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Konzertfotos – Kraftklub und Casper in Köln

Noch län­ger als ich beruf­li­ch foto­gra­fie­re, bin ich schon für das Online-Musikmagazin bloom.de tätig, mitt­ler­wei­le als stell­ver­tre­ten­der Chefredakteur. So kommt es, dass ich manch­mal auch auf Konzerten foto­gra­fie­re. Am Donnerstag war es wie­der soweit. Kraftklub und Casper spiel­ten im Kölner Underground.

1. Casper im Underground, Köln (Retro-Look)

Wem die Namen nix sagen: Kraftklub ist eine Art rap­pen­de Rockband (hier anhö­ren), mei­ner Meinung nach das Originellste, was die HipHop-Szene seit vie­len Jahren her­vor­ge­bracht hat. Casper ist ein nied­li­cher Gefühlsrapper mit Reibeisenstimme (hier anhö­ren), was zu einem für HipHop-Konzerte unge­wöhn­li­ch hohen Frauenanteil führt.

Aber eine Konzertreview könnt ihr hier bei bloom.de nach­le­sen, des­we­gen kon­zen­trie­re ich mich hier auf die Fotos.

2. Kraftklub im Underground, Köln (1/400s, f2.8, 50mm, ISO 6400)

Zur Location: Das Underground in Köln ist ein rela­tiv klei­ner, sym­pa­thi­scher Laden. Die Bühne liegt ca. einen hal­ben Meter erhöht und ist ent­we­der nur durch ein Gitter abge­sperrt oder gar nicht. Dann tren­nen nur die Monitorboxen die Band vom Publikum. Als Beleuchtung wer­den haupt­säch­li­ch Halogenstrahler ein­ge­setzt, die Lichttemperatur liegt dem­nach immer ca. zwi­schen 3000–4000 °Kelvin. Beim Casper-Konzert wur­den Gitter ein­ge­setzt, was für uns Fotografen den Vorteil hat­te, dass wir uns zwi­schen die paar Zentimeter Gitter und Bühne quet­schen konn­ten und so bei Bedarf kei­ne Zuschauer im Bild hat­ten und auch nicht von allen Seiten ein­ge­engt wur­den.

3. Kraftklub im Underground, Köln (1/320, f2.8, 30mm, ISO 3200)

Als Kameraausrüstung kam – wie immer – mei­ne Canon 5D Mark II zum Einsatz, als Ojektiv habe ich dies­mal nicht das 70–200mm genom­men, son­dern da ich die Verhältnisse vor Ort kann­te, nahm ich gleich das 24–70mm 2.8-Objektiv mit. Wie ihr an den Belichtungsdaten sehen könnt, habe ich die­se Spanne auch aus­ge­nutzt.

4. Kraftklub im Underground, Köln (1/100s, f2.8, 70mm, ISO 6400)

Ein Nachteil für Vorbands und Fotografen glei­cher­ma­ßen ist, dass die Beleuchtung erst spär­li­ch ist, damit das Publikum beim Hauptact noch eini­ge visu­el­le Überraschungen erle­ben kann. Es waren nur 3–4 Lampen aktiv, nur in gelb bzw. sel­ten mal rot und die auf alles, nur nicht die Musiker gerich­tet waren. Deshalb mus­s­te ich immer war­ten, bis sich der Sänger mal in den Scheinwerferkegel bewegt hat.

5. Casper im Underground, Köln (1/50s, f2.8, 50mm, ISO 6400)

Wie ihr seht, hat Casper licht­tech­ni­sch ganz ande­re Kaliber im Ärmel. Hier bestand eher die Herausforderung, die schnel­len Helligkeitswechsel zu beach­ten, um die Motive nicht gna­den­los unter- oder über­zu­be­lich­ten.

6. Casper im Underground, Köln (1/320s, f2.8, 70mm, ISO 6400)

Ich foto­gra­fier­te übri­gens im Spot-Modus und mit Blendenvorwahl. Wie Loe Beerens in sei­nem Konzertfotografie-Buch rich­tig beschrie­ben hat, hal­ten Rapper ihr Mikrofon ger­ne mit der Faust dicht am Mund. Deswegen habe ich vor allem auf die Passagen gewar­tet, wo er mal die Handhaltung gewech­selt und mit der frei­en Hand ges­ti­ku­liert hat.

7. Casper im Underground, Köln (1/100s, 52mm, f2.8, ISO 6400)

Da ich ganz vor­ne stand, gab es immer die Gefahr, dass ich eini­gen Zuschauern die Sicht genom­men habe, des­we­gen habe ich mich noch vor dem Konzert mit den Zuschauern in mei­ner Nähe unter­hal­ten und ihnen gesagt, dass ich wäh­rend des Konzertes Fotos machen und ab und zu vor ihnen rum­tur­nen wer­de. Wenn es sie stö­re, soll­ten sie mir Bescheid geben. So ent­steht Verständnis und es gab kei­ne Probleme.

Gitarrist von Casper im Underground, Köln (1/5300, 24mm, f2.8, ISO 6400)
8. Bassist von Casper im Underground, Köln (1/5300, 24mm, f2.8, ISO 6400)

Die rest­li­chen Musiker auf der Bühne kom­men bei Fotos meist zu kurz, des­we­gen habe ich min­des­tens ein Foto des Bassisten gemacht, auch wenn man ihn kaum erkennt. Hier mus­s­te ich stark manu­ell unter­be­lich­ten, weil die Kamera ver­sucht hät­te, die Person rich­tig, sprich hel­ler, zu belich­ten.

9. Casper im Underground, Köln (1/20, 24mm, f2.8, ISO 6400)

Das ist mein Lieblingsfoto des Konzertes. Zum einen wegen der knal­li­gen Farben, die auch mei­nem kom­mer­zi­el­len Stil nahe kom­men, zum ande­ren wegen der Bildaufteilung, die schräg durch die Mitte ver­läuft und links die fei­ern­de Menge (inklu­si­ve des obli­ga­to­ri­schen Fotohandys) und rechts den ein­sa­men Künstler zeigt. Das wird auch durch die Lichtstimmung unter­malt: Links sind die Farben deut­li­cher wär­mer als rechts.

10. Casper im Underground, Köln (1/400, 24mm, f2.8, ISO 3200)

Das ist mein zwei­ter Liebling. Allein wegen die­ser bei­den Weitwinkelaufnahmen hät­te ich es bereut, ein ande­res Objektiv mit­ge­nom­men zu haben. Wer auf­merk­sam ist, wird den Unterschied zum ers­ten Foto bemerkt haben. Alle hier gezeig­ten Fotos sind RAW-Aufnahmen, bei denen ich im RAW-Konverter nur Helligkeit, Sättigung und Kontrast leicht ver­än­dert habe. In Photoshop habe ich dann nur das Rauschen redu­ziert, die Bilder ver­klei­nert und geschärft. Bei drei Fotos habe ich jedoch zusätz­li­ch je eine die­ser Photoshop-Aktionen vom Deviantart-User mani­cho ange­wen­det. Das aller­er­s­te Foto ist das ein­zi­ge, was ich zusätz­li­ch gecroppt habe. Ziel war es, mit den Aktionen einen alten Retro-Rock-Look zu erzeu­gen. Bei die­sem ers­ten Foto wur­de der 3. Filter „Retro blu­eish“ benutzt.

11. Casper im Retro-Look

Hier kam der 34. Filter „Oldschool 1“ zum Einsatz.

12. Casper im Retro-Look

Wer die­se Version mit Filter 15 „Smart Sepia“ mit dem Original wei­ter oben ver­gleicht, merkt, wie stark sich die Bildwirkung ändert.

Was sind Eure Favoriten und war­um? Verbessern die Photoshop-Aktionen die Fotos oder ver­fäl­schen sie nur die Stimmung?