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Neues von der Photokina 2016: VR, 3D, 360° und mehr

Nachdem ich für euch stun­den­lang auf­merk­sam durch die Hallen der Photokina geti­gert bin, um span­nen­de Produktneuheiten zu ent­de­cken, möch­te ich euch mei­ne Funde vor­stel­len, damit ihr noch vor dem Ende der Messe gege­be­nen­falls selbst bei den Ständen vor­bei­schau­en könnt, die euch inter­es­sie­ren.

Auffällig vie­le Neuheiten gab es bei den Themenbereichen Virtual Reality und 360°-Fotos und -Videos. Es gab auch eini­ge Drohnen‐Anbieter etc., aber da ich davon kei­ne Ahnung habe, kann ich dazu lei­der wenig sagen.

photokina_2016_img_5265Als die „Kamera mit der höchs­ten Auflösung“ für 360°-Fotos (108 MP) wur­de die Panono-Kamera (Halle 9, A023) bewor­ben, die wie ein run­der Ball mit vie­len Löchern aus­sieht und für knapp 1500 Euro erhält­lich ist. Die Berechnung der Panoramen erfolgt cloud­ba­siert über den Server der Firma, genaue­re Angaben zum Datenschutz konn­te der Stand‐Mitarbeiter außer „die Bilder sieht kei­ner“ lei­der nicht machen.

Sogar 360°-Videos (und -Fotos) hin­ge­gen kann die Vuze-Kamera, (Halle 9, B014) wel­che damit wirbt, beson­ders klein und bedie­nungs­freund­lich zu sein. Macht auf jeden Fall einen guten Eindruck.

Besonders für das 360°-Live-Streaming geeig­net sein soll die Orah-Kamera 4i (Halle 9, B033), wel­che ab Ende des Jahres für ca. 3600 USD ver­füg­bar sein soll.

Als 360°-Action-Cam ver­mark­tet sich die Aleta-Kamera (Halle 9, C037a).

Einen ande­ren Weg geht die Firma Freedom360 (Halle 9, A050), wel­che ver­schie­de­ne Mounts und Stative anbie­tet, mit denen ent­we­der 6 GoPro‐Kameras für 360°-Aufnahmen pas­send ange­ord­net wer­den kön­nen und damit bis zu 8K‐Videos mög­lich sind. Oder es gibt Mounts mit modi­fi­zier­ten GoPro‐Kameras mit offe­nen Ports, die für Live‐Streaming gedacht sind. Für die neue GoPro Hero 5 wer­den die Gehäuse bald ange­passt.

Neue GoPro? Ja, die GoPro Hero 5 (Halle 9, A020) ist eben­falls ohne extra Gehäuse bis zu 10 Metern was­ser­dicht, kann RAW‐Fotos, sowie Wide‐Dynamic‐Range‐Videos auf­neh­men, hat eine ein­ge­bau­te Bildstabilisierung und kann Sprachkommandos in sie­ben Sprachen ver­ste­hen.

Um die gan­zen 360°-Aufnahmen sinn­voll nut­zen zu kön­nen, bie­tet Pano2VR (Halle 9, A050) die Möglichkeit, aus dem Material inter­ak­ti­ve 360°-Touren zu machen.

sharea­li­ke (Halle 9, Stand B050) ver­spricht hin­ge­gen, aus nor­ma­len 2d‐Fotos, eine 3D‐Slideshow zu erstel­len für Virtual Reality‐Geräte, indem die Bilder über ein VR‐Video mon­tiert wer­den.

Für Unterwasseraufnahmen ist die Marina Grade X2 Action‐Kamera von Intova (Halle 9, B032) gedacht, wel­che ein was­ser­dich­tes Gehäuse und im Gegensatz zur GoPro zusätz­lich ein 150 Lumen‐Licht gleich mit ein­ge­baut hat. Kostenpunkt ca. 349 USD.

Eine simp­le, mecha­ni­sche 3‐Achsen‐Stabilisierung bie­tet der solidLUUV (Halle 9, B050) Stabilisator für 249 Euro, zusätz­lich gibt es mit dem Action Gimbal für 299 Euro noch den leich­tes­ten Gimbal auf dem Markt. Zusammen kön­nen bei­de zum „ultraLUUV ACTION“ kom­bi­niert wer­den.

Etwas spie­le­ri­scher ist der Adapter Kúla (Halle 5.2, F020), wel­cher bei einer DSLR vor das Objektiv gehal­ten wird, um ste­reo­sko­pi­sche Bilder zu erzeu­gen. Kostenpunk ca. 179 USD. Ein Adapter für Smartphones ist in Arbeit.

Produktfotografen inter­es­siert viel­leicht das foldio360 (Halle 9, B050), ein klei­ner Drehtisch mit inte­grier­tem Licht für ca. 139 USD, wel­cher in Kombination mit einem Smartphone 360°-Bilder auf­neh­men kann. Die per­fek­te Ergänzung ist das Foldio2 für ca. 75 USD, ein klei­nes, leich­tes falt­ba­res Studio mit eben­falls inte­grier­tem Licht.

Wer ger­ne „Tethered Shooting“ macht, also sei­ne Kamera kabel­ge­bun­den fern­aus­löst, soll­te sich das Programm „Kuuvik Capture 2″ mal anschau­en, wel­ches zahl­rei­che Einstellungsmöglichkeiten von Schärfekontrolle, Focus Pulling, Hilfslinien und Live‐View für meh­re­re Kameras gleich­zei­tig. Aktuell ist die Software lei­der nur für den Mac ab OS X 10.10 oder höher erhält­lich.

Wer hin­ge­gen sei­ne Kamera lie­ber mit dem Smartphone steu­ert, fin­det viel­leicht Unleashed von foo­lo­gra­phy (Halle 4.1, G039) span­nend. Das ist eine DSLR‐Fernsteuerung für Smartphones mit vie­len Einstellungsmöglichkeiten.

Beeindruckt hat mich auch das LensTrue-System (Halle 2.1, B031) von Jobo. Damit ist eine auto­ma­ti­sche Perspektivkorrektur mög­lich, ohne beson­de­re Objektive und sogar ein vir­tu­el­ler Perspektivwechsel. Die Bildqualität soll bes­ser als mit Tilt‐Shift‐Objektiven sein und im Gegensatz zur auto­ma­ti­schen Entzerrung mit­tels Software kei­ne senk­rech­ten Linien ent­hal­ten.

Eine Möglichkeit, ein Bild über meh­re­re Leinwände hin­weg („Multi Canvas“) bequem online zu bestel­len, bie­tet Sunpics von Adigitalbook (Halle 9, Stand C040). Leider ist das System noch nicht für Endkunden zugäng­lich.

Die meis­ten Fotografen wer­den zwei Kameras zu Hause haben und even­tu­ell einen Beamer zu Hause haben. 3Digify (Halle 9, Stand B050) macht dar­auf einen 3D‐Scanner, wel­cher OBJ‐Dateien inklu­si­ve Maps (Normal, Textur, Displacement) erzeugt. Kostenpunkt sind 10 Euro pro expor­tier­tem Modell oder eine Jahreslizenz von 5000 Euro für unbe­grenz­te Exporte.

Kennt ihr von frü­her die­se „Wackelbilder“, zum Beispiel auf Linealen? Diese Technik nennt sich Lenticular und auf der Photokina fin­det ihr in Halle 9, Stand E036 die Firma Zenith, wel­che euch mit den nöti­gen Materialen, Geräten und der Software ver­sorgt, um selbst sol­che Bilder mit 3D‐Effekt zu erstel­len.

Wer oft Probleme mit Bilderklau hat, kann bei den bei­den Firmen PhotoClaim oder LaPixa (bei­de Halle 9, B050) vor­bei­schau­en, wel­che ver­spre­chen, Urheberrechtsverletzungen im Auftrag von Fotografen zu ahn­den. Leider wackeln die Versprechen schnell, wenn es kon­kret wird, zum Beispiel bei Ländern wie Italien oder Microstock‐Motiven.

Viele ver­schie­de­ne Retusche‐Services bie­tet die Firma Purple Key (Halle 4.1, C019) aus London an. Das Auslagern eini­ger sol­cher Arbeiten kann vor allem für Stockfotografen ganz inter­es­sant sein.

Welche Neuigkeiten haben euch auf der pho­to­ki­na am meis­ten fas­zi­niert?