Argumente für und gegen Wasserzeichen in Online-Fotos

Der Fotograf Till Erdmenger hat­te vor eini­gen Wochen in sei­nem Blog einen Artikel über das Auffinden nicht lizen­zier­ter Fotos geschrie­ben.

Darin fiel mir fol­gen­der Absatz beson­ders auf:

[…] Bei Fotografen wird immer wie­der dar­über dis­ku­tiert, wie man sich vor dem Bilder-Klau schüt­zen kann. Oft lau­tet der Tenor: Man müs­se ein Wasserzeichen auf die Bilder mon­tie­ren. Stimmt grund­sätz­li­ch, ist aber voll­kom­men kon­tra­pro­duk­tiv. Mit einem dicken Copyright-Hinweis schre­cke ich viel­leicht eini­ge Bilderdiebe ab, es wird aber noch immer genug ande­re geben, die die­se Bilder voll­kom­men schmerz­frei für eige­ne Zwecke ein­set­zen. Wichtigster Punkt: Wasserzeichen sind eine wür­de­lo­se Verschandelung schö­ner Fotos.

Interessanterweise kommt in Unternehmen – völ­lig zu recht – nie­mand dar­auf, die auf­wän­dig pro­du­zier­ten Werbefotos oder Imagemotive mit rie­si­gen Urheberrechtshinweisen zu „ver­schö­nern“. An die­ser Stelle ist man sich offen­bar voll­kom­men einig, dass sol­che Wasserzeichen nichts auf einem Foto zu suchen haben. […]“


Ich war sehr erstaunt zu lesen, dass sich ein pro­fes­sio­nel­ler Fotograf gegen die Verwendung sicht­ba­rer Wasserzeichen im Bild aus­spricht. Aber nach­dem ich im zwei­ten Absatz den Vergleich mit Werbefotos gele­sen habe, wur­de mir lang­sam klar, war­um er zu die­sem Thema viel­leicht eine ande­re Meinung hat als ich.

Till ist „Businessfotograf“, er ver­dient sein Geld also haupt­säch­li­ch durch Fotoaufträge von Firmen, für die er Portraitfotos der Mitarbeiter, Bilder der Betriebsfeier und so wei­ter foto­gra­fie­ren soll. Er bekommt sein Geld also von den Firmen, lie­fert die Bilder ab und hat kei­ne Verluste, wenn das Bild von der Firmenwebseite uner­laubt im Netz ver­viel­fäl­tigt wird.

Selbst bei Beispielfotos auf sei­ner Webseite braucht er wenig Angst zu haben, dass die­se kopiert wer­den. Denn selbst wenn das der Fall wäre, wer­de er dadurch ver­mut­li­ch nicht weni­ger Aufträge erhal­ten, denn die Referenzfotos auf sei­ner Webseite blei­ben ihm ja erhal­ten.

Ähnlich sieht das bei den Werbekunden in sei­nem Blog-Beispiel aus. Die Firmen bezah­len viel Geld für ihre Werbefotos und bezah­len noch mal viel Geld, um die­se Werbebilder mög­lichst attrak­tiv in Zeitungen, auf Litfaßsäulen, Plakatwänden und im Internet zu plat­zie­ren. Jeder, der ein Werbefotos irgend­wo – uner­laubt – im Netz pos­tet, hilft dem Unternehmen dadurch etwas, weil es bei Werbefotos, wie der Name schon sagt, kos­ten­lo­se Werbung ist, wenn die­se irgend­wo gezeigt wird, ohne dass das Unternehmen dafür zur Kasse gebe­ten wird. Neuerdings geben Firmen ja sogar viel Geld aus, um die­se orga­ni­sche Verbreitung im Internet durch zufäl­li­ge Webnutzer mög­lichst echt aus­se­hen zu las­sen (Stichwort „vira­les Marketing“)

Bei eini­gen Fotografen liegt der Fall jedoch anders. Wenn Fotografen weni­ger durch Fotoaufträge Geld ver­die­nen, son­dern mehr durch den Verkauf ihrer foto­gra­fi­schen Werke selbst, wird die uner­laub­te Nutzung im Internet zu einem grö­ße­ren Problem. Betroffen hier­von sind zum Beispiel ganz stark die Stockfotografen, aber auch Fotografen, die ihre Bilder als Poster, Postkarten, Kalender etc. ver­kau­fen.

Ein sicht­ba­res Wasserzeichen auf dem Foto mar­kiert damit das zu ver­kau­fen­de Produkt, ähn­li­ch wie es eine elek­tro­ni­sche Diebstahlsicherung im Laden macht. Wird das Bild mit der Markierung benutzt, kann ers­tens davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die betref­fen­de Person das Foto nicht legal lizen­ziert hat (wobei ich in letz­ter Zeit eini­ge Fälle hat­te, bei denen selbst das nicht zutraf) und zwei­tens wirkt dann das Wasserzeichen wie eine Art Hinweis, wo das „Originalprodukt“ ohne die unschö­ne Markierung gegen Bezahlung erhält­li­ch ist.

Diesen „Werbeeffekt“ eines sicht­ba­ren Wasserzeichens ver­schen­ken Profi-Fotografen, die ihre Bilder ohne Wasserzeichen ins Netz stel­len. Damit hät­ten sie selbst im Falle einer uner­laub­ten Verbreitung im Internet trotz­dem noch einen klei­nen Vorteil, der die uner­laub­te Handlung zwar nicht auf­wiegt, aber immer­hin in ihrer nega­ti­ven Wirkung etwas mil­dert.

Ob ein Fotograf lie­ber die­se Werbewirkung und einen rudi­men­tä­ren Schutz ihrer Bilder mit Wasserzeichen haben mögen oder lie­ber dar­auf ver­zich­ten und sich gegen die „wür­de­lo­se Verschandelung“ der eige­nen Bilder ent­schei­den, damit die Fotos schö­ner wir­ken, dass muss jeder selbst ent­schei­den.

Wie macht ihr das: Bilder mit sicht­ba­ren Wasserzeichen oder ohne? Und war­um?

30 Gedanken zu „Argumente für und gegen Wasserzeichen in Online-Fotos“

  1. Hallo Robert,

    inter­es­san­te Ansichten.

    Meine Fotos sind auf mei­nem Blog o.ä. immer MIT Wasserzeichen, lei­der habe ich aber auch schon öfters Fotos gefun­den wo die Fotos pas­send beschnit­ten wur­den, sodass das Wasserzeichen auf ein­mal nicht mehr vor­han­den war.

    Mein Wasserzeichen mit­tig im Foto zu plat­zie­ren wäre die ein­zi­ge ande­re Variante den­ke ich, das ver­schan­delt mir mei­ne Bilder aber dann doch zu doll.

    Bilderdiebstahl ist halt die Pest.

  2. @Joachim: Ja, habe ich drü­ber nach­ge­dacht, aber: Es wür­de ers­tens nicht zu weni­ger Kopien füh­ren, son­dern nur zu einer leich­te­ren nach­träg­li­chen Identifikation die­ser Kopien (und es ist ja nicht mein pri­mä­res Ziel, mit Abmahnungen Geld zu ver­die­nen), außer­dem fehlt dann wei­ter­hin der „Werbeeffekt“ und drit­tens habe ich bis­her kein Verfahren gefun­den, was bequem in mei­nem Workflow pas­sen wür­de.

    Nutzt denn von euch jemand unsicht­ba­re, digi­ta­le Wasserzeichen und wie sind die Erfahrungen damit?

  3. @Robert,

    ich habe mir mal Gedanken über unsicht­ba­re Wasserzeichen gemacht, aber dann doch dar­auf ver­zich­tet, aus den gleich Gründen wie du. Und wenn Bilder unbe­rech­tigt für Print-Produkte ein­ge­setzt wer­den, nüt­zen sie gar nichts.

  4. Zu 1: Die Software mei­nes eige­nen Servers wur­de vor rund 10 Jahren pro­gram­miert. Daher sind in den Previews Wasserzeichen ent­hal­ten. Heute fin­de ich das nicht mehr so wich­tig, weil die Bilder in der Regel nicht bei mei­nem Server geklaut wer­den, son­dern auf den Seiten der Kundenveröffentlichungen, und die­se Bilder kla­rer­wei­se kein Wasserzeichen haben.

    Zu 2: Ich habe ca. 5 Jahre lang (2002 bis 2007)in mei­ne Bilder das digi­ta­le „Digimarc“ Wasserzeichen ver­wen­det, das ja in Photoshop ent­hal­ten ist. Es funk­tio­niert grund­sätz­li­ch gut. Ein Bild, auf einer 1/8 Seite in einer Illustrierten abge­druckt ist, kann man ein­scan­nen, und Photoshop/Digimarc fin­det aus dem gedruck­ten (!) Bild wie­der mei­ne Urheberdaten her­aus.

    Für den Erhalt einer Digimarc-Nummer mus­s­te man damals ich glau­be rund 100$ im Jahr zah­len. Für mehr Geld über­nahm Digimarc auch die Suche nach Bildern im Internet, die mei­ne Diginummer hat­ten. Funktionierte auch gut – aber wenn die Kunden Zeitungen sind, und täg­li­ch Bilder von mit ver­öf­fent­li­chen, kann man das ver­ges­sen, weil Digimarc ja nicht ent­schei­den kann, ob das Bild geklaut oder kor­rekt ver­wen­det wird. 

    Das Problem begann mit Microstock. Digimarc schreibt ja mei­ne Nummer ale ein­zeln geschwärz­te Pixel direkt in das Bild. Für mei­ne Zeitungskunden war das über­haupt kein Problem. Auch nicht beim Illustriertendruck. Allerdings durch die Kontrolle bei den Stock-Agenturen habe ich die­se Bilder dann nicht gebracht. Und daher habe ich 2008 mit dem Einspielen des digi­ta­len Wasserzeichens auf­ge­hört. Organisatorisch war es kein Problem, weil das Einspielen ein­fach in mei­nem auto­ma­ti­schen Photoshop Abschluss-Batch inte­griert war. Also unmit­tel­bar bevor aus dem TIFF ein JPG erzeugt wur­de ein­ge­fügt wur­de.

    Es wür­de mir heu­te auch nichts hel­fen. Die Bilder wür­den trotz­dem geklaut, und wenn man über meh­re­re Agenturen ver­kauft und nicht nur ein paar hun­dert Bilder hat, macht die Nachverfolgung kei­nen Sinn.

  5. Absolut dage­gen. Erstens ver­urascht ein Wasserzeichen bei mir einen spon­ta­nen opti­schen Würgereiz und ver­schan­delt ein­fach jedes Bild. Und zwei­tens kann jeder Photoshop Anfänger in Zeiten des „Inhaltssentiven Füllens“ und ähn­li­cher simp­ler Retuschemöglichkeiten so ein Wasserzeichen in 1,5 Minuten ent­fer­nen. Ok, dafür brau­che ich PS, aber der ist ja erstaun­li­ch weit ver­brei­tet mitt­ler­wei­le.
    Leider lässt es sich halt schwer mes­sen, ob so ein Wasserzeichen Bilderklau min­dert oder nicht … Ich fürch­te damit muss man sich ein­fach abfin­den.

    Sonnige Grüße aus München,
    Dominik

  6. Die Anbieter von Lösungen für digi­ta­le Wasserzeichen machen zwar ganz vie­le Versprechungen, aber unsicht­ba­re, digi­ta­le Wasserzeichen sind meis­tens nicht robust genug.

    Ich erin­ne­re mich an eine kom­mer­zi­el­le Ausgründung vom Fraunhofer-Institut: Photopatrol. Das soll­te ein ganz robus­tes Wasserzeichen sein. Ein geschütz­tes JPEG ohne sons­ti­ge Änderung nur ein­mal mit etwas höhe­rer Kompression neu abge­spei­chert. Aufwand 2 Sekunden. Technisch zwar eine Qualitätsverschlechterung des Bildes mess­bar, für nor­ma­le Menschen aber nicht sicht­bar. Wasserzeichen zuver­läs­sig ent­fernt.

  7. Also das Digimarc hat ziem­li­ch viel aus­ge­hal­ten. Da muß­te man das Bild schon sehr stark ver­än­dern und vor allem bei der Komprimierung. Aber brin­gen tut es heut­zu­ta­ge eben auch nichts mehr.

  8. Nur den Namen irgend­wo in die Ecke des Fotos schrei­ben macht ja noch kein Wasserzeichen. Es stimmt, dass sich soet­was schnell retu­schie­ren lässt, oder der Bilderdieb gleich den Bildausschnitt etwas ver­klei­nert und der Name damit weg­ge­schnit­ten ist. 

    Ein rich­ti­ges was­ser­zei­chen ist m.e. etwas grö­ßer als nur in einer Ecke. Meine Wasserzeichen sind annäh­rend bild­fül­lend oder als klei­ne Wasserzeichen mehr­mals vor­han­den, je nach Motiv. Dafür sind die Wasserzeichen aber stark tranz­pa­rent (eben­falls je nach bild 5–15%), sodass man das Wasserzeichen beim nor­ma­len bild­be­trach­ten eigent­li­ch nicht sieht, es aber auf jeden fall län­ger als 1,5 Minuten dau­ert es weg zu stem­peln.

    Auch wenn sich viel­leicht dem einen oder ande­ren die Fußnägel auf­rol­len wenn er an Wasserzeichen und Namen im Bild denkt, kann ich so doch ruhi­ger schla­fen, wenn ich Bilder z.B. auf Facebook pos­te.

  9. Ich ver­wen­de kei­ne Wasserzeichen auf mei­nem Blog, da dadurch das Bild ver­schan­delt wird. Wenn einer ein Foto klau­en will, wird er dies auch mit Wasserzeichen tun.

    Eine 100%ige Sicherheit gibt es bei öffent­li­chen Bilddateien nicht.

  10. Ich arbei­te haupt­be­ruf­li­ch in einer Werbeagentur für nam­haf­te Marken und bie­te neben­be­ruf­li­ch als Fotodesigner Stockphotos an. Als Designer befin­de ich mich also in bei­den Lagern, sowohl als Bildkäufer, als auch als Anbieter. Dazu fol­gen­des: Da wir agen­tur­sei­tens aus­schließ­li­ch seriös ein­kau­fen, ist unse­rer­seits ein Missbrauch aus­ge­schlos­sen. Allerdings lit­ten wir im Agenturalltag unter der ewi­gen Photoshop-Stempelei von Wasserzeichen. Mittlerweile stem­peln wir kaum noch. Aus zwei Gründen: Entweder fin­den wir das gesuch­te Bild über die goo­gle Bildersuche ohne Wasserzeichen (Wasserzeichen-Bild run­ter­la­den und dann per Google Bildsuche wie­der hoch­la­den, Erfolgsquote etwa bei 60 %) oder wir ent­fer­nen das Wasserzeichen weit­ge­hend durch Maskieren in Photoshop mit­hil­fe der im Web run­ter­ge­la­de­nen Logos der Bildagenturen (z.B. Tonwertkorrektur mit Ebenenmaske des istockphoto-Logos). 

    Agenturen wie z.B. get­ty ver­zich­ten auf die Wasserzeichen nach efolg­rei­chen Login. So gut wie jeder Grafiker im Hause hat sei­nen per­sön­li­chen Login, aus­schließ­li­ch um die Darstellung ohne Wasserzeichen zu erhal­ten.

    Insofern fän­de ich es auch in der Funktion als Anbieter nur gut, auf Wasserzeichen zu ver­zich­ten. Wer eini­ger­ma­ßen gut Bescheid weiß, kriegt die Dinger fast aus­nahms­los weg. Wir soll­ten als Anbieter also nicht an die Lizenzklauer den­ken, son­dern an seriö­se Käufer, die maxi­ma­len Komfort und Service erle­ben wol­len.

  11. @Torsten: Wenn ihr die Bilder bei den Agenturen kauft, braucht ihr doch nicht die Wasserzeichen selbst zu ent­fer­nen? Und war­um soll­ten eure Endkunden nicht sehen, bei wel­cher Agentur ihr eure Bilder kauft?

  12. @Robert: Bevor wir eine Lizenz kau­fen, suchen wir oft unend­li­ch Bilder für die unter­schied­li­chen Layouts. Wenn sich der Kunde am Ende des oft lang­wie­ri­gen Prozesses für ein Layout ent­schie­den hat und eine Freigabe erteilt hat, kau­fen wir die Lizenz, die wir benö­ti­gen, um die Reinzeichnung zu erstel­len. Dann natür­li­ch in HiRes ohne Wasserzeichen. Für die Layoutphase nut­zen wir die Previews der Agenturen, mon­tie­ren die­se in unse­re Composings und ent­fer­nen wie beschrie­ben die Wasserzeichen. Kunden der Werbebranche wol­len im Gegensatz zu ver­gan­ge­nen Jahren (Scribbles) mög­lichst fina­le Anmutungen ihrer Projekte sehen und akzep­tie­ren schon gar nicht irgend­wel­che Wasserzeichen in ihren Layouts. Habe ich dei­ne Frage mit die­ser Antwort rich­tig ver­stan­den?

  13. Finde ich Wasserzeichen schön? Nein! – Verwende ich Wasserzeichen? Ja!

    Mir geht es dabei nicht dar­um, mei­ne Bilder vor Diebstahl zu schüt­zen. Mir geht es dar­um, mei­ne Adresse zu hin­ter­las­sen, falls jemand mein Foto gefällt, und Kontakt mit mir auf­neh­men möch­te. Dass mein eher unauf­fäl­li­ges Wasserzeichen leicht ent­fernt wer­den kann, ist mir natür­li­ch klar. Wenn ich mein Auto auf der Straße abstel­le kann es, trotz Diebstahlschutz, geklaut wer­den. That´s life!

  14. @Colin: Wie ich dei­nen Bilder auf dei­ner Website gera­de ent­nom­men habe, gehst du ja auch sehr dezent mit dem Wasserzeichen um (unten rechts in der Bildecke). Das fin­de ich tat­säch­li­ch sehr gut, weil kein Designer mehr stem­peln muss und den­no­ch ein Hinweis auf den Fotografen zu sehen ist.

  15. @Torsten: Das mit den was­ser­zei­chen­frei­en Bildern nach dem Einloggen (wie Du es für Getty beschrie­ben hast) ist gen­au der Grund, war­um ich das für alle Bildsucher bei Fotofinder gesperrt habe. Meine Bilder kön­nen dort nur mit dem Wasserzeichen gela­den wer­den.

    Es gab extrem vie­le sol­che Downloads, aber von Werbeagenturen/Grafiker nie oder kaum einen Verkaufs-Download. Und nur damit mei­ne Bilder zum Layouten ver­wen­det wer­den, das Geschäft aber dann doch ein Auftragsfotograf oder eine ande­re Agentur macht – dafür sind mir mei­ne Bilder auch wie­der zu scha­de.

    Klar, Du kann­st jetzt sagen – dann sind mei­ne Bilder eben nicht gut genug. Möglich, aber fürs Layout das man dem Kunden vor­legt hat es offen­sicht­li­ch genügt. 😉

  16. Ich sehe es wie Colin. Ich set­ze auch auf allen Fotos mei­nen Namen links unten oder rechts unten in die Ecke. Also mich stört das nicht beim Betrachten des Fotos.

  17. Wenn ein Wasserzeichen wie ein „ech­tes“ Wasserzeichen quer über dem gan­zen Foto liegt, fin­de ich das auch nicht beson­ders attrak­tiv, da es vom Inhalt des Fotos immer ablenkt und stört. Eine klei­ne Signatur irgend­wo am Rand oder in der Ecke kann aber nie scha­den. Schon die „Alten Meister“ haben schließ­li­ch ihre Werke signiert.

    Dass vie­le Werbeagenturen für ihre Layouts Stockfotos ohne Lizenz ver­wen­den, fin­de ich auch sehr bedenk­li­ch. Man redet sich ger­ne raus, dass es sich ja dabei um kei­ne Veröffentlichung han­delt, aber da wäre ich mir nicht so sicher. Das Urheberrecht erlaubt zwar die Privatkopie, aber wenn ich das Layout einem Kunden zei­ge, ist das sicher kei­ne pri­va­te Veranstaltung mehr. Die Erstellung der Layouts las­sen sich die Werbeagenturen ja meist auch bezah­len, also wäre es den Bildliefereanten gegen­über nur fair, auch die Layout-Fotos schon ordent­li­ch zu lizen­zie­ren. Bei weni­ger als 1 Euro pro Foto in der kleins­ten Auflösung und im Abo kann sich wohl kaum jemand raus­re­den, dass dies zu teu­er sei. Aber Fairness ist in unse­rer Gesellschaft ja inzwi­schen schon ein Fremdwort…

  18. Ein dezen­tes Wasserzeichen hal­te ich für sehr wich­tig. Wenn Bilder geklaut wer­den, ist es im Streitfall nicht schlecht, wenn man dar­le­gen kann, dass die Bilder einer­seits IPTC-Infos mit Quell- und Urhebervermerk ent­hiel­ten und ande­rer­seits dem Verwender das Entfernen des Wasserzeichens zur Last gelegt wird. Seit die­sem Jahr gehe ich recht­li­ch gegen jeden Bilderdieb vor, der mei­ne Fotos unau­to­ri­siert auf gewerb­li­chen oder insti­tu­tio­nel­len Websites (oder im Druck) ver­wen­det. Mittlerweile fin­den Dienste wie TextGuard die Bilder immer siche­rer. Optisch gefällt mir das Wasserzeichen nicht, aber man kann es dezent hal­ten.

    Zur Zeit expe­ri­men­tie­re ich mit trans­pa­ren­ten Textreliefs. Beispiele kann man in fol­gen­den Text sehen, den ich vor ein paar Tagen ver­öf­fent­licht habe. http://www.oxly.de/?p=12773

    Ich den­ke, dass die Wasserzeichen nicht so sehr ner­ven, dass sie immer weg­re­tu­schiert wer­den. Wenn sie so in Blog oder Foren auf­tau­schen, bleibt ein leich­ter Werbeeffekt, der zuge­ge­be­ner­ma­ßen nicht viel bringt, aber die Sache erträg­li­ch macht.

    Dem von Olaf beschrie­be­nen Fall kom­men dezen­te Wasserzeichen eben­falls zugu­te. Okay, man kann sie weg­re­tu­schie­ren, aber dage­gen kann man sich nicht weh­ren.

    Tom

  19. Tendenziell gebe ich dir Recht, Olaf. Ich ken­ne auch Agenturen, die das per Abo oder 1 € regeln. Oft wer­den aller­dings sehr vie­le Bilder dem Kunden prä­sen­tiert. Da ist dann auch ein Abo kos­ten­tech­ni­sch nicht mehr ver­tret­bar. Im Gründe genom­men stel­len wir für den Kunden nur eine Lightbox zusam­men, wobei wir oft das ein­zel­ne Bild ins Layout set­zen. Bilderklau könn­ten wir dabei nie­mals auch gegen­über den Kunden ver­ant­wor­ten. Schließlich ist nicht die Agentur, son­dern der Kunde Lizenznehmer. Aus mei­ner lang­jäh­ri­gen Agenturerfahrung kann ich sicher bestä­ti­gen, dass Kunden sehr bedacht mit Lizenzen umge­hen. Meist wird aus Sicherheitsgründen sogar eine erwei­ter­te Nutzungslizenz erwor­ben. Das ist im Bereich RF noch immer attrak­ti­ver als zu shoo­ten. Natürlich wird es wie über­all immer schwar­ze Schafe geben.

  20. @Torsten:
    Was ich gemeint habe ist nicht Bilderklau durch Werbeagenturkunden. Aber die WA arbei­tet mit mei­nen Bildern um einen Auftrag zu bekom­men und will aus Kostengründen kei­ne Logos stem­peln. Der Fotograf hat aber auch sei­ne Kosten und sei­ne Arbeit gemacht und schaut durch die Finger. Und neben­bei habe ich z.B. bei Fotofinder ja auch noch Kosten.

  21. Das kann ich schon ver­ste­hen. Ob das nun rich­tig ist oder nicht – ich erle­be bei uns im Büro, dass meist weib­li­che Kollegen bei Zalando Klamöttchen bestel­len und etwa 80% wegen Nichtgefallens zurück­sen­den. Zalando erhebt aber kei­ne Aufwandspauschale, obwohl sie Arbeitund Kosten mit Versand hat­ten. Soviel zu Marktsituation und dem ver­bun­de­nen Habitus. Das hat eine ähn­li­che Tradition wie der Bilderkauf. Damals haben wir eine kos­ten­los eine Vorabauswahl von Dupdias für Layoutzwecke bekom­men und nach Gebrauch zurück­ge­sen­det. Daran hat sich im Gründe nichts geän­dert.

  22. frü­her gab es lay­outshoots …da war nix Bild laden ob mit oder ohne Wasserzeichen . Alleine ein lay­out was einem Kunden prä­sen­tiert wird ‚müss­te eigent­li­ch bezahlt wer­den . Lizenzierung lay­out­ver­wen­dung .

  23. @Torsten: Das Zalando damit als rela­tiv neu­er Anbieter Kunden gewin­nen will ist deren Sache. Was machen die eigent­li­ch mit den gan­zen Retouren? Dem nächs­ten wie­der zusen­den? Ich bin mir nicht sicher, ob ich ein Hemd möch­te, dass schon etli­che vor mit ange­habt haben… Und die Lieferanten von Zalando haben ver­mut­li­ch auch kein Problemn, weil sie Zalando die­ses Hemd ja schon ver­kauft haben.

    Ich habe Fotofinder aber nichts ver­kauft und muss noch eine nicht zu klei­ne Summe monat­li­ch auf den Tisch legen. Bei mir sind das der­zeit um die 400.- Euro im Monat. Das (und vor allem mehr 😉 ) will und muss ich auch wie­der ver­die­nen. Sonst macht das kei­nen Sinn. Das Fotofinder ger­ne Gratis Downloads zur Verfügung stellt ist klar, weil das für sie Werbung ist und sie auch nichts kos­tet.

    Das mit den DupDias im ana­lo­gen Zeitalter: Da hat man sich bei 1–2 Agenturen Dias zusen­den las­sen und in der Regel davon auch wel­che aus­ge­wählt. Das ist heu­te eben lei­der nicht mehr so.

    Wäre ich heu­te Werbefotograf und mein Kunde möch­te einen Flyer machen und ich wür­de zu etli­chen Werbeagenturen gehen und sage: Schickt mir mal jeder 10 Slogans, damit ich mei­nen Kunden am Shootingtag bei Laune hal­ten kann – viel­leicht nimmt er auch einen davon. Und son­st könnt ihr den ja wei­ter­ver­wen­den: Würde das funk­tio­nie­ren?

  24. Was ist eigent­li­ch mit dem Kunden, der z.B. ganz legal die gekauf­ten Fotos in vol­ler Auflösung (weil er viel­leicht kei­ne Ahnung von Bildbearbeitung hat) im Internet online stellt? Dann fin­det Google die Bilder und schwups, man hat eine HQ Version im Internet ohne Wasserzeichen&Co.

  25. @Georg: Die meis­ten Agenturen ver­bie­ten das Onlinestellen der Fotos in vol­ler Auflösung. Wenn sie es trotz­dem tun, könn­te dage­gen vor­ge­gan­gen wer­den.

  26. Also damit lebe ich mitt­ler­wei­le wie mit vie­len ande­ren Dingen auch. mein Topseller (ca. 4300DL) ist mitt­ler­wei­le prak­ti­sch tot. Ist im Web an die 7000 in allen Größen auf­find­bar. Davon sicher 40 mal als Originalgröße. Dagegen vor­ge­hen ist auch nicht mög­li­ch, weil es schlicht­weg zuviel ist. Ich habe ja auch noch ein paar ande­re Bilder ;-).

    Ich den­ke ab einer gewis­sen Portfolio oder Verkaufsgröße über mehr als eine Agentur kann man alle kon­trol­lie­ren­den Massnahmen ver­ges­sen. Benötigen unend­li­ch viel Zeit und ärgern einen ja doch. Da lebe ich lie­ber nach dem Motto „Was ich nicht weiß macht mich nicht heiß!“. Ändern kann ich es ohne­hin nicht.

  27. Die unsicht­ba­ren Wasserzeichen brin­gen einem lei­der nicht viel. Ich habe Wasserzeichen von Digimark und von Signmyimage aus­pro­biert. Leider ist es so, wenn das Bild auf ca. 250*250px ver­klei­nert wird, ver­schwin­den die unsicht­ba­ren Wasserzeichen. Erstaunlich ist auch, wenn man die mit Wasserzeichen ver­se­he­nen Bilder bei Facebook oder Flickr hoch­la­det, ver­schwin­den die Wasserzeichen eben­falls – kei­ne Ahnung war­um…

    Die sicht­ba­ren Wasserzeichen ver­schan­deln die Bilder, not­wen­dig sind die­se trotz­dem. Nicht jeder besitzt Photoshop und auch nicht jeder kann die Wasserzeichen ent­fer­nen.

  28. Ja, ich ver­wen­de auch Wasserzeichen. Diese sind sehr dezent und mit ver­tret­ba­rem Aufwand nicht zu ent­fer­nen.
    Bzgl. Layout schlie­ße ich mich Reka an.
    Die Agenturen arbei­ten ja mit mei­nen Bildern – sie legen die Bilder ihren Kunden vor und die haben eine Auswahlmöglichkeit mehr.
    Dafür bräuch­te es eigent­li­ch eine Lizenz…

    Außerdem habe ich es sel­ber schon erlebt, dass eine Agentur ein Bild von mir einem ande­ren Fotografen (Partnerfotograf der Agentur) als Motivvorlage gege­ben hat – eine Azubin hat­te sich schlicht­weg ver­plap­pert…

    Die Zeiten haben sich geän­dert – wer mein Wasserzeichen oder das der Fotoagentur ent­fernt um damit zu arbei­ten und ich fin­de das her­aus, gegen den wer­de ich jur. vor­ge­hen.

    Ausnahmen mache ich bei Agenturen mit denen ich per­sön­li­ch zusam­men­ar­bei­te und über die ich auch Aufträge erhal­te.

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