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Das Killer‐Feature: Stockfotos agenturübergreifend analysieren mit Stock Performer

Gestern sag­te mir ein Mitarbeiter einer gro­ßen Bildagentur, dass sie im Backend ihren Statistik‐Bereich erwei­tern wol­len und ob ich Vorschläge hät­te.

Ich mein­te, dass ich für sta­tis­ti­sche Informationen über Verkäufe und so wei­ter so gut wie gar nicht mehr auf die Agenturseite schaue, weil ich alle Daten, die ich brau­che, um mei­ne Umsätze und Bestseller zu ana­ly­sie­ren, viel bes­ser bei Stock Performer* auf­be­rei­tet bekom­me. Vor vier Monaten hat­te ich hier schon über eini­ge neue Features berich­tet, aber jetzt haben die Jungs ihr Ass aus dem Ärmel gezo­gen und prä­sen­tie­ren die „Cross Agency Collections“.

Beispieldaten über mehrere Agenturen hinweg
Beispieldaten über meh­re­re Agenturen hin­weg

Das heißt nichts Geringeres als dass die Auswertung der Bilder jetzt agen­tur­über­grei­fend erfolgt. Üblicherweise laden Stockfotografen ja die glei­chen Fotos zu meh­re­ren Agenturen hoch und nun kön­nen wir mit einem Klick sehen, wie viel wir ins­ge­samt mit den Bildern ver­dient haben – über alle unter­stütz­ten Agenturen hin­weg. Die Zuordnung funk­tio­niert bis­her lei­der noch nicht auto­ma­tisch, son­dern die Bilder müs­sen ent­we­der per Hand in die rich­ti­ge Collection ein­sor­tiert wer­den oder die Lightboxes, Image Sets oder wie auch immer das bei jeder Agentur anders heißt, müs­sen den glei­chen Namen haben, damit Stock Performer die Bilder auto­ma­tisch zusam­men­füh­ren kann.

Neben den Gesamtwerten wie RPI (Return per Image), RPI/m (Return per Image pro Monat), RPD (Revenue per Download), Umsatz, Downloads und so wei­ter kön­nen die Daten natür­lich auch alle auf die ein­zel­nen Agenturen her­un­ter­ge­bro­chen wer­den.

Außerdem gibt es ein neu­es Feature namens „Revenue Breakdown“. Damit kann ich bequem sehen, mit wel­chen mei­ner Fotoshootings ich im letz­ten Monat, im letz­ten Quartal, im letz­ten hal­ben oder gan­zen Jahr das meis­te Geld ver­dient habe . Das ist sehr hilf­reich, wenn Agenturen mal wie­der an den Stellschrauben für ihren Suchalgorithmus dre­hen und sich plötz­lich ganz ande­re Bilder bes­ser ver­kau­fen.

Die genann­ten Features sind nur in der „Eagle“-Mitgliedschaft ent­hal­ten, aber für den gesa­men Oktober kön­nen auch die Mitglieder mit der „Sparrow“-Mitgliedschaft die Nützlichkeit der neu­en Funktionen tes­ten.

Es mag wie Marktschreierei geklun­gen haben, aber mal ganz ernst und nüch­tern: Wenn ich nicht gera­de Bilder hoch­la­de, son­dern wis­sen will, wie viel Geld ich mit mei­nen Fotos ver­dient habe, wel­che Motive sich zu Bestsellern ent­wi­ckeln und wel­che mei­ner Shootings am lukra­tivs­ten waren, bin ich täg­lich deut­lich län­ger auf der Webseite von Stock Performer unter­wegs als auf allen Agentur‐Webseiten zusam­men.

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Neue Funktionen bei Microstock‐Analyse‐Tool Stockperformer

Vor ca. zwei­ein­halb Jahren habe ich in die­sem Blogartikel das neue Microstock‐Analyse‐Tool Stock Performer* vor­ge­stellt. Seitdem nut­ze ich das Tool ohne Übertreibung täg­lich und es ist so einem wich­ti­gen Werkzeug in mei­ner täg­li­chen Arbeit gewor­den.

Stockperformer erlaubt mitt­ler­wei­le die Auswertung von Verkäufen von neun (!) Bildagenturen: iStock, Shutterstock, Fotolia, Dreamstime, 123rf, Pond5, Depositphotos, Stocksy, Getty Images, sowie das Partnerprogramm und die Getty‐Verkäufe über iStock.

Neben den Verkaufszahlen zu ein­zel­nen Bildern gibt es eine monat­li­che Gesamtauswertung, die Anzeige der Bestseller in wähl­ba­ren Zeiträumen bei den ein­zel­nen Agenturen, eine Collection‐Verwaltung, mit der der Umsatz und die Verkäufe ein­zel­ner Bildserien zusam­men­ge­fasst ana­ly­siert wer­den kön­nen und vie­les mehr.

In den über zwei Jahren haben Luis und Oliver flei­ßig dar­an gear­bei­tet, neue Funktionen ein­zu­bau­en. So gibt es jetzt bei­spiels­wei­se eine Prognose der monat­li­chen Umsätze, mit der man schon Mitte des Monats abschät­zen kann, wie sich die Verkäufe bis zum Monatsende ent­wi­ckeln wer­den, ent­we­der für alle Agenturen gesamt oder die ein­zel­nen Agenturen:

stockperformer-screenshot-1

Dazu gibt es eine detail­lier­te Verkaufsaufschlüsselung, wel­che die Verkäufe und Umsätze nach Medientyp (Bilder, Videos, Vektoren, …), run­ter­ge­la­de­ner Bildgröße, Credits vs. Abo, Upload‐Jahr etc. aus­wer­tet:

stockperformer-screenshot-2

Am häu­figs­ten nut­ze ich Stockperformer aber, um genau zu sehen, wie viel Umsatz ich bei den ver­schie­de­nen Agenturen mit einem Shooting gesamt gemacht habe. Dafür las­sen sich bequem dich Kollektionen, Lightboxen oder Collections von Fotolia, Shutterstock, 123rf und Dreamstime mit einem Klick impor­tie­ren, wenn die­se bei den Agenturen ange­legt wur­den. Die Bilder kön­nen aber auch bei Stockperformer mit dem „Collection Manager„selbst zu Serien zusam­men­ge­fügt wer­den. So sieht das unge­fähr aus, unten folgt dann die Auflistung der dazu­ge­hö­ri­gen Thumbnails, die nach Datum, Medientyp, Umsatz, Verkäufen oder RPD (Revenue per Download) sor­tiert wer­den kön­nen:

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Ganz neu ist die Funktion der „Supplier Accounts“: Die ermög­licht Nutzern, eine oder meh­re­re Collections mit einer ande­ren Person zu sein. Das kön­nen zum Beispiel Models, Visagisten, Location‐Eigentümer, Assistenten, Verschlagworter, Grafikdesigner oder ande­re Mitarbeiter einer Fotosession sein. Vor allem, wenn Personen antei­lig am Umsatz der Fotosession betei­ligt wer­den sol­len, sind die Supplier Accounts eine sinn­vol­le Lösung, damit meh­re­re Leute die glei­chen Daten sehen kön­nen und die Abrechnung trans­pa­rent geschieht. Für die Fotografen kos­tet zum Beispiel ein sol­cher zusätz­li­cher Account 24 Euro im Monat. Die ande­re Person erhält dann Zugangsdaten zu Stockperformer und sieht dann im Nutzerbereich nur die Daten der Collections, wel­che der Fotograf dafür frei­ge­schal­tet hat.

Mit die­sen Funktionen ist Stockperformer ein „Must‐Have“ für alle, die haupt­be­ruf­lich bei den genann­ten Bildagenturen Fotos ver­kau­fen. Und auch wer das neben­be­ruf­lich macht und – sagen wir – mehr als 400 Euro monat­lich damit ver­dient, soll­te sich Stockperformer genau anschau­en.

Mich wür­de inter­es­sie­ren: Welche Agenturen soll­ten eben­falls von Stockperformer aus­ge­wer­tet wer­den?

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37 verkäufliche Top‐Themen für Stockfotos

Welche Bilder und Motive ver­kau­fen sich über Bildagenturen am bes­ten?

Das ist die ewig glei­che Frage und frü­her muss­ten Fotografen sich dabei vor allem auf ihre Erfahrung, das Bauchgefühl und ihren Instinkt ver­las­sen. Das sind immer noch nütz­li­che Werkzeuge, aber in der heu­ti­gen digi­ta­len Welt, wo auch die Suchbegriffe digi­tal erfasst wer­den, kommt eine wei­te­re hilf­rei­che Komponente hin­zu: „Big Data“. Die genaue Erklärung fin­det ihr im Link, die Kurzform ist: Aus ver­schie­de­nen Datenquellen wer­den gro­ße Mengen an Daten durch­sucht und ana­ly­siert.

Dieses Bild deckt sowohl „Multigenerationen‐Familie“ als auch „Großeltern/Enkelkinder“ und „Älteres Paar/Seniorenpaar“ ab.

In Hinblick auf die Stockfotografie leis­ten da die Jungs von Stock Performer und Picworkflow* groß­ar­ti­ge Arbeit. Ein ganz prak­ti­sches Beispiel lie­fern sie in ihrer kom­bi­nier­ten Analyse von Käufer‐Suchbegriffen bei Bildagenturen. Stock Performer fing mit die­ser Liste an und Picworkflow griff sie auf und opti­mier­te sie zu die­ser hier.

Ich über­set­ze die letz­te­re Liste jetzt und habe sie nach „Beliebtheit“ bei den Bildkäufern sor­tiert. Einige ähn­li­che Begriffe habe ich zusam­men­ge­fasst (man kann Enkelkinder kaum ohne Großeltern dar­stel­len).

  • Mehrgenerationen‐Familien
  • Besprechungsraum
  • Kundenberater
  • multi‐ethnische Gruppe
  • Großeltern/Enkelkinder
  • Seminar
  • Handschlag
  • fra­gen
  • Älteres Paar/Seniorenpaar
  • Fitnesscenter
  • Ausbilder
  • Patient
  • Rückansicht
  • Hund
  • Laufen/Jogging
  • Nachtclub
  • Radfahren
  • repa­rie­ren
  • Textnachricht
  • Smartphone
  • klei­ne Einzelhändler
  • Headset
  • Sexsymbol
  • medi­zi­ni­sche Untersuchung
  • Arbeiter
  • Tablet Computer
  • am Telefon
  • Klassenzimmer
  • sprin­gen
  • Ingenieur
  • Lehrer
  • schla­fen
  • Kopfhörer
  • besorgt
  • Meeting
  • Diagramm
  • Aufstieg

Diese 37 Begriffe bie­ten genü­gend Anhaltspunkte für gute und vor allem lukra­ti­ve Shootings. Zu beach­ten ist, dass eini­ge Themen am bes­ten in Kombination funk­tio­nie­ren (Lehrer/Klassenzimmer oder Patient/Untersuchung). Wer sich wun­dert, was „Rückansicht“ bedeu­ten soll: Das wird ger­ne als Ergänzung in Kombination mit dem eigent­lich gesuch­ten Begriff ver­wen­det, in der Art „Senioren von hin­ten“ oder „Rückansicht einer Frau beim Laufen“.

Auch zum Verschlagworten ist die­se Liste sehr hilf­reich, wenn auch mit Vorsicht zu genie­ßen, weil viel vom kon­trol­lier­ten Vokabular von iStock drin steckt. So suchen Leute viel­leicht doch eher nach „Familie Senioren“ als nach „Mehrgenerationen‐Familie“.

Aber die­se Liste, kom­bi­niert mit der oben genann­ten Erfahrung und dem Instinkt eines guten Stockfotografen soll­te ein guter Ratgeber für zukünf­ti­ge Stockfotos sein. Auch für mein geplan­tes „Microstock‐Shooting‐Experiment“ könn­te die Liste nütz­lich sein. Doch dazu in einem eige­nen Beitrag bald mehr.

Was sagt ihr zu der Liste? Was fällt euch auf?

Vorstellung des neuen Fotolia‐Ranking‐Rechners

Es ist eine ban­ge Frage: Wie lan­ge brau­che ich, um bei der Bildagentur Fotolia* den nächs­ten Rang zu errei­chen?

Das ist nicht nur eine Frage des Egos, son­dern auch des Geldbeutels, denn je höher der Rang, des­to mehr Prozente erhält ein Fotograf für einen Bildverkauf. Deshalb hat­te ich vor über einem Jahr für mich eine Formel ent­wi­ckelt, mit der ich rela­tiv bequem abschät­zen kann, wie lan­ge ich bis zum nächs­ten Rang brau­che. Mit der Hilfe eines befreun­de­ten Programmierers kann ich das Tool nun mit euch tei­len. Die Anleitung steht unter dem Rechner.

[fotolia_ranking:de]

Wie funk­tio­niert der Fotolia‐Ranking‐Rechner?

Für die Berechnung müs­sen min­des­tens drei Werte ein­ge­ge­ben wer­den:

  1. Die Anzahl der bis­he­ri­gen Credit‐Verkäufe,
  2. die Anzahl der bis­he­ri­gen Abo‐Verkäufe und
  3. die Gesamtverkäufe des letz­ten Monats.
  4. Zusätzlich ist es mög­lich und emp­feh­lens­wert, auch die Gesamtverkäufe der bei­den davor lie­gen­den Monate ein­zu­ge­ben, damit die Formel even­tu­el­le Schwankungen bes­ser berück­sich­ti­gen kann.

Tipp: Für eine mög­lichst genaue Berechnung emp­feh­le ich, die Berechnung immer am ers­ten oder zwei­ten Tag eines neu­en Monats vor­zu­neh­men.

Wo bekom­me ich die­se Daten her?

Die Infos für 1. und 2. ste­hen hier in eurem Fotolia‐Dashboard, sie­he mein Screenshot (bei euch ggf. in einer ande­ren Sprache, aber an glei­cher Stelle):

Die Verkaufszahlen für 3. und 4. erhal­tet ihr, wenn ihr im Dashboard auf „Meine Statistiken anzei­gen“ klickt. Dann wählt ihr aus dem Drop‐Down‐Feld „Wie vie­le mei­ner Bilder wur­den her­un­ter­ge­la­den?“ aus und bei „Zeitraum“ soll­te der Monat im ers­ten Feld min­des­tens vier Monate zurück­lie­gen. Bei Optionen soll­te „Monat“ als Maßstab selek­tiert wer­den. Dann erhal­tet ihr rechts eine Auflistung eurer Verkäufe der letz­ten Monate. Wichtig: Es geht um die Anzahl der Verkäufe, NICHT um die erziel­ten Umsätze.

Wenn ihr die Zahlen in den Rechner ein­ge­ge­ben habt, drückt ihr ein­fach auf „Berechnen“ und bekommt eine aus­führ­li­che Analyse inklu­si­ve durch­schnitt­li­cher Wachstumsrate, Anteil der Abo‐Verkäufe und zu guter letzt eine geschätz­te Anzahl der Monate bis zum nächs­ten Ranking‐Level.

Sind mei­ne pri­va­ten Daten sicher?

Na klar. Ich kann kei­ne der Zahlen sehen, die du in den Rechner ein­gibst oder die als Ergebnis ange­zeigt wer­den. Alle Berechnungen wer­den auf dei­nem Computer vor­ge­nom­men und wenn du die Login‐Funktion nutzt, wer­den alle Informationen nur in einem Cookie auf dei­nem Computer gespei­chert. Ich habe kei­nen Zugriff auf die­se Informationen! Wenn du dei­ne Daten löschen willst, lee­re ein­fach alle Felder und kli­cke auf “Berechnen” oder lösche den Cookie manu­ell aus dei­nem Browser‐Cache.

Kann ich mei­ne Daten spei­chern und laden?

Der Rechner funk­tio­niert, ohne dass du dich ein­log­gen musst. Aber wenn du dei­ne Zahlen für eine spä­te­re Verwendung spei­chern wilst, kannst du oben auf “Daten spei­chern und laden” kli­cken und einen Benutzernamen dei­ner Wahl ein­ge­ben. Dann kannst du dei­ne Daten spei­chern und wie­der laden, bis du auf “Ausloggen” klickst.Dafür gebe ein­fach eine Bezeichnung bei „Speichern als“ ein und drü­cke auf „Speichern als“. Dann wer­den die Daten im Bereich „Verlauf“ gespei­chert und du kannst über­prü­fen, wie sich dein Ranking im Laufe der Monate ver­än­dert.

Warnung: Die Daten wer­den nur lokal auf dei­nem Computer mit einem Cookie gespei­chert, das Löschen des Cookies löscht also auch dei­ne Daten.

Ideen? Vorschläge?

Wenn du Vorschläge oder Ideen zur Verbesserung hast,kannst du ger­ne einen Kommentar schrei­ben oder mir eine Email schi­cken. Danke auch an Ralf Baumbach, der mir schnell und unkom­pli­ziert gehol­fen hat, mei­ne Idee tech­nisch umzu­set­zen.

Haftungsausschluss

Ich habe mir größ­te Mühe gege­ben, die Ergebnisse so akku­rat wie mög­lich wer­den zu las­sen. Trotzdem über­neh­me ich kei­ne Garantie für die Richtigkeit der Ergebnisse des Rechners und haf­te nicht für even­tu­el­le Schäden, die aus der Nutzung resul­tie­ren könn­ten.

Mehr Tipps

Mehr Tipps und Infos fin­det ihr in mei­nem Buch „Stockfotografie“* oder hier im Blog. Probiere auch mei­nen kos­ten­lo­sen Stockfotografie‐Verdienst‐Rechner.

Wenn Du eine wei­te­re Übersetzung für den Rechner bei­tra­gen willst, kannst Du Dich eben­falls ger­ne bei mir mel­den.

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Auswirkungen von Preiserhöhungen für Fotos bei Fotolia

Fotografen bei der Microstock‐Bildagentur Fotolia* haben unter bestimm­ten Voraussetzungen die Möglichkeit, den Startpreis ihrer Bilder zu ändern. Standardmäßig wer­den Fotos für 1 Credit in kleins­ter Größe ver­kauft. Wer Bilder exklu­siv oder teil­ex­klu­siv dort anbie­tet, kann ab dem Ranking‐Level „Bronze“ den Startpreis auf zwei Credits erhö­hen, nicht‐exklusive Anbieter kön­nen das am dem Ranking‐Status „Smaragd“. Ab dem Ranking „Silber“ (bzw. „Saphir für nicht‐exklusive Fotografen) kann der Startpreis auch bis drei Credits erhöht wer­den.

Wer dazu die Möglichkeit hat, fragt sich oft: Ist das sinn­voll? Ist es lukra­tiv, den Preis zu erhö­hen? Einerseits bekommt man dann mehr Geld pro Verkauf, ande­rer­seits kau­fen die Leute statt­des­sen viel­leicht ande­re, güns­ti­ge­re Bilder und man erhält gar nichts.

Ich habe das letz­ten Monat mal mit zwei Fotos getes­tet: Am 01. März habe ich zwei rela­tiv neue Fotos, die sich gut ver­kau­fen, von 1 Credit auf 2 Credits gesetzt. Damit wur­den sie schlag­ar­tig dop­pelt so „teu­er“ (sofern man das bei Microstock‐Bildern so nen­nen kann). Ich woll­te sehen, wie sich die Verkäufe in die­sem Monat mit dem neu­en Preis ent­wi­ckeln. Hier die Ergebnisse:

Die blau­en Balken zei­gen die Umsätze des Fotos pro Monat bei Fotolia. Die rote Linie zeigt den Verlauf der Verkäufe selbst an. Der letz­te Balken ganz rechts ist für den Monat März, wo ich den Preis erhöht habe. Wie sehr deut­lich zu sehen ist, konn­te ich in die­sem Monat die Einnahmen mit dem Foto im Vergleich zum Vormonat mehr als ver­dop­peln (genau­er: 115% mehr Credits). Mehr noch: Im März hat das Foto mehr Einnahmen erzielt als die gesam­ten fünf Monate zuvor! Auch die Verkaufszahlen stie­gen wei­ter­hin an, wenn auch nicht mehr so stark wie in den drei Monaten zuvor (26% mehr Verkäufe).

Bei die­sem zwei­ten Bild ist ein ähn­li­ches Schema zu erken­nen. Die Umsätze hier „nur“ fast ver­dop­pelt (73% mehr Credits), die Downloads nah­men eben­falls zu, auch wie­der eine gerin­ge­re Zunahme als die Monate zuvor (7% mehr Verkäufe).

Was sagt uns das? Unter dem Strich war es ein gelun­ge­nes Experiment. Ich konn­te mei­ne Umsätze mit den Bildern deut­lich stei­gern und auch die Verkäufe selbst waren weni­ger davon betrof­fen als gedacht. Selbst wenn die Verkäufe auf dem Vormonatsniveau sta­gniert wären, wäre der Umsatz gestie­gen, weil der Preis pro Download höher ist. Diese Zahlen sind auch rela­tiv aus­sa­ge­kräf­tig, weil hier Verkäufe im drei­stel­li­gen Bereich aus­ge­wer­tet wur­den, wo zufäl­li­ge Schwankungen weni­ger ins Gewicht fal­len.

Die sta­tis­ti­sche Auswertung der Verkäufe über­nahm wie­der das hilf­rei­che Analysetool Stock Performer für mich.

Zusätzlich habe ich eine ande­re inter­es­san­te Beobachtung gemacht: Ich hat­te wie ande­re Fotografen die Vermutung, dass vie­le Bildkäufer wegen des höhe­ren Preises lie­ber die nächst­klei­ne­re Bildgröße kau­fen, also XS statt S, S statt M und so wei­ter. Selbst wenn das alle Käufer machen wür­den, wür­de ich mit der Preissteigerung trotz­dem mehr ver­die­nen, weil die Käufer bei jedem „Downgrade“ (außer von XS auf S) trotz­dem mehr als vor­her bezah­len wür­den, sie­he hier: Grün bedeu­tet eine Preisersparnis, rot eine Preissteigerung.

Luis Alvarez von Stock Performer war so freund­lich, extra für mich tie­fer in sei­ner Datenbank zu wüh­len und mir raus­zu­su­chen, wie sich die pro­zen­tua­le Verteilung der gekauf­ten Bildgrößen geän­dert hat (das geht noch nicht auto­ma­tisch, aber ist in Arbeit). Schauen wir uns das zuerst gra­fisch an:

Die obe­re Grafik ist für das „Daumen hoch“-Bild*, die unte­re für das „Studenten beim Lernen“-Bild*. Die blau­en Balken zei­gen die pro­zen­tua­le Verteilung der gekauf­ten Bildgrößen für Februar, die lila Balken die Verteilung für März.

Es ist klar zu sehen, dass mei­ne Vermutung voll­kom­men falsch war: Die Bildkäufer kau­fen kei­ne klei­ne­ren Größen, wenn das Bild teu­rer ist, im Gegenteil. Sie kau­fen statt­des­sen ver­mehrt grö­ße­re Lizenzen. Warum das so ist, ist mir noch unklar. Es könn­te sein, dass die „Schnäppchenjäger“, die vor allem für Blogs und Internetseiten bil­li­ges Fotomaterial brau­chen, durch die höhe­ren Preise abge­schreckt sind und des­halb ver­mehrt die Leute kau­fen, wel­che die Fotos dru­cken wol­len. Das wür­de zwar die Verschiebung hin zu den grö­ße­ren Lizenzen erklä­ren, aber nicht die abso­lu­te Steigerung der Downloads. Vielleicht rankt Fotolia die Bilder bes­ser, wenn ver­mehrt mehr Geld dafür aus­ge­ge­ben wird?

All die­se Erkenntnisse bedeu­ten, dass es kurz­fris­tig finan­zi­ell betrach­tet oft sinn­voll sein kann, die Preise von Bildern zu erhö­hen.

Trotzdem gibt es vor allem zwei Faktoren zu berück­sich­ti­gen, wel­che die­se opti­mis­ti­sche Annahme etwas rela­ti­vie­ren.

Erstens ist das der Ranking‐Status: Bei Fotolia ver­die­nen die Fotografen umso mehr Kommissionen, je höher sie im Ranking auf­stei­gen. Das ist in der Tabelle obven gut sicht­bar. Es fängt bei 20% an und geht bis 46%. Für das Ranking wer­den jedoch nur die rei­nen Verkaufszahlen berück­sich­tigt, aber nicht die Umsätze. Wie ganz oben ersicht­lich ist, neh­men die Verkäufe nicht so schnell zu, wenn der Preis erhöht wird. Das bedeu­tet, dass es län­ger dau­ert, bis ein Fotograf den nächs­ten Rang und damit eine gene­rel­le Kommissionserhöhung erhält. In der Praxis des­halb mein Tipp: Die Erhöhung der Startpreise ist vor allem für nicht‐exklusive Fotografen ab Smaragd‐Status und für exklusive‐Fotografen ab Gold‐Status emp­feh­lens­wert, weil ab dann die Prozentpunkte bei den Kommissionen nur wenig erhöht wer­den und die Verweildauer auf der glei­chen Rankingstufe deut­lich län­ger ist.

Zweitens spielt der Suchalgorithmus eine Rolle: Neben eni­gen ande­ren Faktoren ist vor allem die Anzahl der Verkäufe eines Bildes ein wich­ti­ger Punkt bei der Entscheidung, wie weit oben es bei Suchanfragen ange­zeigt wird. Je öfter und je höher ein Foto den Käufern bei den Suchtreffern gezeigt wird, des­to öfter ver­kauft es sich. Das kann gera­de am Anfang des Lebenszyklus‘ eines Bildes ent­schei­dend sein, ob das Bild ein Bestseller oder ein Ladenhüter wird. Außerdem gibt es bei Fotolia einen Preisfilter, mit dem Leute sich nur Bilder für 1 Credit Startpreis anzei­gen las­sen kön­nen. Da wären 2 Credit‐Bilder dann nicht dabei. Deswegen erhö­he ich die Preise mei­ner Bilder nur, wenn sie sich „bewie­sen“ haben, das heißt, schon häu­fig ver­kauft wur­den. Außerdem kann es sein, dass sich das Verhältnis von Bildansichten und Verkäufen bei einer Preiserhöhung ver­schlech­tert, was wie­der­um eben­falls zu einer Benachteilung der Bilder im Suchalgorithmus füh­ren kann. Das müss­te ich etwas beob­ach­ten.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Veränderungen eurer Bildpreise gemacht?

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