Archiv der Kategorie: Statistik

Vorab‐Tester für Portfolio‐Analyse‐Tools gesucht

Wäre es nicht toll, noch viel bes­se­re und umfang­rei­che­re Statistik‐Funktionen für sei­ne Portfolios bei den Microstock‐Agenturen zu haben? Ich weiß, dass es so ist, weil ich eini­ge die­ser Tools vor­ab tes­ten durf­te.

Das könnt ihr jetzt auch. Vor allem wenn ihr im Großraum Berlin wohnt, auf­ge­merkt. Der Fotograf Luis Alvarez sucht mit fol­gen­dem Text Vorab‐Tester für Analyse‐Plugins:

Wir, Oliver und Luis, suchen Stockfotografen, die ein paar neue Tools
für bes­se­re Portfolio‐Analysen aus­pro­bie­ren und dis­ku­tie­ren möch­ten.
Wir orga­ni­sie­ren ein klei­nes Treffen in Berlin und wür­den Euch ger­ne
dazu ein­la­den. Uns inter­es­siert Eure Meinung zu den Tools und wie gut
ihr mit ihnen klar kommt.

Trefft uns zu Kaffee und Kuchen und lernt dabei viel­leicht sogar etwas
Neues über Euer Portfolio dazu! Schickt eine Email an info@vela-photo.com (Es wäre
gut, wenn Ihr mit min­des­tens 300 Bildern auf meh­re­ren Agenturen
ver­tre­ten seid.). Vielen Dank.“

Wenn die Zeit reif ist, wer­det ihr hier im Blog mehr über die­se Tools lesen. Und ich kann Euch ver­spre­chen, dass sie mir schon im Alpha‐Stadium von gro­ßem Nutzen waren.

Welche Auswertungsmöglichkeiten feh­len Euch bei wel­chen Microstock‐Agenturen? Vielleicht kann Luis auch Eure Wünsche berück­sich­ti­gen…

Shutterstock – Geballte Umsatz‐Statistiken

Wenn es Änderungen gibt, dann aber Schlag auf Schlag. So auch bei der Bildagentur Shutterstock *.

Vor weni­gen Wochen habe ich dort die höchs­te Verdienststufe erreicht und bekom­me nun 38 Cent pro Abo‐Verkauf. Insgesamt habe ich dafür 26 Monate gebraucht, also gut zwei Jahre.

Hier das Ganze mal als Grafik. Die Säulen ste­hen für Einnahmen pro Monat, ange­fan­gen im August 2008 bis Oktober 2010.

Was heißt eigent­lich Verdienststufe? Viele Bildagenturen haben Anreizsysteme für Fotografen, bes­ser zu wer­den und mehr zu ver­kau­fen. Bei Shutterstock sieht die­ses System so aus: Pro Abo‐Verkauf bekommt der Fotograf eine fes­te Summe. Je mehr Gesamteinnahmen der Fotograf mit sei­nen Verkäufen erzielt hat, des­to mehr Geld bekommt er pro Verkauf.

Die Zeit, die ich für die ein­zel­nen Verdienststufen gebraucht habe, sehen tabel­la­risch so aus:

1. Stufe ($0,25 pro Abo‐Download, bis $500): 10 Monate
2. Stufe ($0,33 pro Abo‐Download, bis $3000): 8 Monate
3. Stufe ($0,36 pro Abo‐Download, bis $10.000): 9 Monate
4. Stufe ($0,38 pro Abo‐Download, über 10.000): da bin ich jetzt und war­te, dass Shutterstock eine neue Verdienststufe ein­führt, viel­leicht bei $25.000 mit $0,40 pro Abo‐Download?

Während ich für die ers­ten 500 Dollar noch zehn Monate gebraucht habe, schaf­fe ich das jetzt fast in einem hal­ben Monat.

Fairerweise muss ich erwäh­nen, dass Shutterstock nicht nur Abos ver­kauft, son­dern auch Bildpakete anbie­tet, der Kunde also die Option erwirbt, statt eines lang­fris­ti­gen Abos eine bestimm­te Menge Bilder im Voraus zu bezah­len und inner­halb eines Jahres run­ter­zu­la­den. Shutterstock nennt das Model „On Demand Downloads“ und zahlt den Fotografen einen höhe­ren Anteil pro Verkauf, der je nach Verdienststufe und Bildgröße zwi­schen $0,81 und $2,85 liegt. Mittlerweile machen die­se Verkäufe ca. 21% mei­nes Umsatzes bei Shutterstock aus, Abo‐Verkäufe stel­len 71% und die rest­li­chen 8% kom­men durch Verkäufe von erwei­ter­ten Lizenzen. Insgesamt hat Shutterstock über 23.000 Fotos von mir ver­kauft. Ja, eine 23 mit drei Nullen hin­ten dran!

Dieser Erfolg und die­se Menge an Verkäufen führt lei­der zur Unübersichtlichkeit . Wer hat die­se Fotos ver­kauft? Wie viel genau habe ich pro Foto ver­dient? Wie viel habe ich pro Fotosession ver­dient?

Shutterstock mach­te es einem nicht leicht, Antworten auf die­se wich­ti­gen Fragen zu fin­den. Aber inner­halb kur­zer Zeit gab es aus drei ver­schie­de­nen Richtungen Hilfe.

Zum einen hat Shutterstock letz­te Woche den Fotografen‐Bereich neu über­ar­bei­tet. Diese sieht jetzt so aus (Klick auf den Screenshot ver­grö­ßert die Seite):


Oben links ist jetzt eine Weltkarte zu sehen, auf der in Echtzeit gezeigt wird, wo die letz­ten Fotos gekauft wur­den. Darunter ist eine Grafik der Gesamtumsätze zu sehen, der nach ver­schie­de­nen Zeiträumen sor­tiert wer­den kann. Die drit­te Grafik zeigt nur die Umsätze der Fotos, die auch inner­halb des ein­ge­stell­ten Zeitraums ver­kauft wur­den. So sehe ich zum Beispiel, dass die Fotos, wel­che ich in den letz­ten drei Monaten hoch­ge­la­den habe, für 25% mei­nes Umsatzes ver­ant­wort­lich waren. In die­sem Zeitraum hat­te ich ca. 300 Fotos hoch­ge­la­den, unge­fähr 12% mei­nes gesam­ten Portfolios dort. Das heißt über­setzt: Bei Shutterstock ver­die­ne ich mit neu­en Fotos dop­pelt so viel wie mit alten. Die lan­ge geheg­te Vermutung vie­ler Fotografen, dass „das Biest gefüt­tert wer­den müs­se“, kann nun mit Zahlen unter­mau­ert wer­den.

Wer sich den obi­gen Screenshot genau­er anschaut, sieht, dass rechts oben ein Kästchen namens „SS SiteBoost“ ist. Hinter die­ser unglück­li­chen Abkürzung ver­birgt sich ein sehr hilf­rei­ches Tool, wel­ches extra instal­liert wer­den muss. Es wur­de von einem pol­ni­schen Designer/Programmierer geschrie­ben und funk­tio­niert als Firefox‐Addon, Safari Extension, Greasemonkey‐Skript und so wei­ter. Mit die­sem Tool wird die Shutterstock‐Webseite um vie­le nütz­li­che Funktionen erwei­tert. Zum Beispiel kann ich von jeder Stelle der Webseite auf eins mei­ner Bilder kli­cken und Suchbegriffe, Beschreibung, Kategorien etc. ändern. Wenn ich im Statistik‐Bereich bin und mit der Maus über ein Bild fah­re, wird ein Pop‐Up ein­ge­blen­det (sie­he unten), wel­ches mir die Gesamteinnahmen eines Bildes zeigt, also Abo‐Download, On‐Demand‐Downloads und Erweiterte Lizenzen zusam­men.

Außerdem zeigt es, wann das Foto hoch­ge­la­den wur­de, wie vie­le Tage es online ist, wie viel ich mit dem Bild pro Tag ver­dient habe und wie der RPD (Revenue per Download) des Bildes ist. Zusätzlich berech­net das Tool auch den Gesamt‐ und Monats‐RPI (Return per Image), den Gesamt‐ und Monats‐RPD, die Sell‐Through‐Rate und vie­les mehr. Wer viel bei Shutterstock ver­kauft, wird die­ses Tool lie­ben!

Trotzdem feh­len mir noch Zahlen. Zum Beispiel weiß ich immer noch nicht, wie viel ich mit einer bestimm­ten Fotosession bei Shutterstock ver­dient habe. Ich fan­ge gera­de an, dafür einen Weg zu fin­den, der ohne Programmierkenntnisse jedoch etwas stei­nig ist. Am Anfang steht Excel . Vor kur­zem habe ich dort eine Funktion gefun­den, die sich „Neue Webabfrage“ nennt und unter „Daten/Externe Daten impor­tie­ren“ ver­steckt ist.


Damit kann ich jede Shutterstock‐Tabelle mehr oder weni­ger bequem in Excel impor­tie­ren. Sind alle Daten drin, kann ich die­se Liste nach den Bildnummern sor­tie­ren. Es liegt auf der Hand, dass die Bilder der glei­chen Fotosession fort­lau­fen­de Nummernbereiche haben. Fotosession A hat bei­spiels­wei­se die ID‐Nummern 1402 bis 1703, Fotosession B die Nummern 2521 bis 2832 und so wei­ter. Mittels der Summenfunktion kann ich jetzt gut sehen, wel­che Fotosession mir wie viel Umsatz gebracht hat, ohne jedes ein­zel­ne Foto per Hand addie­ren zu müs­sen. Trotzdem ist das noch etwas umständ­lich und ich über­le­ge gera­de, ob ich die Funktion „Teilergebnis“ instru­men­ta­li­sie­ren kann oder lie­ber einen Programmierer fra­ge, mir ein klei­nes VisualBasic‐Skript zu schrei­ben. Falls jemand von Euch eine Lösung hat oder sich an so ein Skript wagen möch­te, bit­te Kontakt mit mir auf­neh­men.

Wie wer­tet ihr Eure Umsätze und Zahlen bei Shutterstock aus?


* Affiliate‐Link

istockphoto senkt Fotografenhonorare auf bis zu 15%

Der Erfinder des Microstock‐Modells ist immer für eine Überraschung gut.

Diesmal jedoch bekom­men auch alte Hasen im Bildermarkt ihren Mund nicht mehr zu. istock­pho­to hat dras­ti­sche Änderungen ange­kün­digt, die unter ande­rem dazu füh­ren, dass vie­le Fotografen nur noch 15% statt der bis­he­ri­gen 20% Anteil am Verkaufserlös erhal­ten wer­den.

Aber der Reihe nach. Was ist pas­siert?

Per Email, Site‐News und Forum‐Eintrag kün­dig­te istock­pho­to ges­tern drei Neuigkeiten an.

  1. Die Fotografenhonorare wer­den ver­rin­gert
    • Bisher beka­men nicht‐exklusive Fotografen 20% des Verkaufserlöses. Schon ziem­lich wenig. Ab dem 1.1.2011 sol­len sie nur 15–20% erhal­ten. Zu den Details kom­me ich gleich. Aber auch exklu­si­ve Fotografen spü­ren die Macht des Getty‐Konzerns: Sie erhal­ten ab dem 1.1. nicht mehr 25–40%, son­dern nur noch 25–45%. Klingt nicht nach einer Verschlechterung? Doch, denn die Anforderungen wur­den stark ange­zo­gen. Auch dazu gleich mehr.
    • Bisher ent­schie­den die „Canister‐Level“, wie viel Prozent ein Fotograf pro Verkauf erhielt. Je mehr Verkäufe ein Fotograf erziel­te, des­to höher stieg er im Level und des­to mehr Prozent bekommt er.
    • Ab dem 1.1.2011 sind die­se Canister‐Level nicht mehr für für den Fotografen‐Anteil rele­vant, son­dern nur noch für das Upload‐Limit. Je höher ein Fotograf im Level, des­to mehr Bilder „darf“ er pro Woche hoch­la­den.
    • Ab dem 1.1.2011 wird der Fotografen‐Anteil nach „rede­emed Credits“ (über­setzt: ein­ge­lös­te Credits) berech­net. Das heißt, nicht nur die Anzahl der Downloads, son­dern auch die Größe bzw. der dazu­ge­hö­ri­ge Verkaufspreis spielt eine Rolle. Im Benutzer‐Bereich wird ab sofort ange­zeigt, wie viel „rede­emed Credits“ ein Fotograf 2009 und 2010 erzielt hat. Bei mir sind das für 2010 bei­spiels­wei­se ca. 5500, damit wür­de ich nach der neu­en Abrechnungsstruktur nur noch 16% erhal­ten, eine Kürzung von 20%. Die genaue Liste mit den Anteilen fin­det ihr hier.
      Hier ist jetzt die Anzeige der Redeemed Credits zu finden.
      Hier ist jetzt die Anzeige der Redeemed Credits zu fin­den.

      Noch ein nütz­li­cher Rechenhinweis: Pro Verkauf erhal­te ich momen­tan ca. 5 Credits, im Forum mein­ten ande­re Fotografen, sie wür­den teil­wei­se bis zu 7 Credits pro Verkauf erhal­ten, falls jemand kal­ku­lie­ren will, wie vie­le Bilder er ver­kau­fen muss, um auf wel­che Prozente zu kom­men.
      Im istock‐Forum haben sich vie­le Fotografen aus­ge­rech­net, dass sie eine Kürzung ihres Umsatzanzeils von 10–20% (Prozent, nicht Prozentpunkte) erlei­den wer­den.

    • Ganz wich­tig: Die „rede­emed Credits“ wer­den nur pro Jahr berech­net. Es zählt also nicht, wie viel Verkäufe ein Fotograf ins­ge­samt hat­te, son­dern er wird jetzt danach bezahlt, wie viel er nur im letz­ten Jahr ver­kauft hat. Das ist beson­ders für die alt­ein­ge­ses­se­nen Fotografen eine nach­tei­li­ge Änderung.
    • Exklusive Fotografen erhiel­ten bis­her beim Verkauf einer „Erweiterten Lizenz“ 10% zusätz­lich. Das wird gestri­chen.
    • Nebenbei: Auch die Mindest‐Credit‐Preise für Abo‐Modelle wer­den von 95 Cent auf 65 Cent gesenkt, was sich eben­falls auf den Fotografen‐Anteil aus­wirkt.
  2. Änderungen bei der Premium‐Kollektion Vetta
    • Die Preise für Bilder in der Vetta‐Kollektion wer­den ange­ho­ben, aber der Fotografen‐Anteil dafür wird eben­falls gesenkt.
    • Vetta‐Bilder wer­den bald auch über die Webseite von Getty Images ver­kauft.
    • Vektoren‐Grafiken wer­den aus der Vetta‐Kollektion wie­der ent­fernt. In Zukunft soll es dazu noch eine wei­te­re Änderung geben (eine Premium‐Vektor‐Kollektion viel­leicht?).
    • Diese Änderungen gel­ten ab dem 27.9.2010
  3. Eine neue Agentur‐Kollektion soll hin­zu­kom­men
    • Bisher wer­den Bildkäufern bei istock­pho­to nicht‐exklusive Bilder, exklu­si­ve Bilder und Vetta‐Bilder ange­zeigt. Jetzt soll eine vier­te Art hin­zu­kom­men, die „Agency Collection“
    • Die „Agency Collection“ wird Bilder ande­rer (wahr­schein­lich Macrostock-)Bildagenturen ent­hal­ten, die dann über istock­pho­to, Thinkstock und Getty Images, Jupiter Images und PunchStock erhält­lich sein.
    • Der Preis eines Bildes aus der Agency Collection wird über dem Preis der Vetta‐Kollektion lie­gen.
    • In eini­gen Wochen „dür­fen“ hand­ver­le­se­ne exklu­si­ve istock‐Fotografen eben­falls Fotos der Agentur‐Collection hin­zu­fü­gen.
    • Der Fotografen‐Anteil für die Agency‐Collection wird der glei­che wie für die Vetta‐Kollektion sein.

Let’s Do Some Math

Damit istock­pho­to öffent­lich davon reden kann, dass die Honorare nur „geän­dert“, nicht „gekürzt“ wur­den, gibt es neben den meist vor­herr­schen­den Anteilssenkungen auch eine gut sicht­ba­re Erhöhung: Die von 40% auf 45%.

Um 45% zu erzie­len, muss ein exklu­si­ver Fotograf über 1,4 Millionen (!) „rede­emed credits“ pro Jahr erzie­len. Der Fotograf, der bei istock­pho­to am meis­ten ver­kauft, ist in die­sem Fall eine Fotografin und heißt Lisa Gagne. Innerhalb von sie­ben Jahren hat sie eine Million Downloads erzielt.

Ich habe mir raus­ge­sucht, wann sie wie vie­le Downloads erzielt hat und wie lan­ge sie dafür gebraucht hat (Tage in der letz­ten Spalte).
Im Durchschnitt brauch­te sie 238 Tage, um 100.000 Downloads zu erzie­len.
Pro Jahr kommt sie damit auf ca.  153400 Downloads.
Selbst wenn wir jetzt anneh­men, dass sie für jeden Verkauf 9 Credit erhält, wür­de ihr „rede­emed Credit‐Wert nur 1.380.600 betra­gen.
Das wäre immer noch weni­ger als die erfor­der­li­chen 1,4 Millionen Credits.
Anders for­mu­liert: Sehr wahr­schein­lich wird nie­mand auf einen Anteil von 45% kom­men, wenn es schon die Fotografin mit den meis­ten Verkäufen nicht schafft.
Da auch nicht‐exklusive Fotografen 1,4 Millionen „rede­emed Credits“ brau­chen, um wie bis­her ihre 20% zu behal­ten, kann ich mit Leichtigkeit sagen, dass kein nicht‐exklusiver Fotograf das schaf­fen wird. Nein, auch nicht Yuri Arcurs! Da wirkt die­ser Satz aus der Ankündigung befremd­lich:

we wan­ted to pro­du­ce a solu­ti­on that: would not chan­ge most con­tri­bu­tors‘ total com­pen­sa­ti­on (except for the bet­ter), […] allows our top con­tri­bu­tors to earn more“

Übersetzt: „Wir woll­ten eine Lösung errei­chen, die: nichts an den Gesamteinnahmen der Fotografen ändert (außer zum Guten), […] unse­ren Top‐Verkäufern erlaubt, mehr zu ver­die­nen“

Vermutete Auswirkungen

Die vie­len exklu­si­ven Fotografen bei istock­pho­to waren bis­her immer ein Pfund, mit dem istock­pho­to wuchern konn­te. Die Bildagentur hat vie­le Bilder, die ande­re nicht haben und kann sich des­halb erlau­ben, dafür auch höhe­re Preise zu neh­men. Mit einem so hef­ti­gen Tritt gegen die Schienbeine der exklu­si­ven Fotografen wird es schwer fal­len, neue jun­ge Talente an sich zu bin­den, denn gera­de durch sol­che Aktionen zeigt sich der größ­te Nachteil von Exklusivität: Diesen Fotografen sind die Hände gebun­den.

Ein wei­te­rer Punkt: Durch die Öffnung der Bildagentur für das Material von Macrostock‐Agenturen wird das Verkäufe von den bis­he­ri­gen istockphoto‐Verkäufern abzie­hen: Wenn mehr Auswahl besteht, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Kunden ein Bild kau­fen, was nicht von einem istock‐Fotografen kommt. Ergo könn­te das dazu betra­gen, dass die oben gesetz­ten Anteilsprozente noch schwe­rer zu errei­chen sind.

Für den Inhaber von istock­pho­to, Getty Images, ist es aber ein logi­scher Schritt: Wir haben viel Geld für istock­pho­to und für Jupiterimages aus­ge­ge­ben, jetzt wol­len wir es wie­der rein­ho­len. Mit dem Erwerb von Jupiterimages hat Getty eben auch vie­le Macrostock‐Fotos erwor­ben, die sie jetzt über istock­pho­to ver­schleu­dern wol­len.

Die Entscheidung zeigt auch, dass Microstock end­gül­tig in der Mainstream‐Geschäftswelt ange­kom­men ist. Jetzt geht es ums Business, ums Geldverdienen, um nix ande­res. Vor paar Jahren konn­ten Fotografen noch damit gekö­dert wer­den, dass die­se neu­en hip­pen Microstock‐Agenturen anders sei­en, coo­ler, community‐orientiert, mit hip­pen Designs und flot­ten Sprüchen. Da war es zu ver­schmer­zen, dass man kaum etwas ver­dient hat. Heute aber wird es für Hobby – und Amateurfotografen unter die­sen Voraussetzungen immer schwe­rer, im Microstock‐Bereich Geld zu ver­die­nen. Die ein­zi­gen, die von den neu­en Regelungen pro­fi­tie­ren könn­ten, sind gro­ße pro­fes­sio­nell arbei­ten­de Produktionsfirmen. Auch Fotolia hat­te ja vor knapp einem Jahr mit der „Operation Level Ground“ gezielt neue Profi‐Fotografen gelockt. Wer sonst noch mit­spie­len will, darf es ger­ne machen, aber nur wenig Honorar erwar­ten.

Was sagt ihr zu den geplan­ten Änderungen? Wie wür­de sich bei Euch kon­kret der Fotografenanteil ändern?

Zwei Jahre Microstock – Meine Zahlen und Erfahrungen

Seit zwei Jahren lade ich mei­ne Fotos auch zu Microstock‐Agenturen hoch. Nach einem Jahr hat­te ich hier im Blog einen Rückblick geschrie­ben mit mei­nen durch­schnitt­li­chen Einnahmen, mei­nen Zielen und mehr.

Das wur­de sehr kon­tro­vers dis­ku­tiert, davon kön­ne ich doch nicht leben, das sei Wahnsinn und was weiß ich.

Jetzt ist ein wei­te­res Jahr ver­gan­gen, ich foto­gra­fie­re immer noch und will mei­ne neus­ten Zahlen mit euch tei­len.


Ich rede eben­so wie beim letz­ten Rückblick nur von den fünf füh­ren­den Microstock‐Agenturen, also istock­pho­to*, Fotolia*, Shutterstock*, Dreamstime* und 123rf*. Vor einem Jahr hat­te ich statt 123rf die Agentur StockXpert, aber die Agentur wur­de Getty Images gekauft und im Februar 2010 zuguns­ten von istock­pho­to geschlos­sen.

Bevor wie letz­tes Mal jemand fal­sche Schlüsse zieht: Ich bin zusätz­lich auch bei mehr als zehn ande­ren Bildagenturen, sowohl Micro‐ als auch Macrostock, ver­tre­ten. Diese Zahlen hier sind nur ein Teil mei­ner Einnahmen.

Was hat sich in einem Jahr geän­dert?

Portfolio‐Größe
Mein Portfolio ist im zwei­ten Jahr um mehr als das Doppelte gewach­sen. Das liegt wahr­schein­lich dar­an, dass ich bes­ser weiß, wel­che Agenturen auf was ach­ten und ich dem­entspre­chend durch ziel­ge­rich­te­te Bildbearbeitung weni­ger Ablehnungen als im ers­ten Jahr habe. Vergleichen wir mal die fünf Agenturen.

Nach mei­nem zwei­ten Jahr Microstock habe ich online (Die Zahl in Klammern ist der Wert am Ende des ers­ten Jahres):

  • istock­pho­to: knapp 1100 Dateien (knapp 500), Annahmequote war und ist ca 75%
  • Fotolia: knapp 2590 Dateien (knapp 850), Annahmequote ist ca. 96,5%, war ca. 90%
  • Shutterstock: knapp 2000 Dateien (knapp 650), Annahmequote ist ca. 93%, war 90%
  • Dreamstime: knapp 2100 Dateien (550), Annahmequote ist 99%, war 90%
  • 123rf: knapp 2200 Dateien (600), Annahmequote war und ist ca. 99%

Durchschnitt : knapp 2000 Bilder pro Agentur

Ich habe absicht­lich nicht mehr Fotos, son­dern Dateien geschrie­ben, weil ich mitt­ler­wei­le bei istock­pho­to, Fotolia und Shutterstock auch ca. 30 Videos online habe. Nicht viel, aber es sol­len auf jeden Fall mehr wer­den. Bei Fotolia habe ich über 500 Bilder exklu­siv. Da die­se Bilder teu­rer ver­kauft wer­den, erklärt das auch, war­um die Agentur bei den Umsätzen deut­lich vor­ne liegt.

Umsätze
Wie zu erwar­ten sind mit einer Verdopplung der Bilder auch die Umsätze gestie­gen. Hier wie­der mei­ne Einnahmen des letz­ten Jahres, zum Vergleich die des Vorjahres dahin­ter. Ich habe die Einnahmen der bes­se­ren Vergleichbarkeit hal­ber alle in Euro umge­rech­net, basie­rend auf dem durch­schnitt­li­chen Wechselkurs der letz­ten 12 Monate:

  • istock­pho­to: ca. 1.880 Euro (ca. 540 Euro)
  • Fotolia: ca. 10.900 Euro (ca. 2.600 Euro)
  • Shutterstock: ca. 4.250 Euro (ca. 390 Euro)
  • Dreamstime: ca. 1.120 Euro (ca. 120 Euro)
  • 123rf: ca. 430 Euro (ca. 50 Euro)

Gesamt: 18.580 Euro

Pro Bild habe ich damit im letz­ten Jahr über 9 Euro ver­dient, im Vergleich zu 6 Euro im letz­ten Jahr. Der monat­li­che RPI (Return per Image) lag damit bei 0,75 Euro pro Bild. Wie lässt sich die Steigerung erklä­ren? Vor allem durch fünf Faktoren.

  1. Fast alle Microstock‐Agenturen haben in den letz­ten 12 Monaten ihre Preisstrukturen geän­dert und Preise erhöht.
  2. Dazu kommt, dass zum Beispiel Shutterstock und Dreamstime bei mehr Verkäufen auch mehr Geld pro Download an den Fotografen aus­zah­len, so dass ich selbst bei gleich­blei­ben­den Verkäufen mehr ver­die­ne. Dazu spä­ter mehr.
  3. Im ers­ten Jahr habe ich bei eini­gen Agenturen etwas spä­ter ange­fan­gen, was die Statistik ver­zerrt.
  4. Es dau­ert oft eini­ge Wochen, bis die Bilder nach dem Hochladen frei­ge­schal­tet und von Käufern gese­hen wer­den. Auch der Entscheidungsprozess der Käufer kann Wochen bis teil­wei­se Monate dau­ern, wes­halb mei­ne ers­ten Microstock‐Monate unter­durch­schnitt­lich erfolg­reich waren.
  5. Einige Käufer kau­fen ger­ne Bildserien, ent­we­der mit den glei­chen Models oder dem glei­chen Look. Je mehr Bilder ich online habe, des­to mehr lohnt es sich für Käufer, in mei­nen ande­ren Bildern zu stö­bern, was zu mehr Verkäufen füh­ren kann.

Auf den Monat gerech­net habe ich allein mit die­sen fünf Agenturen über 1500 Euro pro Monat ver­dient.

Anreize
Die ver­schie­de­nen Bildagenturen haben unter­schied­li­che Systeme, um Fotografen zu moti­vie­ren und erfolg­rei­che Teilnehmer zu beloh­nen.

Bei istock­pho­to gibt es ein Ranking‐System, gestaf­felt nach Downloads. Je mehr Verkäufe ein Fotograf hat, des­to höher steigt er im Rang. Das wie­der­um erlaubt den Fotografen, mehr Bilder pro Woche hoch­zu­la­den. Wer exklu­si­ver Fotograf bei istock­pho­to ist, erhält zusätz­lich auch mehr Prozentpunkte des Verkaufspreises. Letztes Jahr bin ich von „Basis“ zu „Bronze“ auf­ge­stie­gen. Vor weni­gen Wochen erst habe ich den „Silber“-Status erreicht. Statt 15 Bildern pro Woche darf ich nun 20 Bilder hoch­la­den. Dieses Limit erklärt auch, war­um ich bei istock­pho­to lei­der nur halb so vie­le Fotos online habe wie bei ande­ren Agenturen.

Fotolia staf­felt das Ranking eben­falls nach Downloads. Mit jeder Ranking‐Stufe gibt es mehr Geld beim Verkauf und der Fotograf kann auf Wunsch höhe­re Verkaufspreise ein­stel­len. Im ers­ten Jahr habe ich es von „Weiß“ über „Bronze“ zu „Silber“ geschafft. Jetzt ste­he ich kurz vor dem „Gold“-Status, den ich spä­tes­tens im August errei­chen soll­te. Dann erhal­te ich statt 31% des Verkaufspreises dann 34%.

Das Anreiz‐System bei Shutterstock ist anders. Anfangs bringt jedes ver­kauf­te Foto dem Fotografen 0,25 US‐Dollar. Wer mehr als 500 US‐Dollar ein­ge­nom­men hat, bekommt danach pro Verkauf 0,33 USD, bei mehr als 3000 USD Umsatz dann 0,36 USD pro Verkauf. Diesen Sprung habe ich im Januar 2010 geschafft und er ist auch einer der Gründe, war­um sich mei­ne Einnahmen bei Shutterstock im Vergleich zum ers­ten Jahr deut­lich ver­bes­sert haben. Noch vor Jahresende soll­te ich ins­ge­samt 10.000 USD Verkaufserlöse dort haben und dann 0,38 USD pro Verkauf bekom­men.

Noch einen ande­ren, sehr sym­pa­thi­schen, Weg geht Dreamstime. Je häu­fi­ger ein Foto ver­kauft wur­de, des­to teu­rer wird es. Hatte ich am Ende des ers­ten Jahres erst fünf Bilder im „zwei­ten Level“, sieht es jetzt ganz anders aus. Jedoch wur­de zwi­schen­zeit­lich die Level‐Struktur geän­dert, so dass der direk­te Vergleich kaum mög­lich ist. Jedenfalls habe ich jetzt 17 Fotos im drit­ten Level, 102 Fotos im zwei­ten Level und der Rest ist noch im ers­ten. 65 Bilder brau­chen nur noch einen Verkauf, um in das zwei­te Level auf­zu­rü­cken.

Ziele
Vor einem Jahr hat­te ich mir Ziele gesetzt, die ich bis heu­te errei­chen woll­te. Zum einen war das, die 2000‐Bilder‐Marke zu über­schrei­ten. Das habe ich – bis auf istock­pho­to – geschafft. Ebenso der Aufstieg in den Ranking‐Stufen ist mir gelun­gen, wenn ich auch bei Fotolia knapp hin­ter­her hin­ke. Die Umsätze von min­des­tens 900 Euro im Monat habe ich immer­hin deut­lich über­trof­fen. Das bedeu­tet, ich soll­te mir neue Ziele set­zen.

Am Ende mei­nes drit­ten Jahres im Microstock‐Bereich möch­te ich jeweils min­des­tens 3000 Dateien online haben bei den Agenturen, davon min­des­tens 150 Videos, bei istock­pho­to wür­de ich mich mit der 2000‐Dateien‐Marke zufrie­den geben. Ich will pro Monat min­des­tens 2000 Euro Umsatz mit den fünf genann­ten Bildagenturen erzie­len. Das letz­te Ranking‐Level bei Shutterstock (0,38 USD pro Verkauf) soll­te ich errei­chen, den Smaragd‐Status bei Fotolia und den Gold‐Status bei istock­pho­to. Bei Dreamstime will ich min­des­tens 10 Bilder im vier­ten Level haben, 50 im drit­ten und 200 im zwei­ten.

Mitmachen
Wer jetzt Lust bekom­men hat, sein eige­nes Experiment zu wagen, kann sich über fol­gen­de Affiliate‐Links bei den Bildagenturen anmel­den:

Wie sehen Eure Ergebnisse im Microstock‐Bereich aus? Wie habt ihr Euch im letz­ten Jahr ver­bes­sert?


* = Affiliate‐Link (Ich erhal­te eine klei­ne Provision, ihr habt kei­ne Nachteile dadurch)

Zwei Meilensteine bei istockphoto

Diese Woche habe ich fast gleich­zei­tig zwei Meilensteine bei iStockphoto* geknackt.

Zum einen habe ich end­lich die magi­sche Marke von 1000 Bildern in mei­nem Portfolio* über­schrit­ten.

istockphoto Portfolio Entwicklung

Wie ihr anhand der Grafik sehen könnt, habe ich (abge­se­hen von den ers­ten paar Monaten) sehr regel­mä­ßig hoch­ge­la­den und mein Upload‐Limit von 15 Bildern pro Woche stän­dig aus­ge­schöpft. Bei einer Annahmequote von ca. 83% (12–13 von 15 Bildern wur­den durch­schnitt­lich ange­nom­men) brauch­te ich knapp zwei Jahre, um die 1000 voll zu krie­gen.

Mein zwei­ter Meilenstein hängt mit dem ers­ten zusam­men. Ich habe jetzt, nach knapp 24 Monaten den Silber‐Status bei istock­pho­to erreicht. Das bedeu­tet, dass ich inner­halb die­ser Zeit ins­ge­samt 2500 Verkäufe erzielt habe.

Damit bekom­me ich zwar wei­ter­hin nur mage­re 20% der Umsätze (nur bei exklu­si­ven istock‐Fotografen steigt die Vergütung* mit dem Rang), aber ich kann jetzt 20 statt 15 Bilder pro Woche hoch­la­den. Damit soll­te sich mein Portfolio schnel­ler fül­len und die Umsätze ent­spre­chend stei­gen.

Von den fünf füh­ren­den Microstock‐Agenturen ist istock­pho­to für mich neben Fotolia eine der Agenturen mit dem höchs­ten RPD (Revenue per Download), also Gewinn pro Bild. Ich erzie­le durch­schnitt­lich $1,20. Wer das bei 2500 Verkäufen in knapp 24 Monaten über­schlägt, kommt auf durch­schnitt­lich ca. 100 Euro pro Monat. Im Detail sieht die Umsatzentwicklung jedoch ab dem zwei­ten Jahr deut­lich posi­ti­ver aus als im ers­ten.

istock-revenue

Wie weit seit ihr von euren nächs­ten istock‐Meilensteinen ent­fernt? Und was mich eben­falls inter­es­sie­ren wür­de: Wie ist euer RPD bei istock?


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