloads)
  8. urban­cow* (über 340.000 Downloads)
  9. duncan1890* (über 320.000 Downloads)
  10. Nikida* (über 320.000 Downloads)
  11. nico_​blue* (über 320.000 Downloads)
  12. spxChrome* (über 320.000 Downloads)
  13. Liliboas* (über 310.000 Downloads)
  14. black­red* (über 310.000 Downloads)
  15. mon­key­busi­nessi­mages (über 300.000 Downloads)
  16. soda­fi­sh* (über 300.000 Downloads)
  17. dra_​schwartz* (über 290.000 Downloads)
  18. carac­ter­de­sign* (über 280.000 Downloads)
  19. track5* (über 270.000 Downloads)
  20. web­pho­to­gra­pheer* (über 270.000 Downloads)

Das Sternchen bedeu­tet, dass die­se Fotografen exklu­siv bei istock­pho­to sind. Wir sehen, dass 18 Fotografen oder 90% der Top-​Fotografen bei istock exklu­siv sind. Sind die hier genann­ten Download-​Zahlen iden­tisch, erfolg­te die Sortierung der Liste nach Portfoliogröße.

Die Liste ist übri­gens ein Nebenergebnis mei­ner Recherche für eine inter­es­san­te Frage, die in den Kommentaren mei­nes Artikels „Die sechs Nachteile von Exklusivität für Fotografen in Bildagenturen“ auf­kam, und die ich in Kürze hier beant­wor­ten will: Für wie vie­le Bilder in Microstock-​Agenturen sind Profis ver­ant­wort­lich? Meine Vermutung, die auch von Walter in den Kommentaren geäu­ßert wird, ist, dass die Pareto-​Regel auch in der Stockfotografie Anwendung fin­det, die besagt, dass 80% des Inhalts von 20% der Fotografen gelie­fert wird. Ich bin am Auszählen, das Ergebnis kommt bald.

Schöne Statistik: Getty Images, istockphoto und der FOCUS

Da wer­te ich mona­te­lang die Bildcredits von zig Zeitschriften aus, um einen Überblick über den Bildermarkt zu bekom­men und nun mer­ke ich, dass die Zeitschriften es nicht so genau nehmen.

Genauer gesagt: In der Ausgabe Nr. 2/​2009 des Nachrichtenmagazins FOCUS habe ich ein Bild des Microstock-​Anbieters istock­pho­to gefun­den. Bei den Fotocredits steht jedoch: „Foto: Getty Images“. Formal mag das kor­rekt sein, weil Getty Images die Firma istock­pho­to 2006 gekauft hat­te. Aber ein Anruf bei Getty Images ergab, dass Bilder der Microstock-​Tochter nicht direkt über Getty Images gekauft wer­den kön­nen, weil die Lizenzbedingungen ganz ande­re sein und die Buchhaltung in den USA sitze.

Ein Anruf bei der Bildredaktion des FOCUS ergab auch nicht viel mehr. Auf mei­ne Frage, war­um bei einem istock-​Foto „Getty“ als Credit ste­he, kam von der Dame am Apparat die Gegenfrage: „Warum wol­len sie das denn wis­sen?“. Ich ant­wor­te ehr­lich, dass mich das für die Statistik in mei­nem Blog inter­es­siert, aber die Dame blieb wort­karg: „Dazu kann ich Ihnen kei­ne Auskunft geben“. Hm. Wenn das die Bildredaktion nicht weiß, wer dann?

Aber ich ver­ste­he ja, dass es läs­si­ger wirkt, sich mit dem Namen einer Firma zu schmü­cken, die Fotos für hun­der­te von Euro ver­kauft, statt den Namen einer Firma zu zei­gen, die Fotos für weni­ge Euro ver­scher­belt. Wobei die FOCUS-​Tochter FOCUS Money da kei­ne Probleme hat. Die Microstock-​Agenturen Dreamstime und Fotolia wer­den dort gleich­be­rech­tigt als Bildcredit angegeben.

Doch was bedeu­tet das für die Auswertung der „Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften?
Falls nur der FOCUS die­se Art der „Aufhübschung“ betreibt, heißt das nur, dass der FOCUS viel­leicht weni­ger Geld für Fotos aus­gibt als ver­mu­tet. Falls ande­re Zeitschriften die­sem Beispiel fol­gen, ist die unan­ge­foch­te­ne Stellung von Getty Images in der Statistik mit Vorsicht zu genie­ßen. Es wür­de bedeu­ten, dass zwar wei­ter­hin die meis­ten Fotos über Getty Images (bzw. der Tochter istock­pho­to) gekauft wer­den, aber dabei weni­ger Gewinn gemacht wird als die Statistik ver­mu­ten lässt.

Ebenfalls bedeut­sam kann auch die Klausel im Lizenzvertrag von istock­fo­to werden:

4. Standard License Prohibitions.
(a) Prohibited Uses. You may not do anything with the Content that is not express­ly per­mit­ted in the pre­ce­ding sec­tion or per­mit­ted by an Extended License. For grea­ter cer­tain­ty, the fol­lowing are “Prohibited Uses” and you may not: […]
14. use the Content for edi­to­ri­al pur­po­ses without inclu­ding the fol­lowing credit adja­cent to the Content: “©iStockphoto.com/Artist’s Member Name]“

Grob über­setzt bedeu­tet das, dass es ver­bo­ten ist, Fotos von istock­pho­to für edi­to­ria­le Zwecke (was Zeitschriften in der Regel ein­schließt) zu nut­zen, ohne als Quelle „istockphoto/​Fotograf“ anzu­ge­ben. Mal sehen, was istock­pho­to dazu sagt.

Habt ihr auch in ande­ren Zeitschriften istock-​Fotos mit „Getty-​Credit“ gefunden?

Die Charts von istockphoto

Eben habe ich die Webseite www.istockcharts.de ent­deckt. Dort gibt es vie­le Informationen über die gesam­ten Downloads, Menge an Fotos, Downloads pro Tag, Downloads pro Foto, Downloads der letz­ten 24 Stunden etc auf der Microstock-Bildagentur istock­pho­to.

Die Menge der Daten ist beein­dru­ckend, auch wenn ein Mitglied erst ein­ge­tra­gen wer­den muss, damit die Daten von der Webseite aus­ge­wer­tet wer­den. Momentan sind knapp 9.000 der über 55.000 istock-​Mitglieder gelistet.

Die Top-​3-​Verkäufer bei istock sind (Name/​Username):

  1. Lise Gagne (lise­ga­gne)
  2. Jacob Wackerhausen (yuri­ar­curs)
  3. Amanda Rohde (hide­sy)

Als ganz gro­be Faustregel kann gel­ten, dass 0,1 Download pro Foto und Tag rea­lis­tisch sind. Bei 1.000 Fotos im Portfolio wären das also ca. 100 Downloads pro Tag. Da nicht-​exklusive Fotografen durch­schnitt­lich knapp einen US-​Dollar pro Download ver­die­nen, schei­nen ca. 600 Euro pro Monat mit ca. 1.000 Bildern rea­lis­tisch. Es gibt jedoch auch Fotografen, die über 4500 Bilder online haben und nur 25 Downloads pro Tag.

Von 25 Mitgliedern mit den meis­ten Downloads sind nur zwei (Yuri Arcurs und Kirsty Pargeter) nicht exklu­siv an istock­pho­to gebunden.

Eine Seite, deren Informationen ich stun­den­lang ana­ly­sie­ren könn­te. Sind euch auch inter­es­san­te Zusammenhänge aufgefallen?