Alle Beiträge von Robert Kneschke

Vorbildliches Paarshooting

Vor ca. zwei Wochen hat­te ich ein jun­ges Paar (Dimitra Vlahou und Kosta Lales) im Studio für eine Fotoproduktion, bei der vie­les vor­bild­lich lief: Wir hat­ten eine per­sön­li­che Vorbesprechung, bei der wir auch eine Liste erstell­ten mit den benö­tig­ten Requisiten, die wir auf­teil­ten, um sie zu besor­gen.

Die Verspätung von einer Viertelstunde sag­ten sie recht­zei­tig per Handy durch und kamen dann mit 6–7 Pappkartons voll Wechselkleidung und Requisiten an und hat­ten zu eini­gen Themen auch kon­kre­te Ideen, wie sie sich Fotos wün­schen wür­den. Auch wenn wir nicht alles umset­zen konn­ten und trotz umfang­rei­cher Requisiten etwas impro­vi­sie­ren muss­ten, war es ein gelun­ge­nes Shooting.

Nutzungsrechte an den Fotos kön­nen wie üblich über mei­ne Foto‐Agenturen erwor­ben wer­den. Aufträge für die Models lei­te ich ger­ne wei­ter.

Datensicherung: Lieber zuviel als zuwenig

In den letz­ten Tagen habe ich ca. 100 Gigabyte Rohmaterial (also unbe­ar­bei­te­te Fotos) mei­ner Kamera auf DVD gebrannt.

Damit habe ich end­lich wie­der mei­nen inter­nen Standard wie­der­her­ge­stellt, nach dem ich alle wich­ti­gen Fotodaten min­des­tens drei Mal gespei­chert haben müs­se.
Als wich­ti­ge Fotodaten gel­ten bei mir:
– das Rohmaterial (die unbe­ar­bei­te­ten Fotos aus der Kamera als RAW und Vorschau‐JPG)
– die bear­bei­te­ten Fotos gross (als 48‐Bit, unkom­pri­mier­tes TIFF, AdobeRGB)
– die bear­bei­te­ten Fotos für die Agenturen (als 24‐Bit, unkom­pri­mier­tes JPG, Adobe RGB)
– Verträge (Model‐Releases, Property Releases, Agentur‐Verträge)

Ich spei­che­re die­se Daten wie folgt:
– auf Marken‐DVDs sor­tiert, mit der lang­sams­ten Brenngeschwindigkeit (bei mir 4x)
– auf zwei exter­ne Laufwerke (je 500 GB‐Festplatten von Seagate mit pas­siv gekühl­tem Gehäuse), das sind mitt­ler­wei­le ca. drei Terrabyte.

Die Agentur‐DVDs und Veträge habe ich zusätz­lich noch auf mei­ner inter­nen Festplatte und natür­lich im Internet bei mei­nen Agenturen.

Eins der zwei iden­ti­schen Laufwerke wird, wenn es voll ist, an einem ande­ren Ort als die ande­re Festplatte auf­be­wahrt, sodaß die Daten auch im Falle eines Diebstahls oder Feuers gesi­chert sind.

Somit sind die aller­wich­tigs­ten Daten fünf Mal gesi­chert, die rest­li­chen Fotodaten drei Mal. Da die Sicherung nicht auto­ma­tisch, son­dern per Hand erfolgt, ist das System lei­der noch nicht feh­ler­frei. Aber immer­hin siche­rer als das vie­ler ande­rer, die Daten höchs­tens zwei Mal spei­chern. Die Faustregel von Datensicherung-Gurus liebt bei min­des­tens vier Sicherungen. Ich kann mich also noch ver­bes­sern.

Wie sichert ihr Eure Daten?

Zurück in die Zwanziger Jahre

Das Projekt ist etwas älter, aber trotz­dem sehr sehens­wert. Zwei Schülerinnen der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW Berlin) im Fach Bekleidungstechnik beka­men fei­ne Stoffe vor­ge­legt und soll­ten Kleidung unter dem Motto „Romantic meets Functional“ ent­wer­fen.

Sie ent­schie­den sich für Kleidung, die durch das Berlin der 20er Jahre inspi­riert ist. Meine Aufgabe war es, die Kleidung pas­send foto­gra­fisch umzu­set­zen. Es bot sich die Admiralsbrücke in Berlin‐Kreuzberg an im Sommer an.

Fotografiert wur­de mit der Canon EOS 5D und 50mm 1.8 II-Festbrennweite von Canon, nur mit Tageslicht. Die Fotos wur­den erst „nor­mal“ retu­schiert, danach alles ent­fernt, was nicht in den 20er Jahren vor­han­den war, z.B. Graffiti an der Brückenmauer oder Tesa‐Film an der Laterne. Schließlich wur­den die Bilder in Photoshop (von Benjamin Hupfer) so bear­bei­tet, dass sie wie „ech­te“ Fotos aus den Zwanziger Jahren wir­ken.

Hier eini­ge Ergebnisse:

Deutschsprachige Foto‐Blogs

In den USA gibt es eini­ge her­vor­ra­gen­de Blogs, die auch von Berufsfotografen bzw. Fotoproduzenten geschrie­ben wer­den. Im deutsch­spra­chi­gen Raum gibt es eher weni­ger. Unter ande­rem des­halb sucht Martin Gommel in sei­nem Foto‐Blog ande­re ver­wand­te Blogs und stellt eini­ge Fragen, die ich eben­falls beant­wor­ten will.

  • Wie wie lan­ge schreibst Du schon über Fotografie?
    Ich schrei­be seit meh­re­ren Jahren für Zeitungen, Zeitschriften und Musikmagazine, mein Foto‐Blog „Alltag eines Fotoproduzenten“ ist jedoch mit knapp zwei Monaten noch sehr jung.
  • Über wel­che Themen der Fotografie schreibst Du am liebs­ten?
    „In mei­nem Blog geht es ganz klar um kom­mer­zi­el­le Fotografie, spe­zi­ell die Stockfotografie und alles was dazu gehört: Die Auswahl der Models, die pas­sen­de Ausrüstung, die geeig­ne­ten Motive, Rechtliches, die Vermarktung etc.
  • Wieviele Artikel ver­öf­fent­lichst Du pro Woche?
    Bisher waren es ca. zwei bis drei Einträge pro Woche, es soll­te sich aber bei ca. einem bis zwei pro Woche ein­pen­deln.
  • Bist Du selbst Hobby‐ oder Berufsfotograf?
    „Ich fing 1995 als Hobby‐Fotograf an und habe dann ganz klas­sisch mein Hobby zum Beruf gemacht – mit dem Ergebnis, dass ich nun viel weni­ger foto­gra­fie­re als vor­her, da ich mich auch um Buchhaltung, Organisation, Datensicherung, Marketing, Vertriebswege etc. küm­mern muß.“
  • Welchen Artikel wür­dest Du als Deinen belieb­tes­ten ein­schät­zen?
    Es gibt bis­her nur wenig Texte bei mir, des­halb ist die Aussage kaum reprä­sen­ta­tiv, bis­her wird aber die Übersicht über mei­ne Ausrüstung am meis­ten gele­sen.
  • Welchen deut­schen Fotografieblog wür­dest Du (aus­ser Deinem eige­nen) emp­feh­len?
    Blogs, die sich auch mit Berufsfotografie beschäf­ti­gen und die ich abon­niert habe, sind z.B. Zoomfeed oder der Studio‐Blog, dazu lese ich pri­va­te Fotoblogs wie foto­grafr oder US‐Blogs wie Ron Shoots oder Selling Stock.

Keine Angst, häßlich zu sein“

Bei der gest­ri­gen Folge der Sendung „Germany’s Next Topmodel“ hat die Kandidatin Wanda beim Casting für einen Werbefilm eini­ge sehr wah­re Sätze gesagt:

Auch kei­ne Angst haben, häß­lich zu sein. Einfach zu zei­gen, hey, wenn ich wütend bin, wenn ich aus­ras­te, dann sieht man ja nicht unbe­dingt schön aus. […] Man muss echt aus sich raus­ge­hen und mutig sein, ein­fach was zei­gen und kei­ne Scham haben.

Vor allem bei Fotoproduktionen für Stockfotos trifft das beson­ders zu, denn hier müs­sen Emotionen und Bildkonzepte auf den ers­ten Blick erkenn­bar sein. Das geht am ein­fachs­ten durch Übertreibung. Das fühlt sich bei gespiel­ten Emotionen wie Wut, Überraschung oder Begeisterung schnell blöd oder pein­lich an, wird aber durch die Bildsprache des Fotografen wie­der so aus­ge­gli­chen, dass ein gelun­ge­nes Foto ent­steht.

Wer jedoch Hemmungen hat, auch mal so zu posie­ren, dass es viel­leicht däm­lich aus­sieht, ist schnell auf die „niedlich-hübsch-brav“-Fotos beschränkt. Viele Stockfotografen arbei­ten des­halb bevor­zugt mit Schauspielern zusam­men und auch ich habe die Erfahrungen gemacht, dass SchauspielerInnen oder SchauspielschülerInnen am schnells­ten und gelun­gends­ten gewünsch­te Emotionen oder Szenen glaub­haft rüber­brin­gen kön­nen.