Frag den Fotograf: Drei Wege, sich Anzahl der Keywords anzeigen zu lassen

Kürzlich schrieb mir der Leser Frank:

…bis­her habe ich noch kein Programm gefun­den, dass die Schlagworte zählt… Adobe Bridge kann sowas lei­der nicht. Da eini­ge Agenturen die Schlagworte z.B. auf 50 begren­zen, muss da spä­ter müh­se­lig von Hand gekürzt wer­den.
Habe schon eini­ge Zeit im Netz ver­bracht, ohne ein wirk­lich tref­fen­des Ergebnis …wobei ich da bestimmt etwas über­se­hen habe!?“

Angesichts der Wörterbeschränkungen eini­ger Agenturen ist es wirk­lich sinn­voll, schon vor dem Abschicken der Bilder zu wis­sen, wie vie­le Stichwörte man einem Bild beim Verschlagworten zuge­ord­net hat.

Es gibt meh­re­re Möglichkeiten, das zu kon­trol­lie­ren. Einige Wege möch­te ich hier vor­stel­len:

1. Methode: Das kostenlose Tool „Keyword Compare

Dieses Tool zählt nicht nur die Keywords (oben hin­ter „Keyword List One/Two“, son­dern ver­gleicht auch zwei Sets von Keywords mit­ein­an­der und lis­tet die Wörter auf, die im jeweils ande­ren Set feh­len, die iden­tisch sind und fasst bei­de Listen zusam­men.

Profi‐Tipp 1: Wenn man nur eine Liste ver­wen­det, kann das Tool auch benutzt wer­den, um zu kon­trol­lie­ren, ob Keywords dop­pelt in einem Set vor­kom­men: Ist die Wörteranzahl bei „Keyword List One“ und „Keywords Only In List One“ unter­schied­lich, ist die Differenz die Menge der dop­pel­ten Keywords:

Profi‐Tipp 2: Das Tool funk­tio­niert sogar off­line, wenn man sich die HTML‐Datei kom­plett off­line abspei­chert. Dafür im Browser auf „Datei/Seite spei­chern unter…“ gehen und dann bei Dateityp „Webseite, kom­plett“ aus­wäh­len.

2. Methode: Die „Wörter zählen“-Funktion in MS Word oder OpenOffice

Da ich mei­ne Stichwörter ger­ne im Texteditor bear­bei­te, ver­wen­de ich haupt­säch­lich die­se Methode. Sowohl in Microsoft Word als auch in OpenOffice gibt es die Funktion „Wörter zäh­len“.

Auch unten in der Statusleiste wird die aktu­ell ver­wen­de­te (sowie nur die mar­kier­te) Wortanzahl ange­zeigt.

Profi‐Tipp: Da ich manch­mal nicht nur die Wörterzahl, son­dern auch die Zeichenzahl sehen muss, zum Beispiel für die VG Wort, nut­ze ich doch lie­ber die „Wörter zählen“-Funktion. Um nicht jedes Mal im Menü rumkli­cken zu müs­sen, habe ich mir die Funktion als Tastaturkürzel ein­ge­rich­tet. Das könnt ihr (in Office 2016) unter „Datei/Optionen/Menüband anpassen/Registerkarte Überprüfen/Befehle: ExtrasWörterZählen/Neue Tastenkombination“ ein­stel­len.

Ich habe die Tastenkombination „STRG+Leertaste“ gewählt, weil ich wegen Copy&Paste sowie­so mei­nen klei­nen Finger stän­dig auf der STRG‐Taste habe und dann bequem mit dem Daumen auf die Leertaste hau­en kann.

3. Methode: „Keyword Count“-Skript für Adobe Bridge

Ich habe hier schon dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ich ein Freund von Skripten für Adobe Bridge bin, mit denen die Funktionalität der Bridge erwei­tert wer­den kann.

Es gibt eini­ge Anlaufstellen für sol­che Skripte bzw. kann man sich die­se mit etwas JavaScript‐Erfahrung auch selbst pro­gram­mie­ren.
An die­ser Stelle wird auf ein Skript ver­wie­sen, wel­ches beim Hovern über ein Bild in Adobe Bridge die Keyword‐Anzahl anzeigt.

Leider stürz­te dadurch Bridge immer ab, wenn ich über einen Ordner hover­te. Nach einem kur­zen Foren‐Eintrag kam gleich die Hilfe einen ande­ren Foren‐Users, der einen Fix anbot. Hier noch mal die fer­ti­ge JS‐Datei als Rar‐Datei gepackt zum Download, weil die Github‐Links manch­mal ver­schwin­den. Installiert wird die .js‐Datei, indem man in Bridge auf „Bearbeiten/Voreinstellungen/Startskripte/Eigene Startskripte anzei­gen“ geht. Dann öff­net sich ein Ordner, wo die Datei hin­ko­piert wer­den muss. Nun Bridge neu star­ten, die Sicherheitswarnung bestä­ti­gen und der Keyword‐Zähler funk­tio­niert.

Und nur, um euch zu zei­gen, wie cool die­se Skripte (und die Adobe‐Foren) sein kön­nen: Frank woll­te noch eine Möglichkeit, um die Bilder eines Ordners in Bridge nach der Keyword‐Anzahl sor­tie­ren zu kön­nen. Er frag­te hier im Forum und erhielt bald eine Antwort, wo im jemand das Gewünschte pro­gram­mier­te:

Kennt ihr noch wei­te­re Wege, um bequem Keywords zu zäh­len?

7 Gedanken zu „Frag den Fotograf: Drei Wege, sich Anzahl der Keywords anzeigen zu lassen“

  1. Hallo Robert, ich habe immer eine Textgrafik bei Shutterstock, für den Schlagwortgenerator, den ich ger­ne nut­ze. Wenn du dort Deine Schlagworte ein­fügst bekommst du Die Anzahl ange­zeigt und dop­pel­te wer­den auto­ma­tisch gelöscht. Falls die Verschlagwortung eng­lisch ist, wer­den auch Rechtschreibfehler ange­zeigt.

    Viele Grüße Marko

  2. 50 Schlagworte sind ja schon mal eine Hausnummer, sovie­le habe ich ganz sel­ten und wenn ich ehr­lich bin sind 30 davon sowie­so Schrott. Von daher ist das eigent­lich kein Problem. Ich spei­che­re die Stichwörter in PS und füge sie dann in jedes Bild der Serie auto­ma­tisch ein (impor­tie­ren)

  3. Lohnt sich der Verkauf und Zeitaufwand von Stockfotos über­haupt noch?
    Auf Youtube gibt es eini­ge Antworten. Auch die Experten auf Youtube ant­wor­ten mit einem kla­ren NEIN. Auch bei ca. 1000 ein­ge­stell­ten Fotos, haben eini­ge Fotografen nur Einnahmen von ca. 10–30 Euro im Jahr. Und die Einnahmen redu­zie­ren sich immer wei­ter. Auch die People Fotografie wird von den Experten als abbre­chen­der Ast bezeich­net. Denn auch die Modele und das Studio muss bezahlt wer­den.

  4. Noch ein­mal zum Thema Geld ver­die­nen mit Fotos.
    Auf Youtube wird dar­auf hin­ge­wie­sen, das man zum jet­zi­gen Zeitpunkt ca. 1 Million Euro für ein Michael Schumacher Foto bekommt.
    In Gland, Schweiz, Richtung Golfplatz fah­ren. In der ers­ten Rechtskurve sieht man ein rie­si­ges prot­zi­ges weis­ses Tor. Hier ist man rich­tig.

  5. @H. Braun: Die Leute, für die sich People‐Fotografie noch lohnt, haben kaum Zeit, Experten‐Videos auf YouTube ein­zu­stel­len… 🙂 Aber mal im Ernst, was soll ich dazu sagen? Für mich lohnt es sich noch, ob es sich für ande­re lohnt, hängt von vie­len Faktoren ab. Auch die Menge der ein­ge­stell­ten Fotos allein ist kein aus­rei­chen­des Kriterium, es hängt ja auch von der Qualität der Fotos ab. Welche Experten meinst Du denn?

  6. @H. Braun Dazu gibt es schon eini­ge Darstellungen im Netz und in die­sem Blog, in denen mit weit­aus weni­ger Bildern, mehr ver­dient wur­de. Bei 1000 Fotos nur 30 Eur im Jahr. Da läuft etwas gewal­tig schief.

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