Archiv der Kategorie: Rezensionen

Rezension: „Posen!“ von Mehmet Eygi (mit Verlosung)

Manchmal ist es mit Büchern wie mit einem guten Käse oder Rotwein: Sie rei­fen mit der Zeit. Beim „Posen!“-Buch* von Mehmet Eygi ist das defi­ni­tiv der Fall.

posen-mehmet-eygiSeit sechs Jahren ver­öf­fent­licht er im Abstand von zwei Jahren eine visu­el­le Orientierung für Modelposen. Das ers­te Buch von 2012 hieß noch „Posebook“, das zwei­te „Posen, Posen, Posen“, das neue von 2016 heißt jetzt schlicht „Posen!“.

Es ist mit 333 Seiten noch mal um eini­ge dut­zend Seiten dicker gewor­den, vom Gewicht mit ca. zwei Kilo mal ganz abge­se­hen.

Dafür sind die Posen wirk­lich umfang­reich. Der Hauptteil liegt natür­lich auf Posen für Frauen, gefolgt von Männerposen. Danach gibt es Paarposen, sowie Posen für Schwangere und Familien.

Diese Posen sind jeweils noch mal detail­liert in Themenbereiche unter­glie­dert, zum Beispiel gibt es die Frauenposen für Portrait, Beauty, Fashion, Dessous, Implied Nude, Curvy, Curvy Boudoir, Sport, Business und Wall. Bei den Männern gibt es noch sechs Themenbereiche (Portrait, Fashion, Nude, Sport, Business, Wall), bei den Paarposen vier Themen. Für Schwangere gibt es Einzelposen sowie sol­che mit Partner. Familienfotos gibt es ent­we­der mit einem Elternteil und Baby, mit bei­den Eltern und Baby oder ein Kind allein.

posen-buch-01In den ein­zel­nen Themen fin­den sich wie­der­um ganz unter­schied­li­che Posen, zum Beispiel ste­hend, sit­zend oder lie­gend. Insgesamt sind im Buch 267 Posen auf­ge­führt, wobei es für jede „Hauptpose“ noch drei Varianten gibt, ins­ge­samt also über 1000 ver­schie­de­ne Posen zur Auswahl.

Bei der Hauptpose wird jeweils mit einem kur­zen Text erklärt, wie die­se am bes­ten umge­setzt wer­den kann, auf wel­che Körperteile der Fotograf beson­de­re Aufmerksamkeit rich­ten soll­te (Ellenbogen nach außen, Rücken gera­de, Bein anwin­keln, …) und klei­ne Icons geben an, ob die Pose aus ver­schie­de­nen Perspektiven foto­gra­fiert wer­den kann, uni­ver­sell für ver­schie­de­ne Modeltypen geeig­net ist oder auch für kur­vi­ge Models geeig­net ist.

An den pas­sen­den Stellen sind im Buch 22 Seiten mit „Key Lessons“ ver­teilt, wel­che dabei hel­fen, das „System“ hin­ter einer guten Pose zu erken­nen, um selbst wei­te­re gute Posen hin­zu­be­kom­men, Fehlerquellen zu ver­mei­den und sons­ti­ge Tipps geben, die bei der Umsetzung hel­fen.

posen-buch-02Obwohl das Buch nahe­lie­gen­der­wei­se sehr bild­las­tig ist, tra­gen die kur­zen Texte doch sehr dazu bei, denn „Sinn“ hin­ter den Posen bes­ser zu ver­ste­hen und sie damit leich­ter umset­zen zu kön­nen und im Anschluss eige­ne Experimente zu wagen.

Einziges Manko ist wei­ter­hin, dass (noch?) Posen für Gruppenaufnahmen (Familienfeiern, Mannschaftsfotos, Teams, Bandfotos, etc.) feh­len

In der gedruck­ten Form ist das Buch mitt­ler­wei­le auch auf eine Größe und ein Gewicht ange­wach­sen, dass es qua­si kaum noch trans­por­ta­bel ist und eigent­lich auf dem Studiotisch lie­gen blei­ben muss. Wer es also unter­wegs dabei haben will, soll­te sich viel­leicht für die Ebook‐Variante ent­schei­den. Die Printversion gibt es hier für 39,90 Euro, das Ebook für 35,90 Euro.

Klare Kaufempfehlung von mir für Leute, die regel­mä­ßig Menschen foto­gra­fie­ren!

Verlosung

Mo Eygi war so freund­lich, mir 1x das „Posen!“-Ebook für eine Verlosung zur Verfügung zu stel­len.

Was müsst ihr dafür tun?
Hinterlasst ein­fach einen Kommentar unter die­sem Artikel, in dem ihr den Satz „Am meis­ten inter­es­sie­ren mich fol­gen­de Model‐Posen: …“ ver­voll­stän­digt.

Der Teilnahmeschluss ist der 18.12.2016, der Rechtsweg ist aus­ge­schlos­sen. Den Gewinner wer­de ich per Zufallsprinzip aus­lo­sen und danach per Email benach­rich­ti­gen.

Viel Glück…

Rezension: „Farbräume & Farbmanagement“ von Sam Jost (mit Verlosung)

Sam Jost ist einer der weni­gen (Hobby-)Fotografen, die schon ganz lan­ge in mei­nem Feedreader ste­hen und des­sen Blog ich ger­ne und auf­merk­sam lese, weil er kei­ne Pressemitteilungen wie­der­käut oder nur selbst­ver­liebt eige­ne Fotos zeigt, son­dern sei­ne Erfahrungen teilt und Dinge ein­fach aus­pro­biert.

So ist auch sein mitt­ler­wei­le drit­tes Buch „Farbräume & Farbmanagement“* ent­stan­den. Sam macht sehr ger­ne FineArt‐Prints sei­ner Fotos und wun­der­te sich, war­um die Bilder trotz Farbprofilen manch­mal ganz anders aus­sa­hen als gewünscht. Das liegt nicht immer am Fotografen, der kei­ne Ahnung vom Farbmanagement hat, son­dern kann auch an der Druckerei oder ande­ren Faktoren lesen.

FarbraumCover800

Damit wir als Fotografen aber zumin­dest die ers­te Fehlerquelle – uns selbst – aus­schal­ten kön­nen, gibt Sam auf ca. 80 Seiten eine Einführung: Was sind Farbräume? Was unter­schei­det einen Farbraum von einem Farbmodell? Worin unter­schei­den sich die ver­schie­de­nen RGB‐Farbräume? Wie kali­brie­re ich mei­ne Geräte rich­tig? Wie mache ich ein Softproofing?

Das sind alles kei­ne sexy Fragen, aber not­wen­dig, um als Fotograf mit fes­ter Stimme sagen zu kön­nen: Ja, mei­ne Bilder zei­gen die rich­ti­gen Farben! Vor allem, wenn die Kunden anru­fen und über einen Rotstich meckern oder sich beschwe­ren, dass die Farben so flau sei­en.

Gerade bei dem Thema „Farbmanagement“ gibt es sehr kom­pli­zier­te und abs­trak­te Werke, die einen eher ver­wir­ren als hel­fen, aber Sam schafft es, den Leser vom Wissensstand Null bis zum kor­rek­ten Umgang mit Softproofs in nur ca. 50 Seiten zu füh­ren. Sam schreibt umgangs­sprach­lich und ver­ständ­lich (und hat wohl das ers­te Fachbuch geschrie­ben, in dem das Wort „rödeln“ ver­wen­det wird) und die Beispielbilder erklä­ren das Geschriebene noch mal visu­ell.

Das Buch ist eine Pflichtlektüre für Leute, die öfters Fotos in bes­ter FineArt Print-Qualität aus­dru­cken wol­len, sei es für Galerien, als Geschenk oder für Kunden.

Für Stockfotografen ist das Buch inso­fern wich­tig, weil ein Grundverständnis von Farbräumen und Farbmanagement dazu gehört, um farb­lich kor­rek­te Bilder abzu­lie­fern.

Ich wer­de im Buch kurz zitiert an der Stelle, wo es um den bes­ten Farbraum für die Lieferung von Fotos an Bildagenturen geht. Einige Macrostockagenturen bestehen auf Fotos im AdobeRGB‐Format, aber für Microstock‐Agenturen emp­feh­le ich immer sRGB. Das mag Farb‐Puristen auf­heu­len las­sen, weil damit Farben im Bild „ver­schenkt“ wer­den, aber nach der Lektüre von Sams Buch soll­te end­gül­tig klar sein, war­um das aus meh­re­ren Gründen sinn­voll ist.

Einerseits igno­rie­ren eini­ge Bildagenturen schon die Farbraum und zei­gen Bilder stan­dard­mä­ßig im sRGB‐Farbraum an, auch wenn es bei­spiels­wei­se mit einem AdobeRGB‐Profil gelie­fert wur­de. Das führt zu flau­en Farben im Bild, bei denen das Foto schon als Thumbnail nicht gegen die knall­bun­ten Konkurrenz‐Fotos mit­hal­ten kann. Wenn die­se Hürde umschifft wur­de, kauft viel­leicht eine Kommunikationsagentur das Bild, wel­che es an eine Grafikagentur gibt, die es eini­ge Male mit dem Kunden hin‐ und her schickt, bis es schließ­lich in der Druckerei lan­det. Die Wahrscheinlichkeit, dass an einer der Stellen Mist gebaut wird, ist so hoch, dass es für alle Seiten siche­rer ist, auf eini­ge Farben zu ver­zich­ten, dafür aber die höchs­te Wahrscheinlichkeit zu erhal­ten, dass die Farben bis zum Druck halb­wegs rea­lis­tisch wie­der­ge­ge­ben wer­den.

Das Buch deckt somit ein für Fotografen unver­zicht­ba­res Grundlagenwissen ab, dass es wie die Bedienungsanleitung einer Kamera jeder gele­sen haben soll­te.

Die Verlosung

Sam war so freund­lich, mir zwei Exemplare der Druckversion für eine Verlosung zur Verfügung zu stel­len. Um eines zu gewin­nen, hin­ter­lasst einen Kommentar unter die­sem Artikel, in dem ihr erklärt, was für euch die wich­tigs­ten Fragen oder Probleme beim Thema „Farbraum & Farbmanagement“ sind. Vielleicht kann Sam die­se dann in einer Neuauflage berück­sich­ti­gen.

Aus allen gül­ti­gen Einsendungen wer­de ich mit­tels random.org die bei­den Gewinner zie­hen und per Email benach­rich­ten. Der Teilnahmeschluss ist am Montag, den 3.11.2014, der Rechtsweg ist aus­ge­schlos­sen.

Viel Glück…

* Affiliate

Rezension: „Grafik und Gestaltung“ (Neuauflage) von Markus Wäger (mit Verlosung)

Lange habe ich über­legt: Soll ich wirk­lich eine Rezension über ein Buch schrei­ben, wel­ches ich vor zwei Jahren schon mal rezen­siert hat­te?

Wie ihr lesen könnt, habe ich mich doch dafür geschrie­ben aus einem ein­fa­chen Grund: Was ich in mei­ner ers­ten Rezension so lob­hu­delnd geschrie­ben habe, ist immer noch gül­tig.

Dazu kommt, dass das Buch „Grafik und Gestaltung“* des Grafikers Markus Wäger jetzt in der zwei­ten kom­plett über­ar­bei­te­ten und erwei­ter­ten Auflage erhält­lich ist. Damit ist der Wälzer nicht nur ca. 100 Seiten dicker, son­dern auch ca. 300 Gramm schwe­rer und wiegt jetzt sat­te 2,25 Kilo. Ich habe es für mei­nen schnau­fen­den Briefträger gemes­sen. Dieses Volumen erklärt sich aus dem Ansatz des Untertitels, „Das umfas­sen­de Handbuch“ zum Thema Grafik und Design sein zu wol­len. Doch kei­ne Panik, wer die Druckversion erhält, bekommt das Ebook kos­ten­los dazu, was sich durch die digi­ta­le Suchfunktion noch bes­ser als Nachschlagewerk eig­net.

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Auch wenn es ein Fachbuch ist, was einem zum Lernen bringt und auch die Ausbildung zum Mediengestalter gut beglei­ten kann, liest es sich flüs­sig und span­nend. Fotografen sind ja visu­ell anspruchs­voll und das kla­re Layout des Buchs mit vie­len her­vor­ra­gend gewähl­ten Beispielbildern ergänzt den Text des Buchs her­vor­ra­gend und beweist, wie ange­nehm gutes Design sein kann.

Erst woll­te ich im Kapitel „Bild“ begin­nen, weil dort mein beruf­li­cher Schwerpunkt liegt, aber schon beim Überfliegen der Einleitung habe ich mich fest­ge­le­sen, wie ich am Ende des zwei­ten Kapitels fest­stel­len muss­te. Ich wie­der­ho­le ger­ne mei­ne Einschätzung der ers­ten Rezension: Für Stockfotografen ist die­ses Buch ein Muss!

Markus Wäger schreibt das Buch aus Kundensicht, weil Grafikdesigner übli­cher­wei­se Stockfotos kau­fen und auch das Buch ist mit mas­sen­haft Fotos von Shutterstock illus­triert, sodass mich zumin­dest beim Lesen ein sehr hei­me­li­ges Gefühl bei den gan­zen bekann­ten Gesichtern über­kam. So kön­nen wir ler­nen, wor­auf Grafiker Wert legen und Rücksicht neh­men müs­sen, was Stockfotografen dann vor­aus­schau­end in ihren Fotos umset­zen kön­nen: An wel­cher Stelle soll­te der Textfreiraum im Foto sein? Wie soll­ten die Models aus­se­hen? Welche Farbpalette soll­te mein Foto abde­cken?

Dazu kommt, dass der rei­ne Fotograf immer mehr in den Hintergrund rückt. Ich selbst mache ja nicht mehr nur Fotos, ich mache auch Videos, 3D‐Renderings, Illustrationen, Fotomontagen, Layouts, muss typo­gra­fi­sche Entscheidungen tref­fen und so wei­ter. Um gra­fi­sche Entscheidungen nicht aus dem Bauch her­aus aus­pro­bie­ren zu müs­sen, hilft das Buch „Grafik und Gestaltung“ unge­mein.

Die Verlosung

Markus Wäger und der Verlag Galileo Design waren so freund­lich, mir zwei Exemplare des Buchs (mit Ebook) für eine Verlosung zur Verfügung zu stel­len.

Was müsst ihr dafür tun?
Hinterlasst ein­fach einen Kommentar unter die­sem Artikel, in dem ihr den Satz „Ich inter­es­sie­re mich für Grafik und Gestaltung, weil…“ krea­tiv ver­voll­stän­digt.

Die bei­den Teilnehmer mit dem aus mei­ner Sicht bes­ten Grund erhal­ten je ein Buch. Der Teilnahmeschluss ist am 19.10.2014, der Rechtsweg ist aus­ge­schlos­sen. Die bei­den Gewinner wer­den danach per Email von mir benach­rich­tigt.

Viel Glück…

 * Affiliate‐Link

Rezension: Make Up Basics mit Femke Schuh und Patrick Ludolph (mit Verlosung)

Eine Frage, die mir häu­fig gestellt wird, lau­tet: „Arbeitest Du lie­ber mit Visagistin oder wie machst du das mit dem Schminken?

Meist las­se ich das die Models selbst machen, weil es ers­tens güns­ti­ger ist und zwei­tens logis­tisch ein­fa­cher ist, nicht immer eine ver­füg­ba­re Visagistin mit­bu­chen zu müs­sen.

Make Up Basics
Einige mögen den­ken: Wozu schmin­ken? Kann man doch alles in Photoshop machen! Theoretisch ja, auch prak­tisch, aber bei zig bis eini­gen hun­dert Bildern pro Shooting kann das in einen Mehraufwand von Stunden bis Tagen mün­den, der sich leicht ver­mei­den lie­ße, wenn die Models vor dem Shooting rich­tig geschminkt wer­den. Dazu kommt, dass sich gut geschmink­te Models auch bes­ser und selbst­be­wuss­ter füh­len und sich die­se posi­ti­ve Ausstrahlung auf die fer­ti­gen Fotos über­trägt.

Wenn sich mei­ne Models selbst schmin­ken sol­len, klappt das meist rela­tiv pro­blem­los, aber nicht immer. Vor allem Männer haben sel­te­ner Erfahrung mit Schminke. Hier muss ich als Fotograf dann impro­vi­sie­ren. Zum Glück hat­te ich ganz am Anfang mei­ner Fotografenlaufbahn eini­ge Fashion‐Shootings, bei denen ich der dort anwe­sen­den Visagistin aus­führ­lich über die Schulter schau­en durf­te. Danach war ich immer­hin in der Lage, Mascara von Eyeliner und Puder von Make‐Up zu unter­schei­den. Ich lern­te, war­um die „T‐Zone“ so wich­tig ist und dass es für Wimpern sogar eine Zange gibt.

Daraufhin habe ich für die Fälle, in denen ein Model sich nicht selbst schmin­ken kann oder eini­ge Utensilien ver­ges­sen hat, ein klei­nes „Notfall‐Set“ im Studio, mit paar Tönen Puder, Make‐Up, Nagellack‐ und Makeup‐Entferner, Haarspray, Haargummis, Kämmen, Bürsten, Schwämmchen und so wei­ter. Damit kann ich zum Beispiel ein männ­li­ches Model not­dürf­tig etwas abpu­dern und Glanzstellen mil­dern.

Das hat in der Vergangenheit eini­ge Shootings geret­tet. Ähnliches muss sich Patrick Ludolph, vie­len bes­ser bekannt als „Paddy“ vom Blog Neunzehn72 gedacht haben, als er sich sei­ne Lieblingsvisagistin Femke Schuh schnapp­te und mit ihr das Trainingsvideo „Make Up Basics“ zusam­men­stell­te.

Dieses wen­det sich aus­drück­lich an Fotografen, wel­che ler­nen wol­len, sich oder Models selbst zu schmin­ken. Das „Basics“ betont, dass es ein Anfängerkurs ist für Leute, die bis­her kei­ne Ahnung hat­ten.

Das Video ist in sechs Teile geglie­dert. Im ers­ten Teil stellt Femke die ver­schie­de­nen Produkte vor, die als Grundausstattung nötig sind. Mit dem Wissen um knap­pe Fotografenbudgets zwang Paddy sie, ihre üppi­ge Liste auf das Nötigste run­ter­zu­damp­fen und übrig blie­ben sie­ben Kategorien mit ca. 20 Produkten hoher Qualität, die im Einkauf zusam­men ca. 150–200 Euro kos­ten.

Mit die­ser Grundausstattung bewäl­tigt Femke im nächs­ten Kapitel den „Nude Look“, also bei dem eine Person so geschminkt wird, dass eher pas­siv Schwachstellen über­deckt wer­den und die Schminke idea­ler­wei­se nicht zu erken­nen ist.

Weiter geht es dann mit der Frage „Was tun bei Hautrötungen?“ und anschlie­ßend wid­met sich Femke einem Mann mit Bart, weil das in der Fotografenpraxis das häu­figs­te „Problem“ ist. In Kapitel Fünf wer­den dunk­le Augen auf­ge­hellt und abschlie­ßend wagt Paddy mit dem neu gewon­ne­nen Wissen einen Selbstversuch, der nur ca. zehn Minuten braucht und beein­dru­ckend gut endet:

patrick
Paddy mimt in sei­ner Rolle als Moderator sehr über­zeu­gend den abso­lut ahnungs­lo­sen Anfänger, dem kei­ne Frage zu pein­lich ist, um sie zu stel­len und Femke erklärt dann kurz und ver­ständ­lich ihre Arbeitsschritte und die Gründe dafür.

Ich kann die­ses Video nur jedem Fotografen emp­feh­len, der sich kei­ne Visagistin leis­ten kann.

Selbst wer sich als Fotograf lie­ber wei­ter­hin auf Visagisten am Set ver­lässt, soll­te die­ses Video sehen. Schon um mit einer Visagistin oder einem sich selbst schmin­ken­den Model auf Augenhöhe reden und gege­be­nen­falls die pas­sen­den Anweisungen geben zu kön­nen. Denn die weni­gen Male, wo ich eine Visagistin am Set hat­te, lau­te­te deren ers­te Frage meist doch: „Wie soll das Model nach­her aus­se­hen?

Verlosung

Patrick war so freund­lich, mir das Video 2x zur Verlosung anzu­bie­ten. Wer mir bis ein­schließ­lich Samstag, dem 20.9.2014 in den Kommentaren mit­teilt, war­um gera­de ihr vom Video noch ler­nen könnt, nimmt an der Verlosung teil. Die bei­den bes­ten Vorschläge gewin­nen. Der Rechtsweg ist wie immer aus­ge­schlos­sen.

Beschleunigung für die Foto‐Entwicklung durch PFixer.Lr (Gastartikel)

Heute gibt als Gastartikel für die Technikfreunde und Lightroom‐Fans unter euch eine Rezension von Daniel Täger.

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Software in den Händen

Als der Computer Anfang der neun­zi­ger Jahre Einzug in die Musikstudios erhielt, wur­de die Bedienung von Bandmaschinen, Effekten und Soundprozessoren wei­test­ge­hend auf die Maus und auf einen viel zu klei­nen, schlecht auf­ge­lös­ten Bildschirm redu­ziert. Zu Beginn nur als „Fernbedienung“ und MIDI‐Sequenzer ein­ge­setzt, über­nahm der Computer mehr und mehr Aufgaben von gro­ßen und teu­ren Geräten im Regieraum. Doch selbst als eini­ge Jahre spä­ter hoch­wer­ti­ge und ernst­haft ein­zu­set­zen­de Plug‐Ins und Algorithmen mit Analogsimulationen von Effekten und Soundprozessoren erschie­nen, war die Bedienung oft nicht intui­tiv, da man „ein­hän­dig“ zum einen nicht so schnell, zum ande­ren nur ein­ge­schränkt wie gewohnt arbei­ten konn­te. Viele Eingriffe und Trial&Error-Operationen erfor­dern nun mal den Einsatz von zwei oder sogar mehr Parametern gleich­zei­tig.

Im Audiobereich mit LogicPro (vor dem Kauf von Apple: Emagic Logic) stell­te die Firma Emagic auf der Musikmesse in Frankfurt 2001, revo­lu­tio­när die LogicControl/MackieControl als eine der ers­ten bezahl­ba­ren Hardwarecontroller für digi­ta­le Audio‐Workstations (DAW) vor. Plötzlich war es wie­der mög­lich, meh­re­re Parameter gleich­zei­tig zu bedie­nen und mit Motorfadern die Software in den Händen zu „füh­len“.

In der Fotografie lief es – zwar eini­ge Jahre spä­ter – doch ganz ähn­lich ab. Wer mit der Zeit ging, ersetz­te sei­ne Dunkelkammer durch den Computer und hat­te schließ­lich eine Maus in der Hand.

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Zugegeben, ich moch­te das Handling der klas­si­schen Maus noch nie und war aus die­sem Grund schon immer auf der Suche nach der bes­ten Alternative dazu. Wenn Wacom sein Intuos4L* schon 10 Jahre frü­her auf den Markt gebracht hät­te, wäre ich an Trackballs, Touchpads, etc. vor­bei gekom­men.

In dem Stift‐Tablet habe ich die bes­te Lösung gefun­den, um den klei­nen schwar­zen Zeiger über den Bildschirm zu fah­ren. Und das aus­nahms­los in jeder Anwendung: Ich besit­ze seit meh­re­ren Jahren kei­ne Maus mehr!

Schaut man sich in der pro­fes­sio­nel­len Broadcast‐ und Film‐Postproduktion um, fin­det man kaum einen Arbeitsplatz, an dem die Maus das Hauptwerkzeug ist.

Am ver­gleich­bars­ten mit der Fotografie ist aus die­sem Bereich das Color‐Grading (die Farbkorrektur). Sie ist sozu­sa­gen der Nachfolger des Kopierwerks, in dem nicht nur das Negativ‐35mm‐Material ent­wi­ckelt wird, son­dern auch der „look“ des Positivfilms gene­riert wird, ganz ähn­lich der Dunkelkammer.

Eines der größ­ten Gradingsysteme hat die Firma Blackmagic Design mit dem DaVinci Resolve* am Markt, mit dem digi­ta­les Film‐RAW‐Material „ent­wi­ckelt“ wird. Aber fes­ter Bestandteil der Software ist das Hardware‐ControlSurface, mit dem die Software voll­stän­dig bedient wer­den kann (abge­se­hen von Beschriftungen etc.).

Mit die­sen gan­zen Hintergedanken war mein ers­ter Versuch, um auch Lightroom etwas „grif­fi­ger“ zu machen, ein iPad* zu kau­fen (tat­säch­lich war das einer Hauptgründe) und mit der App LRPad zu ver­se­hen. Damit hat man schon einen guten Zugriff auf vie­le Parameter von Lightroom.

Die intui­ti­ve Bedienung und der Geschwindigkeitszuwachs waren jedoch sehr begrenzt: Auch am iPad, wel­ches in die­sem Fall zu einem Touchpad mit Hintergrunddisplay wird, sucht man immer wie­der mit den Augen nach der Position und Lage von Reglern und Knöpfen. Jedes Mal den Blick auf das Tablet abzu­len­ken, um die Belichtung um 0,5 zu erhö­hen, dau­ert am Ende sogar län­ger als mit der Maus auf dem glei­chen Bildschirm.

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Die Lösung: PFixer.Lr

Als die zwei­te Speicherkarte voll war und ich wuss­te, dass ich aus die­sem Urlaub nicht mit weni­ger als 1500 Fotos zurück­kom­men wer­de, habe ich mich noch vor Ort wie­der auf eine Workflow‐Optimierungs‐Lösung‐Suche bege­ben.

Und sie­he da: PFixer.Lr kam auf den Plan!

Die recht neue Software (seit 2013 auf dem Markt) von der klei­nen Softwareschmiede Pusher Labs aus Georgia (USA) konn­te auf den ers­ten Blick alles, was ich gesucht habe: voll­stän­di­ge Kontrolle von Lightroom per Hardware‐Controller.

Die Software für OSX (lei­der gibt es momen­tan kei­ne Windows‐Version) ist anfäng­lich dafür ent­wi­ckelt wor­den, um eige­ne Keyboard‐Shortcuts in Lightroom zu defi­nie­ren. Das funk­tio­niert auch sehr gut, wird nur durch die Anschaffung des Controllers fast über­flüs­sig. Grundsätzlich kann die Software jeden MIDI-Control‐Befehl in eine Lightroom‐Aktion umset­zen, sprich jedes MIDI‐fähige Keyboard, Touch‐Controller oder Fader‐Bank lässt sich in Lightroom ein­bin­den.

Der Pusher Labs‐eigene Controller basiert auf einem Behringer BCF‐2000*, wel­cher mir aus dem Audiobereich als ers­ter „low‐budget“ Controller bekannt ist. Für den BCF‐2000 gibt es in der Software als ein­zi­ge Hardware ein vor­de­fi­nier­tes Setup. Pusher Labs ver­treibt im eige­nen Webstore die Software als stand‐alone‐Version (USD 99,99), den Behringer BCF‐2000 mit ange­pass­tem Layout (USD 299,99) und ein Bundle aus bei­dem (USD 369,99).

Im Store fin­det man jedoch recht schnell her­aus, dass Pusher Labs nicht außer­halb der USA ver­sen­det. Für alle non‐citizens gibt es die Möglichkeit, die Software per Seriennummer zu kau­fen und sich das ange­pass­te Overlay ein­zeln zu bestel­len (USD 19,99). Mit einem vor­han­de­nen BCF‐2000, der Software und dem Overlay bekom­men also auch alle ande­ren einen voll­wer­ti­ges PFixer.Lr-Panel!

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Für die­je­ni­gen, die lie­ber mehr Rotary‐Controller und kei­ne Fader haben möch­ten, gibt es auch ein adap­tier­tes Behringer BCR‐2000 mit 24 Drehreglern. Allerdings wird dafür kein ein­zeln bestell­ba­res Overlay ange­bo­ten. Laut Hersteller wird beim BCR auch das BCF‐Overlay benutzt – mit dem Unterschied, dass die drei Zeilen für die Fader‐Beschriftung aus­ein­an­der geschnit­ten und unter die Rotary‐Encoder geklebt wer­den.

Da die Markteinführung des Behringer BCF‐2000 in Deutschland schon eini­ge Jahre her ist, bekommt man es mitt­ler­wei­le für ca. 200 €.

Ich habe mich also für die DIY‐Variante ent­schie­den und die Software sowie das Overlay bestellt. Zurück aus dem Urlaub, war natür­lich noch kei­ne Post aus den USA da. Das hat inklu­si­ve Zollabfertigung (!) für einen A4‐Pappbriefumschlag gute drei Wochen gedau­ert. Trotzdem war ich am nächs­ten Tag im ört­li­chen Musikfachgeschäft, habe einen Behringer BCF‐2000 gekauft und mich ans Basteln gemacht – auf der Homepage von Pusher Labs gibt es ein JPG des Overlays – also Größe anpas­sen, Ausdrucken, Ausschneiden. Das sieht dann am Ende zwar nicht pro­fes­sio­nell aus, aber wenigs­tens konn­te ich schon mal tes­ten.

Mittlerweile ist mein ech­tes Overlay natür­lich da. Wie ich befürch­tet habe, bekommt man für die 20 Dollar einen geplot­te­ten Aufkleber. Immerhin ist das recht ordent­lich gemacht und auch das Aufkleben gestal­te­te sich mehr als ein­fach!

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Die Installation unter OSX 10.8 (OSX 10.7 bis 10.9 sind unter­stützt!) lief auf mei­nem MacPro (MacPro 4,1, 8‐core 2,66GHz, 12GB RAM, Radeon 7950 3GB) und MacBookPro (MBP 5,1, 2,66GHz Core‐Duo, 8GB RAM) wie gewohnt pro­blem­los.

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Funktionsbeschreibung / Erfahrungen

Die Software läuft als klei­ne Autostart‐App und fin­det sich neben der OSX‐Uhr am obe­ren rech­ten Bildschirmrand. Das GUI ist über­sicht­lich und ein­fach gestal­tet, ein­zig die Neuzuweisung von (MIDI-)Parametern könn­te man geschick­ter lösen.

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Nachdem man Lightroom geöff­net hat, merkt PFixer.Lr direkt, dass es etwas zu tun hat und initia­li­siert die Parameter (Bindings). Dieser Vorgang dau­ert ca. 10 Sekunden.

Jetzt kommt die ers­te und ein­zi­ge „Stolperfalle“ des Systems: Befindet man sich im Bibliotheksmodus von Lightroom, pas­siert mit den Motorfadern des BCFs erst ein­mal nichts, die ein­zi­gen funk­ti­ons­tüch­ti­gen Tasten sind „vor­he­ri­ges Foto“ und „nächs­tes Foto“.

Schaltet man in den Entwicklungsmodus von Lightroom (nur dort kom­mu­ni­zie­ren Lightroom und Panel mit­ein­an­der!), hört man zum ers­ten Mal die Motorfader des Controllers. Der syn­chro­ni­siert sich ab dann mehr­mals die Sekunde (in der Software ein­stell­bar) und reagiert auf alles, was man vom Panel an Lightroom schickt und umge­kehrt.

Die Latenz, also die Verzögerung von der Änderung eines Wertes auf der BCF bis zum Reagieren der Regler in Lightroom, ist sehr kurz (eini­ge Millisekunden). Bis sich die Änderung dann auf das Bild aus­wirkt, kommt wie gewohnt auf Bildgröße, CPU und Grafikkarte an. In mei­nem Setup fühlt sich „Ursache‐Wirkung“ jedoch sehr direkt an, auch wenn man zwei oder drei Parameter gleich­zei­tig bewegt (ca. 0,2 Sekunden).

Schaltet man zum nächs­ten Foto, aktua­li­siert sich das Panel umge­hend und die Fader und Rotary‐Controller sprin­gen auf die aktu­el­le Position. Dadurch, dass Behringer bei dem Preis des Controllers kei­ne Penny+Giles oder ALPS Motorfader ver­baut hat, ist dies jedoch mit einem ordent­li­chen Geräuschpegel zu hören. Ich habe manch­mal auch den Eindruck, dass die Fader an das obe­re oder unte­re Ende „schla­gen“, weil sie nicht so genau wis­sen, wo die Schiene endet. Bei gedrück­ter „Learn“-Taste wäh­rend des Einschaltens des Panels kann man die Fader zwar kali­brie­ren, jedoch brach­te das bei mir nur mini­ma­le Besserung.

Tragisch ist die Lautstärke beim Entwickeln von Fotos nicht, aber bei der Vorstellung, den Controller für sei­ne eigent­li­chen Aufgaben in der Musikproduktion zu ver­wen­den, wür­de mich der „Lärmpegel“ wahr­schein­lich ner­ven.

Das 4‐stellige LED‐Display auf dem Panel ist lei­der unbrauch­bar, da es zwar immer den zuletzt benutz­ten Fader oder Rotary in Zahlen aus­drückt, jedoch lei­der in der MIDI‐Value‐Norm von „0–127“. Sprich, wenn der Exposure‐Fader in der Mitte steht, zeigt das Display einen Wert von „63“.

Das Panel ist in meh­re­ren Ebenen auf­ge­baut, um mög­lichst vie­le Funktionen unter­zu­brin­gen: Die 8 Rotary‐Controller sind in 4 Ebenen, umschalt­bar durch 4 Taster rechts, auf­ge­teilt: BASIC, HUE, SAT, LUM/B+W.

Für alle ande­ren Bedienelemente (8 Fader, 16 Tasten) gibt es eben­falls 4 Modi, wobei 4 Taster zum Wechseln der Modi reser­viert sind: BASIC, EDITING, CULLING, PRESETS.

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Beschriftet ist jeder Taster und Fader für BASIC in Weiß, EDITING in Gelb und CULLING hat ein klei­nes Symbol rechts neben dem Taster. Insgesamt kommt man damit dann auf über 200 Lightroom‐Funktionen im direk­ten Zugriff.

Rotary‐Controller BASIC‐Mode:

  • Temperature
  • •Tint
  • •Vibrance
  • •Saturation
  • •Curves (Shadows, Darks, Lights, Highlights)

Wenn man die Rotary‐Controller drückt, hat man die Tools WB, AWB und Autowhite im Direktzugriff. Über die ande­ren 5 Taster scrollt Lightroom direkt zu den Adjustments HUE, SAT, LUM, SATURATION, CURVES und B+W um eine opti­sche Kontrolle zu bekom­men.

Für die ande­ren 3 Modi (HUE, SAT, LUM/B+W) gibt es neben den Drehreglern Farbmarkierungen (Rot, Orange, Gelb, Grün, Cyan, Blau, Lila, Magenta). Im Standard‐Mapping gibt es kei­nen Zugriff auf das HSL‐Toning. Wenn man oft an den HSL‐Farben her­um­schiebt, kann sich jedoch leicht über den „Mapping“-Reiter in der PFixer.Lr-Konfiguration z.B. den B+W-Mode ent­spre­chend anpas­sen.

Die Anordnung und Übersichtlichkeit der Funktionsbelegung ist logisch und nach kur­zer Zeit „blind“ zu bedie­nen.

Über die 8 Fader erreicht man im BASIC‐Mode:

  • Exposure
  • Contrast
  • Blacks
  • Shadows
  • Highlights
  • Whites
  • Clarity
  • Post Vignette

Die Funktion des letz­ten Faders erschien mir im BASIC‐Mode zunächst fehl am Platz, jedoch nut­ze ich ihn (nicht nur, weil er da ist) mitt­ler­wei­le sogar sehr ger­ne zu bestimm­ten Gelegenheiten!

Über die Tasten bekommt man Zugriff auf fol­gen­de Funktionen:

  • ESC, ENTER
  • Copy Setting / Paste Setting
  • Crop‐Tool
  • Reset Image
  • Lock Image
  • Swap Image
  • Match Exposure
  • Sync Setting
  • Select left / Select right

Die „Select-left/right“-Taster sind beson­ders in Kombination „Match‐Exposure“ sehr prak­tisch.

Der EDITING‐Mode benutzt alle Fader für das Feintuning der „Post‐Vignette“ (Midpoint, Roughness, Feather, etc.) und bie­tet über die Taster u.a. Zugriff auf Tools und Funktionen wie SpotTool, GradientTool, AutoMask, VirtualCopy, Edit in PS, Blinkies, Before/After.

Für mich sind in die­sem Modus „Blinkies“ (Über‐ und Unterbelichtungen) und „Before/After“ (der Vorher‐Nachher‐Vergleich) am wich­tigs­ten.

Der CULLING‐Modus belegt die Taster mit den Shortcuts Bewertung, Flags, Farben und Display‐Einblendungen. Die Fader steu­ern die Parameter des Split‐Tonings, also jeweils Hue/Sat für Highlights und Shadows und Balance. Die letz­ten 3 Fader sind mit Grain, Grain‐Size, und Roughness belegt.

Im PRESET‐Mode bekommt man über die Taster Zugriff auf 8 Developement‐Presets und 4 Brush‐Presets von Lightroom. Leider ist die Zuweisung über die PFixer‐Software etwas umständ­lich. Es ist nicht mög­lich, inner­halb des Workflows ein neu­es Preset auf eine Taste zu legen. Man spei­chert wie gewohnt das Preset in Lightroom ab und muss es anschlie­ßend in der PFixer.Lr-Konfiguration einer Taste zuwei­sen. Und dann muss man raten, denn der vier­te Modus hat kei­ne Beschriftungen auf dem Panel!

Ein wei­te­rer Nachteil ist, dass die Presets, die man über die Taster auf­ru­fen will, im Presets‐Fenster sicht­bar und auf­ge­klappt im Hauptfenster sein müs­sen. Ich habe mir mei­ne 8 am häu­figs­ten benutz­ten Presets in den User‐Ordner mit einem Nummer‐Präfix gelegt (01 – Preset, 02 – Preset, usw.)

PFixer-13

Die 4 eben­so frei beleg­ba­ren Brush‐Presets befin­den sich auf die­sen Tasten:

PFixer-10

Unten rechts am Panel befin­den sich MODE‐übergreifend UNDO, pre­vious Setting und vorheriges/nächstes Foto, wobei die letz­ten bei­den wahr­schein­lich die am stärks­ten fre­quen­tier­ten Tasten sind!

Über die Belegung der Taster und Fader lässt sich im Einzelfall zwar strei­ten, aber grund­sätz­lich liegt alles ziem­lich logisch in den Händen. Ansonsten kann man sich immer noch jeden Parameter auf belie­bi­ge Taster oder Fader legen und muss dann selbst das Overlay neu beschrif­ten. Bisher habe ich mir nur den „Before/After“-Knopf in den BASIC‐Modus, also die obers­te Ebene, gelegt.

Damit Initialisierung zwi­schen PFixer.Lr und Lightroom funk­tio­niert, muss Lightroom zwin­gend auf Englisch umge­stellt wer­den. Das war für mich erst stö­rend, da man sich ja schon an eini­ge deut­sche Vokabeln (damals auch fremd) gewöhnt hat, aber nach sehr kur­zer Zeit hat man sich dar­an gewöhnt – zumal ich beim Entwickeln nur noch sel­ten auf die Paramater als viel mehr auf das Bild selbst schaue.

Sollte mal eine Funktion nicht kor­rekt arbei­ten, oder man schal­tet das Panel erst nach dem Öffnen vom Lightroom ein, kann man die Initialisierung über das PFixer.Lr-Menü „Reinitialize Bindings“ wie­der­ho­len.

Seit Version 1.2.2 unter­stützt PFixer.Lr auch Trackpad‐Gesten. Bei gedrück­ter fn‐Taste wird das Trackpad zu 8 (2 Reihen mit jeweils 4) vir­tu­el­len Fadern, die mit 2 Fingern bedient wer­den. Mit nur einem Finger bie­tet das Trackpad 16 vir­tu­el­le Knöpfe (4 Reihen mit jeweils 4). Getestet habe ich die Gestenunterstützung noch nicht, stel­le mir das aber ziem­lich unüber­sicht­lich und eng vor – es sei denn, man bemalt sein Trackpad mit dem Filzstift!

Hat man wei­te­res MIDI‐Equipment am Rechner ange­schlos­sen (z.B. MackieControl, Keyboard, etc.), kom­men gele­gent­lich fal­sche Informationen in Lightroom an. Ich schal­te wei­te­re Geräte bei der Benutzung von Lightroom ein­fach aus. Genauso soll­te man anders her­um auch PFixer.Lr deak­ti­vie­ren (geht mit einem Mausklick), wenn man mit der MackieControl* in Logic arbei­tet, da PFixer.Lr auch dort Fehlfunktionen ver­ur­sacht.

Auf der Suche nach einer Bedienungsanleitung wird man von Pusher Labs zwar auf deren Online‐FAQ ver­wie­sen, dann jedoch allein gelas­sen. Viel mehr als ein paar Tipps und Troubleshootings fin­det man dort nicht. Natürlich ist die Software und die Bedienung des Panels wei­test­ge­hend selbst­er­klä­rend, aber um die Funktionsweise u.a. der Preset‐Verwaltung zu ver­ste­hen, muss­te ich schon eini­ge Zeit suchen und her­um­pro­bie­ren.

Vor‐ und Nachteile

Die Vorteile über­wie­gen auf jeden Fall, wenn man sich mal anschaut, was einem PFixer.Lr an Zeitersparnis und intui­ti­ver Bedienung bringt. Einige Mankos gibt es aber schon:

Plus:

  • 15‐tägige Testversion
  • Zeitersparnis
  • frei zu kon­fi­gu­rie­ren
  • über 200 Lightroom‐Funktionen im Direktzugriff

Minus:

  • Hoher Preis von 100 Dollar für Software, lohnt sich aber
  • lau­te Motorfader des BCF‐2000
  • Lightroom muss auf Englisch betrie­ben wer­den
  • kei­ne ech­te Bedienungsanleitung
  • bis­her nur Unterstützung von Lightroom

Alternativen

Pusher Labs PFixer.Lr ist lei­der nur für den Mac ver­füg­bar und Ankündigungen für eine künf­ti­ge Windows-Adaption gibt es lei­der nicht.

Die Donationware (50 Tage kos­ten­frei) Paddy for Lightroom ist die bis­lang ein­zi­ge (ver­gleich­ba­re) Alternative für das Windows‐System. Grundsätzlich kön­nen mit Paddy auch eige­ne Tastaturkürzel und MIDI‐Mappings für den Behringer BCF‐2000 (und ande­re Hardware‐Controller) erstellt wer­den, jedoch fehlt eine Möglichkeit, den BCF in meh­re­ren Modi zu pro­gram­mie­ren. Laut Website sind Lightroom‐Versionen bis 4.x unter­stützt.

Knobroom ist eine wei­te­re Lösung für den Mac, bei der die Entwicklung jedoch im Herbst 2012 bei Version 0.2 ste­hen geblie­ben ist. In die­sem Stadium des Plug‐Ins ist es auch nur mög­lich, ein­zel­ne MIDI‐Controller‐Daten einem Parameter in Lightroom zuzu­wei­sen.

moti­bo­do ver­treibt mit dem motibodoBoard (395 USD) und dem motibodoSkin (325 USD) eine tas­ta­tur­ba­sier­te Lösung. Das kom­plet­te Keyboard oder das Silikon‐Skin für die bestehen­de Tastatur mit ent­spre­chen­der Software für Lightroom bie­ten vor­de­fi­nier­te Tastaturkürzel für die wich­tigs­ten Funktionen an. Jedoch ist der Preis in mei­nen Augen in kei­ner Weise gerecht­fer­tigt.

Fazit

Wie ein­gangs schon erwähnt, kam ich aus dem Urlaub mit knapp 1500 Bildern zurück, wel­che auch gleich als Teststrecke für PFixer.Lr und das Behringer‐Panel her­hal­ten muss­ten. In Rekordzeit waren die Bilder ent­wi­ckelt und das oft auf eine ganz ande­re Weise, als ich es gewohnt war. Wenn man erst ein­mal die Möglichkeit hat, an Belichtung, Highlights und Curves gleich­zei­tig zu schrau­ben und die Wechselwirkung sieht, löst man eini­ge Belichtungsaufgaben auf ande­rem Wege als sonst. Auch mag ich es sehr, die Parameter von Hue und Sat im direk­ten Zugriff zu haben und schnell eine selek­ti­ve Farbkorrektur zu machen.

Sicherlich gibt es an dem System Verbesserungspunkte, aber für knapp 280 € (Software, Overlay, BCF‐2000) hat man ein ordent­li­ches Hardware‐Control‐System für Lightroom.

Mittlerweile steht auch ein Behringer BCR‐2000 auf mei­nem Schreibtisch. Dafür habe ich ein eige­nes Overlay gebas­telt und habe direk­ten Zugriff auf SAT, LUM und HUE ohne zwi­schen den Modi zu wech­seln.

Wünschenswert wäre es, wenn in Folgeversionen von PFixer.Lr noch die Unterstützung für wei­te­re Programme (Photoshop, CaptureOne Pro und ACR) ein­ge­baut wür­de.

…und mein iPad hat mitt­ler­wei­le sei­ne Berechtigung für ande­re Aufgaben.

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