Beschleunigung für die Foto‐Entwicklung durch PFixer.Lr (Gastartikel)

Heute gibt als Gastartikel für die Technikfreunde und Lightroom‐Fans unter euch eine Rezension von Daniel Täger.

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Software in den Händen

Als der Computer Anfang der neun­zi­ger Jahre Einzug in die Musikstudios erhielt, wur­de die Bedienung von Bandmaschinen, Effekten und Soundprozessoren wei­test­ge­hend auf die Maus und auf einen viel zu klei­nen, schlecht auf­ge­lös­ten Bildschirm redu­ziert. Zu Beginn nur als „Fernbedienung“ und MIDI‐Sequenzer ein­ge­setzt, über­nahm der Computer mehr und mehr Aufgaben von gro­ßen und teu­ren Geräten im Regieraum. Doch selbst als eini­ge Jahre spä­ter hoch­wer­ti­ge und ernst­haft ein­zu­set­zen­de Plug‐Ins und Algorithmen mit Analogsimulationen von Effekten und Soundprozessoren erschie­nen, war die Bedienung oft nicht intui­tiv, da man „ein­hän­dig“ zum einen nicht so schnell, zum ande­ren nur ein­ge­schränkt wie gewohnt arbei­ten konn­te. Viele Eingriffe und Trial&Error-Operationen erfor­dern nun mal den Einsatz von zwei oder sogar mehr Parametern gleich­zei­tig.

Im Audiobereich mit LogicPro (vor dem Kauf von Apple: Emagic Logic) stell­te die Firma Emagic auf der Musikmesse in Frankfurt 2001, revo­lu­tio­när die LogicControl/MackieControl als eine der ers­ten bezahl­ba­ren Hardwarecontroller für digi­ta­le Audio‐Workstations (DAW) vor. Plötzlich war es wie­der mög­lich, meh­re­re Parameter gleich­zei­tig zu bedie­nen und mit Motorfadern die Software in den Händen zu „füh­len“.

In der Fotografie lief es – zwar eini­ge Jahre spä­ter – doch ganz ähn­lich ab. Wer mit der Zeit ging, ersetz­te sei­ne Dunkelkammer durch den Computer und hat­te schließ­lich eine Maus in der Hand.

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Zugegeben, ich moch­te das Handling der klas­si­schen Maus noch nie und war aus die­sem Grund schon immer auf der Suche nach der bes­ten Alternative dazu. Wenn Wacom sein Intuos4L* schon 10 Jahre frü­her auf den Markt gebracht hät­te, wäre ich an Trackballs, Touchpads, etc. vor­bei gekom­men.

In dem Stift‐Tablet habe ich die bes­te Lösung gefun­den, um den klei­nen schwar­zen Zeiger über den Bildschirm zu fah­ren. Und das aus­nahms­los in jeder Anwendung: Ich besit­ze seit meh­re­ren Jahren kei­ne Maus mehr!

Schaut man sich in der pro­fes­sio­nel­len Broadcast‐ und Film‐Postproduktion um, fin­det man kaum einen Arbeitsplatz, an dem die Maus das Hauptwerkzeug ist.

Am ver­gleich­bars­ten mit der Fotografie ist aus die­sem Bereich das Color‐Grading (die Farbkorrektur). Sie ist sozu­sa­gen der Nachfolger des Kopierwerks, in dem nicht nur das Negativ‐35mm‐Material ent­wi­ckelt wird, son­dern auch der „look“ des Positivfilms gene­riert wird, ganz ähn­lich der Dunkelkammer.

Eines der größ­ten Gradingsysteme hat die Firma Blackmagic Design mit dem DaVinci Resolve* am Markt, mit dem digi­ta­les Film‐RAW‐Material „ent­wi­ckelt“ wird. Aber fes­ter Bestandteil der Software ist das Hardware‐ControlSurface, mit dem die Software voll­stän­dig bedient wer­den kann (abge­se­hen von Beschriftungen etc.).

Mit die­sen gan­zen Hintergedanken war mein ers­ter Versuch, um auch Lightroom etwas „grif­fi­ger“ zu machen, ein iPad* zu kau­fen (tat­säch­lich war das einer Hauptgründe) und mit der App LRPad zu ver­se­hen. Damit hat man schon einen guten Zugriff auf vie­le Parameter von Lightroom.

Die intui­ti­ve Bedienung und der Geschwindigkeitszuwachs waren jedoch sehr begrenzt: Auch am iPad, wel­ches in die­sem Fall zu einem Touchpad mit Hintergrunddisplay wird, sucht man immer wie­der mit den Augen nach der Position und Lage von Reglern und Knöpfen. Jedes Mal den Blick auf das Tablet abzu­len­ken, um die Belichtung um 0,5 zu erhö­hen, dau­ert am Ende sogar län­ger als mit der Maus auf dem glei­chen Bildschirm.

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Die Lösung: PFixer.Lr

Als die zwei­te Speicherkarte voll war und ich wuss­te, dass ich aus die­sem Urlaub nicht mit weni­ger als 1500 Fotos zurück­kom­men wer­de, habe ich mich noch vor Ort wie­der auf eine Workflow‐Optimierungs‐Lösung‐Suche bege­ben.

Und sie­he da: PFixer.Lr kam auf den Plan!

Die recht neue Software (seit 2013 auf dem Markt) von der klei­nen Softwareschmiede Pusher Labs aus Georgia (USA) konn­te auf den ers­ten Blick alles, was ich gesucht habe: voll­stän­di­ge Kontrolle von Lightroom per Hardware‐Controller.

Die Software für OSX (lei­der gibt es momen­tan kei­ne Windows‐Version) ist anfäng­lich dafür ent­wi­ckelt wor­den, um eige­ne Keyboard‐Shortcuts in Lightroom zu defi­nie­ren. Das funk­tio­niert auch sehr gut, wird nur durch die Anschaffung des Controllers fast über­flüs­sig. Grundsätzlich kann die Software jeden MIDI-Control‐Befehl in eine Lightroom‐Aktion umset­zen, sprich jedes MIDI‐fähige Keyboard, Touch‐Controller oder Fader‐Bank lässt sich in Lightroom ein­bin­den.

Der Pusher Labs‐eigene Controller basiert auf einem Behringer BCF‐2000*, wel­cher mir aus dem Audiobereich als ers­ter „low‐budget“ Controller bekannt ist. Für den BCF‐2000 gibt es in der Software als ein­zi­ge Hardware ein vor­de­fi­nier­tes Setup. Pusher Labs ver­treibt im eige­nen Webstore die Software als stand‐alone‐Version (USD 99,99), den Behringer BCF‐2000 mit ange­pass­tem Layout (USD 299,99) und ein Bundle aus bei­dem (USD 369,99).

Im Store fin­det man jedoch recht schnell her­aus, dass Pusher Labs nicht außer­halb der USA ver­sen­det. Für alle non‐citizens gibt es die Möglichkeit, die Software per Seriennummer zu kau­fen und sich das ange­pass­te Overlay ein­zeln zu bestel­len (USD 19,99). Mit einem vor­han­de­nen BCF‐2000, der Software und dem Overlay bekom­men also auch alle ande­ren einen voll­wer­ti­ges PFixer.Lr-Panel!

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Für die­je­ni­gen, die lie­ber mehr Rotary‐Controller und kei­ne Fader haben möch­ten, gibt es auch ein adap­tier­tes Behringer BCR‐2000 mit 24 Drehreglern. Allerdings wird dafür kein ein­zeln bestell­ba­res Overlay ange­bo­ten. Laut Hersteller wird beim BCR auch das BCF‐Overlay benutzt – mit dem Unterschied, dass die drei Zeilen für die Fader‐Beschriftung aus­ein­an­der geschnit­ten und unter die Rotary‐Encoder geklebt wer­den.

Da die Markteinführung des Behringer BCF‐2000 in Deutschland schon eini­ge Jahre her ist, bekommt man es mitt­ler­wei­le für ca. 200 €.

Ich habe mich also für die DIY‐Variante ent­schie­den und die Software sowie das Overlay bestellt. Zurück aus dem Urlaub, war natür­lich noch kei­ne Post aus den USA da. Das hat inklu­si­ve Zollabfertigung (!) für einen A4‐Pappbriefumschlag gute drei Wochen gedau­ert. Trotzdem war ich am nächs­ten Tag im ört­li­chen Musikfachgeschäft, habe einen Behringer BCF‐2000 gekauft und mich ans Basteln gemacht – auf der Homepage von Pusher Labs gibt es ein JPG des Overlays – also Größe anpas­sen, Ausdrucken, Ausschneiden. Das sieht dann am Ende zwar nicht pro­fes­sio­nell aus, aber wenigs­tens konn­te ich schon mal tes­ten.

Mittlerweile ist mein ech­tes Overlay natür­lich da. Wie ich befürch­tet habe, bekommt man für die 20 Dollar einen geplot­te­ten Aufkleber. Immerhin ist das recht ordent­lich gemacht und auch das Aufkleben gestal­te­te sich mehr als ein­fach!

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Die Installation unter OSX 10.8 (OSX 10.7 bis 10.9 sind unter­stützt!) lief auf mei­nem MacPro (MacPro 4,1, 8‐core 2,66GHz, 12GB RAM, Radeon 7950 3GB) und MacBookPro (MBP 5,1, 2,66GHz Core‐Duo, 8GB RAM) wie gewohnt pro­blem­los.

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Funktionsbeschreibung / Erfahrungen

Die Software läuft als klei­ne Autostart‐App und fin­det sich neben der OSX‐Uhr am obe­ren rech­ten Bildschirmrand. Das GUI ist über­sicht­lich und ein­fach gestal­tet, ein­zig die Neuzuweisung von (MIDI-)Parametern könn­te man geschick­ter lösen.

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Nachdem man Lightroom geöff­net hat, merkt PFixer.Lr direkt, dass es etwas zu tun hat und initia­li­siert die Parameter (Bindings). Dieser Vorgang dau­ert ca. 10 Sekunden.

Jetzt kommt die ers­te und ein­zi­ge „Stolperfalle“ des Systems: Befindet man sich im Bibliotheksmodus von Lightroom, pas­siert mit den Motorfadern des BCFs erst ein­mal nichts, die ein­zi­gen funk­ti­ons­tüch­ti­gen Tasten sind „vor­he­ri­ges Foto“ und „nächs­tes Foto“.

Schaltet man in den Entwicklungsmodus von Lightroom (nur dort kom­mu­ni­zie­ren Lightroom und Panel mit­ein­an­der!), hört man zum ers­ten Mal die Motorfader des Controllers. Der syn­chro­ni­siert sich ab dann mehr­mals die Sekunde (in der Software ein­stell­bar) und reagiert auf alles, was man vom Panel an Lightroom schickt und umge­kehrt.

Die Latenz, also die Verzögerung von der Änderung eines Wertes auf der BCF bis zum Reagieren der Regler in Lightroom, ist sehr kurz (eini­ge Millisekunden). Bis sich die Änderung dann auf das Bild aus­wirkt, kommt wie gewohnt auf Bildgröße, CPU und Grafikkarte an. In mei­nem Setup fühlt sich „Ursache‐Wirkung“ jedoch sehr direkt an, auch wenn man zwei oder drei Parameter gleich­zei­tig bewegt (ca. 0,2 Sekunden).

Schaltet man zum nächs­ten Foto, aktua­li­siert sich das Panel umge­hend und die Fader und Rotary‐Controller sprin­gen auf die aktu­el­le Position. Dadurch, dass Behringer bei dem Preis des Controllers kei­ne Penny+Giles oder ALPS Motorfader ver­baut hat, ist dies jedoch mit einem ordent­li­chen Geräuschpegel zu hören. Ich habe manch­mal auch den Eindruck, dass die Fader an das obe­re oder unte­re Ende „schla­gen“, weil sie nicht so genau wis­sen, wo die Schiene endet. Bei gedrück­ter „Learn“-Taste wäh­rend des Einschaltens des Panels kann man die Fader zwar kali­brie­ren, jedoch brach­te das bei mir nur mini­ma­le Besserung.

Tragisch ist die Lautstärke beim Entwickeln von Fotos nicht, aber bei der Vorstellung, den Controller für sei­ne eigent­li­chen Aufgaben in der Musikproduktion zu ver­wen­den, wür­de mich der „Lärmpegel“ wahr­schein­lich ner­ven.

Das 4‐stellige LED‐Display auf dem Panel ist lei­der unbrauch­bar, da es zwar immer den zuletzt benutz­ten Fader oder Rotary in Zahlen aus­drückt, jedoch lei­der in der MIDI‐Value‐Norm von „0–127“. Sprich, wenn der Exposure‐Fader in der Mitte steht, zeigt das Display einen Wert von „63“.

Das Panel ist in meh­re­ren Ebenen auf­ge­baut, um mög­lichst vie­le Funktionen unter­zu­brin­gen: Die 8 Rotary‐Controller sind in 4 Ebenen, umschalt­bar durch 4 Taster rechts, auf­ge­teilt: BASIC, HUE, SAT, LUM/B+W.

Für alle ande­ren Bedienelemente (8 Fader, 16 Tasten) gibt es eben­falls 4 Modi, wobei 4 Taster zum Wechseln der Modi reser­viert sind: BASIC, EDITING, CULLING, PRESETS.

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Beschriftet ist jeder Taster und Fader für BASIC in Weiß, EDITING in Gelb und CULLING hat ein klei­nes Symbol rechts neben dem Taster. Insgesamt kommt man damit dann auf über 200 Lightroom‐Funktionen im direk­ten Zugriff.

Rotary‐Controller BASIC‐Mode:

  • Temperature
  • •Tint
  • •Vibrance
  • •Saturation
  • •Curves (Shadows, Darks, Lights, Highlights)

Wenn man die Rotary‐Controller drückt, hat man die Tools WB, AWB und Autowhite im Direktzugriff. Über die ande­ren 5 Taster scrollt Lightroom direkt zu den Adjustments HUE, SAT, LUM, SATURATION, CURVES und B+W um eine opti­sche Kontrolle zu bekom­men.

Für die ande­ren 3 Modi (HUE, SAT, LUM/B+W) gibt es neben den Drehreglern Farbmarkierungen (Rot, Orange, Gelb, Grün, Cyan, Blau, Lila, Magenta). Im Standard‐Mapping gibt es kei­nen Zugriff auf das HSL‐Toning. Wenn man oft an den HSL‐Farben her­um­schiebt, kann sich jedoch leicht über den „Mapping“-Reiter in der PFixer.Lr-Konfiguration z.B. den B+W-Mode ent­spre­chend anpas­sen.

Die Anordnung und Übersichtlichkeit der Funktionsbelegung ist logisch und nach kur­zer Zeit „blind“ zu bedie­nen.

Über die 8 Fader erreicht man im BASIC‐Mode:

  • Exposure
  • Contrast
  • Blacks
  • Shadows
  • Highlights
  • Whites
  • Clarity
  • Post Vignette

Die Funktion des letz­ten Faders erschien mir im BASIC‐Mode zunächst fehl am Platz, jedoch nut­ze ich ihn (nicht nur, weil er da ist) mitt­ler­wei­le sogar sehr ger­ne zu bestimm­ten Gelegenheiten!

Über die Tasten bekommt man Zugriff auf fol­gen­de Funktionen:

  • ESC, ENTER
  • Copy Setting / Paste Setting
  • Crop‐Tool
  • Reset Image
  • Lock Image
  • Swap Image
  • Match Exposure
  • Sync Setting
  • Select left / Select right

Die „Select-left/right“-Taster sind beson­ders in Kombination „Match‐Exposure“ sehr prak­tisch.

Der EDITING‐Mode benutzt alle Fader für das Feintuning der „Post‐Vignette“ (Midpoint, Roughness, Feather, etc.) und bie­tet über die Taster u.a. Zugriff auf Tools und Funktionen wie SpotTool, GradientTool, AutoMask, VirtualCopy, Edit in PS, Blinkies, Before/After.

Für mich sind in die­sem Modus „Blinkies“ (Über‐ und Unterbelichtungen) und „Before/After“ (der Vorher‐Nachher‐Vergleich) am wich­tigs­ten.

Der CULLING‐Modus belegt die Taster mit den Shortcuts Bewertung, Flags, Farben und Display‐Einblendungen. Die Fader steu­ern die Parameter des Split‐Tonings, also jeweils Hue/Sat für Highlights und Shadows und Balance. Die letz­ten 3 Fader sind mit Grain, Grain‐Size, und Roughness belegt.

Im PRESET‐Mode bekommt man über die Taster Zugriff auf 8 Developement‐Presets und 4 Brush‐Presets von Lightroom. Leider ist die Zuweisung über die PFixer‐Software etwas umständ­lich. Es ist nicht mög­lich, inner­halb des Workflows ein neu­es Preset auf eine Taste zu legen. Man spei­chert wie gewohnt das Preset in Lightroom ab und muss es anschlie­ßend in der PFixer.Lr-Konfiguration einer Taste zuwei­sen. Und dann muss man raten, denn der vier­te Modus hat kei­ne Beschriftungen auf dem Panel!

Ein wei­te­rer Nachteil ist, dass die Presets, die man über die Taster auf­ru­fen will, im Presets‐Fenster sicht­bar und auf­ge­klappt im Hauptfenster sein müs­sen. Ich habe mir mei­ne 8 am häu­figs­ten benutz­ten Presets in den User‐Ordner mit einem Nummer‐Präfix gelegt (01 – Preset, 02 – Preset, usw.)

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Die 4 eben­so frei beleg­ba­ren Brush‐Presets befin­den sich auf die­sen Tasten:

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Unten rechts am Panel befin­den sich MODE‐übergreifend UNDO, pre­vious Setting und vorheriges/nächstes Foto, wobei die letz­ten bei­den wahr­schein­lich die am stärks­ten fre­quen­tier­ten Tasten sind!

Über die Belegung der Taster und Fader lässt sich im Einzelfall zwar strei­ten, aber grund­sätz­lich liegt alles ziem­lich logisch in den Händen. Ansonsten kann man sich immer noch jeden Parameter auf belie­bi­ge Taster oder Fader legen und muss dann selbst das Overlay neu beschrif­ten. Bisher habe ich mir nur den „Before/After“-Knopf in den BASIC‐Modus, also die obers­te Ebene, gelegt.

Damit Initialisierung zwi­schen PFixer.Lr und Lightroom funk­tio­niert, muss Lightroom zwin­gend auf Englisch umge­stellt wer­den. Das war für mich erst stö­rend, da man sich ja schon an eini­ge deut­sche Vokabeln (damals auch fremd) gewöhnt hat, aber nach sehr kur­zer Zeit hat man sich dar­an gewöhnt – zumal ich beim Entwickeln nur noch sel­ten auf die Paramater als viel mehr auf das Bild selbst schaue.

Sollte mal eine Funktion nicht kor­rekt arbei­ten, oder man schal­tet das Panel erst nach dem Öffnen vom Lightroom ein, kann man die Initialisierung über das PFixer.Lr-Menü „Reinitialize Bindings“ wie­der­ho­len.

Seit Version 1.2.2 unter­stützt PFixer.Lr auch Trackpad‐Gesten. Bei gedrück­ter fn‐Taste wird das Trackpad zu 8 (2 Reihen mit jeweils 4) vir­tu­el­len Fadern, die mit 2 Fingern bedient wer­den. Mit nur einem Finger bie­tet das Trackpad 16 vir­tu­el­le Knöpfe (4 Reihen mit jeweils 4). Getestet habe ich die Gestenunterstützung noch nicht, stel­le mir das aber ziem­lich unüber­sicht­lich und eng vor – es sei denn, man bemalt sein Trackpad mit dem Filzstift!

Hat man wei­te­res MIDI‐Equipment am Rechner ange­schlos­sen (z.B. MackieControl, Keyboard, etc.), kom­men gele­gent­lich fal­sche Informationen in Lightroom an. Ich schal­te wei­te­re Geräte bei der Benutzung von Lightroom ein­fach aus. Genauso soll­te man anders her­um auch PFixer.Lr deak­ti­vie­ren (geht mit einem Mausklick), wenn man mit der MackieControl* in Logic arbei­tet, da PFixer.Lr auch dort Fehlfunktionen ver­ur­sacht.

Auf der Suche nach einer Bedienungsanleitung wird man von Pusher Labs zwar auf deren Online‐FAQ ver­wie­sen, dann jedoch allein gelas­sen. Viel mehr als ein paar Tipps und Troubleshootings fin­det man dort nicht. Natürlich ist die Software und die Bedienung des Panels wei­test­ge­hend selbst­er­klä­rend, aber um die Funktionsweise u.a. der Preset‐Verwaltung zu ver­ste­hen, muss­te ich schon eini­ge Zeit suchen und her­um­pro­bie­ren.

Vor‐ und Nachteile

Die Vorteile über­wie­gen auf jeden Fall, wenn man sich mal anschaut, was einem PFixer.Lr an Zeitersparnis und intui­ti­ver Bedienung bringt. Einige Mankos gibt es aber schon:

Plus:

  • 15‐tägige Testversion
  • Zeitersparnis
  • frei zu kon­fi­gu­rie­ren
  • über 200 Lightroom‐Funktionen im Direktzugriff

Minus:

  • Hoher Preis von 100 Dollar für Software, lohnt sich aber
  • lau­te Motorfader des BCF‐2000
  • Lightroom muss auf Englisch betrie­ben wer­den
  • kei­ne ech­te Bedienungsanleitung
  • bis­her nur Unterstützung von Lightroom

Alternativen

Pusher Labs PFixer.Lr ist lei­der nur für den Mac ver­füg­bar und Ankündigungen für eine künf­ti­ge Windows-Adaption gibt es lei­der nicht.

Die Donationware (50 Tage kos­ten­frei) Paddy for Lightroom ist die bis­lang ein­zi­ge (ver­gleich­ba­re) Alternative für das Windows‐System. Grundsätzlich kön­nen mit Paddy auch eige­ne Tastaturkürzel und MIDI‐Mappings für den Behringer BCF‐2000 (und ande­re Hardware‐Controller) erstellt wer­den, jedoch fehlt eine Möglichkeit, den BCF in meh­re­ren Modi zu pro­gram­mie­ren. Laut Website sind Lightroom‐Versionen bis 4.x unter­stützt.

Knobroom ist eine wei­te­re Lösung für den Mac, bei der die Entwicklung jedoch im Herbst 2012 bei Version 0.2 ste­hen geblie­ben ist. In die­sem Stadium des Plug‐Ins ist es auch nur mög­lich, ein­zel­ne MIDI‐Controller‐Daten einem Parameter in Lightroom zuzu­wei­sen.

moti­bo­do ver­treibt mit dem motibodoBoard (395 USD) und dem motibodoSkin (325 USD) eine tas­ta­tur­ba­sier­te Lösung. Das kom­plet­te Keyboard oder das Silikon‐Skin für die bestehen­de Tastatur mit ent­spre­chen­der Software für Lightroom bie­ten vor­de­fi­nier­te Tastaturkürzel für die wich­tigs­ten Funktionen an. Jedoch ist der Preis in mei­nen Augen in kei­ner Weise gerecht­fer­tigt.

Fazit

Wie ein­gangs schon erwähnt, kam ich aus dem Urlaub mit knapp 1500 Bildern zurück, wel­che auch gleich als Teststrecke für PFixer.Lr und das Behringer‐Panel her­hal­ten muss­ten. In Rekordzeit waren die Bilder ent­wi­ckelt und das oft auf eine ganz ande­re Weise, als ich es gewohnt war. Wenn man erst ein­mal die Möglichkeit hat, an Belichtung, Highlights und Curves gleich­zei­tig zu schrau­ben und die Wechselwirkung sieht, löst man eini­ge Belichtungsaufgaben auf ande­rem Wege als sonst. Auch mag ich es sehr, die Parameter von Hue und Sat im direk­ten Zugriff zu haben und schnell eine selek­ti­ve Farbkorrektur zu machen.

Sicherlich gibt es an dem System Verbesserungspunkte, aber für knapp 280 € (Software, Overlay, BCF‐2000) hat man ein ordent­li­ches Hardware‐Control‐System für Lightroom.

Mittlerweile steht auch ein Behringer BCR‐2000 auf mei­nem Schreibtisch. Dafür habe ich ein eige­nes Overlay gebas­telt und habe direk­ten Zugriff auf SAT, LUM und HUE ohne zwi­schen den Modi zu wech­seln.

Wünschenswert wäre es, wenn in Folgeversionen von PFixer.Lr noch die Unterstützung für wei­te­re Programme (Photoshop, CaptureOne Pro und ACR) ein­ge­baut wür­de.

…und mein iPad hat mitt­ler­wei­le sei­ne Berechtigung für ande­re Aufgaben.

* Affiliate

8 Gedanken zu „Beschleunigung für die Foto‐Entwicklung durch PFixer.Lr (Gastartikel)“

  1. Pffhhhh – jetzt bin ich wie­der froh mei­ne Bildbearbeitung nach Indien aus­ge­la­gert zu haben ;-).

    Behringer funk­tio­niert aber auch mit Paddy, oder?

  2. Ich habe mir vor kur­zem auch die­se Lösung ange­schafft. Ich hat­te Glück einen wei­ßen Behringer BCF2000 zu bekom­men. Das hat den gro­ßen Vorteil, dass er sich ein­fa­cher sel­ber beschrif­ten lässt.
    Ich bin fast kom­plett vom vor­ge­ge­be­nen Layout abge­wi­chen und habe mir alle Funktionen so belegt, wie es mei­nem Workflow ent­spricht. Großartig, dass die die Software das so ein­fach zulässt. Mit mei­nem Plotter habe ich mir dann ein eige­nes Layout für die Beschriftung zurecht geschnit­ten.

    Die Umstellung ins Englische stört mich über­haupt nicht. Es gab eini­ge Wenige Funktionen die nicht funk­tio­nier­ten weil sich Fixer auf Tastenkürzel zu bezie­hen scheint. Die stim­men auf einem deut­schen Rechner mit deut­scher Tastatur aber auch dann nicht, wenn ich Lightroom auf Englisch umstel­le.
    Über Umwege (die PhusherLabs auch beschreibt) kön­nen aber alle Funktionen wie­der ange­spro­chen wer­den.

    Die Paletten soll­ten geöff­net blei­eben, damit alles ein­wand­frei funk­tio­niert aber da man mit der Maus jetzt kei­ne Regler mehr fein ent­stel­len muss kann man sie so schmal wie mög­lich zie­hen. So hat man dann auch immer noch das Histogramm im Blick.

    Ich bin sehr begeis­tert und wenn ich mit 4 Stelligen Anzahlen von Bildern von einer Hochzeit kom­me beschleu­nigt es mei­nen Workflow unge­mein.

    Und noch eins: Es sind ja Motor‐Fader. Wenn ich also doch mal mit der maus einen Regelt in Lr bewe­gen, dann bewegt sich der Regler auf dem Controller mit! Springe ich zu einem ande­ren Bild mit ande­ren Einstellungen dann huschen aller Regler auf den Platz wo die Software Regler sind. Sollte man bei die­sem Vorgang mal einen Regler fest­hal­ten weil man die Hand drauf lie­gen gelas­sen hat so macht man nichts kaputt, der Regler bewegt sich dann nicht! Man muss jetzt ein­mal zu einem ande­ren Bild und wie­der zurück, dann sind wie­der alle Regler dort, wo sie sein sol­len.

    Also von mir auch defi­ni­tiv Daumen hoch!

  3. Hallo Daniel,
    Danke für den sehr aus­führ­li­chen Bericht.
    Mich wür­de inter­es­sie­ren, wie laut die Regler sind,
    wenn sie selbst in die jewei­li­ge Position sich ver­schie­ben.

  4. Hallo eba­er!

    Schwierig, jetzt eine Pegelangabe zu machen 🙂
    Aber ich wür­de sagen, es ist so als wür­dest du sehr hek­tisch alle 8 Regler per Hand in eine neue Position schub­sen!
    Hilft das wei­ter?
    Gruß,
    Daniel

  5. Fand den Artikel eben­falls inter­es­sant und habe heu­te auf Kickstarter noch was inter­es­san­tes gese­hen:

    https://www.kickstarter.com/projects/samuelverburg/tuna-knobs-stick-em-to-your-tablet-and-its-a-contr

    Das hat zwar bis­her noch nichts mit Lightroom zu tun – aber wenn das Produkt irgend­wann aus­ge­reift ist, könn­te ich mir vor­stel­len, dass man mit so etwas auch eine Lightroom‐App gut steu­ern könn­te.

    Wenn das Kickstarter‐Projekt finan­ziert wird über­legt der Macher als nächs­ten Schritt über Fader nach – die Hardware um das Ipad in einen Lightroom‐Controller zu ver­wan­deln wäre dann also gege­ben.
    Ob das gan­ze dann natür­lich kos­ten­tech­nisch noch viel Sinn macht? Abzuwarten.

    Und eine pas­sen­de App müss­te natür­lich auch noch pro­gram­miert wer­den.

  6. Hallo Daniel,
    vie­len Dank für Deine Antwort.
    Ich bin sehr neu­gie­rig auf die Technik,
    wür­de mich auch auf einen Test ein­las­sen,
    aber ein­fach mal Geld aus­zu­ge­ben und
    nicht zu wis­sen, ob es passt, will ich grad nicht.
    Zum Beispiel, wüss­te ich nicht, ob ich lie­ber
    mit Schiebe‐ oder Drehreglern arbei­ten wür­de.

    Prinzipiell den­ke ich, ist das DIE Methode
    intui­tiv mit LR arbei­ten zu kön­nen.
    Was mich etwas stört – evt. neben den Geräuschen -
    wäre die Größe des Gerätes.

    Ich ver­fol­ge das Thema und bin gespannt was noch kommt.

    Vielen Dank noch­mals für den aus­führ­li­chen Bericht.

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