Archiv der Kategorie: Fotosessions

Mein drittes Apotheken-​Shooting für Bildagenturen

Langsam bekom­me ich Routine. Vor drei Jahren hat­te ich ein einer oran­ge­nen Apotheke ein Model foto­gra­fiert und ein ein Jahr spä­ter in einer ande­ren Apotheke mit vier Models. Weil bei­de Shootings gut lie­fen und medi­zi­ni­sche Themen wei­ter­hin gefragt sind, woll­te ich das wie­der­ho­len. Die Apthekerin der ers­ten Apotheke erklär­te sich bereit und sprach wie­der mit ihrer Chefin, um uns die Erlaubnis für die Nutzung der Apotheke zu geben.

Wie beim letz­ten Mal galt: Das ist eine der größ­ten Apotheken, in denen ich je war, was den Vorteil hat, sich räum­lich sehr gut bewe­gen zu kön­nen und ich viel Platz hat­te, um Blitz, Reflektor etc. auf­zu­stel­len. Einer der bei­den Kritikpunkte beim letz­ten Shooting in der Apotheke war, dass mit einem Model nur eine begrenz­te Anzahl von Motiven mög­lich ist. Deswegen frag­te ich ein ande­res Model, wel­ches ich schon foto­gra­fiert hat­te. Er schlug auch sei­ne neue Freundin als drit­tes Model vor und da die­se sich vom Typ von der Apothekerin unter­schied, pass­te das sehr gut.

Der zwei­te schwie­ri­ge Punkt war die Farbtemperatur wegen der gan­zen oran­ge­nen Regale. Deshalb nahm ich sowohl eine grö­ße­re Softbox und nutz­te mehr Aufhellicht von vor­ne, um den Farbstich bes­ser aus den Gesichtern der Models zu bekom­men. Die Kittel hat­te ich von vom letz­ten Apotheker-​Shooting. Merke: Sinnvoll ein­ge­kauf­te Requisiten kön­nen gut wie­der­ver­wen­det werden.

Meine Bestseller der letz­ten bei­den Shootings zeig­ten mir deut­lich, was für Motive gut lau­fen und so kon­zen­trier­te ich mich darauf.

Selbst wenn der Fokus bei einem Bild auf einem Model lag, konn­te ich die ande­ren bei­den zum „Füllen“ des Hintergrunds ein­set­zen. Wie schon bei bei­den Apotheken-​Shootings zuvor war es wie­der eine Qual, die Logos und Markennamen von den Medikamenten im Hintergrund zu ent­fer­nen. Einige Bilder wur­den des­we­gen auch trotz inten­si­ver Retusche abge­lehnt. Das unte­re Bild habe ich mit Blende 2,8 foto­gra­fiert. Zwar hat­te ich auch das 85mm-​Objektiv mit Blende 1.2 in der Tasche, aber das nütz­te sel­ten was, denn bei meh­re­ren Personen im Bild hät­te die Blende 1,2 schnell dafür gesorgt, dass min­des­tens eins der Models zu unscharf gewe­sen wäre. Der Tresen ließ sich auch nicht nach vor­ne ver­schie­ben und so muss­te ich einen Kompromiss schließen.

Damit ich trotz glei­cher Location und Models etwas Neues hin­zu­fü­ge, habe ich dies­mal am Ende der Fotosession kur­zer­hand die Kamera aufs Stativ gestellt, eine sehr offe­ne Blende gewählt und die Models gebe­ten, kur­ze Beratungssituationen zu mimen:

So bekam ich ca. 15 nutz­ba­re kur­ze Videoclips. Da nur ein Reflektor und das vor­han­de­ne Licht genutzt wur­de, sind die Videoaufnahmen garan­tiert ver­bes­se­rungs­fä­hig, aber für die zusätz­li­che hal­be Stunde hat sich der Aufwand finan­zi­ell gelohnt.

Was sagt ihr zu den Fotos? Wie hät­tet ihr die Videos verbessert?

Making-​Of: Supermarkt-​Stockfoto-​Shooting aus der Sicht eines Fotoassistenten

Meine Erfahrungsberichte von Shootings schei­nen recht beliebt zu sein. Heute gibt es aber mal einen Erfahrungsbericht der ande­ren Art, da ich den Fotoassistent mei­nes letz­ten Shootings gefragt habe, ob er nicht mal ein Shooting aus sei­ner Schild schil­dern will. Los geht’s:

Mein Name ist Markus Mainka und ich woh­ne in der Nähe von Stuttgart. Ich bin gelern­ter Verkehrsplaner und eines mei­ner Hobbys ist schon seit vie­len Jahren Planespotting bzw. die Flugzeugfotografie. Meine Bilder kann man unter ande­rem hier betrach­ten. In den letz­ten Monaten habe ich auch ver­mehrt Fotos bei Microstock-​Agenturen (vor allem Reise- und Food-​Bilder) hoch­ge­la­den. Da die Anforderungen dort sich jedoch erheb­lich von der Flugzeugfotografie unter­schei­den und ich mich auch an die People-​Fotografie wagen will, habe ich Robert gefragt, ob ich ihm bei einem sei­ner Shootings assis­tie­ren darf, um einen Einblick in sei­ne Arbeitsweise zu erhal­ten. Vor eini­gen Wochen war sei­ne Assistentin ver­hin­dert und so sprang ich kurz­fris­tig ein.

Die Location

Thema des Shootings war „Supermarkt“ und der Treffpunkt war um 6:30 Uhr vor einer bekann­ten Kölner Supermarktkette und zwar an einem Wochentag, so dass nor­ma­ler Kundenverkehr herr­schen wür­de und wir den Supermarkt somit nicht für uns allei­ne hat­ten, was aber erstaun­li­cher­wei­se nur weni­ge Probleme mit sich brach­te. Der frü­he Beginn war wich­tig, da unter der Woche mor­gens noch kein gro­ßer Andrang herrsch­te. Vor allem am spä­ten Vormittag wur­de es jedoch spür­bar lebhafter.

Obwohl der Supermarkt sehr zen­tral liegt, ist er recht groß­zü­gig ange­legt, mit Treppen, die ins unte­re Geschoss füh­ren, so dass sich die Kunden eini­ger­ma­ßen ver­teilt haben. Vor allem der Eingangsbereich mit der Obst- und Gemüseabteilung bot sehr viel Platz zwi­schen den Regalen. So konn­te man die Ausrüstung auf­stel­len und die Kunden konn­ten den­noch pro­blem­los an uns vor­bei­kom­men. Zudem gab es eine Drogerieabteilung, die auch in ande­ren Märkten nor­ma­ler­wei­se eher weni­ger fre­quen­tiert wird. Hier konn­te man Bilder vor hohen Regalen schießen.

Die Teilnehmer

Am Shooting nah­men ins­ge­samt vier Models teil, wobei Robert mit zwei von ihnen bereits zusam­men­ge­ar­bei­tet hat und ich sie von sei­nen frü­he­ren Bildern kann­te. Mehr waren nicht nötig und bei den meis­ten Einstellungen kamen ohne­hin nur jeweils zwei Models zum Einsatz. Lediglich bei den Bildern an der Kasse (Warteschlange) sind alle vier gleich­zei­tig zu sehen. Zudem war ein Art Director anwe­send. Die Filialleitung erlaub­te uns, den Mitarbeiterraum mit­zu­be­nut­zen, so dass wir das nicht benö­tig­te Equipment dort las­sen konn­ten. Außerdem konn­ten sich die Models dort umzie­hen. Bevor es los­ging, wur­de die von den Models mit­ge­brach­te Kleidung für das Shooting aus­ge­wählt und der Körperschmuck abgelegt.

Was mir sofort auf­fiel, war die Professionalität der Models, obwohl für alle das Modeln nur ein Hobby ist und sie haupt­be­ruf­lich einer ande­ren Beschäftigung nach­ge­hen bzw. stu­die­ren. So war es für sie kein Problem, auf Ansage zu lächeln oder eine ande­re Anweisung von Robert zu befol­gen. Dadurch ver­lief das Shooting recht zügig und der Spaß kam den­noch nicht zu kurz.

Der Ablauf

Nach dem Aufbau der Ausrüstung und dem Umziehen der Models ging es direkt in den Verkaufsraum, wo wir nach dem Einstellen des Lichts und des Weißabgleichs sofort los­leg­ten. Da – wie erwähnt – die Räumlichkeiten recht groß­zü­gig waren, gab es kaum Probleme mit dem nor­ma­len Kundenbetrieb. Und wenn ein Kunde doch mal genau dahin muss­te, wo wir gera­de stan­den, war es auch kein Problem, das Shooting für ein paar Sekunden zu unter­bre­chen: der Supermarktkunde hat natür­lich immer Vorrang vor unse­rem Shooting!

Ich hät­te erwar­tet, dass uns mehr Einkäufer anspre­chen wür­den, was wir da tun wür­den oder uns von wei­tem beob­ach­ten wür­den. Doch die meis­ten haben uns kaum beach­tet, was sicher­lich dar­an lag, dass sie ledig­lich schnell ihre Einkäufe erle­di­gen woll­ten oder weil in der Medienstadt Köln Film- und Fotoaufnahmen kei­ne Seltenheit sind. Ich bin mir sicher, dass dies in Stuttgart anders sein würde.

Als der Kundenstrom es zuließ, haben wir eini­ge Szenen an der Kasse geschos­sen. Auch wenn es bei Stockbildern immer sehr schwie­rig ist, es vor­her ein­zu­schät­zen, so mei­ne ich, dass die­se Fotos sich am bes­ten vom gan­zen Shooting ver­kau­fen wer­den (zusam­men mit dem Foto, das einen Marktleiter sym­bo­li­sie­ren soll). Lustigerweise dach­ten eini­ge Kunden, dass die­se Kasse tat­säch­lich geöff­net war und stell­ten sich hin­ten an, obwohl eigent­lich offen­sicht­lich war, dass wir dort unse­re Fotos schie­ßen. Manche lie­ßen sich selbst nach einem Hinweis nicht davon abbrin­gen, wei­ter in der künst­li­chen Schlange zu stehen.

Ohne Pause haben wir eine Szene nach der ande­ren bis kurz vor 13 Uhr umge­setzt. Anschließend wur­de der Papierkram (Model- und Property-​Releases) erle­digt und die Models beka­men ihr Honorar.

Die Requisiten

Es gab nur weni­ge Requisiten, die spe­zi­ell für die­ses Shooting besorgt wur­den. Im Prinzip waren es ledig­lich die roten Kittel, die zum Einsatz kamen und eine Schiefertafel. Alle ande­ren hat­ten wir sowie­so zur Hand, wie zum Beispiel Smartphones oder Geldscheine und EC-Karten.

Die Ausrüstung

Es kam wie­der die bewähr­te mobi­le Ausrüstung von Robert zum Einsatz, die er zum Beispiel im Beitrag zum Universität-​Shooting beschrieb. Abweichend davon wur­den die Fotos jedoch mit der neu­en Canon 5D Mark III* geschos­sen. Zudem wur­de für man­che Bilder das 50mm f1.8 Festbrennweiten-​Objektiv* benutzt.

Der Einsatz des Canon Speedlite 580 EX II-​Blitzes* an der gro­ßen Lastolite Ezybox* sorg­te für einen mini­ma­len Platzbedarf und erspar­te uns die Suche nach einer Steckdose bei einem Locationwechsel. Hätten wir Studioblitze mit Netzanschluss benutzt, so bestün­de zudem die Gefahr, dass Kunden über die Kabel stol­pern. Von der ande­ren Seite wur­den die Models mit dem Mini-​Reflektor* von California Sunbounce auf­ge­hellt. Zudem war selbst­ver­ständ­lich die Deckenbeleuchtung des Supermarktes eingeschaltet.

Die gera­de geschos­se­nen Bilder wur­den an ein iPad* gesen­det. So konn­te man in Sekundenschnelle das Foto in gro­ßer Auflösung betrach­ten, die Schärfe kon­trol­lie­ren und mög­li­che Fehler erken­nen bzw. Verbesserungspotentiale sofort umsetzen.

Die Nachbereitung

Den größ­ten Zeitaufwand wird wohl die Retusche der Markennamen und geschütz­ten Logos in Anspruch neh­men – weni­ger in der Gemüseabteilung, dafür mehr bei den Drogeriefotos, auch wenn sich Robert durch die stark geöff­ne­te Blende viel Retuschearbeit erspart hat. Im Bereich der Kasse gab es viel groß­for­ma­ti­ge Werbung mit dem Logo des Marktes.

Das Fazit

Insgesamt hat Robert 800 bis 900 Fotos geschos­sen, von denen wohl so um die 100 in die ver­schie­de­nen Agenturen hoch­ge­la­den wer­den. Ich war erstaunt, wie man mit letzt­end­lich ein­fa­chen Mitteln erstaun­li­che Ergebnisse ablie­fern kann. Doch in mei­nen Augen ist eigent­lich nicht nur das Technische oder das Shooting-​Thema haupt­säch­lich für den Erfolg ver­ant­wort­lich, son­dern es sind auch die Models. Wenn man Roberts Fotos von vor ein paar Jahren mit den heu­ti­gen ver­gleicht, so kann man – mei­ne ich – auch eine deut­li­che Entwicklung bei der Auswahl der Models fest­stel­len und die­ser Eindruck hat sich vor Ort bestä­tigt. Bei der gro­ßen Auswahl an ähn­li­chen Motiven in den Datenbanken der Agenturen ent­schei­det wohl oft die Ausstrahlung eines Models dar­über, war­um sich ein Kunde für ein bestimm­tes Foto entscheidet.

[Kleine Ergänzung von Robert: Die fer­ti­gen Bilder gibt es ent­we­der ein­zeln über Westend61 zu kau­fen oder gebün­delt auf der VCD „At The Supermarket“.]

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Wie berei­tet ihr euch auf gro­ße Shooting vor?

Seniorin und Best Ager Model zusammen auf Stockfotos

Manchmal soll­te man als Fotograf auch auf sei­ne Models hören.

Ich woll­te mal wie­der eine Fotosession mit Niki, einem mei­ner liebs­ten Seniorenmodels machen, war mir aber nicht sicher, wel­ches Thema ich umset­zen woll­te. Ich hat­te mir ihr schon ein Paarshooting, ein Fitness-​Shooting und ein Oma-​Enkelin-​Shooting gemacht. Da schlug Niki vor, wir könn­ten doch ein „Mutter-Tochter“-Shooting mit ihr und Renate machen, eine der Models, die auch beim Fitness-​Shooting dabei war und mit die ich eben­falls schon zwei Mal foto­gra­fiert hatte.

Das war eine gute Idee und ich bin froh, dass ich Nikis Vorschlag umset­zen konn­te. Die meis­ten Familienfotos sind ja „Vater, Mutter und klei­nes Kind“, even­tu­ell noch ein Hund oder eine Katze dazu, aber eine Seniorin mit ihrer mitt­ler­wei­le erwach­se­nen Tochter ist deut­lich sel­te­ner in Bildagenturen zu finden.

Das Alter scheint jedoch nur äußer­lich zu sein: Ich wuß­te schon durch das Shooting im Fitnesscenter, dass sich bei­de sehr gut ver­ste­hen und deren zwei­ten Shooting zusam­men, gacker­ten bei­den her­um wie puber­tie­ren­de Hühner, sodaß ich dach­te, ich sei in eine Grundschule gera­ten und muss­te ab und zu die bei­den Models zur Besinnung rufen, damit wir auch eini­ge erns­te­re Themen foto­gra­fie­ren konnten.

Für die­ses Foto einer ohn­mäch­ti­gen Seniorin mit hilfs­be­rei­ter Passantin habe ich im Internet extra eine Anleitung für die sta­bi­le Seitenlage raus­ge­sucht, denn trotz Erster-​Hilfe-​Kurs bei der Führerscheinprüfung ver­blasst die­ses Wissen ja oft. Deshalb kurz als Erinnerung: Alle paar Jahre soll­te sich jeder eine Auffrischung gön­nen, die­se Kurse sind mit 20–40 Euro nicht teu­er und kön­nen Leben retten.

Eine ande­re inter­es­san­te Beobachtung: Mit mei­ner Lieblingsrequisite, dem nied­li­chen Sparschwein, habe ich mitt­ler­wei­le sovie­le Fotos gemacht, dass ich mal etwas aus­pro­bie­ren konn­te. Früher zu Macrostockzeiten gal­ten schon Bilder mit einem ein­far­big grau­en Hintergrund als Freisteller, wäh­rend heu­te Microstockagenturen nur Fotos mit kom­plett wei­ßem Hintergrund als Freisteller akzep­tie­ren.  Auch Amir Kaljikovic* ver­tritt den Standpunkt, dass hell­grau sich meist bes­ser ver­kau­fe als weiß. Nun, zumin­dest bei die­sem Bild kann ich nach einem Jahr sagen: Bisher null Verkäufe sowohl bei Fotolia als auch Shutterstock über­zeu­gen mich nicht von die­ser These.

Viel bes­ser hin­ge­gen ver­kauft sich das Foto der bei­den fit­ten Frauen mit Hanteln beim Sport und da habe ich sogar mal zwei Belegexemplare zum Zeigen:

Interessanterweise haben bei­de Grafiker die Fotos ers­tens gespie­gelt, viel­leicht, weil die Anordnung mit der grö­ße­ren Person rechts ange­neh­mer wirkt und zwei­tens wirk­lich wegen des wei­ßen Hintergrunds gekauft, der es ermög­licht, das Foto leicht mit einem ande­ren Hintergrund zu ver­se­hen oder für eine Fotomontage zu verwenden.

Manchmal wer­de ich gefragt, wie ich es schaf­fe, mei­ne Models zum Lachen zu brin­gen. Ganz ein­fach: Indem ich mich selbst zum Klops mache. Diesmal sogar mit foto­gra­fi­schem Beweis. Und das Beste: Das Foto ver­kauft sich sogar!

Was sagt ihr zu den Fotos?

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Erste Ergebnisse vom „Hotel Fotolia“-Workshop (+ Behind-The-Scenes)

Vor ca. drei Wochen hat­te die Bildagentur Fotolia* ihren drit­ten Workshop ver­an­stal­tet. Nach einem Tag mit Yuri Arcurs 2009 und einem Fußball-​Shooting 2010 folg­te dies­mal das „Hotel Fotolia“.

Die vier FotografInnen Franz Pfluegl, Amir Kaljikovic, Diana Drubig und mei­ne Wenigkeit führ­ten 25 Teilnehmer durch vier Sets im Berliner Hotel Bogota. Das Licht hat­ten wir rela­tiv sim­pel ein­ge­rich­tet, mal nur indi­rek­te Beleuchtung, mal eine Softbox-​Klammer oder Beauty-​Dish von oben vor wei­ßem Hintergrund. Das hat­te den Vorteil, dass die Models sich auch etwas bewe­gen konn­ten, ohne gleich „aus dem Licht“ zu sein und die Fotografen sich mehr auf ihre Motive kon­zen­trie­ren konnten.

Für uns als Trainer war die gro­ße Herausforderung, den Spagat zwi­schen schon erfah­re­ne­ren Teilnehmern und blu­ti­gen Anfängern zu fin­den und ich hof­fe, ich habe es halb­wegs gemeistert.

Von Fotolia gibt es jetzt ein schö­nes Behind-​The-​Scenes-​Video, wel­che die Eindrücke des Tages gut zusammenfasst:

Ich selbst habe auch eini­ge Eindrücke neben­bei festgehalten:

Hier die Trainerin Diana Drubig beim Testen:

Ihr fer­ti­ges Foto hier (wenn ihr auf den Link unter dem Bild klickt, kommt ihr zur Detailseite bei Fotolia):

© Diana Drubig /​ Fotolia*

Aber auch die ande­ren Trainer und Fotografen haben schö­ne Ergebnisse abge­lie­fert. Hier mal eine Auswahl der Fotografen, von denen ich schon Fotos online gefun­den habe.

Zuerst die Trainer…

© Amir Kaljikovic /​ Fotolia*
© Franz Pfluegl /​ Fotolia*
© Robert Kneschke /​ Fotolia*

Und hier die Teilnehmer…

© Picture-​Factory /​ Fotolia*
© Picture-​Factory /​ Fotolia*
© Ingo Bartussek /​ Fotolia*
© F. Schmidt /​ Fotolia*
© foto­ge­sto­eber /​ Fotolia*
© Doris Oberfrank-​List /​ Fotolia*
© Doris Oberfrank-​List /​ Fotolia*
© Claudia Paulussen /​ Fotolia*
© mahey /​ Fotolia*
© Gerhard Seybert /​ Fotolia*
© pho­kra­tes /​ Fotolia*

Im Anschluss an die Fotoshootings gab es vom DOCMA-Chefredakteur Christoph Kühne und sei­nem Kollegen Olaf Giermann Tipps zur RAW-​Bearbeitung. Wir vier Trainer zeig­ten auch exem­pla­risch je eins unse­rer Bilder. Was mich da erstaun­te, war, dass wir ers­tens rela­tiv ähn­li­che Histogramme in unse­ren Bildern hat­ten und zwei­tens auch sehr ähn­li­che Herangehensweisen bei der RAW-​Entwicklung haben.

Im Gegenzug erstaun­te mich, dass – wie es bei der Bildauswahl oben ansatz­wei­se zu sehen ist – die ver­schie­de­nen Teilnehmer trotz iden­ti­scher Licht-​Setups trotz­dem durch die Bildbearbeitung sehr ver­schie­de­ne Looks erzielten.

Welches Bild ist Euer Favorit und warum?

An die ande­ren Teilnehmer: Ihr dürft ger­ne die Links zu euren Ergebnissen in den Kommentaren posten.

Update 02.07.2012: Hier ist eine Übersicht aller bis­her hoch­ge­la­de­nen Fotos vom Workshop.


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Making-​Of eines Stock-​Fotoshootings in Universität

Wie genau ent­ste­hen Stockfotos? Heute will ich euch wie­der einen Einblick geben in die Arbeit, die hin­ter der Produktion einer Bildstrecke steht.


Die Idee

Um als Stockfotograf erfolg­reich zu sein, gehört eine genaue Analyse des Marktes. Welche Motive ver­kau­fen sich gut, wel­che Bilder ver­kau­fe ich am meis­ten? Da mein Shooting in einer Uni-​Bibliothek vor ca. drei Jahren sehr gut lief, ent­schied ich mich, ein ähn­li­ches Shooting anzu­ge­hen, dies­mal jedoch nicht in der Bibliothek, son­dern in den Unterrichtsräumen einer Uni.


Die Location

Okay, eine Uni oder etwas ver­gleich­ba­res soll­te es sein. Ich such­te mir im Internet raus, wel­che Institutionen im Großraum Köln dafür in Frage kämen. Diese kon­tak­tier­te ich tele­fo­nisch und stell­te mei­ne Idee kurz vor. Einige lehn­ten direkt ab, mit ande­ren traf ich mich zu einem direk­ten Gespräch. Die Uni, mit der ich mich letzt­end­lich einig wur­de, hat­te Häuser an ver­schie­de­nen Standorten, die ich bei einem zwei­ten Termin zusam­men mit einem Uni-​Mitarbeiter besuch­te, um zu ent­schei­den, wel­che Räume für das Shooting am bes­ten geeig­net wären. Ich ent­schied mich für einen Raum im obers­ten Stockwerk in einer ehe­ma­li­gen Altbau-​Schule. Dieser hat­te den Vorteil, dass die Räume und Fenster einer­seits hoch und dadurch der Raum schön hell war, ande­rer­seits gab es einen sehr foto­ge­nen Flur mit brei­ter Treppe, den ich eben­falls für Fotos nut­zen konnte.


Die Models

Mir war klar, dass ich für ein Uni-​Shooting vie­le Leute bräuch­te. Sonst sähe der Raum schnell zu leer aus und die Fotos wür­den nicht glaub­haft wir­ken. Außerdem woll­te ich ver­su­chen, nicht nur euro­päi­sche Models aus­zu­wäh­len, son­dern einen mul­ti­kul­tu­rel­len Look zu bekom­men. Ich ent­schied mich dafür, zehn Models zu buchen. Neun Studierende und eine älte­re Person, die den Lehrer oder Dozenten mimen soll­te. Das gestal­te­te sich sogar viel schwie­ri­ger als die jun­gen Personen zu fin­den. Fünf der ein­ge­la­de­nen Models waren Leute, mit denen ich schon ein Shooting gemacht hat­te. Das soll­te das Risiko mini­mie­ren, dass zu vie­le Models kurz­fris­tig absprin­gen. Letztendlich hat nur ein Model krank­heits­be­dingt abge­sagt, was aber bei der Menge der Models mit ein­kal­ku­liert war.

Die Requisiten

Für die Auswahl der Requisiten habe ich mir vor­her vie­le ande­re Uni-​Fotos ange­schaut, um zu sehen, was benö­tigt wird. Hauptsächlich waren das Hefte, Hefter, Stifte, Laptops und Handys. Die Schreibwaren kauf­te ich vor­her ein, ent­fern­te etwai­ge Logos und Text, die Stifte nahm ich aus mei­nem Requisitenschrank und für die Laptops und Handys bat ich die Models, ihre Geräte mit­zu­brin­gen, wenn vor­han­den. Außerdem war die Universität so freund­lich, mir eini­ge hip­pe Apple-​Geräte aus dem Rechenzentrum aus­zu­lei­hen, die ich in den Hintergrund stel­len konn­te. Das war übrigs­ens der anstren­gends­te Teil des gesam­ten Shootings: Die Transportkisten mit drei Rechnern drei Stockwerke hoch in unse­ren Raum zu schleppen.


Die Technik

Für das Shooting kam eine sehr mobi­le Variante mei­nes Equipments zum Einsatz. Als Kamera wie immer die Canon 5D Mark II, dazu zur Hälfte das 24–70mm f2.8 Objektiv* und zur ande­ren Hälfte die 85mm f1.2 Festbrennweite. Neben dem Tageslicht von drau­ßen sorg­te ein Canon Speedlite 580 EX II-​Blitz* an der gro­ßen Lastolite Ezybox* für Aufhellung, manch­mal auch oder statt­des­sen der California Sunbounce Mini*-Reflektor. Der Blitz wur­de draht­los mit den PocketWizard MiniTT1-Funkauslösern* gezün­det und um die Gefahr von Verwacklungen zu redu­zie­ren, kam mein Manfrotto Monopod* zum Tragen.


Das Shooting

Das Shooting selbst wur­de für 10 Uhr ange­setzt, ich war schon ab 9 Uhr vor Ort, um zusam­men mit mei­ner Assistentin des Tages, der hilf­rei­chen Gabi WehZet (die in ihrem Blog sicher auch bald was über das Shooting schrei­ben wird), das Licht auf­zu­bau­en und die Geräte nach oben zu wuch­ten. Gabi war übri­gens auch so nett, eini­ge Making-​of-​Fotos zu machen, die hier im Artikel ein­ge­streut sind. Kurz vor zehn Uhr tru­del­ten die ers­ten Models ein, die einen eige­nen Raum für ihre Sachen und zum Umziehen beka­men. Ich ließ mir die mit­ge­brach­te Kleidung jeweils kurz zei­gen und such­te mir etwas aus, damit die Farben ins­ge­samt gut zusam­men passten.


Ca. 10:15 Uhr begann ich mit den ers­ten Models zu foto­gra­fie­ren, wäh­rend die letz­ten nach am Umziehen waren. Am zeit­auf­wän­digs­ten waren die Anweisungen an die Models. Wenn fünf oder mehr Leute im Bild sind, muss­te ich den Personen nach­ein­an­der ihre Kommandos geben oder Rollen zuwei­sen (wie „flüs­te­re bit­te mal mit Deinem Banknachbarn“) und gleich­zei­tig dar­auf ach­ten, dass am Schluss das ers­te Model eben­falls immer noch rich­tig posier­te. Außerdem setz­te ich die Models stän­dig um, damit ich mög­lichst vie­le Varianten auf den Bildern haben konnte.


Der Dozent kam auf den Fotos weni­ger zum Einsatz als ursprüng­lich geplant, aber ich hat­te Glück, denn er muss in sei­nem Hauptberuf vie­le Präsentationen hal­ten und des­halb konn­te er, auch wenn er mal nicht im Bild war, mit sei­nem Vortrag die Blicke der Studenten auf sich len­ken, damit die Bilder natür­li­cher wirk­ten. Alle jun­gen Models, die nicht im Vordergrund waren, wur­den auf Plätze im Hintergrund ver­teilt, damit der Raum vol­ler wirkt.


Mittags gab es eine Pizza-​Pause mit Cola und fünf Pizzen vom Lieferdienst, danach soll­ten die meis­ten Models einen Kleidungswechsel machen und wei­ter ging es mit Fotos im Treppenhaus. Das war jedoch dunk­ler als gedacht, wes­halb wir dann ca. 14:30 Uhr das Shooting been­de­ten und mit dem Abbauen begannen.


Die Nachbearbeitung

Am Ende des Tages hat­te ich 350 Fotos auf mei­ner Speicherkarte, von denen ich ca. 115 für die Bildagenturen aus­wähl­te. Bearbeitet wur­den die Bilder nur mini­mal, der Hauptteil bestand aus einer Anpassung von Sättigung, Helligkeit und Kontrast, der Rest war Retusche von den Logos und Markennamen auf den Computern.


Das Ergebnis

Das Shooting ist seit einem guten hal­ben Jahr bei den Bildagenturen zum Verkauf und hat ins­ge­samt schon über 6000 Downloads erzielt. Die Verkäufe setz­ten vor allem nach ca. zwei Monaten ein, vor­her dach­te ich fast, die Bilder wür­de nie­mand haben wol­len. Aber es brauch­te sei­ne Zeit, bis sich die Bestseller her­aus­kris­tal­li­sier­ten, die jetzt meh­re­re hun­dert Downloads haben.

Was sagt ihr zu den Fotos? Wie wür­det ihr so ein Shooting umsetzen?

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