Welche Themen suchen Bildkäufer?

Oft heißt es in Anleitungen für Stockfotografen: „Versetzen sie sich in die Lage des Kunden!

Noch bes­ser ist es jedoch, gleich die Kunden zu fra­gen, was für Fotos sie ger­ne kau­fen. Da das für jeden ein­zel­nen sehr auf­wän­dig wäre, bin ich froh, dass die Bildagentur Photoshelter das für alle gemacht hat.

Hier das kurz zusam­men­ge­fass­te Ergebnis der Umfrage:

Gesucht, aber nicht genug gefun­den wer­den vor allem und in die­ser Reihenfolge:

  • glaub­haf­te, ehr­lich, unge­küns­tel­te Motive
  • Bildungsmotive
  • nicht-​gestellte Handlungen
  • Frauen
  • Religion
  • Männer
  • Parties
  • Erwachsene über 50
  • Musiker
  • humor­vol­le Situationen
  • Übergewicht
  • locke­res Business-​Outfit (casu­al)

Mehr und genaue­re Analysen im Blog von Photoshelter.

(Danke an den StockPhotoTalk für den Link.)

Wie geht es Getty Images?

Als bör­sen­no­tier­te Firma muss die Bildagentur Getty Images ab und zu Einblick in ihre Zahlen gewäh­ren. Das kann ganz unter­halt­sam sein, auch wenn die klei­nen Zahlen und Fließtexte schwer zu lesen sind.

Demnach hat Getty zwei Trends aus­ge­macht, die auch ande­re längst erkannt haben dürf­ten:

  1. Die Verlagerung der Bildnutzung von den Printmedien zum Internet.
  2. Die Verbreitung von Microstock-Bildern, also Fotos für 1–20 Euro.

Es ist auch zu sehen, dass die Umsätze von istock­pho­to den Verlust hoch­prei­si­ger Fotoverkäufe über Getty Images halb­wegs auf­ge­fan­gen haben. Ob das im nächs­ten Jahr auch so sein wird?

Am inter­es­san­tes­ten ist jedoch, wie Getty ver­sucht, die Auswirkungen von istockpo­ho­to auf das Kerngeschäft klein­zu­re­den.

  • Fotos in Microstock-​Agenturen sei­en von gerin­ge­rer Qualität,
  • wür­den für allem von Kleinunternehmen benutzt wer­den und
  • gro­ße Firmen wür­den die­se Fotos nur für inter­ne Zwecke wie Präsentationen nut­zen.

Wie iro­nisch, dass aus­ge­rech­net das Times-Magazin in der Ausgabe vom 02. Juni 2008 ein istock-​Foto auf dem Titelblatt hat­te. Und Fotografen wie Yuri Arcurs foto­gra­fie­ren längst mit einer digi­ta­len Mittelformat-Hasselblad-Kamera für Microstock-​Webseiten.

In dem Bericht sind noch vie­le ande­re, wich­ti­ge, span­nen­de oder kurio­se Fakten zu lesen. Oder wuss­tet ihr, dass Getty Images in jedem Land Marktführer ist – außer in Japan?

(Danke an „Thoughts Of A Bohemian“ für den Link und wei­te­re inter­es­san­te Interpretationen.)

Von Bauarbeitern und Deutschland-​Fans

Passend zur Fußball-​EM gibt es paar Fan-​Fotos, für die dazu­ge­hö­ri­gen Umsätze lei­der etwas zu spät.

Dafür ist das Thema „Bauarbeiten“ län­ger­fris­tig nach­ge­fragt. Damit wir die gan­zen coo­len Absperrungen und Signalleuchten nut­zen konn­ten, bin ich mit dem Model ein­fach zur nächst­ge­le­ge­nen Baustelle gefah­ren und habe die Arbeiter nett gefragt. Schien kein Problem zu sein, dafür wur­de ich von einer Autofahrerin gefragt, ob ich ihr sagen kön­ne, wie sie die gesperr­te Straße umfah­ren kön­ne. Dass ich ihr nicht hel­fen konn­te, woll­te sie mir nicht glau­ben.

Bei der Outdoor-​Session hat­te ich mehr Glück mit dem Wetter, sprich: Es war bewölkt.

Ich ver­ra­te auch gleich einen Trick von Marathon-​Fotografen, um in Richtung Kamera lau­fen­de Personen scharf zu bekom­men. Auf dem Boden wird eine Stelle mar­kiert, mit Gaffertape oder in unse­rem Fall einem klei­nen Stöckchen. Darauf wird vor­her mit manu­el­lem Fokus scharf gestellt und wenn die Person genau über der Markierung ist, wird aus­ge­löst. Klingt ein­fach, erfor­dert aber etwas Übung. Ist aber trotz­dem leich­ter, als den AL Servo-​Autofokus bän­di­gen zu wol­len.

Wer genau hin­schaut, sieht, dass das Model auf den Bauarbeiter-​Fotos mehr Bart hat als auf den ande­ren Outdoor-​Bildern. Ganz pro­fes­sio­nell hat es sein Rasierzeug mit­ge­bracht und sich nach dem rau­en Look unter­wegs auf der Toilette eines Restaurants für die Business-​Fotos glatt geschminkt.

Unfaire vs. faire Fotowettbewerbe

Die Tücke steckt im Kleingedruckten: So man­cher tol­le Preis beim Fotowettbewerb muss in Relation zu den Bedingungen gesetzt wer­den, zu denen ein Foto ein­ge­sandt wird. Wer von der Fotografie lebt, kann es sich nicht leis­ten, Bildrechte will­kür­lich zu ver­schen­ken.

Umso lobens­wer­ter ist die Sammlung unfai­rer Wettbewerbsbedingungen hier auf fotowettbewerbe.de. Nach der Lektüre ver­geht einem oft die Lust am Teilnehmen. Zu Recht.

Immerhin wer­den auch posi­ti­ve Gegenbeispiele genannt. Eine Pflichtlektüre für Teilnehmer von Fotowettbewerben.

Keine Krawatten: Richtig im Trend

Vor ca. vier Monaten hat­te ich hier über den Trend berich­tet, dass Krawatten zur Zeit out sei­en. Das damals von F.C. Gundlach erwähn­te Comeback wird immer unwahr­schein­li­cher. In der Süddeutschen Zeitung vom 06.06.2008 wird berich­tet, dass der US-​Krawattenverband sich selbst auf­ge­löst hat – wegen man­geln­der Nachfrage.

Ich ach­te mal drauf, ob es mir in den Modezeitschriften auf­fal­len wird.

Und wie gut, dass mei­ne letz­ten Business-​Fotos ohne Krawatte sind…

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